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Jüdische Rundschau · 1935-04-30 · Heft 35 (30.4.1935) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 35 (30.4.1935)
Date
1935-04-30
Page
– (sequence 9)
Language
German
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935ו1./ח JÜDISCHE RUNDSCHAU Berliner Rundschau NR. 35, 30. APRIL 1935 r n er bish’erigtn• ml der vom lusgeschriebc• ־inwort ״Ein. igen des gp. Anf;)f(leru!> >cr und ilir,:’ itt finden muß. H’hen Kuhnstc wie In’*♦; 'rnktion {hs- ג Sitze. 1s Scidcnbcrg חסו Bewcßunc iindon“. 1, für Worms 11׳ rufen. I> r: iß die Schule 2 Volksschule 0׳, und 7'AAt k1 zwei .An׳• Fachern der - Franzudvch, thrttng, Kur/. ׳, Gartenbau, gelehrt vor. cn Religion', in 11 irn über. Vortrag fand ■bbincrverliimd Norden einen simonides und!eher (I)üs-f■1. .־•; Dr. Auer, nhogim“; I>r, dsarbeit“. In •rn und L<h.?n. die ree;■"■'• dl Der Wu. eine weh-׳> Schawuoth 1rt ircrbildung-nn•!gegleitet v.־׳r1 cz Israel, rider deutschen iinms für «Kn rren Stud.-Rit nb unserer Orte :trag war sehr sind die di־'». rsitzenHc P•־ )G. setzt 5 b h Stellv. Spiro, Keren -rerin; Nadun V. Monat-vr?. 5. Traugot:. — 8. Mai den tr. 3, begehen Smden, Finchi , muth, )!.׳fl* y e r» Emden, jdwig Gold« Besuch Konzerte Die Eingeborenen, so behauptet wenigstens meine Mutter, die eine Frau vom Lande ist und glücklicherweise auch mich in frischer Luft erzogen hat, die eingeborenen Großstädter kennen die Spatzen nur aus dem Zoologischen Garten und das Gras nur aus dem Botanischen und der Sommerfrische. Was wissen sie von Drosseln? Und 80 werden es auch die waschechten Berliner nicht glauben, daß mitten Im nördlichsten Wilmersdorf auf dem Baum im Hofe vor meinem Fenster eine Drosse» sitzt. Eine, aber keine beliebige, sondern unsere Drossel, die jedes Jahr um diese Zeit zu uns zurückkehrt. Heute morgen in aller Herrgottsfrühe sang sie zum ersten Male wieder ihr schönes Lied. So merkwürdig es wirken mag, ich möchte fast glauben, daß es ein jüdisches Lied ist. Die Drossel variiert (um nicht 7u sagen: drosselt) ein jiddisches Volksliedmotiv, sie bewegt sich dabei mit Inbrunst, wie wenn sie betete, und schließlich habe ich auch herausbekommen, wo sie überwintert. In Erez Israel, in der Karmelgegend. Es muß eine freundliche Gegend sein, denn unsere Drossel ist wählerisch, und außerdem wohnt meine Mutter dort. Und woher weiß ich, daß es unsere Drossel ist, die dort überwintert? Von meiner Mutter, die hat sie erkannt und hat es mir schon irr! Herbst geschrieben. Nun wird man dnwenden, die Drosseln sehen einander ähnlich wie ein Neger dem andern, aber da kennt man meine Mutter schlecht Wenn meine Mutter mir schon an der Nasenspitze ansehen konnte, was ich ausgeschlossen, und aus der Stimme heraushörte, was ich geschwindelt hatte, dann wird sie wohl noch unsere Drossel wiedererkannt haben können. Schließlich muß ich gestehen, daß ich in einer Entbindungsanstalt zur Welt gekommen bin und daß meine Mutter mich unter dreißig ebenso schreienden, ebenso aussehenden und ebenso eingewickelten Säuglingen erkannt hat, — oder ich müßte jemand