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Jüdische Rundschau · 1935-06-28 · Heft 52 (28.6.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 52 (28.6.1935)
Date
1935-06-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Saite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 52, 28. VI. 1935 Zionismus war cs vor allem das russische und rumä• nische Judentum. Aus der Erkenntnis dieser labilen Lage folgt die Notwendigkeit der Schaffung eines National* heims, das sowohl kultureller Mittelpunkt als auch Aufnahmereservoir sein kann. Es war stets klar, daß nicht alle Juden, und auch nicht einmal alle Zionisten der Diaspora nach Palästina auswandern können. Einmal setzt von dem einen Land, einmal von dem anderen Land eine stärkere Auswanderung ein, aber die Auswandernden sind dann meist nicht nur die Zionisten. Zionisten sind also nicht die Menschen, die selbst für ihre Person stets ״auf Kündigung“ leben (wie das kürzlieh unschön ausgedrückt wurde), sondern die dafür sorgen und gesorgt haben, daß ein Jüdisches Nutionalheim als Stütze und Hort des jüdischen Volkes da ist, eine Aufgabe für die Menschen, die lieber unter würdigen Verhältnissen schwer arbeiten und Entbehrungen leiden wollen, als die Unsicherheit des üaluth weiter auf sich zu nehmen. Weil aber in letzter Zeit so oft vom Frontdienst die Rede war, den man als Kriterium der Staatstreue und Vaterlandsliebe betrachtet, so muß gesagt werden, daß es in dieser Hinsicht Unterschiede zwischen Zionisten und Nieht/iomsten nicht gibt. In allen Länden! haben Juden den Kriegsdienst mitgemacht und in den jüdischen 1 nmtkümpterv■erhandelt, die es in allen Lindem gibt, sitzen natürlich große Zahlen von Zionisten. In Deutschland haben selbstverständlich auch alle Zionisten ihren Kriegsdienst erfüllt und von den jiidisehen ehemaligen liamtkämpfern sind sehr viele Zionisten. Es ist ein Irrtum anzunehmen, daß der sogenannte ״Keichsbund jüdischer Frontsoldaten“, der leider, statt einer alle jüdischen Frontk ä m p f e r u m f a s s e!1 d e n V e r e i n i g u n g, ein auf assimilatorische Politik festgelegter politischer Verband geworden ist, das Monopol des jüdischen ״Frontkiimpferfums“ besitzt. In einer Zeit, wo von den Juden volle Anteilnahme am Staatsleben erwartet wurde, haben sich auch Zionisten dieser Pflicht nicht entzogen; im (jegensatz 711 den Assimilanten haben sie aber stets der ganzen (')Öffentlichkeit gegenüber ihr Judentum stolz und deutlich erkennen lassen, so daß ein Irrtum nicht möglich war. Dies bringt uns auf einen entscheidenden Punkt, der auch heute und insbesondere unter dem Eindruck der letzten Gesetze von einschneidender Bedeutung ist. Es handelt sich vorerst mehr um eine Frage der Staatst h e o r i e als um eine Frage der Praxis, die nicht von uns abhängt. Bisher definierte man den einzelnen Bürger in seinem Verhältnis zum Staat. Heute aber ist in Deutschland nach der Revolution eine ganz neue Lage entstanden, um deren Charakteristik sich jetzt die Wissenschaft und Theorie bemühen. Die Veränderung wurde von einem nationalsozialistischen Führer gekennzeichnet in den Worten: ״Das Volk geht uns über den Staat“. Im Mittelpunkt der nationalsozialistischen Ideologie steht das Volkstum, und zwar in dem neuen Sinne einer blutbestimmten Gemeinschaft. Das bedeutet, daß die Juden unter allen Umständen objektiv ausgeschlossen sind. Die Juden gehören demnach zum jüdischen Volkstum, sowohl diejenigen, die das schon früher selbst erkannt haben, als