Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 53 (2.7.1935)
- Date
- 1935-07-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 53, 2. VII. 1935 Juden und Wirtschaft Ein Vortrag in Magdeburg In Magdeburg hat die NSDAP, in Gemeinschaft mit der N'S.-Hatro zu einer öffentlichen Versammlung aufgerufen, in der u. a. der Leiter der NS.-Hago-Reichsschule und [)״/ent an der Universität Berlin, Dr. Wagner, über die j u de!1 f r ,1 fi e und über wichtige wirtsehaftspolitische (!egenwartsfragen sprach. I)r. Wagner führte nach dem Bericht des ״Volk. Beul).“, Berlin, vom 29. 6. u. a. folgendes aus: ,,JiiUr 11. ::1- ׳!,!_•!miß crkiiiiien, d:1ß wir in dem großen Zu- [.™!!«11״!,‘‘ י',"!!׳. in <!,■:״ <I,• 111•! 1 < I, Si'Iiii'k-,1!, das allein vom Fühl, r l-.roimn!! ui:-!. \\ ir 1), u! a-hrü 'Huro■!! Ir-rnen, daß das T1׳!t|״> de!!.’!;!״ e t:!״,;»!;!■'!!! vroi d,n Wiro-chen der ein/e!!H׳n, s<mde1״ von der groß, n .\u wvnligkiit Inroliiiimi wird, die der Führer eindg mal all! in ■I!rog.!in I, m, iah־!! m 1 rolro־!e der Redner die C.efahren, die der l'iihrer in i!,: n hi-1:-■:;.;,!! K.roip‘!:- g!!׳.,nro lia'le. Bsro-in-iri' hes'liaf' tigie er ,-ah!ml dun Angrilf. den die \'eH teier der jiuli-ehcn Wellv1!!e,han an da- 1, in- 1),״! dita-d mamrahnran. Air IV!1! rohl n-il Reha-,,‘:!-!-:,; :!;׳e, di eandun Aman-d h- /u-hro: niußha. harte da-, \V1'׳i hm! , - rn! ,1. d-ß der \ ,!!! mal - >/iali ■imh ilaiaii zugm!■!-,, a:■ : - n!.-!.!-', a,־.:a! m ,irr Dm!,!a: 1 -rovrgung nieh! Herr -uro-ir. 1! ,! e n ah- M r * ־', -I־!- Vroiroi/img und des (,eldes irre J'iei ■ Iia- .! e, i i., daß man, nt~ nun dem dv.e - a V. he. dm, . V - hl,.,!, n u -1! tv1, jn Wahrheit 11 as ׳1',:, -;;::;ן h Y. , ui ..am4 ׳ am 11’.' luV, daß man Schrill 1 . : . . - -:"ד m. 1 ,1,1 h!!eure D1-m1־:hla11ll e I, d ׳ ' 1: ■׳ I;1׳ ׳; e j .1 i i , 11 - - v iv,, I 1!■ e w e g U n g besiegt hu hü“ Kau! bei Juden — Ehrverletzung Dm״ ׳Wrottlt tiisehe Beohndiler“, Köln, berichtet, daß das scliöiii'iigeimht in S c h ח e iei e m ii 111 einen jüdischen Kaufmann /!! eiru m .Monat (h'f.mgriU verurteilt halte, weil er /nur /weck 11 er Werbung neuer Kunden behauptet hatte, ein |!di! ca-.lrr Nut 1!m׳t!->!/i-1!ist habe bei ihm einen Mantel gekauft, 1 ).is ()bei! ,!;1 d e s g 1■ rieht 1 n M;1 r i e 11 w e r - der I1-.it mm 1111 Bei iifuiigsverf.ihreii eins Urteil zur noch-!11.!!1.gen Behandlung an die Voriu-daii/ /uniekv erwies eil, werT-das Seliollengerieiit in seiner Begründung die irrige A-idfimming r 1Ti!eien habe, <1 alt der Klager nur in seiner I!gen halt ab Ih!1 ili-mlier I eiter lvw. Angehöriger der hsl) \P. ge-.-ei1ut/t wurde. Darüber hinaus sei die Ii e!1 a Ü I1׳ t u II g d es 11 11 k -a!1 i s b ei ei 11 e m J U d e 11 e 1 11 e s e 11 u 11 ׳' e I h r v eilet/ u 11 g für j e d e 11 V o I k s - g e 11 o - s e n. 111 der Begründung des Obcrlandesgerichtcj heißt es: ״|)!. . s. >; (!,■e--h!1 V--". g :: ■ .