Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 52 (28.6.1935)
- Date
- 1935-06-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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jüdische Rundschau Berliner Rundschau NR. 52, 28. JUNI 1935 Neue Ausstellung Im jüdischen Museum Kur/, nach Schluß <1 er Frülijnhrsausstclhinp jüdischer Künstler zvi^t!las Judi-ehc .Museum seit dem 23. Juni bei OelejrcnlHit der er.sfn1.1li1.1en Ausstellung interessanter Neucrwcrbimifen, Svhc!1km1״t:11 mul Leihgaben auch einige neue Werke junger jüdischer Kunst. Im Mittelpunkt des Interesses stehen aber die Stiftungen und Leihgaben um Lieberm a n n u n d s e i n W e r k und erwecken Erwartungen für die Keine Veranstaltungen im Monat Juli Wie die Staatspolizeistelle mitteilt, Ist es erwünscht, tmit Rücksicht auf die Urlaubszeit und die allgemeinen Sommerferien während des Monats Juli im Zuge der allgemeinen Vcrsaminhingspause die Veranstaltungen der jüdisehen Vereine und Organisationen — mit Ausnahme des Sport- und Spielbetriebes auf den Sportplätzen — ausfallen zu lassen. In besonders gelagerten Fällen wird sich die Berliner Zionistische Vereinigung, soweit es sich um zionistische Veranstaltungen handelt, mit der Staatspolizeistelle in Verbindung setzen. gr״l1e I!chcniMii11\׳ ■;׳'-H111!־n:.׳ im Januar 1930. Sehr interr-canf j>t da- 1’iaU.i: de- IC <> Ml m 1׳ r z i e 11 r .1 t s Josef I. i e b e r m a 11 :1, 9! r!׳eloiiKitüeli ״die I ngkimler i!1 der Kattu'ibraiichc \ >m K!׳utiueiit vertrieben hat". I )ies (ieiniilile winde!11 -!יי a:;.d -di a!- Werk eine-, unbek.imiteii Künstlers erhalten und Iw.•: der Id!!!4; 11:1;.;׳ und Re-taiirierung wurden dann die Sneiatur de- Ktu!-11 ei - und da, i"11tstehungsjahr siihtieir Di- -ein -dn.m.• ( irm.ilde au••: dem Jahre 1301 von tiract;1 a,:t wci enter, .!!:er Maikultur. I )er rote Samt der Kappe, die hw .11 /e Seide de- Hindci ■», die scholl gemähen 1 lande und de■ intete--ante, K1׳h׳m>\olle Auffassung können m hr wo!!! den ju ׳!g 1 rt I ieberniami zu eigenem Seli.iffen he:;ri-!; t halien. I ):!׳ Hiei-tifd/eiehming von N;11!1:111:11׳ I Sichel audei gleichen /eil -teilt den damals tOjährige!■! I 1 e b e r!11 :1 11 n dar,!11111 ei-r sehr aufschliiBreieh, wie d«T iuncv hdei-.iler Sn.liel -ehon im 1(1 jäh rig e n d e n ין r 11 f e 11 d e 11 M a 1 e r I) I i e k delinken Augeals wi'm!111 A ll e; kennt. I Sa- - c 11 ö n - t e a b e r und vielleicht das sfl11,n-:e Bad der ganzen A;o-telhmg ist die 1 e i 11 g a b e 3 u s I. i e b e r m a u!1 - N a e I! 1 a IS ״I) i e Hei 11! k ehr des I o b i a l'ehiTau-!'arb: n-cli״:: in weinroten, braunen und hellen grünen und gelbe!! Tone!!, natürlich in der Bewegung, aufgeloekert und '. ii I I. icliter alfrühere Interieurs hielte man das Bild für da- < lemalde eines modernen Künstlers, w ü ß t e m a n n i;.1! ־ t, d a 15 es I i e fi e r m a 11 11 s allerletztes (.1!' 111 a I 11 e ist! Hier halte eine neue Epoche eingesetzt, ein neuer Anfang und wieviel Bereicherung, wenn ein Meister wie l iebem!,11111 die Sprach 1• der Farbcufreilu'it der allerjüngsten Knn-t gebraucht! Wäre nicht die wahrhaft biblische t des Vaters des Tobias, wie er aufgestützt auf den Knickck sich eben erhoben hat, daun könnte man in der lockeren läge der Tnrhalfte an Hugo■ Pariser Maler denken. Ein iHlcrschuncs Gemälde einer Frau L. L. i in weißen i 1! e!1 k I e i d (I eilig.ibe); das (iemalde: ״F r a 11 Fieberum und ihr Enkelkind lesen ein Buch", eins der späten (! a r t e 11 b i I d c r (Leihgabe) und einige Zekitnun;gell, ebenfalls gestiitei, v m oll-t atidigen 11 1 e kleine I. i e h e r 111 a n 11 - A tt s s ז e 11 11 11 g. Unter den Zeichnungen ein Selbstpnrtr.it. Auch dagroße Liebem!ann-Porträt, das schon in 11er \origen Aus-tellung zu sehen war, und das kleine Porträt eine־,- Juden aus dem Jahre 1S71 sind zu sehen, nachdem dakleine Portnit jetzt ebenfalls dem Mu-eüm geschenkt wurde! Von mehr kultui hi-torix he-tn Interesse sine! die Neue r \v e r b u :1 g e :1 alb•!