Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 51 (25.6.1935)
- Date
- 1935-06-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 8 Jüdische Rundschau Nr. 51, 25. VI. 1935 Wie grstnUv ieli den §cl121I)bai? Für Schabbat, 29. Juni Wochenabschnitt,,Schlach L'cha" (IV. Ii. M. Kap. U 1()) I. Dieser VC'ochcnabsi'hnitt enthalt die (ieschichte von den Kundschaftern, die;Hi'gc'cltickt wurden, um Ercz Jisrael vor vier Eroberung kenneii/ulerncn. Keine andere I r/alilung konnte• besser zur (Jiaraktei i-H־rnng ijer Feile des jüdischen Volkes zu allen Aiten dienen. Da ist die große Men1)״ der Ung'äubigen und Sehwaelien. die bei der ersten Schwierigkeit bereit ist, n;1 eh Mi/ru!1m /tiruek/ukehren. Dann finden sich einige wenige, die das grolle Ziel sehen, das trotz allen Schwierigkeiten erreichbar i-t. I hui weiter gibt es da den Feil, der plötzlich ungeduldig wird, sich utisseliliclilieh auf seine Kraft verlalit und 011110 Führung, gegen (iottes Geheiß, das Land erobern will. Fin־ lulle von I’aralleli n mit unserer Zeit ergeben sieh. Von lüchtzioiiFtFcher Seite ist häufig mit fast genau eien gleichen Argumenten gegen Palästina Stellung genommen worden, wir■ sie im Bericht der Kundschafter zum Ausdruck kommen. Die M,׳1"1׳ des jüdischen Volkes glaubte nicht; ein altes (icsclileeht nmlite zugrunde gehen uml cm neues aufstehen, das fähig war, I re/ Ji-rncl zu ersclilielien. Von welcher groli,artigen Aktualität sind!he Worte (Kap. 1!, dl): ״Und eure Kinder, von denen ihr sagtet, sie werden (in llrez |1srael) zur Meute weiden, '!,־ bringe ich bin und 1:11!' sie erkennen das Fand, das ihr vcia.ltte! habt. Iure Leichname aber — werden fallen in dieser Wti-Se.״ Zu geh!1! Satz dlcsr r 1 : /,!!!hing gibt es zahlreiche tiefe Midraschim. Wir ■,״״.min wiederum auf die Midrawh-Sammhing ״Julküi g. 111111.um״. I migi .‘didi ast!1!!11 sind >01)011 wiedergegiiien 111! Kapitel: ״Du■ I rauhe Kanaans'• aus Ldmoml Fhg: ״Mos, 11 1,0 ■.,!!;<) ■ס.!. II. I1ז m;s: rer >1,11,1 betindet sieh der ans rlem ״Scli'ma“ bek mnti AI!-! Iim'i, Uer du־ Vorsr t!ritt enthalt, ״Zizith" zu tragen. Mall -piin■ Iilu-r den >11111 dr־r .,Zi/ith", der ja detltin h hur .im ge-pi 1 >« heu wird I h r ,. I alitb" mit den ״Zi/ith" t't das iiidi■..!!!־ F a. 1 ז - - ׳;1 :;11 ׳ u. k gew ordett und geblieben, das allen Juden gong ins.uii i-t. III. Ah Haftaru w ml das zweite Kapitel ries Buches j m 111 gilt sr 11, da - \ oll ihm Schick',01 der Kum.lscliafter t r/.ihlt, daa jo'11,1 j!1--alnakia. Man \ ergk-iclie auf der Karte■ den \\ 1 ad.n die K!:11,1-1 ha ft er Moses' gingen, mit dem der Boten Ju'Ua-. Psalm f) F E, Die Kundschafter liier i-t die aa-ahiahthatu■ Smiatioii bei der Wanderung Israels zu he-pna heu. Da- Volk befindet sich in der Oa-e Kades1.il, wo io 11! dir f 1 in litlurkcit der laler Unterkunft und Nahrung für sieh und das Vieh himl. \dm hier aus will es!!,׳uh Ihil,1'!i11a «nrdnitgci!, -endet;!her zu־, or die Kundm datier;111-, Sie haben auf da- Wesen der Be\ olkcruiig, auf die Besehatfenheit de- Boden- und auf die Städte zu achten. I fas Ursprüngliche i anl/icl der Wanderung i-t Hebron oder das nördlich 1la\on gelegene Tal i.