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Jüdische Rundschau · 1935-05-28 · Heft 43 (28.5.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 43 (28.5.1935)
Date
1935-05-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 43 28. V. 1935 Eine Petition Danziger Juden Gegen Intoleranz an amerikanischen Schulen New York, 21. Mal. (JTA.) Gouverneur Herbert H. Lehman hat ein vor kurzem von der Legislative des Staates New York angenommenes Gesetz bestätigt, durch das eine unterschiedlkhe Behandlung von Schülern in den aus öffent• liehen Mitteln unterstützten Schulen auf Grund von Reli- Nationalität oder Rasse untersagt wird. Gleichzeitig׳ bestätigte der Gouverneur ein Gesetz, das den Versicherungsgesellschaften unterschiedliche Behandlung von Versicherungsnehmern wegen ihrer konfessionellen, nationalen oder rassischen Zugehörigkeit verbietet. «״•., I?n!es M a r s h a 1L der Sohn Louis Marshalls, wurde zum Mitglied der New Yorker Unterrichtskommission ernannt. In einer Ansprache verlangte er, daß in den Schulen den Sprachen und Kulturen der Einwanderungsgruppen, darunter auch der jüdischen Sprache und Kultur, mehr Aufmerk■ samkeit und Verständnis entgegengebracht werde. Zeitschriftenschau Palästinas staatsrechtliche Stellung ln der englischen Zeitschrift ,,The Near East and India“ vom 23. Mai veröffentlicht Oberst Wedgwood einen Aufsatz unter dem Titel ,,Palästina als Britisches Dorniriion“, mit dessen Inhalt sich die Redaktion der Zeitschrift nicht identifizieren will. In seinem Aufsatz führt Wedgwood die Notwendigkeiten an. die in aller Welt heute die Juden zw־ingen, aus ihren bisherigen Wohnländern in die neue Heimat Palästina über/usiedeln. Wedgwood zeigt dann das Mißverliältnis, das darin bestellt, daß Kapital in unbeschränkter Höhe ins Land gelassen wird, während der Mangel «an Arbeitern nicht befriedigt wird. Wedgwood, der bekanntlich schon vor Jahren ein Ruch ״The seventh Dominion“ (״Das 7. Dominion“) über Palästina geschrieben hat, tritt mit den gleichen Argumenten für einen Wandel der staatsrechtlichen Stellung des Landes ein. Lr verweist auf die Resolution des Farmerver- Landes, die die Linbe/ieliung Palästinas in den britischen Zollverband fordert. Alle Juden Palästinas würden diesen Wandel begrüßen. Die arabische Intelligenz würde freilich dagegen sein, aber sie ist nicht identisch mit den 750 000 Fellachen, für die die westliche■ Zivilisation bereits Unvergleichliches geleistet habe. Man wünsche Gewißheit in Palästina. Vom Völkerbund seien keine Schwierigkeiten zu erwarten. Von Palästina aus könne sich England stärker ausdehnen und mehr für den Orient tun als Griechenland vor 2200 Jahren. Zum Schluß ineint Wedgwood, die deutsche Sprache gewinne immer mehr Uebergewicht in Palästina, so daß der Verfasser schließt: ,.In hundert Jahren wird Palästina deutsch oder englisch sein. Was soll es sein?“ Bericht der Mandatskommission über Palästina Genf, 23. Mai. (JTA.) Im Völkerbundsrat referierte der Berichterstatter für Mandatsfragen, der tschechoslowakische Gesandte in Paris, Dr. O s u s k y, über den Bericht der Mandatskommission des , Völkerbundes, betreffend Pa• I ä s t i n a. Er gab eine Darstellung der Arbeit der Mandatskommission und schlug vor, daß der Völkerbundsrat das von der englischen und von der französischen Regierung über die Grenzen zwischen Syrien und Palästina getroffene Abkomrnen genehmige. Nach Ansprachen des italienischen Vertreters, Baron Alois i, und des englischen Delegierten, Lord Eden, wurde der Bericht Dr. Osuskys angenommen. Maimonides-Feier der Londoner Universität London, 21. Mai. (JTA.) Die Maimonides-Feier der Londoner Universität, die von der Abteilung für spanische Sprache und Literatur am King’s College veranstaltet