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Jüdische Rundschau · 1935-06-28 · Heft 52 (28.6.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 52 (28.6.1935)
Date
1935-06-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 52, 28. VI. 1935 Arierprinzip und Bekleidung■ - Industrie Der ״Völkische Beobachter‘‘ vom 23. Juni berichtet unter 'dem Titel ״A u f s f i c g 11 e r;1 r i s c 11 e 11 B e k I e i d 11 n g s industrie“ über eine Ausstellung der Herbst- und Wintermoilelle durcli die Adeia, Arbeitsgemeinschaft deutsch-arischer Fabrikanten der Bekleidungsindustrie e. V. Es soll, wie Resagt wird, ״hier lebhaft vor Augen ge fuhrt werden, daß es nur intensiver 1‘arleiarbeit gelungen ist, den nächst der Landwirtschaft größten Wirtschaftszweig, der vorher fast ausschlicßlkh in Händen von א ich tarier» in- und ausländischer Herkunft lag, bereits /u einem bedeutenden Teil in die Hände unserer Volksgenossen uber/uleiten“. Das Blatt sagt dann weiter folgendes: ״Wie geling in 1min. au J,ilucn der Anteil der arischen 1 T I; 1 ׳ r 1' c!; '1: t I ,1:! ihr In'','׳; . ׳!::■_> Hii-eld. /;>:-•! i .'H 07 - M! 1! 1 ־ 00( 1< ־ :.w\u hü lim* 1 VM-h'hv M;u׳h! ] u <1 1 .י v h c - Kapital mii Huu.־!Irr (11 ׳!jwiiikf•!׳, ui! useat jmi1>ch<• Mom>p׳)i-u־IIunnr aus- ■übte, €!!■;( 111 .ui,!!1' ד.־ a!-at lie. 1 hiSlj wr «lern 30. Januar 1933 nur zwölf der k i r!1; ־1 1;!• ״ . ז ,,iit'11 •Irii M׳j: laii'ltD. vwr <Ur NSHV״ Xanona!- 5^1־.d.di ■■?i-n.i.e Bnu:-v : b!!1< iu־ ׳p, l׳.tr dvreii Fmc!>ihtv!!un״ Konh־kh«>n Vil. K1־p<׳!, <i r 7׳ ׳vir י iitiibl'T um! < ir'vh.iiibfultrcr der ADEFA, waiii,;■Fh aF -־!!!־ו h'iuiKi r 11 bckuMicn. Iht!,k drr li.r.uiw 11! 1 r.uU'i IlbIhmi sich die WrhalüiFso in- 7.wi-<!.׳j. L׳an:־'-,h ״■ i!t־l׳r. In khiiu'i! tin-1 minieren S!:i<!tcrt v e r 1 ־> '■־: w ,! n <\ c 1: •1 i <־ n! c h! ,! r! ׳• r h u n 1) e t a i 1 jt c s c 11 ii f t e Juden in deutschen Kur- und Erholungsorten Wir erhalten uns Leserkreisen immer wieder Zuschriften, die darauf Idnu 1 Ren, dali Juden Erholungsorte aufsuchen, die bekannt;׳.״ •eben Indien, dali sie den Besuch von j 11 d e 1! 11 1 ■. 11 t \v 11 11 s e 11 c 11, < ick'gentlich haben auch schon dein-•!., he Zeiiuii.'.i :1 sunt sogar liadeverwaltimgen ein/einer Orte du,;egen Mci'tm.; genommen, daß trotz der offiziell ergaiigt ־in Warnung ve’eia/elt jüdische Besuche stattfinden. Wir haiu n es. wie eit: <1:11 gelegt, für selbstverständlich, daß Juden naht 1 1 iinlin! eg Walten, Badeorte oder Hotels aufsuch ui, an denen -ie!lieht erwünscht sind. Cianz abgesehen davon, daß;ueiinunl sieh der Atögliehkeit, herausgewiesen zu werden, .»!••'•ri/en -oilte, scheint es uns p s v c 11 o I o - gisch und 111 u 11 1, ־ i .