Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1935-05-28 · Heft 43 (28.5.1935) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 43 (28.5.1935)
Date
1935-05-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2653827-2653868--26904-2688314
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

JÜDISCHE RUNDSCHAU Palästinensische Umschau Von der Woche Dje Investitionen in Bauten in Palästina während des Jahres 193t betrugen insgesamt 10 Millionen Pfund, zu denen die Juden mehr als die Hälfte beitrugen. Die Bin• fuhr von Baumaterialien hat sich im letzten Jahre verdoppelt. Im Monat April erhielten in Palästina 16 Aerzte, 7 Zahn■ ärzte, 4 Apotheker und 15 Hebammen die Lizenz zur Ausübung ihres Berufes. In Haifa wurde ein Unternehmen zum Transport von Waren und Passagieren an der Küste mit Motorbooten ge• gründet. Hieran sind eine Anzahl von Histadruth-Inatitutio« nen interessiert. Der provisorische Handelsvertrag zwischen Palästina lind Aegypten, der am 1. Dezember 1930 geschlossen wurde, ist bis zum 16. Februar 1936 verlängert worden. (Palcor.) Die indische Regierung hat bei der Baumschule in Ejn Charod veredelte Orange nsctzlinge bestellt. Auch nach Cypcrn und Beyruth wurden Setzlinge geliefert. Die soziale Abteilung des Waad L«umi unter der Leitung von Miss Szold hat das dritte Jahr ihrer Arbeit abgeschlossen. Miss Szold gab bei dieser Gelegenheit ein Bild von den Fortschritten und Schwierigkeiten dieses Arbeitsgebietes. Die Exekutive der Partei Naschaschibls heschloß, eine Oc'Hlschaft zum Ankauf von Böden zu gründen. Das Kapital soll C 25 000 betragen und später auf £ 50 000 erhobt werden. Die Exekutive sprach Sheikib Arslan, dem Führer der syrischen Delegation in Genf, ein Mißtrauensvotum aus. (Im Zusammenhang mit der ihm zur Last gelegten italienischen Propaganda.) Die Exekutive fordtule Kooperation aller nationalen Parteien zum Kampf gegen jüdische Einwanderung und Hodenkänfe. Der Manager der nrabischen Bank fordert ln einem Aufruf die palästinensischen Araber auf, Aktien der netlgeg r i't 11 <1 e t e 11 B o tl c n g e s e II s c 11 ג f t zu erwerben, die den Verkauf der (iolanbödon an die Juden verhindern soll. Seheich Farnklii, 11 er Herausgeber der ,,DjamiaJ ei Isla 111 i a b“ will die Zeitungen des Mufti vor Gericht fordern, weil sic ihn beschuldigten, den Brief Arslans an den Mufti über ein Abkommen mit Italien gefälscht zu haben. Der stellvertretende Cbefsekretür der Palästina-Regierurtg, Moodv, begibt sieh demnächst nach Genf, um die Palästina-Regierung vor der Mandatskommission des Völkerbundes zu vertreten. Die Palästinaexekutive der Jewish Agency hat mit den Revisionisten ein Abkommen geschlossen, dem zufolge diese PalüMinaeiin' anderungszertifikatc auf Grund des bishcrigen Schlüssels erhalten sollen. Die traditionellen Lag!)‘omcr-Fcicrlichkeiten fanden In Merorn unter Beteiligung von etwa 5000 Personen statt. Nach Mcrom kamen außer den Pilger/iigen aus den Nachbarortschaften auch zahlreiche im Lande weilende Tourlsten, unter ihnen auch eine größere Zahl von Rabbinern au« Polen und Rumänien. Bei einem Gewitter In Jerusalem beschädigte der Blitz 400 Telephone und verletzte eine Talephonwtin, die ins Krankenhaus überfüllrt werden mußte. In einer Anzahl von Vorstädten versagtd der elektrische Strom. Am Schabhat-Abend wurden sämtliche Abteilungen der BI a 1 i k - A ti s s t e 11 u n g in Tel-Awiw mit einer Schlußrede von Ussischkin geschlossen. Die Ausstellung wurde von 50000 Erwachsenen und 6000 Schülern besucht. Frau Alice Jacob-Loewcnson, unsere Musikk'orrespondentin, hat auf Veranlassung der (listadruth eine Vortragsreise durch die größeren Siedlungen des Emek Jcsrecl, der Jordansenke und Galiläas unternommen. Ihre Darlegungen über Melodien der