Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 41 (21.5.1935)
- Date
- 1935-05-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2653827-2653866--26875-2688283- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JHDISCHE RUNDSCHAU Seife 5 V. 1935 Munizipa Wachstum; angesam r Amtszeit h weniger, Leute Tel ifriedenlieit ließiich die!ommission re die der friedenheit h dadurch ui Persöuvielen Jah rer Steuer- 1, die ihr« unizipaliüit in pikantes orsitzenden ivohnt. eine ibe! tipten eine ist um so mit einem einer Wohder Zusamhs Interesse bei diesen geltend zu hen Lebens in, um sich irmania 111t ihrer Mit drengungen rfassen. ־ jetzt herr nur in den :n des an! aus einem Blatt dir Vermieter, nd, werden;eil, die mit w. des ver ren sie da Miete ein Steuern rmieter das dem Gesetz 3 alle fort• rungen des boten /erhandlun , e c h t s zu ierieht ent lts un je kommissiwi tsent/iehung■ Du rc h- 1, bis '!«Ser eidung sind ergibt sien pnli einer Nr. 41, 21. V. 1935 nur 24,3 0/0. Kinder unter 17 Jahren waren auf der männlichen Seite der Einwanderung 12,4 ״־״ und auf der weiblichen 11,5 ״/o. Auch diese Ziffern sind wichtig. Es zeigt sich, daß durch die Alijah aus Deutschland der verhältnismäßige Mangel an heiratsfähigen Mädchen, der in Palästina immer geherrscht hat, noch verstärkt worden ist. Das ist ein typisches Kennzeichen für die bevölkerungspolilische Lage eines in der Kolonisation befindlichen Landes. Von der Gesamtcinwanderung aus Deutschland waren 34,6 0/0 Einzelpersonen ohne Anhang, 22,4 °/0 Erhalter von cinwandernden Familien und 43,0 0/0 deren Familienangehörige. Dl• Einwanderer- Kategorien Die wirtschaftliche Schichtung der Einwanderer aus Deutschland konnte zu einem erheblichen Teil ebenfalls erfaßt werden. Hierbei ist zunächst von einer gewissen Bedeutung die Frage, als Angehörige weicher Einwandcrungs• kategorie der Einzelne ins Land gekommen ist. Von den 9 Kategorien, die das palästinensische Gesetz, in dieser Hinsicht kennt, sind vier von Bedeutung für die deutsche Alijah. Zunächst die Kategorie C, die der Arbeiter zertifinale. Auf solche Zertifikate wanderten in den beiden Berichtsjahren 47,1 0/0 der Menschen aus Deutschland ein. Dieser Prozentsatz muß hervorgehoben werden, und zwar gerade gegenüber unrichtigen Auffassungen, die sich hesonders in dem Kreise der in Palästina lebenden Juden aus Deutschland immer wieder antreffen lassen und die etwa dahin lauten, daß die große Mehrzahl der aua Deutschland gekommenen Menschen ״Kapitalisten“ seien, das heißt Menschen mit A!-Zertifikat. Das ist nicht richtig. Auf Al-Zertifikat, also mit einem Vermögen von mindestens £ 1000, kam zwar ein erheblicher Teil der Juden aus Deutschland nach Palästina, nämlich 39,0 0/0 (Familien- Angehörige sind hier immer mitgerechnet, soweit sie vom Familienhaupt abhängig sind), aber doch nicht die Mehrheit. Es muß auch darauf hingewiesen werden, daß die A 1 - Zertifikate der Menschen, die aus Deutschland hierher kamen, im Rahmen der Gesamteinwanderung aus allen Ländern keineswegs die Mehrheit darstellen, wie man vielfach hören kann, sondern daß diese an Personen aus Deutschland erteilten A 1 - Zertifikate im Jahre 1933 zwar 55 0/0 aller dieser Zertifikate, im Jahre 1934 aber nur 43 0/0 und im Durchschnitt der beiden Jahre 48 °/0 der gesamten Ein- Wanderung dieser