Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 41 (21.5.1935)
- Date
- 1935-05-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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'Sefta2 Nr. 41 21. V. 1935 _JÜDISCHE RUNDSCHAO Grenzen der Herzl-Deutung Ein Beitrag zur Diskussion ׳Wirkungskraft gewinnen, die das Aufhören der Hilfsarbeit und die Liquidierung־ des Problems durch forderte Abwande- ™n£, fordern? Auf der anderen Seite hat der fortschreitende Verelendungsprozeß eines Teiles der Eingewanderten sowie die Absonderung der deutsch-jüdischen Emigranten von den anderen jüdischen Gruppen in Frankreich Unter* der deutschjüdischen Emigration starke Ressentimentgefühle gegenüber der Hilfsarbeit geschaffen, die deren Weiterführung erschwert. Der moralischen Krise ist die materielle gefolgt. Die Mittel, die in Frankreich für das Hilfswerk aufgebracht werden, sind völlig unzureichend und auf der anderen Seite wollen die großen jüdischen Organisationen des Aus- Sandes nur Gelder zur Verfügung stellen, wenn gleichzeitig in Frankreich ein ernsthafter ״drive“ unternommen wird und wenn Garantien dafür gegeben sind, daß diese Gelder nicht zur endlosen Unterstützung von Luftexistenzen, sondern zur Einwtirzelurtg Imv, Umschichtung des in Frankreich verbleibenden Teiles der Emigration dienen. Ist eine Lösung der Krise des Hilfswerks in Frankreich möglich.׳' Sie ist es, wenn allen äußeren Widerstanden wirtschaftlicher und politischer Art zum Trotz, eine Einigung zwischen den jüdischen Gruppen zustande kommt und wenn eine klare Grundlage für die künftige Hilfspolitik geschaffen wird. Diese muß sowohl dem Wunsch der französischen Juden nach der Abwanderung eines weiteren Teiles der Emigranten, wie dem Wunsch der ausländischen Organisationen nach der endgültigen Einordnung des Restes Rechnung tragen. Die französischen Juden müssen erkennen, daß weitere Opfer gebracht werden müssen, wenn nicht das Problem in Frankreich eine dauernde offene Wunde bleibet! soil. Noch keine jüdische Gemeinschaft hat sich ohne Schädigung der eigenen Interessen ihrer jüdischen Pflicht entzogen. Man muß aber weiterhin im Ausland erkennen, wie sehr die Haltung ries französischen Judentums in seiner Geschichte und in den französischen Verhältnissen begründet ist. Historische Entwicklungen lassen sich nicht von heute auf morgen ändern. Nur gegenseitiges Verständnis und ״good will' kann die Krise des Hilfswerks überwinden. Kommt diese Verständigung nicht zustande, so wird, diesmal durch jiidische Schuld, das Schicksal einer jüdischen Gruppe, in der noch immer wertvolle Kräfte vorhanden sind, einen tragischen Ausgang nehmen. Die Trauer um Pilsudski W a r s c h a 1!, 17. Mai. (JLA.) An den Feierlichkeiten anläßlich der Ueherführuiig der Leiche Marschall Pilsudskis vom fieivedere-Palais zur Aufbahrung in der St. Jans-Kathedrale und von dort zum Rahnhof, von wo aus der Kondukt nach Krakau weilergeleitet wurde, nahmen Vertreter der reprä.