-chknl, das ,,Traubeiital“, eine fruchtbare Landschaft im -Süden Palästinas. Der Midrasch (so auch Jalkut Sehimom zu Schalaeli, M) sagt: Dir־ Nacht, in der das Volk auf die Nachricht der Kund- M'ludtcr gewartet hat, war die Nacht zum 0. Ab. Gott sagte daher. ״Ihr habt an diesem Tage eine unbegründete Trauer getrauert. Bei eurem l eben, ich setze diese Nacht zur ewigen Trauer (über die spätere Zerstörung des Tempels) fest.“ . In dieser Nacht, 111■!Iit es, beschloß üntt, daß der Tempel in Jerusalem zerstört, und daß Israel unter die Volker der Welt zerstreut werde. Das Gebot der Zizith 7.1! der Stelle in unserer heutigen Sidra vergleiche man das 3׳. Buch M. 'Ai, Pi, wo ebenfalls das (jehot der Zizith wiederholt 1-t. Wahrend hier die Rede vem Zizith (Quasten) ist, spricht doit du־ Vers 1״r! גדילים• gedrehten laden. Allg> niem hau!eil c- -!,!1 hier um je d!1־! weiße mul einen ptll pur-biaiu 11 I ,idrn, die .!!1 den viel Zipli in des ticwandes anziibringi :1 -1,1,1. I - ,11!1< ׳, nicht uiiintere'-aiit sein, auf den l rspi 11:1.׳!!!:I i,;c I :!!■>!. Khmg derartiger Brauche religimi••- ges־. hu h ,!!:/.,.geh,■״. .Wm sollte \idleicht dabei von der Bit■11!״׳c in 11, daß derartige Bw!in he -ehr hauiig auch bl 1 and'O ׳ n K'dtu! \, dkeni ׳inziitrefien >11111, Fs handelt, sich hierbei meistens um Schutzmittel gegen dämonische und andere Gefahren, von denen der primitive Mensch sich dauernd umgeben weiß. In unserem Falle ist besonders der Prozeß des Knotens beachtenswert (auch die Zizith werden mehrfach geknotet und gebunden). In der Regel glaubt der Mensch, durch das Knoten und Knüpfen gelinge es ihm, den ihm schädlichen Geist zu binden und in seine Gewalt zu bekommen. Natürlich hat diesess Zi/äth-Ciebot einen höheren und innerlicheren Sinn durch die Bibel bekommen. Sie hat ihm das ursprünglich Magisch-Dämonische genommen und in die Sphäre des Sittlich-Religiösen hineinbezogen. Kulturgeschichtlich wäre noch hierbei daran zu erinnern, daß im alten Orient das Kleid des Mannes, das an sich sehr dem der Frau ähnlich war, durch Anbringung bunter und gedrehtcr Fäden besonders erkenntlich gemacht wurde. In der Diaspora hat sich das Gewand der Juden mehrfach geändert. Es konnte daher nicht immer äußerlich durch die Zizith gekemi/eichct werden. Es kam sodann der Gebetniantel auf, der Talith und der ständig zu tragende Mantel, der im Unterschiede von dem Gebctinantel als Talith Katan oder Arba Kaufet bezeichnet wird. J. M. Jttdische Spruchweisheit Uebrr dieses Thema, das eine Behandlung im Rahmen eines ״Oneg Schabhat“ verlohnt, schreibt Rabb. Emil Cohn in seinem Buch ״Jüdisches ABC“ (das trotz vieler Fehler und