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Jüdische Rundschau · 1935-05-07 · Heft 37 (7.5.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 37 (7.5.1935)
Date
1935-05-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 37, 7. V. 1935 Palästina in der Presse Freiherr v. Rheinbaben über Palästina In der ,,Berliner Börsen-Zeitung“ veröffentlicht Staats- Sekretär a. D. Freiherr von Rheinbaben einen aus Jerusalem datierten Aufsatz, in dem er die politischen und Wirtschaftlichen Probleme Palästinas behandelt. Ausgehend von der Tatsache, daß Palästina mit einer Größe von 26 000 Quadratkilometern nur etwa ein Drittel so groß ist wie Bayern und nicht mehr als 1,2 Millionen Einwohner, darunter 800 000 Araber, höchstens 350 000 Juden und einige tausend Christen, aufweise, bespricht er die Probleme da־ Einwanderung. Freiherr von Rheinbaben wirft die Frage auf, ob der gegenwärtige wirtschaftliche Aufschwung des Landes echt sei. ״Gewifl findet sich diese Frage auf vieler Leute Lippen: Ist die so günstige Entwicklung der letzten Jahre nicht allzu schnell, zu sprunghaft und daher ungesund?“ Freiherr von Rheinbaben meint: ״Wer will angesichts des heutigen Zustandes so vieler nationaler W i r t s c h a f t s k ö r p e r, angesichts des zerrütteten Welt- Wirtschaftsverkehrs, angesichts des Chaos der Währungen eine einigermaßen begründete Prognose über ein be- Stimmte« Wirtschaftsgebiet wagen? Wie dem auch sein mag — auch eine etwa künftig einsetzende Abschwächung des Aufstieges in Palästina oder eine wirkliche Krise könnte gewisse Grundtatsachen und reale Faktoren nicht wieder umwerfen und ungeschehen machen. Der Nahe Orient ist und bleibt nach dem Weltkriege ein neu aufgeschlossenes großes Wirt.-chaft-gcbict, das durchaus nicht ohne eigene Rohstoffe ist und von einer zahlreichen, gut regierten, vorläufig iciativ bedürfnislosen Bevölkerung bewohnt wird, die mit modernsten Mitteln und Methoden mehr und mehr an Arbeit, Verdienst und Bedürfnisse gewöhnt wird. So erscheint in der großen Linie der Fortschritt gesichert.“ Be- ־/»glich des (iegen-at/es zwischen Arabern und Juden ist Freiherr von Rheinbaben der Ansicht, daß es sich hierbei um eine wichtige polnische Realität handele. Selbstverständlieh!)lickten viele Tausende von armen Arabern mit Staunen und vielleicht Haß auf das, was durch eingewanderte Juden vor ihren Augen aus der Erde gestampft werde. Aber von diesen Gefühlen bis zu der Möglichkeit, diesen Bcvoikenmgsteii wieder zu vertreiben oder sonst vernichtend zu treffen, sei eirt weiter Weg. Weite Schichten der arabischen Bevölkerung profitierten auch von der all gemeinen Aufwärtsentwicklung. Schließlich verfolge aber auch die planmäßige Hinlenkung der jüdischen Emigration nach Palästina nicht •das Ziel, aus Palästina einen ״Judenstaat“ zu machen, sondern nach den Worten der Balfour-Deklaration ״den Juden eine Heimstätte in Palästina zu sichern“. Wenn auch um jüdischer Seite Bestrebungen nach cimfm totalen Juden Staat vorhanden seien, wie es andererseits Freunde von einem G r o ß a r a b i s c h e n Reiche gäbe, so liege doch in Wahrheit auf dem Lande die feste! Hand Englands. Nach menschlicher Voraussicht werde es weder zu dem einen nocli zu dem anderen kommen. Freiherr von Rheinbaben hebt die weitblickende englische Regierungskunst hervor und betont: ״Holter als der humanitäre Zweck der jüdischen Heimstätte steht in neuer Form und mit neuen Aufgaben die Sicherung und Erweiterung der englischcn Weltmachtstellung.