auch die, die es nicht wahrhaben wollten. Das jüdische Volkstum aber ist kein ״normales“, mit anderen Völkern vergleichbares. Mit Sprache und Lebensform haben sich die Juden Westeuropas den anderen angeglichen. Die Juden gehören verschiedeneu Staaten an׳ die jüdische Situation ist einzigartig, aber auch andere Völker haben abgesplitterte I eile in andcrsnationalen Staaten. Daraus ergeben sich Konscquen/c!1 für diese Minderheiten. Der Staat ist eine g e w a 11 i g e R e a I i t a t n c b e n de m Volk e. Er hat in politischer, wirtschaftlicher, jtn istischer und ad ministrativer Beziehung eine gewaltige Bedeutung für das Leben jedes einzelnen. Die Zugehörigkeit zum Staate ist etwas, was von uns, die wir uns zum jüdischen Volkstum rechnen, am allerwenigsten bagatellisiert wird. Es ist selbstverständlich, daß die deutschen Staatsangehörigen jüdischen Volkstums eine Möglichkeit suchen, ihre Eingliederung in den Staat zu finden, auch wenn sie sich bewußt sind, daß sie von der deutschen Bluts- und Volksgemein־ Schaft ausgeschlossen sind und daß insbesondere ihre Jugend in steigendem Maß auswandern muß, und wenn sie wissen, daß sie im jüdischen Volkstum ihren seelischen Rückhalt zu finden haben. Hier eröffnet sich ein Problemkreis, der noch lange nicht erschöpft ist. Das Wichtige aber ist, zu erkennen, daß auch das jüdische Leben in Bewegung ist und viele Teile der alten Begriffswelt auf die jetzigen Verhältnisse nicht mehr anwendbar sind. Auch wir müssen den Mut zu Neuem haben. Das Judenproblem ist nicht nur ein deutsches Problem; es ist so gewaltig, daß wir deutschen Juden, die davon deutlich betroffen wurden, uns nicht mehr der Pflicht entziehen können, nun das ganze auch als unsere Angelegenheit zu empfinden. Hiuptschriftleiter: Dr. Robert VV e 11 י c h, Bcrlin.Cfmlottenburg 9. Stellvertreter: Kurt Locwtmtein, Berlin VV IS, Anzeigenietterm und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Rut Posen er, Berlin W 30, Gültig: Anzeigen.Preisliste 2 vom 1. Januar 1935. Verlag und Anzeigcnveiwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinekestr. 10. D.-A. Mai 33 888. — Druck: Siegfried Scholem, Berlin-Schöncberg. Man sucht ein ״Freiland“ Der Dichter Alfred Döblin als Territorialist Unter dem Drucke der jüdischen Not in den vcrschicdenen Ländern, die ein gewaltiges jüdisches Auswan derungsbedürfnis zur Folge haben, liegt nichts näher, als daß nach Auswanderungsmöglichkeiten Umschau gehalten wird. Leider stößt das heute auf die größten Schwierigkeiten. Die Bemühungen des sogenannten Völkerbunds-Kommissars für Flüchtlingswesen, James MacDonald, sind trotz ziemlich hohen Aufwandes voll Verwaltungskosten ebenso erfolglos geblieben, wie die Bemühungen verschiedener jüdischer Organisationen. Als einziges großes Einwanderungsland hat sieli Palästina erwiesen. Dies hat eine für den Zionismus sehr unliebsame Nebenwirkung, nämlich die, daß nach Palästina Elemente drängen, die keineswegs für das Land geeignet sind, auch die seelischen Voraussetzungen nicht mitbringen, sondern nur aus dem Grund nach Palästina gehen, weil sie kein anderes Einwanderungsland haben. Es ist nicht zu verwundern, daß in den letzten Jahren immer wieder da oder dort ein Gedanke auftaucht, den wir aus der jüdischen Geschichte der letzten 50 Jahre sehr gut kennen, nämlich der, ein autonomes Territorium für eine jüdische Ansiedlung außerhalb Palästinas zu finden. Es ist ein klarer Unterschied zwischen der heutigen zersplitterten Auswanderung, die