anders sein. Solche Gedanken kommen einem, wenn man mitten in Berlin ein« Morgens, heute morgen aufwacht, weil die Drossel wieder singt, die eben aus Palästina kommt, und man freut sich des wenn auch noch etwas kühlen Frühlings,.... um nicht sentimental zu werden. _ H. Hebräische Predigt. Wie uns mitgeteilt wird, hat Dr. Emil Bernhard Cohn bei seinen Predigten in der Synagoge Pesta- Inzzistraße bzw. Grunewald, den Brauch eingeführt, wenigstens einen Teil der Predigt in hebräischer Sprache zu halten. Fis ergibt sich also für Hebräischlernende in Berlin die Gelegenheit, beim Gottesdienst in der Synagoge eine hebräische Predigt zu hören. Berufsjubiläum. Am 2. Mai begeht Rechtsanwalt Dr. Jacques Abraham (Berlin) sein 25jihriges Berufsjubiläum. Ate Kurator der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, als Vorstandsmitglied der Gesellschaft Magine Reim sowie im Brüderverein hat er sich auf jüdischem Gebiet bewährt. Stefan Antal enttäuschte in seinem gut besuchten Klavierabend im Logenhause insofern, als er sich, wie schon früher, durch seine keine Schwierigkeiten kennende Technik verleiten ließ, fast alles, was er spielte, vom reinen Virtuosen-Standpunkt am anzufassen. Die Wandererphantasie Schubert» wurde so von Anfang an überhetzt und war unplastisch und stillos. Eine Notwendigkeit, Busonis Bearbeitungen Bachscher Orgelwerke zu spielen, liegt nicht vor, solange wir Bach original hören können. Bei Chopin gelang manches besser. Dora Bernstein-Börner (Sopran) sang in einem Konzert neben zwei Bacli-Arien mit obligater Violine und Liedern mit Klarinette, beide Male geschickt assistiert von Hellmuit Empfang der Makkabiahteilnehmer Am Sonnabend, dem 4. Mai, 20.15 Uhr, findet der bereits angekQndigte Empfang der zurückgekehrten Makkabiahteilnehmer im Logenhaus, Kleiststr. 10, statt. Die Feier wird umrahmt von Chorgesängen und gymnastischen Vorführungen def Frauenabtellungen. Die Berichte der Makkabiahteilnehmer werden ergänzt durch Lichtblldervorführungen von der Mak• kabiah. Spittel, mit gutem Ausdruck und liebevollem Eingehen auf die Intentionen der Tonsetzer eine Anzahl Lieder lebender jüdischer Komponisten. Herr Spittel spielte noch mit Gertrud Bamberg er, die mit der G-moll-Bailade von Chopin eine beachtliche Probe ihres Könnens gab, die Kiarinetten-Sonate von Brahms. Am Flügel begleitete Manfred S e g a 11. Das Orchester der Künstlerhilfe veranstaltete zwei Operettenabende, von denen der erste im Cafd Leon ungewohnt schlecht besucht war. Das war schade; der hier gebotene Querschnitt durch die Entwicklung der Operette von Joh. Strauß und Ofienbach bis zu Abraham war lehrreich, interessant und unterhaltend. Rita Atlaß ist die geborene Operetten-Koloratursoubrette, voller Reiz, mit schöner Stimme. Neben ihr Max Kuttner, der seine Pointen routiniert bringt. Erica Storm singt sehr schön, ein bemerkenswertes Talent. Das Orchester spielte flott und gewandt sich in alle Stile findend unter seinen Dirigenten B. uoldschmidt und T. Wallenberg. Das Boris-Kroyt-Quartett spielte im Bechstein-Saal einen herrlichen Mozart und das heute in