ל c 11 unmöglich, daß Juden sieh an solche Orte lugebiii. Fine gewisse Schwierigkeit mag darin bestehen, daß oft Unkenntnis v. ii iiegt, da eine zuverlässige Liste der Kur- und l'rhoumg'-statten, die jüdische» Bestich ablehnen, nicht existiert. Diese Seine 101 igkut kann aber dadurch beseitigt werden, dali inan in jeden! lalle vorher an fragt. Wir wissen auch ans vielen Berichten unserer Leser, daß dies jm allgemeinen geschieht und in dieser oder jener Richtung zufriedenstellende Lrgebni-se zeitigt. Das Bedürfnis der jüdischen Menschen, die das ganze Jahr schwer arbeiten, nach etwas physischer und seelischer Ausspannung ist gewiß nicht geringer• als das aller anderen Menschen. Um so wichtiger ist es, daß ein Lrliolungstirlaub ohne Störungen verlauft. Zugleich halten wir es für selbstverständlich, daß Juden, wo immer sie an Erholungsstätten auftreten, da.s 1 u r u e k!1 a 11 e n d e B e 11 e 11 ni c u an den Tag legen, das unter allen Umständen beobachtet werden soll. Es ist, abgesehen von allgemeinen Erwägungen, ein Unrecht gegen die jüdische t iemeinschaft, wenn einzelne Juden, denen es materiell noch besser geht, durcli auffallendes Benehmen den Eindruck erwecken, als ob ihre Verhältnisse für die Juden typisch wären, während immer größere ־!־eile der deutschen Juden sich in ganz, bescheidene Lebensverluütiiissc fugen müssen. Aerztliche Versorgung Hills״ bedürftiger Die Zentralstelle für Jüdische Wirtschaftshilfe teilt mit: Bis nt die letzte Zeit sind jüdische Kassenärzte von einzelnen KommuiialverbaiHien von der ärztlichen Versorgung Hilfsbedürftiger au-. e.-d!lossen worden, vor kurzem noch in Hamburg. Es j-t de.'l'inlb bemerken-werf, daß der Deutsche (ä e m e i!1 d 1■ t .1 g und! be K a s s e n ä r / 11 1 e h e V e r e 1 n i - g 11 11 g 1 » e 11 1 - c!1 1 a n י : - alhwmeine Rirhtliiieai für Verträge betreffend die ärztli! br Vrr-o! gtin.; Hilfebedürftiger auf gestellt haben, ln dle-an bMelglinien \s ual au-dnicklieh festgesetzt, daß alle Mit,:11! der der k':1--cn ir/tliehen Vereinigung, sofern sie zur \'1 ),-K.1 —vnpra \izu:M׳la--e!1 -iud und mindestens ein Jahr im Be/nk des I ui-orgeverhaiides die Praxis ausüben, 1h: •i r (iieioen de-!111״,o׳n 1 11r-.>rge\eruandes zugela—111 Mini, in dem -1c ihren Wohnsitz!laben. Da von den l\'i, htlii111;׳ abv. eichenden Bestrebungen;;rundsäf/Hci! keine l';!ter-i’.1!/n!1g mehr zuteil wird, ist diese Be- Stimmung für die jiuii•eilen Kassenarzte von großer Bedeutung. Kennzeichen für deutsche Geschäfte Wie die in O log au erscheinende ״Nardschlesische *Tageszeitung‘‘ mitteilt, werden die in Betracht kommenden Unternehmungen in den näch-teri Tagen aufgefordert werden, sich das ת e 11 e K e!1 n 1 e i c 11 e n für d e u t s c 11 e Cieschäfte zu beschaffeii. Dieses Kemi/eiehen, schreibt das Blatt, erhalten nur die von der Partei anerkannten arischen Geschäfte, die Acrztc, Recht-anwälte, Zafmärzte, Dentisten, Kalifleiite und Handwerker, die in der DAL, organisiert sind. Es soll dadurch erreicht werden, daß die deutsche Hausfrau, jeder kaufende deutsche Volksgenosse beieits am Laden feststeilen kann, ob er in diesem oder jenem (jeschäft kaufen kann. Pflicht eines jeden deutschen Kaufmanns wird es daher 5cin, an seiner Ladeiitur (bis Zeichen anzubringen und den Käufer auf sein arisches Unternehmen aufmerksam zu machen. bot ganz. Xeiigriindimgm arischer Läden folgten in Mengen, jüd i> c K c Lade n w u r d 111 ׳ von Ariern u b e r n o m m e n, Aus der arischen Ange-tcllteic-chait bei den nichtarischen Unternehmungen haben sieh die besten Kräfte selbst unter bescheidensten Aldingen selbständig gcin.H'ht. NcIh.