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Jüdische Rundschau · 1935-05-17 · Heft 40 (17.5.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 40 (17.5.1935)
Date
1935-05-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 40, 17. V. 1935 Das Berner Urteil Die ״Protokolle“ als Fälschung: und Plagiat erkannt Im Berner Prozeß um die ״Protokolle der Weisen von Zion“ hat Gerichtspräsident Meyer Dienstag nachmittag■ das Urteil verkündet, in dem Urteil wird erklärt, daß die sogenannten ״Protokolle“ eine Fälschung und ein Plagiat darstellen, das unter die nach dem Bemer Gesetz über das i.iclitspielwesen und Maßnahmen gegen die Schundliteratur verbotenen Sctiriften fällt, da sie geeignet seien, Unruhen gegen einen Teil der Schweizer Bevölkerung hervorzurufen. Die Expertisen des Obergutachters C. A, Loosli und des Gutachters Professor Dr. Baum garten werden in dem Urteil vollständig anerkannt, die Expertise des Gutachters Fleischhauer hingegen verworfen. Der Beschuldigte Theodor Fischer wurde zu 50 Franken, der Beschuldigte Silvio Schnell zu 20 Franken Geldstrafe verurteilt. Der Richter betonte hierbei, er habe die Strafen absichtlich so mild bemessen, weil er keine M :1 r t v r e r schäften wolle. Die übrigen drei Angeschuldigten Haller, Dr. Mever und Aebersold wurden infolge unzureichender Beweise f r c i g e s p r o c h en. Ihnen wurde eine Fntschädigung von 400, bzw. 200 und 50 Franken «!erkannt, f ine Konfiszierung der ״Protokolle״ leimte der Richter mit der Begründung ab, daß eine solche Maßnahme zwecklos wäre, da sich seine Kompetenz nur auf Bern, nicht aber auf die gesamte Schweiz erstrecke. Die Verurteilten haben gegen das Urteil Berufung eingelegt. in einer persönlichen 1’ r k 1 ä rang befaßte sich der < 1 e r i c 11 t .ק י r a s 1 <1 e 111 mit einer Beschwerde, die Gutachter 1־lersohlutier heim Schweizer Bundespräsidenten erhoben hat, weil der (ierichtspräsident agrecsive Aeußeriuigen des Ohergutaditers l.oodi nicht zuriiekgewiesen habe. Der Gerichtspräsident erklärte, er bedauere es, daß sich Herr Fleischhauer in dieser Angelegenheit nicht an ihn persönlieh gewandt hat. Wäre er auf diese Aeußerungen des Obergutaditers aufmerksam gemacht worden, und hatte er festgestellt, eiaß die Beschweide berechtigt ist, so hätte er gewiß sein Bedauern über die beanstandeten Aeußerungen ausgesprechen. Der Richter stellte weiter fest, daß die Ausgabe der ,,Protokolle“ vom Jahre!031, die Gegenstand des Verfahrens war, jeglicher Grundlage entbehre. Aber auch die nach den Oktober-Verhandlungen des Jahres 1031 veranstaltete N e u a u s g a b e sei u 11 h a 11 h a r. Was die deutsche Presse sagt Die deutsche Tagespresse hat über den Verlauf des Bemer Prozesses und das Urteil mehr oder minder ausführlich berichtet. Zu dem Urteil seihst bemerkt das ״Deutsche Nachrichtenbüro“: Bei dem Berner Zionistenprozeß hat es sich urn eine rein schweizerische Angelegenheit gehandelt. Verurteilt wurden Schweizer Staatsbürger, weil sie die ״Protokolle der Weisen von Zion“ vertrieben hatten, die vom Bestehen einer geheimen jüdischen Weltregierung ausgehen. Trotzdem ist der Verlauf des Prozesses auch in Deutschland mit Aufmerksamkeit verfolgt worden. Das Urteil hat nach dem Prozeßverlauf, in den! die jüdischen Zeugen tagelang in breifester Form gehört, die der Beklagten aber angelehnt wtirden, aber auch nach der Art, wie die Sachvcrständigen-Gutachten bewertet worden sind, nicht überrascht. Daß der Richter vor Eintritt in die Spruchverhandkmg eine Ehren- Erklärung gegenüber dem deutschen Sachverständigen abgeben mußte, spricht für sich. Zur Entscheidung stand nicht die Echtheit oder Ihieehtheit der ״Protokolle", über die das Amtsgericht nach den Beweisau! wand nicht befinden konnte, und 'über die allein die historische Forschung zu entscheiden hat, sondern nur die Frage, ob die von den Beklagten verbreiteten Aufrufe und Veröffentlichungen unter den Artikel U des Berner Gesetzes über die Schundliteratur fielen.. Der ״V ö 1 k i s 1• 1! e B e u h a c 11 < c r“ bringt eine längere Besprechung des Urteils, in der es zum Schluß heißt: ״Im übrigen ist es noch wichtig, festzustellen, daß das heutige Urteil keines« egs einen Schluliptinkt bedeutet, vielmehr kann man mit Recht sagen, daß der Kampf um die Protokolle jetzt erst recht beginnen dürfte.