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Jüdische Rundschau · 1935-07-05 · Heft 54 (5.7.1935) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 54 (5.7.1935)
Date
1935-07-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr, 54, 5. VII. 1935 Jüdische rundschaü Seife 7 das Jemeniten viertel, eine andere das kaukasische Viertel, wo vielfach orientalische Juden wohnen, aber auch europäische zu finden sind, die auf den untersten Stufen des Erwerbes, meistens der Gelegenheitsarbeit, stehen. In eines dieser Viertel, in die Gegend von Neve Schaanan hinein, hat jetzt die Stadtverwaltung Wege hineingetrieben und auf diese Weise endlich das Gewirr von Häusern, Gäßchen, Winkein und Ecken an einer zentralen Stelle aufgebroctien. Ein großes Schulgebäude steht an dieser Straße, hoch, neu und sauber, mit einem grollen Spielplatz herum. Es ist nicht das einzige neue Gebäude in dieser Gegend. Die Konjunktur hat die Jagd nach Bauplätzen auch bis in diese entferntesten und vorher gering geachteten Ecken gelangen lassen. Große Mietshäuser sind in der Umgegend aus dem Boden gestiegen, die sonderbar mit den zerfallenen Baracken kontrastieren. Man kann sich bereits vorstellen, wie nach und nach auch hier das moderne Tel-Awiw das aite aufschluckt, wie den ersten großen Bauten immer neue folgen. An den Rändern des Vierteis findet man schon heute Schilder, die neue Bauten ankündigen, zum Teil an Stellen, die noch in ״jungfräuliche“ Gegenden reichen, wo man vom umgebenden Hügel aus weit ins Land sieht über die umliegenden Plantagen bis an die jfldäisehen Berge. Und ein Autobus verbindet diese Gegend bereits direkt mit dem Strand, sich durch die alten Straßen, neuen Bauten und Haufen von Materialien durchwindend. Die Aufsehließung dieses Viertels durch eine Straße, der Bau der neuen Schule sind sehr zu begrüßen. Es sieht wie nach einem Anfang von Ordnung in dieser Gegend aus. Ein wirklicher Segen kann jedoch aus dieser neuen Straße nur erwachsen, wenn hier Wohnungen entstehen, die nicht nur besser sind als die Bretterbuden von heute und gestern, sondem auch dem Preise nach den früheren Mietern erschwinglieh sind. In der unmittelbaren Nachbarschaft, dem Tsclilenowviertel, spielt sich jedoch gerade im Zusammenhang mit den Neubauten eine Tragödie ab, mit der sich schon die Munizipalität beschäftigen mußte (bisher ohne Resultate). Die Bewohner der Baracken, die zu einem Teil schon seit einem Jahrzehnt hier sitzen, fanden eines Tatges plötzlich, daß der Boden, auf dem die Häuser stehen, verkauft worden war. Und jetzt drohte ihnen die zwangsweise Evakuierung. Die Bewohner des Viertels aber sind nicht imstande, die neuen hohen Wohnpreise zu zahlen und fürchten, auf die Straße gesetzt zu werden״ wenn nicht eine Lösung gefunden wird. Derartige Schwierigkeiten, Wohnungsenge der ärmsten Schichten, sind das Gegenstück zu der sonst in der Stadt überall so stark spürbaren Prosperität. Und doch liefert gerade diese Prosperität, die die Stadt wachsen, die Läden sich vermehren und verschönern, die Wohnviertel sich dehnen, den Strand von Menschen überfließen, die Vergnügungsstätten sich füllen und die Werkstätten sich eilen läßt, auch das Geld und die Kräfte, mitten in dieser Expansion für die Aermslen und Schwächsten zu sorgen und zu verhindern, daß in dieser neuen Stadt, die sich — wenn auch noch nicht immer mit Erfolg — um Moderne und Geschmack bemüht, Armenviertel entstehen, die mit ihrer Enge, ihrer Wohnungsnot und ihrem Schmutz eine Gefahr sind. Was heute noch relativ leicht ist, kann in einem Jahrzehnt schon eine Herkuiesarbeit sein. ——— Eine Geschichte