Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 51 (25.6.1935)
- Date
- 1935-06-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2651273-2653827-2653875--27034-2688451- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Selm 1× ep/1045700
OCR text
Nr. 51 25. VI. 1935 JÜDISCH* RUNDSCHAU Seife 7 Zionistische Bewegung Der polnische Zionismus nach der Krakauer Tagung (Von unserem Korrespondenten) s. Warschau, 21. Juni Es ist charakteristisch, daß den Ausgang der Krakauer Konferenz der Allgemeinen Zionisten h e i d e Feile in Presseäußerimgeu und Erklärungen ihrer Führer mit Zufriedenheit als_ erwünschte Klärung der Situation innerhalb des allgemeinen Zionismus bezeichnen und gleichzeitig beide (iruppen bemüht sind, die Schuld für das Nichtnistandekoiiimeu der Einigung auf den anderen Teil abzuwäl/cn. Wahrheitsgemäß muß festgesteilt werden, daß die bisnun außerhalb des Weitverbandes stellenden (kuppen bereit waren, ihm beizutreten, aber forderten, daß das entgegen den Be- Schlüssen der vorletzten Krakauer Tagung in Palästina geschaffcnc fait accompli in Form einer besonderen allgemeinzionistischen Arbeiterorganisation (״lrgim") von der Konferenz als illegale Handlung bezeichnet werde. Im Laute der Verhandlungen gingen sie auf das Kompromiß ein, diese Angelegenheit während des XIX. Kongresses zu behandeln. Dazu wollten aber die meisten Delegierten der ״B“-üruppe ihre Zustimmung nicht erteilen. Während Dr. Schwarzbart und Dr. Mossinsolm bemüht waren, die Spaltung zu verhindern, waren insbesondere die o s t g a I i .׳ i s c h e 11 Delegierten in der Frage des ״Irgun“ unnachgiebig. Die Angelegenheit kam im Plenum gar nicht zur Sprache und entgegen den Fordcrungen der Delegation aus Deutschland schloß Dr. Schmorak die Konferenz, ohne daß eine öffentliche Diskussion und eine Abstimmung stattfand. Kein Wunder, daß die Konferenz in nervöser und gedrückter Stimmung auseinanderg'״K• _ Viel hat zu einem solchen Ausgang die Stellung der ostgalizischen Delegierten beigetragen. Sie sind es, die zusammen mit der Supraski-Oruppe in Palästina den Irgun ins Leben riefen. Sie waren es auch, die zusammen mit den l)elegierten der ״Lth Liwnotli“ aus Kongreßpolen, wie der in Krakau erscheinende zionistische ,,Nowy D/ieiinik“ ״mit Bedauern hervorheben muß, durch ihre Hartnäckigkeit das Zustandekommen eines Kompromisses erschwerten". Und Dr. Sclnnorak erklärt in tler Lembcrger ״Clnvila“ untimwunden: ,,Solange die Arbeiterschaft auf ihr Postulat (einer einheitlichen Arbeiterorganisation in Palästina) nicht verzichtet, solange weiden manche Allgemeine Zionisten ihr Postulat verteidigen, sogar um den Preis der Zerstörung der einheitliehen Weltorganisation der Allgemeinen Zionisten.“ Dieses Zerstörnngswerk ist dem Verfasser und seinen engen Parteigenossen gelungen und die langjährigen Bestrebungen Dr. Srliwarzbarts sind durch seine nächsten Nachbarn zunichte gemacht worden. Es werden von nun an zwei allgemein-zionistische Organisationeii, der frühere ,,Weltverband'• und die neu geschaffenc ״Weltvcrciniguiig״, existieren. In Polen werden dein Weltverbande die Allgemeinen Zionisten in Ost- und Westgalizien und die kleine Cmippe ״Lth Liwnoth“ in Kongreßpolen angeboren. Die stärkste Stütze wird hier der Weltverbaml in Ostgalizien haben und damit wird wahrscheinlieh Ostgalizien die Führung