Pijuthn, mit vielen Grammophonplatten illustriert, fanden großes Interesse. Um das Tel-Awiwer Rabbinat Jerusalem. (Palcor,) Die Rabbiner der Gemeinde Jaffa-Tel-Awiw übermittelten der Gemeindeverwaltung eine Denkschrift, in der sie verlangen, daß der Nachfolger des Rabbiners Aron-ohti im Wege direkter Wahlen von den G r m e i n <! t ,ו n g e hörigen gewählt werden soll. Sollte der Oemei:1dov<1rsla״d diesen Vorschlag nicht akzeptleren. möge die Angelegenheit dem Oberrabbiner Kuk in Jerusalem zur 1!!tscheidnng vorgclcgt werden, Bürgermeister Di/engoff richtete au die Gemeinde ein Schreiben mit der Forderung, sich vor der Ernennung des neuen Oberrabbiners mit der Stadtverwaltung ins Finvernehmen zu hetzen, da /um Oberrabbincr eine Persönlichkeit bestimint werden soll, die befähigt wäre, die gesamte Bcvölkerung zu repräsentieren. Der Importüberschuß Palästinas Ion d״n, 22. Mai. (JTA.) Im Unterhaus fragte auf 22. Mai der Abgeordnete Morgan den Minister'für die Kolonien, Sir Philip (J u n i i f f e L i s t e r, ob im Hinblick darauf, daß die Einfuhr nach Palästina zur Zeit etwa viermal so groß ist wie die Ausfuhr, Schritte unternommen wurden, um durch Handelsverträge zwischen Palästina und anderen Ländern den Absatz von Falästinaprodukten zu steif»rn. Der Minister antwortete, der große Ueberschuß der infuhr über die Ausfuhr sei ihm bekannt. Man dürfe jedoch nicht vergessen, daß diese Tatsache mit der starken Kapitaleinfuhr zusammenliängt. ln allen Verhandlungen über Warenaustausch mit anderen Ländern würden diese Verhältnisse im Auge behalten. Man müsse sich jedoch bewußt sein, daß Handelsverträge, in denen eine ungleichartige Behandlung fremder Länder in bezug auf Palästina vorgesehen wäre, den Mandatsbestimmungen zuwiderlaufen ,würden. Die Wiedergeburt Palästinas London, 21. Mai. (JTA.) ln London wurde eine Aus- Stellung von Gemälden und Zeichnungen des jüdischen Malers Abei P a n n in der Fine Art Gallery durch Sir Herbert Samuel eröffnet. Der Eröffnung der Ausstellung wohnten zahlreiche Persönlichkeiten der Londoner Gesellschaft, unter ihnen Sir Ronald Storrs, die Witwe des ersten Lord Mel* chctt, der ehemalige Clicfsekretär der Palästinaregierung Sir Wyndharn Deedes und Lady Enimot, bei. Sir Herbert Samuel erklärte In einer Ansprache, es gereiche ihm als dem ersten High Commlssioner Palästinas zur besonderen Freude, eine Ausstellung von in Palästina geschaffenen Kunstwerken zu eröffnen. Diese Bilderkollektion sei ein neuer Beweis dafür, daß die Wiedergeburt Palästinas sich nicht nur auf politischem und wirtschaftlichem, sondern auch auf geistigem Gebiet vollzieht. Für Verbesserung der Verwaltung Die Arbeitsbedingungen bei der Palästinaregierung Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. T e 1 - A w 1 w, 19. Mat Seit längerer Zeit ist die Unzufriedenheit bei den Tagelöhnern und niedrigen Angestellten der Regierung in Palästina immer deutlicher geworden. Die Arbeiter bei der Eisenbahn, bei Post, Telegraph und Telephon, ebenso wie die der öffentliehen Arbeiten sahen sich unter den bestehenden Bedingungen gezwungen, von der Regierung eine Hebung ihrer Löhne und eine Regelung des Arbeitsverhält• Hisse s zu verlangen. Eine Bezahlung, die einen minimalen Lebensstandard garantiert, Beschränkung der Arbeitszeit, jlhrlichcr Urlaub, Bezahlung von Ueberstundcn — alle jene Gruncltatsaelien einer modernen Arbeitsordnung waren bei den palästinensischen Regierungsarbeiten unbekannt. Diese Situation wird verständlich, wenn man 1)000114(♦, daß die Behörden vor sich die Masse der Fellachen mit ihren geringen Bedürfnissen sähen und so die Möglichkeit erhielten, ihre Arbeiten mit den geringsten Kosten durchzuführen. Die Aufnahme jüdischer Arbeiter fn Regicrungsdienste scheiterte in