Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 43 (28.5.1935)
- Date
- 1935-05-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 JODfSCHP RUNDSCHAU Nr. 43, 28. V. 1935 Menschen bei ,Jeder Arbeit, von der hlrteiten an, bei der de» Hirns und der Hand. Der Film konnte auch noch ein Stück von der Levante« messe mitnchinen, und er hat auch sonst von einigen Oe* legenhclten, die sich der Reportage baten, mH Recht Gebrauch?emacht. In dem Amphitheater auf dem Skopuaberg über cruaalem wird die Havdnschc Schöpfung in hebräischer Jcbcr»et/ung von jüdischen Arbeitern aufgeführt; ein aui* gezeichneter Bariton ersingt sich mit Recht im Tonfilm einen großen Erfolg. Es ist ki diesen Blättern nicht ohne Grund über das viele Feiern in Palästina Klage geführt worden; aber cs spricht doch für den seelischen Zusammenhang des Jlschuw, daß er Feste feiern kann, die volkhaft und wie von selbst entstanden sind. Das Erntefest In Haifa erwies sich als höchst überzeugend in natürlicher Fröhlichkeit. In wahrer Verbundenheit mit dem Boden, wenn das Knick, dem zu Fhrcn auch das schöne Lied gesungen wurde, mit seinen Frntewagen als der Bruder von draußen in die Stadt cin/lcht. Ein glücklicher Fund der Reportage war auch die Volks- Versammlung in Haifa, vor der ein Arbeiter die Mandatsregicrung anspricht. Auch wer dem hebräischen Wortlaut nicht zu folgen Vermochte, erkannte an der Haltung, an der Gebärdensprache den vollkommenen Redner und die Gültigkeit seiner Argumente für eine weitherzigere, dem Lande nicht vor/tienthaltende Bemessung der Immigration. Fs ist ein großer Vorzug des musikalisch untermalten Tonfilms daß sonst nicht viel gesprochen wird, daß man In entschiedener Enthaltung von allem Theaterwesen *ich keine Dialoge ausgedaclit hat. Was bildhaft überzeugend zu uns sprach, oh hucharisdic oder jemenitische Juden in großer orientalischer 1 laltuog an uns vorübergingen, ob junge europäischc Cliaiii/iin im Haifaer Polytechnikum Über Schmiedearbeit und Feinmechanik belehrt wurden, das war das Wesen von Menschen, die nicht aus ge wandert sind, die »ich In den alten Boden von Ercz Israel mit ihrer Jugend cingepflanzt haben. Dies» Land »t unvergleichlich; auch wenn man nicht an seine tragischen Schicksale denkt, an Schlachten, Erobe« rungen, Zerstörungen, cs ist vor allem hwlKtramatisch, well immer in einem rnlselu-idirngskampf: Wüst e oder Oase. So wurde die rrhohrtmg eines Brunnens im Wüstensand als eins der .spamn׳ndsu׳n, vielsagendsten und ermutigendsten Bilder begrubt. Wie da eine U!!eile, die vielleicht zur Erzväterzeit einmal tätig war, zu neuem Leben erlöst wurde, wie diese I ebensader mit einem wilden Ruck aufsprang, dann in eine Rinne geleitet clor Obhut menschlicher Arbeit zugeführt wurde, das ergriff den Zuschauer nicht nur ,118 eine fröhliche Tatsache, die sich oft genug wiederholen mag, sondern vor allem als ein ermutigendes Symbol von der Zukunft Erez Israels, von den 1!