Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 68 (23.8.1935)
- Date
- 1935-08-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 68, 23. VIII. 1935 Gleichberechtigung als solche, müssen wir auch sagen, daß der spezifischen Lage in Deutschland, wie sie sich nun einmal entwickelt hat und als geschichtliche Realität vor uns steht, mit so abstrakten Formein, die die tatsächlichen Verhältnisse nicht mit berücksichtigen, nicht beizukommen ist. Aber es ist schwer zu fordern, daß ein nicht in Deutschland lebender Jude, der zudem die Bedürfnisse und Empfindlichkeiten der Judenschaften aller Länder zu berücksichtigen hat, dieses vor den Juden Deutschlands stehende Problem in seiner wirklichen Gestalt erfaßt und erörtert. Im ganz.en muß inan sagen, daß Sokolow sich mit Takt und Würde der schwierigen Aufgabe entledigt hat- Ist doch der Zionistenkongreß das einzige jüdische Forum, das sozusagen quasi ״staatspolitische“ Haltung zu wahren hat, und nichts ist selbstverständlicher, daß hier eine andere Sprache geführt wird als in Volksversammlungen, die keine spezifische Verantwortung tragen. Zudem weiß der Zionismus — und gerade in diesem Wissen besteht sein Wesen —, daß nicht eine ״Bekämpfung des Antisemitismus“, sondern nur eine gründliehe Aendcrung der Lage der Juden die Probleme der Judennot bewältigen kann. Die Arbeit beginnt Die Delegierten des Kongresses haben einen Bericht der Exekutive in Form eines gedruckten Buches von 470 Seiten erhalten, wozu noch ein Supplement über die politische Arbeit in Palästina kommt. Außerdem erhielten die Kongreßteilnehmer ein besonders interessantes Dokument, den gleichfalls in Buchform vorliegenden Bericht der Abteilung zur An Siedlung von Juden aus Deutschland — innerhalb der palästinensischen Exekutive kurz die ״Deutsche Abteilung“ oder ״Zentralstelle“ genannt. Aus diesem Bericht, dessen palästinensischer Teil in der ״Jüdischen Rundschau“ bereits besprochen war (siehe Nr. 65), ist zu ersehen, welche Fülle von Kleinarbeit unter der Leitung von Dr. Georg Landauer in Palästina geleistet wurde. Es interessiert selbstverständlich vor allem die Delegation aus Deutschland, aber es ist kein bloß ״landsmannschaftliebes“ Interesse, daß diese Abteilung bestehen bleibt und womöglich ihre Arbeit noch ausdehnen kann, da die Juden aus Deutschland in Palästina dringend der Führung und Unterstützung bedürfen. Da der Bericht gedruckt vorliegt, bedarf es keiner gesprochenen Berichte. Der erste Arbeitstag des Kongresses ist den Programmreferaten der Exekutive gewidmet. Vor allen Spezialreferaten steht die umfassende Rede Ben Gurion,s, der seine Vision des Zionismus in überaus eindrucksvoller Weise dem Kongreß vorträgt. Daß er jiddisch spricht und nicht hebräisch, ist eine Anomalie, eine Konzession an die Galuth, denn noch immer beherrschen nicht alle Delegierte die hebräische Sprache. Ben Gurion spricht mit dem ihm eigentümlichen Pathos, in kurzen, laut hervorgestoßenen Sätzen. Die Ziele, die er proklamiert, sind: ein beschleunigtes Tempo und eine Vergrößerung des Maßstabs des Palästina-Aufbaus, eine Sammlung aller Kräfte des jüdischen Volkes für diese Aufgabe und schließlich eine richtige Volksorganisation, aufgebaut auf dem Gedanken der Volkseinheit. Ben Gurion beschreibt die ungeheure Weltkrise, die nun schon zwanzig Jahre andauert und das Angesicht der Welt verändert hat und stetig weiter verändert, so daß niemand vorhersehen kann, wie diese Welt in einigen Jahrzehnten misseben wird. Die Existenzfrage des jüdischen Volkes ist in einer Schärfe gestellt, wie noch