Flüchtigkeiten, die korrigiert werden müssen, auch viele Ab- Itandlttngen enthält, die sich wegen ihrer Popularität als erste Einführung eignen): Drei Bücher unserer Bibel werden nach der Tradition dem König Salomo zugeschriebeti: Die Sprüche, Kohelet (Prediger) und das Lied der Lieder. Ein altes Wort sagt, das letzte habe er als Jüngling, die Spruche als Mann, den Prediger als Greis gischrieben. Das 31 Kapitel umfassende Spruchbuch ״Mischle“ (משלי! genannt, bietet die eigenartige Kunstgattung des Maschal- (Moschols), d. h. des knappen und prägnanten Weisheit*- Wortes, das trotz seines volkstümlichen Inhalts doch als Kunstpocsie gewertet werden kann. Das Buch Mischle will Weisheit lehren und versteht unter Weisheit religiöse Wei-hcii: ״(iottesfurcht ist aller Weisheit Anfang“ ist eines seiner ersten Worte, uml es wendet sich — vor allem in seinen Anfangskapiteln — an einen jugendlichen Hörer, der mit ״Mein Sohn“ angeredet wird: ״Höre, mein Sohn, die Weisung deines Vaters und lasse nicht von deiner Mutter Lehre!“ Auch in dieser Kunstgattntig waltet, wie bei den!,sahnen, der durch den sog. Parallelismits membrorum zweigeteilte Vers ob, wobei die einzelnen Verstehe oft gleichlautend (״Hochmut kommt vor dem Fall und vor dem Sturze Ucbernnit“ 1(1, 18) rxler fortlaufend (״Eine Krone des Schmuckes ist das Greisenbanpt, aut dem Wege der Gerechtigkeit wird es gefunden“ 1b, 11). oft alter auch kraftvoll g e g c n s ä t z I i c h sind (״Besser ein Stuck trocken Brot und Ruhe dabei, als ein Haus von Mahlzeiten und Zank“ 17, 1 oder ״Der Gerechte kennt die Seele seines Viehs, aber des Frevlers Herz ist grausam" 12, 10). Obgleich das Buch sich salomonisch nennt, entstammt es doch bestimmt späteren Zeiten und gehört ebenso wie der Hauptteil der Psalmen bereits der Epoche der Schriftgelehrsamkcit nach Esra an. Man datiert seine Endredaktion in das 3. vorchristliche Jahrhundert. Zu der gleichen Eiteraturgattung gehört das etwas später, etwa um '2(Mt v. (Ihr., entstandene Spruchbuch des Jesus Sirach, die Perle der sog. ״apokrvpltischen“ Bücher des Alten Testaments. Dieses Buch hat man bis 18% nur griechisch gekannt. In diesem Jahre entdeckte Salomon Schlechter in der Geni/a, d. h. der uralten Aufbcwuhrungskamnier der Svnagoge von Kairo, zw ei Seiten des hebräischen Originals, denen bald weitere Entdeckungen folgten, so daß wir jetzt bis zu •F-, des ganzen Werkes in klassischem Hebräisch vor uns haben. Diese Entdeckung brachte uns also das erste und hi!־,her einzige hebräische Originalwerk der antiken jüdischen Klassik, das wir außer den im biblischen Kanon vereinigten Büchern besitzen. Beide Bücher, die Sprüche sowohl als auch Jesus Sirach, wurden zu einer Quelle für die Sprüchwortw■eisheit aller Völker und Länder. An deutschen Sprüclnvörtern, die aus dieser Quelle stammen, seien nur die folgenden genannt: ,,Hochmut kommt vor dem Fall“, Spr. Ib, 18. ״Befiehl dem Herrn deine Wege", Spr. Ib, 3, ״Der Mensch denkt, Gott lenkt“, Ib, <). ״Wer Pech anfaßt, besudelt sich“, Sir. 13, 1. ,.Des Vaters Segen baut den Kindern Häuser“, Sir. 3, 9. ״Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“, Sir. '27, 2b. ״Bis in den Tod kämpfe für die Wahrheit“, Sir. 4, 28. Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern Glciwitz (Oberschlcslcn). Herr Fritz Tau, Kruthen (Obcrschtesi*n)f sprach üix r ,.Mio Situation dos deutschen Judentums“. Nach dem \ ertrag land eine lebhafte DUkus-Dm statt, Groß-StrcMiU. Am 11, Mai sprach l'iitz Tau, Beuthen, über ״Di« jüdi.-chc Situation in der GalulB und in Palästina“. Der Rednet erntete nach >rim־m Referat, grüßen Beifall. Hamm (Westfalen), ln einer gut!«•suchten Versammlung der Orts, gruppe -pra<־h I >r. NYubt rger, Ptb-eidorf, über das Thema: ״Zio.!ibmus in der Kibe der Gegenwart.4'. Rosenberg (Oberschlcsien). Am 2. Juni sprach Fritz Tau, Beuthcn, über ״Grundlagen des Zionismus“. Der Vortrag fand lebhaften Beitall. Ankündigungen Frankfurt am Main: Das J!MD־l1e Uchrhaua feilt mit: Die philo- >s<tplii-eh-so/1,)!ogi>(־l1e Arbuii~gcnK־i1;-.ehait von Brot. Dr. Kantorowi׳ z muh wegen Verhinderung de-, I.ri!(׳r> untcihioehcn werden. Sic wird am 11. Juli lortgeaUzt, Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr: ״Spiel im S 111׳ Io l.V‘, A!n־k!lo!e in do-i Akten von!׳'ranz Moliiar: Köln: 27. Jung 20.15 l hr. Rheinland-!.״gr. Kleinkunst alM'iui: Keihmg; llan> ll;t:neh. M ii wo k'־nde : u.;1. < rj ן i! bi Spira. Duidmrg: 30. Juiu, 20.30 Uhr, Theodor-Laniei-Ilau•., 1. Juli, 20-30 Uhr, Theodor־!.auteillau>, GeKenknrhen: 2. Juli, 20.30 Uhr. I.ogo. Recklinghausen: 3. Juli, 20.30 Uhr, Jüd. f letm-imUhau>. U-*scn: 4. Juli, 20,30 Uhr, Jugendheim. Kon/eit: ()-.v Kenardv (Geige), Alexander Ohascn (Klavier): \V11ppr1!:d: 1. und 2. Juli, 20.30 Unr, Frauenklub. Dort, mund; 3. und 4. Juli, 20.30 Uhr, Gemeindehaus. Familien-Nachrichten l*nm Julie 1' r c u u d, ״eb. Pinm-, Brvslau, Moritzstr. 33, II, begeht am 1. Juli den 60. Gehurt-fag. Herr Kmanuel U b 1», Mannheim, AiphoriG.fr. 21, begeht am 29. Juni den 65. GehurGtag, ״Alijah“ neu Wie wir bereits mitgeteilt bähen, ist die 7. Auflage der Infonnationsbrosehüre des Palästina-Amts ״Alijah“ in Höhe von 5000 Stück im Verlaufe von sechs Wochen vollständig ausverkauft worden. Der Neudruck liegt seit einigen Tagen vor und ist bei allen jüdischen Buchhandlungen sowie bei der Verlags-Abteilung des Palästina-Amts für 90 Pf. erhältlich. 