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Jüdische Rundschau · 1935-08-16 · Heft 66 (16.8.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 66 (16.8.1935)
Date
1935-08-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÖDISCHE RUNDSCHAU Nr. 66, 16. VIII. 1935 Sokolows Kongreß-Prognose sich der Zionismus auch durch das Erlebnis des Antisemitismus nicht beirren lassen. Zu Herzls Zeiten gab es int zaristischen Rußland Ausnahmegesetze Iegen Juden und zeitweise schwere Judenverfolgungen; das Los ihrer jüdischen Brüder in Rußand war für alle Juden die schwerste und drückendste Sorge. Manche Juden hielten damals bloß Anklagereden gegen Rußland; das war für die, die außerhalb Rußlands lebten, verhältnismäßig leicht. Ganz anders der Zionistenkongreß. Der Zionistenkongreß nahm die Schilderung der Lage der Juden in Rußland mit tiefem Ernst zur Kenntnis, aber seine Sorge entlud sich nicht in Angriffen gegen Rußland oder überhaupt gegen eine auswärtige Macht. Die Kenntnis der Judennot führte den Zionismus zu einer Analyse der Lage der Juden und zu dem Entschluß, eine große Aktion zur Acndcrung der jüdisehen Lebensbedingungen durch den Aufbau des jüdischen Volkstums cinzuleiten. Hierbei mußte jeder politische Faktor als Realität genommen werden: Herzl fuhr nach Petersburg, um mit der antisemitischen Regiermig des Zaren wegen Unterstützung des Zionismus zu verhandeln. Heute hat der Zionistenkongreß wieder eine äußerst schwierige Lage zu meistern. Wieder sind Teile der jiidischcn Gesamtheit in einer Lage, die das Verbleiben in ihren gegenwärtigen Wohnsitzen, wo noch die Väter der jetzt lebenden sich auf (irund einer oft Jahrhunderte zurückreichenden Verbundenheit ganz sicher gefühlt hatten, unmöglich macht. Vor vierzig und fünfzig Jahren, zur Zeit der russischen Judenbedrängnis, gab es noch die Möglichkeit einer Auswanderung nach Amerika; heute ist das ein/ige Ventil eine Auswandenmg nach Palästina. Es ist ein glücklicher Umstand, daß das Jüdisehe Nationalheim so weit ist, um in dieser Krise Massen von Juden aufnehmen zu können, wenn nur die erforderlichen Kräfte und Mittel von den Juden bereitgestellt werden, und wenn die politische Weisheit, Besonnenheit und der Weitblick der Führenden es ermöglichen. Wir verhehlen uns nicht, daß schwere psvehologische Schwierigkeiten vorhanden sind. Die Zionisten stehen inmitten einer jüdischen Welt, die in den letzten vierzig Jahren sich stark aktiviert hat, und in manchen Ländern mit intensivem jüdischem Leben unteriiegen die Zionisten der dortigen öffentlichen Meinung, die nicht durchaus auf dem Boden der zionistisehen Grunderkenntnisse stellt. Diese Kreise glauben, durch Proteste oder sonstige K a m p f m a ß n a 11 in e n, die sie gegen eine antisemitische Haltung einleiten, der Judenfrage beizukommen. Der Zionismus glaubt nicht an solche Methoden. Die einzige Antwort, die der Würde des jüdischen Volkes entspricht, ist der Aufbau des Nationallieims. Dem Ziel der Förderung des Jüdischen Nationalheims ist alles andere unterzuordnen, und alles, was davon ablenkt, was nur die billige Genugtuung gibt, seinem Herzen Luft gemacht zu haben, alles, was dadurch das eigentliche Ziel beeinträchtig!, ist abzulelmcn. Was uns alle tief bewegt, ist die Judennot, wo immer sie sich zeigen mag. Aber der Zionismus treibt keine andere Politik als die auf den Aufbau des Jüdischen Nation a 1 h e i m s in Palästina gerichtete; er hat stets die Tatsache respektiert, daß seine Anhänger zugleich Angehörige verschiedener Staaten sind. Der Zionismus darf nicht den ihm