Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 35 (30.4.1935)
- Date
- 1935-04-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JO^IS-CHE RUNDSCHAU Nr. 35, 30.1VJ1935 DAS BUNTE LEBEN Merkwürdige jüdische Begebenheiten Romantische Karriere Die englische Presse bring! Abbildungen der neuen Brief- Tnarken, die zur Feier des Ilegierungsjuhiläunis ausgegeben werden. Nachdem die Postbehörde eine Reihe von Künstlern zur Einreichung von Entwürfen aufgefordert hatte, traf der König selbst die endgültige Entscheidung. Seine Wahl fiel au! einen E,nt Wurf von Barnett Er ec dm an, einem füdisehen Künstler, der in den letzten Jahren berühmt geworden ist. Der ״Daily Telegraph“ erzählt bei dieser Gelegenheit die romantische Laufbahn, die den armen und kranken Sohn eines im Londoner Fastend lebenden politischen Flüchtlings aus Rußland in kurzer Zeit dahin brachte, heute, im Alter von 33 Jahren, an der Kgl. Kunsthochschule zu lehren und in den ersten Galerien Englands, in London, Sheffield, Manehester und anderen Städten mit eigenen Bildern vertreten zu sein. Das Geheimnis dieses Erfolges umr vor allem eiserner Fleiß. Freedman selbst erzählt, daß er der großen Güte und Freundlichkeit der Aerzte und Pflegerinnen im Londoner Krankenhaus viel zu verdanken habe, die ihn als Kind ermutigt hätten, trotz seiner Herzkrankheit seinen künstlerischen Neigungen zu folgen. Seit 1923 habe er als Maler 16 Stunden den 'Lag gearbeitet, und die neuen Briefmarken seien innerhalb eines einzigen englischen Wochenendes (von Freitag abend bis Montag früh) entstanden! (Woraus hervorgeht, daß dieser von seinem Werk Besessene sich weder an den Schabbat noch an den Sonnlag hält . . .) zl. P. Auch ein ״Weiser von Zion“ LONDON ,,Diejenigen, die gegen mich gestimmt haben, haben sieh dadurch um das eieige Lehen gebracht, Gott wird sie durch seinen fluch jiir alle Ewigkeit vernichten. Die Revolution wird die Welt verseh ,ingen. 200 Millionen Menschen werden sterben, ihr Blut wird 200 Kilometer hedeehvn und den Pferden bis an die Brust stehen. Kur eine ganz kleine Schar allein wird errettet werden. 1042 oder 1944 wird die ganze H ’dt ■•tisummviihrtchen!“ Diese fürchterliche Profdiezfiting ist in diesen Tagen v a n Z i o n a u s g e g a n g e n, - sofern man einer Meldüng der Londoner ,,Daily Mai!“ glauben darf! Iretlich handelt es sieh um ein Zion, <las selbst die geschultesten ,,Zionisten“ flicht kennen um Zion im S taute I l l i n o i s, ( . •S. . L Dort hat Mr. \\ ilhur \ <diea, f,seit 23 Jahren Diktator über das religiöse, politische, wirfschuftliehv und soziale Iahen der Heiligen Stadt“, das Pech gehabt, hei der Bür germeist erwähl dtirchzuf allen, und hat in seinem Grimm obige Prophezeiung gegen seine undankbare Mitwelt geschleudert l Aber wenn dieses /.ion mich in Illinois Hegt, und Mr. Volira sehiverlieh zum \ Dike Israel gehören dürfte (was man auch seiner Prophezeiung anmerkt) — .so müssen wir doch ho firn, daß die Wett nicht so bald einst ürzen wird; sonst heißt es nachher wieder, die ״VFeisen von 7,ion“ hätten cs gewünscht und vorausgewußt.1 P. Ehegatten für 1,60 RM. Die englische ״Morning Post“ vom 8. April meldet