Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 38 (10.5.1935)
- Date
- 1935-05-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2651273-2653827-2653863--26822-2688227- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 38, 10. V. 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 3 Briefwechsel über die Judenfrage Die Stellung des amerikanischen Schriftstellers Theodore Dreiser Diskussionen über die Judenfragc sind in den letzten Ywei oder drei Jahren überall in der Welt entbrannt. Meist beteiligen sich daran Menschen, die erst durch Vorgänge der jüngsten Geschichte auf die Existenz einer Judenfrage aufmerksam geworden sind und nun in dieser oder jener Riehtiing ein vorschnelles Urteil bilden, geleitet von Gefühlen der Sympathie oder Antipathie, die mit persönlichen Erlebnissen zusammenzuhängen pflegen.• Selten erhebt sich einer dieser Beurteiler zu einer Würdigung der objektiven Judenfrage, bei der nur ein umfassendes sachliches Material die Grundlage bilden kann. Es rächt sich die Tatsache, daß die große Mehrheit der Juden von der Judenfrage nichts wissen wollte und daher weder sich selbst, noch die öffentliehe Meinung ihrer Länder mit dem Material versorgt hat, das einer Meinungsbildung und darüber hinaus einer Besserung der unhaltbaren Zustände hätte dienen können. Das Auftauchen von Diskussionen über die Judenfrage wird auch heute noch in manchen Ländern von einigen Juden peinlich empfunden. Denn eines ist allerdings klar: für diejenigen, die an die Möglichkeit einer völligen Assimilation glauben und diese wünschen, ist das Auftauchen und Besprechen der Judenfrage eine empfindliche Störung. Die Geschichte lehrt uns aber, daß es fast niemals zu einem v ö 1 - ligen Verschwinden der Juden durch Assimilation gekommen ist. Die Assimilation gelingt immer bis zu einen! gewissen Grade, dann aber taucht die Judenfrage auf, der Fortgang des Assimilationsprozesses wird unterbrochen, und häufig tritt eine rückläufige Bewegung ein. Einzelne können verschwinden, die Judenfrage bleibt. Mit merkwürdigen Gefühlen verfolgt der jüdische Leser einen Briefwechsel, der in der liberalen amerikanischen Wochenschrift ״The Nation“ vom 17. April dieses Jahres erschienen ist und seinen Widerhall auch in der jüdischen Presse Amerikas gefunden hat. Der Schriftsteller Hutchins Hapgood, selbst Verfasser eines Buches über den ״Geist des Ghetto“, hat an den bekannten Romanschriftsteller Theodore Dreiser, Verfasser der ״Amerikanischen Tragödie“ usw., im Oktober 1Ü33 einen Brief geschrieben, worin er ihn über seine bei anderer Gelegenheit kundgegebene antisemitische Gesinnung interpellierte. Zwei Antwortbriefe von Dreiscr und zwei Briefe von Hapgood werden nunmehr, änderthalb Jahre nach ihrer Entstehung, in der Zeitschrift veröffentliche Bei der liberalen Grundhaltung der Zeitschrift ״Nation“ muß angenommen werden, daß durch diese Veröffcntlichung Dreiser bloßgestellt werden soll. Betrachtet man aber die Dinge nicht unter dem Gesichtspunkt einer Tages- Propaganda, so wird man viel nachdenklicher. In Europa hat es sich gerächt, daß manche liberale Kreise, gewiß aus den besten Motiven, jeden, der nicht die Judenfrage igno- Tieren wollte, als ״Antisemiten“ bezeichnet haben. Die Judenfrage ist aber in Wahrheit ein kompliziertes Prob I c m, über das auch Nichtjuden sich Gedanken zu machen gewiß berechtigt sind, und kein vernünftiger Jude kann