50. Geburtstag. Der bekannte Pädagoge und Leiter des Schulheiins und Knahcninstituts in Coburg, Prediger Hermann Hirsch, feierte dieser Tage im Kreise seiner Schüler seinen 50. Geburtstag. Prediger Hirsch ist in Hanau a. Main geboren. Seine ersten pädagogischen Kenntnisse erwarb er sich auf dem Kasseler Seminar. Seit mehr als 20 Jahren versieht er das Seelsorgerantt in Coburg. In neuerer Zeit widme«: er sich hauptsächlich dem zum Schülcrhcim er* weiterten Institut. Sportpädagogischer Lehrgang. Die Reichs Vertretung der deutschen Juden teilt mit: Es ist beabsichtigt, in der Zeit vom 21. Juli bis 30. September 1935 in Berlin für eine begrenzte Anzahl von Sportlern und Sportlerinnen, die noch kein Examen abgelegt haben, einen sportpädagogischen Lehrgang zu veranstalten. Auf diese Weise soll dem Mangel an geeigneten Lehrkräften gesteuert werden. In Frage kommen Damen und Herren, die sportlich und turnerisch besottders begabt sind und pädagogische Eignung nachwcisen können. Näheres wird Interessenten hekanntgegeben. Mddüngen sind unter Einsendung eines Lebenslaufes und Angabe der bisherigen sportlichen Laufbahn zu richten an die Reichs- Vertretung der deutschen Juden, Schulabteilung, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 15S, III. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden, Cliarlottenburg '2, Kantstr. 158, teilt mit, daß er auch in diesem Jahre die Vermittlung von Vorbeterstellen für die hohen Feiertage übernommen hat. Bewerber, die ihre Bignuttg durch Zeugnisse nacliwcisen können, werden attfgefordert, sich rechtzeitig bei der genannten Stelle zu melden, lös ist an/ugebon, welche Funktionen übernommen werden können und welcher religiösen Richtung der Bewerber an* gehört. Shüill1,' \! ,! k; ׳ ,! t in!,] rill >,!,!> -plf/. Ma- ,!!,' -1 .' i!' k,' l»reh‘i- 111 ח -•!!,!!■hi!,׳. I )1 ־ I.. -r|n•■!! ulirr .11 •»ן m n!■>/11_'lr11 en. Am >,hlu!׳, -ml. ,Sb 1 1 '..׳■״ ■ ,:mm״ ־in. um ,Ii■■ M orte klar herau-1 ז ■ :> II /II I 1 —! 1 : I I i!!hl־״ Dl, '11 in Zeit IIIHI Ko icke il. 1-11' 1 * ■ ו י ח HI!,׳,!! drill ei-lrn \ ,’!■- .Ulf. ,.Mail '״llb■ diesi; Fin 11י! 11 ־! .1! ,1־ 1 ׳ . M 111 k ״m 1 n I 111 «•inen I r.1111 n , 111 ei n,11׳ Wahn. Man iriliril 11< ' .1! ,!י■ -.,Ii zu \\ cller hin. d׳׳r nn'rkw itnlig nai'lidrnklh h d ,-!.md mul in-hi- 1־n i.1 Ir. I >,1~ t r., I Fllrn uri- 1•! » ., 11 r t. >!r!, 11,!! 1 Iw 11 1 ן k,! t 1 111!11 fuhr fori: .,Fl «< mellt >, r ,!.,hi je Dr!11״ niihn -״!rhwi!.m‘,1 an e, ■ I a-1 e f wird? 1 ) 1 r-r r ( 1! 1״: . rin \ ,, I \1 r _•< ן , -rl 11 <111111 ,״1 1!!!׳ ich . e!יון ן I )rill :-ehe, mul 1, m ,mir I!.!!!/״-in rnr■ 1 .ns .!!!,I״ in, u 1 r;dir wenFn dmmi rrim 11 I im. Wir hild-m ,h,- 1:1 ׳1״m■, Fl rnirhl nn unau i'i-l I ei 1 ׳• r!!!׳we!« ,11,1 > 1 > .'11 ח״ r:נ F r i | rlnrin Erlrbrn gegenübe!'.1 M־׳m \ .!irr i-! I )■ml-rlirr, nur I)111״-eher. Ich lache int geheimen, «rim er 111 |, ■ 111 n 5 er-aimii I iineeii. die liier Mode zu oeiden -rin inen, -.,ו״. ieh bin;meh Jude. Mu 1-1 er ,11011•? M arm 1-1 er .lüde? |t■!, |,m |)eul-el1e. p1׳. \l>rr ich fiihle. daß eine Kullur mi- W e'fenr״|un• r* in 1 >11 ui,•I, Mein \ aterland ist I)eül-ehl,m1l. nieme Well 1-1 W e-leuinpuh' Weller xx n r um den! I.ieil an i'er wühlt. Welche W orle, 11,!rille er: Du mein ("׳rdsnF׳, du uiem S1 ׳i11 und Werden. Mer halle sulehe W״r|e '|11־,al1en können? \ie!]eieht. ja. vielleiclil 11 e, i! |. 