worden war, vereinigte unter dem Vorsitz des spanischen Botschafters in London, Don R a y in o n Perez de Ayala, eine zahlreiche Zuhörerschaft. L ord R e a d i n g war durch seinen Gesundheitszustand an der Teilnahme verhindert. Vor dem Vortrag des Orientalisten Prof. A. S, Yahuda über Leben und Werk des Maimonides hielt der spanische Botschafter eine Ansprache, in der er in warmen Worten der jüdischspanischen Zusammenarbeit gedachte. IN ALLER KURZE Der in Algier verstorbene Londoner Jude Henry Es keil David hat in seinem Testament verfügt, daß von seinem 381 127׳ Pfund betragenden Vermögen mehr als eine Viertelmillion Pfund jüdischen charitativen Zwecken zugeführt werden. Die luxemburgische Postverwaltung hat eine Serie von Wohlfahrtsmarken herausgebracht, die zugunsten der Hilfsaktion für die aus Deutschland ausgewanderten Gelehrten und geistigen, Arbeiter verkauft werden. Ueber die vor einigen Wochen verstorbene Alice Bensheim er, eine der führenden Frauen der früheren deutschen Frauenbewegung, die auch in der jüdischen Frauenbewegung tätig war. veröffentlichte die Monatsschrift ״Die Frau“ einen ausführlicnen ehrenden Nachruf. Unter dem Vorsitz des Präsidenten des Board of Deputics Nevillc Laski fand im Woburn House in London die Eröffnung der von der Gesellschaft für jüdische Kunst ״Ben Uri“ organisierten Jahres-Kunstausstellung durch Frau Sieff statt. Die Zeitschrift ״Die U m s c h a u“, ,Frankfurt a. M., veröffentlicht in Heft Nr. 21 einen mit zahlreichen Lichtbildern versehenen Aufsatz von Dr. Georg Wagner über ״Die wirtschaftlichc Bedeutung ■des Toten Meeres“. Die Zeitschrift ״Der Straße nba u“, Halle a. S., bringt in ihrer Ausgabe vom 15. Mai einen Bericht über die wirtichaftliche Entwicklung Palästinas und den Ausbau des dortigen Straßenbauwesens. Die Palästina-Studienreise der obersten Klasse des Würz* burger Lehrerseminars, die mit Hilfe <Jer Reichs- Vertretung der deutschen Juden zustandegekommen ist, wurde vom Keren Hajessod in der Weise unterstützt, daß der Aufenthalt der Expedition im Lande durch den Keren Hajessod und die überaus verständnisvolle Mithilfe des leitenden Direktors Dr. Hantke ermöglicht wurde. Der Leiter der Minderheitenabteilung beim polnischen Innenministerium, Herr Suche nck-Suchecki, weilte längere Zeit in Palästina, um den Stand der jüdischen Aufbauarbeit kennenzulerncn. Behandlung: im Völkerbundsrat Genf, 26. Mai. (JTA.) Den Mitgliedern des Völkerbundsrats ist vom Generaisekretariat des Völkerbundes eine Petition Danzigcr Juden samt den Bemerkungen des Danziger Senats zu ihr überreicht worden. Die Petition war vom Oberkommissar Lester dem Senat der Freien Stadt Danzig am 8. April vorgelegt worden. Die Antwort des Senats an den Oberkommissar erfolgte am 11. Mai. An demselben Tage hat der Oberkommissar die Petition samt den Bernerkungen des Senats mit der Bitte weitergeleitet, sie dem Völkerbundsrat bei seiner nächsten Tagung zur Prüfung vorzulegen. Zum Berichterstatter (Rapporteur) für die Petition wurde der Vertreter Großbritanniens, Lordsiegelbewahrer A. Eden, bestimmt. Ueber den Inhalt der Petition wird mitgeteilt, daß er im wesentlichen eine Darstellung des besonders iri letzter Zeit in Danzig gegen die Juden verstärkt geführten Kampfes und der dauernden Herabsetzung der jüdischen Ehre betrifft. Es werden sodann verschiedene Maßnahmen gegen die Danziger luden auf den einzelnen Gebieten des öffentliehen und wirtschaftlichen Lebens aufgezählt. In den Schlußfolgerungen der Petition wird der Völkerbund gebeten, den Senat der Freien Stadt Danzig zu veranlassen: 1. alle Gesetze und Verordnungen rückgängig zu machen, die nach der Darlegung der Petition der Verfassung widersprächen; 2. vom Senat zu verlangen, seine Verwaltungspraxis so zu