Kategorie darstcllten. Hierbei ist aber noch zu erwägen, daß die Einzelsummen, die in manchen F:äl!en aus anderen Ländern als aus Deutschland mit A 1 - Einwanderern nach Palästina kamen, weit über dem Durchschnitt der Summen lagen, die die A 1 - Einwanderer aus Deutschland mit sich zu bringen pflegen. Angeforderte Familienangehörige (Kategorie D) waren von der deutschen Einwanderung in den beiden letzten Jahren 8,5 ",0, Schüler hiesiger Schulen 3,1 0/0. Berufsschichtung Die Berufsschichtung der Einwanderer, geordnet nach der Tätigkeit in der Golah, ergibt folgende Ziffern, die natürlieh nur einen gewissen Annäherungswert haben können: Aus freien Berufen kamen insgesamt 1305 Menschen, das waren 8,5 'ס/י der Gesamteinwanderung aus Deutschland. Hiervon entfielen 534 auf medizinische, 221 auf juristische, 188 auf pädagogische und 210 auf technische Berufe (davon 189 Ingenieure). Es sei bemerkt, daß die aus Deutschland in den letzten beiden Jahren eingewanderten Angehörigen freier Berufe ziemlich genau 50 < 0 der Gesamteinwanderung an freien Berufen aus allen Ländern der Welt gestellt haben. Das ist eine Tatsache, die sich natürlich im geistigen Leben des Landes sehr stark bemerkbar machen muß, denn auch von den übrigen 50 0׳״, die aus anderen Ländern kamen, haben sehr viele Menschen mindestens vorübergehend in Deutschland studiert. Wir haben also wohl damit zu rechnen, daß vorläufig die deutsche Univcrsitätsausbildung innerhalb der freien Berufe des Jischuw einen erheblichen Teil der Ausübenden umfassen wird, wobei wir freilich nicht vergessen dürfen, daß eine Anzahl der aus Deutschland gekommenen Aerzte, Anwälte usw. umgeschichtet hat. Aus Handelsberufen kamen nach Palästina aus Deutschland 1171 Menschen, das waren 7,6 »b der Gesamt- Einwanderung aus Deutschland und 43 0״ der Gesamtein- Wanderung während der beiden letzten Jahre überhaupt. Auch dieser Prozentsatz ist sehr hoch. Gewiß ist auch hier eine relativ starke Umschichtung eingetreten, aber sie hat Auf, : Dingen steht die Welt Erzählung von GERSON STERN 14, Fortiefttiag Copyright Verlag Erich Riii»! Barlio Fehlinger sagte zu Iledda: ״Sie haben mich erschauern lassen. Sie haben diesen Abend furchlbar zu uns gesprochen. Sie müssen mich verstehen. Alles, was Menschen sprechen, sagen sie zu sich selbst. Auch wenn ich einen anderen anredc, spreche ich zu mir. In der Gegenrede spreche ich zu mir, eigentlieh nur zu mir. Job setze mich itn anderen auseinander mit mir. Es wäre besser, wenn dies von allen gewußt würde. Ein Dialog sind zwei Monologe. Sie schauen mich an, weil icli als Lehrer so spreche?“ Ja, llcdda hatte ihr! angescliaut. Sie hatte gesehen, wie das Mondlicht die Lebendigkeit dieses rundlichen Gesichtes, dieser runden Augen nicht unterdrücken konrile. Sie hatte gaschen, wie das Jugendliche sich noch stärker heraushob. Eis " •r fast unbegreiflich, daß sich hiermit die Reife des Lebfers verband. ,,Ich kenne die Schwere meines Berufes. Ich "«'iß sehr wohl, Fräulein llcdda, daß der Lehrer letzten Endes der Vollzieher eines Gemcinschaftsvvillens ist. Er kann dm beeinflussen, steigern, erheben, veredeln. Er kann sehr 'iel innerhalb des Gegebenen. Aber ganz frei ist er nie.