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Jüdische Rundschau · 1935-05-17 · Heft 40 (17.5.1935) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 40 (17.5.1935)
Date
1935-05-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sein» 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 40, 17. V. 1935 Rossinis Moses-Oper Eröffnung der Florentiner Maifestsptele Florenz, im Mai Es ist charakteristisch, daß die Florentiner Maifestspiele, die Mussolini vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat, in diesem Jahre mit einer Oper eröffnet wurden, die ihren Stoff aus dem Alten Testament bezieht. Die Wahl traf den außerordentlich selten aufgeführten ,,Mose“ von Rossini. (Dieses Ereignis, das die Wiedererweckung einer fast vergessenen Oper zu einem rauschenden Erfolge führte, ist für die Berliner Juden um so interessanter, als eben erst im Berliner Kulturbund Verdis ״Nabucco“, der gleichfalls ein Thema altjüdischer Geschichte als Oper gestaltet, aufgeführt wurde. — A.d. Red.) In dieser, nicht in allen Einzelheiten das biblische Ge• schchcn_ nachzeichnenden Oper wird die Leidens,- gcschichtc des jüdischen Volkes unter dem Joch der ägyptischen Herrscher dargestellt; und zwar die letzte Periode der Sklavenzeit, aas (3er Moses — der Berufung Gottes folgend — seine Glaubensgenossen herausführt. Die Handlung beginnt mit des Volkes verzweifelter Anrufung Gottes und endet mit dem befreienden Zug durch das Rote Meer. Die Grundidee des beinahe oratorienhaften Geschehens ist rein biblisch: Ls ist der Machtkampf zwischen der ägyptischen und jfaJi-chen Religion, zwischen Isis und dem Gott der Juden, /wischen Pharao und Moses. Die Mittel, mit denen dieser Kampf ausgetragen wird, sind nicht immer historisch-biblischen Ursprungs, So ist in das Ganze überflüssigerweise dir Liehe des Pharannensohnes zu einer Nichte des Moses hineingearbeitet; vielleicht weniger der opernmäßigen Sentimentalität wegen, als um durch den tragischeu Ausgang zu dokumentieren, daß es zwischen den beiden verschiedenen Weltanschauungen keine Brücke gibt. Wenn ferner Gott den von den Aegyptern unterdrückten Juden seinen Beistand durch das Geschenk der Gesetzes- Tafeln zusagt, so bedeutet das ebensosehr eine historische Antizipation wie die an un/citiger Stelle vollzogene Weihe Chaini Sdiitlowsky 70 Jahre Anläßlich des 70. üebuitstages l)r. Chaim Schit- Io ws k vs, eines Vorkämpfers der jiddischen Kutturbewegung, fand in New York eine Massenkundgebung statt. f)r. Schitlowskv, der aus Weißrußland .stammt, war einer der Einberufcr der im Jahre 100g in Gzcrnovvitz abgehaltenen ersten i i d d i s e h e n S p r a c ii k o nfer e 11 z und hat bei dieser Konferenz den Vorsitz geführt. Seit 1008 lebt er in Amerika, hat jedoch wiederholt Reisen in die!.ander jüdischer Massensiedlung unternommen, darunter auch eine Palästinareise. Ür. Schitlowskv ist der hervorragendste Vertreter einer Richtung, die eine Synthese zwischen Sozialismus und jüdischem Diaspora-Nationalismus hersteilen will. Seine zahlreichen philosophischen und theoretischen Schriften haben auf die Entwicklung der jiddischen Kulturbewegung einen nachhaltigen Einfluß ausgeübt. Mit dem Dramatiker An-sky, dem berühmten Dichter des ״Dibbuk“, war er bis zu dessen Tode in enger Freundschaft verbunden. Erwerbt die blaue Beitragskarte für Hilfe und Aufbau! Wir werden um Abdruck nachstehender Zeilen ersucht: Ein Jahr ist vergangen, seit der Zentralaasschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau und die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden gemeinsam mit den jüdischen Gemeinden