Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 57 (16.7.1935)
- Date
- 1935-07-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 57, 6 ו. VII 1935 JDDISCHE RUNDSCHAU Seife 3 Selbsthilfeaktion der polnischen Juden Erschließung: neuer Erwerbszweige Von unserem Korrespondenten, s. Warschau, 10. Juli Die Verelendung der jüdischen Massen in Polen schreitet mit Riesenschritten vorwärts. Die Lage ist katastrophal und muß größte Besorgnis hervorrufen. Millionen von Juden sind buchstäblich dem Hunger preisgegeben. Die Hälfte der jüdischen Bevölkerung in vielen Städten hat während der letzten Pcßachtage um Unterstützung gebeten. Der jüdische Kaufmann und der jüdische Handwerker, die zusammen 75 0׳״ der polnischen Judenhcit ausmachen, gehen dem Untergange entgegen. Maßgebend ist für diese Situation nicht die Großstadt, in der noch ein Teil der Juden sich wirtschaftlich erhält. Die erdrückende Mehrheit der polnischen Juden wohnt in den kleinen Städtchen, und diese bieten ein trostloses Bild. Die jüdischen Läden sind ohne Ware, ohne Kredit, ohne leistungsfähige Konsumenten (infolge der Vcrarmung der bäuerlichen Bevölkerung, die in Polen, insbeson- «lere in den kleineren Ortschaften den Großteil der Bewohner ausmacht); dagegen belastet mit hohen Steuern, mit allerlei Verordnungen und gezwungen, nicht nur die eigene, meist zahlreiche Familie zu ernähren, sondern auch zur Ernährung der erwerbslosen Verwandten verpflichtet. Auf 100 erwerbstätige jüdische Kaufleute in Polen entfallen bis 300 passive (Greise, Frauen und Kinder), während auf 100 nicht)iidischc Kaufleute nur 114 passive kommen. Nicht besser ist die Lage der jüdischen Hand werk e r. Ihre Werkstätten sind zumeist sehr klein (50 ".0 arbeiten überhaupt ohne Lohnarbeiter, 22,5 0״ mit nur je einem Arbeiter), die Konkurrenz ist ungeheuer groß. Die Zahl der selbständigen Unternehmungen verringert sich mit jedem Tag, und cs wächst die Armee der sogenannten Hausarbeiter, die vom Verleger abhängig sind und ihre Löhne auf das mindeste herabdrücken, um sich zu erhalten. Die jüdischen Handwerker haben kein Verständnis für kollektive Zusammenarbeit, es fehlt ihnen das nötige Kapital und infolgedessen stehen ihre Arbeiten oft auf sehr niedrigem technischen Niveau. Dazu kotnmcii auch, wie im Handel, die abgesehwächte Kaufkraft des Bauern und gesetzliche Bestimmungen, die allmählich den jüdischen Handwerker einem vollständigen Ruin zuführen. Jüdische Gesellen, die nach den Gesetzen ihre Ausbildang und Lehrlingskurse durchmachen würden, gibt es mit jedem Jahre weniger, so daß man schon jetzt aus- Technen könnte, wann der jüdische Handwerkerstand in Polen ohne Nachwuchs bleiben wird. Und dies zu einer Zeit, wo soviel von Produktivierung und Umschichtung gesprochen wird! Es sind mannigfache Ursachen, die diese trostlose Lage herbeigeführt haben, in erster Linie die wirtschaftliche Krise, dann der antisemitische Kurs der Regierung, der im wirtschaftlichen Leben gehaiidhabt wird; dazu kommen noch besondere Umstände, die beweisen, daß innerhalb der jüdischen Bevölkerung, unabhängig von der .schlechten Konjunktur, tiefere Ursachen dieser ökonomischen Not vorhanden sind. Die Juden schreiten überall auf der Linie des geringsten Widerstandes, sind