“ ״Wenn wir in Deutschland heute durch ein besorideres Abkommen die jüdische Emigration nach Palastina unterstützen, wenn wir Jaffa-Orangen einführen und in zunehmendem Maße Industrieartikel nach Palästina ausführen, wenn wir selbst durch Ausfuhr von Maschinen dazu beitragen, eine bodenständige Industrie in Palästina mit angesichts der bisherigen Bediirfnislosigkeit der Bevölkerung nicht unbeträchtlichen Möglichkeiten aufzubauen, so tun wir das aus ganz bestimmten d u r c 11 a 11 s r e a 1 e n F r w ä g 11 n g e n. Wenn andererseits die jüdischen Leiter der jüdischen Siedlungsgesellsehaften planmäßig deutsche Emigranten heran/iehen, wenn sie bewußt den internationalen jüdischen Boykott gegen das neue Deutschland gerade in Palästina selbst durchbrochen haben, so ist dies eben falls n i c h t a t! t Gef 11 h 1 e n und S c h 1 a g- Worten, s o 11 d e!-11 a 11 f n 11 c!1 t e r 11 e m Interesse aufgebaut. ><> erbikken war in den Problemen des heutigen Palästina ni. fit mir ein bö-chst interessantes E x p e - r i 111 e!1 t, sondern verwirklichen ein gut Teil praktischer, nützlicher Politik, wenn wir die bisher beschrittenen Wege des Güteraustausches weitergehen und sie vervollkommnen.“ Schließung jüdischer Geschäfte Die Essener ״N;1 t i 0 n a 1 - Z e i t u n g" berichtet von Protestkuiidgelmngeii gegen einen j ii <1 i s c h e n I n h aber m ehr e r e r ' F e i 11 kost g e s c 11 a f t c in I) ii s s e I d o r f, die schließlich dazu geführt hatten, daß der Inhaber sein Hauptg e s c h a f t s c h l o IS. Heber die Vorgeschichte dieser Angelegenheit wird im gleichen Blatt berichtet, daß vor einigen Tagen im ״Stürmer“ die dunklen Gesrhäftsmethoden des Inhabers behandelt worden seien. (IT habe fortlaufend größere Beträge ins Ausland überwiesen, die angeblich zum Unterhalt seiner dort lebenden Kinder hätten dienen sollen.) Zugleich sei er als Rasseschiinder entlarvt worden, der, von seiner Frau geschieden, zu jungen arischen Mädchen Beziehungen unterhalte. Diese Entnüllungen hätten in der Bevölkerung stärkste Empörung erzeugt. An mehreren Tagen seien starke Ansammlungen vor den Läden des Geschäftsinhabers zu beobachten gewesen. Die Protestkundgebungen seien in vollster. Ordnung verlaufen. Die Kundgeber hätten sich darauf beschränkt, diejenigen Käufer, die auch jetzt noch in diesen Geschäften hätten kaufen wollen, ihre Nicntachtung deutlich erkennen zu lassen. Me Protestrufe hätten dann den Erfolg gehabt, daß der Inhaber gegen Mittag sein Hauptgeschäft habe schließen müssen. Me Kundgebungen hätten in gleich ruhiger Form Ws zum Abend fortgedauert. Ueber die gleiche Angelegenheit und die sich daran anschließenden Vorfälle berichtet die ״Rheinische Landeszcitung Volks parol e“, Düsseldorf, vom 4. 