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Jüdische Rundschau · 1935-06-06 · Heft 46-47 (6.6.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 46-47 (6.6.1935)
Date
1935-06-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Salta 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 46/47, 6■ VI. 1935 tuenden Generationen gelingt, sich dort einzuwurzeln. Nicht die Anarchie und das Durcheinander der Kräfte sind es, die einem Volke Leben bringen können, sondern ihre Ordnung, ihre planvolle Leitung und ihre Bindung an Normen, die dem Wesen des Volkes entsprechen. S c h a w uot 11, das Fest der Gesetzgebung hnd der Ernte, erinnert uns an die großen und grundlegenden Tatsachen unserer Geschichte. Es bedeutet mehr als dies in einer Zeit, in der wir Juden wieder darum ringen, unser Leben neu zu ordnen, und in der die sichtbaren Anfänge dazu geschaffen werden, daß das Volk auf dem Boden des Landes seiner Vergangenheit wieder lebt und arbeitet. Nicht in Deklarationen und nicht allein i!1 Bekenntnissen wird der einzelne Jude und werden wir Juden Deutschlands au diesen großen historischen Vorgängen teilhaben können, sondern nur dann, wenn unser Tag und unsere Arbeit ganz und gar dem Ziele dienen, uns in dieses Werk einzuordnen. K. L. IN ALLER KURZE Die Palästina-Einwanderung im Monat Mai betrug 4110 Personen. Unter ihnen befanden sich 350 Einwanderer der Kapitalistenklasse. Anläßlich d es englischen Königsgeburtstages wurden in Pala-.tma militärische Paraden abgehaltcn, an denen viele Juden teiiiiahmen. Sir Arthur Waueliope veranstadete am Nachmittag ein ( 1anc11fc-t. Ji/cliak Wilkanskv, Scho-chana 1 *e-smit/ und 11er Generaldirektor der Palestinc Corporation, Abraham (ioldwater, erhielten Orden verliehen. Iler High C״n1mis'io1n־r entsprach, die Frage der Wass c r v e r s 1) r g 11 rt g der Sladf S a f e d zai untersuchen. Ls werden Wasser 1|t!e!len in 2 km Entfernung von der Stadt unti rsucht, und man ludlt, im Jahre ly )5 die Wasserversorgung^zai ermöglichet!, wodnicli die Entwicklung der Stadt und inrer l'ingebung getoulert werden könnte. Vorerst bestehen noch Schwierigkeiten mit den arabischen Nachbarn, die behaupten, daß die (duralen ihr Eigentum seien. Sir Arthur W a 11 r ii o p t besuchte auf Einladung der Jewish Ageitcv die Siedlung C 11 c d e r a und besichtigte die v0״ her h! cd! ung eingerichtete Punipenaniage, die zur 1 roekenlegnng der Wasserriiekstiinde dient, die von der letzten!.,ebersr hwemmung /itriickgeblieben sind und einen Malariaberd darsteilcii. Der \X aad Letimi trifft bereits Vorbereitungen zu den Wahlen der A a י e f a 11) H a 11 i w c: 11 a r i in. Sämtliche Ciem(.Juden, Kolonien und Sictllungspimktc wurden aufgefordert, Wählerlisten an/ulegen. (Palcor.) Her Kibbuz des li ה s rdio in er li a z a i r, der fünf Jahre lang in Magdiel gearbeitet hatte, ist nunmehr auf Keren Kajemeth-Boden ange.siedelt worden. Die Siedlung erhielt den Namen Schaar H a e 111 e k. Der Kibbuz umfaßt 60 Familien aus Rumänien und Jugoslawien, sein Bodenbesitz betragt 1250 Duiiam. Die Siedler werden in der Umgegend von Haifa als Lohnarbeiter beschäftigt, bis die Wirtschaft selbständig arbeiten kann. Sie sind zugleich in dem nach König Alexander von Jugoslawien benannten Wald tätig. Dieser Tage wurde in Nathania der Grundstein zu einer neuen ״Schehuna üivat Zevi“ gelegt. Die neue Wohn- Siedlung wird 25 kleine