seiner parfümierten Süßlichkeit nicht mehr anhörbare D-dur-Quartett von Borodln. Diese noch junge Kammermusikvereinigung spielte mit großem Geschmack, klangvoll, technisch einwandfrei, mit Temperament — kurz, ein ausgezeichnetes Ensemble, dem man einen volleren Saal gewünscht hätte. Wilhelm G u 11 - mann sang an Stelle der erkrankten Paula Lindberg, die ein interessanteres Programm verheißen hatte, zwischen den beiden Quartetten vier Schubertlieder, etwas zu koffl* pakt, aber sonst ausgezeichnet begleitet von Fritz Wallenberg. Dr. Oskar Guttmann Zweites Weißgerber-Konzert. Im zweiten Konzert war Weißgerber viel gesammelter und gefestigter als im ersten. Sein Spiel der Kreutzersonate von Beethoven, einer Schubertsonate, des immer wie neu wirkenden Mendelssohnkonzertes war bis ins Letzte ernsthaft. Ohne ״interessante Nuance“ — ganz so, wie es in den Noten stellt. Es war einfach richtig musiziert, so daß man des großen virtuosen Könnens Weißgerbers vergaß. Das hebräische Wiegenlied von Achron spielte er mehr auf Orient hin, etwa so wie arabische und neupalästiueusisehe Lieder gesungen werden — voll Licht, anstatt (es ist ein bekanntes ostjüdisches Wiegenlied) auf Dunkelheit und!eidgefülltes Espressivo. Die anderen kleinen Stücke am Schluß paßten gar nicht in das seriöse Programm. Der Beifall war so stark, wie es die reine Leistung das Geigers verlangte. Am Flügel saß wieder Kurt Sanderling. Wie beim vorigen Mal war er ein mitsehaffender Partner, der Weißgerber ergänzte, wobei sein Wille zur Vertiefung und Werktreue auffiel. Dr. Hans Nathan Opernstudios Dr. Willi Aron hat aus zur Zeit engagementsloscn jfl* dischcn Berufsbünnenküristlerii ein Opern studio gebildet, mit dem er im Schubertsaal Mozarts Jugendoper ״La finta giardiniera“ (die Gärtnerin aus Liebe) szenisch aufführte. Das sehr schwierige Werk war von Dr. Aron auf das sorgfältigste ciiistudiert, er leitete die im großen und ganzen gelungene Aufführung vom Flügel aus, wirksam und glück- Och unterstützt vom das Streichorchester durchaus vollwertig ersetzenden W a g 11 a 1 t e r - Q ti a r t c 11: (Wladyslaw Wag- Halter, Jolantha waghalter, Edvard Moritz, Fritz Wallenberg). Von eien Mitwirkenden bot die beste Leistung Heinrich Korn als Figaro-Skizze, im Spiel gewandt, stimmlich besonders in seiner Arie im zweiten Bild hervorragend. Neben ihm die ,,Susanne“ — Sandrina Ulli II c in c m an 11 s, sehr musikalisch, mit sauberer Technik und ausdrucksvollem Spiel; die Stimme ist leider oft ohne Stütze, so daß sie manchmal kaum zu hören ist. Die anderen Mitwirkcmlen entbehrten noch der Bühnenreife und müssen sich in jeder Beziehung noch weite!bilden und vervollkommnen. Die Bühnenbilder von Fritz Halbers waren sehr stimmungsvoll. ö. G. ״Julius Cäsar“ (Aufführung der Künstlerhilfe). Die Operngemeinschaft der Künstlerhilfe!,)ringt in dieser Saison schon ihre zweite Aufführung heraus. Sie wird sich, wenn sie weiter auf Qualität hält, neben der Kulturhundoper halten, können und dürfen; sie hat den Vorteil, daß sie in ihrer Programmgestaltung wagemutiger sein kann und rücksichtsloser als ein