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Jüdische Rundschau · 1935-07-02 · Heft 53 (2.7.1935) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 53 (2.7.1935)
Date
1935-07-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JODISCHE RUNDSCHAO Nr. 53, 2. VII. 1935 \ Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern Weidah des ״Habonim“ Wir erhalten folgenden Bericht: Vom 21. bis 23. Juni fand in Out Winkel bei Berlin eine Weidah des ״Habonim“ im engsten Kreise führender Menschen aus Berlin und dem Reiche statt. Dem Beginn der Wcidah, an der sich etwa 30 Menschen beteiligten, ging eine (Jeden kfeier f ü r Arlosoroff und S11 in a r y a Levin voraus, die gemeinsam mit den Praktikanten des Gutes Winkel mul mit der dort befindliehen Mittleren-I lachscharah-t iruppe veranstaltet wurde. Nach der Eröffnung der Wcidah durch Atte I! c i 1 b r u n ת referierten Georg Pape über weltanschauliche und Jaakow Simon über Gegenwartsfragen. Seew Orb ach sprach über ideologische Fragen der Bewegung, insbesondere im Zusainmeiihang mit der Stellung des Bundes im und /um Kibbuz in Palästina, Ji/chak IU11 ׳ - A 11 a r o n über palästinensische Fragen. Line ausführliche Aussprache folgte allen Referaten. Die Weidah wurde durch ein Referat von Hein/ Seligmann über die Arbeit des Hccbalu/ und die Steilung des Bundes in ihr und durch kurze Schlußworte von Jaakow S i 1יז o 11 abgeschlossen. Neben dem mehrtägigen Zusammensein und den aus ihm erwachsenden Weiten, neben einer ausführlichen und von den Alltagssorgen losgelösten Aussprache über die Grünetfragen konnte die Weidah den an ihr teilnehmenden Chawerim insbesondere erneut das Gefühl vier Stärke vermitteln. Fs war ein Kreis führender .Mensehen, der zu großen Hoffnungett für die Zukunft des Bundes berechtigt. Audi die letzte Lntwicklung de- I lab.uiim im ganzen Reich ist da/!1 angetan, die (•hau erim mit dem Gefuhl der Stärke und den! Wi ssen tim neuen Auftrieb mul neue I'ntwickiung zu erfüllen. An fast allen Orten ist es gelungen, die bestehenden Gruppen zu fe-11geu und ihre Erziehungsarbeit zu inteusivieten. Pan eben ist es in letzter Zeit in verstärktem Maße gelungen, in!nur Krn-e i'in/udrmgen. Line große Zahl von Meinen Gruppen, grnßtciitnK aus bisher mierfafit er Jugend bestehend, wurde gegründet, besonders in Hessen Huri im Isliruil.eid. Z11111 ersten Maße scheint es jetzt auch zu gelinge!!, in Kreise der ״dcutscli-jüdixt hen" Jugend ein/udring eil und sie für den Gedanken des Aufbuus Palästinas und vor allem der persönlichen Beteiligung an diesem Aufbau 1!