Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 46-47 (6.6.1935)
- Date
- 1935-06-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 6 JÖDISCHE RUNDSCHAU Nr. 46/47, 6. VI. 1935 der Dichter Ruth und David in der Agada Bekanntlich wird das Buch Ruth am Schawuoth-Feste verlesen. Diese idyllische Erzählung mit bäuerlichen Ver• hältnissen im Hintergründe, die zur Zeit der Wcizenemte in Palästina spielt, fällt zeitlich mit Schawuot, dem Ursprung* liehen Feste der Getreideernte, zusammen. Auch soll am Tage der Feier der Sinai-Gesetzgebung an die treue Anhänglichkeit der Moabiterin Ruth zu ihrem Judentume erinnert werden. l)ie Genealogie des Buches führt die Abstammung König Davids auf Ruth zurück. Nach einer Uebcrlicferung fällt Davids Todestag auf das Schawuot-Fest. Daher hat sich noch bis auf den heutigen Tag im Osten Europas der Brauch erhalten, daß sich am zweiten Schawuot-Tage in den frühen Morgenstunden in den mit Lichtern illuminierten Synagogen und Bethäusern viele Andächtige versammeln, die das Andenken des grollen Königs und Psalmisten durch Psalmen und andere Gebete feiern. Wir lassen hier einige charakteristische Stellen aus Midrasch und Talmud folgen, die zeigen, wie die Agada die Persönlichkeit von Ruth und David in ihrer volkstümliehen, zugleich aber feinsinnig-psychologischen Art zu interpretieren versteht. Ruth•» Herkunft Ruth war eine Königstochter von sinnenberückender Schönheit. Ihre Abstammung führte man auf Balak, den König Moabs, zurück. Das providenticlle Walten Gottes hat Ruth bereits i!1 ihrer Prüexistenz in die Ahnenreihe des Messias cingegliedert. In grauer Vorzeit, wird berichtet, hat Gott Ruth im sündigen Sodom als die Gerechte gefunden und sic schon da als die Stamm-Mutter des Messias, der von ein eia anderen Orte kommen soll, erwählt. Das ממקום אחר w ird so aufgefaßt, daß es sich auf Ruth beziehe, die von einem anderen Orte, also von einem fremden Volke, kwnmt. Hier spielt schon der Gedanke des messianologischen David, des David redivivus. der am Ende der Tage als Erlöser w iederkehren wird, hinein. Ihr Lebertritt Das Verdienst ihres Ucbcrtritts zum* Judentum wird an mannigfacl ten Steiien vom Midrasch rühmend hervorgehoben. Weil Ruth sich (iott genähert hat, sprach Gott zu ihr: Du hast durchaus nichts verloren! Siehe, ehe Königs* herrschaft ist dein in dieser und in der zukünftigen Welt (Sifre zu Ntim. 10, 20). Ruth wird auch zuweilen als ״Mutter von Königreichen1■ ךסלכו!£א KDR genannt (so Targ. zu I. Chr. 4, 23). Der von ihr hervorgegangene Sproß wird also herrschen im jetzigen, physischen und im zukünftigen Welten-Acüii, Dank dem Verdienst ihres Uebertrittes zum Judentum wird Ruth befreit aus dein Gericht des Oeliinnoms, damit ihr Teil bei den vier Müttern Sara, Rebekka, Rahel und Lea sei. Davids Erwählung Abraham י und David werden als Ziel- und Höhepunkt der genealogischen Entwicklung gefeiert. Der Midrasch illustriert es mit dem Beispiel von einer kostbaren Perle, die ein König einmal, als er von Ort zu Ort zog, aus seiner Krone verlor. Er ließ den Lrdstaub in Haufen zusammentragen und siebte einen Haufen nach dem anderen, bis er im dritten!Taufen die Perle fand. — So hat Gott zu David gesagt: Was hatte ich nötig einen Perez, einen Chezron, Kam usw. in der Genealogie (Ruth 4, IS ff.) aufzuführen? David, ist es nicht um deinetwillen? (Ber. R. 39). Wie Moses wurde auch David