־i1 dem alter, Kern der ersten zwölf Finnen und einigen, die verlier aus irgendwelchen Bindungen oder Krvägungi 11 Ict'ngi blieben waren, ist mit den neugegiiindeten Linnen der Bestand der Mitglieder der ADFIF'A jetz: auf etwa 300 angewadistii. Alle ADEF'A-Mi!glictler .sind .Mitglieder der Partei oder einer;iiigeMhlieseneii l’iirtciorganisation und h a b e n sich in den V e r b 11 n d s - a t z u n g e n zu vorbildlicher 11 a 1 i o n a I s o - 2 1 a 1 i t i - , I, e r B e t r 1 e 11 s I u 11 t u 11 g v 1- 1 |> i 1 i c h t e t. .Sie beseiialligen nur arische- I’eisonat und die Forderung arischen Nachwuch-es ist ihre vornehm -tu Aufgabe. Die arischen Angestellten, die bisher nur liir itire jiidUclicti l jitemehmer ihre Modeschöplangerv nutzt■ar machen konnten, haben nun im Dritten Reich begründete Aussicht aut einen eigenen Herd und Betrieb.“ Bei Betrachtung dieser Entwicklung darf wohl von jüd i s c 11 e r Seite auch hinzugefügt werden, daß die Erreichung der Wclfstellung der deutschen Konfektionsindustrie eine gewaltige organisatorische, kaufmännische und wirtschaftsfördernde Leistung war, an der Juden, wie schon aus dem hier zitierten Artikel hervorgeht, nicht unbeträchtlich beteiligt waren. Richard Strauß* neue Oper In Dresden wurde die neue Oper von Richard Strauß ״Die schweigsame Frau“ uraufgeführt. Der Text, der aut eine alte englische Komödie Benjamin Jon so 11s zurückgeht, eines Zeitgenossen Shakespeares, ist von Stefan Z w t־ i g bearbeitet. Bekanntlich haben sich schon vor Monaten an die Vorankündigung dieser Oper heftige Pressedebatten angeschlossen, weil die Mitwirkung des Juden Stefan Zweig bei Herstellung des Libretto als untragbar erklärt wurde. Wie die Tagespresse mitteilt, hatte die Aufführung einen großen Erfolg. Der Uraufführung wohnten u. a. Reichskriegsminister General von Blomberg, Reichsstatthalter Mutsch mann und Staatskommissar Hinkel bei. In den Presseberichten über die Urauffüli• rung wird, soweit wir gesehen haben, nur zu einem Teil erwähnt, daß der Text der Oper von Stefan Zweig bearbeitet ist. Die ״Frankfurter Zeitung“ sagt, daß der Text sowohl frei nach Benjamin Jonson wie auch frei ״nach dem neuzeitlichen Vorbilde des klassischen Strauß-Librettisten Hugo von Hoffmannsthal“ geschrieben ist. Die ״Deutsche Zukunft“ betont, daß Stefan Zweig auf Richard Strauß’ Absicht, eine komische Oper zu schaffen, mit großem Geschick eingegangen ist. Es sei ״ein echtes, rechtes Opernlibretto entstanden, und zwar eines, das den hohen Ansprüchen eines Richard Strauß vorzüglich entgegen kommen mußte“. Ende des Warschauer Boykott• Komitees Wie die Zeitungen melden, ist das sogenannte Boykott-Komitee in Polen von der Polizei geschlossen und das Komitee aufgelöst worden. Die Tätigkeit des ursprünglich vorn Jüdischen Kaufleute-Verband begründeten Komitees war ohnedies bereits sehr schwach geworden. Der ״Westdeutsche Beobachter“, Köln, berichtet darüber: ״Die jüdische Pr1׳-.-c Warschaus nimmt dazu heute merkwürdigerweisc übt׳rh;1u|1l nicht Stellung. Man hat den Eindruck, daß den Juden das behördliche Verbot sehr gelegen kommt, weil sic läng-1 cingc-eiten hniien, daß der Boykott in dir Praxis doch nicht auirccDzucrhahcn war.