Häuser für Arbeiterfamilien mit einem billigen Wohn/ins zählen. Zwischen der Kolonie Kess Ziona und den in ihrer Umgebung liegenden Arbeitersiedlungen wird in der nachsteil Zeit eine neue Vtrfainduiigschaussee errichtet. Die neue Chaussee wird 3/_. km lang sein, die Straßenbauarbeiten werden mit Zustimmung der Abteilung tur öffentliche Arbeiten bei der Palästina-Regierung durch die Arbeitsbüros in Ness Ziona und Rechobot durciigclührt. (Palcor.) Wie die pabistineiisisd] ■rumänische Handelskammer in Tel-Awiw mitteil!, wird auf Grund einer Verordnung des rumänischen I iainieNmini-drri 11111der 11) ״■■ige Einfuhrzoll auf pakistinen-ische Waren künftighin in Rumänien nicht mehr erhoben werden. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind durch Verntitthing des Zentralen i’ala <1ina-.Amfes in Warschau II) $88 Personen aus Polen nach Palästina ausgewandert, in den ersten 11111t Atonalen des Jahres 1<HI betrug die Zahl der Palast!11:1-Aiisu anderer aus Ihfci! 50 ja. Die Auswanderung hat sich somit gegenüber dein Vorjahr verdoppelt. Die arabische Zeitung ״A i 1t i f a a“ meidet, daß die Ver- Ordnung über den weset/gebcinlen Rat in Palästina im Herbst mich Viaueliopcs Rückkehr ans London \ erötfentiieht werden wird. Die Waiden sollen im Frühjahr!0!(» stattliiiden. Je ein Vertreter der moslcmi-vhen, jüdischen!!ml christlichen Bevölkerung sowie Vertreter der Hol um Beamtenschaft sollen unter dem Vorsitz von Nir Arthur V;mchope den Lvekutiv-Ausschufi bilden. Der arabische Gelehrte Hassan Sidki Dajani hat dem Hi gli Uommis-i wer für P.1I,ist iua, Sir Arthur W a u c h o p c, ein Projekt unterbreitet, das dir Uebernahme der Verwaltung Palästinas unter binhalumg der Bestimmungen des Mandats durch Araber und Juden auf der Grundlage engster Zusammeiiarbeit beider Volksstäninie vorsieht. Auf Plakaten wurde in I u I k a r e 111 die Gründung eines ״r cvol 111 i o n ii r c 11 a r a 11 i s c 11 c n J u g e 11 d verb a ת - des־‘ angekündigt. Die Plakate trugen die Losungen: ,,Gerechtigkcit über Gewalt“, ״Das Volk über die Regierung!“ u. ä. Schon einige Tage vorher waren in der Gegend von Tulkarem Plakate. angebracht worden, in denen die arabische Bevölkerung zu Steuersabotage aufgefordert wurde. Auf diesen Anschlägen hieß es u. a.: ,,Tötet־ die Regieriingsbenmten!“ Eine Poli/ciabfeilting hat sich von Jerusalem nach Tulkarem begeben, um Untersuchungen dieser Umtriebe vorzunehmen und Maßnahmen dagegen zu treffen. Ein arabischer Fellache wurde wegen versuchten Mordes an einem jüdischen Wächter in Ramat Hakowesch im Waadi Havarit zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. 111 Jerusalem wurde eine Gesellschaft ״Hasamir Brith Olamith Lcsimrah Jisrael“ gegründet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das hebräische Lied zu verbreiten und hebräische Lied-Dichter und -Komponisten zu fördern. Das erste Liederfest wird in Palästina stattfinden. Die ״New-Oalery“, Jerusalem, veranstaltet ab 6. Juni in Tel-Awiw, klelsonstr. 