1. I'hil/Iirli ei'enl I 11111 Selnitiieli I. er hob die Arme, er Imli den knpl und ״-- mli 1‘dlen. Ihr blinides Haar glän/le m ne rk« ur!liL'en Mildmni'.'en. Ihre \ngen nmlalälen ihn eindringlich. Weiter fulille, Ihre Wurle liallen nichts zu tun mit ihren («,'danken. \!ht Weher nahm die W nrle ,־ml. Es ergrill ihn eine 1,11-1. Kllm in ihrer \l>e! 1׳n/tm״ zu stellen. ״ \ er/eilmng ', -ac’le er. ..-11111 Sie e igrnt I teil .1 lidm?“ Ellen Sltll/Ie. sie «til'ile M'ileL'en. Sie l,u־he||e. ״Wie Sie es nehmen Wullen, De. Weller, ja und nein. Ich bin es, «leim ich bin weder gel.iu i I 11«, eh \\ erde mh 1111,11 taulen 1;1 ~ - ו n, null( aus Stnlz, jüdi'rh?11 -em, Minilern au- Stolz, so wie ich bin, xollwerlig zu sein. |eh kann durch die Faule mrltis gewinnen. —- Ich bin es 111,111, wenn .lu,|e-ein ein BeheniiliiF «erlangt oder voraii'M•!?!. Ich hm ein Mensch, ieh hin Europäerin, ich bin 1)1111־', he. lher sehe ich und empfinde ich \ erpflu'hlungen und Bindimgen. Sie sind meine unlcughnre W irkliehkeil. Sie füllen imun l-eben." Edlen schwieg einen Augenblirk. Dann fügte sie hinzu; ״Ich bin Ihnen dankbar, Dr. Weiter, für Ihre Frage." ,.Ich «erstehe den Sinn Ihres Dankes‘‘, erwiderte Weiter. ,.Ja. ieh wollte Sie herausfordern.“ Ellen sland jetzt Auge, in Auge zu Weiter, ״End bekennen Sie sich zu mir‘?'‘ Die 'Worte, empfand Weller, waren merkwürdig. ״Zu Urnen oder zu Ihren Worten, Fräulein Ellen?“ ״Sind meine W orte und ich nicht em und dasselbe?" ״Sii• sind es mir darin, Fräulein Ellen, wenn Sie das Fnbeding((• eines Menselion w ieilergeliet). I nd gestalb-n Sie mir, Ihnen zu sagen, dieses Fnbedmgle kennen Sie wohl kaum.“ Ellen balle diese Antwort nielil erwartet. Zum erslenmal geschah es, dala sjp Worte liörle. die sie. ihr Sein, ihre Lebensführung angrilTen. Es war ein Angriff, ein bewußt geführter Angriff. Ellen ballle das Tasclienl ueli, das wie int Spiel durch ihre Finger geglitten war, zusammen. So sprach der Mann, um den Edlen Crailinger warb. Es war so. sie warb um ihn, gerade in diesem Augenblick trat es voll in ihr Bewnlitsein. Sie halte bislang gespielt wie eine Katze an einem Knäuel Garn sich erfreut, ihre Tatzen emsehlägl und das Knäuel nach (iutdfmken sieli drehen läßt. Sie balle bislang nur dieses Spie] gelrieltett. .letzt ««.igle sieh ihr Sein lionnr und wurde gewogen und zu leicht befunden. Wie sonst waren Weilers Worte zu doulen? ״Ich glaulte, ich muß Ihnen zuin zweiten Male dankbar sein. 1 >r. Weller,“ erwiderte nach einer Panse Ellen, Sie fühlte. dalS sie sich hehensc hen iiuißle. Ihr Blick glitt in einen Spiegel, sie war sehr hl,aß. Weiter Italic sich gegen dert Flügel gelehnt. Kr sah an Edlen vorbei. Die Eingerspilzen der Hände schlugen in kurzen Zw isrhenriittmen aneinander, ״(!laubeit Sie nirhl, Dr. Weller,“ fuhr Ellen fort, ״daß man sehr tun sich ültorzeugl sein muß, um sulche Verdammungen ausztispterhen?