-in di-1 ׳m. h heu'«• beim Juden kau‘<׳i, ־::■! U; i ü •; 1־' "I Ii \ t Id I' (il(.: (!!U'lfllldK‘ Ml'i•!;•ai.er (1a;.4 •!;<[ .׳; )׳, Ii-!!!־ Mt n,un^ wrHiti vielmehr c 1 i 1 ׳ Au: 1.)/ \י! ■!;!■ 1 ־־! 1:: ו5; 1 יי , w t ■; 1 dr■! iAuLmU'u-, bei einem Itjtitu.!.);;־ l.-i.d•, ־;!!)!'ס!! ii'-iiu o; 1־du:!d'Ik׳ Mrsnuiu' die He־!:,Hip'ui-i־, ei׳! ddU!!!:־ \ . •'k •:vi.׳■ - י ׳ ii,!'!-’!.,! einem luden jn-k'.iuü, n: , ij-dh. « <■:׳ 1 1 ,]:1 ־־ ן, ן I ( r muht, Kl nadi Aun.iv-ung lies 11 ■> 711 hdiuhfi!!“ Ilicr/u bemerkt der ״Westdeutsche Beobachte*!■“: ,.\\ ׳־־ ,mg ah ::eehü di■ s- Sirolui-gi-aüme aui d;ro lebh,!m -m. ,1- 1,1; . ja im' mro -1;h- S,'. 1 ׳ a vrl-! ,1 ro hie!!k,'ll, daß die Kr׳!, aug m.e, , ia d׳!elu־r Y./i. n-roro!!,״,-!' in eisern juds-ehen Gt sdlült gek.vuü, 1 hus-'iish-re veil, minien •ehe Beleidigung ist!“ Uns scheint, daß diese Ansicht nicht den Intentionen der maßgebenden Instar!/■,•n entspricht, die sich mehrfach energisch gegwi eine Sc'ileclitersteHung der Juden im Wirtschaftslelicn gewandt haben. Wurde die vom OLG. Marienwerde,־׳ vertreten!■ Ansicht Allgemeingut, so müßte dieser (1 rn 11 < 1 <;זf/ un.ui-blriblii 11 uuterhohlt werden. Auswirkung antisemitischer Aufklärung Unter der Ueberschrift ״Erfretiliches Ergebnis — Erfolge unserer antisemitischen Aufklärung“ berichtet der ״Westdeutsche Beobachter“, Köln: ,,Ui•׳ wir!‘rühren, ha‘ die verstärkte antKcmitKche Aufklärung der Partei um.1 tkr iki! d- >uli! יי)/iali31Uehe1t Prub-nj erfreuliche Ergtbni-oc zu vuizdiehnen. Von «klitschen Kaulleulcii der verschiedensten Pinne!!׳:!! wuuie mn mitgeieilt, daß ihre U:n-.äi?e infolge der Pcsinming der Kali!11;!! ),■!-.׳! ti imideh ״<• wachsen חסי!!. Eine Heilu: jüdi.-rher Ge ‘•eha He wurde grohin ■ *111, andere .stellen vor der Schließung. Wie wir huren, xjllen ähnliche eifreuÜehe Krgehnisse des 7\bAv,1nderns der deutschen Kautersehaft vuiu jüdischen Kamsehladen zuni deutschen Kaufmann auch in anderen Gauen erzielt wurden sein.*‘ Die Juden in Kurhessen Das ״Archiv für Rassen- und Gesellschafts-Biologie“ vom 15. ö. veröffentlicht eine Abhandlung: ״Zur Frage der jüdischen Durchsetzung innerhalb der ländlichen Bezirke Kurhessens“ von Medizinalpraktikant Rudolf Euler aus dem Hygienischen Institut der Universität Marburg. Der Verfasser der Abhandlung hebt in seiner Zusammenfassung hervor: ״Aus meinen Unter>uchunge*n geht hervor, daß im Gau Kurhessen im Gegensatz zu. der Großstadt eine Mischehe zwöehcii Ariern und Juden nicht sehr häutig ist. Vor allem hat sieh gezeigt, daß der hessische Dauer eine sulche Ehe nicht eingegangen ist, obwuhl er gewohnheitsmäßig gern mit Juden in GesdhatUverhindung gestanden hat, weil ihm beim Handel mit Vieh und Getreide der Jude bequemer und durch seine Verschwiegenheit in Geldgeschäften lieber war als jeder andere. Eine Phi»-gemeinM-haft mit dem Judentum hat er aber ste's ahgeiehlit.