Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 56 (12.7.1935)
- Date
- 1935-07-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 56, 12. VII. 1935 Juden in der Wirtschaft Kennzeichungf arischer Geschäfte Der ,,Volk. Beobachter“, Berlin, vom lö. 7. veröffentlicht folgenden Artikel, der ihm von der Oauleitung Seidesien der NSDAP., Amt der NS.-Hago, zur Verfügung gestellt wurde: ,,Hie Mittel, mit wddü.11 die Juden ailxdten, 111n /um Ziele zu gelangen, .sind zur Genüge bekannt. Immer wieder ver-urhen sie in neuen Färbungen ihre TaruuHg-ktinbte. Du: Hniehung und Schulung durch di!.• S^UW. und ihre d iirdaungen hai>1!-־ bereit!» dazu geführt, da ii iill gioßvl־ r< n de, d, .um« tu ,11 \Ldke, Mt ■!1 /. 11 der t’elxi/.cuyiing «Jure 'flgr! illigrii h. u. d. ik dl« ־ dem -Wien •il ־־en ifn e BliK-bruiier und -.11' )י SS r 1־; H /u יי 1111' < r Uiuen haben und art- und wcscnstreimle J—* 1A 1 IK'IU.D a! -!ehlu 111 u׳. .U - ,it'H. Wenn Leun־ 1י'■11 TI VC rcin.׳e! t von deuf'i ‘heil Volk. ■genossen der Juck נ mit <kr ik :Mtlli nluiig in . Lutz gunomnun wird, daß es doch ,-TU(.. h ari'iandi-e! km vH* ״ ■ik׳, s ■> fiiuL liitT; 1:׳ e iklaif «■erden, daß die NsDAF. um h: 1 Ii- Ai!Vaud i-keit dev Jr 11 ׳! a fx־kal npü, (-:ade: 11 den Juden ais Sei!. idli״״ am deuf -׳. heil \ Wk^ ku1|>er. Wenn mm noch weiter uk hui m 11 a. dak ca dudi audi NScilic Juden gibt, 0 ■׳. 1 a Volk-gU״■•- eil. die 1 i.'jiii b«'t;1 eilen «ollen, daß die Zeiten, ui de מ־יע, mau ׳•luamllc Mn 1-riii pn ad AuTx'utuncmobje k?e Lenut/tr, V״! h׳'i ind. : ל 1 u ■ 11t; ן 11 <׳- i.C mit d üesen verantwur! usw \ < LL ■;e \ .•!.! ח לי״11י־״-»1 , <11(• i’artei zu!»fiTiätttgen, Mpidern da- '-i ל da , d׳1; n\ H• drr <;׳״id im nat iünal.-cwialisti- *chv ü Slaat. Das Parte 1ןן lehnt den Juden auf das cnlschiedcnste ab und das H;: ikenk .reut auf d cn Fahnen des neuen Deutschland ist das Zeichen für den Kamp! gegen das Judentum. Die Hakenkreuzfahne ist der Mündige Mahner für die fiveiggestrigen, die als ,Mensel! zum Menschen‘ den Juden bemitleiden. An sie appelliert der Jude, indem er in neuester Zeit die Schaufenster seiner Geschäfte mit auffallender Beschriftung ,Seit?5 Jahren* oder ,Seit 50 Jahren am Platze* versieht. Mir w i •mi!msvir nur י me Antwort, d;1 b der Jude 75 Jahre Sein e ( L' i;.i!! < ־ I1i.it ilte U'. ■ i - ’.!llicll M;nie S* IW. 1 iherprro e Hand werk und I!aiid( 1 n «ÜiU'lT'. Jt ־/I 1 * di!׳ Zc d :.oskofiiiH en, wo wir nur den eleu' t;.en flau del uni da■, d« •du ■י''ü'. ll.iii.Kv.rk, die in 1 Ohen des Va:< : v־; ■ laiWe L« er u;n di-, 1 •.»״:, Ihm n, untei ־tiiiUcn. Die den! ■■ ״) ״■״(;־ •inuie, die L zur Vo 1 1״1״. üm -ei.ituug־ ■£<' meine :halt lx ku m.n, .-:..■1!«■<<■•, 1 •: hoi״:״: der IMF. gewmh en. 1 in die di-'i:.- chen 11:11!<:>;■.■ 111,1 11,. -weih!״: ״•■tri ■Ih', < i 1e Im re US Mit gilt'(.! d< r DAF. :! MC T d׳.! .d:!!!, e:; 1 .hie ״׳■■'.. c das Arbeit!! ron» * abzeu dien mit der A 11■ ׳ tu :!! o<h:;;׳l. Il.!l:;l:״!l 11 .r DA! D.i nur Aijer im״■״;״:■! -h. der d! ז DA 1 MV; J Vlll:׳■[! Hin! somit jmli.sche Oeödufit e das A ne H-:ii■;,ta!1/c;el, 1:1!1111: < t'direa ו! lurien, geht an die Niciit mi! ^׳i jeder tiie -\'i! DT . ic! u fl e, -ol!' in drr I)׳. ־uWclien Arbeit( tronl be!/Ut rcten, du mit. 1 e a I •> %׳ ־ hiw, l!l״ 0 und ve rantiiortungsbeM ■ußte ■Volk; •gei!u3-e;1 gecseiui uenlen * Die ״O r c i f s w .11 <1 e r Zeitung“ vom 4. 