verlangen, daß bei einem ehrlichen Bemühen dieser Art nicht auch manche Wunde aufgedeckt, manche Schattenseiten offen besprochen werden. Die zionisfische Ansicht geht davon aus, daß wir Juden die Mängel und Mißstände in unserer Gemein- Schaft genau so wenig zu beschönigen brauchen wie alle anderen Völker. Wir wenden uns nur dagegen, daß man bei uns nur die schlechten Dinge sehen will, bei anderen Völkern nur die guten. Wir können also auch einer Diskussion wie der vorliegenden mit Ruhe zusehen. Dreiser geht davon aus, daß der Liberalismus Gren- Ten haben müsse. Auch der liberalste Engländer würde es z.B. nicht dulden, daß England von Negern besetzt wird. Ebenso müsse sich Amerika gegen die Ausbreitung der Juden wehren. Die jüdischen Tempel, so schreibt Dreiser, nehmen in Amerika ebenso schnell zu w'ie die katholischen Kirchen, glücklicherweise seien sie künstlerisch befriedigender. In New York wohnen nach Dreiser 2000 100־ Juden, in anderen Städten sei das Verhältnis ähnlich. Die Juden seien meist Advokaten, Bankiers, Kaufleute usw. und materialistisch gesinnt. ״Ich habe“, fährt Dreiser fort, ״nichts gesagt, was einen Intelligenten Juden zum Streite herausfordern könnte. Ich sagte einfach, daß ich keinen Grund sehe, warum ein so begabtes Volk nicht gewillt sein soll, ein eigenes Land zu besetzen. Der Jude behauptet, wenn er nach Italien, Frankreich oder Amerika kommt, dann sei er ein vollblütiger Eingeborener dieses Landes. Sie wissen, daß das nicht wahr ist. Er war in Deutschland tausend Jahre oder länger und ist noch immer Jude. Er war in Amerika 200 Jahre und ist noch nicht ein reiner Amerikaner geworden. Er hält seine religiösen Dogmen und seine Rassemnerkmale aufrecht und unterscheidet sich dadurch von allen Gruppen seiner Umgebung. Daher glaube ich, daß man den Juden den Vorschlag machen Sollte, ein eigenes Land zu übernehmen.“ Hapgood wendet sich in seiner Antwort von den An- Siebten Dreisers ab. Wir werden ihm gewiß beistimmen, *׳enn er mit Entschiedenheit gegen eine ganze Anzahl von Ja Ischen Behauptungen Dreisers Stellung nimmt. So z• B. weist er dessen übertriebene Vorstellung von der Zahl «ier Juden in Amerika zurück, er berichtigt auch die Dar- Stellung ihrer Berufszusanunensetzung durch den Hinweis, *M die große Mehrheit der Juden in Amerika Arbeiter *ind und daß die armen Juden New Yorks bei weitem zahl- Jeic!!er sind als die wenigen reichen. Auch sei die Charakteristik der Juden als materialistisch usw. ungerecht, da rlicse Eigenschaft unter Nichtjuden genau so verbreitet *י־• Aber unsere Zustimmung hört auf, w0׳ der Schreiber auf die Assimilationsbereitschaft der Juden zu sprechen kommt. Wir kennen diese Art der ״Verteidigung“ der Juden gut: Als höchste Tugend der Juden E‘lt der Untergang. Das ist, so sagen wir, keine Lösung des Pfoblems. Hapgood wendet sich gegen Dreisers Behauptung, daß die Juden an ihrer Religion und ihrem Volkstum fest- *,alten. ״Im Gegenteil, eine der bemerkenswertesten Tatsachen bezüglich der Juden ist die, daß sie ihre Religion in der zweiten Generation nach ihrem Eintreffen in Amerika fallen lassen, und daß sie auch mehr als bereit wären, ihre Rasse aufzugeben, wenn die Nichtjuden das zuließen. Die Juden würden weit mehr assimiliert sein, wenn nicht die Nichtjuden sie isoliert hätten. Durch ihre eigene Haltung tun sie etwas, was das nationale und rassische Bewußtsein der Juden nur stärken muß.