Öffnungen, die wir auf *eine nur durch unsere Selbstbesinnung, durch unsere Mühe und Treue einzulosende Verheißung' setzen. Arthur Eloesaer Die Musik des Films Der Film dokumentiert *ich — von einzelnen sehr wichtJgen und noch zu besprechenden Stellen abgesehen — im ganzen als stummer Film. Dazu mußte Musik geschrieben werden, — wir sind es so gewöhnt, und es geht auch gar nicht anders. Boris Mo r ros hat sic geschaffen; er verarbeitet größtenteils palästinensische Lieder, mit einfachen sym- Phon Ischen Mitteln, aber er gibt auch Musik, frei von jeder olkiore, die, wie alles, geschickt ist, ahgr nicht irgendwie autflllt. Sie dient der Atmosphäre, nicht einer speziellen, sondern sie Ist mehr ein Ersatz einer fehlenden räumlichen Dimension. Manche, die nicht auf sie gehört haben, wenn nicht gerade beruflich, werden von ihr nichts anderes als eine Belebung des Bildes erfahren haben. Sie will nicht avantgardittisch sein; sie bleibt in üblichen Grenzen und reicht aus. Wesentlicher als sic, die nur Beziehung zum Film hat, zum Formalen sozusagen, ist die Musik, die zum Thema gehört, — also nicht mehr sekundär, sondern der Film seibcr Ist: die Liedcrdcs Landes. Es ist ein gutes Zeichen, wenn Menschen singen können und Lieder haben, schöne dazu. Ein Beweis eines gesteigerten Lebensgefühls. Ucberali wird gesungen in Palästina. Schon auf der Ueberfahrt die C!1alu/im beim Hora-Tanzen, dann andere, die aufs Feld ziehen, ihre Arbeit verrichten. Ein Erlebnis, das stärkste des musikalischen Teils, war unter vielen anderen Liedern — ale stammen von Sambursky — ein palästinensisches Lied (Das Entek-Lied), — eines der schönsten, das ich kenne. Es ist reif und süß wie die Früchte dieses Landes. Bald werden es sicher auch hier alle kennen. Wir sehen, wie ein junger Chaluz nach der Arbeit am Klavier sitzt und *ich zu seinem Lied begleitet, das ihm so ein gefallen ist; alle anderen im Eßsaal der Kwtizah sitzen um ihn und hören zu, singen dann mit voll Entzücken. Man sieht dann, wie da* Lied weiter wandert, wie es einer beim Melken singt, dann ein Mädchen bei der Wäsche, ein anderer beim Rasieren, wie es einer nimmt beim Mähen. Hier wird angedeutet, wie ein Lied, ein wirkliches Erzeugnis des Landes und ein Teil einer positiven Wirklichkeit, von allen aufgegriffen und zu eigen gemacht wird. Bewundernswert, wie dieser Arbeiter (es ist Sambursky selber) dieses Lied erfinden konnte; so etwas wird nicht ״komponiert“, — es entsteht von allein in einem, der singen kann und sein Land liebt. Begleitmusik mußte zu diesem Film geschrieben werden —■ das war notwendig aus technisch-künstlerischen Gründen. Aber dieser Film will ja in erster Linie ein Zeugnis des jüdischen Lebens drüben sein, und da ist die Musik der Menschen selber diese ganz neuen Lieder, voll vom Duft de» Bodens und der Freude an der Arbeit — das Wesentliche. Dr. H. N. Juden und Jüdisches int Rundfunk Mittwoch, 29. Mail Hti.lapf.t (549). 12: U. a. M״n(M5änhn: Frühling-lirrl. — i.uxcmbiiig (1305 13 ,<4<׳: U. i. Wcinbrrger; 13.38: .S(׳h:1i]|)l., ,1 a. Alrsumlci״ K!|>t1ö. . I’rng (249). 14.20: U, a, M״»/k״wski. kojwnhagcii (12151), 19.30: U. a. Mahler. — Wien (507). 18,55: Knn/rr!, 11. fl. W1 iCg,rlicr-iyiiarlrtl. — War* «-hau (1339), 18: U. a. Mrycrbcrr. - Post ft I’arisien (312), 18.30: ,Sendung der \ <!i■< d'l-iarl. — West Kn gl and (373), 19.30: U. tf, Bloch. — Mnnie Cereni (f.