in Handelszweigen tätig, die überfüllt sind, beschränken sieh auf bestehende und bereits stark ausgenützte Märkte, haben keinen Sinn für kollektive wirtschaftliche Anstrengungen und insbesondere sorgen sie nicht genug dafür, daß ihre Familienangehörigen erwerbstätig werden. Es ist begreiflich, warum die Masse an keine Aenderungen ihrer bisherigen Erwerbsmethoden denkt. Der Durchschnittsjudc ist resigniert und glaubt nicht an seine Zukunft, kann sich also kauin zu neuer Aktivität aufraffen. Er sieht den Vernichtungstrieb der Umgebung, ist verzweifelt und nicht fähig zur konstruktiven Tat. IN ALLER KURZE In einem Aufsatz der ״Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz“, der sich unter der LTberscbrift ״Jetzt positiver Kasseschutz!“ mit Verhaftungen und Prozessen beschäftigt, welche gegen Nichtarier wegen Sittlichkeitsdelikten geführt wurden, wird es als wünschenswert bezeichnet, wenn ״zunächst dem Juden unter Androhung der Todesstrafe verboten würde: 1. Nichtjuden als Untermicter oder Mieter zu haben, 2. nichtjüdisches Hauspersonal zu beschäftigen, 3. als Arzt oder Rechtsanwalt Nichtjuden zu betreuen“. In Bergzabern sind an den Ein-und Ausgängen des Ortes Schilder angebracht mit der Aufschrift ״Achtung, Kurort-Juden 11 n e rw ii n sc 11t“. Wie «las ״Hamburger Tageblatt“ vom 10. 7. meldet, ist am Eingang zum Freiba«! Krupundersee ein Plakat angebracht, daß Juden nicht erwünscht sind. In Heid eil heim a. d. Brenz, ist Juden der Zutritt zu den städtischen Bädern nicht gestattet. Die ״Nationalsozialistische Land post“ vom 12. Juh bringt einen Aufsatz von Peter Tamm: ״Juden 1m Lande Mohammeds“. Dieser Artikel beschäftigt sich iti ironischer Art mit dem jüdischen Leben in Palästina und dem jüdisch-arabischen Problem. Nachdem der Lodzer Stadtrat aufgelöst worden ist, sind 1(> Abgeordnete wegen der Tätlichkeiten, zu denen es wiederholt bei den Sitzungen «les Stadtrates gekommen ist, angeklagt worden. Unter ihnen befinden sich 11 Nationaldeinokraten mit ihrem Führer Adv. Kowalski, 2 Juden und 3 Mitglieder anderer Parteien. ln Algier fand der Prozeß gegen neun Teilnehmer an den Unruhen von Constantine im August des vergangcnen Jahres statt. Sechs Angeklagte waren zu drei Jahren Schwerarbeit verurteilt, drei freigesprochen. Im Juli findet unter dem Vorsitz von Sir Herbert Samuel an der Londoner Universität, School of Oriental Studios, eine offizielle Feier anläßlich des Maimonides-Jubiläuins statt. An der Universität von Santiago (Chile) wirtl ein Lektorat für die hebräische Sprache eingerichtet werden. Die jüdischen Organisationen in M i I w a 11 k e c (USA.) haben sich verpflichtet, im Verlaufe der nächsten 5 Jahre 50000 Dollar aufzubringen. Dieser Betrag soll dazu bestimmt sein, Boden in Palästina zur Gründung einer Kolonie zu erwerben. Die Siedlung soll den Namen ״Nachlatli Milwaukee“ tragen und 600 Familien umfassen. Im Alter von 64 Jahren starb in Warschau das Mitglied des Vorstandes der Warschauer fictneüide und Mitglied der Jewish Agency, Jacob Himmel färb. In Berlin verschied im Alter von 75 Jahren der chemalige ordentliche Professor der Rechte an der Universitat Heidelberg, Dr. Otto G r a d e n w i t z, Der Verstorbene war ein hervorragender Kenner des römischen