־‘ Gegen Kauf bei Juden!11 Kö 11 igswuster hausen fand eine Kundgebung des Deutschen Beamtenbumles 7ur Judentrage statt. Der Red- 11er des Abends, Kirsch, sagte nach dem Bericht der ״Königswusterhausener Zeitung“ von! 29. 0. u. a. folgendes: ״t'ud nun mü-.sen auch wir die letzte Konsequenz ziehen: Kciner kaut! iiulir heim Juden! Wenn du, Jude, uns als Vieh betrachted, dann er Walte nicht, daß wir dich als Men-chcn ausehen. I>cr Idüm 1 hat aip AnUandigkut heraus scmcr/cit nur einen Tag den Boykott verhängt. Wir inii-'.ci nun wa iierhanddn. \V t־ r nichts verdient, wird von allein gehen! Darum 14 es enuiderli< h. daß -ich jeder vom Juden fcinhült, in jeder Beziehung! Dia־ diu'-ihe Volksgenosse muß wb>cu, was er seinem deutschen Blute M־hü!dig i-bt. Aas u!n j-e-1Dלt heraus muß der Weg zur Lösung der Judenfrage gegangen werden, l'nd du, hebe Kömgwvuslener Hausbau, denke daran, ob die Mark, die du au-gibd, dem deutschen Volke dient oder seinem Verderber, dem Juden!“ Werthsini Das Deutsche Nachrichtenbüro verbreitet eine Mitteilung, <lem1fol4׳e im Benehmen mit dem Beauftragten für Wirtschaftsfragen des Stellvertreters des Führers die Besitzverhältnissc der bekannten W e r t 11 e i m - F i r m e 11, und zwar der Wertlieim A.-G. für llandelsbeteiligung, der A. Werlheim (j. m. b. H. und der Werlheim-Grundsfücksgesellscfiaft, erneut eingeheiul überprüft werden. Bis zum Abschluß dieser Feststellungen sollen Propagaiidamaßiiahnien gegen die genannten Gesellschaften unter Hinweis auf die nichta r i s c 11 e Eigenschaft der Wertheim-Firmen unterbleiben. Juden im Bad 711 diesem albihrlich zur Badc/vit wiederkehrenden Tht-m.i, /;! dt m;!-;111u :,/.lerholt ge.uißert haben. \ eroffent- )1111( der ״A (-tü iie Beolucirter", Köln, am 2h. Juni einen Artikel, v-, o;in eu. :1. 111 rßi: ,,Vr . ' .! : .\ e. e , ■ ״, e. 0,!1 ,!!- '־!!.r .,ו!-,!/!-״! ■״ V-11 - t!> :■ | ■ ■ , '1 ...׳■!׳.,., - . h; .1,!:<■!! HD!,! dilich w ־ i; ׳■/)ס, aed d1!;׳:i d.-un Gc-rhrei i :• ׳:. '/!1 \ ׳■! l'i .׳ C y in H: :dt d(ut'“'lu'U Piider,! ׳ ■יי;. ■!, ׳ ' ■*־ . -! ־: ‘ ׳h1 ״;!■.׳׳׳Ilk!;i, ver- - :: ■■'׳ •יי*■'־ . > H ■־׳.)■ i־*• der Äugt legen- 1.■1! ■ ■ : ■.־:•. ־!■׳•■■■ i’•׳ >,!;;■■1'!׳!- ־ in/'s/uTcn, g!,111!)en w.־! . : : : - ,־. K 'c y a:-•(■ Wiikung er* ■ : ׳*• ׳■<■«־ d’ \\ ird, dal׳* iroi/ ->l('h w 11 . ' ־ - i . . ■ . ■ ..! tu na iu n, \ 'eher-!.׳; ■; ■ ' . -! ׳-;.׳! d;■ ’1־\ ׳ 1 ׳:־'־! w umg .)!!ז׳ d ie B•«!־ .:!!־:׳ c :■!: '.״׳• ׳ ■■ ur mii s׳ ’*•hrü Sa־'hrn!)(.heiligen :■׳o. |! . s(! h .,DÜ, 1-׳ l-, ., . Id.i'/c. \Sdnu die Juden sich;■o!u Ai in׳, di•:■ d, da!