/׳ ge« innen, |)n- Klarheit die-cs Weges innerhalb des Zioni'inuführte atieh Feile amlerer zionistischer Bunde auf dem Wege einer inhaltliehen und verantwortungsbewußten Au-eitiamlerset/mig in diesen Gruppen zum ״I labonitn“. So st je! hi! euiiec Gruppen des Makkabi-1 fazair-IPI). (Mainz, Mannlnum, W.unm, Bamberg und einzelne Führer) in den Ictzti 1! \\ m heil zum ״I labonim". I s w 11d 111 den nächsten Monaten darauf aukommen, die neu erfaßten < i! tippen ebenso wie die bisher schon dem Bunde ungehonieci! und wie die noch neu zu gewinnenden — im Bunde, seinen Gcdankengungcn und seinen Zielen zu vorwurzeln und die Arbeit noch mehr als cs bisher (durch verstärke keisetatigkeit der Bumlcsleitung, < lautage und Pegiv'iiuth, durch Veröffentlichungen und Rundbriefe) schon geschah, zu vertiefen, J. S, Warnung. Die Frankfurter Zionistische Vereinigung teilt mit: ״M ir warnen vor einem Sammler, der in Frankfurt am Main jüdische Familien besucht und Geldbeträge für angobliche zionistische Zwecke sammelt. Seine Angaben sind absichtlich unklar, stellenweise hat er angegeben, ,im Auftrage der Meinekestraßc‘ zu kommen. Mit unserem Ein- Verständnis finden zur Zeit in Frankfurt außer für Keren Hajessod, Keren Kajemeth, Keren Thora we Avodah und Schekel keinerlei Aktionen statt. Unsere Mitarbeiter haben Ausweise, die über den Zweck ihres Kommens klare Auskunft geben." «luden und Jüdisches im Rundfunk Mittwoch, J. Juli: ]\wj ל1 .<רי47ו: l\ a. >hn. — Hnfiapest Gkjd», 21 י'־ j; .). 13!יi\ ׳:׳.!,mg \ t >11 '-mIm, von < GtMnurk.! .uv :!,! - 11;;■־ h'li, 2135: l , a, Mo-/k3M~ki. - - ■Bukan-öt (365), Donncr>lag. F Juli: P ׳!! ׳■!,•!. r CVI״). IR:!,.,Mpktnun. Mn-ik von Mg2, , W.-n 15n71. 20.10: -׳!-,ilf-ktrirn. N!1:o,e N־״. v< ■:! .. t 13521, 21.3": '׳־־ li.tiipl 1H-H, :־;'יי .... [!■ :;! oa![!;!>!;!ו.;,.ן!, I .t1\t־mi־nr׳.) 13 ׳ ״'■*), kl '5: '׳ ־ - - - '. ■ ״:• ■ i Mogidd;! um ji-UwU Mt nulim. . Freitag, 5. Juli: P 5 is :1: ,’1 :15 .1,'’.'1׳!1 :׳. KatjMi.-h vor! Ravel. Y< 11 ו!, >’2יld־r!1111־ liimimd. ihr 2:״ w t »1 i >1!׳ r Hami war tlnrclilit'iihd״ I *,hi m:׳1׳r ׳«־dt ,ס!!. \i«n uni nrier 1 111.iT, als stljDti v])■;־* |!ח;!d11!־ Hnnfi;11könnt״!! m<* In ח־י!י HinmiH <2rt11־f1׳ i, bk wifb im! '!<׳ m< l1K aN Kn־׳< I־׳ u!hI Fn‘U<!«' mul blau!1 \]w rzi-.ia! : .. F!!•י nnht 1 n1 ־! Iiv 11, l'raultuu! liMlila?“ ,J י 1 י St'iri < ‘deן• |!u '1 :,11 ס n'.1“ ״I)as Sd 111, <i,t' >!־!n! \\ ,יי ich 1 '1 יו ♦,lm*, ]’>(, kein Traum. K3 i-f niDin!.!11 ,ח,״{־D׳m m,h!d" 1,ח*)י{ין. das an ]<10)׳ Stunde purlit. I< 11 mnik <׳■' nur ״ul nd1׳n If'dda fktcld־׳ an drn Nddm!i||,1u, d;s «in mit Madel ailMJ und M rltur am WaMraml ]];die. \\*'!|t'r halt(1 solche w orl•* nicht. Weiter balle aul dein Heimweg ihren Arm in (lern seinen geborgen und plol/licli ihre Hand gedrückt. Uns würde Fehlinger nicht tun. iDr sah in den Himmel, lind Ilrdila wußte 11 tollI. oh sie nicht darüber vergessen werden wurde. Sie sah ihn prüfend von de!• Seite an. Er hatte die Augen geschlossen, ein leichter Wind fuhr ilnn durch die Locken, Heren Blond in der Sonne eigenartig glänzte. Plötzlich wandte sich Fehlinger um. und llcdd« mußte rasch wigsehen. ״Ich halle ein Gefühl, als flögen wir ins 1 nbrgmi/lr, als würde sich uns mehr und mehr die Helle lichten. T aasend Liehtringe tanzten vor uiemen Augen. Ich senkte die Lider. Da trat Ihr (loichl aus dem ]!!endenden, Fräulein lledda, Ihr Gesicht.