“ Dieser Freund also rühmt, daß wir uns selbst aufgeben; im Gegensatz hierzu hat Dreiser ״großen Respekt“ vor der Treue der Juden zu sieh selbst, will sie aber los werden. Man sieht, welche Ratlosigkeit auf beiden Seiten besteht, weil die Judenfrage nicht durchdacht und nicht von den Juden bewältigt ist. In dem darauffolgenden Brief geht Dreiser auf das Problem der Lösung der Jude!!frage ein. ״Was in Wahrheit geschehen soll, wenn die verschiedenen Völker, die jetzt mit den Juden Zwist haben, fair zu sein wünschen, ist folgendes: sie sollten eine internationale Konferenz einberufen und alle Probleme, die jetzt sowohl viele Völker, als auch die Juden bedrücken, behandeln und ein möglichst annehmbares Programm durch allscifige Mithilfe zu erreichen suchen. Es gibt keinen anderen Weg. Und die juden, zerstreut und bedrängt an so vielen Orten und in so vielen Ländern, sollten die ersten sein, dies willkommen zu heißen.“ Wie die Dinge liegen, sollten die Juden sich jetzt zusammentun und ihre Lage ebenso wie ihre Zukunft überlegen. Es gibt genug Länder und Nationen, die gew i 111 und in der Lage w ä re n, die Juden n i c h t nur mit einem völlig angemessenen Land zu versehen, sondern auch mit den A!11 c i 11 c!1 u 11 d der Ausstattung, die nötig sind, für eine er• folgreiche und rühmliche Entwicklung als Nation. Wenn sie dies aber — so schließt Dreiser — nicht London, 6. Mai. (JTA.) Auf der Delegiertentagung der Englisli Zionist Federation hielt der Präsident der Zionistisehen Organisation und der Jewisli Agency, Nahum So kolow, die Eröffnungsansprache. Er wies auf den Aufruf zur Anpflanzung des König-ücorg-Waldes hin und gab einen Ucberblick über Verlauf und Ergebnisse der Aktions-Comite- Tagung, der Wizo-Weltkonferenz, der Maimonides-Feiern in Palästina und der Bialik-Tage. Sokolow schloß seine Ausführungen. ״Das Jüdische Nationalheim ruht auf gefestigten und gesunaen Grundlagen. Zum Murren gibt es keinen Anlaß. Freilieh, wenn Murren ein Ansporn sein kann zu stärkerem Aufbau und vermehrten Opfern unsererseits, dann will auch ich zu den Murrenden gehören. Ich ■ glaube an ein größeres Jüdisches Nationalheim unter der Aegide Englands, und ich hoffe, daß diese Konferenz zu seinem Erfolg beitragen wird.“ Den Jahresbericht erstattete Rabbiner M. L. Perl zweig. Die Eriglish Zionist Federation habe nach innen ihren Einfluß zugunsten des Friedens und der Geschlossenheit in der Bewegung geltend gemacht. Mit Dankbarkeit gedenke heute die Vereinigung der Haltung ihrer Delegierten auf dem letzten Kongreß, die die Bildung der gegenwärtigen Exekutive ermöglichten. Nach Verlesung eines an den englischen König anläßlich seines 25jährigen Regicrungsjubilaums gerichteten Glückwunsch- und Huldigungstelegram m s und eines vom Privatsekretär des Königs, Sir Olive W lgrain, eingetroffenen Antworttclegramms, in dem er im Auftrag des Königs den Absendern des Telegramms und ״allen, die sich ihren Glückwünschen angesclilosscn haben“, in herzlichen Worten Dank sagt, ergriff der politische Dezernent der Londoner Exekutive, Prof. Selig Brodetsky, das Wort. Er führte u. a. aus: Die jüdische Tragödie ist heute den Beobachtern deutlicher sichtbar als in einer langen Reihe vergangener jg/itfo. Jahre. Obwohl inan vor zwei Jahren glaubte, daß die Lage sich nicht weiter verschlechtern könne, ist dies dennoch geschellen. Dementsprechend ist der Drang zur Auswanderung