Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 68 (23.8.1935)
- Date
- 1935-08-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 68, 23. VIII. 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 3 ersehnten Ziele führen muß. Aufgabe ■des jüdischen Volkes ist es, sein nationales Heim aufzubaucn, das nicht in weiter Ferne schwebt, sondern das organisch aufzubauen ist im Einvernehmen mit der Großbritannischen Regierung aut Grundläge des internationalen Mandats unter dem Völkerbund. Unser Erfolg führte zu dem großartigen finanziellen Erfolge der Mandatsmacht. Dieses System hat die besten Früchte getragen. Wir erachten es als eine wesentliche Voraussetzung für den Fortschritt des Jüdischen Nationalheims, zu einer Verständigung mit den Arabern, mit denen wir in vollkommener Eintracht leben wollen, zu gelangen. Der Lösung dieses Problems werden wir alle unsere Kräfte widmen. Wir werden ferner darauf bestehen, daß die Pforten Erez Israels viel weiter von der Mandatsregierung für unsere Brüder geöffnet werden, da dieses Land ihre einzige Zuflucht ist, und da die Wirtschaft daselbst einen Mangel an Arbeitskräften leidet. Es ist auch notwendig, daß das Arbeitsfeld, sowohl für Araber wie für Juden sich über Transjordanien erstrecke. (Lebhafter Beifall.) Daß dieser Teil Erez Israels eine halbe Wüste bleiben soll, ist eine Anomalie, die durch kein Motiv bestehender Vorurteile und des Fanatismus gerechtfertigt werden kann. Irgendein Weg muß gefunden werden, produktive Arbeit dort zu beginnen — im Rahmen der Mandatsgesetze, aut Grund gegenseitiger Verständigung, in Sicherheit und Frieden. Der Druck unserer verfolgten und arbeitslosen jüdischen Massen und Flüchtlinge, die über die Welt wandern, wird unerträglich. Welchen Sinn — in aller Welt — hat die Kritik, die gegen die Juden geübt wird, daß sie sich der produktiven Arbeit entziehen, und das Geschrei, sie sollten sämtliche schweren, grundlegenden menschlichen Arbeiten verrichten, die jedes andere Volk tut, wenn sie, als sie solche Arbeit begannen — ja, mit beispielloser Anstrengung, Fleiß und Erfolg begannen — gehindert werden, diese Arbeit in großem Maßstabe in dem einzigen Lande zu machen, das sich dafür eignet? Wir haben in die Weisheit der Mandatsmacht und den Gerechtigkeitssinn des britischen Volkes das volle Vertrauen, daß es möglich sein wird, die Schwierigkeiten stufenweise zu beseitigen. Hoher Kongreß! Damit der Erfolg unsere Bemühungen auch fernerhin kröne, zum Heil der Völker des Ostens, zum fortschreitenden Gedeihen eines auf produktiver Arbeit beruhenden Friedens, und damit unser Volk aus tiefem Elend Ui einem festen, einigen Ganzen emporsteige, brauchen wir vor allem Einigkeit. Wir leben in einer Zeit, die den Zusammenschluß des jüdischen Volkes gebieterisch erheischt. Am heutigen Tage, da wir in das 38. Jahr unserer Organisation eintreten, geloben wir uns in doppelter Inbrunst Treue und Verständnis, Es ist eine lange Bahn, die unsere Organisation seit der Zeit zurückgelegt hat, da sie im Hause des einen Vaters, des unsterblichen Theodor Herzl, ihren Ursprung nahm. Einigkeit gibt Stärke, nur Einigkeit schafft Werke. Der Zionismus ist dank seiner einheitlichen Organisation zu einer großen Volksbewegung geworden, weil man sich über die Parteiunterschiede hinweg die Hände reichte. Wir wollen auch fernerhin sein ein einig Volk von Brüdern, jeder treu auch seinen sonstigen Idealen, aber alle vereint in! großen, umfassenden zionistischen Ideal. Wir glauben an die Propheten Israels: sie hatten eine klare Vision von den Dingen, wie sie sich heute