‘‘ Er stockte einen Augenblick, als hielte er den Mein an und fuhr dann mit tieferer Stimme und (a-t lächelnd fort: ..Das kommt daher, daß wir zuviel von Ihnen sprechen. Madelaine Julien sprich! mit mir über Sie, Dr, Weller, mit dem ich viele Aussprachen liaiie, ein wertvoller Mensch, Fräulein lledda" (fügte er hastig ein, wie um :Mich keinen anderen (iedanken aulkommen ־zu lassen), ״spricht mit mir über Sie, und Norlx'rt Eevi 1111(1 viele andere. Seitdem Sie fort sind, sind Sie noch mehr hei uns. Man kann Sie nicht vergessen, auch Dr. Weller nicht, der mir einen Brief für Sie milgab.“ lledda zuckte zusammen. Wo ist der Brief‘.1 \\ o ist Wellers Brief.’ Sie mußte an sieh halten, um?s nicht laut ־zu rufen: Seien Sie kein Tor, sehen Sie nicht, laß ich nur den Biief will? Fehlinger aber schien nichts dergleichen zu sehen, er er- :Ählle weiter, sprach von lleddas Eltern, von der ,Schule, von lein Lehen in der Gemeinde, von dem alten Herrn Julien, 1er einen Zusammenstoß mit Herrn Crailinger gehabt, weil sr gesagt hatte: ״In der Mischna heißt es: Mit dem Maße, Binswangen (Schwaben). In der iiherfiiütcn Synagoge fand die Enthullung einer Gedenktafel iür die Gefallenen der Gemeinde statt. Die Weihereite hielt Bez.-Ra!}b. Dr. Jacob, Augsburg. — ln der Syn- .1.7 .-׳ .-prarhen vor einiger Zeit Lehrer l.ew-kowilz.. Huttonwirsen, über: ״Die Siiuation unserer jiidiwhcn Zeit'1 und Fciirer Neuburger, I’hilippstvurg, üljcr: ״Leben und Wirken des Maiinatnkle.s“. Essen. Hier fand die Kibbuz-Tagung des Makkabi Ilazalr-Hiilh Jl.i/olim Rhein-Ruhr stall, an der mehr als 100 Zolim aus ver- 5 (:biederen Städten Westdeutschlands teihuiimien. Aliends fand im gro&en Saal des Jugendheimes eine Kundgebung statt, die vom Bund gemein-am mit dem Zeire Misraehi und dem Brüh Chaluzim Pahim veian-taltet worden war, an der mehr als 500 Personen teilnahmen. Es -praelien: llclmu'h Neumann, Essen; David Intrcligator, Kiblmz Rodges; Theo Berg, Oberhausen. Gleiwitz. Dr. Hans Prinz sprach am 12. Juni vor einer zahlj« iehen Zuhörerschaft in der Zionistischen OrGgHip[** über da-s Thema: ״Palästina im Rahmen der englischen Oricntpolitik“. Würzburß. liier sprach Dr. T). Srhloßfocrg, hcriin, über: ,,Gegen- \*art>au!״abon des Zionismus‘‘. Htwa die Hallle aller Erschienenen trugen sich in die an diesem Abend neu gegründete ZOG« ein, Treysa (Bezirk Kasse!). In der hie-igen zi״müi>chcn ArSeitsgemein- M'hait spracli am 2. Juni im überhültcn Saale der Gemeinde Frau Hilde Kugelmann, Kassel, über: ״Reisecindrüeke einer Frau in Palästina'4. Palästina-Pavillon in Brüssel Brüssel, 30. Juni. (JTA.) In Anwesenheit des Brüsseler Bürgermeisters M a x, des englischen Gesandten Sir Esmond Ovey und einer Reihe führender jüdischer und nichtjüdischer Persönlichkeiten fand auf der Brüsseler Weltausstellung die feierliche Eröffnung des Palästina-Pavillons ״Israel in 1 re/ Israel" statt. Nach der Eröffnungsansprache des Vorsitzenden des Ausstellungs-Komitees, Goldschmidt-Rrodsk v, hielt der Präsident der Zionistischen Organisation Belgiens. fci■ P15Är Der Palästina - Pavillon bei der Brüsseler Weltausstellung rechts im Hintergrund Foto: i*1nD*L*Ty Nahum Torczyncr, eine Rede, in der er die Erfolge des jüdischen Aufbauwerks in Palästina schilderte. Worte der Begrüßung sprach der Bürgermeister von Brüssel, Kabinettsminister Max, der u. a. erklärte: ״Niemand kann mit dem jüdischen Volk besser mitfühlen als wir Belgier, die wir selber soviel leiden mußten, bis wir unsere Freiheit und die Wiedergeburt unseres Landes erkämpft haben. Darum freuen wir uns mit euch, wenn wir sehen, daß das alte Volk der Bibel in seiner alten Heimat zu neuem Leben erwacht. Wir Belgier sind von aitersher ein Volk der Freiheit und der Toleranz. Auf diese unsere Traditionen sind wir stolz, und werden ihnen immer treu bleiben. Was die Juden mit Hilfe ihrer schöpferischen Kräfte in Palästina verwirklicht habet!, ist bewunderungswürdig, und die ־zionistischen Führer können stolz, darauf sei!!.“ mit dem der Mensch mißt, wird ihm zugemessen. Dann wird keiner von uns mit Liehe gemessen.“ ״Ich habe dann wenigslens den Trost, mit Verstand gemessen zu werden“, hatte Crailinger daraufhin gerufen und der sonst so freundliche Herr Julien halte erwidert: ״Im Midrasch Aseretli wird ge sagt: Bescheidenheit ist die größte von allem Tugenden. Man wagte nicht 7,11 lachen.“ Wo ist der Brief, dachte lledda, Fehlinger fuhr fort: ״Ich glaube, bei Crailinger ändert sieh manches. Dr. Meller ist oft dort, und Fillen Crailinger soll sielt sehr verändert, haben.“ Fehlinger schwieg. Ilodda wagte nun gar nichts mehr zu sagen, sie hätte sonst sicherlich von dem Brief gesprochen. Sie hätte gefragt, warum Dr. Meiler so oft zu Crailinger ginge, und worin Ellen sich verändert halle. Hätte sie etwas anderes sagen können? lledda sland auf. Es wäre spät. In der Nähe des Penslonates sagte lledda endlich mit mühseliger Beiläufigkeit, daß Fehlinger vorhin anscheinend von einem Brief gesprochen hätte. Ja, natürlich, der Brief, — Fehlinger griff in die Tasche und stellte fest, daß er den Brief nicht bei sieh hatte. Er rannte in seine Mahnung, lledda ging auf und ah. sie wurde immer unruhiger. Endlich sali sie Fehlinger zurückkommen. Er winkle mit dem Brief in der Hand. Glücklicherweise sah es niemand. Es war spät, als Hedda die Möglichkeit fand, den Brief ungesehen zu öffnen. Sie las ihn heim Lieht einer Kerze, und die Buchstalw'11 schienen zuweilen zu tanzen. ״Licbo Hedda, ich habe mich nirht zu besinnen, wie ich Sie anreden soll. Ich würde du sagen, wenn irh die Erlaubnis hätte. Denn ich empfinde dich als den Kameraden meiner Nöte. Aber, oh .Sie oder du, das ist unwesentlich. M'esentlidi ist, daß ich mit Unten sprechen kann wie mit keinem anderen.“ Fnd Ellen Crailinger. dache Hedda unwillkürlich. ״Ich will nur gestellen, daß ich in Not bin, wenngleich tiiieh nichts zwingt. Aber aufrichtig gesprochen, mir ist manclurial, ich müßte von vorn zu leben an fangen.