Deutschlands die blaue Beitragskarte für Hilfe und Aufbau cingeführt haben. Tausende von freiwilligen Helfern haben in aufopfernder Weise milgearbeitet, und es so ermöglicht, daß jeder Pfennig ungeschmälert seiner Bestimmung zeigefuhrt werden' konnte. Allen denen, die durch Spenden oder Mitarbeit ihre Verbundenheit mit unserem Werk bekundet haben, gilt der Dank des deutschen Judentums. Die blaue Beitragskarte gibt mit ihren monatlichen Beiträgen von 0,25 bis ר RM. jedem die Möglichkeit der Beteiligung. Kein Jude in Deutschland darf in Zukunft ohne die blaue Beitragskarte für Hilfe und Aufbau sein! Auf. :.:Dingen steht die Welt Erzählung von GERSON STERN 13. fr orUefrane Copyright Verlag Erich Heiat, Berlin Man ging in einen Nebenrauin. Jeder fand einen Sessel für sieh und ließ sich liineingleilen mit dem Entschluß, so bald nicht wieder anfzustelieii. Das Gespräch stockte. Norbert und die beiden Mädchen unterhielten sich schließlich über das Examen. Herr Julien und Fehlinger halten sich Zigarren am gesteckt und rauchten andächtig, Herr Julien sagte nach längerer Pause: ״Herr Doktor, für mich hat alles Bedeutung. Das Essen, das Tanzen und jetzt das Buhen, alles hat seine schöne Bedeutung. Manche wundern sich, daß mich so vieles erfreut Sie kennen mein Geheimnis nicht. Vielleicht sage ich es Ihnen einmal.“ ,,Warum nicht jetzt?“ ״Es verlangt seine Minute.“ Es wurde Kaffee gereicht. Man wurde frisch. Man wurde lebendig. Schließlich kam man überein, jeder müsse etwas vortragen. Es wurde gelost,. Madelaine hatte zu beginnen. ..1 eher die Berge weit zu wandern, Sagen die Leute, wohnt das Glück. Acu, und ich ging im Schwarm der andern, Kam mit verweinten Augen zurück, lieber den Bergen, weil, weit drüben, Sagen die Leute, wohnt das Glück...“ Man war erstaunt, dieses Gedicht von Karl Busse aus Madelaine« Mund zu hören. Sie fühlte es und sagte: ,,Ich liebe diese Worte. Sic bergen ein Stück der deutschen Seele.“ Nach ihr sprach Norbert Levi Zarathustras Lied. Er sprach die Morte sehr getragen. Es war so, als ob er die Verse in diesem Augenblick selbst geformt hätte. Fehlinger sprang auf. der Erstgeborenen, Sonst rollt aber die Handlung nach dem Vorbild der Bibel ab. Mit Finsternis, Blutwasser, Mücken- und Heuschreckenplage kämpft der Gott der Juden für die Freiheit seines Volkes gegen den Starrsinn des Pharao; jedoch vergebens. Die göttliche Gerechtigkeit triumphiert erst in dem Zug durch das Rote Meer, der das Volk Israel in das Gelobte Land führt, während über den nachfolgenden Aegyptern die Wellen hereüibrechen. Zu diesem Stoff hat der geniale Komponist, der sich seinem Vorwurf seelisch anzupassen versteht, eine adäquate Musik geschrieben. Natürlich ist der Geist des Jahrhunderts und der Geist Rossinis überall lebendig. Aber die Koloraturen, die Moses zu singen hat, sind naturgemäß von anderer Art als die scherzhaften gesanglichen Kapriolen des Doktor Bartolo in Rossinis bekanntester Oper, dem ״Barbier“. Die Hauptfiguren wahren grundsätzlich den Gesangsstil des Oratoriums und decken damit zugleich die opernmäßige Schwäche des Werkes, seine mangelnde Dramatik, auf; ein Fehler, welcher in der hervorragenden Florentiner Aufführung jedoch kaum zur Geltung kommt. Es ist das Verdienst des Regisseurs Carl Ebert, der durch meisterhafte Bühnenbilder (Prospekt des Roten Meeres!) und lebendig dramatische Gestaltung der Massenszenen den Rahmen geschaffen hat, in dem die Schönheiten der Partitur erst im richtigen Klangbild erscheinen. (Lediglich in der sonst eradezu raffiniert durchgearbeiteten Schlußszene wird nicht cutlich, daß die Juden