“ A Der letzte Verhandlungstag lieber den Schluß der Verhandlung des Gerichts wird ttns berichtet: Der Verteidiger des Auge,schuldigten Silvio Schnell, Rechtsanwalt R u e f, führte am 13. Mai in seinem Plädoyer, nachdem er die Freisprechung seines Klienten, die Verurteilung der Privatkläger, die Verteidigungskosten für Silvio Schnell zu übernehmen, und Uebernahme der Kosten des Verfahrens durch den Staat beantragt hatte, u. a. aus, dieser Prozeß habe eine Bedeutung gewonnen, die über die schweizerischen Grenzen weit hinausgeht. Er verabscheue jede Ungerechtigkeit gegen die Juden und wolle sich daher vor allem mit der rein rechtlichen Seite des Prozesses befassen. Der Verteidiger vertrat den Standpunkt, daß es Sache der Kläger gewesen wäre, die Falscnung der Protokolle nachzuweisen. Dies sei nicht gelungen, vielmehr müsse die Frage der Fälschung als ungenügend geklärt angesehen werden, weil die von ihm vorgeschlagenen Zeugen nicht vernommen wurden und die Aussagen verschiedener Zeugen ln der Oktober-Verhandlung zu kritisieren seien. Gegenüber Antisemitische Studentemmruhen in Rumänien Bukarest, 15, Mai. (JTA.) Bei der Wiedereröffnung der Bukarestcr Universität, die einen Monat lang wegen antisemitischer Exzesse geschlossen war, ist es abermals zu j ude n feindlichen Kundgebungen der Hörer der medizinischen Fakultät gekommen. Die Studenten stießen judenfeindliche Rufe aus und belästigten jüdische Passanten in der Umgebung der Universitätsgebäude. Daraufhin wurde sofort die neuerliche Schließung der Universitat angeordnet. Der Unterrichtsminister hat für den 23. Mai eine Konferenz, der Rektoren aller rumänischen Universitäten elnbcrufen. in dieser Konferenz soll ein neues Universitätsregiement beschlossen werden, durch das die Aufrechterhaitung der Ordnung und die Verhütung neuerlicher Zwischenfälle gesichert werden soll. den dem Gutachter Fleischhauer gemachten Vorwürfen erklärte der Verteidiger, es sei möglich, daß dem Gutachter gewisse Fehler und Unterlassungen unterlaufen seien, da die ihm für die Ausfertigung seines Gutachtens gestellte Frist zu kurz gewesen sei. Der Beschuldigte Silvio Schnell habe bei der Verbreitung der ״Protokolle“ in gutem Glauben gehandelt. Die Ausführungen der Parteienvertreter wurden sodann mit einer von Rechtsanwalt Brunschvig verlesenen Erklärung folgenden Inhalts abgeschlossen: ״Die Privatklägerschaff bestreitet die gegnerischen Ausführungen, verrichtet aber ausdrücklich auf eine Replik, da sie anläßlich der ersten Parteivorträge die Frage erschöpfend und ausgiebig behandelt hat.“ Nunmehr erhielten die Angeklagten das Schlußwort. Der Angeklagte Aebersold stellte den Antrag aut Freisprechung unter Zubilligung einer Entschädigung, da er mit der ganzen Sache nichts zu tun habe. Der Aneschuidigtc Haller bedauerte es, daß sein ehemaliger undeskamerad Theodor Fischer nicht zu den Verhandfungen erschienen sei. Er habe Fischer darauf aufmerksam gemacht, daß er sich mit dem inkriminierten Aufruf ״An alle heimattreuen und blutbewußten Eidgenossen I“ nur in dem patriotischen, nicht aber in dem antisemitischen Teile einverstanden erklären könne. Er, Haller, lehne eine Sprache, wie sie in dem Bundesorgan ״Der Eidgenosse“ geführt worden sei, ab. Er habe seine Funktionen in dem Bunde schon früher niedergelegt und müsse Klage darüber