von der Aufnahmebereitschaft anderer Staaten abhängt, und einem völkerrechtlich den Juden zugewiesenen Territorium, das sie selbst verwalten würden. Bekanntlich hat sich nach dem VI. Zionistenkongreß (1905), der das vom englischen Kolonialminister Joseph Chamberlain gemachte Angebot eines Kolonisafionsprojektes in Ostafrika (Uganda) ablehnte, ein Teil der Zionistischen Organisation unter Führung Israel Zangwills abgespalten und eine sogenannte Territorialistische Organisation (Ito) wurde gegründet. Der Territorialismus war besonders unter den jüdischen Sozialisten des alten Rußland, sowie bei den sogenanttteil ,,Folkisten“ Osteuropas beliebt, die den Zionismus aus irgendwelchen Gründen, z. B. wegen seiner national-kulturcllen Grundlage und messianischen Verwandtschaft als ״Roinantik“ ablehnten. Die praktischen Bemühungen des Territorialismus sind stets erfolglos geblieben. Er hat kein Territorium für den Judenstaat gefunden, ganz abgesehen davon, daß ohne die Hilfe der ungeheuren seelisehen Triebkraft, die die P a 1 ä s t i n a - Siedlung erirröglicht, eine Kolonisation von Juden in einem nicht sehr leichten Lande (denn alle guten Länder sind bekanntlich in festen Händen) ungeheure Anforderungen an Kraft und Geld stellen würde. Es scheint aber, daß jede Generation den Irrtum ihrer Vorgänger nachmachen muß. Insbesondere braucht es nicht wunder zu nehmen, daß Persönlichkeiten, die bis vor kurzem noch der eigentlichen jüdischen Arbeit völlig fernstanden und daher die schmerzlichen Erfahrungen von Jahrzehnten nicht selbst miterlebt haben, solche Gedanken jetzt propagieren als ob sie keine Vorgeschichte hätten. Dazu gehört der bis zum Umsturz in Deutschland sehr bekannte Dichter Alfred Döblin. Es ist erschütternd, zu sehen, daß ein Manh wie Döblin, der in Berlin in einem unjüdischen Viertel als Arzt in enger Verbindung mit der deutschen Arbeiterbevölkerunjr lebte, bedeutende Bücher schrieb und sich immer als Deut, scher fühlte, allmählich zur Erkenntnis des unabstreifbarerj Judenschicksals kam. Er hat die I rrtümer dcr Assimilation cingesehen. Anscheinend ist er jetzt be. strebt, sich ganz in den Dienst der jüdischen Sache zu steilen. Döblin war kürzlich in London und hat dort einige Vor. träge gehalten, und zwar im Dienste der sogenannten ״Frei. land-B ewegung", die nichts anderes ist als eine Neuauflage des Territorialismus. Döblin erklärte, er sei ein Freund des Zionismus, er betrachte den Zionismus als eine ״Schwester-Bewegung“. ״Ich glaube — so sagte er — an Palästina, das sich als Rettung für Zehntausende von Juden erwiesen hat. Aber das Gebiet Palästinas ist be. grenzt und auch bei optimistischesten Schätzungen kann Palästina nur einen Bruchteilder zur Auswanderung gezwtingenen Juden aufnehmen. Für den Rest muß daher ein au. de res Land gefunden werden. Fs gibt Länder, so fuhr Döblin fort, wo es keine eingeborene Bevölkerung und keine fremde Regierung gibt, wo der Boden nicht gekauft werden muß und die durch kooperative Kolonisation als autonome Gemeinwesen unter den! Schutz des Völkerbundes entwickelt werden können.