sehr vielen Fallen daran, daß diese sich nicht imstande sahen, zu den herkömmlichen Löhnen der Behörden, die auf den arabischen Standard zugeschnitten waren, Arbeiten zu übernehmen. Mau wird sich erinnern, wie Jahre hindurch Anstrengungen gemacht wurden, dennoch Juden in größerer Zahl hei der Regierung, insbesondere bei öffentlichen Arbeiten, unferzubringen. Verschiedene organisatorische Maßnahmen, die rationellere Durchführung von Aufträgen und ähnliches haben auch zeitweise so weit gehoffen, daß ein — wenn auch geringer — Prozentsatz der öffentlichen Arbeiten von Juden besetzt wurde. Das gelang jedoch meist nur in Zeiten der llcpression, wo Arbertsloslgkeit zwang, unter allen Umständen, gleichgültig zu welchen Bedingungen, Beschäftigung zu suchen. Bef Hebung der wirtschaftlichen Zustände begann dann in der Regel ein Abfluß der Juden aus dem Regierungsdienst. Dieser Abfluß ist jetzt, zur Zeit der Konjunktur, besonders stark geworden. So wie die Wirtschaftsexpansion mit ihren bedeutenden Spezialisicnlöhnen die Arbeiter aus der Landwirtschalt in die Städte saugt, holt sie sie auch aus den öffentliehen Arbeiten. Bekannt ist der Kampf gegen die ״Anglisierung“ der Tel-Awiwer Polizei, der die Stadtverwaltung immer von neuem beschäftigt, weil die jüdischen Polizisten in Massen demissionieren. Und von einer wirklich starken Besetzung der öffentlichen Arbeiten —- Häuser- und Straßenbau — kann längst nicht mehr die Rede sein. Die Arbeitspolitik der Regierung hat jedoch auch eine starke Gärung unter den arabischen A 11 g e s t e 11ten lind Arbeitern hervorgerufen. Waren die Bcdingungen schon in ,,normalen Zeiten“ schwer, so werden sic beute, wo die Konjunktur auch dem Araber einen ertragliehen-Standard in Aussicht stellt, fast.unerträglich. Außerdem hat der Araber durch das Vorbild der Juden, insbesondere der jüdischen Arbeiterschaft und ihrer Organisation, gelernt, was faire Arbeitsbedingungen bedeuten. Er hat auch die erster! Grundlagen des Zusammenschlusses gelernt. Waren doch die Eisenbahn und Post die ersten Stellen, wo unter dem Druck der Verhältnisse eine gemeinsame jüdisch-arabische Organisation entstand, die ihre Interessen der Regierung gegenüber wahrnmehmert versuchte. Der Druck der Angestellten und Arbeiter wurde im letzten Jahre so stark und die Verhältnisse so schwer, daß die Regienmg sich entschloß, eine Lohnkommltsfon etnzu« setzen, die die Situation untersuchen und Vorschläge unter* breiten sollte, Die Resultate der Untersuchung wurden in London und Jerusalem geprüft, und ein Reglerungskommuniqu«! verkündete nach langem Warten und verschiedenen Verhandlungen di8 neuen Maßnahmen der Regierung. Man erkennt in den einzelnen Bestimmungen (über die wir bereits kurz berichtet haben — Red.) die Absicht der leitenden Stellen, mit aller Vorsicht eine Verbesserung der Bedingungen herbeizuführen und die sehr weite Kluft, die heute zwischen den Bedingungen des freien Marktes und der Regierungsarbeiten klafft, zu verengen. Lohnerhöhungen, Wohnuncs• Zuschüsse, Achtstundentag, Bezahlung von Ueberstundcn, 0rlaub und eine Reihe kleinerer Zugeständnisse legen Zeugnis dafür ab, daß die Behörden sich darüber klar geworden sind, daß eine Hebung des Standards ihrer Arbeiter unumgänglich geworden ist. Die im Kommunique verkündeten Verbesserungen haben jedoch die Arbeiter keineswegs befriedigt. Als in den Eisenbahnwerksiätten in Haifa die Verfügungen des High Commissioncr bekannt gegeben wurden, protestierten die Arbeiter, in der Mehrzahl Araber, aufs heftigste gegen die neue Verordnung, die den Großteil ihrer Forderungen nicht berücksichtigt. Viele verlangten unverzüglich einen Proteststreik, der von den Führern im Moment abgewendet wurde. Es wurden sofort Verhandlungen eingeleitet, um die Forderungen der Arbeiter der Leitung der Werkstätten vorn!