7. schreibt Unter der Ueberschrift ״Arische Geschäfte kennzeichnen sich“: ״Der Wuii'cli sein־ virier kantender V01k.-g<:m>.v*m Und auch vieler <h -vhau bühaber und DeMcibcLieibentler, klar zu sehen, welches Ge-ehalt als judi-ches b/.w. vom jüdivheü Kapital abhängige^ oder als arische» Geschütt beza ahnet weiden nn1b, hat im ■ Kei'h zur Gründung von sogi-nunnten Wh 1begemei1iv!v1iu־n oder ähnlichen Organi-atemen gesuiut, die W‘h <he AufgaU׳ gestellt halnm, eine unmißverständliche IG nn/eDimung der arischen und vom jüdischen Kapital unahiüingigrn Gc-.־h4iie herauvuhnugen, die jedem Käufer die Absicht erleichteit, im an'-chrn Gevhait cinzukautcn. Das Zeichen, ein Plakat, 410 ־. m roten Par her» auf hellem!1!!»ergründ einen haHnm Kadknin/, Mcikuraa!) und eine, einen Hammer um- ״spannende lWiuo, ymn: di•* Ins,•!!rin ,Handwerk und Handel* zeigt, ist■ in Pommern war Ihknnui 1n:d wird bereits von vielen Geainltcii 1!n S! Laak.־ •ter oder an der Du.kntür geführt. Dieses Zeucht n b'iig! <L m Kauter damr. daß da» betretende Geschäft in keiner Webe mit Jaden. .׳u tun tun «, Ein ״judenfreier Vieh markt“ In cim־r Ansprache auf dem ״j u d e n f r e i e n Viehmarkt“ in B c e r f c i <11■ n (Odenwald) erinnerte, wie der ״!.amit'-ipressedien'd dts I >n1t<rhen Naclirichtenhüros“ berichtet, Gauleiter und Reiclisstatthalter Sprenger an die Tradition des jiklenfrcien Beerfeldcr Viehmarktes. Im Jahre 1024 habe das Judentum des Odenwaldes sich eine der größten Frechheiten erlaubt, die das Rhein-Main-Oebiet überhaupt von Juden erfahren habe. Weil damals bei den Wahlen bereits das Ergebnis für die NSDAP, in Beerfelden besonders günstig ausgefallen war, hatten die Juden des Kreises Erbach und auch der Provinz Starkenburg sich dazu hinreißen lassen, den Beerfelder Viehmarkt zu boykottieren, ja sogar die Einschleppung der Maul- und Klauenseuche anzudrohen. Damals habe die Beerfelder Bevölkerung unter Führung des Gauleiters den Beerfelder Viehmarkt ein für allemal von Juden gesäubert. In Erinnerung an diesen Vorgang machte der Gauleiter die Feststellung, daß hier und dort diese klare Haltung in Vergessenheit zu geraten drohe, weshalb die Forderung gestellt werden müßte, daß Beerfeldens Viehmarkt seine Tradition einzulialten habe. Dieses sei die Voraussetzung für die Unterstützung des Marktes durch die Regierung. Es müsse aber betont werden, daß nicht nur der Viehmarkt und der Handel, sondern auch jedes einzelne deutsche Haus freibleiben müsse vom Juden. Auch in den Dingen des täglichen Lebens könne nur die unbedingte Treue zum Führer den erfolgreich begonnenen neuen Weg nach oben enthalten lassen und so den Weiteraufstieg sichern. Kontrolle von Fleischereien Die ״Germania״, Berlin, vorn Q. Juli veröffentlicht folgende Mitteilung der Regierungspressestelle in Arnsberg: ״Der Regierung^priibident hat die Landräte und Oberbürgermeister des Bezirks in Anbetracht »!er in verschiedenen Ortete aufgetretenen Miß-tätide in jüdischen Fleischereien «■roUcht, zur Beruhigung der Bevölkerung sofort eine außerplanmäßige» eingehende Besichtigung aller privaten SehL'iehthäu wr, Metzgereien und übrigen Geschäfte, die frbche Fit ischwaren feilhahen, vornehmen zu las-en. Dabei *ollen die Geschälte nichtarischcr Inhaber einer besonders ge- 11 auen Kontrolle unterzogen werden. Die Berichtigungen werden von den amtlicher. Organen vorgenommen. ZUR REISEZEIT Unsere Freunde bevorzugen die