führen, daß er überhaupt in dieses Verfahren hineingezogen worden sei. Dadurch, daß man ihn in diese Angelegenheit verwickelt habe, sei ihm auch persönlicher Schaden erwachsen. Resume des Vorsitzenden Der Gerichtspräsident Meyer faßte vor Verkündung des Urteils den Tatbestand der Strafklage in einem Resu me zusammen. Er führte u. a. aus: Ein Beweis dafür, wer das Manuskript der ״Zionistischen Protokolle“ 1901 gefunden habe, ist im ganzen Verfahren nie erbracht worden. Nicht bekannt sind ferner die Namen und der Ort der Agenten und der Uebernahme der Protokolle auf dem Wege nach Frankfurt a. M., der neuen Version des Echtheitsbeweises. Bewiesen aber ist durch sämtliche Zeugen und Experten, daß die ״Zionistischen Protokolle“ ab geschrieben sind von den ״Dialogucs“ des Maurice Joly bis zu einem Grade, der im höchsten Maße der Wahrscheinlichkeit nahekommt, zu dem Zwecke, am Zarenhofe Stimmung gegen die Juden zu machen. Seit 1921 ist das bekannt. Ich denke, daß die Herausgeber der ״Zionistischen Protokolle“ auch von dem Artikel Graves in der ,,Times“, der das Plagiat enthüllte, Kenntnis hatten. Bis zur 15. Auflage der ״Zionistischen Protokolle“ wurde Joly totgeschwiegen. In der 16. Auflage 1935 wurde nun Joly als Jude bezeichnet. Wäre er dies auch gewesen, so ist damit nicht bewiesen, daß seine ״Dialogues“ etwas anderes waren, als ein Pamphlet gegen Napoleon III. Die Protokollbefürworter wurden also durch diesen Pro- 7c ß zur Anerkennung Jolys als ״Mitarbeiter“ der ״Zionistischen Protokolle“ gezwungen. Es wurde weiter versucht, die Urheberschaft der ״Zionistischen Protokolle“ auf Ach ad Haam zurück/ufiihren. Es mögen sich die Zeugen in einzelnen Punkten geirrt haben, aber in bezug auf Achad Haam waren sich die Zeugen vollkommen einig: daß nämlieh Achad Haam als Verfasser der ״Zionistischen Protokolle“ nicht in Betracht kommen kann. Auch die These vom gleichzeitig mit dem Baseler Zionistenkongreß stattfindenden Bne Brith - Kongreß ist nicht bewiesen. Es ist gelungen, Teilnehmer des Zionistenkongresses ausfindig zu machen — sie haben hier ausgesagt —, aber kein Teilnehmer fand sich vom Bne Brith-Kongreß. Basel war 1897 noch so klein, daß die Presse einen solchen Geheimkongreß unbedingt erfahren hätte. Außerdem dürfte die Bne Brith kaum so dumm gewesen sein, gleichzeitig mit dem Zionistenkongreß in der gleichen Stadt einen Geheimkongreß abzuhalten. Dann wurde als Beweis für die innere Echtheit der ״jüdische Geist“ angeführt. Ich weiß nicht, was der Talmud ist, Oberrabbiner Dr, Ehrenpreis hat gesagt, daß die deutsche Uebersetzung des Talmud 36 Foliobände umfasse. Die ״Protokolle“ umfassen 57 Seiten. In diesen 57 Seiten soll nun der Geist des Talmuds verkörpert sein? Mit Zitaten kann man alles beweisen. Ich stelle fest, daß ein Beweis dafür, daß die ״Zionistischen Protokolle“ echt sind, nicht erbracht wurde. Zwischen dem Schlußwort der Auflage von 1924 und der neuen Auflage von 1935 der ״Zionistischen Protokolle“ sind 36 Abänderungen feststellbar. Diese gemilderten Anwürfe gegen die Juden scheinen auch auf den Berner Prozeß zurück- Zufuhren zu sein. Wir haben in der Schweiz 0,6<V0 Schweizer Bürger jüdischer Konfession, die genau 90 unter dem Schutze des Gesetzes stehen, wie alle anderen Schweizer Bürger, In Uebereinstimmung mit den Gutachtern Loosli und Baumgarten komme ich also zur Ucber/eugung, daß die ״Zionistischen Protokolle“ unter den Art. 14 (Schundliteratur) fallen. Ich muß also die Schlußfolgerungen des Gutachters Fleischhauer ablehnen. Der ״Aufruf heimattreuer und blutbewußter Eidgenossen“ enthält ebenfalls einen Abschnitt, der geeignet ist, Haß und Feindschaft gegen unsere jüdischen Mitbürger zu säen. Eingeklagt sind noch verschiedene lnserate im ״Eidgenossen“. Auch diese Inserate und Artikel wollen Haß und Feindschaft gegen die Juden