des Verbandes übernehmen. Dies wird 11. E. zu einer weiteren Differenzierung in Westgalizien führen müssen, wo der Sinn für den konstruktiven und in sozialen Fragen neutralen Charakter des allgemeinen Zionismus vorherrschend ist und sicli die dortigen Allgemeinen Zionisten auf die Dauer nicht ins Schlepptau eines arbeitcrfeindlichen, rechtsgefärbten Zionismus ziehen lassen werden. Die ״Wcltvcrcinigung“ kann in Polen gegenwärtig auf die unter dem Einflüsse Grünbaums stehende (kuppe in Kongreßpolen rechnen. Sie ist viel stärker als die ״Eth Liwnoth‘• und der Wahlkampf wird sieh, wie der Führer der letzteren, Dr. Göttlich, ir,1 ״Moment‘• richtig behauptet, wie folgt abspielen: ״Wer für den ,Irgun‘ ist, wird für die Liste des Weltverbandes stimmen, wer gegen den ,Irgun‘ ist, wird in Palästina für die ,Kitlmali‘, in Polen für die Liste des zionistischen Zentralkomitees stimmen.“ Der W a h 1 k a 111 p f z. u in K o n g r e ß hat in Polen bereits begonnen. Zur Stunde stellt noch nicht fest, wieviel Sehekalim in diesem Jahre in Polen verkauft worden sind, aber es unterliegt keinem Zweifel, daß die breitesten jüdischen Massen mit in die Aktion einbezogen worden sind. Sämtliche arbeitszionistischen Parteien und Organisationen haben sich zu einem ״Wahlblock für das arbeitende Palästina“ zusanunengcschlossen, und diesmal ist ihm auch die ״Hitachduth“ beigetreten, die in der letzten Kongreßperiode ihre Organisation in Kongreßpolen und Galizien allsgebaut hat. Dieser Wahlblock kann in Kon greßpolen auf eine starke Mehrheit rechnen, in Ostgalizicn wird der Wahlkampf zwischen dem Block lind dem allgemeinen Zionismus sehr hartnäckig sein. Auch der ״Misrachi“ entfaltet überall eine sehr lebhafte Wahlagitation. Eine zionistische Organisation in Frankreich Von unserem Berichterstatter K. Paris, im Juni In den Pfingsttagen hat sich in Paris ein für die Ent- Wicklung der jüdischen Nationalbcwegung in Frankreich wichtiges Ereignis vollzogen: die ״O rganisation sio niste de Franc e“ ist gegründet worden. Damit ist, wie auch Prof. Brodctskv in seinem politischen Referat auf der Tagung betonte, eine wichtige Lücke in der Zionistischen Organisation ausgefnllt worden. In Frankreich werden endlich die zionistischen Kräfte organisch zu einer l.aiKlesorganisation zusammengeschlossen. Das ist zumindest der Wunsch der Initiatoren der ersten Tagung der neuen Organisation, an deren Spitze Isaak Naiditsch steht. Die Tagung brachte neben dem politischen Referat des Mitglieds der Londoner Exekutive, Prof. Brodetsky, und dem Paliistinabericht von J. Grün bau in, einige interessante Berichte über die jüdische l äge in Frankreich, von denen hesonders der Bericht von Maxim Pi ha und die Dnrlegungen des Leiters des Pariser Palästina-Amtes, Dr. Fildcrmann, hervor/uheben sind. Die Generaldebatte zeigte deittlieh, daß ein organisatorischer Zusammenschluß der Zionisten in Frankreich den Wünschen der großen Mehrzahl entspricht. Allein eine starke zionistische Zentralorganisation kann den zahlreichen Gruppen und Griippchen in der französischen Provinz, die mehr durch persönliche Beziehungen als durch gemeinsame Palästina-Arbeit zusammengelialten werden, den Antrieb zu einer großzügigen Werbe- und Aufklärungsarbeit geben. Eine zionistische Zentralorganisation ist auch die unentbehrliche Voraussetzung für