-enlativen Körperschaften des polnischen J cd e n t u in s un<t aller bedeutenden jüdischen Organisationen teil. Line starke Abordnung des Rabbinnts schritt im Trauerzug mit. An dein Spalier auf dem Wege vom Palais zur Kirche beteiligten sich auch die Schüler der jüdischen Schuien, Das h'afabiisat hat für die jüdische Bevölkerung eine vierwöchige Trauer angeordnet. Am Tage der lieberführung nach Krakau blieben sämtliche jüdischen Geschäfte und Werkstätten geschlossen. In sämtlichen Synagogen brannten während des ganzen Tages Kerzen zum Gedächtnis des verstorbenen Mar. challs. Anläßlich der Beisetzung in der Königsgruft auf dem Wawel in Krakau fand in der Krakauer Altschu! ein Gedächtnisgottesdicnst statt. An diesem und an den Trauergottesdiensten in den übrigen Krakauer Synagogen nahmen über hundert jüdische Abordnungen teil. Im Trauerzuge bildete unter allen Abordnungen der Minderheiten die jüdische die stärkste. Rabbiner und Genteindevorsitzeode aus ganz Polen nahmen an dem Leichenbegängnis teil. Die jüdischen Gemeinden Polens beabsichtigen, in Palästina einen Waid zu pflanzen, der den Namen des verstorbenen Marschalls Joseph Pilsudski tragen soll. Ausschreitungen gegen Rabbiner ק ק ס Warschau, 15. Mai. (JTA.) In den letzten Tagen ist cs in Warschau zu Ausschreitungen gegen einige Mitglieder des R a h b i 11 a t s k o 11 eg i u m s gekommen. Die Exzesse wurden von einer Gruppe von C 11 a s s i d i m gegen diejenigen Rabbiner verübt, die einen Aufruf zugunsten des J ü d i s c 11 e n Nationalfonds unterzeichnet haben. Die Demonstranten belagerten die Wohnungen der betreffenden Rabbiner und forderten diese auf, ihre Unterschriften /iirüek/u/iehen. Als dieses An-imiai /uruekgewiesen wurde, nahm die Menge eine drohende Haltung an und ließ sich zu schweren Beschimpfungai der Rabbiner l'.üireilicn. Die Kundgebungen wurden im (iebäude der Warschauer ü c m c i n d e \ e r w 3 11 u n g wiederholt. Dort drangen die Demon■,trauten, nachdem sie auf den Korridoren Aut rufe zu einer 1 ,rotestversaiiiinhiug verteilt harten, in die Rafabinatskan/lei eia, zertrümmerten zum Teil die i mmhtuügeii und beschimpfte׳!! die anwesenden Rabbiner. Herbeigeholte .Misravhijugend übernahm den Schutz der bedrohten Rabbiner, es kam zu Tätlichkeiten, denen durch Polizei ein Ende gemacht wurde. £a$ fr'totet. Der heutige Tag, Lag b’omer, der 33. Tag im Omer, wird in der neuen jüdischen Gemeinschaft Palästinas wieder festlich begangen, obwohl der genaue Sinn und Anlaß dieses Feiertags nicht restlos geklärt sind. In der ״Jüdischen Rundschau“ wurden in den letzten Nummern einige Meinungs- Äußerungen zu der Frage veröffentlicht, die die Bedeutung des Festes betrafen. Lag b’omer bedeutet einen Einschnitt in der Trauerzeit der ״Sefira“, die von Peßach bis Schawuoth gezahlt wird. Auch der Ursprung dieser Trauerzeit liegt im Dunkel. Die beliebteste Erklärung ist die Erinnerung an den plötzlichen Tod der 12 000 Schüler des Rabbi Akkiba, die während des Rar Kocl1ba-Auf.stam.Ies umgekommen sind. Am Lag b’omer, so heißt es, habe das Sterben dieser Schüler aufgehört, weshalb dieser Tag die Trauer durchbricht. Im Osten ist der Brauch verbreitet, daß am Lag b’omer, der ein schulfreier Tag ist, Knaben im Freien mit Spielzeug, das die Form einer Armbrust hat, spielen. Dies ist ja auch der Ausgangspunkt für die in der ״Jüdischen Rundschau“ veröffentlichte Hypothese Dr. Wochenmarks, der Freudentag könne auf einen J lasmemäersieg zurückzuführen sein. In Palästina ist Lag b’omer vor allein der Tag