niemals in der Geschichte, und wir antworten mit dem ungeheuren Wagnis des Zionismus, wozu nur der das Recht hat, der ungeschminkt allen Schwierigkeiten ins Auge sicht und dann trotzdem den eisernen Willen zur Vollendung des Werkes bekundet. Ben Ourion entwirft ein m a x i m a 1 i s t i s c h e s Programm. Nach ihm meint der Zionismus nicht teilweise Erlösung des jüdischen Volkes, sondern die vollständige Erlösung des jüdischen Volkes in buchstäblichem Sinn. Als nächstes Programm stellt er die Forderung, eine Million jüdischer Familien in Palästina anzusicdcln, wovon ein Drittel auf dem l ande wohnen muß. Diese Ansiedlung soll keine Verdrängung der bisherigen Bevölkerung sein, sondern sie wird möglich durch Erschließung neuen Bodens. Ben Gurion spricht von Palästina als von dem Land der zwei Meere, er sieht eine besonders große Zukunft für die heute noch völlig öde, unbewohnt und herrenlos daliegenden Bodenstrecken im Süden bis zum Roten Meer. Das Rote Meer verbinde Palästina mit dem ungeheuren asiatisehen und afrikanischen Hinterland. Im zweiten Teil des Referates gibt er sein Programm der ״nationalen Einheit“. Es ist bemerkenswert, gerade von einem Arbeiterführer, den inan gelegentlich einer ״Klassenkampf“-ldeologie bezichtigt hat, das Postulat der Ueberwindung der Klassen und der Klassen- Ideologie zu hören. Ein feiner Zug in Ben Gurions Referat war es, als er an Ussischkins Wort bei der Züricher Oründungssitzung der gemischten Agency 1929 erinnerte: es beginne nach der Epoche der Chibbath Zion (Pinsker) und der Epoche des politischen Zionismus (Herzl) eine neue, dritte Epoche unter der Führung Dr. Welzmanris, eine Epoche der Sammlung der gesamten Kräfte des Volkes für Erez Israel. Diese Hoffnungen, die man damals in die Agency setzte, haben sich nicht erfüllt. Ehe Aufgabe der Sammlung steht noch vor uns. Vielleicht, so dachte mancher der Kongreßteilnehmer, wird sich jetzt das Wort Ussischkins erfüllen, vielleicht kommt jetzt eine neue EpocheWeizmann. Denn Weizmanns Figur überschattet den Kongreß, und alle Erwartungen sind auf ihn gerichtet, der, als er am Mittwoch kurz, vor Ben Gurions Referat zum erstenmal den Kongreßsaal betrat, mit lebhaftem Beifall begrüßt wurde. Und am Nachmittag desselben Tages wird Weiz- Die Eröffnungssitzung Dienstag abend fand die feierliche Eröffnung des XIX. Zionistenkongresses statt. Den ganzen Tag über herrschte bereits im Kongreßgebäude, dem gefälligen, klar gegliederten Bau des Kunsthauses, und in seiner Umgebung reges Treiben. Ueberall Gruppen von Delegierten, Besuchern, Schlachtenbummlern, lebhaft bewegt, einander herzlich begrüßend oder zuwinkend. Nach 8 Uhr abends begann der Einlaß ins Gebäude. Immer stärker wurde der Strom der Gäste und Delegierten, und bald war der große Kongreßsaal dicht gefüllt. Unter Zuschauern wie auch unter Delegierten ist viel Jugend zu sehen. Uni 8.50 Uhr betritt der Leiter des Kongreßbüros, Dr. Franz Kahn, den Saal und führt drei kräftige Hammerschlage. Es wird still, alles verharrt erwartungsvoll auf den Plätzen. Die Exekutive, geführt vom Präsidenten Sokolow, betritt das Podium. Aus dem eben noch stummen Saal bricht ein Beifallsorkan. Delegierte und Gäste erheben sich und bereiten der Exekutive stürmische Ovationen, die minutenlang andauern. Von seinem Platze aus blickt Präsident Sokolow gerührt auf die begeisterte Menge, dann aber beginnt er mit fester, klarer Stimme seine Eröffnungsrede Hochgeschätzter Kongreß! Hochgeschätzte Mitglieder und Ehrengäste! Ich heiße die Versammlung willkommen und habe die Ehre, ihnen