wesensfremden Tendenzen nachgehen, sondern er muß die anderen Juden davon überzeugen, daß nur eine konstruktive Antwort durch Aufbau des Nationalheims sinnvoll und Wirkung»- voli ist. Der Zionismus beschäftigt sich nicht mit der Haltung der anderen Volker, sondern des jüdischen Volkes. Wie besteht das jüdische Volk die große Prüfung dieser historischen Stunde? fn erster Linie ist der Zionistenkongreß verantwortlich für die jüdische Arbeit in Palästina. Wir alle wissen, daß die gewaltige Einwanderung der letzten Jahre viele ganz neue Probleme gebracht hat, die wir in diesem Ausmaß früher nicht kannten. Weizmann hat in seiner Rede bei der letzten A.-C.-Sit/tin״ in Jerusalem (deren Protokoll in hebräischer Sprache soeben in Buchform erschienen ist) die Formel gebraucht: ״Rettung oder Erlösung?“. Wollen wir vor allem die ״Rettung“ (Hazalah) vieler einzelner Juden, die irgendeine Zuflucht suchen, oder wollen wir eine ״Erlösung“ (Geulali) des jüdischen Volkes? Es ist klar, daß die Alternative nicht so streng gestellt ist, denn es könnte sein, daß wir durch ״Hazalah“ zur ״Gculah“ kommen. Aber trotzdem ist für das zionistische Denken dieses dialektische Gegensatzpaar unerläßlich. Denn so sehr wir viele einzelne Juden retten wollen, dürfen wir doch nie vergessen, daß der Zionismus mehr ist, und daß er auch die ״Rettung“ nicht vollbringen wird, wenn er nicht das Ziel der ״Erlösung“ vor Äugen hat. Trotz der Prosperität Palästinas (die auch nicht ewig bleiben wird) kann er materiell den Einzelnen nichts bauerndes bieten, wenn nicht gleichzeitig die Seelen der Mensehen gewandelt werden, so daß sie — auch in materieller Beziehung — anders denken als bisher und andere Lebensideale haben. Einzelne Menschen mit ihrer Not dürfen wir, um sie zur retten, nach Palästina verschleppen, aber die Lebensideale der Galuth dürfen wir nicht nach Palästina verschleppen. Und wir sehen heute schon eines der wunderbarsten Phänomene: daß nämlich umgekehrt die Lebensideale Palästinas auch auf die noch im Galuth lebenden Juden übergreifen und sie »Engere Zusammenarbeit“ In einem der Jüd. Telegr.-Agentur gewährten Interview über den Kongreß erklärte der Präsident der Zionistischen Organisation, So ko low: Diejenigen, die einen stürmischen Verlauf des Kongresses erwarten, werden eine schwere Enttäuschung erleben. Das Ansehen des Kongresses wurde in der letzten Epoche dadurch arg entstellt und verdunkelt, daß gewissen erregten Auscinandersetzungcn über Gebühr Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ich erwarte nicht nur einen großen, ergreifenden und farbenreichen Kongrell mit stärkster Wirkung, sondern auch, daß er den Stempel von Ruhe und Würde tragen wird. lieber die Frage einer Koalitionsexckutive äußerte sich Sokolow folgendermaßen: Es ist unmöglich, eine offizielle Meinungsäußerung zu diesem. Punkt zu geben. Was jedoch rein persönlich und unverbindlich gesagt werden kann, betrifft die Richtung der in der Bewegung vorherrschenden Tendenz. Innerhalb aller Parteien gewinnt der Gedanke Raum, daß Zion i s nt 118 keine Partciangclegenheit ist, sondern daß alle Parteien, die den Glauben an ein jüdisches Palästina und den Willen, daß es geschaffen werde, haben, in gleichen! Maße darauf bedacht sein sollten, an der Arbeit entsprechend teilzunehmen. Unter diesem Gesichtspunkt wird die Frage einer Koalition zweifellos sorgsam erwogen werden, jedenfalls wird der Kongreß, mit oder ohne Koalition, darauf bestehen, daß es zu einer engeren Zusammenarbeit der verschiedenen Parteien kommt. Auf eine Frage, betreffend die