5. folgendes: ״Die Veröffentlichungen über die rasseschänderischen Umtriebe des Juden Hugo Wilhelm und über seinen Gesinnung«- und Rassegenossen Loeb haben in der Düsseldorfer Bevölkerung eine mächtige Erregung hervorgerufen, die sich in spontanen Kundgebungen vor jüdischen Geschäften Luft machte und die noch geschürt wurde durch das dreiste Benehmen der jüdischen Geschäftsleute und jener artvergessenen Deutschen, die trotz aller Vorgänge noch bei Juden kauften. So konnte es nicht ansbleiben, daß auch am Samstagmorgen wieder die Er- Bitterung von weifen Kreisen der Bevölkerung Besitz ergriff, als sie ansehen mußte, daß trotz allem die jüdischen Geschäftsleute mit der ihnen eigenen Frechheit weiter ihre Geschäfte auf Kosten deutscher Volksgenossen zu machen versuchten. Schnellwiederbildetensichvordenjüdischea Syrien und Palästina Unter der Ucberschrift »,Frankreichs und Englands Levante-Mandate“ bringt die Wochenschrift ״Der Rin g“ (Nr. 17 vom 26. April) einen sachlichen und interessanten Vergleich. Während der Außenhandel Syriens, so lesen wir, von Jahr zu Jahr zurückgeht, und alle vier Republiken, die zusammen das französische Mandatsgebiet bilden, unter der Krise schwer leiden (am meisten das eigentliche Syrien mit der Hauptstadt Damaskus), ist Palästina in so stürmischem Aufbau begriffen, daß aus dem ״Dschebel Drus“ monatlich heimlich Hunderte von Arabern auf dem Umweg über Transjordanien oder auch, trotz der Grenzkontrolle, direkt ins benachbarte Palästina wandern, um dort Arbeit zu finden. Man darf diesen Unterschied zwischen der Wirtschaftslage Palästinas und der Syriens nicht in erster Reihe der Politik der Mandatarinächte zuschreiben. ״Die britische Verwaltung Palästinas ist zweifellos ,!arger‘, sie hat es vom politischen Standpunkt aus gewiß schwerer als die französische in Syrien (denn sie hat (lauernd die Gegensätze zwischen jüdischem und arabischem Interesse zu befrieden), aber sie verwaltet ein Land, in das tagtäglich neue Menschen und Kapitalien wandern, ein Land, aas durch immer neu zufheßende Mittel aus einer Wüste in ein Kulturland verwandelt wird, während Frankreich ein hochentwickeltes Land in einer Zeit der Welt — Wirtschaftskrise zu verwalten hat.“ Daß Frankreich dabei die Interessen des Mutterlandes oft vor die des Mandatsgebietes stelle, lasse sich freilich kaum bestreiten, besonders angesichts solcher Fälle wie der Monopolisierung der Zigarettenindustrie. Aber im wesentlichen habe es England eben leichter als Frankreich; es brauche eine überaus schnelle Entwicklung nur zu lenken und nötigenfalls zu bremsen. — Der Aufsatz schildert dann den großen Zustrom von Menschen und Kapitalien nach Palästina, und die daraus entstellende starke Entwicklung des Landes, um daraus zu schließen: ״Die Entwicklung des britischen Mandatsgebietes unter den jetzigen Umständen auch nur annähernd schätzen zu wollen, wäre anmaßend; sie läßt sich weder politisch noch wirtschaftlich erkennen, und es hat den Anschein, als bestehe auf britischer Seite selbst kein feststellendes Programm.“ Dagegen lasse sich mit ziemlicher Bestimmtheit sagen, daß in Syrien die Aussichten auf große wirtschaftliche Fortschritte ebenso wie die auf erfolgreiche Erziehung zur politischen Selbständigkeit recht gering seien. A. P. In der dänischen Presse Die beiden dänischen Zeitungen ״Beriingske Tidende“ und ״Politiken“ nehmen in ihren Ausgaben vom 30. April die Anwesenheit des Leiters des Tel -Awi wer Messeamtes, Jaffa, in Kopenhagen zum Anlaß, sich in Form längerer Interviews mit der Entwicklung und dem wirtschaftlichen Aufschwung des neuen Palästina zu beschäftigen. J a f f e, der augenblicklich eine Rundreise zur Vorbereitung der Levantemesse 1936 unternimmt, unterrichtete zusammen mit Benjamin S 1 o r die für die Handelsbeziehungen in Betracht kommenden