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Jüdische Rundschau · 1935-05-31 · Heft 44 (31.5.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 44 (31.5.1935)
Date
1935-05-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr 44. 31. V.!_ J ÖD ISCHE RUNDSCHAU Seife 3 Quer durchs Land Bec/achtungen auf einer Autoreise Von unserem palästinensischen Korrespondenten g.l. Ende Mai 1<035 ,Vege Der Chamsin weht aus der Wüste mit voller Kraft. Dichte Sandwolkcn, schattenlose Felder, das Wasser im Kühler kocht und zischt, die Metallteile der Autos erhitzen sich so, daß man sie kaum berühren kann, ln der grollen Scharonebene wechselt das tiefe Grün der Orangenplantagen mit gelben Feldern und brachen Flächen, stehen die Wassertürine gegen den Himmel, drängen sich hier die Baracken, strecken sich dort die komfortablen Häuserreihen der älteren Siedlungen. Zwischen den einzelnen Punkten laufen die Wege. Ein Stück nordwärts von Tel-Awiw zieht sich die glatte, von ununterbrochenem Verkehr befahrene Asphaltstraße; dann bricht sie ab und unsere Wagen tauchen in den tiefen Sand. Der Motor surrt, man fühlt sich wie auf hoher See und dann — bleibt man stecken. Einmal, zweimal, bald wird uns das Zählen zu viel. Ein Stück fahren, dann aussteigen, Passagiere und Chauffeure stemmen sich gemeinsam hinter das Auto, um cs aus den Sandtiefen wieder auf fahrbaren Boden zu schieben. Ausweichen ist eine Kunst, wenn ein Wagen aus der anderen Richtung entgegenkommt, der Schweiß läuft in Bächen herunter, jeder zurückgelegte Kilometer ist eine neue Eroberung. Beim Autoschicben sehen uns mit freundlichem Grinsen die Beduinen zu, die auf ihren schaukelnden Kamelen langsam reisen, aber dafür auch nicht im Sand stecken bleiben. Sämtliche Zeitpläne werden über den Haufen geworfen, und schließlich ist man froh, wenn das Auto überhaupt noch irgendwo ankommt und nicht von einem mitleidigen Traktor aus dem Sand geschleppt werden muß. Diese Wege liegen nicht etwa in einer wenig besiedelten Gegend, wohin man nur selten kommt, sondern sie sind die Verbindungsadern von Dutzenden von Siedlungen, die den ganzen Scharon und die Ebene Chef er bedecken. Diese Wege fahren Tag für Tag Massen von Autobussen, die den Warentransport und den Personenverkehr besorgen, und eine Fülle von Privatwagen. Die Kolonisationspunkte liegen alle an oder um die große Straße Tel-Awiw — Haifa, über die man seit so vielen Jahren spricht, daß sie sagenhaft geworden ist, deren Vollendung man Tag für Tag herbeisehnt und — die nun einmal nicht fertig ist. Ein Stück in der Nähe von Tel-Awiw, ein paar Vermessungen hier, ein Streifen dort, aber das glatte Band der Stralle will sich nicht zusammenschließen. Es wird mit der Regierung verhandelt, mit den Distriktsbüros, mit dem Chefsekretariat, cs kommen Delegationen, die Memoranden wachsen, und noch immer ist man nicht am Ziel angelangt. Man weiß nicht recht, ist hier die Eisenbahn im Spiele, die die Konkurrenz der Autos fürchtet — ihre Verbindung ist aber so unverläßlich und teilweise auch so langsam, daß man mit ihr nicht viel anfangen kann — oder geht alles nach dem berühmten Prinzip: Eile mit Weile, jedenfalls wartet man immer noch auf die berühmte Haifa—Tel-Awiw-Chaussee. Für die Siedlungen im Scharon und im Emek Chefer ist die Verbindung im wahrsten Sinne des Wortes eine Lebensfrage. Bei den großen Winterregen hört gelegentlich überhaupt jede Verbindung auf, man sitzt tagelang ohne Fahrmöglichkcit bei überschwemmten grundlosen Wegen, man