Rechts. Obwohl als Jude geboren, gehörte Professor Gradenwitz der jüdisehen Gemeinschaft nicht mehr an. Es wäre nun Aufgabe der führenden Männer des polnischeu Judentums, dies Volk aus diesem gefährlichen (icfühlszustand herauszureißen und iluu Wege der Selbsthilfe zu zeigen,!,eitler verfolgt die Mehrheit der Führer eine 1111fruchtbare Politik, die auf das reale Leben gar keinen Einfluß ausübt. Und auch bei ihnen fehlt der Glaube an die Kraft der polnischen Juden. Zum Glück fand sich eine Gruppe, die weitab von jeder Politik an konstruktive Selbsthilfe «lenkt und einen Plan ausgearbeitet hat, der zwar bescheiden, jedoch von weittragender Bedeutung ist. Die sich um die vom Joint unterstützter Darlehenskassen (,,(iemilas Chasodim“) gruppierenden Kreise haben seit Jahren nicht nur tlie Ursachen und Folgen der Paiiperisimmg der polnischen Juden untersucht, sondern auch nach neuen Erwerbs/w,eigen und Organisationsformen geforscht. Und während jet/t im Auslände, z. B. in England, eine große Hilfsaktion für tlie polnischen Juden eingeleitet wurde (bisher mit geringem Erfolge), war cs eine gute Idee, das polnische Judentum zur Selbsthilfe auf zu rufen. Soeben wurde ein Plan veröffentlicht, wonach für tlie ärmsten Schichten der jüdischen Bevölkerung in «len kleinen Städten 11 e u e B crufsz w e i g e oder für die bereits Erwerbstätigen die Möglichkeit von Nebenverdienst geschaffen werden soll. Es handelt sich teilweise um 1 a 11 <1 - wirtschaftliche Produktionszweige, oder um solche, die bisher hei den Juden überhaupt nicht vertreten waren. Die hierfür vorderhand nötigen Kapitalien -- drei Millionen Zloty — sollen zu je einem Drittel von den polnischen Juden selbst, von jüdischen ausländischen Hilfsorganisationen und vom polnischen Arbeitsfonds gedeckt werden. Der Monat Juli wurde für die Sammlung der ersten Million Zloty proklamiert. Nach dem bisherigen Echo zu schließen, «las tlieser Plan hervorgerufen hat, kann bestimmt mit dem Eingang dieser Summe gerechnet Wertteil. Damit wird nicht mir praktisch der Beginn «lieses konstruktiven I lilfswerks ermöglicht, sondern auch die Stimmung unter «len vorzweifelten Juden gehoben und «10111 Auslände gegenüber der Beweis erbracht werden, «laß die polnische Judenhcit nicht nur an äußere Hilfe appelliert, sondern im Inneren noch genug geistige und materielle Kräfte besitzt. Juden und polnische Parlamentswahlen Warschau, II. Juli. (JTA.) Nachdem der Staats- Präsident den Sejm und Senat aufgelöst hat und die Neuwählen zu den beiden Häusern des polnischen Parlaments aut Grund der neuen Verfassung und Wahlordnung wahrscheinlich im September stattfinden werden, ist «lie Frage, ob die Juden Polens sich an den Neuwahlen beteiligen werden oder nicht, besoutiers akut geworden. Der Zionistische Parteirat für Kongreß-Polen hatte beschlossen, an den Wahlen nicht teil/unehmen. Demgegenüber hatte der Misrachi :1111• bürgerlichen jüdischen Parteien und wirtschaftlichen Organisationen aufgefordert, keine Wahleuthaitung zu üben, vielmehr eine jüdische Einheitsliste zu bilden. Es hat den Anschein, als ob nunmehr auch das Zentralkoniitee tler Zionistischen Organisation in Polen seine negative Stellung zur Frage der Wahlbeteiligung ändern wird. Nach