erregen. Sie verstoßen jedenfalls gegen Art. 14 des Gesetzes über das Lichtspiehvesen und die Schundliteratur. Die Berufung auf die Pressefreiheit kann hier nicht beansprucht werden. Straßenumbenenn ungen Wie die ״Fränkische Tageszeitung“, Nürnberg, berichtet, sind in Fürth verschiedene Straßen um benannt worden, die bisher Namen jüdischer Persönlichkeiten getragen hatten. ״In Fürth“, so schreibt das Blatt, ״will kein Mensch etwas von einem Herrn ,Sigmund Nathan', ,Berlin‘, ,Bendit‘ (müßte ia wohl eigentlich ,Bandit‘ heißen), ,Berolzheimer‘, ,Barnberger‘1 ,Neumann‘ und ,Königswarter' mehr wissen, um nur einige aus der Reihe der ehemals so ,wohltätigen‘ israelitisehen Mitbürger zu nennen, Uebrigens kennen wir die licbräische Wohltätigkeit recht genau. Auf sie paßt das Wort: ,Er gibt mit einer Hand, stiehlt zehnfach mit der andern.‘... Das war ein Stadtratsbeschluß, der aufs freudigste zu begrüßen ist! Fürth ist nunmehr wieder einen Schritt weiter in der ,ludenreinigung*, wenigstens von den Straßenschildern sind die Juden verschwunden.“ Aus Herzls Geburtsstadt Von unserem Berichterstatter Budapest, 13. 5. 1935 Der 75. Oeburtstag Herzls war in Herzls Oeburts* stadt Anlaß zu einer besonderen Feier, bei der auch die 240• nistischen Verbände der Nachbarländer in Ungarn vertreten waren. In den Plakaten, mit denen die Ungarländische Zionistische Vereinigung an den Anschlagsäulen zu der Veranstaltung eingeladen hatte, hieß es, daß nach der in kurzer Zeit bevorstehenden Ueberführung der Gebeine Herzls nach Paiästina nicht mehr das leere Grab Herzls in Wien die Wallfahrtsstätte der Zionisten sein würde, sondern daneben müßte die Geburtsstätte Herzls in Budapest treten. Der große, neue, nach Goldmark benannte Festsaal der Pester Isr. Kultus gemeinde, der sich samt dem Gebäudekonip!ex des Heldentempels sowie des Jüdischen Museums an der Stelle von Herzls Geburtshaus befindet, konnte kaum einen Teil der Menge fassen, die sich zu dieser Weihestunde eingefunden hatte. Es waren wieder die Massen, das Volk, das Herzl huldigte, nicht die Prominenten, die geistigen und geistlichen ״Führer“. Auch die Provinz war stark vertreten. Nach einleitenden hebräischen Gesängen des Jugendchores begrüßte der Vorsitzende, Dr. Julius Mi kl 6s, die erschienenen Vertreter der benachbarten österreichischen, siebenbür gischen, tschechischen und polnischen Landesverbände u. a. Die Festreden hielten Redakteur Josef Patai, dessen hcbräische Worte von einein großen Teil des Publikums offensichtlich verstanden wurden, und der Präsident des Zionistisehen Landesverbandes Oesterreichs, Dr. Oskar Grünbaum, Wien, der besonders akklamiert wurde, als er die Grüße der Jüdischen Gemeinde Wien (die bekanntlich unter zionistischer Leitung steht) überbrachte. Dr. Grünbaum gedachte vor allem der Mutter Herzls, deren Andenken die Frauen Ungarns jetzt durch einen Keren Kajemeth-Hain ehren wollen, und würdigte sodann Herzls historische Rolle. Minutenlanger Applaus folgte seinen Ausführungen, worauf die Rezitatorin Lilly H o 11 a n aus dem jüngsten Herzl-Buch Patais ״Die letzten Stunden Herzls“ vortrug, tiefe Rührung hervorrufend. Mit hebräischen Gesängen und dem Absingen der Hatikwah endete die ein* drucksvolle Feier. Abends fand im Herz.l-Saal der Zionistischen Organisation ein Festessen statt, an dem zirka 200 Personen teilnanmen und zahlreiche Trinksprüche gehalten wurden. Dr. Josef Pa tai machte die Mitteilung, daß auf einem an ihn gerichteten Schreiben des Hofrats Samuel Stern die Pester Kultusgemeinde für den Bialik-Fonds 50 £, für Zwecke der Hebr. Universität aber 100 £ gespendet habe, im Anschluß daran Wirde beschlossen, anläßlich des Herzl-Jubiläums an die Geinrinde mit dem Ansuchen heranzutreten, sie möge am Gebäude des Jüdischen Museums das vom Bildhauer A. Gär* dos geschaffene Herzl-Relief anbringen lassen, das umrahmt von dem hebräischen Wahlspruch Herzls ״Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen“, rechts dessen Geburtshaus samt den Konturen der benachbarten Hauptsynagoge, links aber 8dn Werk: Den Aufbau der Jüdischen Heimstätte, darstellt Dr. A. F. Schilder an Dorfeingängen Am 12. Mai fand auf dem Taubenberg bei Holzkirchett (Oberbayern) ein Bauernthing statt, bei dem u. a. Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner das Wort ergriff. In der Münchener Ausgabe des ״Völkischen Beobachters“ wird ausführlich über die Ausführungen des bayerischen Staatsministers des Innern berichtet, es heißt darin H. a..־ ״Eines aber tue vor allem not: Wir müssen sorgen, daß unser Blut sauber bleibe. Zu seiner großen Freude habe er auf seiner Fahrt zum Taubenberg in verschiedenen Dörfern Schilder mit der Inschrift ,Juden sind hier unerwünscht‘ getroffen. Viel Not und Eiend habe diese Rasse über uns gebracht. Gott sei Dank sei endlich die Zeit um, in der der Jude dem deutschen Bauern den Hals timdrehen könne. Und die Kraft, die dank unseres Blutes in unserem Volke ruhe, wollen wir nie zersetzen lassen.“ * Wie uns mitgeteilt wird, sind in der Gemeinde Butten• wiesen (Bezirk Wertingen) Schilder an den Ortseingängen angebracht worden mit der Aufschrift ״Juden sind hier unerwünscht“. Der Ort hat eine aus ungefähr 25 Familien bestehende jüdische Gemeinde. Auch in anderen Ortschaften desselben Bezirks sind ähnliche Schilder angebracht worden. Es wird uns mitgeteilt, daß in bayerischen Alpenorten (Garmisch, Mittenwald, Starnberg usw.) Schilder angebracht sind: ״Hier sind Juden nicht erwünscht“. Die Schilder beginnen bereits auf den Autoausfallstraßen von München. IN ALLER KURZE Das französische Mitglied der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes, M. Merlin, früherer Oencralgouverneur von Indo-China, ist gestorben. Merlin hatte sich als Mitglied der Mandatskommission, der er seit mehr als neun Jahren angehörte, mit den Fragen des Jüdischen Nationafheims in. Palästina mit großem Interesse beschäftigt. Der Leiter des politischen Departments der Palästina- Exekutive der Jewish Agency, David Ben Gurion, 1s* am 14. Mai in New York eingetroffen. Sämtliche jüdischen Zeitungen Polens haben anläßlich des Todes Marschall Pil sudskis Trauer- und Gedenknummern veröffentlicht. Der KJub der j ii d i s c h e n A b g e o r d ■ neten im polnischen Sejm hat an Ministerpräsident Slawin eilt sehr herzlich gehaltenes Beileidstelegramm gerichtet. Aus Brasilien sind 50 aus Deutschland stammende Juden nach Belgien zurückgekehrt, die nicht imstande waren, sich dort eine neue Existenz zu gründen. Die belgische Regierung hat ihnen jedoch die Landung auf belgischem Territorium nicht gestattet, da die meisten von ihnen dm Ueberfahrt nach Brasilien aus anderen Ländern als Belgien angetreten hatten. In Kabul (Afghanistan) kam es am Peßach-Vorabend zu antijüdischen Unruhen. Die mohammedanische Bevolkerung beschuldigte die Juden, drei Kinder geraubt zu habe״, die jedoch später aufgefunden wurden. Es fand eine pohzet* liehe Durchsuchung ■der jüdischen Häuser statt und die judische Bevölkerung wurde gezwungen, der Polizei zum Schutz große Summen zu zahlen. Am 10. Mai wurde die Sammlung der englischen Jjjdcm• heit zugunsten der notleidenden Juden Pole 11 s erottn ■ 11 ai 11 st - ci j ri 11! eit er: Dr. Robert W e 11 s c h, Berlin-Chor lottenburg *• Stellvertreter: Kurt Loewenatein, Berlin W 15. Anirigerileiterm und verantwortlich fiir den Inhalt der Anzeigen: Rut F0 3c 11 e 6 Berlin W 30, Gültig: Anzeigen-Preisliste 2 vom 1. Januar Verlag und Anzeigen Verwaltung: jüdische Rundschau, Berlin " *־' Mcinckcttr. 10. D.-A. April 34 914 — Druck: Siegfried Scholen», Berlln-SchSnebcrg.

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