“ Wir deutschen Juden waren stets gegen die Gründüng derartiger Boykott-Komitees und haben schon damals, als vor '2י D Jahren diese Bewegung einsetzte, hervorgeh-oben, daß häufig bei diesen Gründungen allgemein-politische und wirtschafts-politischc Erwägungen der betreffenden Lander mitspielen. Das galt zur Zeit der Gründung des Komitees auch für Polen. Infolge der geänderten Verhältnisse ist diese Aktion versandet. Es bestätigt sich die zionistische Auffassung, daß im Ringen um die jüdische Existenz nur positive und konstruktive Aufbauaktionen, nicht aber zweitrangige, sinnvoll sind. Die Witwe Edmond de Rothschild■ gestorben Paris, 24. Juni. (JTA.) Im Alter von 82 Jahren ist in Paris Baronin Adelheid de Rothschild, die Witwe Baron Edmond de Rothschilds, gestorben. In den letzten Tagen war die Baronin nur noch selten bei Bewußtsein. Die Beerdigung fand am 23. Juni statt. Der Präsident der Jewisli Agency und der Zionistischen Organisation, Nahum Sokolow, hat an Baron James eie Rothschild anläßlich des Ablebens seiner Mutter ein Beileidstelegramm gerichtet. Baronin Adelheid war am 10. August 1853 in Frankfurt a. M. als Tochter des strenggläubigen Freiherrn Wilhelm Karl von Rothschild geboren. __ Nächste Abfahrten nach Palästina. Dampfer Oalilea, .3. Juli ab Triest; Dampfer Vienna, 4. Juli ab Genua; Dampfer Tel• Aviv, 5. Juli ab Triest; Dampfer Champollion, 5. Juli ab Marseille; Dampfer Gerusalemme, 10. Juli ab Triest; Dampfer Polcmia, 10. Juli ah Konstanza; Dampfer Palestina, 12, Juli ab Triest; Dampfer Esperia, 13. Juli ab Genua; Dampfer Roma, 14. Juli ab Genua (Sonderfahrt); Dampfer Oalilea, 17. Juli ab Triest; Dampfer Hclouan, 18. Juli ab Genua; Dampfer Tel-Aviv, 19. Juli ab Triest; Dampfer Marietfe Pacha, 19. Juli ab Marseille; Dampfer Polonia, 24. Juli ab Konstanza; Dampfer Palestina, 26. Juli ab Triest; Dampfer Esperia, 27. Juli ab Genua; Dampfer Oalilea, 31. Juli ab Triest. Gegen Kauf bei Juden, hi Schwedt a. O. fand ein Schuhing-ahend der NSDAP, statt, bei dem Ortsgruppenleiter Krüger sprach. Nach dem Bericht des ,,Schwedter Tageblattex“ vom 22. Juni bemerkte er u. a., daß die Stürmerkästen am Alten Rathaus sich einer immer mehr steigernden Beliebtheit seitens der Schwedter Einwohner erfreuen. Er erklärte, daß in Zukunft jeder einzelne, der beim J u den k a u ft, i in Kasten namentlich angerangert wird. Das Publikum werde gebeten, bei der c.'tstellung derjenigen, die itt jüdischen Geschäften kaufen, behilflich zu sein und sie namhaft zu machen. Emnfchlcnswert sei, die Käufer heim Verlassen der genannten öeschäfte zu photographieren. Die Lichtbilder sollen dann im Stürmerkästen ausgehängt werden. ZUR REISEZEIT Unsere Freunde bevorzugen die Hoteis, Pen״ sionen und Sanatorien, deren Empfehlungen sie in jeder Freitag ״Ausgabe unseres Blattes finden IN ALLER KURZE Die judenfeindlichen Ausschreitungen, die vor kurzem tn Grodno stattfanden, haben ein zweites To dies, opter gefordert. Der 50jährige Gcdalja Blecher ist seinen Verletzungen erlegen. Gegen das Heim des