zuverlässigen Mitteilungen ist es zu einer Verstämligung in dieser Hinsicht zwischen den drei zionistischen Zentraikomitces von Polen, dem in Warschau (Kongreßpolen), in Krakau (Westgalizien) und Lemberg (Ostgalizien), gekommen. Als zionistische Kandidaten für die Wahlen zum Sejm werden Adv. El a r t g 1 a ß, Dr. Rosmarin und Rah- Einer R u b i n s t c i n genannt; als Kandidaten für die Senatswählen Dr. Thon und Obcrrabbiner Prof. Scliorr. Der jüdische Einfluß auf die Filmproduktion Unter dieser Uebersehrift veröffentlicht Dr. Alexander Jason, Berlin, eine Abhandlung im Juliheft der ״N'atio-!«!sozialistischen Monatshefte“. Darin werden statistische Angaben über den Anteil «ier Juden unter den Filmautoren, Eilmimisikauioreii und Regisseuren, sowie den Produktiouslind Verleih firmelt «1er deutschen langen Spielfilme in den lahren 1020 -1042 gemacht, die Beteiligungen von Juden bei den Autoren in Hohe von 11- 8! "!י lind bei den Firmen von (11—01 <׳n ergeben. Im Anschlüsse an zahlreiche Eiiizelangaben wird bemerkt, daß das geistige lind künsflerischc Gesicht «les Films von volksfmiulen Kreisen gestaltet worden sei und «laß dies noch weit umfassender mit dem kaufmännischen Teil geschehen sei. Bei «Ier Maclutibernähme durch «lic NSDAP, habe Deulschland eine Filmindustrie besessen, «lie geistig und wirtschaftlich unter Volksfremden Einfluß gestanden habe. Nach Schikierung «Ier vo!1 «ier Regierung ergriffenen Maßnahmen wird zum Schlüsse bemerkt, «laß «Ier geistige und wirtschaftliche Einfluß «ier Juden in der Filmindustrie 1033 auf 33 0״ ztirtickgegangeii sei, wobei bemerkt werden müsse, daß ein großer Teil der 1013 zensierten Filme noch aus 1032 gestammt habe. Tine Durchsicht der Titel der Filme des Jahres 1034 zeige, «laß die Filmherstellung ihr Gesicht wenig oder kaum geändert habe. Im Anschlüsse hieran heißt es sodann: ״Wenn;raeh da« J u.ii'tmim w«ä! 7ün1rkg4'׳!'.:ingf ist, daß cs tminidelbar aut dis kulturelle (ie t al! uiu: ktuiri! Emtluß hat -- nach dem (;eu'iz iliirlen heim!heuts<■lief! Etim nur Film ,״hatPride mitwirken, tlie Mitglied der Reiehn.t! hu!!,m sind;״.׳ .-.ind di!.; An.,. Wirkungen «1er ZAvau/Hgahngrn llco״. I!af! noch überall bemerkbar und die 1 Irrau-bilduug einet, kiiitstlettu heu Stils wird noch längerer Zeit bedürfen." Entlassung von Nichtariern vor Ariern Vor dem Arbeitsgericht Köln klagte, wie das ״Nachrichteiibiiro Deutscher Zeitungsverleger“ berichtet, ein Halbaricr aut Widerruf der gegen ihn ausgesprochenen Kundigurig. Er begriimlcte seinen Einspruch mit der Bemerkung, daß seine Eigenschaft als Halharier kein Grund zur Kimdigting sein könne, nachdem das Gesetz über die allgemeine Wehrpflicht die Möglichkeit «Ier Zulassung der Halharier zum Heeres- und Arbeitsdienst ausdrücklich vorselie. Der Vertreter «les beklagten Unternehmens wandte ein, daß «ier Geschäftsrückgang «lie Kündigung einer Reihe Angestellter notwendig mache, und <1,־! habe man entsprechend der nationalsozialistischen Auffassung mit der Entlassung der Nicht- und Halbarier begonnen. 1 Eis Gericht schloß sich diesem Standpunkt an. Man könne dem Reklagten nicht zu muten, einen Arier zu k ü 11 - digen, solange noch ein Nicht- oder Halbarter im Geschäft tätig sei. | Sir Francis Moniefiore | ln dieser Zeit des Sterbens großer Männer in unserer Bewegung hat der Tod auch Sir Francis M o 111 e f i o r e von uns genommen. 