der Araber Soeben erschien im Verlag des ״Dawar“, Tel-Awiw, der erste Band eines auf drei Bände berechneten Werkes ״G e - schichte der Araber in P41 ä s t i n a“ von Michael Assaf. Der Verfasser ist den palästinensischen Zeitungslesern als einer der wenigen modernen palästinensischen Journalisten bekannt, die wirklich in arabische Sprache und Leben eingedrungen sind, und seine kenntnisreichen Aufsätze im ״Dawar“ über die arabischen Nachbarländer Palästinas sind überaus informativ. Das Buch Assafs ist in folgende drei Bände gegliedert: I. Geschichte der arabischen Herr- Schaft, II. Geschichte der arabischen Knechtschaft, III. Geschichte des arabischen Erwachens. Der jetzt vorliegende erste Band bringt in einer Einleitung eine Darstellung der Beziehungen der Araber zu Pa- Jästina vor der arabischen Eroberung des Landes. Der eigentliche Hauptteil umfaßt die Zeit der arabischen Herr- Schaft im Mittelalter, gibt eine Charakteristik der Regierung und Verwaltung sowie der Bewohner des Landes in dieser Periode, der Lage der Juden und Christen unter den Arabern, des Wirtschaftslebens und der Entwicklung des religiösen (Islam) und kulturellen Lebens, sowie der arabischen Kunst im Lande. Assaf hat aus allen verfügbaren Quellen geschöpft und ein interessantes wissenschaftliches Werk geliefert, das zweifellos auch außerhalb des hebräischen Schrifttums und außerhalb Palästinas seine Bedeutung behaupten wird. Für die Juden Palästinas und insbesondere für die im Lande jetzt aufwachsende Jugend, die in ihrer großen Mehrzahl nur eine recht oberflächliche Kenntnis von Art und Wesen des in Palästina lebenden Araberturas hat, ist dieses Buch von einer ganz außerordentlichen Bedeutung. Denn, wie Assaf im Vorwort sagt, der palästinensische Jude muß einerseits alles zu wissen streben, was mit der Geschichte des Landes zusanimenhängt und andererseits auch das andere Volk, das im Lande lebt und dem Lande durch Generationen hindurch seinen Stempel aufgedrückt hat, von Grund auf kennenlernen. Die Aufgabe wird dadurch erschwert, daß Palästina innerhalb der arabischen Geschichte keineswegs eine abgesonderte politische, wirtschaftliche oder kulturelle Einheit war. Der Verfasser mußte eine Pionierleistung vollbringen, deren wissenschaftlicher und praktischer Wert hier noch gewürdigt werden soll. Die Leserschaft wird mit Spannung das Erscheinen der weiteren beiden Bände erwarten. Der Handelsverkehr mit Syrien Jerusalem. (Palcor.) Die Palästinaregierung beabsichtigt, eine schärfere Kontrolle über die Importe aus Syrien auszuüben, die gegenwärtig viermal so groß sind wie die Ex- Porte von Palästina nach Syrien. Diese Maßnahme wird im Zusammenhang mit der Aenderung des Handelsabkommens vom Jahre 1929 erwogen, da die palästinensischen Behörden fürchten, daß die ungünstige Handelsbilanz Palästinas eine Reduzierung der Lebenshaltungskosten verhindert, die Palästinaindustrie ungünstig beeinflußt wird und trotz der Freifiandelskiausel nicht imstande ist, den Export nach Syrien dem Import anzupassen und den eigenen Markt im gleichen Tempo mit der anwaclisenden Bevölkerung genügend zu btliefern. . Dieser Beschluß wurde vom Finanzdezementen der Rejgierung Johnson und seinen Mitarbeitern nach ihrem Besuch in Beyruth und nach den Handelsvertragsverhandlungen mit Aegypten gefaßt, da die Regierung entschlossen ist, «ne Entschädigung für die ihr durch das Freihandelsnrinzip entgangenen Eingänge zu suchen und gleichzeitig sich zu versichern, daß die Importe aus Syrien tatsächlich syrischer Herkunft sind und nicht etwa aus Frankreich stammen. Atelierbesuch bei Jacob Steinhardt Kommen