des Rabbi Simon ben J 0 c h a i. Nach der kabbalistischen Lehre ist der Tod nicht als Anlaß zur Trauer, sondern als Aufstieg in eine höhere Sphäre aufzulassen. Der Todestag gilt daher als Freudentag und dementsprechend feiern die Kabbalisten den Tod des Rabbi Simon ben Jochai, der als Verfasser des Sohar gilt, mit Freudenfesten und Tänzen an der Grab- Stätte in Merou. Die Pilgerzüge zum Grabe des Simon ben Jochai am Lag Römer gehören zu den traditionellen Festen Palästinas. Rabbi Simon ben Jochai ist eine sagenumsponnene Figur, von der es heißt, daß er wegen seiner antirömischen Gesinnung verfolgt wurde und sich 13 Jahre mit seinem Sohn in einer Höhle verbarg. Dort soll er, nach einer im 12. Jahrhundert aufgekommenen Sage, auch den Sohar verfaßt haben. Wenn man den Katznelsonschen Aufsätzen über Herzl (״Jüdische Rundschau Nr. 36 und 37) einige einschränkende Worte hinzufügen will, hat man ein merkwürdig unbehagiiches Gefühl dabei, als fürchte man den Vorwurf, man schmälere Herzls Größe und verletze die selbstverständliche Ehrfurcht. Dennoch aber ist es erforderlich, immer wieder die Frage zu stellen, wie diese Zeit zu Herz! stellt, <1. h. welchen Anteil die Lehren Herzls an dem Gesamtkomplex dessen haben, was wir heute als Zionismus zu verwirklichen bestrebt sind. Von dieser Fragestellung aus kann man manches, was K. ausführt, nicht gutheißen, wenn auch die folgenden Bemerkungen allenfalls ein bescheidener Diskussionsbeitrag und, schon wegen ihrer Kürze, nicht mehr sein können. 1. Ls ist im allgemeinen 11 i c 111 zulässig, Aussprüche von Her/.!, wie K. cs tut, in der Problematik des heutigen Zionismus verwenden zu wollen. Am ehesten mag das noch bei den Worten über die Disziplin angeben, weil der Ugandastreit eine schwere Prüfung für die Einheit der Organisation bedeutet hat und eine gewisse Parallele mit dein revisionistischen Verhalten wenigstens nicht völlig undenkbar erscheint. Aber was besagt ein Wort, wie ״Machet Euer« Staat so, daß der Fremde sich bei Euch wohifühlt“ (und das anschließende Zitat aus ״Altneuland) gegenüber dem komplizierten Fragenkomplex der jüdisch-arabischen Beziehungen? Doch nicht mehr, als einen Beweis einer (für einen Juden selbstverständlichen) anerkennenswerten menschlichen Haitung, aber kein Axiom von aktuellem politischen Werte. Und ebenso gilt das für die Aussprüche, die nach K. heute auf die zionistischen Arbeiter bezogen werden können. Der selbstverständliche Grundsatz sozialer Gerechtigkeit, die Worte über Unternehmertum und sozialistische Gleichmacherei — was soll man 11'cute für die soziale Problematik Ercz Israels daraus lernen? Ebensowenig, wie man aus den allgemeinen Worten über Freisinn (gerade dieses Wort ist doch ein besonders zeitgebundenes!), Duldung und Menschenliebe, das nach K. heute für die Orthodoxie gilt, in Wirklichkeit für die religiöse Problematik unserer Tage etwas lernen kann. Daß alle diese Worte einmal bedeutungsvoll waren, sei nicht itn geringsten geleugnet. Aber unseren heutigen Fragestellungen gegenüber erscheinen sie flach, unsubstantiiert und dehnbar: wer sie heute verwendet, setzt sich der Gefahr aus, sie zu bloßen Redensarten herabzuwürdigen. 