1, Ecke Allenby Road, eine Aus- Stellung von Werken des Pariser Malers Max Band, Diese Ausstellung wurde in den vorhergehenden Wochen in Jerttsalem gezeigt, wo sie besonders starkes Interesse gefanden hat. Der Geistliche Larmin Bagati erhielt von der Palästina- Regierung die Erlaubnis, in der Gegend von Tabcha archäologische Forschungen vorztmelimen. Tabcha befindet sich picht weit von dem geschichtlich bedeutsamen Orte Kapernamn (Kfar Nahum) am Tibcriasscc. Alfred Wolf wurde vom Kibbuz Rodges ersucht, die künstlerische Beaufsichtigung eines Spieles zur Einjahrfeier der K’wuzath Hanoar zu übernehmen. Ein Rest großer Vergangenheit Die Weltkonferenz der sefardischen Juden London, 2. Juni Ein Gefühl der Wehmut überkam den Zeugen der kürzlieh hier versammelten Weltkonferenz der sefardis eben Juden. Es war, als hörte man noch einige Töne einer längst verhallten Melodie nachklingen. Die Erinnerung an eine stolze Vergangenheit vermochte jedoch das Bild einer nüchternen Gegenwart nicht zu überdecken. Eines der Hauptprobleme der Konferenz war die Her- Stellung eines Zusammenhanges zwischen den über die g.anze Welt zerstreuten sefardischen Gemeinden. Seit diese Juden sich nach der Vertreibung aus Spanien nach den Ländern des Mitteimeers, Kleinasiens, Westeuropas und Arnerikas wandten, begann ein dauernder Abstieg. Einst die Mehrzahl der Judenheit und noch vor etwas mehr als 200 Jahren gut die Hälfte, sind sie heute zu einer kleinen Minderheit herabgesunken, die sich durch anhaltenden Geburtenrückgang und in manchen Ländern durch Mischehen immer mehr der Auflösung nähert. Das Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen Gemeinden ist recht gering, die Verschiedenheit im Ritus sehr beträchtlich. Die Versuche, eine neue Verbindung zu schaffen, müssen sehr skeptisch betrachtet werden. Gerade die Ergebnisse der Konferenz, oder vielmehr ihr Mange! an solchen bestärken uns in dieser Meinung. Es fehlt an den wichtigsten Voraus- Setzungen zur wirklichen Tat — an ernstem Willen und an echter Lebenskraft. [Dieser Mangel an Vitalität hat mehrere Gründe. Die sefardischen Juden haben sich Jahrhunderte hindurch streng von den übrigen Juden abgesondert und ihren Stamm verhältnismäßig rein erhalten. Es ist keineswegs unwahrscheinlich, daß das Fehlen eines Zustroms frisehen Blutes biologisch nachteilige Folgen gehabt hat. Vor allem läßt sich jedoch hier die Abhängigkeit des jüdischen Schicksals von der Geschichte der Umwelt ablesen. Das sefardisclte Judentum ist das Judentum der Länder des Islam. Mit ihm erlebte es seine Blüte, mit ihm versank es wieder. Die Gründe für den Mangel an Lebenskraft bei den Sefardim der westlichen Länder sind natürlich andere In Frankreich, Holland, England und Amerika konnten sie stets in verhältnismäßigem Wohlstand leben und blieben von den bitten! Erfahrungen eines harten Existenzkampfes verschont. Aber gerade aus diesem Grunde büßten sie ihre Zähigkeit und ihre Widerstandskraft ein. Hand in Hand damit gingen gesellschaftlicher Aufstieg und Mischehe. Auch der inzwischen hereingebrochene Verarmungsprozeß wird hier kaum noch etwas retten können. Ein besonders schwieriges politisches und kulturelles Problem besteht in der Zurückgewinnung der zahlreichen heute noch in Nordspanien und Portugal lebenden Marranen. Vor Jahrhunderten zum Schein zum Christentum übergetreten, haben diese Juden eine Anzahl von jüdischen Sitten und Gebräuchen bewahrt, die sie noch jetzt mit äugstlicher Scheu im Geheimen ausüben, ohne sicli jedoch des Sinnes ihrer Handlungen mehr bewußt zu sein. Indessen bestand die eigentliche Sorge der Konferenz um den Verfall jüdischen Lernens innerhalb der sefardischen Gemeinden selbst. Nur zu gering sind die Ueberbleibsel der großen Tradition. Wenig mehr als gewisse äußere Formen der