einen begeisterten Sclialom-üruß zu entbieten. Die einleitenden Worte, die mir zu sprechen obliegen, ich kann sie seihst nicht besser einiciten, als indem ich meiner Freude über einen so großen Kongreß Ausdruck gebe. Das ist für unsere Organisation und für unser Volk ein großer Tag. Die Blicke aller Juden der Welt sind heute hierher gerichtet, wo die Delegierter! einer Million jüdischer Wähler versammelt sind, um Rat zu halten, was zu tun ist in diesen schweren Tagen der Leiden. Noch nie hat eine so zahlreich beschickte jüdische Tagung stattgefunden. Bedeutungsvoller, schwerwiegender war selten ein Zionistenkongreß als der gegenwärtige. Sokolow gedenkt dann der Anfangszeiten des Zionismus und der Zweifel, mit denen er zu kämpfen hatte, und fährt fort: Man begeisterte sich für eine schattenhafte Idee, eine Heinjstätte, .״anzustreben“, und man besang ip. einer geographischen ״Licentia poetica“ die Zeder, die ״schlank die Wolke küßt“. Von anderer Seite sah inan in uns Zionisten — Abtrünnige, Zerstörer. AH das ist jetzt in ruhigeres Fahrwasser gekommen. Aut beiden Seifen ist eine Ernüchterung eingetreten. Im Laufe der letzten zwei Jahre fehlte es nicht in unseren eigenen Reihen an Zweifelsüchfigeii. Diese N’cunmalweisen haben den Glauben an die Dauerhaftigkeit dessen, was sie als pure Empfindelei bezeichnetcn, aufgegehen. In ihrer Skepsis vermuteten sie, daß die Kette des nationalen Idealismus, die uns Zionisten Zusammenhalt, zerbrechlich sei, sie glaubten, diese Kette könne nicht einmal einer leichten Anstrengmig standhalten. Manche Pessimisten äußerten ihre Bedenken in der Oeffentlichkeit, zum Beispiel, es sei widersinnig, zu erwarten, daß irgendeine Judenschaft bereit sei, ihre Beiträge für unsere Fonds fernerhin in freigebiger Weise zu entrichten. Besonders entwickelte sich diese Schwarzseherei in bezug auf unsere Brüder in den entfernten Weltgegenden, von denen man annahin, sie Hürden es sich in dieser Zeit der Bedrängnis versagen, am Wiederaufbau Erez Israels wacker mitzuarbeiten. Das Aufbauschen vorübergehender Irrungen und Wirrungen, Verstimmungen und Mißverstundnisse in Erschütterungen und Konflikte mochte den Gedanken nahelegen, ein großer Zionistenkongreß sei überhaupt eine überwundene Illusion. Unsere Zweifetsüchtigcn haben einen großen Mangel an Einbildungskraft an den Tag gelegt. Die Million Schekalim und der gegenwärtige grandiose Kongreß sind ein Dolchstoß gegen die Zweifeisucht an der eigenen Kraft. Taten reden lauter als Worte. Auch außerhalb unserer Organisation sind die Beziehungen anderer jüdischer Volkskreise ganz anders geworden, als sie während der ersten Kongresse gewesen sind. Kein Jude denkt jetzt daran, Erez Israel preis/ugeben und so den Faden chirehzuschneiden, welcher das jüdische Volk mit seiner!()()(!jährigen Vergangenheit verknüpft. Seit unsere Formel Wirklichkeit ward, sind die W i r k 1 i c h k e i t s m e n s c h e n uns, d en Dichtern u nd Träumern von gester n, näher gerückt. Wir empfangen sie brüderlich, mit offenen Armen, wir wollen zusammen schaffen und bauen, indem wir unsere!! Kernpunkt, das Ideal unserer Wiedergeburt, um so geflissentlicher einer Verwirklichung näherbringen. Eine wechselvolle und ereignisreiche Zeit ist es, die heute an unserer Erinnerung vorbei zieht, W'ohl hat jedes Werden, auch das eines Volkes, Momente, wo cs für die meisten gar nicht wahrnehmbar ist von der letzten Kongreßperiode wird dies niemand behaupten können. Während dieser Periode gab es /ormarsch auf der ganzen Linie .. oüentativ, rcklanichaft, mit hochtrabenden Phrasen, die zu nichts verpflichten, oder mit Versprechungen ohne Substanz und Bürgschaft, sondern durch wesentliche Leistungen überaus merklich und kontrollierbar. Neues Leben zeigte sich überall. Die Konsolidierung unserer Ackerbausiedlung am dem Boden des Jüdischen Nationalfonds schritt geradezu drängend vorwärts. Neue Anlagen, Gärten und Feldwirtschaften mit Vieh- und Geflügelzucht reihen sich, in intensivem Aufschwung begriffen, an die a!'