2. Kann also das Herzische Gedankengut die Poblematik unserer Zeit, wie es ja gar nicht anders sein kann, nicht erschöpfen, so erschöpft es auch die Gesamtheit der Ideen keineswegs, die heute zur Verwirklichung stehen. (Nur von dem, was zur Verwirklichung steht, und zwar durch die organisierte Gemeinschaft, sei hier die Rede.) In diesem Zusammenhänge sei darauf hingewiesen, daß im Zionismus der Verwirkliehungsperiode recht wesentliche Gedankeiigänge aus dem ״Kulturxionismus“, dem ״Minimalzionismus“ Achad Das Geheimnis der angeblichen arabisch - itas ienischen Abmachungen Die durch die Veröffentlichung der arabischen Zeitungen über eine angebliche Vereinbarung zwischen der Italien isehen Regierung und dem Genfer Büro der arabischen Unabhängigkeits partei (Istiklal) entstandene heftige Erregung in der arabischen Oefle-ntlichkeit hält weiter an. Bekanntlich hat vor einiger Zeit, wie nicht anders zu erwarten war, die italienische Regierung ein Dementi veröffentlichen lassen, wonach sie mit der ganzen Augelegenheit nichts zu tun habe. Nunmehr veröffentlicht auch der Emir Schakib Arslan, der Leiter des Genfer Büros des Istiklal, eine Antwort auf die gegen ihn im Zusammenhang mit der Behauptung, er habe von Mussolini einen Brief betreffend •die Araberpolifik in Palästina erhalten, gerichteten Angriffe. Der Emir erklärt, er habe am 15. Februar 1934 Mussolini besucht und ihm drei Denkschriften betreffend Syrien, Palästina und Tripolis überreicht. Mussolini habe bei dieser Gelegenheit über den Besuch Dr. W e i z - man ns bei ihm gesprochen und erklärt, er habe zu D r. Weizmann gesagt: ״Sie werden niemals imstande sein, die Araber aus ihrer Heimat zu vertreiben.“ Emir Arslan hält weiter daran fest, daß er mit Mussolini ein Abkomme«! irn Interesse der Araber und Mohammedaner getroffen habe. Die Zeitung ״Ai Dschamia al Islamia“, Jerusalem, bringt in ihrer Ausgabe vom 14. Mai w eitere E nt 11 ii 11 u 11 g e n über angebliche politische Intrigen der Freunde des Mufti in Europa. Es wird darin angedcutet, daß Schakib Arslan anläßlich seines Besuches in Rom von der italienischen Regierung Geld bekommen habe. Die Zeitung veröffentlicht das Faksimile eines Briefes von Schakib Arslan an den Exkhediven Abbas H i 1 m i, der seinerzeit auch als ein An- Wärter auf eine Rolle in der palästinensischen Politik genannt worden ist. in dein Briefe werden Vorschläge bezüglich einer ״Propaganda-Tätigkeit“ gemacht, deren Ziel jedoch nicht angegeben-ist. Diese Kontroverse hat zu einer großen Verschärfung der Beziehungen zwischen den rivalisierenden arabischen Parteien geführt. Exportförderung durch die Palästinaregierung London, 16. Mai. (JTA.) Im Unterhaus fragte Captain Strickland den Kolonienminister, ob er im Hinblick darauf, daß die Palästina-Regierung über einen Verwaltungs- Überschuß von etwa 5 Millionen Pfund verfügt, und daß die wirtschaftliche Blüte des Territoriums ■wesentlich von der Erweiterung der Märkte für Zitrusfrüchte abhängt, der Verwaltung gestatten wolle, sich an einer großzügigen Absatzpropaganda für Zitrusfrüchte im Ausland zu beteiligen. Der Kolonienminister antwortete, die Palästina-Regierung nehme bereits durch Gewährung zinsfreier Darlehen an einer derartigen Propaganda teil. Es würde Sache der Palästina- Regierung sein, etwaige Vorschläge in