von Gott en.,1 1P, weil er sich schon als Hirte seiner Herde gegenüber treu bewährte. Gott prüfte ihn an seinen Schafen, heißt es da, und fand in ihm einen zuverlässigen Hirten (Schm. R. 2, 2). David als König Neben seinen Regierungsgeschäftcn lag David dem Studium der Lehre ob. Fr war ein treuer Schüler seiner großen Meister. Aus Bescheidenheit saß er im Lehrhaus auf dem bloßen Boden zu den Füßen seiner Lehrer, unter denen eine hervorragende .Stellung Mefiboschet aus dem Hause Sauls einnahm. Schon zur Mittcrnachtsstunde erhob sich David rum Studium der Lehre. Oberhalb seiner Lagerstätte, wird berichtet, hing eine Harte und sobald gegen Mitternacht der Nordwind die Saiten der Harfe* berührte, tönte sie von selbst und David erwachte. Jedoch ganz frei von menschlichen Schwächen war auch David nicht. lis wird berichtet: Als David das Buch der Psalmen beendet hatte, wurde er übermütig und sprach vor (iott: Herr der Welt, gibt es noch eine Kreatur auf der Welt, die dir soviel Lobgesänge sang wie ich? Darauf ließ ihn Gntt mit einem geringgeschätzten Frosch zusammentreffen, der ihm sagte: Sei nicht übermütig, denn wahrlich ich preise Gott mehr als du (Pirke Scliira; Sohar zu N'um. 232 h). Es fehlte auch nicht an Spöttern, die das Andenken Davids, wegen seiner Sünde an lJrija, mit Hohn überhäuften und strenge Kritik an seinem Leben und seinen Taten übten. Deshalb versuchen ihn die Späteren zu rechtfertigen und seine Reue und die Sündenvergebung ms Zentrum seiner agadischen Biographie zu rücken. Fs heißt im Zusammenhang damit (Sabb. 56 a): Jeder, der sagt, David hat gesündigt, irrt sich. — Als sein Sohn Salomo, erzählt der Talmud, einst die heilige Lade durch die Tempeltore tragen wollte, schmiegten sich die Tore fest zueinander und ließen die Lade nicht durch. Da stimmte Salomo 24 Lobgesängc an und wurde nicht erhört. Als er aber den Namen seines Vaters David aussprach, sprangen die Tore von selbst auf. Damals wurden die Gegner Davids beschämt, denn sie sahen, daß Gott ihm die Sünde vergeben hatte. Der Tod ' Obwohl die Agada David zuweilen mit übermenschlichen Attributen nusstattet und in ihm den Unvergänglichen feiert, bleibt er für das jüdische ethische Empfinden doch nur der Mensch, dem Mängel und Schwächen anhaften, der im Leben mit sich und seinem Gotte ringt und am Ende seiner Tage eines natürlichen, menschlichen Todes sterben muß. Er ist entschieden dabei nicht besser gestellt wie der Geringste im Volke. Seine Größe hat der jüdische Held im Leben zu beweisen, denn die lebendige Tat steht über alles. Im Tode ist das Schicksal aller gleich. Die lebensnahe Wirklichkeit geht sogar dem Tode eines Mannes wie David voran. Wegen eines nur eintägigen Kin* des, heißt cs in Sabbat 151 b, darf der Sabbat (bei der Errettung) entweiht werden. Wenn David, der König Israels, gestorben ist, darf seinetwegen der Schabbat nicht entweiht werden. Dr. J. M. Moses — Johann Gottfried HerdeT war der erste, der den bibli* sehen Moses auch als Dichter gefeiert hat. Moses — ein Dichter? Auf den. ersten Blick Könnte dies etwas seltsam erscheinen. Die Bibel nennt Moses den Mann Gottes, die Tradition den Vater der Propheten, das Judenvnlk heißt ihn Moscheh Rabbenu, Moses unsern Lehrer, und die Geschichte preist ihn als den größten Gesetzgeber aller Zeiten. Aber von Moses dem Dichter ist nirgendwo die Rede. Gleichwohl ergibt sich bei näherer