111 den letzten zwei Jahr/chnieii war •Sir Francis für uns ein stiller Mann geworden, denn .,eit «lern Kriegsausbrtich hat er sieh aktiv im Zionismus kaum mehr betätigt. Darum dürfte er «ler neueren Generation im Zionismus kaum bekannt sein. Aber in «Ier 1 lerzlscheii Epoche gehörte er zu den bekanntesten Figuren der Bewegung, und seine Verdienste um die Grundlagen der zionistischen Politik, besonders in England, sind von historischer Bedeutung. Sir Francis Montefiorc, der im gleichen Jahre wie llerzl — ISO() -- geboren wurde, war ein Großneffe des großen Philanthropen und Palästinal'retiiules Sir Moses M o 11 t e f i o r e und die tiefe Verehrung für seinen Grollolicim kam bei ihm immer wieder, auch bei seinen Aeußcrinigt11׳ in Kongreßreden, zum Ausdruck. Von ihm hat er auch die Pakistinaliebe geerbt. Schon bei seinen ersten Bemühungen um die Gewinnung der «׳infliißreieheii englischen Juden gelang es llerzl, Sir Francis zu interessieren. Aber ein stärkeres, akti' es Interesse gewann er erst beim IV. (Londoner) Kongreß im Jahre 10(KI, er wurde damals Ehrenpräsident der 1 nglish Zionist Federation. Durch Sir Francis Vermittlung lernte Herz! wälirend des Kongresses unter anderen politischen Persjjjilicll* keiten Englamis auch den Privntsckrct.'ir «les Ministerpräsideuten Lord Salisburv. Mr. B a r r 1 11 g 1!> n, kennen. Dies wurde zwei Jahre später f 11 r llerzl'׳ Verhandlungen über EI-Arisch und Uganda \0!1 Bedeutung, da Mr. Barrington damals der Pri\ atsekretar des Alißemiiiiii-tei's Lord Lausdown geworden war. Nach seinem ersten Resiieli in Konduntinopel, als llerzl naeli Paris mul 1 omlon eilte, um zu \erm1clie11, hei «Ier jüdischen (iroßfinau/ eineinhalb .Millionen Pfund zu beschaffen, weil er glaubte, damit etwa« Po«in\ es, vielleicht sogar den Charter zu cn eichen, war c- >1r Francis, der sieh ller/l bedingungslos und in \ 1״ hihihi:;«•r zionistischer Disziplin zur Verfügung stellte. Da die Bemühungen hei den Rothschilds, der Pica u«w. «ergeben, wann!, wollte llerzl an tlie Pereires, deren Stammhaus -,ich in Par!« befand, lnranU cteu mul bat Sir E'ram is n׳!cgr!1>!1Bch nach Parts zu kommen, weil er ihn ״als den (.lief de« besten und ersten jüdischen 1 lau-es an seiner Seite haben wollte, wenn er siel! zu diesem seliwereil Schritt entschloß". S!r Ernuci« kam sofort und unternahm alle toi! I lcr/1 gewiia-a'litcn Seinitte. Audi am V. Kongreß na 11111 Sir I laiiei« teil, und er war einer der ersten Spender lur den K c r e 11 K a j e 111 e 1 11 — der damals gegründet wurde -■ als man ihn in der Basler Synagoge zur I hora aut rief. Während der zweijährigen Verhandlungen mit England (1002lölll) hat Sir Eraiiei« immer wieder wertvolle Dienste geleistet. Beim VI. Kongreß (luii'i) hielt er ein Referat über ״Organisation und Agitation", «las ui! 111 so sehr wegen seines Inhaltes, als wegen des Zeitpunktes eine gewisse historische Bedeutung hat. Es fand nämlich unmittelbar nach der namentlichen Abstimmung über Uganda statt, die eine so ungeheure Erschütterung beim Kongreß uni! so tiefgehende Wirkungen für den Zionismus hervor■gerufen hat. Es gibt dazu eine