nach Palästina größer geworden. Zweifellos liegt in dieser Richtung die einzige Möglichkeit zu einer erfolgversprechenden Lösung des Problems. In Palästina herrscht Prosperität, aber es ist möglich, daß in dieser Prosperität Gefahren liegen. Es bedeutet eine innere Gefahr, daß Palästina manchen das Land wird, in das sie um ihres eigenen persönlichen Vorteils willen gehen wollen. Es muß klargemacht werden, daß Palästina nicht dazu da ist, den wirtschaftlichen Ehrgeiz einzelner Juden zu befriedigen. Die Juden, die Zertifikate erhalten, müssen sich bewußt sein, daß dies ein großes Privileg ist, und müssen in Palästina so arbeiten, daß sie anderen Juden den Weg nicht versperren, sondern frei machen. Diejenigen, die Investitionen vornehmen, müssen wissen, daß ihr Kapital zwar wichtig ist, daß sie aber auf Grundlagen aufbauen, die diejenigen geschaffen haben, die ohne persönliche Ambitionen in das Land gekommen sind, und daß deshalb ihr LIEBE Es sprach Dawid, der König: Id! - wie steht es um mich in dieser Welt? Ich fürchte mich mitten in der Freude, ich freue mich mitten in der Furcht, - doch meine Liebe hat beides übertroffen. Seder Eh in hu rnhhn ///. ( Ucbers ׳ו. N. -V- <dnizer ) wollen, dann müßte jeder Jude und jede Jüdin zu einer Mischehe g e z w u n g c n werden, damit sie in der amerikanischcn Gesamtheit ebenso verschwinden wie die andere Nation. — In seinem Schlußwort bezeichnet Hapgood diese Vorschlage Dreisers als völlig u n d 11 r c h f i! 11 r b a r. Man könne nicht viele Millionen Menschen in dieser Weise in ein anderes Land übertragen. Die andere Lösung aber, die Dreiser zum Schluß vorschlage, nämlich die Assimilation, sei in Wahrheit im Gange und würde noch schneller vor sich gehen, wenn der Antisemitismus sie nicht verhinderte. — Damit ist dieser Briefwechsel zu Ende, das Problem selbst aber lange nicht gelöst. Es ist interessant für uns, zu sehen, wie die Judenfrage jetzt auch in amerikanischen Kreisen besprochen wird. Der Gedanke, daß die Judenfrage nicht durch Ausweichen geregelt werden kann, .sondern einer offenen Behandhing durch die Gesamtheit der Mächte bedarf, enthält einen richtigen Kern. Die Lage der Juden ist mit der keines anderen Volkes vergleichbar. Schablonenhafte Lösungen kann es da nicht geben. Historische Entwicklungen lassen sich nicht mit einem Federstrich oder nach einer momentanen Laune korrigieren. Wenn es möglich wäre, daß die nichtjüdischen Völker mit den Besten des jüdischen Volkes in eine konstruktive Zusammenarbeit in dieser Sache eintreten, dann könnte gewiß eine große Erleichterung angebahnt werden. Kapital so angelegt werden muß, daß es weiteren Juden die Niederlassung ermöglicht. Die Frage ist, erklärte Dr. Brodetsky weiter, wie weit wir gehen können, um unserer Position eine unerschütterliche Grundlage zu geben. In diesem Punkt kann es keinen Kompromiß geben. Vom jüdischen Standpunkt aus ist die E i n w a n d e r u 11 g niemals genügend g r o ß, und es geht nur darum, wieviele Juden Palästina fassen kann. Wenn Möglichkeiten nicht voll ausgenutzt werden, sind wir im Recht, wenn wir hierüber bei der Mandatarmaeht Klage führen, Ihre Haltung hat sich, wie die jüngste Einwanderungsquote zeigt, gegenüber früher gebessert, doch muß die Exekutive auch weiterhin auf Gewährung der größtmöglichen Zahl von Zertifikaten drängen. Ich anerkenne die Hilfe, die der Board of Deputies in dieser