“ lledda erschrak. Auch sie hatte immer öfter dieses Gefühl gehabt. Ilästig las sie weiter: ״Ich hin viel mit Fehlinger zusammen, aber Aussprachen mit ihm bringen keine Klarheit und deshalb keine Ruhe: Er erfühlt, wo ich betrachte. Seine Gedanken platzen wie Seifenblasen, wenn ich sie lierühre. Fehlinger baut auf, alter irgendwo in der Luft. Er ist glücklich dabei. Ich stehe auf der Erde. Ich fühle meine Verbindung mit ihr und will nicht gebunden Ankündigungen Jiidiicher Kulturbund Rhein-Ruhr: Klcinkunstabcnd, Leitung: Hans 11inrich. Mitwirkewlc 11. a. Camilla Spira. E-si-n: 4. Juli, 20.30 Uhr, Jugendheim. Köln: 7. und 8. Juli, 20.15 Uhr, Rheinland-Loge. Dortmund: 9. Juli, 20.30 Uhr. Gcmcindehau-. Kein: 10. und 11. Juli, 20.15 I hr, Rheinland-Loge. Keinen : Ossy Kenardv, der 14jährige T!״linvinmee Alexander Gha-cn, Klavier. Dortmund: 4. Juli, 20.30 I hr, Gemens,lehain. Aachen: 7. Und 8. Juli. 20,30 Uhr, Pianohaus Adam, WllheiniMr. 38. KrcieM: 9. Juli, 20.30 Uhr, Synagoge. Duishurg: 10. Juli, 20.30 Uhr, The<M|01-Eaü!er-1!aus. Essen: 11. Juli, 20.30 Uhr, Jugendheim. - - München: ZOG. 4, Juli, 20.30 Uhr, MuH-unesaal: ״Palä-iina 1935", eine Repeirlage in 100 Bildern und 1. Sehmaiiilm, von Dr. X. Gisia]׳ w i!-1 h. Am 7. Juli: Tagung der Zio• nisten Bayerns im Sitiungssaal der Kultusgemeindc. 10.15 Uhr: Eräffnung, Referat R.-A. Be min Cohn: ״Zionismus vor dem XIX. Kongreß — Zionismus im deutschen Judentum", Aussprache. 14.30 Uhr: Aus- Schüsse tür Zion. Arbeit, KKL-Arbeit, KH-Arbcit, 17 Uhr: Bericht der Kommissionen vor dem Plenum, 17.30 Uhr: Referat Dr. Georg Josephstal: ״Der Jischuw in Palästina vor dem Kongreß“, Auespräche. Am 10. Juli, 20.30 Uhr, ,Museumssaal, 1 IcrzLUcdenkleier. Redner: Dr. Joachim Xhin/.. — Familien-Nachrichten Frau Julie Meyer, Biauiwhwcig. Faxtnenstr. 43, beging Ih’retf 80. Gehaltstag. ANTWORTEN DER REDAKTION Frau F. Wenn im Strand h a d Wendcnschlo ß, wie Sie uns berichten, am letzten Sonntag von einzelnen Besuchern die nachdrückliche Aufforderung erging, die Juden mögen sich entfernen, taten Sie zweifellos in jedem Falle richtig, den Ort zu verlassen. Es gellt aus Ihrem Berichte nicht hervor, ob eine private «Hier amtliche Handlung vorliegt, doch ist cs u. E, immer besser, Plätze solcher Vorfälle zu meiden. Esther M., Berlin. Wir raten Ihnen, an die Verwaltung der Gemeindebibliolhek zu schreiben und anzuregen, daß die Frage der Bürgschaft für das Entleihen von Büchern in etwas elastischerer Weise geregelt wird. Frankfurter Leser. Der Rimdfmikbericht vom 17. Juni, über den Sic uns schreiben, ist sicherlich objektiv in vielen Punkten nicht zutreffend. Die Konjunktur Palästinas kann man natürlich verschieden beurteilen, aber man sollte jedes Urteil nur auf richtige Tatsachen stützen. Wenn aber wirklieh gesagt worden ist, ״der größte Teil der Einwohner ist kommunistisch organisiert" — eine Angabe, die nicht einmal für Sowjetrußland zutrifft —, dann ist das ei» Unsinn. Kommunistische Organisationen werden von der Palästina- Regierung überhaupt nicht geduldet Von der Reichsvertretung. Wie wir von der Pressestelle der Re i c 11s v ert r c t u n g erfahren, beabsichtigt die Reichs- Vertretung nicht, auf den Aufsatz des ״Schild“ vom 21. Juni über ״Reichsvertretung und Wehrfrage“ zu erwidern. Berichtigung! In einer llotckinzrigc aus Belgien vor einigen Tagen t>efand >ieh der Zu.