Sie mit mir! Abseits vom Wege, in Jerusalem die rechte Mauer der Bezalelschule «Mang bis zu einem kleinen Tor, an dem geschrieben steht: Jacob Steinhardt. Treten Sie ein, schauen Sie den malerischen Winkel mit Agaven, mit Pinien und Zypressen und am Ende dieses reizenden Hofes — die Behausung des Malers. Wenn Sie Giück haben, ist er daheim und Sie lernen den Künstler selbst kennen. Großäugig, das Gesicht von zarten Linien durchzeichnet, gleicht er fast einem Holzschnitt seiner eigenen Hain! und vertritt den schönen Typ eines geistig und künstlerisch ringenden Mannes. Betrachten wir die Werke von Jacob Steinhardt, so erkennen wir, daß von seinem ersten Bild an, das er als Knabe vom Großvater machte, er sich den jüdischen Menschen zum Problem stellte. Auch bei wachsendem Ruhm blieb er dieser Aufgabe treu, die, groß genug einen Rembrandt zu begeistern, ihn immer wieder in seinen Bann zog. Rühren Sie nicht diese Ghetto-Bilder? Wie sich der Abend über die Mauer senkt, und wie die grauen Grstalten zum Bethaus gehen oder nach Haus, wo die Schabbatlichtcr brennen. Sie sitzen 111111 grübeln über dem Wort Gottes, sie hocken beieinander, sie erwarten tatenlos und ergeben der, Tod. Sie dürfen nicht leichtfertig und eilig als Kinder der Welt an diese Arbeitsstätte eines großen Künstlers treten, Sie müssen verstehende Augen mitbringen und ein empfindendes Herz. Beobachten Sie bei Be• trachtung seiner Hotzschnitte die starke perspektivische Wirkung, die geistreiche Verteilung von Licht und Schatten und dann — den leidenschaftliehen Sinn, der aus diesen Blättern spricht. Schwer zu entscheiden, welche köstlicher sind, die großen (und es gibt heutzutage wenige Künstler, die in einem so spröden Material wie Holz so große Flächen meistern) oder die kleinen Blätter, die meist als Buch-Illustrationen gedacht sind, allerdings nicht als Illustrationen im landläufigen Sinn, sondern als sflbständigc Kunstwerke, die wie Musik die Texte eines Agnon oder Peretz begleiten und in Harmonie verschmelzen mit den unvergänglichen Worten der Haggadah. Vor kaum zwei Jahren kam Jacob Steinhardt aus dem großen unruhigen Berlin, ließ sich in diesem stillsten Winkcl Jerusalems nieder und ist ganz der unsere geworden. Aber bei seiner gewissenhaften Veranlagung ließ er erst lange Zeit Land, Luft und Menschen auf sich wirken, ehe er sich den neuen Problemen zuwandte. Der Jude, der früher im Schatten der Häuser einherschlich, schreitet jetzt über sonnenbrennendes Land: er haust nicht mehr in engen Hütten und Stuben, sondern die kühnen Steinbögen des Orients wölben sich über ihm. Eine neue Epoche im Schaffen von Jacob Steinhardt beginnt. Die weite, leuchtend übcrblautc Landschaft Judäas hat es ihm besonders angetan, die Sonne strahlt aus allen seinen Bildern, sie vergoldet die Kuppel des Felsendoms und auch die Winkel seines Gartenhöfchens, ja, ihre Strahlen verirren sich sogar in die schmalen Judengassen des alten Jcruschalajim. Immer neue Kräfte strömen dem Lande zu, und in Reih und Glied mit Chaluzim und Poalim kämpft der Künstler zum Ruhm und Segen von unserem gelobten Land. Lotte Baerwald (Jerusalem) Jacob Steinhardt Foto: Dr. Anme Main« Eine neue Kreditanstalt Jerusalem, 1. Juli. (JTA.) Eine mit einem Aktienkapital von 400 000 Pfund begründete neue Kreditanstalt ״Landwirtschaftliche Hypothekengcscll- Schaft“ hat ihre Tätigkeit begonnen. An ihr sind u. a. die Barclays Bank, Anglo Palestine Bank, Ottoman Bank, Palestine Corporation und Palestine Economic Corporation beteiligt; ebenso die britische Versicherungsgesellschaft Prudential. Die Kreditanstalt soll erststellige