Meldungen, denen zufolge der Kongreß beschließen werde, künftig nur alle vier statt in jedem zweiten Jahr zu tagen, antwortete Sokolow, es sei ihm offiziell von einem solchen Plan nichts bekannt; unter gewissen Bedingungen sei jetloch jedermann berechtigt, Vorschlage irgendwelcher Art vor den Kongreß zu bringen. Die Vorkonferenzen Luzern, 15. August (tel.) (Sonderdienst der ״Jüdischen Rundschau“) Die Vorbereitungen zum Kongreß sind in vollem Gange. Luzern bietet schon jetzt das Bild einer richtigen Kongreß- Stadt. Die Stadt ist voll von Delegierten aus allen Ländern, insbesondere sind die meisten Palästinenser bereits eingetroffen. Auch die Beratungen haben bereits begonnen. Die Konferenz, des Keren Kajemeth wurde mit einer großen Rede von Ussischkin eingeleitet, der auf die Bedeutung der Bodenfrage für das ganze jüdische Aufbauwerk hinwies und betonte, welche Möglichkeiten für Bodenerwerb gerade im jetzigen Moment bestehen, weiui die Mittel beschallt werden. Auch die Konferenz der Palästina-Aemtcr, die über die Probleme der Wanderung, der Zertifikats-Verteilung, Hachscharah und die Menge der technischen und praktischen Probleme zu beraten hat, arbeitet schon. Im weiteren Verlauf der Keren Kajemeth-Konfercnz sprach Berl Kaznelson über den Zusammenhang zwischen Keren Kajcmcth und den Aufgaben der Landerwerbung und Arheits- Beschaffung. Land und Arbeit seien die Grundpfeiler der jiidiseben Zukunft; auf beiden Gebieten haben wir großenteils versagt. Unsere Aufgabe muß es sein, 'die Aufgaben des Keren Kajemeth, die Landreserven zu stärken und gewappnet zu sein für die kommende große Immigration. Die K c s o - lutionen, die auf der Konferenz gefaßt wurden, betreffen: 1. Forderung eines entschiedenen Kampfes gegen Boden- Spekulation; 2. der Keren Kajemeth wird aufgefordert, sich an der Erwerbung des Hule-Gebietcs zu beteiligen; 3. durch Lander Werbung die jüdischen Kolonien und die Stellung des jüdischen Landarbeiters in diesen Kolonien zu stärken. Heute früh begann die Sitzung und Konferenz des Keren Hajessod, an welcher ungefähr 70 Delegierte aus verschiedenen Ländern Europas tcilnahmen. Die Konferenz findet im Kongreßgebäude statt. Eröffnet wurde sie von Leib J a f f e, der in seiner Begrüßungsrede betonte, tlaß die schwere Arbeit für den Keren Hajessod ihren Lohn in sich trage, wenn wir auf die Erfolge unserer Arbeit zurückblicken. In dieser Stunde müssen wir unserer dahingeschiedenen Mitarbeiter ehrenvoll gedenken: Lord Mclchett, ZJafopolsky, Louis Mars hall, Bialik, Motzkin, Shmarva Levin, besonders Oscar Wassermanns, der an der Spitze des Keren Hajessod in Deutschland Bahnbrechendes geleistet hat. Zweiter Redner war Elieser Kaplan, Mitglied der Pa-!;istina-Exekutive. Er betont, das nationale Kapital hat nicht Schritt gehalten mit der Prosperity der letzten Jahre. Die Aufgaben des Keren Hajessod sind um so größer. Gleiche Richtlinien betonte Ussischkin. Schulwesen, Landwirtschaft und die Alijah im jetzigen Ausmaße wären ohne K. H. unmöglich. Es folgte ein Referat von Dr. Hantke über die Aufgaben des Keren Hajessod. Die Exekutive hat am 13. 