das Gelingen der (inanziehen Arbeit der beiden großen nationalen Fonds, deren Vertreter auf der Tagung die neugegründete Organisation auch aus diesen Gründen herzlich begrüßten. Das jüdische Leben in Frankreich hat durch die jüdische Finwanderung aus Deutschland, durch die materiellen Schwicrigkeiten des Ostjudentums und schließlich durch die geistige Entwicklung der jungen jüdischen Generation in Frankreich in letzter Zeit eine merkliche Intensivierung erfahren. Jüdisehe Probleme werden wieder ernsthaft diskutiert, in den verschiedensten Formen und unter den verschiedensten Gesichtspunkten werden junge jüdische Menschen zusammengefaßt, die 1 lachseharah-Bewegnng breitet sich aus, neue jüdische Zeitungen und Zeitschriften werden heraiisgegeben und gelesen, und wenn diese Bewegung zum Judentum auch oft noch einen spielerischen, unklaren Charakter trägt, so zeichnen sich doch die ihr zugrunde liegenden ernsthaften geistigen und materiellen Probleme deutlich ah. Der neugegründeten Zionistischen Organisation Frankreichs fällt also die wichtige Aufgabe zu, diese heute noch unklaren Kräfte zitsamnienzufassen und sie in den Rahmen der großen Erticuerimgsbev. cgung des jüdischen Volkes cin/110rdnen. F)ie französische Zionistische Organisation muß dem französischen Judentum den Platz in der Palästina-Bewegung geben, den es aut Grund seiner geistigen Fähigkeiten und seiner finanzicllen und wirtschaftlichen Kräfte einzunehmen in der Lage wäre. Ueber,schaut man die großen Aufgaben, die die ״Organisatioii sioniste de France“ zu erfüllen hat, so erkennt man, tlaß sie in ihrer heutigen Form, wie sic sich auf ihrer ersten Tagung darstellte, diesen Aufgaben noch nicht gewachsen ist. Die neue Organisation ist bisher eine Rumpforganisation, die wohl angesehene Zionisten, die seit langer oder kurzer Zeit in Frankreich leben, zusanimenschließt, die für die Palästina-Kräfte, welche im französisch-polnischen Judentum, in einem Teil der jüdischen Emigration ans Deutschland, im sephardisehen Judentum wirksam sind, repräsentativ ist, die aber bisher an der Peripherie des eigentlichen franz.ösischcn Judentums stchengeblicbcn ist. Gerade die Leiter der neuen Organisation erkennen diese Lücke deutlich. Immer wieder wurde auf der Tagung darauf hingewiesen, daß auch in anderen Ländern, in Deutschland, in England usw. die zionistische Bewegung in den ersten Jahren fast ausschlicßlieh von den Einwandererschichten aus dem Osten getragen wurde und daß sie erst in ihrer späteren Entwicklung — als die Entwicklung das Bestehen der Judenfrage auch den ein- .' ..... viele Anzeichen dafür, daß sich auch in Frankreich eine analoge Entwicklung im Judentum vollziehen wird. Aber vorläufig sind diese Anzeichen für eine — durch äußere Ent- Wicklungen lu-rvorgerufeite — ״Veijmlung“ des fraii/ösisclien Judentums noch gering. Man darf bei einer Bewertung der gesellschaftlichen Entwicklung in Frankreich nie vergessen, daß es Frankreich war, welches die Prinzipien der Oieichheit aller Staatsbürger begründete, und daß diese Prinzipien tief im Bewußtsein und im Unterbewußtsein des Franzosen verankert sind. Die neue Organisation wird also mit den Waffen der geistigen Auseinandersetzung das französische Judentum am Zionismus und an Palästina interessieren müssen. Neben dem Problem der Beteiligung des französischen