erhält keine Post, keine Produkte, man kann nichts auf den Markt bringen. Im Sommer pflügen sich die schweren Autobusse, die Gemüse, Milch, Früchte auf die städtischen Märkte bringen, durch den grundlosen Sand. Die erste Aufgabe der Regierung in einem Siedlungslatid ist die Aufschlicßung unzugänglicher Blöcke, das heißt W e g e b a u. Sobald derartige Gegenden zugänglich sind, folgt das Kapital und folgt die Arbeitskraft. In Palästina haben weder Geld noch Menschen auf diese Erschließung gewartet, die Autos kämpfen sich dorthin durch, wo früher nur der Esel und das Kamel vorwärts kam. Jetzt aber, wo die Siedlungen schon da sind und sich täglich mehr entwickeln, muß die Regierung diese ihre erste und .selbstverständliche Pflicht nachholen. Und die fast sagenhaft gewordene wohlgefüllte Regierungskasse läßt nicht die geringste Ausflucht zu: das Bedürfnis ist gewaltig, die Mittel vorhanden, warum also in diesem riesigen Block die wüstenartigen Verkehrsverhälttiisse? Malaria Es ist bereits überall bekannt geworden, daß das letzte 1Jahr mit seinen starken Regen die Malariagefahr im lande außergewöhnlich verstärkt hat. Wir stehen in einer Periode der Steigerung der Gefahr, die dann später sich wieder verringern wird, wie uns die Erfahrung der Jahre gelehrt hat. Wir haben schon darüber berichtet, daß die verschiedenen jüdischen Instanzen, insbesondere das Gesundheitsamt des Waad Leumi sich mit allen Kräften bemühen, die Regierung zu einer sofortigen Präventivaktion zu veranlassen und daß diese Bemühungen nur zum kleinen Teil Erfolghatten. (Inzwischen ist eine Erklärung der Regierung 7u dieser Frage erfolgt, über die wir heute berichten. Red.) Es ist natürlich, daß man in allen Wirtschaften, die mit der Krankheit in Kontakt kommen, sich zuerst nach diesem Punkte erkundigt. Ob cs sich um die neuen Siedlungen im E ni e k E h e f e r handelt oder um die dem Mcromsec benach- Parten, ob man in die Gegenden der Jordansenkc kommt oder nach Obergaliläa — die erste Frage gilt dem Fieberzustand. Im Augenblick sind wir erst in den Anfängen der neuen Krankheitsperiode. Es gibt an den meisten Stellen überhaupt noch keine neuen Erkrankungen, meist nur Rück- Elle und man begegnet unter den Siedlern jener seit langen bekannten Haltung der Resignation, der den alten palästinen- 615chen Arbeiter charakterisiert und ihn Hitze, lieber- *vhvvemmung und Fieberanfälle mit der gleichen Ruhe und einem ironischen Fluch aufnehmen läßt. Wir wissen aber auch, daß dieser Typus des alten Arbeiters gelernt hat, die Ding« nicht nur mit Bravour zu meistern, sondern auch mit Vor. sicht und Prophylaxe, mit Drahtnetzen vor den Fenstern und Moskitonetzen über den Betten, mit genauer Beobachtung der Pfützen und zeitiger Anwendung von Chinin. Heute jedoch findet man in allen Punkten massenhaft neue Jugendliche. Sie sind erzogen in den Berichten und Erzählungen aus der heroischen Periode der Kolonisation, als der Arbeiter auf nichts achtete als auf den Fortgang der Arbeit, nicht mit den Warnungen der Fachleute rechnete und Krankheit, Invalidität fürs Leben, sehenden Auges auf sich nahm. Es ist nur verständlich, wenn die — oft ganz jungen — Menschen, siebzehn- und achtzehnjährige, sieh nach diesem Modell richten. Das Mädchen zum Beispiel, noch ein halbes Kind, daß auf unsere Frage nach dem Stand der Malaria in diesem Jahr mit der Miene einer erfahrenen Arbeiterin antwortete: ״Nun, wir bereiten uns vor zu fiebern!