8. ihre erste Vollsitzung abgehalten. innerlich umwandeln; dies gilt vor allem für unsere Jugend. Ist hier ein kleiner Anfang der Geulali, der Erlösung, wenn wir dieses Wort zunächst nicht in seinem schweren metaphysischen Sinne nehmen? Aber verhehlen wir uns nicht, daß in Palästina auch noch viel Schlacken der Galuth vorhanden sind. Die Zionistische Organisation war in den letzten Jahren zu schwach — und vielleicht auch ihrer eigenen Sendung nicht genügend bewußt —, um in Palästina selbst eine wirkliche ethische und geistige Macht zu sein, die das Leben formt und den! Volk eine Führung gibt. Wir erinnern an eine Artikelserie von Adolf Böhm in der ״Jüdischen Rundschau“, worin die Gefahren und Schattenseiten des palästinensischen Lebens und die Unzulänglichkeit des zionistischen Betriebs, die Unfähigkeit, entscheidende Probleme wirklich z.u meistern, schonungslos dargestellt und zur Sammlung aufgerufen wurde. (Es ist unseres Erachtens ein bedauerliches Zeichen, daß ein Mann wie Adolf Böhin — man könnte noch einige andere nennen — auf dem Kongreß fehlt, nur weil er sich im Parteienbetrieb zurückhält. Der Kongreß müßte jeden, der etwas zu sagen hat, rufen, anstatt die vielen Mitläufer zu sammeln. Denn der Kongreß soll keine Abstimmungsmaschine sein, nicht die schwächsten Seiten des Parlamentarismus übernehmen, er sollte ein geistiger Sammelpunkt sein.) Die schweren Probleme Palästinas werden zwei Wochen lang auf uns lasten. Nicht für eine feuilleto- MisrachiW eltkonf erenz in Krakau Krakau, 12. August. (JTA.) Im Saale des Lichtspieltheaters Atlantic in Krakau fand die feierliche Eröffnung der Misraclii-Weltkon ferenz statt. Das Präsidium der Konferenz besteht aus den Herren Rabbiner Meir Berlin, Rabbiner Fischmann, H. Farbsfein, Rabbi Amiel, Rabbi Gold, Rabbi Ncufeld,‘ Genachovvski u. a. m. Ab Vertreter der Bchörden wohnten der Eröffnungssitzung ein Woiwodschaft»- rat und ein Mitglied des Stadtpräsidiums bei. Rabbi Fischmaiin gab einen Ueberbiick über die wichtigsten _ Aufgaben der Konferenz. Vom palästinensischen Oberrabbiner Kuk wurde ein Begrüßungstelegramm verlesen. Die Konferenz beschloß ihrerseits, ein Begrüßungstelegramm an Rabbi Kuk zu senden. Dr. Hirschfeld (Biala) sprach sodann teils in polnischer, teils in hebräischer Sprache Worte des Gedenkens für Marschall Pilsudski. Im Namen des Welt- Verbandes der Allgemeinen Zionisten und der Zionistischen Organisation Westgaüzicns begrüßte Dr. J. Schwarzbart die Konferenz. Unter starkem Beifall wurde die Absendung eines Telegramms an den polnischen Staatspräsidenten, Professor Moseicki, beschlossen. Rabbi Meir Berlin widmete den in der letzten Zeit verstorbenen Rabbinern und Führern des Misrachi einen Nachruf. Weitere Ansprachen hielten die Rabbiner Amiel, Ncufeld und Gold. Sodann wurde die Eröffnungssitzung geschlossen. Im Anschluß an die Referate wurde in der zweiten Sitzung die Generaldebatte eröffnet, in der alle aktuellen Probleme der Misrachi-Bewegung berührt wurden. Die Ausspräche nahm einen sehr bewegten, mitunter stürmischen Verlauf. Rabbi Ostrowski (Palästina) entwickelte in längerer Rede den Standpunkt des ״Misrachi Hawatik“, Nach ihm Sprachen die Rabbiner Nisscnbaum (Warschau) und Pollack. In der dritten Plenarsitzung wurde die Generaldebatte fortgesetzt. Es beteiligten sich an ihr Lipschüz (Palästina), Oberrabbiner Dr. Federbusch (Finnland), Oberrabbiner Amiel (Anttwerpen), Prof. Pick u. a. m. * Im Zusammenhang mit der Misrachi-Welikonferenz wurde in Krakau eine Beratung der ״Thora Weawoda“-Bewegung abgchalten. Rabbiner Neufdd erstattete einen Bericht über den Stand der Bewegung in den verschiedenen Ländern. Es folgte ein Referat von Dr. B. Gottesdiener über Tarbut una Jugend. Mosche Schapiro (Palästina) schilderte den Weg des Hapoel Hamisrachi in Palästina. Memorandum der ״Hitachduth Olej Germania“ Jerusalem. (Palcor.) Die ״HitacUduth Olej Germania“ (Vereinigung der Einwanderer aus Deutschland in Palästina) wira dem bevorstehenden Zionistenkongreß m Luzern ein Memorandum