interessante Notiz in l ler/ls l agebuch. Zu «len bedeutsamen Uokumeiucn in der Geschichte unserer Bewegung gehört der Brief 11 e r /1 s;1 n S i r E rancis Montefiorc vom Dezember IÖ03, «ler im letzten Band der Zionistischen Schriften jetzt zum ersten ,Male einer größeren Oeffentliclikeit bekannt wird. Dieser Brief, dessen Veröffentlichung damals in der ״Welt" erfolgen sollte, aber aus iniier/ioiiistisdieii Gründen uifterblieb. gibt nicht nur eine einwandfrei klare Stellung Her/.ls zur Uganda frage, son* dem hätte wahrscheinlich, wenn er damals erschienen wäre, die Entwicklung der nächsten Jahre wesentlich beeinflußt. Diese wenigen Andeutungen zeigen, welche Rolle Sir Francis Montefiorc im Zionismus gespielt 11:1t. In einer Zeit, wo cs so sehr darauf ankam, führende jüdische Persönlichkeifen zu gewinnen, war er einer der wenigen, die sieh hinter Her/I stellten. Er hat damit den alten t 11 in/ seiner E'ainilie erhöht, und sein Naim• wird in «ler (jeschiehte unserer Beweguiig nicht vag essen werden. Adolf Pollak Die Wahlbewcpung zum XIX. Zionistenkongreß T e I - A w i w, 11. lull. (ITA.) Der Wahlkampf zum XIX, Zi oni'-leiikongreli ist i!1 Pakislin.i im vollen <!äuge, f s finden zahlreiche Massen« «•!«,aiiimhm :en P:1‘i. Insbesondere wurden in den letzten Ta׳:cn Kiimlg« billigen der Allgemeinen Zionisten lienler Richtungen abgrh.ilten. Das Zentralkomitee!les Mioaebi in I rrz Erael hat die Wahlliste zum XIX. Zi!׳:!isteiikon•:re!; zu-,immenge,teilt. An erster Stelle stellt «I«t Maler I Ivniiami Struck; es folgen Rabbiner Ostrowski und Professor Piek. Schließung־ des Fuldaer Viehmarktes Der ״I.amlespresscdien«t“ des ״I)eut.-clieit Nachrichten״ büros" berichtet aus Fulda; .. 1>« ן r, Ifli' i UU l'uid 1t r \ ri]u!:.nl ■M muh!:' ,!״.1 m 8 ״ .־׳ .ס Ehr morgen s |V1 li/-i Ii. h ju '1 ii wtn ו!■:'»).! 1״ ־. Da!. ii |rt ev1;/״« li-h-. Auftre!en r Hit־־. 1 < l!r, 'Er j 1. h ״!׳־:, V i 1. hh.urlk! 1׳,:״ 'dm ־!׳;סי!:!! v• m di(' -eil im \ . 1: ,!,■I, h zu ח! dt >.>:< id n ל י, dho Po, 1, «'<•11.11 1;;ton uih riiui f> 1'״11 t!1 lVi-1• M TM 1! r n 1 u Im■ 1; tu: ־»11' .11 >'״!<<;, ein!־׳ I r n »!!)-; .. 11 ■ollG 111.1 E < ״ 111 cm u ח!! 1 u < n! י ח 1 ln. ״P1 .״״P 7 e!,.: ־:׳ >p׳h erneu» \\ P ׳ ׳ er! .1,0 Ii-, ■'חי־ den (h r pp h in p ן 1 ץ; 1h.Midies, ihr Vnh ti;׳u hi! ult ״•״1 ״!!׳»; U'V, eit zu 111.1׳ In n. u Lid ■■■h׳ di 11 ״ .uh m iri'in יי! ׳ i k e 11 und iui hm! . r d 1. Mt ״« ״׳juniin n 1 dm : n tu ׳ p 1 ׳; Ul! ll.it׳( Ii. l>er nach'! e Ful [־)׳;! > r V uliin.u k! und v׳ n!.iU-d« Ml ,׳ 41״ ii der K r׳.. Cis׳ h auc 1; c י. n ii a f t dtm'hpwiuini.‘• In Töplitz trat «ler 3. Parteitag der Jüdischen Partei in der Tschechoslowakei zusammen. An ihm nahmen Sb Delegierte aus allen Wahlkreisen des Landes, sowie zahlreiche (Liste teil. Der Parteitag wählte Ing. Frischer definitiv zum Paricivor«it/anlen. A11 die Stelle Ing. Ernst Fri«c!1ers wurde Ing. Otto Zucker zum ersten Vizepräsidenten gewählt. Die vor kurzem verstorbene Baronin Adelheid de Roth- Schild, die Witwe des Barons ['dumm! de Rothschild, hat dem 1.0m re zweitausend seltene Drucke und Kupfer- Stiche, darunter solche von Dürer und Remhrandt, vermacht. Beachten Sie tlie Anzeige der Bialik-Gedenkfeier auf Seile 10 der heutigen Ausgabe