Persönlichkeiten über den Stand und die Aussichten des palästinensischen Handels und insbesondere der Messe. Unter Hinweis auf die ständig wachsende Bevölkernngszahl Palästinas und die Tatsache, daß schon 1934 600 000 Gäste die Messe besuchten, forderte Jaffe Dänemark auf, sich im nächsten Jahre stärker und durch ein eigenes Ausstellungsgebäude als geschlossene Wirtschaftseiuheit zu beteiligen. Aus Jaffes Ausführungen hebt ״Politiken“ u. a. die zentrale Bedeutung hervor, die der Handel Tel-Awiws für den ganzen Vorderen Orient gewinnen kann und die der Stellung Leipzigs als europäische Messestadt vergleichbar wäre. Die Bedeutung der Messe für das ganze östliche Mittelmeergebiet, verbunden mit dem großen Ansehen, das Dänemark und dänische Waren genießen, sowie der Bedarf an den Produkten, die für eine Ausfuhr von Dänemark nach Palastina in Betracht kommen, rechtfertige, wie die beiden Blätter ausführlich wiedergeben, Dänemarks stärkstes Interesse an der palästinensischen Wirtschaft. Bemerkenswert auch war die Erwähnung des Umstandes, daß die Chaluzim, die durch ihre Ausbildung in Dänemark mit Arbeitsmethoden und Hilfsmitteln der dänischen Landwirtschaft vertraut sind, in Palästina eine große Stütze für den Absatz vieler dänischer Waren seien. F. J• Geschäften kleinere und größere Ansammlungen, die alle in bewundernswerter Disziplin die Schließung der jüdischen Geschäfte verlangten. Diesem Verlangen wurde dann auch durchweg s t at tge g e b e n, so daß die jüdisehen Geschäfte Düsseldorfs, die durch Auf- Schriften als solche kenntlich gemacht wurden, im Laufe des S a m s t a g v o r m i 11 a gs geschlossen w u rden.“ Gegen Spenden von Juden Gauleiter Bürckel hat folgende Bekanntmachung K. ״NSZ.-Rheinfront“ erlassen: ״In der in der Presse veröffentlichten Einzciehnungsliste der Spenden für Beseitigung der Elendswohnungen befinden sich mehrere »),,eher Spenden von Juden. Ich weise alle politischen Dienst- ,stellen darauf hin, dali es unanständig ist, von Juden Geld zu nehmen, wenn man aus völkischen Gründen zur jüdischen Rasse eine gegensätziiehe Stellung einnimmt Von den politischen Dienststellen erwarte ich daher ein dementsprechendes Verhalten. Soweit irgendwelche Geldbeträge schon eingegangen sein sollten, sind dieselben zurückzugeben.“ Protest gegen einen Film Der ״Münchner Beobachter“, die Münchner Stadtbeilage des ״Völkischen Beobachters“, schreibt am 4. Mai unter der Ueberschrift ״Ein Protest der Bevölkerung gegen einen undeutschen Film — Tumultszenen bei der Erstaufführung des Filmes ,Natascha“ im Ufa-Palast“ über die Gründe von Kundgebungen gegen den genannten französischen Film u. a.: ״. . . . Za allem Unglück hat dieser Piohr Brinkoff kt der Gestalt von Harry Baur ein solch ausgeprägt jüdisches Aussehen bekomm«, das durch die Gebärden und das Benehmen noch derart verstärkt wird, daß irgendwelche künstlerische oder intcre-.sante Werte dahinter nicht mehr gesucht werden können.“ Der Film ״Natascha“ ist vom Programm des Münchper Ufa-Paiastes abgesetzt worden. Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern Bayreuth. 