■ legen, Diese sind bis heute noch nicht beendigt. Vor einem Jahre hätte man vermutlich die Vorschläge der Regierung bereits als einen starken Fortschritt empfunden. Heute, wo sich die Dinge überaus rasch ändern und das sehr langsame Vorgehen der Regierung in einem schroffen Gegensatz zu der Entwicklung des Landes steht, sehen die Arbeiter sie als ungenügend an, obwohl manche von ihnen, irtsbesondere einige der Führer wohl anerkennen, daß die neue Ver- Ordnung gegenüber den bestehenden Zuständen ein Fort* schritt ist. Die Arbeitsbedingungen bei der Regierung bilden nicht nur unter den Arbeitern, sondern auch unter den Anesteilten ein Thema der Diskussion. Es ist unverkenn* ar, daß die Regierungsmaschinerie, insbesondere in den niederen und mittleren Stufen darunter leidet, daß sie unfähig Ist, wirklich qualifizierte Kräfte anzuziehen. Schlechte Ab* fertigung in den verschiedenen Büros, Mangel an geeigneten Dolmetschern bei Gericht und an anderen offiziellen Stellen, die Zustände bei der Eisenbahn und der Post, die vielfach grotesk anmuten, sind nicht nur auf zu wenig, sondern auf nicht genügend qualifiziertes Personal zurückzuführen. Die Verhältnisse in Palästina sind schon schwierig genug durch die offizielle Drelspraehigkcit, sie werden jedoch durch mangelhafte Besetzung der unteren Stellen noch schwerer. Die Ersparnisse, die durch niedere Gehälter erzielt werden, führen zu verhältnismäßigen Verlusten durch Zeitversäumnis. Vielfach dient der Regierungsapparat im Lande heute nicht dazu, die Entwicklung vorwärts zu treiben, sondern sic zu hemmen. « Es muß darauf hingearbeitet werden, daß fff rascheren* Tempo als bisher eine Angleiclumg des bestehenden Regio■* rungsspparates an die steigenden Bedürfnisse der Palästina Wirtschaft erfolgt. Diese Angleichung muß sowohl in cif# Vergrößerung wie auch vor allem in einer Verbcsserung des Apparats bestehen. Das Land wird die höbe■ ren Ausgaben, die damit verbunden sind, gerne tragen, ins• besondere wenn es sich nicht um eine Erhöhung der Gehälter der wenigen leitenden Beamten handelt, sondern um an* ständige Bezahlung des einfachen Arbeiters und des kleinen Beamten. Handelsbeziehungen zwischen Aegypten und Palästina Das in Jerusalem erscheinende Monatsblatt ״The Ar ab Economic Journal“ bringt in seiner Mai-Nummer einen Leitartikel über die Handelsbeziehungen zwischen Palästina und Aegypten, in welchem cs die ägyptische Regierung angreift, weil sie den palästinensischen Export nach Aegypten unterbunden hat, trotzdem Palästina einer der größten Abnehmer Aegyptens ist. Palästina deckt seine Bediirfnisse an E()waren zum großen Teil aus Aegypten, das insbesondere Reis, frische Fische, Zucker und Eier einführt, ebenso Durrha, Gerste, Sesam, frisches Gemüse, aber auch Leder und Häufe, Asphalt usw. Aegypten hat nach Palästina im Jahre 1930 Waren im Betrage von £ 1 592 615 und im Jahre 1931 Waren im Betrage von £ 1 526 293 eingeführt und stand unter den einführenden!.ändern an erster Stelle und erst nach ihm kam Großbritannien. Dieses aber führt aus Palästina Waren im Betrage von IG Millionen, insbesondere Orangen ein. In früheren Jahren hatte auch Aegypten eine relativ starke Einfuhr aus Palästina insbesondere an Seifen, Kürbissen, Kamelen, Mandeln, Wein, Oliven und Hißscnfrücliteii. Dagegen hat Aegypten seit dem Jahre 1929 die Einfuhr der Jaffa-Orange durch Auflage von großen Einfuhrzölien gedrosselt, trotzdem Palästina ein so wichtiger Abnehmer Aegyptens ist, daß cs nach dem Bericht von 1933 an neunter Stelle unter 35 Abnehmerstaaten ,steht, wihreffd es unter den nach Aegypten exportierenden Staaten an 26. Stelle steht. Das ägyptische Handeisdepartment schätzte für das Jahr 