Hotels, Pen* sionen und Sanatorien, deren Empfehlungen sie In jeder Freitag *Ausgabe unseres Blattes finden Adressiere Palästinabrleie richtig! Wenn man bedenkt, daß Beersheba in Griqualand liegt, Bethlehem im Oranjefreistaat, Jerusalem bei Königsberg und Rehoboth in Delaware, dann darf diese Aufforderung nicht als Scherz angesehen werden, denn ein genauer Blick in den Atlas belehrt uns, daß außerordentlich viele Namen von Orten, die wir von Palästina her kennen, aut der ganzen Welt noch drei-, viermal oder gar noch öfter Vorkommen. Die Ursache hierfür ist in religiösen Gründen zu suchen, denn viele fromme christliche Kolonisatoren haben bei Neugriindung von Orten Namen der Bibel gewählt. Ja selbst in europäischen Ländern sind Orte wie Jerusalem, Bcthlchem, Sichern, Bethel, Nazareth, Jericho, Hebron anzutreffen. Eine ziemlich vollständige Liste zählt, besonders aus Südafrika und Nordamerika, dreiundsechzig derartige Orte auf, mit achtzehn verschiedenen Namen, die gleichzeitig auch in Palästina Vorkommen, bzw. von dort hergenommen wurden. Diese Tatsachen sind zu berücksichtigen, wenn wir Briefe, Karten, Geld oder Pakete nach Erez Israel senden. Der Vermerk ״Palästina“ darf hinter dem Ortsnamen nie feillen, denn sonst besteht die Möglichkeit, oder besser die Gefahr, daß die Sendung durch die ganze Welt wandert, oder vorher noch zwecks genauerer Ortsangabe an den Absender zurückgeht. Moezah des Makkabi Hazair-Brith Hazofim Uns wird geschrieben: Am 7. Juli trat in Berlin die Moezah des Bundes zU einer Besprechung über den Weg des Bundes und seine zu* künftige Arbeit zusammen. Die Moezah, die aus dem Reich außerordentlich stark beschickt war, bot ein sehr erfreuliches Bild. In dem einleitenden Referat entwickelte der Buudesleiter Hardy Swarsensky die Ideen, deren Verwirklichung Aufgabe des Bundes ist. Die Besinnung des jüdischen Volkes aut seine eigene Kraft und seine kulturellen Werte ist das große Er״ lebnis unserer Generation. Die Wiedergeburt des Juden- Volkes setzt die Erziehung jedes einzelnen jungen Juden voraus, die Befreiung von allen assimilatorischen Einflüssen und Gewohnheiten, die Rückkehr zu den Werten jüdischer Kultur und die Erstarkung des Körpers. Die Uebenvindung des Individualismus muß durch planmäßige Erziehung zur Gemeinschaft erreicht werden. Mit dem Gedanken nationaler Wiedergeburt stehen alle Vorstellungen im Widerspruch, die durch einen Kampf innerhalb der Volksgemeinschaft auf eine Lösung sozialer Fragen hinzielen. Nur durch Einordnung in das Volksganze kann inan seinem Volke dienen. Deswegen kann auch nur das Wohl der ganzen Volksgemeinschaft bei Lösung aller Fragen der zionistischen Verwirklichung ent« scheidend sein. Gerade als chaluzische Jugendbewegung ringt auch der M.H. um eine gerechte Neugestaltung des Lebens im Lande. Aber diese Neuordnung dart nicht mit einem Chaos beginnen. Eine Grundlage für die gerechte Neuordnung erblickt der Bund in der Kwuzah, die Lebensform unserer Menschen sein wird. Ein Leben in der Kwuzah, ein Leben im Dienste des Volkes setzt eine gründliche Schulung jedes Einzelnen voraus. Durch die Erziehungsmethode des Scouting, in der das Leistungssystem in der Generationenerziehung verankert ist, sollen Zofim geschaffen werden: cinsatzfähige und einsatzbereite Menschen, die nur von einem Willen beherrscht werden: ihrem Volke als Chaluzim zu dienen. Nur eine gute Hachscharah und die Verbundenheit