“ Fehlinger machte eine Geste, als würfe er dies von sich fort. ״Doch heute abend saßen wir als fünf Juden zusammen. Wiche Gemeinschaft offenbarte sieh? Es offenbarte sich, daß die Kultur der Umwelt uns überwältigt. E'ast überwältigt sie uns. Uns, die wir doch irgend etwas auch füreinander sind. — 1‘räulein Iledda, es gibt dieses Eine. Eis gibt einen Inslinkt des Seins. Wenn Norbert von Nietzsche berauscht ist — dieser Instinkt des Seins, dieser Instinkt unseres Urseins, er ist den- ״°ch stark. Er reißt alles, was sich seiner bemächtigen will, in dss unabänderlich Lebendige in ihm, in diesen Urquell. — Dieser Urquell brach auf, als Sie sangen.“ Diskussion um Seit mehreren Monaten wird in der palästinensischen Presse und besonders in der Arbeiterpresse die Frage der jüdischen Ruhetage und der Art ihrer Heiligung eifrig erörtert. Das Tageblatt der Arbeiter ״Da war“ brachte kürzlich einen Artikel von I. Bernstein über die Schabhatruhe, dessen Verfasser für die Schabbatfeier in ihrer traditionellcn Form eintrat. Nunmehr bringt die Zeitung eine Entgegnung von Mosche Perlmutter unter dem Titel ״S c 11 a b b a t ohne Schab h es goi?“, dessen Tenden 1. darauf gerichtet ist, zu zeigen, daß die traditionell gewordene Art, den Schabbat zu feiern, sich im heutigen Palästina nicht verwirklichen lasse, weil sie auf die Einseitigkeit des ökonomischen Lehens der Juden in der Diaspora aufgebaut ist. Nur so sei es zu verstehen, daß die Schabbatruhe in ihrer heutigen Form zur Voraussetzung habe, daß ein Nichtjude die notwendigsten Verrichtungen am Schabbat im Hause voilführe, den Ofen heizt usw׳. Ebenso sei für die Aufrechlerhaltung der notwendigsten Dienste für die Befriedigung der öffentlichen Bedürfnisse die Arbeit von Nichtjuden unerläßlich. Das würde aber bedeuten, dafi ein geschlossenes jüdisches Siedlungsleben in Palästina religiös unhaltbar wäre. Wie sei es möglich, die absolute Schabbat■ ruhe, z. B. auf dem Gebiete des Verkehrswesens, durch/uführen? Sicherlich müsse auch der jüdische Chauffeur oder noch nicht den Umfang erreicht, der sozialökonomiscli gesehen als erwünscht betrachtet werden muß. Aus landwirtschaftlicher Hachscharah kamen aus Deutschland während der letzten beiden Jahre nur 4,7 «» der Gesamteinwanderung dieser Gruppe, aber 38׳״« der Einwanderung aus Deutschland. Es kann wohl damit gerechnet werden, daß gerade dieser Pro׳entsatz schon im laufenden Jahre höher liegen wird, weil jetzt viel mehr Menschen kommen, deren landwirtschaftliche Hachscharah erst jetzt zu Ende gellt. Aus handwerklichen und industriellen Beruten kamen 1691 Menschen aus Deutschland, das waren 20 ף« der Gesamteinwanderung aus diesen Berufen und 11,1 ».> der Gesamteinwanderung aus Deutschland, soweit sie aus berufstätigen Menschen bestand. Von diesen 1691 Menschen stammten 485 aus dem Baugewerbe, 329 aus der Metallbearbeitung, 257 aus der Bekleidungsindustrie, 205 aus der Holzindustrie und 117 aus der Lebensmittelindustrie, um nur die wichtigsten Ziffern zu nennen. Selbstverständlich sind auch hierunter Menschen, die früher in anderen Berufen tätig waren und bereits in Deutschland dazu übergingen, sich für ihre Arbeit in Palästina vorzubereiten. Dr. Alfred Marcus Die Farmer und die Schekelaktion Jerusalem, 17. Mai. (Palcor) ״Doar Hajom“ veröffentlicht eine Widerrufung des irn ״Haare/.