udenttims an der' Zionistischen Organisation zeichnet sicli ereits zu Beginn der Arbeit der neuen ()rganisation eine andere — imicr/ionislische — Schwierigkeit ab. Die fran/ösische Organisation ist ein Spätling unter den ziouistiM'hen kandesorgynisationen. Ihre Gründung erfolgt in einem Augenblick, in dem bereits in den zionistischen i andesorganisationeu wie in der Weltorganisation zentrifugale T enden zeit wirksam geworden sind. Die linheiflichkeit aller zionistischen Organisationen leidet seit Jahren schwer unter dem Einfluß und dem Druck der Parteien, die die ,Macht innerhalb der Organisation an sich reißen wollen. Die l.andesorgaiiNatioiun der anderen I ander wurden meist in einem Augenblick gegründet, in dem der Zionismus noch eine einheitliche Bewegnng war und besitzen daher eine nioruiisehe und organisatorischc Tradition. Sie unterlagen de-lialb er-t nach einer gewissen Entwicklung dem 10111111(! des Parteienkampfes, Dagegen wird die Zionistische Organisation I'rankreich in einem Augenblick gegründet, der durch einen Wahlkampf für den Kongreß bezeichnet wird. Wird die neue zionistische Organi• sation Frankreichs ihre Stellung gegenüber den Parteien durchsetzen könnenV Die Antwort aut diese Frage ist gleichfalls für die Zukunft der jungen (hg.misali >n entscheidend Juden und Jüdisches im Rundfunk Dienstag, 25. Juni ( \ .h2!׳i ,!-■}: K.uiio l'.uo 11048). 11: Kuguniri Huil* bnji>H-l ,0jx־z .'1114! i׳ ,sd ü 1 111 יי.: dpI!F,u!־׳■■ 1י ׳׳׳I ,0 1 .H ׳ U r. Mittwoch, 26. Juni: K.gudIIdd (12011, 13.30: y. n. <’ >nr.1׳lr. Oih,׳n- I>;h־!!mh;1. i.oittlon N'.h 1׳ d;i! 1150(0, 15.50: 11.;1. M nr k׳i!:m. — K.i-rh.nj (259). 18.25: Kantor Wy^.ila sii-t IkTiT'gIu• l.inirr. — 1*0-!(׳ PaiMrii (313), 18.30: Srinhü;^ der \d\ .. Hniv״el (322). 20: u. ü. 1 Irh!als.־l1.‘s low! von Torna i. Kalu.idlnrg (1261), 20: u. a. (>M׳cf1l).1rl1. י Kondor, National (1500), 20.30־; Müh.niii-Konzrrl, n. a. 1 l(,b1.iKchr Ki11׳!:üo. -- Stockholm (1389), 20.30: 11. a, Mrn<lr!wtlm. - ■■ Kuxcininn*; (!304). 19,25: 11. a. Weinberger. — Ks1lun<U>«»r«״ :22.15 ,(1201) ״. a. M Ai. Donnerstag, 27. Juni:!.!ivumbur^ (13n12 .(1׳: u. 11. MosAuwAi, SjioJi.inAy; 13.55: u. a. < 0 IrnI wrh, Rui >ii 1 -5■in. - I׳.n^Ia 1 hJ Nord (449), 19: Jüdis! 110 ScihIiiid: Mi!\\ iikciule: lAtcr Strin-, Alexander I'ierr Suün, Philip |[<־rM, f. (0 ׳.tMi-pun. ־- Prü-s-r! (Pan- /u-i-rl, 484). 20: u. a. t )in nt um. ■ ׳ J.u\cn1bt1r£ (1304), 21.55; u. a. MrndcP-eüuä. Freitag, 28• Juni: K..di > Pa: 1 <10:31, 11.45: Sr:,dm!£ der Voix d’Knud. ■ - Wien 1.507), 13.10: u. a. <! »’.«1! u.1 rk. I d\!d1I an :י (1304), 13.55: S, iiallpkuirn. u. .1. Jtl.-ili OK i.wVn. —- P470) ׳): 15: u. a, ״\pwkov, Ti. i a'O.m 11 1 >'9 1, 20: ,.M׳.r .Mw'111■■" vor llaiidcl, -- Suttens!443), 20.20; u. a, U.a uhaau. Die Sängerin Terisa Oers o n - D;!!1 / i 20 ־ r ist für der 27. Juni von 31er Avro-Rinidfnnk־( As 01 Ja) 19 ft in Amsienbjr /u einem Orchester-Abend verpfliehtot. Su• wird in der /.eil von 0.15 bis!035 holl. Zeit u, a.;015 ,/".armen״ und ,,Trott* hadour“ verschiedene Arien /um Vortrag hrim!en. Auf. : Dingen י• Jfc W-•' 1■יי' 'י“•.״״!