aus Paris: Die Polizei beschäftige sich mit einer merkwürdigen Zunahme der Eheschließungen in den Pariser Altersheimen und Obdachlosen-Asylen. Und. zwar heirateten die Insassen dieser Anstalten meistens traue n, d i e 40 b i s 50 ,1 ah r c jünger seien als sie selbst. Nicht selten hätten sich Brau! und Bräutigam überhaupt erst auf dem Standesamt kennen gelernt und sich sofort nach dem Hochzeitsschmaus wieder getrennt. Ein llochzcitsgeschenk erhalte nur der glückliche Bräutigam . . . Diese Heiraten seien das Resultat der verzweifelten Anstrengungen ausländischer Frauen, und zwar besonders d e u t s r h - j ü d 1 s < h e r E m i g raut i n n e n, in Frankreich zu bleiben trotz aller Maßnahmen der Behörden, die mögliehst viele mittellose Ausländer wegen der herrsehenden Arbeitslosigkeit ausweisen ivotllcn. M’ewi ein deutscher Emigrant jetzt noch keine \rheitscrlaubnis besitze, so habe er kaum irgendwelche Aussicht, sie zu erlangen; mul selbst cnriihcrgchcndc Aufenthaltserlaubnisse würden häufig nicht verlängert. Aber — die Frauen hätten fa vor den Männern den 'großen Vorteil, durch Heirat ihre Nationali- I ä t w e c h s c I n zu können. Wie in Sowjet-Rußland viele Frauen Ausländer geheiratet hätten, nur um das I.and verlassen zu dürfen, so ״heirateten“ jetzt in Frankreich viele deutsche und deutsch-jüdische Emigrantinnen, um die französische Staatsangehörigkeit zu erlangen, mit der ja die Aufenthalts- und Arbeitscrlaubnis ohne iveileres verbunden seien. Die Polizei sei besonders einem Fall nachgegangen, wo ein Monsieur Benot! zivei Monate nach seiner Aufnahme in ein Alters- und fnvalidenhcim eine junge Deutsche heiratete. Die Untersuchung ergab, daß offenbar eine Agentur am Werke sei, die alle nötigen Formalitäten vorbereite, denn der glückliche Bräutigam erklärte, nur zehn Franken (gleich 1,60 RM./ empfangen und nicht einmal die Nationalität seiner ״/.ukünftigen“ gekannt zu haben. Die französische Regierung, so meint der englische Karrespondent, stehe diesem Treiben machtlos gegenüber, da sie doch weder das Heiraten noch die Heiratsvermitllung verbieten könne . . . Diese Ansicht leuchtet uns zwar nicht ganz ein, aber wir werden uns hüten, der französischen Regierung auch noch ״Fips“ zu gehen, wie sie den armen Emigrantinnen, die sich mit dem Mute der Verzweiflung in solche ״Ehen“ stürzen, das Leben noch schwerer machen kann. Risiko des Tempelbesuches h l., TRAG Beim Bezirksgerichte in Munhatsch, der judenreichsten Stadl Karpothorußlands, ging dieser Tage ein interessanter Prozeß zu Ende. Der ״W underr ahb i“ Spira war angeklagt, in einer Predigt in der Synagoge \ er Ieu rn d u n - gen gegen das hebräische Gymnasium verbreitet zu haben. Er belegte damals jeden tnil dem Bann, dessen Kinder diese Seluile besuchen und forderte die Ehegattinnen jener Männer, weiche das Gymnasium unters!