Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 68 (23.8.1935)
- Date
- 1935-08-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 68 23. VIII. 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 DER KONGRESS IM BILDE ־'״■׳! rY. i Ä׳ 'Vtt 0^■׳ f| r*r! Die ,Jüdische Rundschau“ wird vor dem Kongreßgebäude verkauft. Links neben dem Verkäufer die palästinensische Arbeiterführetm Ada Fischmann Bubaaehoff im Gespräch mit Ihr. Hanthe ,***»•®׳י Der Führer der jemenitischen Delegation, Rabbi Alschech, Tel-Aumv 1» ** Grünbaum tm Gespräch mit Schiet oh Lipsky und Ben Gurion vor dem Kongreßgebäude c * *1 Das Kongreß-Gericht tagt unter dem Vorsitz von K. A. Gronemann Präsident Sokolow eröffnet den Kongreß. Sitzend (von links nach rechts): Oberkommissar James MacDonald, der Vertreter der britischen Gesandtschaft Mt. Shone, Brodetshy; dahinter Lamms Barth; Grünbaum, Berl Locker; dahinter Ussischkin und Sprinzak; Kaplan ÄS««*•“•״״' ■«J Völkerbundskommissar MacDonald bei seiner Ansprache. Rechts sitzend.■ Schertok und Dt. Ruppin immmmmmmam Ehe Stadt Luzern ist anläßlich des Kongresses festlich illuminiert Blich in den Kongreß-Saal während der Eröffnungssitzung Fotos: Lasar Dünner (6), Sonnenldd (4) zu einer tagtäglichen Erscheinung. Eine große Gefahr von Zerstörung der Religion und Entweihung der Thora Israels droht unserem Volke in Erez Israel, unserer Zukunft und Hoffnung. Seil langem fordern wir von der Zionistischen Organisation, energische Maßnahmen gegen die Verletzung religiöser Vorschriften zu ergreifen. Leider haben unsere Forderungen nicht den entsprvckenden Widerhall gefunden. Die Beschlüsse, die auf der Sitzung des A.-C. in Jerusalem im Jahre 1934 angenommen wurden, und die feierlichen Versicherungen, die in dieser Sitzung gernacht wurden, blieben zu unserem Leidwesen auf dem Papier. Die Verhandlungen mit der Mehrheitspartei vor diesem Kongreß brachten keine Ergebnisse. Da unter solchen Bedingungen der Misrachi es nicht für nutzbringend betrachtet, von der Kongrelit.. ■c über Fragen zu diskutieren, die unserer Ueberzeugung nach die Seele und Wesen des Volkes bedeuten, erklärt die Misrachi-Fraktion: Solange unseren Forderungen auf religiösem Gebiete nicht entsprechend Genüge getan wird, beteiligen wir uns nicht an dem Kongreß- Präsidium, schicken wir keine Delegierten in die Kongreß-Kommissionen, werden wir uns nicht an der Kongreßdebatte beteiligen. (Beifall bei Misrachi.) Im Namen des A.-C. unterbreitet nun dessen Vize- Präsident, Dr. Goldmann, die Vorschläge des A.-C. zur Wahl des Kongreßpräsidiums. Dr. Gold mann: Zum Präsidenten des Kongresses habe ich die Ehre, Ihnen namens des A.-C. die Wahl von Dr. Chaim Weiztnann vorzuschlagen. (Stürmischer, lang andauernder Beifall.) Dr. Mossinsohn: Im Namen der Kongreßfraktion des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten habe ich die Ehre, bekanntzugeben, daß sich diese Gruppe bei der Wahl des Kongreßpräsi'enten der Stimme enthalten wird. Dr. Rosenblum gibt im Namen der Kongreßfraktion der aus elf Delegierten bestehenden ״Juden- Staatspartei“ eine Erklärung ab, wonach diese Fraktion aus politischen, weltanschaulichen Gründen gegen Dr. Wcizmann stimmen wird, besonders weil er in der A.-C.- Sitzung in Berlin im Jahre 1930 gesagt habe, daß der Judenstaat nicht das Ziel der zionistischen Bewegung bilde. Präsident Sokolow schreitet nun zur Abs timmung. Lugano PARKHOTEL AM SEE Da• kyltlnierti Hau• d«r guten Kralaa!11y.tr.Pr״p.ko.teni«. Fam. ZShringer Mit gewaltiger Majorität, einzig gegen die Stimmen der Judenstaatspartei, wird Dr.Weizmann zum Präsidenten des XIX. Zionisten-Kongresses gewählt. Unter stürmischen, sich immer wieder wieder• holenden Ovationen übernimmt Dr. Weizmann den Vorsitz. Dr. Weizmann (übernimmt den Vorsitz): Ich danke Ihnen für die mir erwiesene Elire, und ich werde mich bemühen, die Geschäfte des Kongresses in der gewohnten Tradition lind nach den Prinzipien der Demokratie zu führen. Vor allem möchte ich in dieser Stunde dessen gedenken, der so lange Jahre unsere Kongresse mit Geschick und Würde geführt hat, unseres Freundes Motzkin, der nicht mehr unter uns ist. (Der Kongreß erhebt sie 11 zum Zeichen des Gedenkens.) Der Kongreß stellt vor schwierigen Aufgaben und es wird von der Arbeit dieses Kongresses wesentlich abliängen, welche Fortschritte unsere Arbeit im Lande in den nachsten Jahren machen wird. Damit dieser Kongreß seine Arbeit erfolgreich durchführe, ist es wesentlich, daß die Zusa tn menarbeit zwischen dem Präsidium und den Delegierten und sogar den Gästen gesichert werde. Ruhe, Ordnung und Wurde sind geboten. Ich zweifle nichf daran, daß alle Delegierten und alle üiiste von dem Bewußtsein dieser Pflicht durchdrungen sind. Ich bitte jetzt Herrn Dr. Goldmann, seine weiteren Vorschlage zu machen.