gerettet und die Aegypter von den Wogen verschlungen werden.) Musikalisch enthält das Werk Höhepunkte des Rossinianischen Schaffensgeistes, wie überhaupt Perlen des italienischen Bel-Canto: besonders in der Anrufung Gottes zu Anfang der Oper, in den jeweils großartig gesteigerten Finale-Chören der einzelnen Akte und in dem herrlichen Gebet am Strande des Roten Meeres. Die Aufführung unter der äußerst präzisen Leitung Vittorio Otii's, mit einer Dar- Stellung des Moses von schier michelangeleskcin Format (Tancredo Pasero), verhalf dem Werk zu einem gewaltigen und eindeutigen Erfolg. Nach dieser würdigen Einleitung läßt sich für die Fortführung der diesjährigen Florentiner Maifestspiele das Beste erhoffen. Dr. Gerhard Herz Der Fall Jacob Epstein. Aus London wird uns berichtet: Der berühmte Bildhauer Jacob Epstein hat mit seiner letzten Ausstellung in London besonderes Aufsehen erregt. Ausgestellt sind da u. a. Büsten von Bernard Shaw, von Chaim Weizmann, Lord Londonderry, aber nicht auf diese Köpfe konzentriert sich die allgemeine Aufmerksamkeit, sondern auf eine riesige Figur aus weißem Granit: ein Kopf mit einer Dornenkrone, zwei Erbarmen erregende Augen, die Unterlippe kraß vom Schmerz verzogen, scharfe Kinnbacken, zwei Hände mit einem Strick zusammengebunden, — und das Ganze heißt: Ecce homo. Nicht nur die Kritiker, Anhänger und erbitterten Gegner diskutieren seit Wochen über die gigantische Statue. Geistliche predigen in den Kirchen dafür und dagegen, und selbst im Unterhaus ist der Innenminister angegangen worden, die Ausstellung zu verbieten. Neuerdings hat sich auch Sir Herbert Samuel zu dem Fall Epstein geäußert: in seinen kleineren Arbeiten sei Jacob Epstein genial, aber schon die große Statue, die seit vielen Jahren im Hydepark steht, und von ״Kunstfreunden“ öfter beschmiert worden ist, sei anfechtbar. Samuel schlägt vor, die Regierung solle künftig das Grüne rings um die Statue ungehindert wachsen lassen, damit sie mit der Zeit völlig verdeckt werde. Sir Herberts Attacke wird nun gleichfalls heftig diskutiert, und auch Epstein selbst hat darauf geantwortet: Er habe bisher nicht gewußt, daß Sir Herbert auch auf dem Gebiet der Kunst eine ״Autorität“ sei. Zwei Statuen von Epstein, die auf dem ursprünglich der Britisch-Medizinischen Gesellschaft gehörigen Gebäude in London (Strand) angebracht sind, sollen jetzt, nachdem die Regierung von Siid-Rhodesia dieses Gebäude erworben hat, entfernt werden. Dagegen protestiert in der ״Times“ vom 10. Mai eine Reihe der angesehensten Kunstsachverständigen und Direktoren des Londoner Viktoria- und Albert-Museuins. ln der Zuschrift heißt es: ״Wenn die Statuen entfernt werden und wenn sic dabei irreparablen Schaden erleiden, wird unsere Generation von der Nachwelt des schweren Vandalismus beschuldigt werden.“ I!>*•111.1 betrachtete ihn. Es war so viel Junges in ihm; die Augen hatten den frohen Ausdruck. Er mußte wohl ein stets Empfangender sein. Wie sollte man sich sonst diesen Blick erklären? Gibt es solche Menschen, die stets vom Leben empfangen? Stets empfangen? lledda stand arm daneben. Fehlinger deklamierte inzwischen. Es war griechisch. Soviel verstand liedda. Die Sätze wurden rhythmisch schreilende Klänge. Nicht nur, daß die Stärke und Länge der Silben dieses Schreitende und Bewegende erzeugten, auch die Ton färbe des Vortrags trug den Sinn der Morte und die M'uchl des Sprechenden. Als Fehlinger geendet hatte, sagte er: .,Wirkt nicht schon die Sprache? Es war der Anfang der Ilias. Achilleus ist in Zorn entbrannt gegen Agamemnon, der ihm die Sklavin Briseis geraubt. Jlahen Sie nicht den Zorn herausgehört? Es ist das Wunderbarste, daß wir die Gabe haben; einen Sinn zu fühlen, ihn nicht erst aufhauen zu müssen. Einen Sinn fühlen, erfühlen, er ist da, in uns, über uns! Wie reich sind wir!