unterbreiten, in welchem die Fragen der Ein- Wanderung aus Deutschland und die Lage der Einwanderer in Palästina behandelt wird. Das Memorandum enthält einen umfassenden Arbeitsplan für die nächsten Jahre. Die Universita et Jerusalem hat auch dieses Mal dem Zionistenkongreß einen ausführlichen schriftlichen Bericht über ihre Tätigkeit in den letzten zwei Jahren erstattet, der jedem einzelnen Delegierten zugehen wird. Da sich in Luzern Viele der Freunde und Helfer der Universität als Delegierte öder Gäste cinfinden werden, bereitet die Universität eitle Zusammenkunft vor, an der sich auch Vertreter der ״Vereinigungen der Freunde der Hebräischen Universität“ in den verschiedenen Ländern beteiligen werden. Bei dieser Zusammenkunft werden die Herren Ussischkin, Schocken, Prof. Klein, sowie andere Mitglieder des Kuratoriums die aktuellen Fragen der Universität behandeln. Vor allem wird ein Plan von Oberrichter Frumkin (Jerusalem) auf der Tagesordnung stehen, der die Gründung eines ״Weltverbandes der Freunde der Hebräischen Universität“ mit insgesamt 100 000 Mitgliedern vorsieht. Am 8. September tritt in Luzern das Kuratorium der Universität zu* sammen. Auch das Kuratorium des Judaistischen Instituts wird dort, unter Vorsitz des englischen Oberrabbiners Dr. J. H. Hertz, eine Sitzung abhalfen. Dr. Mayer-Ebner, Cemauti, sendet uns eine Zuschrift, in der er dafür eintritt, daß die beiden Teile des Allgemeinen Zionismus sich wieder zu einer einheitlichen (i rappe vereinigen sollen. Alle Streitfragen seien überbriiekbar. Dr. Ebner beabsichtigt, einige. Tage vor Eröff* nung des Kongresses in Luzern alle, die sich in diesem Sinne einsetzen wollen, zu einer Besprechung einzuladen. Berichtigung. In der Veröffentlichung der Namen der Delegierten und Ersatzdelcgierten aus Deutschland (״J. R.“ Nr. 65) fehlt: 1. In der Liste der Delegierten bei Dr. Locbenstein die Ortsbezeichnung Leipzig; 2. in der Liste der Ersatzdelegierten die Namen Hans Seeligmann (Köln), Felix Scharf (Dortmund), G. Wall hach (Berlin). nistische Romantisierung ist der Kongreß der Ort, sondern hier werden die Sorgen sich entladen, Konflikte aufeinanderplat/.en, Kritik und scharfe Kritik geübt werden. Wir sind gewöhnt, Kongressen nicht ohne Beunruhigung entgegenzusehen, jeder ״Parlamentarismus“ hat ja seine Klippen. Wir können nur wünschen, daß der Kongreß immer mit voller Gewissensklarheit han• delt und den Schwierigkeiten nicht durch Selbsttäuschung aus dem Wege geht. Der Zeitpunkt ist gekommen, wo die Bewegung sich konsolidieren und ein ״Friedens- Stifter“ im weitesten Sinne des Wortes werden kann. Es gibt viele Punkte, wo Frieden nottut. Man denke nur an die ungeklärten Beziehungen zu den Arabern, man denke auch an den innerjüdischen Parteienstreit. Wir wünschen, daß der Kongreß in Luzern einen Wendepunkt bedeutet, der die Zionistische Organisation auf dem Wiederaufstieg zeigt. Die Liebe und Inbrunst, die Sehnsucht und Hingabe, die eine ganze Generation unseres Volkes in diese Sache versenkt hat, muß Früchte tragen, die uns zur Ehre und der Welt zum Frommen gereichen. HriupKrliriftleiter: Dr. Robert Wfltsch, Berlm-Charlottenburg 9. Sidlvcrtreter: Kurt L oe wc-a 8 tc i n, Berlin VV 15. Araeigfiikiler und veraiUworliieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Bcrlin-Tempelhof. Gidiig: Anzeigen-Preidislc 2 vom 1. Januar 1935. Verlag und Anzeigenverwaliung: JtidLche Rundschau, lierlin W18, Mcinekestraße 10. D.-A. Juli 33 867. — Druck: Siegfried Scholem, Berlia-Schöneberg.

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