bezug auf eine Er- Weiterung dieser Aktion auf Wunsch der Zitrusindustrie selbst zu überprüfen. Der Rat von Petach Tikwah hat in seiner letzten Sitzung ein Budget von 50 000 Pfund beschlossen. Unter den Ausgaben ist die Errichtung eines neuen Schlachthauses und einer Reihe anderer städtischer Betriebe vorgesehen. Für Unterrichtszwecke sind 10000, für Gesundheitsschütz 6000 Pfund bestimmt Haams stecken, Lehren, die wir von Achad Haam, nicht von Herzl empfangen haben, der, wie K. meint, Achad Haam gegenüber ״recht behalten hat“. Es ist hier nicht der Ort, sich mit den Mißverständnissen zu befassen, denen Achad Haam auch heute noch immer wieder begegnet (Auch er übrigens kein Systematiker; er noch weit ״unbekannter“ als Herzl, wie sich jeder jeden Tag überzeugen kann.) Aber die Bemühungen um unsere Sprache und Kultur, heute eine Grundbedingung allen zionistischen Handelns, gehen sie nicht wesentlich auf Achad Haam zurück? Nur ein typisches Beispiel; Als Krönung aller kulturellen Einrichtungen besteht in;,Altneuland“ eine Akademie. Ihr Ziel ist, ״das Verdienst Einzelner um die Menschheit aufzusuchen“. In Erez Israel be. steht eine solche Akademie nicht, sondern eine hebrä. ische Universität, während Herzl gemeint hatte, ״er wisse nicht, was hebräische Kultur sei und was sie mit Zionismus zu tun habe“. Mag diese Andeutung hier genügen. Einen Vorwurf kann man Herzl in damaliger Zeit nicht machen. Aber es zeigt sich, daß im heutigen Zionismus sich der reine Charterzionismus Herzls mit Gedanken Achad Haams verbunden hat, daß nicht eine Ideenwelt der anderen gegenüber ״recht behalten hat“, sondern wir uns einer glücklichen Synthese beider erfreuen können. 3. Noch in anderer Hinsicht kann der gleiche Nachweis geführt werden, daß zu Herzls Lehren von anderen Entscheidendes hinzugefügt worden ist. Beschränken wir uns auf ein Beispiel: Herzl wollte den jüdischen Menschen ändern. Wir haben heute konkretere Vorstellungen über diese Dinge. Der schlechthin aller zionistischen Arbeit zugrundeliegende Gedanke der Chaluziuth, des Einsatzes körperlieber Arbeit als Grundlage des Erneuerungsprozesses, wie ihn A. D. Gordon gelehrt hat, ist gleichfalls auf Herzl nicht zurückzuführen. Es ist also unrichtig, zu sagen, daß die zionistische Ideolo gie seit Herzl stehen geblieben ist. Hier ist nur dessen gedacht, was als Ergebnis früherer Ideenkämpfe heute als gesichertes und allgemein anerkanntes Ergebnis, als Verwirk■ lichungsaufgabe vor der Organisation steht. In diesem Gesamtbiidc sind zahlreiche entscheidende Wesenszüge nicht Herzischen Gepräges und stammen nicht von ihm. Aber: Theodor Herzl und kein anderer hat den Rah• men geschaffen, in dem jeder zionistische Gedanke die Puifung abzulegen hat, ob er sich in der Verwirklichung, konkret bewährt: die Organisation. Er hat auf Grund richtiger Erkenntnis der Judenfrage diese Frage auf dem einzig mögliehen Wege, dem politischen, seiner Lösung entgegengefülirt Das alles — und seine einzigartige Persönlichkeit — macht ihn so groß in seiner Bedeutung für das jüdische Volk, daß es nicht erforderlich ist, in seine Lehren eine Universalität hineinzuinterpretieren, die in ihnen unmöglich enthalten sein kann. Dr. Hans Falkenstein IN ALLER KURZE Der ״Angriff“ veröffentlicht folgende Meldung aus Gin• gau: ״Anläßlich der Einweihung des neuen Glogauer Bai!:■ hofes mußte festgestellt werden, daß die Reichsbahn kr Reklame an hervorragender Stelle einem bekannten jiidisehen Warenhauskonzern Platz zur Verfügung ge• stellt hatte. Diese Tatsache löste in der Bevölkerung derartige Empörung aus, daß es zu Protestkundgebungen im Bahnhof kam, bei denen die Polizei schließlich beruhigend eingreifen mußte. Maßgebliche Glogauer Stellen haben sieh mit der Reichsbahn erneut in Verbindung gesetzt, um an Sieüc der Werbung des jüdischen Warenhauskonzerns im Glogauer Bahnhof eine Gemeinschaftswerbung deutscher Kaufleutc 1 u setzen.“ ln Hamburg haben Verhandlungen zwischen der ört• liehen Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Deutsch• lands (K. V. L).) und der Gesundheits- und Fürsorge-Behörde zu dem Uebereinkommen geführt, daß, unter Abänderung des § 1 des Vertrages über die Zulassung von Aerzten, sb 1. 7. 35 die ärztliche Versorgung von Hilfsbedürftigen der Wohlfahrtsbehörde nur noch v on arischen Aerzten ausgeübt werden darf. Von diesem Beschluß, dem die Bezirks■ stelle Hamburg der K. V. D. ihre Zustimmung gegeben hat. werden rund HX) nichtarische Wohlfahrtsärzte betroffen. Der ״F i 1 m - K u r i e r‘■‘ veröffentlicht ein Interview mit dem Staatskommissar Hans Hinkel, der soeben zum Reicht• Geschäftsführer der Reichskulturkammer ernannt worden ist, über die künstlerische Betätigung der Juden in Deutschland. Hinkel gibt darin Informationen über die Organisation und das Tätigkeitsgebiet der jüdischen Kulturbünde, mit deren Beaufsichtigung er seit ihrer Entstellung betraut war. Wie die Leitung des Verbandes für Auswand ererfürso׳rge ״Hicem“ mitteilt, ist die Nachricht, in Antwerpen seien 50 deutsc 11 -jüdische Rückwanderer aus D•*•'• s i 1 i e n eingetroffen und die belgischen Behörden hätten ihnen die Landung verweigert, unrichtig. Es ist überhaupt kein Rückwanderertransport aus Brasilien nach Belgien gckommen. Das Zentralkomitee der Zionistischen Organisation Frankreichs hat beschlossen, die erste französische Z10nistenkonferenz für den 8. und 9. Juni 1935 einzuberufen. Königin Wilhelmine von Holland hat die Ernennung der jüdischen Gelehrten Professor Levi-Civita in Rom und I ro fessor Weyl in Princeton zu auswärtigen Mitgliedern dir Kgl. Niederländischen Akademie der Wissenschaften bestätigt. In einem Eisenbahnzuge vollzogen während der Fahrt von Haifa nach Jerusalem zwei palästinensische Bürger die rituelle Trauungszeremonie mit zwei Schwestern, die a.s ״illegale Emwandcrinnen“ deportiert werden sollten. 1 ro.z ihrer Verehelichung mit palästinensischen Bürgern wurden tue Schwestern deportiert. Die von der Tel-Awiwer Stadtgemeinde eingesetzte Jury hat einstimmig den Entwurf des Bildhauers M o k a d y >u ein Bialik- Denkmal angenommen. Ilauptechrittleiter: Dr. Robert Wett sch, Berlin-Charlottenburg *• Stellvertreter: Kurt I.oew enstein, Berlin W15. Anzeiger)!!'11*1'’־’ und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Rut Posene > Berlin W 30. Gültig: Anzeigen-Preisliste 2 vom 1. Januar 1• - Verlag und Anzeigenverwalturrg: Jüdische Rundschau, Berlin Mcinckestr. 10. D.-A. April 34 814 — Druck: Siegfried Schokos Berlia-Schönebcrg.