Hinsicht geleistet hat. Die Stellung Palästinas als M a!! d a t s g e b i e t, fuhr der Redner fort, ist eine anormale. Palästina ist ein Teil des britiselten Reichs und gehört andererseits doch wieder nicht zum Reich. Infolge des Mandats kann es keine M e i s t b e g ü n ■ stigungen gewähren, und da es nicht britischer Besitz ist, kann es Meistbegünstigungen auch nicht erhalten. Aber es ist unmöglich, daß Palästina zusielit, wie sein Export sinkt, während andere Länder einen Dumpingexport nach Palästina vornehmen; die Regierung muß hier einen Ausweg finden. Prof. Brodetsky wandte sieh sodann dagegen, daß die öffent• liehen Einrichtungen Palästinas für Transportwesen, die Häfen, Post, Telegraph und Telephon mangelhaft sind, wahrem) die Regierung einen hohen Verwaltungsiibersehuß erzielt. Es gehe nicht an, daß Ucbcrsehüsse thesauriert werden, während das Land stagniert. Auch in bezug auf deii Staatsdienst und die Verwendung der Regierungsgelder sei die jüdische Position unbefriedigend. Der Präsident des Board ob Deputies, Neville L a s k i, erklärte, er stimme den Ausführungen Prof. Brodetsky zu. Einwanderung nach Palästina sei das Mindeste, was das Land bieten könne, und die I.age in Europa erfordere eine V e r s t ä r k 11 11 g der E i 1! w a n d e r u n g. I )er Board of Deputies werde seine Mitarbeit in der Einwanderungsfrage aiu 11 in Zukunft zur Verfügung stellen. Die Bodenspekulation müsse durch Regierungsmaßnahmen bekämpft werden. Weitere Ansprachen hielten f.adv Erieigh und der Abgeordnete Barnett J a n n e r, der in der Schlußsitzung den Vorsitz führte. Die Tagung faßte eine Reihe von Resolutionen, in denen der Exekutive der Zionistischen Organisation das Vertrauen ausgesprochen, stärke!e Einwanderung nach Palästina gefordert und die Bodenspekulation verurteilt wird. Von der Palästina-Regierung wird die Gewährung größerer Beihilfen für das jüdische Gcsundheits- und Erzichimgswesen verlangt. Eine weitere Resolution richtet sich gegen den Plan der Einsetzung eines Legislative Council. Ferner wird der Ab- Schluß von Handelsverträgen zwischen Palästina und den mit ihm handeltreibenden Ländern verlangt, sowie die Zucrkcnnung der Imperial Preference für Palästina-Produkte. Ein Autounglück Jackie Coogans. Aus Los Angeles wird gemeldet: Bei einem Autounglück ist Jackie Coogatt verletzt und sein Vater getötet worden. In dem Auto, das von Hollywood nach L.os Angeles fuhr, waren Jackie Coogan, sein Vater und zwei Filmschauspieler, die ebenfalls bei dem Zusammenstoß verletzt worden sind. Von Jackie Coogan hatte man seit Jahren nichts mehr gehört. Er ist jetzt einundzwan/ig Jahre alt. Nachdem Charlie Chaplin ihn 1920 entdeckt und in einer wunderbaren Rolle in seinem ersten eigenen Großfilm ״The Kid“ herausgestellt hatte, war Jackie Coogan bald zum weltberühmtesten aller Wunderkinder geworden. Er war allerdings auch der begabteste und natürliebste Schauspieler dieses ״Alters“. Sehr rasch entglitt das Wunderkind dem künstlerischen Einfluß Chaplins und machte dank seiner Begabung und auch dank seinen Managern eine hastige, ungewöhnliche Karriere. Von den Managern ist der jetzt uingekommene Vater Coogans entschieden der tüchtigste gewesen. Es war auch der Einfluß des Vaters, der Jackie bestimmte, mehrfach in Filmen jüdischen Milieus aufzutreten. Tagung der englischen Zionisten O O ^9 Vertrauensvotum für die Exekutive fr(/DECO ypGHf,^g^|