.an deren Entwicklung und Leistungsfähigkeit der Keren Hajes so d unablässig und opferfreudig arbeitete. Ueberdies sind wir durch die Erwerbung der H uie-Kon- Zession an ein großes, zivilisatorisches Unternehmen herangetreten und haben ein neues Gebiet für jüdische Pionierarbeit am Meromsee erschlossen. Mit Bewunderung beobachtet die * ׳׳ß!'!nvelt den raschen Aufschwung Ire.׳ Israels in materieller und geistiger Entwicklung. Unsere Pioniere sind in dem mann mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten des Kongresses gewählt. Es ist ein Amt, das er noch nie bekleidet hat, und das ihft in viel engerer Weise als je zuvor mit dem Kongreß verbindet. Daß mehrere Gruppen sich von dieser Kundgebung ״nationaler Einheit“, die diese Wahl sein konnte, ausschlossen, zeigt, wie sehr das Parteiwesen noch triumphiert. Aber sei es drum, — niemand kann leugnen, daß sich an Weizmanns Person heute große Hoffnungen knüpfen. Etnek vorgedrungen, der noch im Jahre 1920 eine öde, pfadlose Wüste war. Während der letzten zwei Jahre haben sie den alten Scharon mit blühenden Gärten bedeckt. Die großen, bahnbrechenden Unternehmungen der Elektrizität und des Toten Meeres stellen dem Lande ihre Arbeitskraft, ihre Intelligenz und ihr Kapital zur Verfügung und tragen dazu bei, die natürlichen Reichtiimer des Landes zu erschließen, die Bodenschätze zu heben und zu mehren, neue Industrien zu fördern. Im Laufe der letzten zwei Jahre haben sie ihr Arbeitsgebiet ausgedehnt. Die Einwanderung jüdischer Arbeit und jüdischen Kapitals hat ungeheure Fortschritte gemacht. Gegen 100 000 Juden haben wir ins Land gebracht. Tel-Awiw ist eine Großstadt geworden. Die Herzen schlugen hoch, als auf dem Platze, wo sich noch vor 26 Jahren eine wüste Sandbank binzog und wo jetzt die erste moderne, rein-jüdische Stadt in ihrem Glanze prangt, 30 Nationen zum zweiten Male sich ein Stelldichein gaben für einen friedlichen W ettbewerb der I 11 d 1! s t r i c 11. Im Mittelpunkte dieses Wettbewerbes glänzten die überraschenden Leistungen jüdischer Arbeit. Gekrönt wurde diese Ausstellung durch das zur Tradition gewordene sportliche Friedenstest unseres wackeren Makkabi. Je mehr Licht, Ordnung und Wohlstand sicli in dieser Weise entwickelt, desto selbständiger und freier wird die nationale Heimstätte sei». Ohne zielbewußte Kleinarbeit auf allen Gebieten können auch die letzten Ideale nicht zum Siege geführt werden. Die Ktilturaufgaben des Zionismus sind noch wichtiger als der materielle Fortschritt. Die sittlichen und geistigen Werte des Zionismus haben auf das geistige und intellektuelle Leben unseres Volkes einen heilbringenden Einfluß ausgeübt. Sie haben die Nicdergcschlagcnen aufgerichtet, die Gedemiitigten ermutigt, sie flößten ihnen Selbstachtung ein, sie machten sie stolz, auf ihre Vergangenheit und furchtlos gegen ihr Schicksal. Sie retteten das Judentum. Die größte Errungenschaft ist die Wiederbelebung der Sprache der Bibel in Erez Israel. Das ist das größte Wunder der jüdischen Geschichte in unserem Zeitalter. Dieses Werk muß entwickelt und vertieft werden. Wir müssen das hebräische