}5), 19.30: U. a. Mendelssohn, — Riga (238), 20.20: 0|wrn-Körnen. u. a. Offenbaeh. Donnerstag. 30. Mal! Wien (507), 9.36! Schallpl., u. a. Mendelssohri, Goldmark, — tirliim (325), 9,60! Ü. a. ״Der Prophet" von Meycrbecr. —; Plag (470), 12.15: Orche-Uermusik, u. a. Sokolow. — Kalundlxirg (1261), 12: V. 11- ״Di« Jüdin" von ll.dcw: 10.05: E. a. \\\’::!brrgf.׳r. . Wien (507). 17: ״Die Airlkanrriti" Y,11־ Mrvrrbr-rr: 18.35: Schall;,1״ u. a. Gitta Alpar, jc-cpli Schmidt. — Reval (4101. 20,10: ,.Der Messias" von Handel ■—, I lui/cn (375), 21: ll a'. R:!b:n>!c:n. Freilag, II. Mal: Radi״ Paris (1848), 11.45: Sendung der Voix <!’ br.111. - Wien (507), 12: II a. ,. Hoffmanns Erzählungen“ von Oi(en!>a< 11, -- I .usemlitirg (1301), 12.30: 11 a. ״Samson und Dalli“ von S;lnf Sarin; 13.(15: D. a. Mendelssohn. — Hllver- Mim (301). 13.10: r. a. Mu1d<>l.״״ht1, Mo-zkowski. — Prag (470), 15.55: I , 11. W1 liberor.', — I .uxi niburg (1304), 20.45: tl a. Mi u rtn er, . 11־ u —rl (404), 21.15: Kubiii-.teiu. — Sottens (443), 21.30: 10 kl Mm/kmv.-ki. Zur Genealogie der Familien Liebermann und Rathenau erhalten wir nacnstehenden Nachtrag des Verfassers des Artlkels ״Stammbaumblättcr‘‘ in Nr. ■10 der ״J. R.“: Gern lasse ich mich durch eine Zuschrift aus dem Leserkreise der ״J. R.“ beiehren, daß die Licbcrmanns und Rathenaus nicht, wie Meyerbeer, die Efraims u. a, Berliner Familien, von den Wiener Exulanten abstammen. Ich bin der bisher unangcfochtenen Behauptung einer solchen Herkunft, besonders in Liebermann-Biographicn, so oft begegnet, daß ich sie unbedenklich übernommen itabc. So schreibt 1t. a. W. Hausenstein Im ״Morgen", 19'25, den ich gerade zur Hand habe, auf S. 301: ״in der mütterlichen As/cndenz Liebermanns findet sich wienerischjüdisches Blut.“ Dr. G r u n w a 1 d Die Unabhängige Miarachi Landes-Organlsatlon Deutschlanda teilt mit; ״Herr Isidor Markowicz benutzt ein an die Hanhalat Zeire Misrachi in Hamburg gerichtetes Empfchiimgsschreihen der Unabhängigen Misrachi Landes-Organisation Deutschlands, um Geldbeträge für sich zu sammeln. Wir weisen darauf hin, daß Herr Markowicz dazu nicht berechtigt ist und bitten, ihm keine Spenden zu geben.“ ANTWORTEN DER REDAKTION Leser in Berlin. Die Schekel-Zahlstellen der Berliner Zionistischen Vereinigung sind von uns mehrfach mitgeteilt worden. Außerdem ist die Einziehung des Schekels durch freiwillige Helfer erfolgt. Schekel - Aktion 5694/95 An aU# Mltnrbolf er der Schekel •Aktion Di• Schekef-Akffo» der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ist in vollem Gange. Wir können zu unserer Freude feststellen« daß sie in vielen Ortsgruppen das zioniatische Leben beherrscht. Jeder Zionist hat in diesen Orten den Ehrgeiz« soviel Schekalim wie möglich zu vertreiben, um zum erfolgreichen Gelingen der Aktion beizutragen. In anderen ist es dagegen noch nicht gelungen, jene Atmosphäre zu schaffen, die wir zum Erfolg der Aktion gebrauchen. Unsere Arbeit ist entscheidend wichtig. Die zionistische Bewegung In Deutschland muß auf dem bevorstehenden XIX. Zionisten-Kongreß maßgebend vertreten sein« weil mit der Entscheidung über die zukünftige Gestaltung des Pa- Mstina-Aufbeus Lebensinte ressen der Juden In Deutschlend entschieden werden. Zudem