־, i i::! ־ Arb, -g:,!״ i׳ (.l׳u!n .noIIui! die <־c-!snSrn m :: daui!!! dp s 1>!,iroen, IAk 1 ־.d-fhe Zurech! w(d-ung <iu.׳ch auy,a ut;.!׳ Ausi Au - ' -,־aac c wi!-i I 4 .י int. ui A Mulle schäften,“ In dein Artikel wird erst gesagt, daß schon der ״imerwünschte Anblick“ der Juden .stört, und weiter unten wird von Abwehr von Storungen gesprochen. Dies zeigt, wie schwierig die Situation der Juden in sulchen Fällen sein kann. ♦ Die ״NSZ.-Rhdnfront“ meldet von einer Schlägerei in einem Bad. Das Blatt schreibt über die Rheinbäder in Ludw i g s 11 a f e 11: ,,Ihn >ei)w * ißhv.leukt nr»k( uAiuiidt•!! BadcgiiAcri jüdi-rher Kawe winde an der Ka ■-!׳ huncml ln iy־.h!,!cht, daß in diesem und jenem Bad ihr!A-11A1 uiulu mehr efwu!m.-11! sei. Fnler viel < ie-< liimpfe und f ׳e״Ai!t.i (•:u-Acg-h•!! -i׳‘ -ii'h s Idicßln'h, sich in ihr SrhAk-ai zu f/־geben ■■■־!i:d1 gingen. I Augen aber kmnrsu egs n.n h ifaiJT, .חסיdem über!!!-' Kiu i:;1 >!ti■ ke, srhiiuuiiiicks zum 1״ ierwet k“. Für 11if׳-c seifen־• Abart v!m »an׳an SAiw immbad wurde var Jahren einmal der Au -dnuk ,,J u d v n :1!ן u :1 r! u m“ grptügt. Inn! dabe 1 ist ro am'!! in *der di־ oalu Aen. roii-tm guhliehcii. Ungehindert gab ־*ich doif di׳ Ju'Igic IAhe v!)11 M.umheim-1 .udwigdiaicii und Umuf'bälhg Tag!111־ Tag ihr St »*!!dicht in. 1 )io-» 1 ,,Ktcis•‘ der ״Aquarium-Br-m hm“ cauuhr 711 Beginn die» •r Worbe nunmehr durch die Lanlw 1g-haü• m:r ,.Au ,u andmer“ t. ine Un räch( liuhe \'ergroße! uug. Es;Aht c in;!!י‘!׳ Sp: ii hw:יrt : ״Dt'r Krug gAst 80 lange z.um Brunneri Ins er!>!!־ Ie“ ■ und je:/t cfnlHeh war da- Maß voll. Die deutschra-Agcn Bjdcg.ioc sch! ioen vorgr-leru zur Se!!)*vthilfe und forderten :!emon.-tra!iv die E!4 :c; :umg tier ״AuHcrlrsencn“. In Spreeh״ :hören g:1b׳sn י׳ס mit dem Kampfruf der Bewegung ״DeuUrhland rrwjiAv׳!•' ihrer A: tlchmmg do-ru unhalf l׳>aren ZijAlrmde^ AU-sdruck. Fnd da hrgah . i«A1 du«, 1 higlauhlu hc: An-1;m omgtim! khmglcei ui verduren, ivubert die Juda! ein MT?geheul an und beschimpften auf das l.adhit igste ni-dit mir die deutschrasdgen Badegäste, sondern auch Staat, R־gic!־utig und liewegiing. l)a war es mit der Ruhe vurb i. Ekam zu einer regelrechten Schlägerei. Ja, es kam s;>gar '•׳> weit, daß ein U e b c r l a 1 1 k ׳» m ni a n d o erscheinen und den i laupHvor thihrrr der Juden verhalten mußte. ZähneMctsehend räumten die Nichtarier, hoifent lieh für iniim r. das l'eld. Am Eingang fauchte jetzt, ah, c*s zu spät war, ein •Schild auf: ״Juden;und hier unerwünscht", und bald war das Bad judenirei." * Am Eingang des Freibades im Volkspark Jungfernbeide in Berlin ist ein Transparent angebracht ״Juden sind hier unerwünscht“. Wie uns mitgeteilt wird, fst am Eingang des Seebades Herings dort