Prüfung die Berechtigung, Moses den Propheten auch als großen Poeten zu feiern. Der ״Gesang am Roten Meere“, das ״Moscs-Licd", der ״Segen Moses“ und der 90. Psalm, der ebenfalls Moses zugcschrieben wird? zählen zu den herrlichsten Lieddichtungen der Bibel. Dann sind ja auch alle Propheten im eigentlichen Sinne Poeten gewesen, begnadetc Männer, denen cs Gott gegeben, ihre Gesichte in eine wundervolle poetische Form zu kleiden. War nun M06es Muster und Vorbild der Propheten, so mußte er auch ein großer Dichter seines Volkes gewesen sein. 111 Herders Werk ״Vom Geiste der hebräischen Poesie“ findet sich unter der Ueberschrift ״Moses“ ein Kapitel, das im ganzen nichts anderes ist als ein in dichterischer Prosa vorgetragener Lobgesang auf Moses ben Amratn. Es spricht daraus eine demutsvolle Verehrung für den biblischen Helden. Nahezu dithyrambisch klingt der Auftakt zu diesem Kapitel. Es beginnt mit den anredenden Worten: ״Ich nahe mich dir, ernster, heiliger Schatte! Einer der ältesten Gesetzgeber und Wohltäter des menschlichen Geschlechts! Dein Antlitz glänze nicht zu sehr, daß ich deine Züge erkenne und sie mit Licht und Wahrheit, die du dein Fürsten deines Volkes als Heiligtum auf die Brust legtest, zeige!׳* Anschließend an diese Anrede gibt uns Herder eine packende Schilderung von der Größe Moses’. Unter den Sehern der Vorzeit gilt ihm Moses als der größte; in der Folgezeit findet er keinen zweiten Propheten, der es verdiente, ihm gleichgestellt zu werden. ״Es stund hinfort kein Prophet in Israel aut wie Moses“, zitiert Herder und schreibt dazu einen Kommentar voll aufschlußreicher Belehrung. Im allgemeinen fn1111t!n)n1111n11111f1111111111111111111t1111in11111111!1111111i11!1111t11111tmttmK1tt1mm11Hmt1n1nHmmmn111t1mmn1mn11nnn! MENSCH UND LANDSCHAFT Von Jlse Weias RUTH Kein Jahr und Nam’ Nennt ihre erste Stunde. Sie war, sie kam Gleich einer jähen Kunde» Die wie ein Glockenlied sich fromm bewahrt, Kein Wort und Schwur Band sie an Brauch und Sitte. Sie liebte nur. Und ihres Herzens Mitte Hat der Jahrtausende Gesicht verklärt. Sie war so rein, so jung. Wie aller Morgen Frühe Und lebte nur in sttter Liebesmühe Vom Licht zur Dämmerung. Und siehe: Ferne wurde nah. Und Fremde zog sie hin. Kein Tag nennt ihrer» Anbeginn, Kein Zeichen riet sie her. Ur-Liebe, die von Weib zu Weib geschah. Zeitlos und ewig wie das Meer: So war sie dal EINST . . . Einst werden wir wie Träumer sein. Die ruhn Im Schatten sllller Baumgebärden , . Einst werden wir wie Träumer sein. Die Lächeln tragen wie besonnte Kränze. Einsl werden wir Gespielen »ein. Die, weliherkommend, an den Ufern Babels Sich wiederfinden all au• Ewigkeiten, Die Weiden biegen, und di« Garben binden. Und die nicht wissen, daft sie immer wieder Nur Träumer sind, die träumen, träumen, träumen . . REGEN.. . Regen — und die Stadt ertrinkt In Fluten, Und die Bäume ragen fahl und stumm. Ueber aufgewühlten Ackerkuten Graben Nebel Horizonte um. Regen — über endlos weife Flächen Schlürft der Wolke trauriges Geräusch. Und die Straften gleichen schwarzen Bächen . . . Tage, Stunden-- — alles, alles gleich. Regen — und die Öden Grabenhüßen Schwimmen in der glatten Wasserbahn. Und die Uhren gehn mit Schattenschritten, Und kein Lichtstrahl färbt die Himmel an. Regen — Regen — Regen — ohne Ende, Rauscht der Tropfen träges Einerlei. Spuk gestalten geistern über Wände, Stunden-Tage-geht