175jähriges Synagogenjubiläum. In der festlich bergend», teten Synagoge versammelten sich am 24. März mit den Mitgliedern der Bayreuthrr Gemeinde zahlreiche Gäste. Nach dem Einleitung!», gesang begrüßte der Vorsitzende der Verwaltung, Herr Justizrat Klein, die Gäste und Gemeindemitglieder und gedachte in einem interessanten geschichtlichen Rückblick in Verbindung mit den vcr. schieden«» Entwich lungsphasen der Gemeinde innerhalb bald zwei Jahrhunderten, aller Männer, die durch Ruf und Leistung den» Namen ihrer Heimatgemeinde Ehre gemacht haben. Nach einen» Sologesang des Kantors Silberschmidt hielt Herr Rabb. Dr. $.»!<>. rnon seine groß angelegte Fest predigt Für den Verband be. glück wünschte Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Ncumayer zu diesen» seltener» Ereignis. Nach einem Violinsoio vor» Reger und dem Schlußchor, den Frau Edith Wilmersdörffcr mit Geschmack an der Orgel begleitete, klang die schlichte Feier stimmungsvoll aus. H.H. Bochum. Nachdem ein Iwrith-Kurs am Platze infolge Weggangs des bisherigen Lehrers seit einem halber» Jahr nicht mehr bestand, hat sich min Herr Wolrauch aus Herne liebenswürdigerweise bereiterklärt, den Iwrith-Kurs weiterniführen. Crossen a. O. In der letzten Repräsentanten-Versammlung wurdet» die neugewählten Repräsentant«», die Herren Traugott und Bernhardt, in ihr Amt eingeführt. — Ferner nahmen Vorstand und Repräsentauten Abschied von dem langjährigen 2. Vorsteher, Herrn Treuherz, der sich in der Verwaltung des Friedhofes Verdienste erworben hatte, Deutsch-Krone. Der I. P. D. Makkabi-llazair veranstaltete am 24. März einen gutbesuchten Eltcmnachmhtag, zu dem Paula Cassel über den Weg und den Willen des Bundes sprach. Der Nachmittag wurde von Liedern und einem Theaterstück amrahmt Bad Nauheim. In der Mitgliederversammlung des Isr. Frauenheim« wurde über den Kurbetrieb des Heims im Jahre 1934 Bericht er. stattet. Das Heim wies 1934 eine viel höhere Frequenz auf als 1933. Es wurde einstimmig beschlossen, den Kurbetrieb für die Saison 1935 in gleicher Weise wie im Vorjahr wieder aufzunehmen. Ankündigungen Breslau! Zionistische Vereinigung. Am 13. Mai, 20.30 Uhr, Lesung, saal, Joachim Prinz, Berlin: ״Jüdische Existenz — Heute“. Kartet! bei den Buchhandlungen Brandeis und Lichtenstein und im Palästina. Amt. — Hebräischer Sprachverein. Lehrerausbildung. Vom Hehr!», sehen Sprachverein werden Vorbereitungskurse für den Besuch der hebräischen Lehrer- und Lehreri nnen-Seminare in Palästina ein ge. richtet. Die Ausbildungszeit ist auf etwa zwei Jahre berechnet Ztira Eintritt berechtigt das Zeugnis der mittleren Reife. Das Programm umfaßt judaistischc Disziplinen, allgemeine Schulfächer, fremdsprarhliehen Unterricht, technische Schulung und spezielle pädagogische Ausbildung. Die Ausbildung übernehmet» Dozenten des Jüdisch- Theologischen Seminars, der Hauptlehrer der Breslauer hebräischen Sprachschule, J. Reznicow, die Leiter der Breslauer jüdischen Schulen und Fachlehrer. Die Teilnehmergebühr beträgt 20 RM. im Monat, Die Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe, Berlin, hat die Aasbildungskurse für zuschußfähig erklärt und ihre Bezirksstellcn angewiesen, bedürftigen Bewerbern entsprechende Stipendien zu gewähren. Dauer des ersten Semesters vom 2. Juni bis zum 15. September 1935. Anmeldungen und Anfragen an Seminarrabbiner Dr. J. Rabin, Bres. lau, Wallstr. 