ein Schild angebracht, wonach Juden nicht erwüiiijcht sind. Gesuche für Schutzhäftlmge!11 der ״NSZ-RHcinfront“ wird von amtlicher Seite mit־ geteilt, dal] es notwendig geworden sei, eine im April 1933 von Gauleiter Bürckei erlassene Bekanntmachung über Gesuche für Sehut/häftlinge nochmals in Erinnerung zu bringen. Sie sei nach wie vor in Gültigkeit. Die damalige Bekanntmachung hatte folgenden Wortlaut: ״Ihne Reihe von Ge-urhen liegt liier vor, die sich mit der Frei- Ia;׳sung vt׳o puüthehen Schu!zhaMyct;mgc!1cn heia'•.-Aen. Es muß Festge.adif werden, daß die GcNU14}׳cüf׳r sich in der Hauptsache für verhaftete J u d v n und bi-M r ge teilte Sdm*d1ältli11ge eiti^elzen. N’if'ht' zuletzt mödite!uh in di!-cm Zusamtnenliang auch auf die vorliegenden ärztlichen (!utaelitm hinwA^ui, W'elche die I iaftunfäliigkeil ind)(W)11(|(Te v״n Juden lV>Mdl1׳n. Um arme Arbeiter, die sich in Schutzhaft befinden, hat Ach hA jetzt noch kein Mensch an genorrmien! Ich halte e*« daher tnr rulitig, l.)rkanntzugc!>en: 1. daß in e14־cr Linie jene verhafteten Ar heiter freigelassen werden können, um die Ach boher niemand angenommen hat; 2. jene politischen Gefangenen, für die die meiaen Ge-u< he varlirgeii, werden zuletzt entlassen! Unter die>en wiederum endlich werden am Schlüsse diejemgen entlassen, für die sich st 1114 Kommcukmräte eingesetzt haben.“ Keine Erntehilfe für Juden Die ״Fränkische Tageszeitung“, Nürnberg, meidet: ״"'ie un«! an? Rückingen mi1״r!c1it wird, lehnen es die landwirt- *chafilichen Arhriler des dortigen Broirks ab, den ansässigen Juden bei der Einbringung ihrer Heuernte M!1tflich zu sein. Die. »n schwere körperliche Arbeit nicht gewohnten Vichitideri ntünsen mm wohl oder übel einmal Rechen und (robcl in die Hand nehmen und bei 35 Grad im Schatten lernen, was arbeiten heißt. Ob sie nicht vorziehen, in ein anderes gelobtes Land zu wandern?“ Die Bewegung im allgemeinen Zionismus Für eine Welt Vereinigung Allgemeiner Zionisten Warschau, 27. Juni. (JTA.) In einer gemeinsamen Sitzung der Weltleifungen des ״H a n o a r llazioni“ und ״H tchaluz H a k la 1 Z i o n i“ wurde die nach der Krakauer Konltrcnz geschaffene Lage im Allgemeinen Zionismus cröriert. Nach einem umfassenden Meinungsaustausch wurden mehrere Resolutionen gefaßt, in denen es u. a. heißt: ״Die allgemein-zionistische chalu/ische Jugend nimmt mit Genugtuung von der Bildung der ״Weilvereiiiigung Allgemeiner Zionisten“ Ke!.11tnis, in der alle konstruktiv schöpferischen Kräfte des Allgemeinen Zionismus vereinigt sind und die allein berufen ist, den Allgemeinen Zionismus zu repräsentieren. Die allgemein-zionistische Jugend nimmt mit Genugtuung den Beschluß der ״Weltvereimgung“ zur Kenntnis, Unterhandlungen mit der Histadruti! beireffend die Regelung der Arbeitsbeziehungen im Jiscluiw aufzunehmen.