spanischen Etikette und Grandezza sind geblieben. Noch halten sich diese schönen und wohlgebildetcu Menschen für den Adel der Juden und lieben in ihrem besonderen Familienstolz, ihr Geschlecht bis auf die spanische Zeit zurück zu verfolgen. Noch haben erhebliche Teile das alte Spanisch in großer Reinheit als ihre Umgangssprache bewahrt, noch pflegen sie spanische Spiele und Küche. Aber damit sind ihre Traditionen auch im wesentlichen erschöpft. Ihr religiöses Leben ist zu einem Formalismus geworden, der nicht selten mit einem tüchtigen Schuß Aberglauben durchsetzt ist. Jüdisches Nationalgefühl ist für sie immer eine Selbstverständlichkeit gewesen, von kleineren sehr assimilierten westeuropäischen Kreisen abgesehen. Ein besonders starkes Palästinaintcresse regt sich seit einigen Jahren in Saloniki. Im allgemeinen ist die Lethargie und Unwissenheit groß. Als wichtigstes Ergebnis dieser Konferenz wurde deshalb die Schaffung eines sefardischen R a b b i n e r s e m i 11.a r s in Aussicht genommen. Indessen bleibt abzuwarten, ob dieser seit Jahren erwogene Plan tatsächlich zur Ausführung ge■ langen wird. Sicher wäre ihm voller Erfolg zu wünschen, Dr. Siegfried Kösterich Kulturleben und Judentum Der ״Volk. Beobachter״ vom 4. 6. veröffentlicht einen Artikel von Alfred Rosenberg zur Jahresrückschau der NS-Kulturgcmeinde in Düsseldorf. In diesem Aufsatz heißt es u. a.: ״Das Judentum ist zwar noch immer nicht ganz ausgoschaUct, aber es Ist. doch derart zuriiekgedrängt worden, daß es unmuielbair iiir die kulturelle Gestaltung Deutschlands keine Gefahr bedeutet, — wenn die Bewegung wachsam bleibt wie in den ersten vScrzclm Jahren. BedeakHcherweKe rühren sich aber bei vielen Gleichgeschal* teten und Anhängern jüngeren Datums schon wieder die sogenannten humanitären Ideen; sic begreifen nicht, daß es sieh hei diesem ganzen Problem nicht um eine PerM>nalfragc, sondern um ein Problem grund- Mtzhehen Charakters handelt. Ebenso wie das ganze deuisehe Volk die furchtbaren Jahre bis 1933 als Gesamtheit an seiner Ni-ededage schwer zu tragen hatte, so muß auch das Judentum insgesamt und a!־. Kiuzclper.son die Folgen seiner verbreche!isehen Tätigkeit tragen, Folgen >cincr Bcsrhirnpiung alles dessen, was geistig und seelisch groß in Dcut.-chland war. Fs sind in letzter Xcii aber zwcilcllo* wieder Bestrebungen bemerkbar, wenn auch nicht u n - mittelbar durch die Juden selbst, so doch durch Tarnung. Pseudonyme oder durch Vorschieben nicht ganz instinktdeherer Deutscher, wieder Eingang in das kulturelle Lehen des nationalsoziailsn.M'hen Reiches zu gewinnen. Man suchte sich 7.1t diesem /.weck alte Freunde, die durch ihr per'ünlichcs kün■ויlerisches oder wi־.M?nsc!uftliche.s Wirken auch heute noch die Möglichkeit der Arbeit genießen, um mit ihrer Hilfe irgendwie wieder ״in? Geo.liiift“ zu kommen und auf dies׳׳ Weise eine große, gleichsam neutiale Zone zw Lehen Judentum und NafionaHn/ialLimis zu schaffen, '•o!laß in ihr eine unvcrhaitiiiniiaßig große Anzahl deutscher Staatshu!ger Mittler in einen nchningdosen und deshalb für die Zukunft gidahrli־ ׳hen Zn-ז;!!;d geraten konnte. In merkwürdiger 1' überein- '(unmutig haben Feh hiVr Krakln.n und Kut tu? bol•*׳ ־licw!