ändern, daß alle Diskriminationen, deren Opfer Juden waren, wiedergutgemacht werden lind daß in Zukunft eine unterschiedliche Behandlung nicht mehr erfolgen kann; 3. vom Senat zu fordern, daß allen Bürgern, also auch den Juden, ein genügender Schutz gegen jegliche Diffamierung zuteil werde; 4. vom Senat zu verlangen, daß der gegen die Danziger Juden geführte Boykott streng geahndet werde, wenn notig, auch auf Orund gesetzlicher Bestimmungen. Ueber die Bemerkungen des Senates der Freien Stadt Danzig zu dieser Petition wird folgendes mitgeteilt: Die Antwort des Senats geht in allen Einzelheiten auf die in der Petition angeführten Tatsachen ein und interpretiert die geltenden rechtlichen Bestimmungen so, daß die Die rechtliche Sonderstellung der Artfremden Im ״Archiv für Rechts- und Sozialphilo- Sophie“ vom April 1935 wird eine Abhandlung ״Das Rechtsideal des nationalsozialistischen Staates“ von Professor Dr. Erik Wolf, Freiburg i. Br., veröffentlicht, die als Vortrag im Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen, Ortsgruppe Freiburg i. Br., am 20. November 1934 gehalten worden ist. Darin wird u. a. ausgeiührt: ״Eine Rechtsidee, die im Volksgeist die Wurzel des Rechtes sieht und im Dienst am Volkstum sein Ziel, muß demnach fordern, daß den arteigenen Volksgenossen (die nicht das gleiche sind, wie juristische ״Staatsbürger“!) gewisse, für den Aufbau der Volksgemeinschäft besonders wichtige Funktionen Vorbehalten bleiben, weil Ausländern oder Staatsbürgern fremdrassiger' Artung hierfür die völkisehen Voraussetzungen fehlen: Dazu zählt die Aemterversehung und der Dienst in der Wehrmacht. Diese Vorbehalte sollen keine Vorrechte im Sinne einer Privilegierung sein, sie bedeuten für ihre Träger eine Steigerung der nationalen und sozialen Pflichten. Sie bieten dem arteigenen Volksgenossen im Gegensatz zum artfremden Volksgaste keine individuellen und materiellen Vorteile. Gewiß besitzt der Beamte eine Art von Existenzsichcrung, gewiß genießt der Soldat erhöhtes Ansehen im Volke! Aber diese ständischen Vorzüge sind doch mit einem erheblichen Verzicht auf individuellen Lebensgenuß verbinden. Vom Beamten und Soldaten wird eine ganz andere Hingabe an den Beruf gefordert, als dies im freien Erwerbsleben der Fall ist. Auch tragen Beamte und Soldaten wesentlich verschärfte straf- und disziplinarrechtliche Verantwortung. Die rechtliche Sonderstellung der Artfremden bedeutet also keine Deklassierung, auch keine Einengung des Handlungsraumes, der ihnen als Subjekten des Privatrechts zukommt. Selbstverständlich genießen sie uneingeschränkten Rechtsfrieden, vollen Rechtsschutz in Handel und Wandel, unbehinderte Kultausiibung. Die formale ״Gleichheit vor dem Gesetz“ im Sinne des Gesetzschutzes ist ihnen im Dritten Reich genau so gut gewährt wie » der Vor- und Nachkriegszeit. Der Unterschied der Rechtsstellung wirkt sich allein, aber auch durchschlagend auf dem, Gebiet des öffentlichen Rechtes aus.“ Judennummer einer Zeitung Die nationalsozialistische Tageszeitung ״D e r F r e i h e i t skarapf“ in Dresden hat eine Sonderbeilage mit dem Titel ״Juda — Der Nationalsozialist ist Antisemit“ herausgegeben. In einem einleitenden Artikel wird die begonnene große Auseinandersetzung zwischen Jude und Arier geschildert. Unter der Ueberschrift ״Juden sehen dich an“ werden Namen und Charakteristika von Juden und judenstämmlingen aufgeführt, die bisher in Politik und Wirtschaft eine Rolle gespielt haben. Ein weiterer Aufsatz behandelt ״Das Treiben der Juden in Sachsen“. Die Liquidierung der deutsehen Judenfrage durch Auswanderung und Aussterben behandelt Dr. Otto Heuer, der im wesentlichen die unter dem Titel ״Die Liquidation der deutschen judenfrage“ im ״Völkischen Beobachter“ erschienene