“ Vom Weltverband Allgemeiner Zionisten Krakau, 27. Juni. (JTA.) ln Krakau fand eine Sitzung der Leitung des Weltverbandes Allgemeiner Z i o - nisten statt, an der Mitglieder mehrerer Landesorganisationen und Vertreter der dem Weltverbaud an geschlossenen luge/tdverbäntle tcilnahmcn. Der Verband wird eine eigene Weltliste zum Kongreß aufstelien. Einstimmig wurde beschlossen, die Arbeit des Weltverbandes fortzusetzen. Dr. Schwarzbart hat das Amt des Verbandsvorsitzendat übep■ 11 om men. Wie mitgeteilt wird, ist als Spitzenkandidat der Weltliste des Weltverbandes Allgemeiner Zionisten zum XIX. Zionistenkongreß der Präsident des Jüdischen Nationaifonds, M. M. Ussischkin, aufgestellt worden. Auf der letzten Sitzung des Zentralkomitees der Zionistischcn Organisation Frankreichs wurde der Anschluß der Organisation an die iieugegriindetc ״Welt- Vereinigung Allgemeiner Zionisten“ beschlossen. Vor den Councilwahlen. Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Tagung des Councils der Jewish Agency in Luzern werden sich Dr. Werner Senat o r, Mitglied der Agency- Exekutive mit Dr. Michael Traub in! Aufträge der Exekutive der Jewish Agency in den nächsten Tagen nach Polen und Rumänien begeben. Die Reise dient sowohl der Rücksprache mit maßgebenden Persönlichkeiten der Jewish Agency, als auch der Durchführung der in diesen Ländern vorzunehiiiendeii Wahlen der Delegierten des Council. Die Juden in der Tschechoslowakei Prag, 26. Juni. (JTA.) Der Abgeordnete der Jüdischen Partei, Dr. Angclo Goldstein, hielt am 26. Juni im tschechoslowakischen Parlament eine Rede, in der er die Stellung der jüdischen Minderheit innerhalb des Staatsgefüges kennzeichncte und ein rückhaltloses Bekenntnis zum Staate abgab. Nachdem er einleitend sein Bedauern darüber ausgesprochen hatte, daß die Wahlordnung in jeder Wahlperiode geändert wird, stellte er fest, daß die jüdische nationale Minderheit in der Tschechoslowakei ihre parlatnentarisclie Vertretung auf Grund eines Wahlpaktes erhalten hat, der in Form eines von beiden Vertragspartnern loyal «ingehaltcnen Gentlemen’s Agreement abgeschlossen wurde. Zutn Schluß besprach der Abgeordnete Steuerfragen und die Notwendigkeit von kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Reformen in Karpatho-Rulilaiul. Er kündigte an, daß die jüdischen Abgeordneten für die Regierungserklärung stimmen würden. Die vor dem vollbesetzten f lause gehaltene Rede ries Abgeordneten Dr. Goldstein fand stärkste Aufmerksamkeit und wurde oft von Beifall unterbrochen. Die Uraufführung der neuen Oper von Richard Strauß ״Die schweigsame Frau“, die in Dresden am 21. Juni stattfand, hat, wie es dem künstlerischen Ereignis entspricht, in der deutschen Presse (auch in der Auslandspresse) lebhaften