-•mus in Verfolgung der Zersetzung des na! iona’Nozüfli'! i-< hen Denken^ gc-!Mndcn und beide gemeiu-am verbuchen, Kims!!er und Wissen-schaftIrr zu iu:d׳׳rn. \׳m ׳lenen sie genau wissen müssen, daß sie die ganzen Jahre über gm-Fg in einer absdui Lin l!ich׳*n Front uns gegeniiheige-tanden Indem und die entweder als innerlieh Fiemde oder als dekadent im ‘mnne der Nürnberger Kulnerreden;m11׳׳ nicht die Mit-!׳;"(immer MaiinnaKoziaii.'Umher Kuhur -ein können.“ Der United Jewish Appeal in Amerika New York, 3. Juni. (JTA.) Felix M. Warburg gibt als Leiter der diesjährigen Aktion des United Jewish Appeal für das Gcsaiutgcbiet der Vereinigten Staaten bekannt, daß bisher über 750 000 Dollar für die Ililfsaibeit zugunsten der Juden in Deutschland und Osteuropa und für die Ansiedlung von Juden in Paiärtma aufgebracht war־ den. Programmgemäß wird ein Sammeiergebnis von 3 250; 01) Dollar für das Jahr 1935 angestrebt. 47 Gemeinden, die die Sammelaktion schon zu Anfang des Jahres organisiert hatten, haben die für sie festgesetzten Quoten bereits aufgebracht. Hundert Teilaktioneil sind zur Zeit im Bundesgebiet im Gange. Weitere werden in den nächsten Tagen eröffnet. Es ist zu erwarten, daß die erste Million binnen 14 Tagen erreicht sein wird. Antisemitischer Vorstoß in Mexiko Mexiko City, 4. Juni. (JTA.) Die ״ö o 1 d h e m d e n“, die antisemitische Organisation Mexikos, hat dem Staats- Präsidenten Cardenas eine Petition mit 200 000 Unterschriften überreicht, in der verlangt wird, daß die mexikanische Regierunp den Juden die Bürgerrechte aberkenne, jüdische Unternehmungen enteigne und den jüdischen Einwohnern die Teilnahme am politischen Leben verbiete. In Genua wurde am 3. Juni die neue Synagoge an der Via Assarotti in Anwesenheit der Behörden feierlich eiligeweiht. Vor der 500 Personen fassenden überfüllten Synagoge hielt die Eröffnungsrede Dr. Disegni, Rabbiner von Turin. Nach einer Ansprache des Gemeindepräsidenten wurde eine Gedenktafel für die gefallenen Genueser Juden enthüllt. Mit dem neuen ״Tempio“, der auch eine jüdische amtlich anerkannte Schule beherbergt, ist ein neues Zentrum jü- Gischen Lebens in Genua geschaffen, das zum Teil seinen lebendigen Ausdruck in dem ״Oruppo Sionistico Genovese“ findet, wo unter Leitung des Genuaer Univ.-Prof. Padora italienische Juden im Verein mit den ausländischen Studenten für den Zionismus arbeiten. L. M. Das Rasserecht Aut der Gautaguug des Gaues Königsberg-Marienwerder des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen führte der Reiclisjuristcnführer, Reichsminister Dr. Frank, nach dem Bericht des ״Deutschen Nachrichtenbüros“ 1t. a. aus: ״Das Rasserecht ist zum ersten Male vom Nationalsozialismus verwirklicht worden. Seien Sie überzeugt, daß Konzessionen auf diesem Gebiete von der NSDAP, schon um deswillen nicht zu erwarten sind, weil ja von der Lösung der Rasscnfcage die Zukunft unseres Volkes abhiingt. Wir werden nicht weich, wenn auch die ganze Judenpresse der Welt uns umm-gesetzt beschimpft. Wir wissen, daß dieses kommende Jahrtausend einen Ausgleich der Rass«limeressen zu sein hat und denken gar nicht: daran, zu kapitulieren. Dabcti wird vor allem das Recht der ausschließlichen Fürsorge Deutschstämmigen anzuvert rauen sein. Noch heute sind in Berlin über 40 v. II. »der Anwälte Juden. Man kann also nicht sagen, daß wir brutal oder grausam vorgegangen wärm. Wir können nur das eine fest st eilen, daß wir mit diesem [lundertsatz von Juden in der Ar:- waltschalt, wie ich glaube, einzig dastehen in der Welt. Wir hriVn also durchaus auch mit Recht den Ras-egedanken zu vertreten '■׳:rt unermüdlich dafür zu sorgen, daß keine weitere Verschlechten!