“ ist sicher vollkommen bereit, in die Fußtapfen ihrer Vorgänger zu treten. Diese Jugend sieht jedoch vielfach nicht, daß der ״heroische“ Arbeiterstamm unterdessen gelernt hat, daß der Heroismus nicht so sehr im Draufgehen liegt, als in der Disziplin, die die Gefahren auf ein Minimum zu reduzieren imstande ist. Sorgfältigste Beobachtung aller Vorschriften, die eine Verhütung oder Verringerung der Krankheit versprechen, ist die Aufgabe, die heute den Siedlern gestellt ist. Sie erscheint nicht so heroisch und attraktiv für eine Jugend, wie das Aushalten um jeden Preis, aber sie scheint für die nächsten Jahre, wo wir immer noch mit schweren hygienisehen Gefahren rechnen müssen, unumgänglich. Im Chulegebiet Von der alten Kolonie Rosch-Pinah, die sich seit Jahren kaum mehr verändert hat, führt der Weg an Ajeleth Haschachar und Jessod Hamaaiah vorbei nach den nördlichsten Siedlungen des Landes, Kfar Giladi und Metullah. Die weite Ebene, über der die Kappe des Hormon steht, liegt wie seit vielen Jahren still zwischen den kahlen Bergen. Ein paar Dörfer sind hineingestreut, der Meromsce zieht sich durch die umgebenden Sümpfe, wie afrikanische Krale liegen an verschiedenen Stellen die aus Matten geflochtenen bienenkorbartigen Hütten der Beduinen, die aus dem Papyrusschilf der Sümpfe ihre Matten flechten und aus dem Lehm die Tongefäße für Wasser und Oel formen, In den vereinzelten jüdischen Siedlungen des Gebietes, die lange Jahre hindurch einen einsamen Kampf um den Aufbau der Wirtschaft kämpften, in abgelegener Lage ohne neuen Siedlungsnachwuchs und nähere Verbindung mit dem übrigen Lande, weht heute ein neuer Wind. Man spürt, daß die Periode der Vereinsamung zu Ende geht und eine neue Zeit der intensiven Kolonisation auf diesem Streifen Erde einsetzt: man wartet auf den Beginn der Arbeiten irn Zusammenhang mit der Chule-Konzession. Für alle Punkte dieses Nordgebietes ist der Beginn der Arbeiten der Konzession ein kaum zu überschätzender Fortschritt. Es kommt Leben in die Gegend, es gibt neue große Arbeitsmöglichkeiten, neue Wege werden entstehen, man wird nicht mehr Vorposten in einem Gebiet sein, um das sich das übrige Palästina nicht immer genügend gekümmert hat, sondern der älteste unter einer Menge von neuen Kameraden, die aus dem großen Sumpfgebiet ein neues großes Ansiedlungsfeld machen werden. Für die ganz in der Nähe des Sumpfes gelegenen Punkte, wie vor allem Jessod Hamaaiah, eröffnet sich endlich nach Jahrzehnten die Aussicht, ihre Malaria zu überwinden und sich frei zu ■entwickeln. So sehen denn die Menschen der Siedlungen mit neuem Interesse und großen Hoffnungen auf die vor ihnen liegenden Böden der Konzession und die a!1grenzenden noch in Privatbesitz befindlichen Flächen, die ebenfalls für eine intensive Siedlung zu benutzen wären. Freilieh mischt sich bereits in die große Hoffnung ein Schatten der Besorgnis. Die Arbeiten kommen nur überaus langsam ins Rollen. Es sitzen ein paar Wächter auf dem Boden der Konzession und es wird auch hier und da an Vermessungen gearbeitet, aber es kann heute noch niemand sagen, wann die eigentliche E 111 s u m p f 11 n g s a r b e i t beginnen und wie lange sie dauern wird. Wissen doch die Siedler dieser Gegend am besten,' welche ungeheure Aufgabe die Drainage des Gebietes darstellt. Man berichtet, daß nicht nur die Juden, sondern auch die Bewohner der arabischen Dörfer mit Ungeduld auf den Beginn der Arbeiter^ warten. Denn auch sie haben gehofft, daß damit für sie eine andere, gesündere und lukrativere Zeit anbrcchen wird und auch