in Erez Israel vor den Augen der ganzen Welt abspielen. Wir haben •auch den Glauben an unsere eigene Nation. Wir glauben, daß trotz des ganzen Elends unserer Zeit der Bau des Wiederauflebens aufrecht erhalten und vervollkommnet wird, der durch Chibath-Zion in viel ungünstigerer Zeitperiode und unter harten Bedingungen in einem bedeutenden Umfange entwickelt wurde, und daß die Festigkeit und Willenskraft, die zu diesem Zwecke notwendig sind, in steigendem Maße durch Kühnheit des Unternehmens, emsigen Fleiß, Unaufhörliche Bemühungen und allergrößte Opfer das Werk sichern und der Vollendung näher bringen werden. Israel ist das älteste und zugleich — in dem Werke des Wiederaufbaues — das jüngste der Kulturvölker. Vor hundert Jahren stand Israel mit niedergeschlagenen Augen und gekrümmtem Rücken, ein Ahasver, ein Geächteter in der ganzen Welt. Jetzt steht Israel als stolzer Arbeiter, als Pionier der Zivilisation im Osten. Dieser r re Erez-Israel-Jude denkt nicht daran, die Araber oder irgend jemanden zu beherrschen. Er ist frei in seinem Handeln — er denkt und spricht und wirkt für sich allein; er genießt die Früchte seines Fleißes; er schreitet dahin auf der Bahn, die seinem Talent und seinem Geschmack entspricht; er entdeckt furchtlos die Geheimnisse der Zeit und der Natur; er gehorcht dem Gesetz, er fordert Gerechtigkeit, wenn seine Rechte verletzt sind. Und zum Schluß unsere herzlichen Wünsche für den Erfolg dieses großen Kongresses, der ein neues Zeugnis fürder! Fortschritt unserer Organisation ablegt. Basel steht als ragender Markstein in unserer Geschichte. Möge nun auch Luzern als ein Leuchtturm für die Zukunft stehen. Der neunzehnte Zionistenkongreß ist eröffnet. Der Präsident fährt sodann deutsch fort:!;h begrüße vor allem den Vertreter der schweizerischen und luzernischcn Behörden, Herrn Nationalrat und Regierungsrat Dr. W a 11 h e r, den Vertreter der britischen Gesandtschaft in Bern, Herrn Shon e, sowie den High Commissioner für die Emigranten aus Deutschland, Herrn James(!. Mac Donald, den Vertreter der französischen Botschaft in Bern, Herrn Konsui Padovan i, den Präsidenten des Nansen-Amtes in Genf, Herrn Johnson, den Präsidenten des (iroßrates des Kantons Luzern, Herrn Dr. Müller, die Vertreter des Stadtrates von Luzern, Herrn Vizepräsidenten Dr. Arnberg, Herrn Stadtrat Dr. Wey, sowie den Vertreter des großen Stadtrates der Einwohnergemeinde Luzern, Herrn Großstadtrat Wydemann- Hauser, überdies alle andereri Vertreter von Behörden und (üdischen sowie nichtjüdischen Körperschaften, die uns die Ehre erwiesen, sich heute Abend hier einzufinden. Stürmischer, sich immer wieder erneuernder Beifall dankt dem Präsidenten, und es dauert lange, bis er dem ersten Redner in der Reihe der Begrüßungen das Wort geben kann. Im Namen des eidgenössischen Bundesrates, der Luzerner Kantoiisregierung und der Stadt Luzern spricht, von lebhaftem Beifall begrüßt, Nationalrat und Regierungsrat Dr. Walther, Luzern Redner dankt für die Einladung und überbringt die Grüße der Schweizer Behörden. Er fährt fort: Die Aufrichtigkeit und die Wärme dieser Grüße wurzelt in dem Boden des Verständnisses, das dem Zionismus Vom Schweizervolk und seinen Behörden eutgegengebracht wird. Als Ihr großer Führer Theodor Herzl im Jahre 1897 aut dem erster! Kongreß in Basel seine Idee entwickelte, hat die Welt aufgehorcht. Die Ueberraschung und das Aufsehen waren gewaltiger als der Glaube an die Durchführbarkeit der Idee. Auch im Schweizer Lande befrachtete man die Idee als eine Utopie und deren Verfechter als Idealisten, die nicht mit der