“ Hedda fiel ein: ״Ach Gott! Die Kunst ist lang —“ ״Laß den Faust“, rief Madelaine und sprang auf. ,,Du mußt singen. Sie hat diesen Nachmittag hier geübt. Ich habe begleitet. Sie singt Schubert“ Alles lief ins Musikzimmer, Hedda wurde mitgeschleppt. Madelaine griff in die Mappe. Sie stellte die Notenblätter auf den Ständer. Sie hatte sich vergriffen. Es waren Psalmen von Dvorak. Hedda sang. Die Stimme war stark, die Ausbildung mangelhaft, aber das überhörte man. Hedda hatte eine eigentümliche Vortragsbegabung. Worte und Ton verbanden »ich eindringlich. Man wehrte sich nicht. Man wurde mitgenommen. Man ließ sich milnehmen. An den Wassern Babylons Saßen wir und weinten — Es war erschütternd, wie Dvorak dieses Weinen hören ließ. Die erste Silbe brach sich und sank ab in schwerem Moll. Wenn wir an Zion gedachten. Gedachten — dieses Gedenken verlor sich in viermal aufgerissenem Schmerz. So ging die Melodie weiter mit den Worten des Psalmes, bis es zum Ausdruck kam, zu dem Bekenntnis kam: Jerusalem, wenn ich je dein vergoß’, Jerusalem — — Der Landkauf des Propheten Jeremias (Zu diesem Schabbat) In diesem Schaltjahr am Schabbat ״Behar“ wird als Prophetenabschnitt Kap. 32 des Jeremias Vers 6—27 gelesen. Wenn das Wort ״zionistisch“ einer Steigerung fähig wäre, so ist wohl dieses Kapitel als das zionistischste im ganzen Tenach zu bezeichnen, weil es aus der Situation! der tiefsten V o I ks not die höchste Prophezeiung für die glücklichste Zukunft im Lande der Väter enthält. Der ge- Schichthöhe Moment, in welchem die Prophetenrede stattfand, ist der Zeitpunkt unmittelbar vor der Zerstörung der heiligen Stadt durch die Babylonier. Jeremias war wegen seiner gefährlich erscheinenden Reden vom König Zidkia im Gefängnis des Schlosses interniert worden. Da erging an ihn, der, im Gefängnis schmachtend, stündlich den Fall vor Augen sah, der göttliche Befehl, er solle von seinen Verwandten das Stammgut der Familie zurückkaufen. Abgesehen von dem rechtshistorisch interessanten Detail der Art des Vollzugs dieses Grundstückskaufes, den der Prophet auf göttliches Geheiß sofort durchführt, erregt unsere Aufmerk• samkeit der ungeheure Widerspruch, der zwischen dem bevorstehenden Fall der Stadt und dem befohlenen Kauf des Stammgutes liegt. Nach einem Loblied für Gott, in welchem in ganz kurzen Strichen die Geschichte der Inbesitznähme des Landes und der Verwirkung dieses Besitzes durch eigene Schuld des Volkes geschildert wird, schließt der Prophet mit dem Aasdruck der Verwunderung, welchen Sinn es bedeute, daß in dem Augenblick, in welchem die Stadt vom Feinde mit Sturmmaschinen berannt wird, ihm befohlen wird, ein Grundstück in aller Rechtsform zu erwerben. Die den Text der Haftara abschließende göttliche Antwort lautet: ״Ich bin der Herr. Sollte etwas für mich zu wunderbar sein?“ Aber schon vor dieser Antwort berichtet der Prophet von der an ihn ergangenen göttlichen Verheißung im Vers 15: ״Es werden einst wieder Häuser, Felder und Weinberge in diesem Lande gekauft werden.