üizen, zur Scheidung der Ehe auf. Desgleichen erklärte er in seiner Predigt, daß er, wann immer er an einer hebräischen Schule vorbeigehe, ausspucke. I 'sw. Das Professorenkollegium des hebräischen Gymnasiums reichte gegen Spira die Vcrlcumdungshlage ein. Spira wurde jedoch nach langer Verhandlung vom Munkalscher Bezirksrichter f r c i g c s p r o c h e n. Hier die gerichtliche Begründang: ״Das Gericht sieht nicht den Tatbestand des geklagten Deliktes, denn die Beleidigungen ereigneten sieh im Tempel und der Gläubige, der diesen Ort betritt, muß darauf vorhereitel sein, daß er hier Dinge hört, die ihm nicht angenehm sein werden.“ Die Gesandten h., KIELCE Gegen 4 Uhr früh kamen kürzlich einmal in die Synagoge von Kielee zwei Bauern und stellten sich als Gesandte des Propheten Elia vor. Sic hießen Slepan Staszioivicz und Jemilian Michnwicz, beide halten tauge Bärte, große Wanderstecken in den Händen und waren armselig angezogen. Ihre Sprache war offenbar eine Mischung aus Polnisch, l’krainiseli und Russisch, dazwischen sagten sie aber auch mit hebräischer Aussprache: Mosche, Eiijohn hanowi, Talmud u. a. Sie erklärten, sie wären in wichtiger Mission gehontmen. Der Prophet FJia hätte sie geschickt, die 1Veit zu erlösen und zu melden, daß der Messias schon unterwegs sei. Ihre Aufgabe bestehe darin, die Welt zu warnen, man sollte aufhören zu .sündigen und die zehn Gebote halten. Sie halten sich an den Synagogendiener gewendet, und als der sie nicht verstand, aber höchst verdächtig fand, henachrichtigle er einen Polizisten, der die beiden Gesandten auf die 11 De he mit nahm, wo sie einige Stunden bleiben mußten. Da aher kein Grund vorhanden war, um gegen die beiden polizeilich vorzugehen, wurden sie freigelassen, sohold ein höherer Beamten zum Dienst erschienen war; sie besuchten nun die Kielcct■ Rabbiner, Geistlichen, Gemeindevorsitzendvn, die polnischen und jüdischen /,eitungs- Redaktionen. Sie nahmen nirgends einen Pfennig Geld an, sondern nur trocken Brot. Und sie baten die Journalisten, ihre Mission bekanntzumachen und alle Menschen zu bitten, daß man den Schabbat heiligen, sich von irdischen Dingen abkehren und bereit sein möge für die Ankunft des Messias. Hrli .len anderen \r! rliln■-!■!!. wie er lt 1.1111 i11 ־. hr uiuftte .'mlstellen imil aufriih'n. Es -rhien 111111. <!af'> er mit der 1'allst anl d׳׳n I IM'11 seiil iLreii mnlale, damit die Schlüter erwachten. Kr litt, er litt Seelen-Not. wahrhaft Nut. Kr halle rufen köneii: Hellet muh. daß ich nielil ertrinke m niemer Dual. Kr hegnugle 'ich zu ^prerheu. I>ie \ er',11111111111111 ׳ um 1'ehliiiL'er ••iicli-eri sieh /1l einem Skandal am. Kr halle eine O1״0׳r11[1|1e gegründet, mit fünfzehn M ilglicdcrn. darunter v.;!r Friedrich 1' alkenslein. Mail laelile: sie liahen ihren Rannerl n״er. Man trniinlo der (lru[1|1e den Friedrich!1. ׳!ken-te!n. der .einer \a-e hallier sehtin immer ein Vergcrilis ge« e-en war. Kalkei!, lein. |־'n Kr setzten sieh el ״ as nach innen. Kr hraehlr es. ferlitr, .eine linse /11 liespritzcn, wenn die Straften nur ehrii feuelit waren. Die Kleider Kalken- •Steins wurden aii-giel,!!* ״einigen. Wenn man Papier und!Sindfaden •erkaufen will, als \ertreler mit sieben Pro/en! Provision Papier und Bindfaden •erkaufen iniift. hal man viel zu laufen. K,!