׳.. A A AwJA STEHT DIE WELT Erzählung von CBRSON STERN 13, ForUtUang Copyright Verlag Kricb Heil». Berlin Ja, Klärchen mul Meta waren glücklich. Ihre Eltern waren einfache, fromme Juden. Die Töchter hallen von der religiü- *en Erfahrung, die ihnen zugclragrn wurde, nichts;!iil'gegeben, in ihrem Blut lag die Willigkeit des Glaubens. Die Schlichtheit, ihres Wesens ging in das Seelische ein und ließ nicht zu, daß äußere Frager! das innere Wissen anlastelen. Es stand kein Erkennen atil, das t nruhe hülle bringen können. In der Peßaeh-Ilagada gibt es einen Sang, der Vers für \ ers auf- Zählt, was sieh mit den Zahlen his 13 verbindel. Jeder Vers wiederholt gewissermaßen nickw ärtsgehend zur nüchstgeriugeren Zahl <1 io vorhrrgegangenru, um immer in den Schlußvers ausmkl ingen: ״Einzig ist unser Gott im Himmel wie auf Erden." Es ist ein Srhneeballsang, Jeder Vers schwillt mehr an als der vorhergegangene, jeder reißt mehr die \ ielheit »1er Erscheinungen aut, his wie eine Erlösung der Schlußsatz, alle Vielheit wieder ziirückdrüngl. mul nur eins bestehen läßt: ״Einzig ist unser Gott im Himmel wie auf Erden." Das!«1 die UiminsNißlichkeit, So war es hei Klärchen und Meta. Was ihnen auch mgetragen wurde, — einzig ist unser Gott. Hedda wurde es nicht leicht, sieh in diese I nigebimg einzuordneu. Iledda bäumte sieh gegen das Einfache, das Er- Eebene auf, mit dem Klärchen und Meta von den Dingen erilltrl wurden. Das Ungelöst!' war kein Schrecken für sie, das Fragen war keine Qual, keine Beängstigung. Wie war das nur möglich;’ Iledda suchte und rief in siel! hinein. Die anderen suchten und fanden Freude. Die Well, ist, so uneralmbar groß, so nnerahnbar: ״Wie herrlich'‘, riefen die, Seime- •lern, wie furchtbar, empfand Hedda. So war es mit jedem und allem, eine Verständigung schien unmöglich, Hedda ging neben den Selm■csl11־1 *י her. Aber es waren die gleichen Fragen, vor denen die Schwestern und Iledda standen. Sie hatten Drang und FJirlielikeil, jeder die sein!'. 1 ud noch etwas, die Willigkeit, die 111• reit sein! ft der Schwestern, ihre Schlichtheit mul ihre l’ulir berührte Iledda. Es war das, wonach Iledda verlangte, sie soluite sich nach Buhe, sehnte sieh nach dem, was sie nicht liosaß. und was in den Schwestern nn sie herantrat. Es konnlo Iledda mehl verborgen bleibe!!. E< kam der Tag, da sie, 1'S oik,null!•. Es riß sie nicht aus ihrer Not. es erschlug die Vergangenheit nicht, das Erlittene, so wenig wie die 'Lage und Nächte der Qualen, es gal» auch Leine Antwort, keine endgültige Antwort, aber Hedda fand den Weg zu den Schwestern. I nd das war ein Anfangs Der DnniierMngiinrhmillng war zum Srhrrilien freigegehon, Die Briefe .ו!ר die Ellern und von den Ellern wurden von Frau Löwenberg ungelesen (111rrl1gela«sen, hei den anderen Briefen nahm sie da« Beeilt der Deberwnrhiing in Anspruch. Diese Briefe wurden Ihr unverschlossen ringe händigt, und auch die einlreffonden unterlagen der I’rüfnng. Frau Löwenborg besaß eine iinnacliahmlielie Art. das Lorgnon vor die Augen zu halt en und hierbei die Nasenliaul in Falten zu zielten, was die Schönheit ihres Anblicks nicht wesentlich erhöhle, aber c« trug einigermaßen zu dem bei, was Frau Löwenlierg le!׳esperl nannte, Iledda erinnerte sieh, was sie zu Dr. Weller gesagt halte. Kr würde schreiben, vielleicht heule, vielleicht morgen. Was würde er ihr sagen? Eine neue Verdächtigung würde auftauchen. Iledda 11:1111' unruhige Träume. Sie stand vor einen! großen Teich. I )ie Oberfläche schien spiegelglatt, --es war eine Täuschung, sic stand vor einem Strudel. Sie halte keine Wahl mehr. Sie fühlte, wie sie stürzte und mitgerissen wurde. In diesen Tag.