zionistischen Klubs Kadimah und'des zionistischen Sportklubs Hasehachar in Warschau wurde.ein Sprengstoffattentat verübt. Der 13jährige Emanuel Wcnbner und der 14jährige Ephraim Fortmann wurden schwer verletzt und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Die Einrichtung ist schwer beschädigt. Die Täter sind unerkannt entkommen. Der polnische Sejm hat endgültig die neue W a 111 o r d. nung angenommen und die von den Qppositionsgruppiu vorgeschlagenen Aenderungen abgelehnt. Aus informierten Kreisen wird mitgeteilt, daß die Juden die Möglichkeit haben werden, sechs Deputierte im Sejm durchzubringen. Im Senat werden die Juden durch den nominierten Senator Rabbiner Prof. Dr. Scharr und vielleicht durch einen gewählten Senator vertreten sein. Die Leitung der Zionistischen Organisation Amerikas hat die 38. Jahreskonferenz der amerikanischen Zionisten für den 29. Juni nach Atlantic City einberufen. Die Leitung hat die Liste der Kandidaten für den 19. Zionistenkongreß vorbehaltlich ihrer Bestätigung durch die Landeskonferenz zusammengestellt. Der Schatzmeister der British Legion, der englischen Frontkämpfer-Vereinigung, Major Brunei Cohen, ein Jude, wird die Delegation der British Legion in die Tschechoslowakei begleiten. An der Delegation nach Deutsch-!and wird Major Cohen nicht tcilnehmcii. Für die weltanschaulich-politische Erziehung der Korporationsstudenten hat der NS.-Deutsche Studentenbund Richtlinien erlassen, in denen u. a. bestimmt wird, daß eine Voraussetzung für die Zusammenarbeit des NSD.-Studentenbundes mit einer Korporation die Zusammensetzung der studierenden Mitglieder der Korporation nach den Grund- Sätzen der NSDAP. (Stichtag 1. Januar 1800) ist. Damit ist offenbar die arische Abstammung gemeint. Im Gau Süd-Hannover-Braunschweig sollen laut ״Frank• furtcr Zeitung“ vom 27. Juni anläßlich der Gautagung der NSDAP., die am 29. und 30. Juni in Hannover stattfindet, von der NS-Hago kleine Abziehschiider mit der Aufschrift ״D eutscher Handwerker“ und ״Deutscher Kaufman n“ herausgegeben werden. Diese sollen an dem Schaufenster eines jeden reinarischen Geschäftes angebracht werden. Der Vertrieb der Schilder soll durch die politischen Leiter der NS-Hago erfolgen. Die ״Münchener Hochschui-Zeitung“ veröffentlicht in ihrer Ausgabe vom 21. 6. einen Aufsatz ״Was will der Jude heute nocli auf der Deutschen Hochschule?“ Der Artikel kommt zu dem Ergebnis, zu fordern: ״Kein Numerus clausus, sondern totale Sperre des Hochschulstudiums für den Juden!“ An der Universität Göteborg wurde für Prof. Ernst Cassirer, der bis 1933 an der Universität Hamburg wirkte, aus einem durch freiwillige Beiträge gebildeten Fonds ein eigener philosophischer Lehrstuhl errichtet. Nach 1033 hatte Professor Cassirer an der Universität Oxford gearbeitet. Die Londoner Exekutive des Hebräischen Weltverbandes hat den 21. Tammus (22. Juli), an dem sich der Todestag Chaim Nachtnan Bialiks zum erstenmal jährt, für die gesamte hebräische Welt als ״B i a 1 i k - T ,ו g“ proklamiert. Am 24. Juni hielt A. L. Eastcrman im Londoner Radio einen Vortrag über die Jahrhundertfeier der J u d c n - emanzipation