legt uns das Ausscheiden der Revisionisten aus der Welt-Organisation die Pflicht auf, der jüdischen Welt die unverminderte Kraft der zionistischen Bewegung zu beweisen. Wir rufen deshalb unaere Mitarbeiter zur Verdoppelung Ihres Einsatzes auf. Den einzelnen Orten haben wir Kontingente gesetzt, die der Seelenzahl der jüdischen Gemeinde und der Stärke der zionistischen Bewegung am Platz entsprechen. Eine große Zahl kleiner und mittlerer Ortsgruppen hat ihr Ziel schon jetzt erreicht, ja übertroffen. Wir vertrauen darauf, daß es allen Gruppen gelingen wird, ihr Kontingent zu erfüllen und zu überschreiten. Zahlt den Schekel! Werbt für ihn! 28. Mai 1935. ZloaiRtlach« Vereinigt!og für Deutschland Ankündigungen aus dem Reich Brttlaui Hebräische Sprachschule ״Kirjatli-Scpher“. Neuer Anfänger, kursus für Erwachsene. Besprechung: 29. Mai, 20.45 Uhr, Wallstraße 14, Erdgeschoß, Zimmer 4. Anmeldungen zu allen Kursen: Montag bis Donnerstag. 10.30— 20 Uhr, daselbst, oder telephonisch unter Nr. 85 49«. — Frankfurt a. M.t Wcilicstunde in der Westemlsynagngc auf unbestimmte Zeit verschoben. ־— Ortsgruppe Kr jüdische Körperbehinderte, Am 4. Juni, 8 Uhr, Königswartcr Straße, Vereinsabend. Heitere Darbietungen, Mundartliches. Sprechstunden: Mittwoch», 12—1 Uhr, Königswartcr Sir. 24,1. Zimmer 8. Für Körperbehinderte und Schwerhörige. liüchcrumtau.sch. — Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr! Konzert: Hermann Schey ((Jesang) und Alice Kricgcr-lsaac (Klavier). Essen: 2. Juni, 20.30 Uhr. Jugendheim; Köln: 3., 4. und 5, Juni, 20.15 Uhr, Rhcinlandloge. Walt 11er Jtcrtner rezitiert: Dortmund: 3. Juni, 20.30 Uhr, Gemeindehaus; Duisburg: 2. Juni, 20.30 Uhr, Theodor-Lauter-Hau:.; Köln: 4. Juni, 20.15 Uhr, Jugend Veranstaltung im Tempel der Rhcinlandloge; Dortmund: 5. Juni, 20.30 Uhr, Gemeindehaus. — Famlllon-Nachrichten Herr Jacob Schnelling, Köln, Mitglied des Vorstandes de» Jüdischen Gemeinde, begeht am 1. Juni seinen 60. Geburtstag. Bar Mizwah - Termine Am I. Juni — 29. Ijars S&lomoa Lederberger, Sohri von Aron Lederbergfcr, Leipzig, König-Johann-Str. 12. Am 8. Juni — 7. Siwan! Heinz Kaufmann, Tauberbischofs• heim (Baden). Am 8. Juni — 7. Siwa'n: Abraham Neu mann, Sohn von Salo* mon Neumann, Gelsenkirchcn, Franz-Seldtc-Str. 76 a. MIETUN Aß KT AN GEB O TE »Mchtisctie »fräße nahe Olivaer PI. Vornehme Penti! Garten, litifjl• u. Dapjpefximmer le ml möbliert. BERNHARD, J2 03 nituel. Kemf.-pan1 gr. Vorder?, aurh f. 2 Par*. Olttakl• bpf£«M- Straft® 37. B 4 Bavaria 3 •» (Immer - Watini Bad, Küche, /«r.tralheizung, evti. teilmftbi t u v « ז m I r t « r!. Dallfam« Im Dol 35, Telefon O Villa t-andhayaetr. 8 *v. mit Brdienimg, »n 300 M , H ל U i 0cf8d׳>rl 0577 . hhep- Halb. Zimmer ״d'^ Pension Frau Dr. Sach« J2 Oliva 6457 / SchlUtcrstraf 3% Zim.Komf.Wohng.Ä «bf*»tJit. tjrf.r f.t.iH, vsrm. »»fort J1?476 Lankwitz Mlibllarle» Zimmer, Komi., Balkon ta vermieten. Ol 1094 Doppelschlafzimmer mit Wohnzimmer •vtl. **teilt, Hadiil komfort, Kttehenbemttsunf, H i 1090 Couch-Zimmer gut •imjfricht., sonnig, gepflegter Hauihali B«d, Telefon. BS Barharosaa 3923! oiluaor Platz Koml.-Zlm., auch f. 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