“ ,.Verdammungen‘? Wie dürfen Sie das Wort gebrauchen, Fräulein Ellert? Es war ein Hinweis, in dem die Bille einer!Nachprüfung lag und die Bille, Aiifriehligkeit einer gesellsrha fl liehen Höflichkeit vorz.uzieheri. Sie werden den Sinn werten. Sie sind stark genug, Empfindsamkeit zurfiekzustellen.“ ״Ja, stark bin ieh", sagte Ellen, »Sie nahm ihr Spitzentasrbenturh und rißt es in Eelz.en. In diesem Augenblirk hörte man Crailingers Stimme. ״Herr Doktor,'kommen sie rasch, Der Herr Sanitätsrat droht mit Abbruch der Beziehungen.“ Man ging ins Noltenziintiter. Man trank Wein. Dr. Nenhatis sagle: ״Es Fl so wesentlich, •laß jeder seine Nrl Iteliäll. utttl (laß sie tmgelrtibl ist." Die Stintinttitg wurde lebhaft. Saniliilsrat Nienhaus hielt es für notwendig, ein Lied zu singen. Sein Bali glill leicht nach ölten. Man lächle. Vor allem war Ellen auffallend Ittsltg.!,lützhch sprang sie auf. ״Kommen Sie, 1)r. Weller, lassen Sie uns tanzen.“ Sie gingen ins Mii'ikzininier. Ellert ließ ein Grammophon Spielen. Nenhatis und Graihnger blichen heim Mein. ״Man kann «las (inte nicht genug »ürHigen", meinle Neuhaus. Weiter und Ellen beweglen sieh nach dem '1.1 k 1 der Melodie. Weller i'tihlle, wie der Kopf Ellens sich i 11111 z.itho!;. Das blonde Haar berührte ihn. Ein feiner, siilicr Duft stieg aus dem Haar auf. Der Körper Ellens schmieglo sich dem Wellers an Und folgte leiclil, wie schwebend, der rhvlhmiselien Führung. Der W Din erregle, die 'Föne schmeichelten, der Tanz riß hin, es schien alles in eine leise, schmeichelnde Betäubung einztigleilen. Plölzlieh lösle sielt Ellen aus Wellers Armen und lieli sich in einen niedrigen Sessel fallen. Dorl saß sie lachend mit leicht geöffnelem Mund. Ihre weißen Zähne holten sich von dem Hot ihrer Hippen srhmtnicnid ab. Sie legte ihre Arme breit auf die Sesscllehne, Sie aluiele in kurzen Slößen. ״Setzen Sie sieh zu mir. Weiter. Nein, hierher, dicht zu mir. Ich mödile *Sie fragen. Ich tttiieltle Sie eine ganze Nacht fragen, warum — Doch ich will Ihre Worte gebrauchen. Ich soll (len Sinn Ihrer Aiifriehligkeit werten. Als Nenhatis sein Lied 1" grub, kamen mir Ihre Worte wieder. Irl) muß mich daran gew itimen, daß sie ein besonderes Gewicht haben. M eit• f. helfen Sit: mir, den Sinn zu werten.“ ״Sollten wir nirhl, weile!• tanzen, Fräulein Ellen?“ ,,Sind Ihn• Worte und Sie nicht ein und dasselbe?“ Weller erslatinle, wie Ellen seine Gedanken gegen ihn «in- Wendeln. ,.Mißterslehen Sie mich nirhl, Fräulein Ellen. Mas ich vorhin berührte, sind Lebens;mff:tsstmgen. Man spricht darüber zu gegebener Zeit, nicht in einer Kuhcpausc zwischen zwei Tänzen,“ ״Ich verlange danach, darüber zu sprechen, mit Ihnen darülter zu sprechen. Vielleicht, vielleicht bin ich belehrbar. Wäre es nicht Ihre Pflicht, Weiter, — Doch Sie haben recht, tanzen wir.“ (Fortsetzung folgt)