auch dies vorbei. (Aua einem Zyklus ״Palästinensische Landschaft") ilt dieser Ausspruch als ein Axiom, der keines Beweisqj edarf; Herder jedoch sucht die Wahrheit dieses Anspruches zu beweisen. Er zählt der Reihe nach fast alle Propheten auf, uin darzutun. daß sie an Moses׳ Größe nicht heran• reichen. ״Samuel hatte einen Strahl von seinem Licht, ab« nicht seine Kraft. David war weich und zart, gerecht und tapfer, aber ein König; er umwand das mosaisch« Gesetz mit lyrischen Kränzen, konnte es aber nicht dauerhaft stützen. Salomos Weisheit ging in wollüstige Feinheit, in Glanz und Pracht des Hofes über. Elias hatte einen Arm von Moses1 Kraft, sein Zeitalter aber war zu tief gesunken; er reinigt« wie Feuer und Wind, er konnte aber nicht Stiftern, nicht beleben, Jesaias und andere Propheten waren der Mund Moses׳, sein Geist und reiner Blick erfüllte sie; wo ist aber die Tat, die sie schufen? das Gebäude, das sie dahimteilten?“ Nein, es stund hinfort kein Prophet in Israel auf wie Moses, Und dieser größte aller Propheten war auch ein großer Dichter. Herder würdigt Moses als Dichter im buchstäblichen und zugleich in einem sehr vieldeutigen Sinne.. Zunächst ist Moses Objekt der Dichtung, an dem sich die dichterische Be• eisterung entzündet; und dann ist er selber ein gewaltiger änger vor dem Herrn. Auf dreierlei Weise, so schreibt Herder, hat Moses auf die Poesie seines Volkes gewirkt. Zuerst durch seine Taten: der wunderreiche Auszug aus Aegypten, die Wanderung durch die Wüste, die Gesetzgebung am Sinai, ward der ewige Stoff ihrer Bilder und Lieder. Auch die Emrichtung des Gottesdienstes und des Priestertums rechnet Herder zu den Taten, durch die Moses auf die Poesie des Hebräcrvolkcs gewirkt hat; denn dadurch entstand der Tem« pclgesang, der ״die Poesie der Hebräer in allem heilig machte“. Ferner hat Moses auf die Entwicklung der he* bräischen Poesie den stärksten Einfluß dadurch ausgeübt, daß er den Propheten die Befugnis gab, zu warnen, zu unterweisen, zu trösten; auf diese Weise wurde stets von neuem auch in Zeiten des Verfalls der heilige Gesang wiedererweckt. ״Man liest die Propheten nie recht, wenn man sie als Weissager, als Träumer ansieht: Nachfolger Moses’ waren sie, Anwender und Erneurer seines Gesetzes in verfallenen Zeiten: und einige unter ihnen waren sehr weltkluge Manner, große Redner, lehrreiche Dichter.“ Unmittelbar aber hat Moses selbst als Dichter, durch eigene Poesien und Lieder, auf die Gestaltung der hebräischen Volkspoesie unsterblich gewirkt. Moses’ letztes Lied war das Vorbild der Redekunst der Propheten, sein Lied am Roten Meer das Vorbild der Lob-, Sieges• und Errettungspsalmen, und der 90. Psalm das Vorbild aller lebrenden Lieder. Ganz wundervoll ist die Art und Beschaffenheit der Poesie des Moses: sie ist ״wie sein Leben und Charakter ■war, vielumfassend, aber hart, ernst und einsam, sie glänzt, wie sein Angesicht, aber eine Decke hängt vor ihr“. Herder geht alle Moses-Lieder in der Bibel einzeln durch und weist im einzelnen auf ihre poetischen Schönheiten und Feinheiten hin. Den Gesang Moses׳ am Roten Meer (die ״Schirali“) nennt Herder ״das älteste und klingendste Siegeslied“, den ״unübersetzbaren ältesten Siegesgesang der Erde“. Herder vertritt die Ansicht, daß die Kinder Israel die Lieder des Moses auswendig lernen mußten. (Hierfür könnte man, dünkt mich, 2. B. M. Kap. 15, V. 1, als