Hypothekengekler gewähren. Auch die Regierung beteiligt sich an der neuen Gesellschaft mit einem Kapital von 2S 000 Pfund und benennt einen der neun Direktoren. Der Bruder des Großmufti von Jerusalem, Fahri Husseini, ei׳n bekannter Rechtsanwalt, ist im Alter von 45 Jahren gestorben. PALESTINE & ORIENT LLOTD offizielle Reisebüro 8etW■ Ztonlsten-Kongregsei ü£er desefflscAa/jküufy OütuMrSdsmu «*Wb Berlin W15, Meinekestraße 2 /1 Bismardc 7303 GibteseinejüdischePhilosophie? ״Haarez“ berichtet über eine Diskussion über diese Frage, welche in Tel-Awiw stattgefunden hat. Anlaß hierzu gab die Anwesenheit des Oberrabbiners von Boston, Rabbiner Joseph Dow S o 1 o w e i d s c 11 i k, in Palästina. Der Oberrabbincr von Boston ist eine eigenartige und markante Persönlichkeit, ein hochgebildeter Talmudist, der zugleich die europäische philosophischc Schulung durchgemacht hat. Er war Schüler von I Prof. Heinrich Maier in Berlin und schrieb ein sehr intcressaiitcs deutsches Buch über die Philosophie Hermann Cohens. Anläßlich seiner Anwesenheit in Tel-Awiw hielt er einen Vortrag, in welchem er von der Frage ausging, welchen positiven Wert die Maimonides-F eiern in der ganzen Welt gehabt hätten. Man habe über Maimonides als Philosoph aus der Aristotelischen Schule gesprochen, über den Einfluß Platons und der neuen Piatoniker, über ihn als Meister der Halacha und als Arzt, aber aus all diesen Artikeln und Vorträgen wurde die lebendige Kraft des Maimonides für unser Geschlecht nicht klar. Maimonides und unsere religiöse Philosophie des Mittelalters üben auf unser Geschlecht keinen direkten Einfluß aus, jene Philosophie war seihst nicht originell und bediente sich der Organe, Uedankenform.cn und Metlioden der griechischen Philosophie. Aber auch ihr Einfluß wurde unterbrochen, und was später kam, ist nicht als jüdische Philosophie zu bezeichnen. Die großen Philosophen, die aus dem Judentum hervorgegangen sinn, wie Spinoza, Hermann Cohen, Husserl'und Berg son sind nicht als jüdische Philosophen zu bezeichnen. Auch die Talsache, daß einzelne dieser Philosophen, wie Spinoza, aus jüdischer» Quellen geschöpft haben, macht ihre Philosophie noch nicht zur jüdischen. Der jüdische Charakter offenhart sich nicht in Zitaten und selbst in ganzen Kapiteln, sondern int Geist und Wesen der Philosophie, in ihren (iednnkcnformen, ihrer Problematik und ihren Malistäben, Nach Ansicht des Vortragenden gibt es mir einen Quellpunkt für eine selbständige jüdische Gedankenwelt, und das j-t die Halacha. Er wies an einzelnen Begriffen die Verschiedenheit der Auffassung nach, z. B. an der ganz verschiedenartigen Einstellung ztim Begriff der Zeit in der Philosophie und in der Halacha. Die Einstellung der Halacha zur Zeit offenbart sich z. B. in der Heiligung des Tages vor seinem Beginn. Bei solchen Begriffen muß der jüdische Gedanke wieder ankniipfen, nur von da aus wird er zur selbständigen Entwicklung gelangen. Dem Vortrage folgte eine eifrige Diskussion, in der insbesondere der Chefredakteur des ״Haare/.״, Dr. Glücksohn, die Stellung des Vortragenden angriff, insbesondere seine Einschätzung der mittelalterlichen Philosophie. Maimonides sei nicht als Erklärer von Aristoteles zu begreifen, sondern als selbständiger Denker, was Glücksohn besonders an der Behandlung des Begriffes der Materie bei Maimonides nachwics. Auch die Bewertung Hermann Cohens durch den Vortragenden sei unrichtig. Das nachgelassene Werk Cohens ״Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums“ sei eine große Schöpfung der jüdischen Philosophie, ein neuer ״Führer der Verirrten“. Hans Reimann in Palästina. Auf