in England. Der Vortrag knüpfte an an die am 24. Juni 1835 erfolgte Wahl David Salomons zum Scherifen der City von London, die erste Wahl eines Juden zu einem öffentlichen britischen Amt, in deren Gefolge dann die ganze Frage der Judenemanzipation aufgerollt wurde. Der Geschäftsführer der österreichisch-palästinensischen Wirtschafts- und Handelskammer, Dr. Hugo Groß, hielt im Wiener Rundfunk einen Vortrag über die Frage der Exportmöglichkeiten nach Palästina. Im Alter von 67 Jahren ist in Warschau der polnischjüdische Historiker Simon Askenazy gestorben. Prof. Askenazy war eine der bekanntesten Persönlichkeiten der polnischen Judenheit. Er gehörte dem assimilatorischen Flügel der polnischen Judenheit an. Vor einigen Tagen ist der Maler Heinrich Gottselig in Frankfurt a. M. einem Herzschlag erlegen. Der vor kurzem verstorbene Chicagoer jüdische Rechtsanwalt Henry Wolf hat eine Million Dollar zur Errichtung eines jüdischen Krankenhauses in Chicago hinterlassen. ״Jaden nicht erwünscht“ Die ״Hessische Landeszeitung“, Darmstadt, bringt einen Artikel ״Juden sollen anderswo baden“. Darin heißt es am Anfang: ״Juden nicht erwünscht! — so steht es in großen Buchstaben am Eingang des Langen er Schwimmstadion geschrieben. Unwillkürlich denkt man an die vielen Bäder des Rhein-Main-Gebietes, in denen man ein solches Schild vermißt.“ — Dem Artikel ist ein Bild der betreffenden Badeanlage mit der daran angebrachten Tafel beigegeben. Wie uns mitgeteilt wird, sind in verschiedenen Orten des Riesengebirges Schilder mit der Aufschrift: ״J11den sind hier nicht erwünscht“ angebracht worden. Es handelt sich um die Orte: Llerischdorf, Giersdorf, Seidorf, Erdmannsdort, Arnsdorf, Llartau, Maiwaldau, Seiffersdorf, Jannowifz. Im Ostseebad Brunshau pten sind Juden unerwünscht. In dem Berliner Vorort Frohnau sind am Bahnhof Plakate mit der Aufschrift: Juden hier unerwünscht! ange״ bracht worden. Wie uns mitgeteilt wird, können jüdische Gäste in Kolb erg ungestört ihrer Kur nachgehen. In der Verlags-Abteilung der ״Jüdischen Rundschau“ sind viele wertvolle Schriften erschienen, die zu kennen wichtig und interessant ist. lieber aktuelle Fragen des Zionismus informieren die Broschüren: Adolf Pollack: ״Zionismus■‘■ 50 Pfg•; E. Liebenstein: ״Wo steht der Revisionismus‘, 10 Pfg.; ״Her/4 lebt“, 10 Pfg.; Leo Pinsker: ״Autoemanzipation“, 45 Pfg.; Theodor Herz!: ״Der Judenstaat“, 90 Pfg■'. Sammelschrift ״Theodor Herz!, ein Gedenkbuch“, 1,50 HM■; Schinarja Gorelik: ״Herzl in seinen Tagebüchern“, 30 Pfgd Kurt Bfumcnfcld: ״Im Kampf um den Zionismus“, 50 Pfg.; ״Zwei Jahre zionistische Politik 1931/1933“, 75 Pfg. Wissens• wertes über Palästina bringen die Schriften: ״Alijah“, 7. Ami׳: 90 Pfg.; ״Erez Israel“, Stat. Bilderbuch von Wallisch, 50 Pfgö ״Dokumente zur Palästina-Politik 1929 1930“, 1 RM.; Nemi• rowski-Preuß: ״Industrie in Palästina 1932/1933“, 80 Pfg• Sämtliche Schriften sind gegen Voreinsendung des Betrages zuzüglich Porto zu beziehen durch die Verlags-Abteilung der ״Jüdischen Rundschau“, Berlin W, 15, Meinekestr. 10, Postscheckkonto Berlin 8091.

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