׳; der Lage des deutschpämmtgen Rec׳hGwahrcr־Naehwüchses cintcM. Das deutsche Recht hat der deutschen studierenden Jugend vorU׳• halten z.u bleiben.“ Zu der Münchener Aktion Zu den Münchener Maßnahmen gegen eigenmächtige antisemitische Aktionen nimmt der bayerische Innenminister und oberbayerische Gauleiter Adolf Wagner in einer längeren Veröffentlichung Stellung. Er erklärt dann 1t. ״Berl. Tageblatt“ vom 3. 6. U. a. folgendes: Das Restiliat der nationul.oeialbtLehen Revolution habe f!ir de. Judentum darin zu beuchen, daß heute iu Demsrhland nach ei!1< :!'■ l’rogramm regiert werde, in dem die Breiiurng des jüdischen 1■ ilusses einer der wichtigsten Funkte sei. Trage das Judentum in seinem Gebaren dieser!inwiderrutiichen Entwicklung nicht Rechmiiü;׳ so habe es das eineuie Auwaehscu einer antisemitischen Weile au: sein eigenes Sehuidisonu) zu sei/.cn. Wenn er als Innenminister tr׳cz die-er Erkenntnis in seinem ״Erlaß gegen Terror-Gruppen in Mut: eben“ gegen antisemitische Ausscliredunger! vorgegangen sei, dann nicht, weil er die Juden unter seinen besonderen Rechtsschutz stcliui wolle, sondern deshalb, well X. diese Art des Kampfes der großen und bi ■Iler siegreichen na! ionaisoziali-ti selten Bewegung unwürdig s<"!, 2, durch solche rt'erroraktinnen das Ansehen, der Staatsauiorität rchw'C gefähtdol und dadurch indirekt die nationalsozialistische And,.:'! nn ' in ,Milleiden.sch.1fl gezogen werde, und 3. ein solcher Kampf das Judentum in Wirklichkeit nicht treffen könne; denn den Schaden iiir zorliiimmortc Fen-torsrhciben zahlten . schließlich die Versieberungen, den Schaden aber, den das deutsche Volk und sein neuer Staat durch die Schädigung seines /Mischens in der Welt erlitten, habe das gesamte deutsche Volk und nicht: das Judentum zu bezahlen. fein offenes MHrt müsse auch an die GesehütLsleute gerohtet werden, die jenen Elementen Geld zur Verfügung gestellt hätten- Indem sie sich an diesen finsteren Besprechungen beteiligten und unbekannten und mit keiner Legitimation versehenen Leuten zu unkomrolticrbarcn Zwecken Geld gegeben hätten, hätten sie schliere Schuld auf sich geladen. Für den wahren Nationalsozialisten habe cs immer nur eine sehr eindeutige Richtlinie seines Handelns gegeben: den Willen des l'ülirers, der das Zusammen spiel der verschiedenen Klüfte und dalur auch die sich ergebenden Möglichkeiten keime. Wer über den von ihm besehrittenen Weg hiuausgehc, sei nicht weniger ein Iknnm»> des Endsieges, als jener, der dabei zuriickblcibe. In dem von der Akademie zu Cordoba ausgescliriebenen Maimonides-W ettbewerb wurden u. a. Arbeiten zur Maimonides-Bibliographie von Dr. Max Gruntvald (Wien) und Dr. Georg Sachs (Madrid) preisgekrönt. zärich Touring Hotel Garni 5.51‘■״ ca. 2S0 m vom Hauptbahnhof 0. Spiet» Tatafon In »Stntllclt. Zimtnam Ilauptschriftleitcr: Dr. Robert W c 11 s c h, Bcrlin-CharloUcnburg 9. Stellvertreter: Kurt Loowettstfln, Berlin W15. Anzeigenleitertu und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Rut Posen®r. Berlin W 30. Gültig: Anzeigcn-Preisliste 2 vom 1. Januar 1035, Verlag m.d Atizeigenvcrwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin VY 15, Memekcsstr. 10. D.-A. Mai 33 888. ־— Druck: Siegfried Scholetn, Berlin-Schöriebcrg. 1

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