seinem ״Motor bum* mel durch den Orient“ (Müller ft Kiepenheuer-Verlag, Charlottenburg) kommt Hans Reimann auch nach Pa- Jästina. Einer der stärksten Eindrücke, den er dort empfängt, ist die Begegnung mit einem Sachsen, der in Nagelschuhen, Lodenmantel, Rucksack und Tropenhelm am Toten Meer spaziert. Außer dem Sachsen sieht er noch deutsche Templer, Pfarrherren und Kolonisten aus Württemberg, das bunte Gemisch der Araber und Juden sozusagen nur als Untergrund. Das Emek glaubt er von russischen Zionisten und arabischen Arbeitern aufgebaut. Dazwischen spricht er von Bronislaw Hubermanns Konzerten unter freiem Himmel; das breite Lesepublikum wird die Beziehung zwischen arabischen Arbeitem und Bronislaw Hubermann nicht gleich begreifen. Aber auch sonst ist vieles in dem Buch nicht begreiflich — z. B. warum der Autor als einzige Zahl die Bevölkerungs- Verteilung von Nazareth angibt ,,211000 Araber — 20 Juden (15 Erwachsene, 5 Kinder)'‘. Soll das ein Beispiel für die Bevölkerungsproportion überhaupt sein•’ Als Vertreter des Jischuw führt er einen Juden an der Klagcmaiier vor und einen Gastwirt in Nazareth, der ״mit den herrschenden Zuständen nicht zufrieden ist“, von Erzeugnissen des Bodens erwähnt er die Distel, au den Erscheinungen des öftentliehen Lebens fällt ihm der Rode nwneher auf und das ,,größenwahnsinnige jüdische Verwaltungsgebäude׳‘ in Jerusalem. Das alles ist ganz ohne (iehässigkeit geschrieben, etwa in einem Tone, in dem man Anekdoten vom ״Ocenig“ erzählt. Aber zum Reiscschriftsfcller gehört mehr Vera ntwortiingsbcwußtsein als zum Anekdotener/ähler. Ist Pa- Jästina so schwerverständlich oder versieht Reimann so schwer? Trösten wir uns damit, daß auch Aegvpten mit dem gleichen Weitblick gesehen wird. Herbert F r i e d e n t It a I Die Palästinaregierung hat seit einiger Zeit die Einwand erung von R a b h i n r r n u n d K u 11 u s f u n k t i o - nären nach Palästina eingeschränkt. Auf Grund einer besonderen Vereinbarung konnte das Oberrabbinaf früher Zertifikate für Rabbiner und andere Kultusfunktioiiäre entsprechend dem allgemeinen Bedarf im Lande ausstellen. Jetzt bewilligt die Regierung Zertifikate nur dann, weint die Bewerber einen schriftlichen Kontrakt mit einer Synagoge oder Gemeinde vorlegen können. Wie der palästinensische Pflanzer verband, die ״Hitachduth Haikarim“, mitteilt, hat er eine Zahl von Zertifikaten für Verwandte von Kolonisten, die als landwirtschaftliche Arbeiter nach Palästina kommen wollen, zur Verfügung gestellt erhalten. Von der Schcdule der Jewish Agency soll ebenfalls eine Anzahl von Zertifikaten für den Pflanzerverband und ähnliche Körperschaften reserviert werden. 111 Palästina weilt zur Zeit der Leiter des Auswanderung*• anites der polnischen Regierung, Ministerialrat L a t o c h a. Während seines Aufenthaltes in Jerusalem stattete er dem Zcntralbiiro der Jewish Agency und den־ Direktorien der nationalen Aufbaufonds Besuche ab, wobei Fragen der jüduschen Auswanderung aus Polen nach Palästina erörtert wurden. Der polnische Generalkonsul in Jerusalem versicherte einer Delegation, daß die polnische Regierung nicht die Zerstörung des jüdischen Friedhofs in Wilna (von dem es hieß, daß <jr wegen eines Stadionbaues aufgelassen werden müßte. Red,) beabsichtigt, und daß sic gegen lieberfälle auf Juden genügende Schutzmaßnahmen ergreifen werde. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw hat den H a u s« haltsplan für das Jahr 193536׳ angenommen. Für Einnahmen ist ein Betrag in Höhe von 422 500 Pfund vorgesehen, für Ausgaben 433 500 Pfund.

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