Wirklichkeit zu rechnen verstehen. Theodor Herzl war ein großer Seher, der aber bereits auf dem Boden der Realität stand. Seine Idee war wohl vor allem der Ausdruck seines großen Heizens und der Liebe, mit der er sein Volk umfaßte. Und doch hat er schon in Basel für die Verwirklichung seiner Idee praktische Bahnen gewiesen. Ich erinnere mich noch sehr wohl des gewaltigen Eindrucks, den das erste Auftreten Herzls in der Schweiz emacht hatte und wie alle, die ihn hören durften, vom anne der geistigen Macht, die von ihm ausging, erfaßt wurden. Ich erachte es als meine Pflicht, mich heute, da ich als Vertreter der Behörden aut dieser Stelle stehe, vor der Größe Ihres Führers Herzl, der Macht seines Geistes und seines Herzens in Ehrfurcht zu verneigen. Nicht a!1 uns ist cs, darüber mitzuberaten, was zur Ausführung des zionistischen Plans geschehen soll. Aber das steht uns wohl zu, Ihnen zu sagen, daß unsere besten Wünsche für einen glücklichen Verlauf Ihre Arbeit begleiten. Das Schweizer Volk hat jahrhundertelang für seine Freiheit und Unabhängigkeit gekämpft und ist auch heute vom unerschütterlichen Willen beseelt, sie zu bewahren. Um so mehr dürfen Sie darauf zählen, daß dieses Schweizer Volk die Sehnsucht eines anderen Volkes nach Befreiung zu verstehen und dem Kampf für diese Befreiung seine volle Sympathie entgegenzubringen weiß. Die Atmosphäre unseres Landes hat sich bis jetzt fast immer jedem großen Werke gegenseitiger Verstau diu n g als günstig erwiesen. Möge in dieser Atmosphäre Ihren estrebungen, vor allem auch den hochinteressanten sozialen Versuchen und der für die ganze Menschheit bedeutungsvollen Kulturarbeit bester Erfolg und Ihrer Kongreßarbeit reiche Frucht beschießen sein. (Lebhafter Beifall.) Der Vertreter der Britischen Gesandtschaft in Bern, Mr. Shone führt aus: In Abwesenheit des Ministers Sr. Majestät ist es für mich eine Ehre und ein Vergnügen, dieser Eröffnungs- Sitzung des XIX. Kongresses als der Schweizer Vertreter von Sr. Majestät Regierung im Vereinigten Königreich beizuwohnen, ln dieser Eigenschaft will ich mich mit dem Gruß identifizieren, den Sie von Herrn Regierungsrat Walther in seiner bewegten Ansprache gehört haben. Als Vertreter der Macht, die das Mandat in Palästina inne hat, bin ich ermächtigt worden, Ihnen die folgende per- $ ö n I i c h c Botschaft von Sr. Majestät Staatssckrethr rür die Kolonien zu entbieten: ״Es gereicht mir zu großem Vergnügen, eine Botschaft zu senden, die meine guten Wünsche für den XIX. Zionistenkongreß ausdrückt. Nach dem Mandat für Palästina hat Sr. Majestät Regierung im Vereinigten Königreich zwei gleiche und vereinbare Pflichten: einerseits in Palästina den Aufbau ey»er Nationalen Heimstätte für das jüdische Volk zu erleichtern, und andererseits die Rechte und die Stellung anderer Teile der Bevölkerung Palästinas sicherzustellen. Ich möchte diese Gelegenheit benutzen, um den Kongreß wieder der festen Absicht Sr. Majestät Regierung zu versichern, beide Pflichten zu erfüllen. Die Aufgabe verlangt einen Geist wirklicher Zusammenarbeit zwischen allen Teilen der Bevölkerung in Palästina und mit Sr. Majestät Regierung, die zu allen Zeiten bereit ist, für das Wohl der ganzen Gemeinschaft zu arbeiten.