Wort noch mehr verbreiten, als es bis jetzt der Fall war. Denn Wort ist Kraft — und Kraft ist Tat. Wir hoffen zuversichtlich, daß der Kongreß den Aufgaben und Problemen des Kulturzionismns nicht nur seine von Sympathie erfüllte Aufmerksamkeit, sondern auch seine Mittel nach Maßgabe des Möglichen widmen wird. Die hebräische Literatur ist dem Zionismus vorangegangen, der Hauch der nationaljüdischen Idee ist von ihr gekommen. Sie war die Quelle, und zu dieser Quelle müssen wir zurück. Die Hebräische Universität, diese Krone unserer hebräischen Kultur in Erez Israel, hat das Fest des zehnjährigen Bestehens gefeiert und auch dc-n Grundstein zum Bau einer medizinischen Fakultät gelegt. Das unter Dr. Weizmanns Direktion stehende Daniel-Sieff-Forschungs-Institut in Rechoboth und die neue Ackerbauschule am Tabor, die aus dem Kadoorie-Legat errichtet wurde, reihen sich würdig an die früheren Institute an. Unser Schulwerk beschäftigte uns und wird uns noch lange beschäftigen. Ohne Rast, aber ohne Hast soll dieses große Werk im Einvernehmen mit unseren Geistespioniereii, den hebräischen Lehrern, und mit dem Waad Leumi ausgebaut werden. Jedoch die großen Probleme der nationalen Erziehung und der Kultur lassen sich nicht mit einem Schlage, nicht mit jener Raschheit lösen, an die sich unsere rasch lebende Zeit jetzt durch den unaufhörlichen, hastenden Fortschritt auf vielen anderen Gebieten gewöhnt hat. Für kulturelle Arbeiten und vor allem für die Er/iehungsfrage liegt /.wischet! Beginn und Vollendung ein weiter Weg, ein Weg, der ernste, mühevolle Arbeit bedeutet. Und so können auch unsere, diesem Ziele gewidmeten Bestrebungen nur einen Anfang, eine Inangriffnahme, das Betreten einer neuen Bahn bedeuten. Die Förderung der nationalen Erziehung ist für unsere Organisation nicht bloß ein Recht, sondern auch eine heilige Pflicht, und dieser darf sie sich selbst dann nicht entziehen, wenn die Durchführung in lobenswerter Weise vom Waad Leumi übernommen wurde. In den finanziellen Angelegenheiten haben wir unser Haus in Ordnung gebracht, «achdem wir durch ruhige, produktive und systematische Arbeit dem Zionismus das Ansehen der Welt errungen hatten. Wir waren bemüht, die segensreiche Tätigkeit des Nationalfonds zu fördern, und habe« dem Keren Hajessod, dessen eminente Wichtigkeit unbestritten feststeht, unsere Kraft zur Verfügung gestellt. Nur mit Hilfe dieser beiden Fonds war es möglich, die Fortschritte zu machen, die wir erwähnt haben. Denn während das ״ceterum censeo“ des Nationalfonds ״mehr Boden, inehr Grundeigentum!“ lautet, so lautet das des Keren Hajessod: ״Mehr Pioniere, mehr Menschen!“ Nur durch beide w׳ird die Saat ausgestreut, die hundertfältige Früchte tragen wird. Noch dräuen Klüfte, noch starren Felsen von Hitider• nissen, noch fordern wir eine viel größere und freiere Alijah, noch stoßen wir aut Schwierigkeiten, noch haben wir tausend Klagen gegen äußere und innere Mißständc, noch drohen uns Gefahren. All dem gegenüber lautet unsere Parole: Quaridmfime! Nicht um eines Haares Breite wird die Zionistische Organisation vor! der Bahn abweichen, die sie endlich zum Ilaiiplseliriftlcitcr: Dr. Robert W e 11 s c h, Berlin -Charlottenburg 9. Stellvertreter: Kur! I, 0 e w c n 5 t c i n, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Hermann Finn, Bcriin-Tempelhof. Gültig: Anzeigen• Prcidistc 2 vom 1. Januar 1935. Verlag und Aiizcigenverwahiing: Jüdische Rundschau, Bei!in W15, Meinekestraßc 10. D.-A. Juli 33 807. — Druck: •Siegfried Schalem, Berlin. Schöneberg. Der Verlauf des Kongresses