Aufsatzreihe wiedergibt. Ein weiterer Artikel behandelt die ״Zionistischen Protokolle“. Weitere Aufsätze behandeln die Stellung der Juden in der Wirtschaft. U. a. schreibt der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP über die Verwirtschaftung der Politik. Die Rolle der Juden in der bildenden und darstellenden Kunst wird sodann dargestellt. Ein weiterer Aufsatz, behandelt den jüdischen Kulturbund und die gegenwärtige jüdische Kulturbewegung. Es werden sodann u. a. unter der Ueberschrift ״Weltfront gegen das Judentum“ die antijüdisehen Strömungen in Europa besprochen. Die Wahl in Griechenland Die Regierungspartei hat in die Liste ihrer Kandidaten für die Neuwahl des griechischen Pariaments zwei jüdische Kandidaten, die ehemaligen Abgeordneten Peppo Mal Iah und Daniel Allalouf, aufgenommen. Als die gegenwärtige Regierung vor zwei Jahren ans Ruder kam, war Abg. Peppo Maiiah vom Ministerpräsidenten Panaghis Tsaldaris aufgefordert worden, ein Ministerporteteuille zu übernehmen, hatte dies aber abgelehnt. Auch die von Metaxas geführte Monarchistenpartei hat zwei jüdische Kandidaten, den ehemaligen Abgeordneten Leon Oattegno und den früheren Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Saloniki, Daout Levy, aufgestellt. angeführten Fälle vollkommen legale und mit der Verfassung in keinerlei Widerspruch stehende Handlungen darsteUen. ln den Schlußfolgerungen wird erklärt, daß entgegen den Behauptungen der Petition die Lage der Juden m Danzig m jeder Beziehung den Erfordernissen der Verfassung und der Polnisch-Danziger Konvention entspreche. Es sei allerdings nicht zu leugnen, daß die Lage der Juden sich jetzt ein wenig verschlimmert habe, doch sei diese Tatsache keineswegs die Folge irgendeiner Verletzung der Verfassung oder der Be- Stimmungen der Polnisch-Danziger Konvention, sondern ergebe sich aus der Einstellung der Bevölkerung, die sich entsprechend einer neuen moralischen und politischen Weltanschauung vom jüdischen Element abgewendet habe. Es könne nicht Sache der Regierung sefit, diese Einstellung der Bevölkerung zu beeinflussen oder zu bekämpfen. Die Regierung habe ihre Pflichten gegenüber den Danziger Juden erfüllt und werde sie auch in Zukunft erfüUen.\5>e glaube jedoch, daß die Einstellung der Bevölkerung gegenüber dem jüdischen Element sich nicht bessern wird, wenn vdie große Oeffentlichkeit erfahren werde, daß die Juden von dem Recht der Petition — das man ihnen im übrigen nicht abstreite — Gebrauch gemacht haben. Die Regierung müsse daher bedauern, daß diese Petition eingereicht wurde. Was die Borderungen der Petition anbetrifft, so halte der Senat die Forderung Nr. 1, d. h. Aufhebung von neun verschiedenen Gesetzen und Verordnungen wegen ihres angeblich Verfassung»• widrigen Charakters für ungerechtfertigt. Ebenso ungerechtfertigt sei die Forderung Nr. 2 betreffend die ״Wiedergutmachung“ der durch die Verwaltungspraxis herbeigeführten Diskriminationen und deren Vorbeugung in der Zukunft. Was den Schutz aller Bürger vor Diffamierung betreffe, so habe die Regierung dieser Forderung bereits Genüge getan. Schließlieh erklärt der Senat der Freien Stadt Danzig, er trage für den Boykott der Juden keine Verantwortung. Entsprechend einem Vorschlag des Rapporteurs, Lord- Siegelbewahrer Eden, werden die Petitionen einer intemationalen luristenkommission zur Prüfung vorgelegt werden. Auf Grund des von dieser Kommission auszuarbeitenden Gutachtens wird dem Völkerbundsrat bei seiner nächsten Tagung im September 1935 abermals ein Bericht über die in den Petitionen berührten Verhältnisse erstattet werden. Kundgebung? auf dem judenfreien Markt in Lang:-Göns Am Donnerstag fand in Lang-Göns der zweite judenfreie Markt statt. Seine besondere Bedeutung bekam der