“ Es wird gewiß viele Juden in Deutschland interessieren, daß ein Mann wie Döblin sich dieser Freiiand-Bewcguiig, die ihre Zentrale in Paris hat, angeschlosscn hat. Er hat auch in verschiedenen Zeitungen, z. B. in einer holländisch-jüdischen Zeitung, ausführliche Artikel darüber veröffentlicht. Leider muß aber gesagt werden, dal! die Angaben, die Döblin in der oben zitierten Rede macht, sehr unklar und vage sind. Es besteht die Gefahr, dal! jüdische Energien auf Projekte ab• gelenkt werden, die überhaupt nichts mit Realität zu tun haben, sondern ein Gedankenspiel bleiben. Wir stimmen gewiß damit überein, dal! Palästina nur einen Bruchteil der Juden aufnehmen kann. Aber vorläufig ist noch Platz dort, vorläufig ist dort noch sehr viel zu tun und vor allem ist das Land und die Aufgabe eine Realität, an der man seine Kräfte erproben kann. Venn cs gelingt, ein anderes Land mit halbwegs erträglichen äußeren Bedingungen ausfindig zu machen, in dem eine Einwanderung und Siedlung durchf ii 11 r b a r ist, wird man weiter darüber reden können. Vorläufig läßt sich die Sache überhaupt nicht beurtei- 1 e n, weil sie noch nicht vorhanden ist, und wir fürchten, daß die Führer dieser neuen territorialistischen Bewegung, so gut ihre Absichten sein mögen, dieselben traurigen Erfahrangen machen werden wie ihre Vorgänger vor 30 Jahren, Vor dem Kongreß Im ״Allgemeinen Zionismus“ Die Diskussion über die Krakauer Konferenz geht in der zionistischen Presse weiter. Mehrere Führer des zum Rumpfgebikle gewordenen ״Weltverbandes“, darunter der Präsident l)r. Scnwarzbart und der Vorsitzende des osterreichischen Landeskoinitees, Dr. Oscar Grün bäum, haben Erklärungen abgegeben, worin sie sich weiter für den Weltverband einsetzen. Dr. Grünbauin schreibt u. a.: ״Der Weltverband ist nicht gesprengt, es ist vielmehr seine Sprengung abgewehrt worden. Er hat einige Landesgruppen weniger, aber an Einheitlichkeit des Willens und der Ideologie gewonnen. Am Kongreß wird der Weltverband der Allgemeinen Zionisten mit ungefähr 60 Delegierten aus 15 Ländern erscheinen und den Kongreß entscheidend beeinflussen können. Wir wollen unseren Irgun, der schon 1200 Mitglieder zählt, nicht im Stiche lassen.“ In der Zeitschrift der amerikanischen Zionisten ״The New Palestine" vom 7. Juni, die jetzt hier eingetroffen ist, wird mit Entschiedenheit gegen die Weltkonferenz. Allgemeiner Zionisten in Krakau Stellung genommen. Aus dem Artikel geht klar hervor, daß die amerikanischen Zionisten die Haltung des früheren ״W eltverbandes" mißbilligen. Es wird die Hoffnung ausgesprochen, daß Kurt BI u - m e n f e I d und der Vertreter der englischen Zionisten, Goldbloom, die Konferenz von ihrer ohne Fühlungnahme mit dem wichtigsten allgemein-zionistischen Verband vorgefaßten Politik abbringen und eine neue Konferenz unmittelbar vor dem Zionistenkongreß in Luzern, wo alle anwesend sein werden, zustande bringen werden. Diese Stellungnahme ist zwar durch die Ereignisse überholt, dennoch dürfte sie mit Rücksicht auf die jetzt geschaffenen Verhältnisse im Allgemeinen Zionismus interessieren. Kurl Blumenfeld liat unserem Prager H. L.-Korrespondenten nach seiner Rückkehr von der Krakauer Konferenz ein Interview gewährt, worin er die Vorgänge bei der Konferenz und das Wesen der Gegen- Sätze zwischen den beiden Gruppen des Allgemeinen Zionismus auseinandersetzte. Blumenfeld erläuterte auch die Grün dsätz. ederneuen Weltvereinigung des Progressiven Zionismus, die den größten Teil aller allgemein-zionistisehen Landesverbände mit Ausnahme von Ost- und Westgalizien und Oesterreich umfaßt. In diesem Zusammenhang erklärte Blumenfeld u. a.: ״Was die Haltung zur Histadruth Haowdim betrifft, so steht die neue Weltvereinigung aut dem Stand-!winkt der Notwendigkeit einer einzigen Histadruth, in der aber ein Maximum von Freiheit in politischer Betätigung und eine vollkommene Gleichberechtigung