■ Stichig I itlio- und Radierungen. I las Porträt sie- -p.ät( :ei! I,a! 1-tin suser- Frankl als Bur.-eheil.-cliafller, der Stich mit d■ m Portr.it des über sinne jungen Jahre reifen C.arl Ilei.oiih Spit/iig der als!.?jähriger in den AVir/k.'.mpfen de- Jan:!'- 1? IS tu;!, und das interessante Portr.ä* di- Kabbuie: - H e :1 t - c h in ,1 ״ n. Fa-t modern wirkt die Kreidwcidiihmg;11<־ I vidinaml lleilbut, ein Frauenportrat au- Iduti 1350. Jim.g-tc Netierwei hungen vcm Prof. ״Wir werden es beweisen!11 Die Aiijah der Tel Chaj-Gruppe Dumpf lastet die Hitze des schwülen Sommerabends über dem Anhaltcr Bafmhof, dem Ziel von Zchntausendcn, die mit Fcrienbcginn aus der Großstadt fliehen. Unaufhörlich brandet eine wahre Sturmflut von Menschen durch die weite Halle, schäumt empor über die Freitreppe und ergießt sich auf die bereits überfüllten Bahnsteige. Inmitten dieser Sturmflut aber zeichnet sich deutlich eine Gruppe ab, eine ,,jüdische Insel“. Hell leuchten die weißen Hemden der Jungen, die Blusen der Mädchen. Es ist eine Gruppe der Jugend-Alijah, die Tel Chaj-Gruppe. Eingeschlossen von der Mauer der vielen hundert Angehörigen, beladen mit den Gaben der Eltern, Verwandten und Freunde dringen sie allmählich zum Bahnsteig vor. ״Elite der jüdischen Jugend“ hat man diese jungen Menschen zwischen 15 und 17 genannt, die ausersehen wurden, Tel Chaj gemeinsam mit Altersgenossen aus Ercz Israel selbst wieder aufziibaucn. Tatsächlich unterscheidet sich diese Aiijaii von den vielen, die man bereits miterlebt hat. Sie alle, die jetzt auszielien, hat inan gekannt, man hat sie im Vorbereitungslager gesehen, mit ihnen über ihre Hoffnungen und Pläne gesprochen. Aber heute erscheinen sie fast fremd, ernster, bewußter als sonst, gereift durch das Bewußtsein ihrer Verantwortung. Das bringt einer von ihnen am treffendsten zum Ausdruck. ,,Daß wir eine Elitegruppe sind, müssen wir erst beweisen. Aber glauben Sie mir, wir werden es tun! Zwei Jahre bleibe ich in Tel Chaj. Wir freuen uns auf unsere große und schwere Aufgabe. Aber wir wissen auch, was wir denen schuldig sind, die uns entsenden.“ Bezeichnend ist, daß dieser Junge nur einen Wunsch äußert, als man ihn fragt, ob man i 11m etwas nachschicken soll. ״Wenn Sie mir einen Herzenswunsch erfüllen wollen, dann fragen Sie, ob ich vielleicht eine Reproduktion von dem schönen Hcrzl-Bild bekommen kann, das die ,Jüdische Rundschau‘ veröffentlicht hat!“ Je näher der Augenblick des Abschieds rückt, desto intensiver wird das Gespräch. Man möchte sich in den letzten Minuten noch alles sagen, eine Erinnerung mitnehmen für die langen Jahre der Trennung. Für den Beobachter ist es interessant, den Unterschied festzustellen zwischen den Zurückbleibenden, die sich noch scharf nach Herkunft und sozialer Stellung unterscheiden, und den jungen Menschen, die diese Merkmale abgesireift haben und ein einheitliches Ganzes bilden. Der Zug rollt aus der Halle, ein brausendes ״Schalom“ grüßt die Zurückbleibenden. Und in diesem Augenblick virschmelzen auch sie zu einer Gemeinschaft, diese West- und Ostjuden, die Wohlhabenden und die Armen, nämlich zur Gemcinschaft des jüdischen Schicksals. S. Ascher ♦ In München erhielt der Transport aus allen Teilen des Reiches Zuwachs. Die Münchener Jüdische Gemeinde und die dortige Zionistische Ortsgruppe verabreichten den Chaluzim und den Kindern der Jugcntlalijali Kaffee und Erfriscliungen. Auf dem Bahnsteig hatten sich zur Begrüßung und Verabschiedung der englische Konsul, der 1. Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Münchens und der Vertreter des Palästina-Amts eingefunden. Landsberger sind in einer Vitrine zu sehen: eine syrische Schale, ein schön gestickter Tallis, in hellen Scidcnfarben und reich mit Silberstickerei durchwirkt, gibt er eine Ahnung von der Pracht scphardischer Synagogen. Außerdem ein zierlicher alter Silberbecher mit Ziselierung (Rokoko), und eine Psomiinbüclise im Empirestil. Zu den sehr wichtigen א e u e rtrer b u 11 g e 11 der jüngsten Zeit gehört auch eine schöne Küstenlandscliaft, ein Pastell von besser U r v, die an seine Pastelle vom Genfer See erinnert und aus der gleichen Zeit stammt, den 90er Jahren. Frühere Erwerbung, aber um der Gegenüberstellung willen sehr lehrreich, sind zwei Zeichnungen. Von Isac Israels eine Bleistiftzeichnung ״Holländische Frauen“, hell, realistisch, fast eine jourualistisehe Arbeit, und daneben von Josef Israels, dem Vater des Isac, eine Landschaft, Kohlezeichnung mit dem ganzen Zauber der dichterisch beschwingten Stimmung. Neuerwerbung oder wenigstens zum erstenmal gezeigt, sind Tuschczeichnungen von Maut: K atz aus Paris. ,.Ein lithographischer Bocher“ und ein Kopf aus dem Jahre 1929. Von Wolfsfeld aus dem Jahre 1925: ,.Betende Juden in der Maiinonides-Svnagogc in Kairo“, in den Farben und in der Darstellung eins der schönsteil Blätter, das ich von Wulfsfcld kenne. Realistisch ein Alltagsjude im Gebet und der andere, offenbar Talinudkenner von mehr geistigern Typ. Der Raum ist, wie Prof, Landsberg sagt, der re,ו liHEchen ’ Malerei gewidmet. Neuerwerbung sind zwei Landschaften von Asch heim. Die schönste, ' eine I.eihgabe, ein regenfrischcs Dorf im schlesischen Gebirge. Von Bäte, ebenfalls Leihgabe, ein schönes Gemälde, scharf, War in Farben und Komposition, auf den Gegensatz von schwarz und weiß ahgestcllt. Von Pottncr eine Radierung ״Fliegende Enten“ und eine farbige Tierstudie. Neuerwerbung ist eine Kohlezeichnung von Else M e i d n e r, eine ihrer stark vitalen, lebensnahen Zeichnungen, ein Frauenkopf aus der Ausstellung Berliner jüdischer Künstler erworben. Sehr gut ist eine neue Plastik von Elisabeth Wolff im grauen Der Bodenfonds des Palästina*Aufbaus Keren KajetncthLejisrael <Jüd. Nationalfonds e.V.) Berlin W15, Meinekestr, 10, Postscheckkonto: Berlin Nr. 28247 Stuck. Eine kuieende junge Frau von großer Anmut und zugleich ebenso großer geistiger Intensität, moderne Rückkehr zu strengen orientalischen Formen (Aegypten). Die Profil- Wirkung verstärkt den Eindruck. Aehnliches (hinsichtlich des Orientalischen) gilt von der außerordentlich starken Arbeit des jungen Bildhauers Peter Fingesten: Eine Deborah, ein großformiger Frauenkopt von starker Ausdruckskraft, monumental und seherisch eine wahrhafte Prophetin. Im Raum realistischer Kunst hängt ein kleines S p i r o h i I d, Selbstbildnis mit Modell mul Palette, aber im Nebenzimmer der immer sehenswerten und jetzt sogar aktuellen Porträtgalerie ist sein schönes, bekanntes Gemälde: ״Ludwig Hardt liest Heine!