“ Herr Präsident, meine Damen und Herren, ich wünsche Ihnen allen Erfolg in Ihren Beratungen, und ich hoffe, daß Aus der Haftara für Schabbat, 24. August 1035 Ach, ihr Dürstenden alle, kommt her zum Wasser! auch wer kein Silber hat, kommt, ermarktet und eht 1 ja, kommt her, ermarktet - für Silber nicht, nicht iür Geldwert — Wein und Milch I Warum wögt ihr Silber hin für Nichtbrot, eure Mühe für Niditsfittigendes?! hört nur, höret auf mich, daß ihr Gutes zu essen habet, eure Seele am Mark sich erquicke! Neigt eure Ohren, kommt her zu mir! hört, da& auf lebe eure Seele! Jeschajahu SS, 1 — 3 Verdeutscht von Martin Buher der ruhige und freundliche Einfluß Ihrer Umgehung Ihnen Hilfe und Inspiration in Ihrer Aufgabe bringen wird. (Lebhafter Beifall.) Im Namen des Rates der Hohen Kommission für Emigranten spricht, sehr warm begrüßt, der High Commissioner des Völkerbundes, James 6. MacDonald der seiner großen Genugtuung darüber Ausdruck gibt, was die Zionistische Organisation und die anderen Körperschaften, die in der Jewisli Agency vereinigt sind, für die Juden aus Deutschland geleitet haben, die nach Pa- I äste na gegangen .sind. In dieser Zeit, wo sieh die Tore fast aller Länder, der größten wie der kleinsten, gegen jede Einwanderung nahezu vollkommen verschließen, sei es eine ungeheure Sache, daß Palästina imstande war, d r e i ß i g - tausend j 11 d e n a 11 s I) e w t s c h I a n d eine Heimat zu gehen, lind heute sei Palästina eine Hoffnung für Zehntausende, ja für Hunderttausende von Juden in Deutschland, Polen und anderwärts. Fis sprechen ferner Stadtrat Erlanger für den Schweizerischen Israeiit. Gemeimlehuud, Dr. Marcus Cohn für die Schweizer Zionisten, Neville Laski für den Board of Deputies of the Britisl! Jewish (die üesamtorganisntion der englischen Juden). Sodann verliest der Präsident aus der großen Menge der eingclaufencri Begrüßungsschreiben den Brief von Lloyd George, ferner einen des Britischen parlamentarischen Komitees für Palästina, des Oberrabbiners von Palästina, Raw K u k, sowie des Bürgermeisters von Tel-Awiw, M. Diz. eng o f f. Die Begrüßungen finden herzliche Aufnahme. Es folgt hierauf die große Rede des Präsidenten S o - kolow: ״Die Lage des jüdischen Volkes und der Z i o n i s m u s“. Sokolows Referat Ueber die Lage der Juden ואוו In seinem mehr als lJAstiindigen Referat, das nur ein Auszug aus dem im Manuskript vorliegenden großen Elaborat ist, erörtert Sokolow die Lage der Juden in Deutschland, Polen, Oesterreich, Ungarn, Rumänien, Türkei, Algier, Persien, Afghanistan, Buchara, England, Südafrika und anderen Ländern. Am Beispiel zweier wichtiger Teile des jüdischen Volkes in Europa, der Juden in Deutschland und Polen, zeigt der Redner die Galuthtrag ö d i e des Judentums, auf die der Zionismus die Antwort gibt. Einleitend erklärt er, der Zionismus denke nicht daran, die inneren Angelegenheiten eines Staates zu kritisieren. Die Güt.i«; a״!,,» ter, um die der Zionismus ringt, seien von viel zu hohem Werte, als daß sie als Einsatz beim Würfelspiel einer fremden Tagespolitik zur Erreichung vorübergehender Vorteile mißbraucht werden dürften. Wenn wir aber über Antisemitismus sprechen, so hat dies seine natürliche Ursache in dem Instinkt der Notwehr. Kein Ehrenmann, welcher Nation immer, würde es verstehen, wenn wir unsere Ehre, wo sie angegriffen wird, nicht verteidigen. An Hand eines historischen Rückblicks über die antisemitisehe Bewegung in Deutschland weist Sokolow darauf hin, welche viel schärferen Formen heute gegenüber früher auf der Tagesordnung sind. Dies gilt einerseits von dem Rassenprinzip, das in Deutschland in die Gesetzgebung eingegangen ist, andererseits von der Schwierigkeit, im ökonomischen und gesellschaftlichen Leben als Jude Fuß zu fassen; der jungen Generation, die arbeiten will, sind die meisten Wege verschlossen. Redner bekennt sich zu der schon von Jesaja verkündeten Idee des Weltfriedens, der aber auf das