■11 halten iledda und Klärrhen Haushaltsdienst. Ein jung or Ihtrselie, Karl, brachte jeden Morgen die Milch. Er war lustig. Er lächle gern. Er freute sich mit jedem Wort, Iledda« Entschluß war rasch gefaßt. Schon am nachslen Morgen ereignet(׳ es sieh, daß Klärchen das Kiielienmüdeben in dein Augenblick rief, als der Milehjinige nhliefern wollte. Iledda lief hin, drückte dem Burschen eine Mark in die ll.iiid. dazu einen Brief, den Karl auf ein Zeichen sogleich verschwinden ließ. Er war sehr verdutzt, doch nach einer Sekunde halte er sein frohes Dachen wieder. Der Brief hatte folgenden Inhalt: .,Lieber Herr Doktor! Wie soll ich Sie sonst anreden? Sehr geehrter Herr?!Nein. Ich stehe zu illemen l'.mp I mdmigm. leb liab.׳ eine Bille. Schreiben Sie nielil. Wir sind miter l’.ew acliimg. leb Irage. mich, erzieht 111:111 so fürs Leben'.’ \\ es soll ieh hier.י Ist es nicht imsere Aufgabe. \ eraul w orti mg I (11־11:1 ־ zu ubem.'limeii Hier wird ein festes Skelett gehelerl.!Grober werden Ixb'ider gehängt. Die meinen'.1 Nein, .־!llgniieitie. saubere Kleider. Wie werden Sie mirl! wieder I iuden'.' \ udleiebl schlagen wir beide das Skelett in lausend Stücke, Aul die-e Almute (reut sieb Ihre Iledda B." Das Seil re dien kam zu mig. ■e ignele r Z< 11 io Wellers I binde, es lag «!1 einem Snniilaziiiinreii;1111' '1111־,■in Ix a I!eeti'1'11. Weller war spät .•!ul'geslaiideii. er sebmeeile imel! den gestrigen, bei Ellen Grailinger verlebten Abend, und es war ein Gescliinaek, der ilnu mellt ״:iik nun 'einen. Was wollte Ellen von ihm? M an sprai'li nur von der stolzen lallen, sie selbst nannte sich exklusiv. Sie mochte zwanzig Jahre all Sein. -ח• war groß mul schlank, und an diesem Abend seiden ihr Kleid nicht gemacht, um ihren Körper zu verbergen. Dr. Weller mul Sanität.«!׳aal Neuliaiis waren die einzigen Gäste, Nenliaus halte sieh nach dem Essen eine der schweren Zigarren angesleekl, die er Stiiudenbn! 111er nannte, und sieh im Nebenzimmer auf einen Sessel niedergelassen, enlselilosseii, eine gründliche Ituhepause einznlegen. Greilinger halle sieh neben ilm gesetzt und von der letzten k n'i.s|agssi!/1111u' erzählt. ״Es war ein Ereignis.", halle er am,:.1 fangen. .- ״Der Kriegerverein soll zu seinen! 15jährigen Br'lriien eine Medaille erlialten. Ich balle das lieferal, Iii11-־ 1 ז mini.irr Annahme bis ,׳ml drei Kerle...." Greilinger war in Erregung gei'alen. Er wiederholte seine Bede. Sie floß ülier Vuhatis hin, der still ziilmrle. ״Wir alle sind in einem G. lühl verbunden, riel ieh. in einem Gefühl, in einem Bewußtsein. I nsere Ehre ruht darin, unser Stolz ruht darin, unsere Zukunft nilit darin. So schloß ieh. Alle waren ergriffen his auf die drei ■—“ Craililtger kam nicht weiter. Er «:111 auf Nenliaus, der, dio Augen geschlossen, dasaß. Als (Ir.'iil i1t,u׳׳‘r seliw n־g. öffneten sicli nicht die Augen, aber die Lippen des Sanilälsrates. ,,Fahren Sie lulle fort. Herr Grailinger. Ich höre jedes Wort. Es!«1 «ehr angenehm,“ Nur Herr Neuhaus wußte, ob sich dies auf sein Zuhören oder auf (las EinsrldäTermin bezog. Ellen war mit Weller ins Musik/.inimer gegangen. ,.Hören Sie gern ein Lied von Grieg?" W eher stand am Flügel. Ellen begann. ״Du mein Gedanke, Du mein Sinn und W erden,“ Ihre