der verschiedenen Richtungen herrschen soll; keine Entpolitisierung also, — jede Gruppe darf ihr politisches Ziel frei verfolgen —, sondern wirkliche Neutralität. Eine einzige IIistadruth bedeutet die beste Möglichkeit der Herstellung und Aufrechterhaltung des Arbeitsfriedens. Die Weltvereinigung will ernstlich. nicht nur durch demonstrative Erklärungen, eine Regelung der Arbeitsbeziehungen. Kollektiv vertrage sollen nach dem Vorschläge der Linken die Grundlage bilden. Dieser Vorschlag, der ausschließlich die Regelung der Beziehungen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorsieht, muß ergänzt werden durch Einführung einer leitenden nationalen Institution als des dritten Faktors, der die Rolle des Schlichters zufällt. Ferner müssen die Verträge so abgeschlossen werden, daß sie rechtlich erzwingbar sind.“ Uebcr die Rolle der neuen Welt Vereinigung am kommenden Zionis ten Kongreß befragt, meint Blumcnfeld, daß sie von größter Bedeutung sein wird. Sie wird erheblich stärker als die frühere Gruppe A und auch viel klarer in ihrem Programm sein. Auf ihr dürfte bei der Bildung der neuen Exekutive die Hauptveran t wort u 11g ruhen. Kenner der zionistischen Bewegung verstehen, daß das Programm dieser Gruppe weitgehend mit den Anschauungen Dr. Weizmanns übereinstiimnt und aus dieser Kongruenz werden aller Voraussicht nach sichtbare Konsequenzen gezogen werden. Dr. Weizmann war ja immer der Kandidat aller fortschrittlichen Kreise im Allgemeinen Zionismus. Das Gespräch führte sodann zu den Aufgaben tief nächsten Exekutive. In der Politik muß der gegenwärtige Kurs fortgesetzt werden. Das politische Verhalten der jetzigen zionistischen Exekutive stand immer im Einvernehmen mit Dr. Weizmann. Auf wirfschaftlichem Gebiet hält Blumenfeld den Ausbau der zentralen Machtpositionen der Exekutive, die Gründüng der Bauern- und Industriebank, eine stärkere Kontrolle aller Institutionen, die von der Exekutive abhängig oder mit ihr verbunden sind, für notwendig. Auch die Arbeit für die beiden nationalen Fonds müsse auf Grund konkreter Vorschläge reformiert, der neuen Situation und den neuen großen Chancen unseres nationalen Kapitals angepaßt werden. Mit besonderem Nachdruck verweist Blumenfeld auf die Notwendigkeit einer neuen großen Propagandaoffensive des Zionismus. Es gilt eine neue Fäh* rergeneration zu bilden und heranzuzichen, vor allem in den Ländern des Westens und in Amerika, wo sich alle Voraussetzungen für eine gründliche und weitgehende Zionisierang des Judentums erfüllt haben. Arbeftwllale in Amerika siegreich In den Vereinigten Staaten von Amerika haben die Wahlen zum XIX. Zlonistenkongrcß bereits stattgefunden. Vollständige offizielle Resultate liegen noch nicht vor. Am Sonntag, dem 23. Juni, wurden ungefähr 50 000 Stimmen abgegeben, wovon 22SM auf die Liste für das Ar beit c n de Palästina entfielen, 11 200 auf die Allgemeinen Zionisten und 8000 auf den Mitrachi. Dies würde Schätzung*- weise bedeuten: Arbeiterflügel 28 Delegierte, Allgemeine Zionisten 15 und Misrachi 13. In dem Bericht wird hervorgehoben, daß die Zahl Mr allgemein-zionistischen Schekelzahler auf 85 000 geschätzt wird, von denen aber nur 15 ״׳ sich an den Wahlen beteiligt haben, während die Freunde des Arbeitenden Palästina bis zu 70 »;» an den Wahlen teilnahmen. (Bisher haben die Allgemeinen Zionisten mit der Hadassah stets die große Mehrheit der amerikanisch«״! Delegierten gebildet.) ו

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