14. — Stuttgart: Am 12. Mai, 20 Uhr, Oberes Museums ״Größe und Gefahr der Stunde“ — eine zionistische Jugendktmdgebung. Redner: Rabbiner Dr. Grünwald, Mannheim: ״Der Weg jüdischer Jugend in die Zukunft“; ferner Sprecb- und Bewegungschor der Worklcute. — Stettin: Dr. Michael Traub spricht am 7. Mai, um 20.30 Uhr, in der Gemeinde-Synagoge, Rosengarten 9-10, Obe« Sorgen der Prosperity. Bar Mizwah - Termine Am 11. Mai — 8. Ijar: Fritz Je s sei, Frankfurt am Main, Nesenstr. 6. Am 18. Mai — 15. Ijar: Arthur Stern, Sohn von Moritz Stern, Eisenach, Alexanderstraße. Juden und Jüdisches im Rundfunk Mittwoch, 8. Mal: Straßburg (349), 12: Konzert, u. a. Mendelssohn. — Paris-Radio (1648), 13.15: Konzert, u. a. Rubinstein, Mendelssohn. — Lyon La Doua (463), 11.30: Schallplatten, u. a. Milhaui — Wien (507), 18: Prof. Max Eisler: Künstlerbricfe aus Oesterreich. — Brünn (325, deutsche Sendung). 18.05: Felix Langer I;׳■sr aus eigenen Werken. —• Poste Parisicn (313), 18.30: Sendung der Voix d’Israel. — Oslo (1186), 21: Konzert, u. a. Offenbach. Donnerstag, 9. Mail Straßburg (349), 9.30: U. a. Meyerbeer. — Luxemburg (1304), 12: U. a. Brüll, Rubinstein. — Warscha« (1345), 12.30: Konzert, Dirigent Wolfstal. — Wien (507), 17.35: U. a. Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen. — Brünn (3251, 17.45: Viktor Oppenheimer: Kunstbericht aus mähr.-scliles. KmHschaffen. — Bukarest (374), 17: U. a. Heuberger, Mendelssohn.— Kopenhagen (1261), 19.30: Vortrag von Oberrabb. Dr. Friediger: Palästina vor» heute. — Paris (1639), 20: Vorlesung Tristan BerrureL — Riga (515), 20: U. a. Weinberger, Rubinstein. Freitag, 10. Mai: Radio Paris (1648), 12.45: Sendung der Vni* d’Israel. — .Straßburg (349), 12: U. a. Olfenbach, Fall. — Bernmiinstcr (540), 15.30: Geschichten und Gedichte vor» Else Ln•'s ■זי• Schüler. — London Regional (342), 20: Der Pianist Solomon spielt. — Luxemburg (1304), 20.05 und 20.40: Der Pianist Lazarc Icvt spielt. — Warschau (1339), 20.15: U. a. Violinkonzert von Mendelssohn. ANTWORTEN DER REDAKTION Ruth Großaug. Die Frage der Transkription des Schwa ist uneinheitlich, manchmal wird zur Andeutung des kurzen E-Lautes ein E geschrieben, manchmal gar nichts und manchmal ein Apostroph. Eine einheitliche Schreibung könnte sich schwer durchsetzen. Dr. Helene Simon. Das Zitat aus Lord Byrons ״Hebräischett Melodien“ ist wohl in der deutschen Fassung) die ihm Heinrich Heine gegeben hat, sehr bekannt: Die Taube hat ihr Nest, der Fuchs die Schilift, der Mensch die Heimat, Juda nur die Gruft. Sie haben ganz recht, wenn Sie darauf hinweisen, daß die Auferstehung des jüdischen Volkes in Palästina in unseren Tagen diese elegische Betrachtung widerlegt hat. — Was Ihre Bemerkung über das andere Zitat betrifft, so dürfte es sich dabei nicht um einen Irrtum handeln, sondern um eine vorsätzliche Analogie. Kursaisonbeginn in Bad Teplitz-SchBnau- Seit 15. April sind :4P Tcplitzcr Kuranstalten nach umfangreichen Erneuerungsarbeiten am den Sommer betrieb umgestellt worden. Es sind 25 Jahre, daß sic*1 za den bei Gicht, Rheuma, Ischias bewährten Tcplitzcr Kurmitteu» die Tepiitzer Emanationskammern oder Quelldunst-Kammern geseilten■ Dieses Kurmittel, das auf Grund der klinischen Versuche von Prof- Paessler (Dresden) seinerzeit zur Einführung gelangte, gehört jetzt den wertvollsten bslneologisehen Einrichtungen zur Rhcumabckümpfung. Die Einführung von Voilkuren zu billigem Pauschalpreise ermöglicht auch dem Minderbemittelten eine Tepiitzer Kur in ttl** der HauptktiranMalten.

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