gegenseifige Verhältnis aller Völker und Rassen, die in gegenseitiger Achtung nebeneinander wohnen, — angewandt werden müsse. Auf die Frage des allgemeinen Status der Juden eingehend, erklärt der Redner, die Aufrechterhaltung der Gleichberechtigung sei eine Existenzfrage für die Juden aller Länder. Zionismus sei keine Antithese der Gleichbercchtigung. Ein entrechtetes Ghettojudentum würde nur ein Ghetto aufbauen können, nur freie Menschen können ein echtes Nationalhcim aufbauen. Und da cs immer eine jüdische Diaspora geben wird, sei eine Grundlage des Zionismus die Sorge um das ganze Jüdische Volk. Indem der Zionismus neue große Möglichkeiten für jüdische Auswanderung schafft, bereitet er eine konstruktive Antwort auf den Antiscmi.bmris und eine neue Epoche der jüdischen Geschichte vor. Anschließend kommt Sokolow auf die Lage der Juden in Polen zu sprechen. Er schildert die Not der jüdisehen Bevölkerung, die in ihrer Mehrheit am Abgrund der Erwerbslosigkeit steht, den Niedergang der alten Handwerkerklasse und des Mittelstandes, der Handel und Industrie betreibt. Um so bewundernswerter sei der Opfersin!! des polnischen Juden nicht nur gegenüber seiner Gemeinde und seinen Verwandten, sondern insbesondere auch gegenüber den nationalen Fonds. Die Auswanderung nach Erez. Israel erscheint vielen als einzige Aussicht. Die Gleichberechtigung sei in Polen zwar in der Theorie verfassungsmäßig vorhanden, zugleich aber wachst die Not und damit der Antisenritisinus. Wir müssen unsere Brüder in Polen vom Untergang reifen. Der Zionismus tut seine Pflicht tuul hat eien Löwenanteil an der Hilfe für elie Judenschaft Polens. Aber diese Hilfe muß noch vergrößert werden, wobei alle jüdisehen Organisationen der Welt und auch der polnische Staat selbst mitwirke!! müssen. Anschließend vermittelt Sokolow noch eine knappe Dar- Stellung der Lage der Juden in den uhi igen Feilen der Welt, wo sie sich großenteils ebenfalls mehr und mehr verschlinirnert hat, um in seinen Schlußworten zum Ergebnis zu gelangen, daß die Not der Juden nicht anders als durch den Zion ismtrs gelöst werden kann. Nur die ungeheure Spannkraft eines Volkes, dem das scheinbar Unmögliche der Ansporn zu kühneren Taten ist, kann wirksam helfen. Hierfür bedarf es aber einer straffen Zusammenfassung imd eines Sicheinfüge ns in einen n a t i o n a 1 e n I d e a 1 i s in u s, der nur durch den Zionismus wachgerufen werden kann. Die Trage, ob der Zionismus die Lösung der Judenfrage bedeutet, müsse bejaht werden. Und welcher Jude immer Zionist, d. 11. seiner inneren moralischen Freiheit bewußt wird, kann den Ketten, die ihn drücken, nicht erliegen. * Der Kongreß spendet Präsident Sokolow lang auhalten de n Beifall und stimmt stellend die Hatikwah an. Beim Hinausströmen aus dem Kongreßgebäude überrascht ein unvergeßliches Bild alle Teilnehmer: 111 der hellen Bcleuchlung der Scheinwerfer und des illuminierten Springbrunnens tanzen Chaluzim in ihren blauen Blusen die Horrah, das arbeils- und hoffnungsfrohe Lied des neuen jüdischen Palästinas. Die zweite Sitzung Mittwoch, 22. August, vorm. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Präsidenten Sokolow werden einige weitere Begrüßungen verlesen. Der Präsident des Kongreßgerichtes Gronemann erstattet den Bericht über die W a 111 r e s u 11 a t e. Am Schlüsse seiner Ansprache gibt er bekannt, daß 455 Delegierte gewählt wurden, hierzu treten noch 11, die auf Weltwahllisten gewählt sind, so daß der Kongreß aus 466 legal gewählten Delegierten besteht. Es folgt das Referat des Mitglieds der Exekutive, David Ben Gurion.