•׳«*>• i 11 <־h ist es die 1 lauplhefähigung, rasch laufen zu können. •<1n Hans zu Haus laufen zu können. Die kbsälze werden loichl schief. Der I eherzielier schabl sich merkwürdig rasch ah, merkwürdig rasch für die Hrioflaseho. die engbrüstig ist. Dicen Friedrich Kalkenstein. den C.liaim Schechlowitz und die anderen gönnte man l.eo Kehliuger. \11er da ft auch Madelaine Julien und der Sohn •un Kehrer Leris \eller sieh der Gruppe angeselilossen hatten, erregte Besorgnis■ Man machte dem Lehrer I.e• i im stillen Norwiirfe. Vanehma) aueh laut. Lcvi faltete seine Hände ineinander, sah auf sie hinunter, srhuldbow uftt. und schwieg. Daft Madelaitie Julien sich an schloß, war empörend. Sie war doch aus gutem Hause. Ihr Vater Leon Julien wurde deshalb aiigesprorlien. Kr war vermögend. Warum also? Julien war ein eigener, kleiner lebendiger Mann, der mit seinen Gedanken immer eine Strecke weiter war, als er hätte sein sollen. Kr erwidert(*: ,,Andere gehen Ins Theater, laufen Schlittschu•■, spielen Tennis. Nun, meine Madelairie hat auch ihren Sport. Muß es immer dersellie sein?“ Madelaine sali lledd.'i. ,,Warum gehst du nicht mit uns? Lee» Fehlinger spricht w underbar. Neulich hatte er eine dunkelblaue Krawalle. Sie sprang aus der Weste heraus, die blaue Kravatte. Du hatlost mal sehen sollen, •vir* sie flatterte, wenn er lebhaft wurde. Es war wunderbar.“ Aber llerlda sagte: ,,Nein. Der Fehlinger spricht immer von A olk lind Volk. Ich habe mich umgesehen. Ich habe kein Volk gefunden. Wo ist das A olk? Nimm deinen Aaler, meinen Vater, den Rabbiner, den Falkonslnin, den stolzen Krailinger. den krummen Schochlowilz. den Kehrer l.ovi und andere. Stell sie in einer Reihe auf. l’nd dann frage sie, oh sie ein \ olk sind. l.׳nd dann frag!* dich, oh sic ein Aolk sind.“ Madelaine wurde narlidcnklieh. Dorli dann nmftlo sie laut lachen. ,.Nein, lledtla, die darfst du nicht zii'aimneiistelleii.'‘ ,,Nun. wen? Kntweder Fehlinger hat Recht, und daun ist es nirlil zum!,neben, es ist znm Heulen. Oder er hat nielil Recht. 1 nd dann soll er schweigen. Alter wenn er Recht hat, Madelaine. ach doll, wenn er Recht halle, dann müßte er ganz und gar schweigen. Dies ist ein Volk? Ks wäre furchtbar.“ lledda hatte sieh von den neuen Gedanken nicht so leicht lösen können. Sie hatte sich mit ihnen beschäftigt. Sie halte zu Fräulein Trmle darüber gesprochen. Zu wem sollte sie sprechen? Fräulein Trude hatte erwidert: ״Ihr habt doch die deutsche Nationalität. Man kann doch nur einer Nation angehören.“ lledda sagte: ..Ja.“ Aber der Gedanke kam wieder. Sie führte ihn sich in seiner Auswirkung vor. Sie sah ihren Aaler. Hatte er je von einem jüdischen Volk gesprochen? Wörde er es können? Was lat er? AN as las er? Wie •erliefen seine Tage? Was dachte er? Ja, was enlliielten seine Gedanken? W ar darin Platz für ein jüdisches Volk? 1 nd die anderen? Alle arideren, die sie kannte? Ja, einer vielleicht. Das hätte sein können. AA ein» der Kehrer Levi von einem jüdischen Aolk gesprochen und alle Sallv Levis darunter •erstanden hätte, lledda würde geschwiegen haben. Sallv Levi sagte aher, daß es zuviel Geräusch gäbe und daß man deshalb den Linen nicht hörte, den Einen, der ohne Anfang und ohne Ende sei. Lehrer Levi sprach nichts vom Aolk. Und das, was er sagte, •erstand lledda nicht. Sie fühlte, es isl Gott, der Allmächtige. Wo ist seine Allmacht? Id» *piälo mich. Ich habe so viel Dual ertragen. AVo ist die Allmacht, die mich und die Mensche 11 erlöst? lledda fragte es sich. Sie war sehr traurig. Sie fand keim: Antwort. 