“ wiedergegebenen Berichtes, wonach der Bauernverband erklärt habe, an der Schekelaktion und dem Kongreß nicht teil zunehmen (vgl. ״Jüd. Rundschau* Nr. 40). Die Zeitung, die als Organ der Farmer anzusehen ist, erklärt, diese würden sich wie stets beteiligen. (Es wäre erfreulich, wenn die Diskussion um den von den Farmern angefochtenen Beschluß des A.-C. ohne den Druck der Schekel-Verweigerung geführt werden könnte. — A. d. R.) Wahlen in Hadar Hakarmel Der Rat des jüdischen Stadtviertels Hadar Hakarmei in Haifa ist neu gewählt worden. Es waren 21 Sitze zu vergeben, die sämtlich vo-11 der vereinigtall progressiven Partei besetzt wurden. Diese Partei (Mistadrutti, Hapoel Misrachi, progressiver Misrachi und progressive Hausbesitzer) erhielt 410 Stimmen, während die Gegenpartei (Misrachi, Handwerker und Hausbesitzer) nur 235 Stimmen erhielt. (Anm. d. Red.: Die geringe Zahl der abgegebenen Stimmen ist auf die Gestaltung des Wahlrechts zurückzuführen, das nur einem geringen Teil der Einwohner zusteht.) Es war schwer zu wissen, was Fehlinger von den Morien Herl eins vernommen halle. ..Der l npiell brach auf“, sagte er. ״Wenn ich je dein vergoß' —Fehlinger rief es so laut, daß 1״n der anderen Seile des Plalzes, den sie übersdiritlen, ein Echo kam. ״Fräulein Hedda, haben Sie nichts dabei empfunden?“ ״Ja, doch. M ir müssen ehvas Besonderes gewesen sein. AVir müssen unendlich haben lieben können, um so leiden zu können. M ir müssen geliebt haben, ein Land, ein V o]k. einen Gott. Aber w ie ist das Land? M as ist das Volk? M o ist der (4011? leb suche, und finde — ein Lied.“ Norbert konnte sich nicht länger zurtickliallen. ״Ein Blinder kann nicht sehen“, sprach er. ״Aber die nur ihre Augen schließen, sind nicht blind. Du vernimmst, nur ein Lied, Hedda? leb sehe das ewige Ich des jüdischen Volkes. Wenn du nur die Augen öffnetest!“ Es ging durch Iledda hin. Es lastete: ״Nahen es alle so schwer?“ fragte sie schließlich. ״Oder wird es nur uns Juden so schwer? M ird es uns so schwer gemacht? ()der machen wir es uns seihst so schwer? Es ist traurig, daß man, je mehr man denkt, um so mehr fragen muß.‘* Fehlinger und Norbert gingen in die Sladt zurück. Sie begegneten einem Mann. Er halle den Kopf gesenkt. Die Hände waren in den Taschen der Jacke vergraben. Man sah kein Gesicht. Eis war ein gespenstisches Daherhuschen. E'ehlinger erkannte den Lehrer Levi. Er sprach ihn an. Levi erschrak. ״Ja. ja“, meinte er, ״es ist schon ungewöhnlich um diese Zeit. Ludwig .Markus ist sehr krank. Eir will sich mit mir unterhalten. Er kann nicht glauben. Wissen Sie. der Glaube ruht im Anfang und im Ende alles Seins. Aber das Leben? Wenn das Leben nicht im Glauben ruht, kommt, da nicht eine Srkünde, wo der Sinn des Lebens uns entgleitet? Wo es ein Hauch ist, der aufsteigl aus dem brennenden, sich verzehrenden 1 Irrzen? Jetzt siehst Du ihn, und Du siehst ihn schon nicht mehr. Jetzt brennt noch das Herz. Und schon brennt es nicht mehr. Meim Du nach ihm greifst, greifst Du in Asche.