Markt dadurch, daß auch der Reichsstatthaiter Gauleiter Sprenger in Begleitung des Landesbauernführers Dr. Wagn e r, des stellvertretenden Gauleiters Regierungsrat Reiner, des Ministerialrats Ringshausen, der Kreisleiter von Gießen und Friedberg daran teilnahm. Bei einer Kundgebung am Nachmittag sprach zunächst Landesbauernführer Dr. W a gner, der auf das segensreiche Wirken des Reichsnährstandes zur Stärkung der bäuerlichen Wirtschaft hinwies und d i e Bauern vor allem ermahnte, sich auch in Zukunft frei zu halten von dem Geschäftsverkehr mit Juden, die ja auch im Reichsnährstand und seinen Organen gänzlich ausgeschaltet seien. Er ermahnte weiter die Bauern, bei allen ihre» Handlungen immer vom rassischen! Standpunkt auszugenen und unbedingt immer auf rassische Reinheit zu halten. Danach ergriff Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger das Wort Er forderte u. a., daß es nunmehr Aufgabe aller deutschen Menschen sein müsse, sich in die Einheitlichkeit der national• sozialistischen Weltanschauung einzufügen, um gemeinsam ein neues Deutschland zu bauen. Erforderlich sei, daß das deutsehe Volk sich rein halte vom Juden und dem Führer und dem Vaterland die Treue bewahre. Der Handel mit Juden Nach einem Bericht des ״Hakenkreuzbanners“ in Man 11• heim sprach vor der Fachschaft Büro- und Behördenartgestellte Kreispropagandaleiter Fischer über das Thema ״Judentum una Freimaurerei“. Er führte dabei u. a. aus: ״Jeder muß die Warnung: ,Kauft nicht bei Juden‘ beachten. Die Behauptung, beim Juden billiger zu kaufen, ist dummes Geschwätz oder eine bewußte Lüge. Die ״Billigkeit“ der jüdischen Warenhäuser geht ausschließlich" auf Kosten der Qualitäten. Der Jude st der größte Gegner unseres Volkes; er will es in seinem ra-»cmäßigen und völkischen Wesen zerstören. Sind wir uns aber un-ei• r großen Aufgabe bewußt, so kann uns dieser Kampf nicht anfcchn■״. Jede Unterstützung des Juden ist eine Unterstülzting der gedungenen Mörder unseres Volkes. In diesem gewaltigen Kampfe geht es tun nichts weniger als um die nationalsozialistische Weltanscliauung selbst.“ Plakat gegen Juden Der ״Angriff“ vom 23. Mai meldet: ״Im Kreise Neustettin hat die Bevölkerung beschloss«, der zunehmenden Aufdringlichkeit der Juden dadurch zu begegnen, daß von nun ab an allen Ein- und Ausgängen der Ortschaften Plakate angebracht werden, auf denen unter anderem folgende Aufschriften zu lesen sein werden: Juden sind nicht erwünscht. Juden haben an diesem Ort nichts verloren. Judenhändler werden an diesem Ort keine Ware los. Juden hassen wir, Juden sind unsere Feinde.“ In Hamburg haben die Wohlfahrtsbehörden, nachdem eine Behandlung von Wohlfahrtspatienten durch nichtarische Aer/te nicht mehr erfolgen darf, eine neue• Anordnung getroffen, durch die mit sofortiger Wirkung untersagt wird, daß Schüler von Fachschulen, deren Schulgeld ganz oder teilweise von der Wohlfahrtsbehörde getragen wird, durch n ich '• arische Lehrer unterrichtet werden. Diese Anordnung betrifft in erster Linie Musikkonservatorien, an denen noen einzelne jüdische Lehrer tätig sind. Ke Medaille für Rettung aus Gefahr wurde Walter Call mann, dem Vorsitzenden des Landesverbandes Berlin im RjF., und Leo Bernhardt vom Polizeipräsidenten Admiral von Levetzow überreicht. Ilauptschriftlciter: Dr. Robert Welt sch, Berlin-Charlottenburg Stellvertreter: Kurt Loewenatein, Berlin W 15. Anzeigenleiterm und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Rut Pose ne r. Berlin W 30. Gültig: Anzeigen-Preisliste 2 vom 1. Januar 10' - Verlag und Anzeigen Verwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin > Mcinekeslr. 10. D.-A. April 34 814 — Druck: Siegfried Schote״- Berlin-Schöneberg.

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