9. KAPITEL eferendar Or. Weller war nicht nur Jurist. Er war ein gebildeter Mensch. Ganz allgemein gesehen war er gebildet. Kr hatte über vieles nar.hgedaeht, was nicht zu seinem Beruf gehörte. Er halte viele Bücher gelesen, die nichts mit der Rechtspflege zu tun halten. Er liebte die Literatur. Er wußte, daß er Wissen besaß. Er fühlte, wie sehr er Aus dem Reich Von umarm Bori chtorsta ttor n München. Am 31. März 1935 ist die Wahlperiode der bisherigen- Gemeindevertretung in München abgclaufcn. Auf Grund der vom Vorstand der Israelitischen Kiiltusgetncimlc München ausgeschriebc« Den Neuwahl ist nur eine Kandidatenliste mit dem Kennwort ״E.1n. luitsÜste“ eingercieht worden; da nach den Feststellungen des ׳j•. mcindliehen Wahlausschusses diese Liste den gesetzlichen Anforderung gen entspricht, sind die dort vorgeschlagenen Bewerber und ihre!Ersatzleute gewählt, wodurch eine Wahlhandlung nicht .stattfinden muß. Die 24 Sitze der neuen Gemciudevcri reüing der Israelitischen Kuhns• gemeinde München verteilen sieh nach dieser!Einheitsliste wie ioM׳; Liberale Fraktion, bidier 16 Sitze, 13. /•ionLtisehe Fraktion (Lsher 5). 8 Sitze und Orthodoxe Fraktion (wie bisher) 3 Sitze. Trier. Auf einer Kundgebung der ZOG. sprach Hans Scidenbcrg über ״Die Aufgaben dc^ Makkabi innerhalb der zionistischen Bewegung und seine Unterscheidung zu anderen jüdischen Sportbünden“. Worms. Nach vielen Schwierigkeiten ist es gelungen, für Worms und Umgebung eine jüdische Bezirk^srhule ins Leben zu rufen. I)!e Yoratbciten zur!Eröffnung sind soweit abgeschlossen, daß die Schule am 2. Mai eröffnet werden kann. Die Schule ist eine Volksschule mit erweiterten Lehrzielen. Sie umfaßt zehn Jahrgänge, und zwar vier Grumlsf huljahrgänge, vier ()hrrkla>scnjahrgiinge und zwei Au׳, bauiahrgange, die nicht obligatorisch sind. Außer den Fächern der VolksM'hule werden — besonders in den Obcrklasscn — Franzüö th, Fngli'ch. Ilebriii .ch. Mathematik. I lamlelskunde, Buchtührung, Kurzschuft, Ilnuswirt schalt, Säuglingspflege, Werkunterricht, Gartenbau, Landwirtschaft und möglich"! auch MaschinenschreilR־n gelehrt ■ver. den. Der Schulträger ist der Vorstand der israelitischen Religion-• gemeind('. - 7.0G. Herr Dr. Friedcnthal. Berlin, sprach im likr. füllten großen Saal des Johanmterhofc*. in Worms. Der Vortrag fand starken Beifall und war ein großer!Erfolg. Wuppertal-Elberfeld. Der Rheinisch-westfälische RabbmcrvcrL;md gab für den aus seinem Amte scheidenden Rabl). Dr. Norden einen Abend. Fs sprachen Dr. Norden (lElberfeld) über ״Maimonidcs und das Vcrl>ot des Wohnens in Aegypten‘‘; Dr. Ksrhelbuchcr (i)iis-d. dort) über ״Wolf Jawitz, ein Ui-toriker des Judentum***; Dr. Auer, hach (Recklinghausen) über ,.!Entstellung falscher Minhogim"; I>r, Hahn (!Essen) über ״Die Au-ge'taltung der Vcrbandsarbeil“. Fs wurde he.-chlosserL eine L;־rngemei:whaU von Rabbinern und Leh. rern für das rheinLc•h-wc'ttäli-che Gebiet herbciziifiihren, die reg?!