“ Es mußte ihn sehr beschäftigen. ICr hatte vor kurzem mit Fehlinger über ähnliches gesprochen. Der kleine Ix: vi hl ich vor dem langen Dr. E'eldinger stehen. Eir schaute zu ihm hinauf und griff nach einem Knopf von Fehlinger* Jacke. Er hielt Fehlinger, und er I1i׳dt den Kopf, der es sich gefallen lassen mußte, von den Fingern Levis herumgedrolit zu werden. Es ist merkwürdig, daß die Naoht Morte aus der Seele herausholt. Wie hätte man es sich sonst erklären ltönden Schabbat Lokomotivführer ruhen, aber ein Minimum von Verkehr muß auch am Schabhat aufrechterhalten bleiben, sei cs auch nur um des ärztlichen Dienstes oder um der Sicherheit willen. Dazu komme die große Entfernung einzelner Stadtteile in den großen Städten wie Jerusalem oder Tel-Avvivv. Ist es denkbar, daß die Kommunikation für 25 Stunden vollständig unterbrochen werde? Können wir erwarten, daß der Jude im Falle einer dringenden Krankheit auf das Telephon oder auf den Taxi-Dienst vcr/iehlet, weil er in einem geschlossenen jüdischen Siedlungsgebiet wohnt? Tatsächlich hat es sich so herausgebildc!, daß die arabischen Autos und Autobusse am Sdiabbat mit Juden voll besetzt sind. \X'ir erstreben in Palästina das Eindringen der Juden in die Wirtschaft des Staates (Post, Telegraph usw.). So sehr es gefordert werden muß, daß die Juden, die im öffentlichen Dienst arbeiten, ihre Sehabbatruhe genießen, so muß man doch ztigebeii, daß die Regierung gewisse Dienste auch am Schabbnt aufrechterhalten muß, und wir diirfen daher in der Forderung der Sehabbatruhe nicht übertreiben, wenn wir wünschen, daß im jüdischen Siedlungsgebiete Juden auch den Staatsapparat bedienen. Ls wäre grotesk, wenn unsere Schahhatruhe in Palästina die Dienste der Nichtjuden zur Voraussetzung hätte, und ebenso, wenn der Sdiabbat statt eines Tages der Ruhe und Sorglosigkeit ein Tag der Entbehrungen und Gefahren wäre. De* H&iUfr teim Sed&u&ettd In der Jerusalemer ״P ,0 1 1׳ s t i 11 e Post“, die dem englischcn Konigsjubilaum eine besonders aiisge-tattde Sonderbeilage widmete, erzählt der Jerusalemer Advokat Panigel von einem S e d e r a b e 11 d vor öi Jahren in Jerusalem, bei welchem der spätere K ö 11 i g (i e o r g V. als junger Prinz im Hause des (iroßva'ers des Sdireibci-, t )berral'iriiiers Raphael Meir Panigel, anwesend war. Kur/ vor I’eßadi, so heißt es in dem Bericht, kam ein englischer Arzt zu dem Oberrabbiner und erklärte ihm, zwei Enkelkinder der Königin Viktoria seien in Jerusalem und möchten bei einem Seder,ahernl anwesend sein. Obwohl der ()herrabbiner daraut hinwies, daß sein I laus mir un-cheinbar und für einen königlichen Besuch nicht vorbereitet sei, wurde die Sache geordnet, und in der Tat erschienen am Abend die beiden Piin/en. der jetzige König (icorg und dessen älterer Bruder Albert Victor, und blieben von 1 _•7 bis 10 Uhr mit großem Interesse hei der Seilerhaiulltnig anwesend. Als sich die Prinzen vcrab-chiedctcn, tragten sie, so wird es in dem Artikel erzählt, ob sie etwas für ihren Gastgeher tun konnten. Dieser habe darauf erwidert, er sei ein einfacher Mann und habe keine Bedürfnisse, aber er möchte die Bitte ausspreehen, daß die Königlichen I lolieiteit als Vertreter einer mächtigen Nation sieh der unglücklichen russischen Juden amiehtnen, die damals arge Verfolgungen erlitten. Die Prinzen erwiderten, sie würden sich für die Sache interessieren. Da sich der Oberrabbiner bei dieser Gelegenheit über die Lage der Juden in der Türkei hefriedi״t ausgesprochen hat, soll er noch ein besonderes Lob aus Konstantinopel erhalten haben, wohin ein Bericht über diese Unterredung mit den Prinzen gegangen sein soll. Die Verantwortung für diese Erzählung müssen wir natürlich vollständig dem Verfasser des Artikels überlassen. Die Einweihung von Kfar Smuts!