Widerhall gefunden. Das Textbuch der Oper ist bekanntlich von Stefan Zweig, ln den Kritiken wird das Textbuch im. großen ganzen abfällig beurteilt. Dabei können wir drei verschiedene Nuancen unterscheiden. Einige Zeitungen wie ,,Frankfurter Zeitung״ ״Münchener Zeitung", ״Kölnische Zeitu«]g“ Usw. erörtern die Leistung von Zweit;, ohne sie jedoch sehr positiv zu bewerten (am günstigsten, soweit wir sehen, schneidet Zweig im ״Fränkischen Kurier“, Nürnberg, ab). Andere Zeitungen begnügen sich mit einigen scharf abfälligen Bemerkungen über den Literaten Zweig. Und schließlich wird in einer Gruppe von Zeitungen der N a!11 e Stefan Zweigs überhaupt nicht er w ä 11111, so in der ,,Berliner Morgenpost“, ״B. Z. am Mittag“, ״Freiheitskampf“ (Dresden), im ״Westdeutsch eil Beobachter“ (Kühl), ״llakciikrcuzbanner“ (Mannheim) u. a. -- In keiner Besprechung (auch nicht in den scharf ablehnenden Kritiken) wird hervorgehoben, daß Stefan Zweig Jude ist, bzw. daß das Textbuch der neuen Strauß-Oper von einem Juden stammt. Todesfall. Unser Wiener ״J. R.“-Korrespondent berichtet: Mit dem a!11 23. 6. nach kurzem Leiden verstorbenen Amtsdirekter und Ersten Sekretär der Wiener Jüdischen Gemcinde, Regierungsrat Guido Fuclrsgelb, ist ein Mann aus dem öffentlichen jüdischen Leben Wiens geschieden, der weit über den engeren Kreis der Kultusgemeinde hinaus Bedeutung hatte. Vier Jahrzehnte hindurch diente Regierungsrat Fuchsgelb mit größter Hingabe der Wiener Kultusgemeinde. Er war, wie es Obcrrabbincr Dr. F e> u c h t w a 11 g im seiner Rede am Grabe sagte, der ״Spiritus r e c t o r“ der Jüdischen Gemeinde. ״Was in den letzten Jahren von der Gemeinde geschaffen wurde, trägt seine Marke", sagt in einem Nachruf der Präsident der Gemeinde, Staatsrat Dr. Friedmann. Als Hauptschuldige an den judenfeiiulüchen Ausschreitun* gen, die vor kurzem in So ko ly bei Loniza stattgefunden haben, wurden zwei Führer der Natioiialdcmokratcn in das Konzentrationslager Breza Kartuska gebracht. Ferner wurden zwei Nationakieniokraten aus Suvvalki, wo ebenfalls vor einiger Zeit pogromartige Ausschreitungen stattgefunden haben, ins Konzentrationslager eingeiiefert. In der von Adolf Donath herausgegebenen Zeitschrift ״Die Internationale Kunstwelt“ (Verlag Schulz, Prag VII) wird mitgeteilt, daß der Herausgeber Adolf Donath nach halbjähriger schwerer Krankheit nunmehr seine Arbeit wieder aufnimmt. Das Juni-Heft enthält einen Aufsatz von ihm über moderne französische Plastik in Prag. Dasselbe Heft enthält noch eine Reihe für den Kunstfreund interessanter Beiträge aus verschiedenen Ländern. . ££)• (MD Das ganz« Jahr geöflnat ö$31(§l)nu0*Do(!5er* ׳4*ג!ף Dar ideal« Erholungsaufenthalt Gahßiztos Wellenbad * Große Ungewissen Herrlicher Wald * Penilon ab Frca. 14,—