sie werden enttäuscht, wenn der Beginn der Vorbereitungen sich so stockend und zögernd anläßt. Trotz dieser Zweifel kann man schon heute spüren, daß die Erwerbung der Konzession den Siedlern des Gebietes einen neuen Ansporn gegeben hat. Sie sehen auf die grüne, von dem blauen See durchzogene Ebene hinunter und fühlen die kommenden Aenderungen. Die schweren Sumpfbüffel, die sich heute behaglich in dem morastigen Wasser wälzen, werden verschwinden, an Stelle der bienerikorbförmigen Schilfmatten kommen die großen Betonhäuser, an Stelle der Kamelpfade Autowege, an Stelle der Sümpfe Felder und Gärten. Ein Gebiet, das — wahrscheinlich seit Jahrhunderten — nur dünner Besiedlung Raum ließ, Soll der intensiven Bebauung zugeführt werden. Eine Groteske Safed, die Stadt der Kabbalah, liegt schöner und einsamer als je auf ihrem Berge. Sie liegt sehr abseits, sie ist unendlich verlassen und verschlafen, und die Touristengruppen, die mit dem Führer in der Hand durch die winkligen Straßen klettern, gehen dem Bild noch eine besondere Note. Safed hat seit der Zeit, wo es durch die neuen Verkehrsmittel seinen Handelswert cinbiißtc und seit das alte vom Galuth unterstützte Judentum sein Gewicht verlor, immer abseits gestanden, aber es hatte immerhin eine bedeutende Judengemeinde neben seiner arabischen Einwohnerschaft. Dann kamen die Unruhen von 1929 und mit ihnen die Schreckenstage von Safed. Seit jener Zeit ist das jüdische Safed immer unbedeutender und kleiner geworden. Die Gemeinde, die heute dort sitzt, umfaßt nur noch wenige Tausende, sie verliert ihre GEMEINSCHAFT Unsere Meister lehrten: Wenn Israel sida in Not befindet und einer sldi absondert von Ihnen, da kommen die zwei göttlichen Boten, die den Menschen begleiten, legen ihre Hönde auf sein Haupt und sprechen: Dieser hier, der sich von der Gemeinschaft abgesondert hat, möge nicht den Trost der Gemeinschaft miferleben! b. Taanit ~lla (Ueberseizi!׳. N. N. Glafzer) Jugend, die an dem Platz keine Zukunft sieht, die Schranken des Elternhauses und der strengen orthodoxen Regeln des Ortes durchbricht und hin unterteil t, wo das neue Palästina mit seiner Wirtschaftsexpansion und Siedlurigsarbeit neue Wege und Ziele verspricht. Auf dem Berge Kanaan, der sich oberhalb von Safed erhebt, stehen freilich ein paar funkelnagelneue moderne Häuser, die für eine Künstlerkolonie bestimmt sind, die ein paar Leute mit Initiative dort errichten wollen. Der Platz mit seiner reinen Luft, seinem weiten Blick und seiner Berglandschaft scheint wohl geeignet, geistigen Arbeitern und Künstlern eine Zuflucht zu bieten, aber mail muß bei der bestellenden Lage in Safed und der Abgelegenheit von anderen lebendigen Siedlungspunkten den weiteren Verlauf dieser Aktion mit großer Vorsicht abwarten. Nach den Unruhen von 1929 wurde ein Hilfsfonds gebildet -.- er hieß iin Hebräischen ״Keren I laesrah“ — und er sollte für die Entschädigung der betroffenen Orte in einer möglichst produktiven Weise sorgen. Niehl um einfache Hilfe ging es, sondern um eine Stärkung der Punkte gegen Angriffe und um einen Antrieb ihrer ökonomischen Entwicklung. Der Fonds machte auch Pläne für Safed und beschloß, ein neues? 