Beweis heranziehen. Da heißt es: Os jaschir Moscheh ubbne jisrael eth haschirah hasoth, ״Da sang Moses und die Kinder Israel dieses Lied“. Haben nun die Kinder Israel das Lied gesungen, so mußten sie es vorerst auswendig gelernt haben.) Mit überschwenglicher Begeisterung spricht Herd« von Moses dem Dichter. Moses ist ihm nicht nur der größt Dichter des Hebraervolkes, der Schöpfer und Erwecker d.et hebräischen Poesie, — der Mann Moses und sein Werk ist ihm schlechthin eine lebendige Quelle der Dichtkunst. In Herders Hauptwerk findet man folgende merkwürdige. Stelle: ״Lies Moses! Lies die mosaische Geschichte! Oft gibt ein Wort, das darin verkommt, zur schönsten poetischen Ent- Wicklung in ganzen Kapiteln Anlaß; was bei den Griechen Homer ist, ist bei den Hebräern Moses.“ — Indes, in jeder vielgestaltigen Persönlichkeit gibt es ein Zentrum, worin alle Kraftquellen des schöpferischen Geistes gesammelt erscheinen. ln diesem Zentrum ruht des großen Menschen Wesenskern, hierin ruht seine Größe, die alles andere Große in ihm überschattet. Wie groß auch in allem Moses gewesen sein mag, in überragender Größe erscheint er doch nur als Volks• bildner und Gesetzgeber. Auch Herder verschloß sich nicht dieser Erkenntnis. Zum Schlüsse des Moses-Kapitels, das doch nur von Moses dem Dichter handelt, schaltet er kurz die Bemerkung ein: So großer Dichter Moses auch war, so war er doch mehr Gesetzgeber als Dichter. S. M e i 8 e 19. Maimomdes aus den Quellen Zwei Schocken-Bände Aus der Fülle der gegenwärtig erscheinenden Literatur über Maimonides greift man besonders gern zu. den zwei im Schocken-Verlag erschienenen Büchern, in denen der Denker selbst zu W'orte kommt. Immer wieder *miß darauf hingewiesen werden, daß der Zugang zu Maimonides nicht von den philosophiegeschichtlichen Betrachtungen über, ihn her zu gewinnen ist, sondern es muß ein Quellenstudium vorangehen. Den Schwierigkeiten, die sich einem heutigen Menschen in dieser Beziehung ergeben und die keineswegs allein in der Sprache bestehen, sondern in der ans so fern• stehenden mittelalterlichen Art der Gcdankcnführung, heg cgnet der systematische Querschnitt durch das Werk des Malntonides von Nahum Norbert Glatzer mit großem Geschick. Schon die Anordnung der einzelnen Abschnitte gibt dem Leser die Möglichkeit, ohne den Ballast scholastischer Nebenwege die Meinung Maimonides über theologische und gesetzliche Fragen kennen zu lernen. Man kann aus diesem Extrakt atu ״Misehne Thora“ und ,;More Newuchim“ den ganzen Maimonides in seiner Religiosität, in seiner Stellung zum Me**- sehen und in seiner Persönlichkeit gewinnen. Alexander Altinann beschränkt sich in seiner Auswahl auf den ״More Newuchim“, wobei er im wesentlichen versucht, den theologischen Inhalt dem Leser nahezubringen. Auch hier ist die systematische Anordnung ein besonders gutes Hilfsmittel für den heutigen Leser; und auch das Nachwort Altmanns, das noch einmal das Maimonidische System zusammenfaßt und in das Geistesleben der Entstehung*־ zeit hineinstellt, wird manchem willkommen »ein. Wir empfehlen diese beiden Bücher, die durch ihre Gemeinverständlichkeit dem breiten Publikum ohne weiteres zu* gänglich sind, jedem Juden, der Maimonides nicht nur ״feiern“ will, sondern auch zu wissen wünscht, worum es geht Una dies müßte man eigentlich von jedermann erwarten. N. nODt?*tW1*0**mssfe* *AU DE C' f׳־ '■ ch■ ®4^fSALl