an stetiges Fortschreiten gebundenes Abonnementsinstitut. Der Händel, den sic sich jetzt erarbeitete, war sozusagen in diesem Jahr fällig — allerdings in einer richtigen Inszenierung etwa wie ״Oediptis Rex“'; auf sic mußte aber hier notwendigerweise verzichtet werden. Dieser ״Julius Cäsar“ war eine liebevoll und sorgfältig studierte Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der B.Z.V. Dienstag, 30. April 20.30 Uhr Caf4 Witteisbach, Bayerischer Platz 2 Dr. Leo Scherck: ״Der deutsch« Zionismus und dir XIX. Kongreß.** Gruppe Stadtpark Dienstag, 30. April 20 Uhr Weißens«*, Antonplatz, Berliner Hof M. Karger! ״Die politische und wirtsehaftÜche Lag« ia Erez Israel.'* Crapr* W.IBta••• Donner•!*(, 2. Mel 20.30 Uhr BZV.Heim Landsberger Str. 87 Dr. David Schloßbergt ״Dia Bedeutung der zionistischen Organisation.“ Bezirk Friedrichshain Donnerstag, 2. Mai 20.30 Uhr BZV.Heim Kantstra&e 54 Dr. Ernst Berent: ״Die gegenwärtige Situation im Zionismus und der XIX. Kongreß." Gruppe Halen••« Sonnabend, 4. M•! 20:30 Uhr BZV-Hein•״ BrOckenstraSe 9 Fr.Rabb.Dr. Recha Freier: ״Jfid. Jugendfragen"; Rabb. cand. Heinz Meyer: ״Aufgaben zionistischer IGnderertiebung". Bezirk Südost Sonnabend, 4. Mat 11.15 Uhr BZV.Heim BrUckenstreBe 9 Oneg Schabbat Lejcladim, Rabb. Kand. H. Meyer Gruppe Jannowitzbriek« Mnnteg, 6. Mei 20.30 Uhr BZV.Heim Kantstraße 54 Dr. Edgar Rosen: ״Orientpolitik“ Dr. Kurt KanowKz: ״Aufgaben de■ XIX Kongr•••••*1 Gruppe Sarigayplatz Dienst»(, 7. Mei 20.30 Uhr Restaurant Schultheis! Lichterfelder Str. 11 Aufführung des Reise-Schmalfilms ״Erez Israel*•. Bezirk Kreuzberg UNTERRICHT UND ERZIEHUNG HOLLAND ln rlo-uwchem Haushalt in Amsterdam ^«,rrien zur M s t e r z 1' e h u n g eines!3!ihrigen Knaben drei gleichaltrige Kinder aufgenommen. - Zuschriften unter D51 an die Anzeigen- Abteilung, W15, Meinekeffra&e 10. Hmwrfttim miofiendorf ö. Mriln bdivid, Untere. u. Erzieh., Spie!, Sport, Gar* ז»ח*יbeit. - Aerztl. Leitf.: Dr. levy-Jeasei• Oliv! 5354. Midiend. 304. Acrtti.-eraieh. *V*di*td. 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Beachtung.! *nrelgen mOiten nach dnn Beitimmungen 1ie, Oautaahan Werbegeietzei einheitlich nach MilliiMtern und nicht nach Druckaellan berechnet werden 1 Druckzeile flrBße 1 (Nonp.) ist 2,25 mm hoch 1 Druckzeile Qrtiße 2 (Petit) ist 3 mm hoch Verlangen (1• bitte *naelgentarlf Zellenneeier und Sebrlftgreba JÜDISCHE RUNDSCHAU Antelgen-Verwaltung KINO-SPIELPLAN VON OIENSTAG BIS DONNERSTAG Kant* Nafascha Lichtspiele.Chari., Kantstr. 54 mit Annabella Wo. ab 5 Uhr. So. ab 3 Uhr. In deutscher Sprache O“ Olltaer PI. 7. > 8, 7,010 Uhr MrSIBSWII Neue Programme am Freitag VERMIETUNGEN KAPITALMARKT Kauf oder Beteiligung *VU. Pachtung gut besetzter Pension, •*tL geeignete große Wohnung, mögt. Sra Westen, gozucht. Off. unt D45 40 Anzelgeo-Abteüg., Meinekeatr. 10 ^ünesdiäd/ParltM Sj'‘![1 «***6’״-LI m merwohnu a », Komfort, ^200.— verkauft umständehalber ^hrausn, Grunewaldstraße 20■ Existenz U.Jn Gegend Berlins *«legen••, Ph°4ogra0bl*eb•• Laden- <:»'**}•* verklufllA. 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