2 ״Handelszentrum" für die Stadt zu schaffen. Es wurde eine große Summe dafür ausgeworfen — viele Tausende — und die Arbeit begann. Wenn man heute nach Safed kommt und das neue Handelsviertel aufsuchi, so erlebt man eine Ueberraschung: an einer Stelle, wo sich die engen Winkelgäßchcn des alten Safed ein wenig öffnen, liegt ein geschlossener, wie eine strategische Falle wirkender gepflasterter Platz, um den an drei Seiten aus Beton gebaute, moderne Läden liegen. Wieviel die Anlage der Stadt Safed genützt hat, sieht man daran, daß alle Läden, ohne Ausnahme, die eisernen Rolläden geschlossen haben und in der Sonne, die unbarmherzig auf den weißen Bewurf scheint, schlafen. Die Läden sind näm• lieh nie in Benutzung gekommen. Sie versprachen den Safeder Juden nicht den strategischen Schutz, auf den man zu rechnen hatte, und sie wurden zu Mietspreisen ausgeschrieben, die die im Niedergang befindliche Stadt weder zahlen wollte noch konnte. So sitzen die Juden von Safed in ihren kleinen dunklen und engen Läden und der lang geplante weiße und gepflasterte Handelsplatz steht unbenützt da. Um den Eindruck der Groteske zu vervollständigen, liegen in der Mitte des Pflasters ein paar Balken nebeneinander, als wären sie bereit, das Standbild des Mannes aufzunehmen, der diesen glänzenden Plan (durchfuhrtc. Und über die weiße Fassade hinweg zieht sich mit Kohle schwarz auf dem weißen Bewurf geschrieben: ״Schande dem Hilfsfonds'‘. Man wird zugehen müssen, daß dieser Ausruf nicht so ganz unberechtigt wirkt! Auf dem Wege zur Qualität Der Neuling, der durch die Siedlungen des Keren Ha jessod fährt, die der Ebene Jesreel ihren Charakler verleihen, wird vieles, was er dort vor find et, als selbstverständlich annehmen. Fr kennt nicht die Zeiten der Zelte, in denen eine Baracke einen Luxus darstellte, er kennt nicht die Zeiten des Fiebers, des Kampfes um die nackte Existenz, nicht die Zeiten des Zweifels, als man nur mit größter Anstrengung gegenüber den vielen Angriffen von allen Seiten das Vertrauen in das Gelingen der großen Experimente aufrechterhielt, die diese Art der Kolonisation darstellte. Und selbst wenn er sie aus Reden und Schriften kennt, so hat er doch nicht jenen lebendigen Eindruck, den der alte Palästinenser von diesem oft verzweifelten Ringen mit sich trägt. Fährt man heute durch die Ebene, die aus der schroffen Jordansenke von Beth-Sclian nach Afulc und Haifa hinaufsteigt, so muß man sich selbst gestehen, daß alle Erwartungen übertroffen worden sind. Die Siedlungen, von Beth-Alpha und Chefzi-ßah angefangen bis zum Kisclion-Block, liegen wie große Gufshöfe in ihren sich entfaltenden Baiimgruppen und Gärten. Die Wirtschaft ist aus dem Versuchsstadium heraus, die Felder haben sich völlig verwandelt, die Inten- Silierung ist im vollsten Gange und überall spürt man den Uchergang zu einem höheren Lebensstandard, verbunden mit einem größeren Verständnis für Qualität. Man sieht es den Häusern an, daß sie nicht mehr als reiner Wetterschutz dienen, sondern als beruhigender und sammelnder Aufenthaltsraum. Man sieht aus den Blumengärten, die überall die Häuser umsäumen, aus den Kletterpflanzen, die die heftigen Betonfärben zu mildern beginnen, daß heute die Kraft nicht mehr von dem fressenden Kampf um die bloße Existenz absorbiert wird, sondern daß auch etwas Ruhe zum Nachdenken, etwas Zeit für die kleinen Dinge übrig bleibt, die die Qualität ausmaehen und die dem Leben jenen Charme geben, ohne den es auf die Dauer schwer erträglich wird. Es ist kein Zufall, daß dieser Beginn des Verständnisses für Qualität und. für die kleinen Erleichterungen des täglichen Lebens in die Zeit fällt, wo die Betriebe einen großen wirtschaftlichen *»»׳"*׳60‘""*"!סס* < ״״G WSMSti »THUB SABISCH BEB UN «4« Dt CO״»»*•״0«*י! <

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