וזז Enick Schulon (Haifa-Bav) fand, wie wir bereits kurz mitteilten, die Einweihung der neuen Keren Hajessod-Sietllllng Kfar Smuts statt. Die neue Siedlung liegt an der Stätte von Kfar Usha, wo sich einst eine unahhängig־c jüdische Regierung nach der Zerstörung des zweiten Tempels befand. Bei der Feier sprach im Aufträge der Jewish Agency Mosche Schert« k, der die Unterstützung durch Smuts bei der Erlangung der Balfoiir-Dekkiration würdigte. Der Stellvertreter des High (iomnnVioncr, 11 a t 11 o r n Hall, überbrachte die Glückwünsche der Regierung. Ussischkin hob hervor, daß iin N'oVdbc/irk drei Siedlungen die Namen von Balfoiir, I.lovd (ieorge und Smuts verewigen. Direktor Leib Jaffe er/aliite von seiner Südafrika-Reise. nen. daß l.cvi zu den Ohren 1׳ eh! 111 ge rs 11111:111 ft in-trrß׳: ..Es stellt ge-rhrivben : ,Denn mich >mhl kmn Mmi-eli. daß! er ]ehe‘. Doeh was -a!/| Hiohd ,,h׳!.H 01 e־r h.t mein \1eze })ul! gesehen“, t nd der I'-,׳du 11-1 rnll aus: .1011. 111 I 1 ö! 1111!igkeit schaue iell Dein \n!.׳e-leht'. M ie i-l (lies 11III ׳: I ie! 1'.1" Le\i drehte noch immer an dem knnpl. \ber er!edle den Kopf gesenkt, ,.Mas heißt!«den'? M i"1׳n Sie, daß ich. bevor ich zu lielen beginne, /!Here'.1 Beten 1-1 schwer. Beten i-l chm; Aufgabe. Alan ringt, daß die t.iglielien Gedanke«! einen e.anz frei gehen, damit man lielen kann. Man muß -ich ab-chilel/en können. Nicht mir al>!׳r-rl1ln—rn sein, nein, abw-rhlo—en bleihen *gegen jeden anderen Gedanken, der aiif-leieeii will. Ich hin schwach. Beten ist schwer. Aber wenn man briet, so betet, dann geschieht eine M andlung. Man sieht wir IHM, dein Allerhöchsten, so stark, daß! inan innnl, man -lebt IHN und wird von IHM gesehen. Das heißt: Gott sehen. I.iulwi« Markus hat nie Gott gesehen. Ludwig Markus ist krank. Lr will sich mit mir unterhalten.“ Levi blieb vor einem Hanse stehen. Man verabschiedet(} sieh. Le\ i schellte an der IL'iu-tür, Frau Markus öffnete. Sic war in großer Erregung. Sie führte Leu sofort in das Zimrner. Ludwig Markus saß» halb aufrecht im Bell. Sein Bl’rk war lebhaft, aber der Atem ging kmz. Vor dem Belt stand Dr. Fromm. Er nickte Lei i zu. ״I.nser Freund Markus wollte Sie durchaus sprechen", sagte er. ..Ich la--e Sie allein. Sie können sieh eine halbe Stunde gemütlich mit ihm unlerhalten, Herr Levi.“ Markus winkle Levi zu sieh heran. Levi mußte sieh auf die Beltkante in seine Nähe setzen. ״Ich hin krank, Levi. Aber ieli werde noch mal gesund werden. Ich liah's schon öfter gehabt. Ich werde noch mal gesund werden.“ Die Morte kamen laut, aber stoßweise aus Markus. ״Mariini sollten Sie nicht gesund werden'? Sie sind doeli ein starker Markus unterbrach Levi. ״Ich will keinen Schums von Ihnen hören. Sie müssen nicht denken, ich habe Angst. Ich habe viel gelesen, Levi. Meine Bibel war die Naturvv issenseha 11. Sie werden nicht versieben. Meine Bibel i<f die Naturwissenschaft. Alles ist einefügt in den Kreislauf des M'erdens und \ergehen«!. Auch der lensch. Auch ich. Audi Sie. der Lehrer Levi. ,Auch Du, Levi, auch Du!“ Markus war sehr erregt. Levi sah sich 11111, ob nicht, l)r. Fromm hercinkommcn wollte. Aber Dr. E'romm stand draußen neben Frau .Markus, die ihre Schürze gegen die Augen prcßlo und leise in sich hinein wein Ic. ״Lassen Sie ihn reden“, sagte