mit dem Berufe wird die Chaluzim befähigen, sich in das Leben und die Arbeit im Lande einzuordnen. Im innerzionistisclieii Leben siebt der Bund heute noch keine Gruppierung, die in jeder Beziehung seinen Vorstellungen entspricht. Der Weltvereinigung progressiver allgemeiner Zionisten fühlt er sich in vielfacher Hinsicht verbunden. Die Zugehörigkeit zur Histadruth ais der nationalen Organisation aller selbst arbeitenden Menschen in Erez Israel ist die Pflicht aller Olim. Die innere Stärke des Bundes kommt in seinem steten Wachsen zum Ausdruck; so sind in letzter Zeit neue Bünde in Saarbrücken, St. Wendel, Ottwciler, Neunkirchen, Saarlouis, St. Ingbert, Saarwellingen, Gera, Erfurt (sämtlich vom Habonim übernommen), Tilsit, Danzig, Friedland, Altenburg, Bublitz, Emden, Bad Neustadt und Oldenburg entstanden. Der Bund fühlt sich heute als der Vertreter der nationalen chaluzischen Jugend. Sein Harhscharah-Werk — heute befinden sich über 800 Menschen des Bundes auf Hachscharah — wird täglich umfangreicher. Ueber 120Aeltere sind in eigenen Kibbuzim, weitere 150 in Städten untergebracht. Die Mittleren- Hachscharah umfaßt 107 Jungen und Mädchen in Kibbuzim, über 250 in den Städten, 90 sind bei der Jugcnd-Alijah ge« meldet, weitere 30 bereits im Vorbereitungslager. _ Ufbee 150 Menschen warten auf ihre sofortige Unterbringung. Im Lande befinden sich ca. 60 Aeltere und ca. 50 Mittlere. Der erste Alijah-Kibbuz ist im vergangenen Monat geschlossen ins Land gegangen. Die neue Kafka-Ausgabe. Die ״Jüdische Rundschau“ hat in Nr. 102/103 und 104 des Jahres 1934 eine Abhandlung über den Dichter Franz Kafka anläßlich der neuen Ausgabe seiner Werke im Schocken-Verlag gebracht. Von dieser Ausgäbe sind bisher drei Bände erschienen, u. a. die Kleinen Schriften, die Romane ״Der Prozeß“ und ״Das Schloß“. Besonders hervorzuheben ist die schöne äußere Form, die ja bei den Büchern des Schocken-Verlags stets auffällt. So ist zu hoffen, daß die Werke dieses großen jüdischen Dichtere jetzt einer größeren Oeffentlichkeit zugänglich werden. 7Ht4iSoUdänqif UtcUe&ZÄIeliA und selbstverständlich mit der zweckmäßigen Ausstattung von uns! — Die große Auswahl und die bekannte Preiswfirdigkeit unseres Hauses bieten Ihnen Gewähr für guten Einkauf und frohe Reiselaunel HJOftphsCo»!NEUKÖLLN, BERLINERSTR. 5155־ Schön ber! Cabinet Der kos tliche deutsche Sekt A Mainz dm Rhein Durch den Weinbandel MAX RIEGEL ParlaerStr.»/» J 2 Oliv« 5567 M. d. j. Handw.-V. Vwl, d. Krankenk. HK Hotsi uintann MF Franklan a. Main J^er Komfort ons Beachten Sie die Hotellafel auf den Seifen 17-10 SCHRIFTEN vom Ileclialu* RM• Klar Saba, Kampf am indische Arbeit —d0 Ben-Arl, Zur Geschichte der Kewurah und Ktbbui-Bewegung -,75 Was lat der Hechahm? —,10 Cheruth —,25 Hasolel, Habonlm-Mlttellungsblatt!.Mittlere —/20 Die Histadruth -,10 Zum 1 Odlsch-Arabtschen Problem WS Tatsachen und Problem« Palästina« -V» Chaluzlscher Ztonlsmua oder Revisionlsmtt« —,30 Haboneh, Habonlm-Mlttetlungsblatt!.Altere —,25 Tel-Chal -,60 Hachscharah -,30 Katzenelson,ZerstOnm( oder Neuaulbau ־,«* Anlange. Aua den ersten Tagen der 2 Alllah —,25 Arbeitsprogramm Wr Gruppen-Fahrer de» Hecbaltu —,10 Zu tesiehen gegen Voreinsendung det Betraget (lutügl. Porta) durth die VERLAGS-ABTEILUNG der ,JÜDISCHEN RUNDSCHAU", Berlin W IS, Meinekeitraße tO EUteCöucU,gewiß natklUwnCfadmcMk? 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