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Jüdische Rundschau · 1935-05-28 · Heft 43 (28.5.1935) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 43 (28.5.1935)
Date
1935-05-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 43, 28. V. 1935?0 D IS C HE RUNDSCHAU Seife S Ein neues Geschlecht eng mit dem Buden verbunden: eine junge Lehrerin in einer l\wuzah Äi* Der erste Palästina-Tonfilm ln den Bergen Judäas lebt der Beduine wie in biblischen Zeiten ־T יז|״."'״ל~״־ ipflflig »cg Wä*. Ein Slrajknbild in Jerusalem mit orientalischen Juden Kamelkarawane in den Straßen Icl-Awiws; Orient und Okzident prallen hier aufeinander Es gibt wahrscheinlich keine schwerere Aufgabe als einen Palästina-Film, weil es kein Land gibt, mit dem die Judenheit, mit dem die Menschheit soviel an ererbten, an überlieferten, an geheiligten und zugleich menschlich nahen Vorstellungen verbindet. Die Zeit der Erzväter ist vielen Völkern gemeinsame Familiengeschichte, und wenn nach dem Wort Napoleons vier Jahrtausende von den Pyramiden herabschauen, so sehen sie hier nicht auf eine abgeschlossene, abgestorbene, der Archäologie überlieferte Kulturperiode, sondern auf ein Land, das so neu wie alt ist, das aus der geheimnisvollen Macht seines Bodens sich wieder verjüngen, das sein altes Volk mit mütterlicher Güte wieder tragen, mit väterlicher Strenge erziehen soll. Dieser Gegenwartsfilm hat auf alles verzichtet, was bloße Historie ist und daher, obgleich die alte Szenerie noch dasteht, nur mit theaterhaften Behelfen rekonstruiert werden könnte. Aber die ersten Bilder, ganz kurz, und präludienhaft vorüberschwebend geben doch eine Vorstellung von jenen Jahrtausenden: ein Stück Wüste etwa mit etlichen Kameien, Eseln, einigen beduinenhaften Gestalten wie man sie heute noch sieht und wie man sich unser altes nomadisieiendes, unser Heimat suchendes Volk nicht anders zu denken hat. Dann als das wesentliche Thema das neue Leben auf altem Boden, und sein Gebot heißt Arbeit. Film ist Film: er braucht nichts darzustellen, was noch fehlt an sozialen Einrichtungen, an noch tinbetätigten: Gemeinschaftssinn, auch nicht die Fremdheit des Klimas mit seinen besonderen Gefahren. Der Film zeigt, und dazu bedarf es keiner besonderen Beschönigung, was errungen wurde, was an offensichtlichem Erfolg sichergestellt worden ist. Wir sehen, wobei sich Giwath Brenner besonders zur Verfügung stellte, und wozu kaum etwas zu stellen oder zu arrangieren war, das tägliche Leben der Siedlungen, das W'erk des Pflügers und Dreschers, Traktoren und Mähmaschinen, Orangenernte nach dem Setzen von Stecklingen, Schafe und Rinderherden (für die man nach vielen Versuchen endlich die klimagemäße Kreuzung gefunden hat), dann Bienenfarmen und Hühnerfarmen, die sich in den letzten Jahren erheblich ausgebreitet haben. Wir begegnen vor allen den Mens e 11 c n, Männern und Frauen, oft bei derselben Arbeit, abends bei der gemeinsamen Zer- Streuung durch Unterhaltung, Musik, Tanz, und wir lassen uns überzeugen, daß diese Kameradschaft der Kwuzah nicht erst für die Leinwand gemacht worden ist. Die einzelnen Aufnahmen sind höchst lobenswert, Szenerie und Aktion nicht abgelauert, sondern glücklich aufgefangen; obgleich keine Glanzpunkte oder Paradelandschaften gesucht werden, die Bilder sind schön aus sich heraus, mit welchen Schwierigkeiten das Auge der europäischen Kamera dort auch zu ringen hat unter der Leuchtkraft dieses Himmels, unter der die Blickweite vervielfachenden Durchsichtigkeit der Luft, womit sich doch nichts in Enron,1, auch nicht in dem dem Orient zugewandten Süden vergleichen läßt. Nicht leicht, w׳ie es sich zeigte, ist es auch, in das Schattendunkel der alten arabischen und jüdischen Bazare einzutauchen, in die gewaltigen höhlenmäßigen Steinmassen, die etwa dem historischen Jerusalem noch sein Mittelalter aufbewahrt haben. Von da ein Sprung über Jahrhunderte in die moderne europäisierte Welt von Tel-Awiw mit den Zügen der luftbegierigen Straße, mit den Autos, mit dem Verkehrsschupo, dem aber auch die Kamele intelligent gehorchen, dann bei der Bauarbeit wieder Männer und Frauen, Handwerke und Industrien aller Art, Backen von Ziegeln, von Bonbons, von künstlichen Zähnen, Baumwollspinnerei, Seidenweberei, was gewiß nicht anders als bei uns aussieht; aber es sind jüdische Der EJSsaal in der großen Kwuzah Giwath Brenner *; ■Ae■ Schon die Kinder verwachsen mit dem Boden ihrer Heimat und pflegen selbst ihr kleines Gärtchen 111*11 . '״*ns! i -• i... . Im Siraßjntreiben Tcl-Awiws

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