1933 den Unterschied zwischen Export nach Palästina und Import auf £ 417 (KM) zugunsten Aegyptens. Aber nach Ansicht des zitierten Blattes ist dieser Gewinn vollständig illusorisch, in Wahrheit kommt er nicht Aegypten zugute, sondern anderen Ländern, welche an Stelle Palästinas, dessen Einfuhr gedrosselt wurde, Wein, Aepfel und Birnen nach Aegypten cingeführt haben. Der zitierte Bericht gibt selbst zu, daß die Einfuhr von Weintrauben um 50 0/0 gcstiegen ist. An dieser Steigerung hat insbesondere Griechenlaml profitiert. So zeigt sich, schreibt das Blatt, daß der Gewinn Aegyptens in der Handelsbilanz gegenüber Palästina bloß auf dem Papier steht. Die Einfuhr Griechenlands stei* gerte sich auch in bezug auf Oliven, Oei, Seife und andere Artikel, welche ebenso gut von dem benachbarten Palästina aus hätten geliefert werden können. Würde die günstige Handclsbiianz gegenüber Palästina wirklich Aegypten zugute kommen, so hätten sich die Palästinenser damit abgefunden, denn das Geld ginge dann nur ״aus einer Hand in die andere“. In Wahrheit haben die Einfuhrzölle von 1929 Palästina bedeutend geschadet, Aegypten aber nichts genützt. Die Zeitschrift fordert die ägyptische Regierung auf, von ihrer grausamen Zollpolitik gegenüber dem ״benachbarten Schwesterland“ abzulassen und angesichts der deutlichen Sprache, w-elche die Ziffern sprechen, zu ihrer früheren Zoll- Politik zurückzukehren. Dl• Wahlen in Tel-Awiw Eine weitere grundsätzliche Entscheidung des Gerichts in Jaffa ist gegen die Tel-Awiwer Wahlkom• mlssion erfolgt. Es war die Frage zu entscheiden, ob die Untermieter steuerpflichtig sind. Der Anwalt der Kommission vertrat den Standpunkt, daß diese nicht zur Zahlung von Stadtabgaben verpflichtet sind. Richter Curry entschied, daß die Untermieter steuerpflichtig sind und daß die Zahlung . ... Scheidung wurden 50 Klager betroffen. Es ist nunmehr klargestellt, daß die von den Vermietern ausgestellten Quittungen über die Steuerzahlung Gültigkeit haben. Ferner entschied der Richter, daß die Entrichtung der Wasserabgabe zur Teilnahme an der Wahl berechtigt. Im Stadtrat fand eine längere Aussprache über diese Angelcgenheit statt, und die Arbeitervertreter forderten, die wahlkommission von ihrer bisherigen Haltung abzubringen. Sie wiesen darauf hin, daß die entstehenden Ocrichtskostcn der Stadt zur Last fallen,, falls die Kommission jeden einzelnen Faß trotz der bereits erfolgten prinzipiellen Entscheidung vor Gericht bringt. Bürgermeister Dizengoff erklärte demgegenüber, daß die Wahlkommission eine unabhängige Körper• schaft und kein Teil der Tel-Awiwer Stadtverwaltung sei. Lohnsteigerungen In Palästina Jerusalem. (Palcor.) In den industriellen UnterneK• toungett Tel-Awiws ist in der letzten Zeit der Arbeitslohn in folgender Weise gestiegen: im Druckereigewerbe um 15"/״! in der Möbelindustrie um 22 ״/״, in der Bautischlerei um 12 »/«» im Sehneidergewerbe um 18 0/0, im Strickgewerbe um 15 bis 20 0/0, in der Metallindustrie um 25 ״/o. Der Lohn nicht spezialisierter Bauarbeiter stieg von 35 Piaster täglich auf 40 Piaster. In Haifa stieg der Lohn in der Metallindustrie um 30—35 ס/״, in der Schemen-Fabrik um 15 .°/0, für Taschen• macher um 25 0/0, _ Der Dentistenverband Palästinas hat die Errichtung eines Instituts für zahnärztliche und zahntech* nische Fortbildung beschlossen. Das Institut soll w Jerusalem neben der Hebräischen Universität gebaut wer• den. Der Jüdische Nationalfonds hat dem Verband zu diesen! Zweck ein Grundstück zur Verfügung gestellt. Unter den Aerzten Palästinas und des Auslandes wird eine Samm* lung zur Aufbringung der Mittel für den Bau durchgeführt. D>1 ganz* Jahr g.ftlfn.t HaHlehe* Wal*" « Vawalon »> FrcV!«■־/

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.