-atz, <1.15 auch Zahlungen innerhalb' Deutschlands angenommen werden. Diese Meldung war irrtümlich. Anzeigen Verwaltung NflildlCIl DonRersfaö> 10• Inn* 2030 ׳ Uhr, Hnseamssaai Herzl'GcdenKtcicr Ansprache: Rabb.Dr.joadiim Prinz Ztonlillictie Ortsgruppe Nttncnen sein. Sie fehlen mir.“ Und Ellen? Er sieht sie doch, er spricht mit ihr, und ich fehle ilnn? lledda war verwirrt. Was sollte der Brief? Es war kein Liebesbrief, das empfand sie beinahe bewliüint, cs war eine Beichte, ein Art Abrech* ntmg mit, sich selbst, al>cr doch kein Selbstgespräch, denn, auch das fühlte sie, es war sie, zu der er sprechen mußte. ״Es geht alles von meinem Jmlesein aus“, las lledda weiter. ״Oder richtiger, es geht alles davon aus, daß mein Sein kein Judesein ist. bis heule nicht ist. Zwar scheint sieh sonst niemand Gedanken darüber zu machen, wie ich mir ja früher auch keine Gedanken darüber gemacht habe, ich schrieb an meinen Vater. Die Antwort? 1)11 hast wahrhaftig nötig, an anderes zu denken. Tu deine Arbeit, bereite dich fürs Examen vor, dann hast du keine Zeit Iür zwecklose Grübeleien. M illst du als Jude oder als Jurist vorankummen? Humanität ist ein schönes Kleid für den Juristen. Soziales Empfinden ist ein schöner Mantel. Lnd wenn du es in deinem Herzen hast, meinetwegen. Doch willst du Beeilt sprechen nach dem Talmud? Kümmere dich um das, was dich angeht. So schrieb mir mein Vater. Aber ich fühle, lledda, es geht mich an. Es wuchs mir liier aus Ihren Kreisen entgegen, ich wuchs hinein, es ließ mich nachdenken. mm suche ich und lese und spreche mit Fehlinger. mit dem Lehrer Lew. Die jenseits der Fragen sichen, haben mich zu den Fragen geführt. Viele tragen ein Lippenbekenntnis wir sieh 11er, etwas ganz. Lnlerhiridliches, und das ist das Fürchterlichste, Hedda, da* Niedrigste. So wird die Erbärmlichkeit noch heilig gesprachen.“ lledda mußte den Brief sinken lassen, die Buchstaben begannen vor ihren Augen zu verseliwimmen, die Kerze flackerte, zuckte bald auf. bald sank sie ein. So ist sein Herz, dachte lledda. Sie sah Meller wieder vor sieh, wie er an jenem Gemeindeahend «lageslanden halte, stark, lebendig, klar. Lnd heute? Fehlinger sah Seligkeiten vom Himmel rieseln. Mellt* und sie stießen sich an Fragen und Nöten wund, lledda las weiter: ״Mas heißt: Jude werden? Genügt der Mille? Ist Judentum Religion oder Gefühl oder Anschauung oder was? Menn es nur Religion wäre, wieviel Juden gäbe es unter uns Juden? Menn es aber nirht Religion wäre, was ist es denn? AV ir treiben auf einem Meer. Mo sollen wir Anker werfen? M'ohin treiben Sie? M'ohin ich? Ich glaube, der gleich(» Wind jagt uns, und wir wollen nicht zerschellen,“ (Fortsetzung folgt)

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