“ Bedarf es in unserer Zeit einer Erklärung für diese ebenso eigenwie großartige Prophezeiung, in einer Zeit, in der nach Jahrhunderten der Verödung des Landes und noch nach den Wirren und Zerstörungen des Weltkrieges so ganz buchstäblich das Land Israel wieder neu ersteht und der Landerwerb dort tiefste Sehnsucht und heißester Wunsch der Gaiuth geworden ist? Der göttliche Befehl aber, welcher dem Propheten zur symbolischen Handlung des Landkaufes erteilt wurde, möge heute als an das ganze Volk Israel ergangen aufgefaßt una vollzogen werden, damit erfüllt werde, was dieses Prophetenwort gekündet. Dr. E. Frankel (München) ״Hawa naschfra“ (Auf! Laßt uns singen!) Ein jüdisches Liederbuch ist erschienen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Bedürfnis nach systematisch geordnetem Stoff für den jüdischen Musikunterricht Rechnung zu tragen. Das progressiv gehaltene Werk von Dr. Jos. Jacobsen, Hamburg, una Erwin Jospe, Berlin — zwei erfahrenen langjährigen Fachleuten — enthält auf fast 250 Seiten nicht nur die bekanntesten hebräischen, deutschen und Jargon-Lieder, sottdern darüber hinaus neben einem ausgezeichneten systematisehen Teil zahlreiche interessante Volksweisen, die noch nicht in Sammlungen enthalten sind (Verlag Anton J. Benjamin A.-G., Leipzig). Das Buch trägt infolge seiner großen Mannigfaltigkeit mit Recht den Untertitel ״Für Unterricht, Bund und Haus“, denn der Lehrer findet in ihm Fingerzeige für einen planvollen Musikunterricht, die Bünde viele neue Lieder und das jüdische Haus eine glänzende Anregung zur Musikpflege im engsten Kreise. Das Buch vereinigt den Stoff für alle Klassen in einem Bande unter drei großen Hauptabschnitten (I. Mensch; II. Natur; III. Gott). .."י ....... 0 Billige Kuren an den heißen, hochrad. Thermen BAD TEPLITZ-SCHÖNAU bei Gidht, Rheuma, Ischias Auskunft: Städtische oder Clarvsche Kurdirektion V————...1■.■I.mJ Es w ar unsagbar, was in diesem Wort an ersterbendem Schmor« lag, an Schmerz, der nicht länger inehr ertragen werden konnte, unmöglich ertragen werden konnte, O- Der Klageruf O —, dieser eine Vokal wurde liingerufon, ballte und hallte in einem Ton, bis er lief einsank in Hm Morte — so vergesse du auch meiner. Man war versunken und begraben. — Man war mit diesem Jerusalem versunken und begraben. —■ Stille folgte dem Gesang. Beklemmung lag filier allen. Fehlinger war erblaßt. Er sah nieder. Er sprang auf. Er eilt« auf Hedda zu. Er nahm ihre Hand. Er küßte die IlanT. I r biitle Hedda umschlungen, wenn die Beherrschung in ihm nicht stärker gewesen wäre. Die anderen empfanden es durchaus angebracht. Es bewirkte die Auslösung, deren sie bedurften. ״Fräulein Bessingcr, Fräulein Hedda“, sagte Fehlinger. ״Sie haben uns in unser Antlitz schauen lassen. Sie und Dvorak. Dieser Tscheche hat den Acker der Worte gepflügt, aufgerissen. Unsere Tränen können gesät werden. Es ist eine traurige Saat, aber die Ernte, die Ernte wird ein unendliches Glück sein.“ Beim Aufbruch nahm Herr Julien Dr. Fehlinger beiseite. ״Die Minute ist da“, sagte Herr Julien sehr freundlich. Dr. Fehlinger begriff nicht ganz. ״Sie, Sie selbst haben das Geheimnis ausgesprochen. In uns, über uns einen Sinn erfühlen. Ich drücke es anders aus. Ehe Moses starb, sagte er: ,In Eure Hand lege ich Segen und Fluch. Wählt den Segen‘. Ich weiß, in meiner Hand liegt es, liegt alles. Soll ich da nicht froh sein, was auch kommt? In meiner Hanrl liegt es ja, daß alles zum Segen sei. ln diesem Abend war kein Zufall, Herr Doktor. Wenn es einen Gott gibt, gibt es keinen Zufall. Wenn es einen Sinn gibt, gibt es keinen Zufall. Auch über diesem Abend lag ein Sinn. Warum sollten wir nicht den Segen wählen?“ Und Herr Julien hatte wieder dieses freundliche Lächeln, das keiner verstand als er und sein Gott. Fehlinger und Norbert Levi begleiteten Hedda. Es war »ehr spät geworden. Vom Turm der Dreifaltigkeitskirchc kamen zwölf Schlage. (ForU«Ua1>g («>«*)

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