“ In der Porträtgalerie findet man ein sehr gutes Porträt des Rabbiners Baeck von Ludwig M e i d n e r und ein Porträt: Frau Paula Ollendort am Vortragspult von Käte Ephraim Marcus. Dort sieht man auch das sehr schone Porträt von Shmarva Levin aus dem Jahre 1931 von Josef Oppenheimer. Es ist ein außerordentlich schönes Porträt, das die gütige Menschlichkeit von Shmarva Levin wunderbar schön zum Ausdruck bringt. Auch das Porträt des alten Kastan, des Seniors der Berliner Journalisten, ist von Josef Oppenheimer gemalt. Ruth Morold Chuß Iwri des Bezirks Friedrichshain. Pie tdee der Chug- Iwri-Einrichtung hat sich als sehr fruchtbar erwiesen; neben dem bereits seit langem bestehenden Chug-Iwri Zentrum, der eine sehr erfreuliche Entwicklung zeigt, ist nunmehr noch ein solcher im Bezirk Friedrichshain unter Leitung des Lehrers Schächter ins Leben gerufen worden. (Jeden Sonnabend, 17—19 Uhr, BZV.-Heim, Landsberger Str. 87.) Gleich am Oriindungstage stellte sich ein zahlreiches hebräisch interessiertes und sprechendes Publikum ein. Herr Schächter referierte über das Problem der hebräischer Jugenderziehung. Ferner hielt A. Groß einen sehr humor• vollen Vortrag in ausgezeichnetem Hebräisch über die verschicdetien Motive, die zur Beschäftigung mit der Hebräisch eil Sprache fuhren. Die Bezeichnung dieses Vortrages: ״Hebräisch aus innerem Gefühl und Hebräisch aus Koniunktur“ zog viele Hörer an. Bei der letzten Zusammen• kunft sprach Dr. A bisch in einem reinen, klangvollen Hebräisch über lehrreiche Daten in der Entwicklung der hebräischen Sprache. Sein Vortrag ״Historisches zur hebräischeii Sprache“ wurde von großem Beifall der Zuhörer begleitet. Montag, den 1. J1»ll 1955, 10.30 Uhr Singakademie, Am Feitungsgrabcn Kundgebung des Habonim Die chaluzische Jugend zum 19. Kongreß 1;:nfrtn«K 1־ 2S fipf.! Ben Ahitron, (׳ Seew Orhach, < n,nr Hu.•־!,״ ד /u SO Hfl. »tlt ('h.-mn k »uh l\r־׳nnrr r}1. S.ipHu-n-ir. 20 21 - Cafe Restaurant UJittelsDach . Besitzer: Oscar Aberbach, Bayrischer Platt 2 Spielu, Vcretnxsaie * Treffpunkt best. jüd. Gesellsch. Br״!{ anctk, Wien. Küche * Dezente Musik. Mittagu, Abend * Gedeck v, RM 1.!0 an Prinieß-cate am KurMdamm 21a — Cafe Uhlandeck —י Kurfürstendamm 31 Neue» verstärkte* OrdhcMsr Gerd. Gerald und seine fabelhaften Solisten spielen tiglich nachmittags u. י|י _ abend* rum **»HZ J*tst Somntrrprpiir -׳׳ Tn sie Kaff•• usw. 50 Rpf, Der angenehme Aufenthalt Die gepflegte Köche Das reichhaltige kalte Büffet Qjioßacfl Kurfürstendamm 72 EckeWaitzstr. Eröffnung: Sonnabend, den 29. Juni, abends 7 Uhr. Am Fiagel 1 Kart Herweg. Sonntag, den 30. Juni 1935* 20 Uhi Brüdervercinsbaua, Korfüratenatr. 115 ״Wir gehn ans Werk“ bin Stink au* •ler Arbeit des Hei Halu/von F.ז n M Raden Musik; Z « 1 I > u 1b f t £, Bnhnrnbild«*r: ) - E. Bo d Inender AuDriuhn von MitRhrdern dr•** Hechsluz Karten /1:7(>Rpl. im Vorverkauf BuK־hh»ndlß. Poppe!•י־ז ״»״ Neu׳' Friedncb^tr. 59 - /’.tRarrrnEesch.Mochem.WeiSentiee' Berliner Allee 254 - Burohed.Wollt,Friedenau, Rhcinstr. 52 Hui hhdlg. K»df־m, Charlbe-, nahbnannfdr. 8 ־־״ Buchladen. Bi»yri«,־h»־r |ף n tt. Jüd. Rundschau, JO (Laden) HECHALUZ BERLIN 1TAFELFERT I0E1 EISBOMBEN hygienisch IM KARTON verpackt Main« Neuhalt D. R. G. M. Stele grofl«rV׳orrat rum tütort• Mitnahmen, auch Halbgefrorenes, bequem auch z. Wochenende. Ab3RM (einsehl.Verpack.) ln Berlin frei Heu» liefert BALSAM-EIS CAPl UND KONDITOREI Wlalandatr. (AM OLIVAER PL.)Ruf: J t Wim. Mt 2. 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