• mäßig in gewissen Zeitabständen Zusammenkommen soll. Der Vor. sitzende des Verbandes, Dr. Appel (Dortmund) stellte eine weitere Zusammenkunft für die Zeit zwischen Pcßach und Schawuoth!r» Aussicht. Würzburg. Die Absolventen der Israelitischen Lehrerbildungen* stalt unternehmen, nach Ablegung ihres Examens, begleitet v׳׳־n Seminarlehrer F, Stolberg, eine Studienreise nach lErez Israel, d״ durch die wohhvollendc Mithilfe der Reiclovertretung der deutschen Juden ermöglicht wurde. Die Ausgestaltung des Programms für <Kn Aufenthalt in Fnz. Israel liegt in den Händen der Herren Stud.-Ks* Dr. Lesehnitzer (Berlin) und Dr.!Ernst Simon (Jerusalem). Zwickau. Am 24. März sprach Herr A. Pollak in unserer Ort•- gruppe iilx'T das Thema ״Palästina von heute“. Der Vortrag war sehr gut besucht und fand großen Beiiall. Am 16. März fand die di־' jährige Gc״eralvcr>ummHmg der ZOG. statt. Der Vorsitzende P.cil Katz sprach ül>er Trumpe'dor. Der Vorstand der ZOG. setzt sin wie folgt zusammen: Paul Kat/1 ״. Vors.; IE. Güii-Bcrg, Stellv. Vor*, und Schrittführer; Karl Stern, Keren liajc*sod; Georg Spiro, Kcrrn Kajcmct; Fanny Tobias, Wizo; Nctty Bergncr, Kassiererin; Nathan Arnheim, Jugendvertreter. Ankündigungen Breslau! Reichsverband isr. Schwerhöriger (Risch) E. V. Monat>v<f. Sammlung 7. Mai unter Leitung von Ruth Hcnnig und S. Traugotc — Familien-Nachrichten Herr Abraham K a t z, Schenklengsfeld, begeht am 8. Mai den 70. Geburtstag. Herr Rcrnhard Koppel und Frau, Altona, Moltkestr. 3, begehen am 2. Mai die silberne Hochzeit. Herr Jnsti/.xkretiir i. R. Willy van der Walde, Emden, Finch■ Straße 17, beging am 29. April den 70. Geburtstag. Bar Mizwah-Termine Am 4. Mai — 1. ljar: Edgar, S<>lm von Emil Freimuth, Hs«* bürg 1. Am 4. Mai -- 1. Ijar: Leo, Solm von Edgar ■Meyer, Emder. Ktaas-Tholen-Sirabe 18. Am 18. Mai — 5. Ijar: Heinz Lothar. Solm von Ludwig Gold* seli midi, Frankfurt am Main, S* hmnaiin-tr. 10. den Meisten dieser Stadl überlegen war, in die ihn der Zufall erschlagen halte. Dr. Meller fühlte es bei den Besuchen, die er denen machte, deren Namen Klang hatte. Bessingers ])Hegten noch immer keinen \ erkehr. ..?Cr leben unseren Kindern“, sagte Ressinger zu seiner Frau. B1-'1nger war stolz darauf, ganz «einer Familie, zu leben. F.r Iiel>!« sie. Allerdings verlangte er Rücksicht, sehr viel Rücksicld• O beanspruchte für sieh Aufmerksamkeit, sehr viel Aufmerksam״ keil. Die Küche richtete sich nach seinem Geschmack, das Ihn» richtete sich nach seinen Wünschen, nach seinen Bediirf in’"1’”׳ Je nach seiner Erschöpfung, je nach seiner Stimmung wer!»■ selten sie. Ruhe, Schlaf, Aufsein, Heden. Nichlredcn, Ltt'li'd־ sein, Tratirigsein. Bessinger w urde nach M imscli bedient, Ml'1* geschah so, wie er wollte. Scheinbar geschah es so. Denn jeder lebte sein eigenes Lehen daneben. Jeder überhörte, ••" ff konnte, und umging, wo er konnte, diese Welle von Einadin11־ rungen. Bessinger erreichte, ohne daß er es ahnte, eine knlfermmg dort, w o er die stärkste Verbundenheit, voran •«el/1(’•!?ertlichen fühlte es nicht, sie, befürchtete es. Sie milderte, sie vermittelte. Sie erklärte: ,,Es isl zuviel Arbeit. Ihr nuiW es verstehen.“ Ja, es war zuviel Arbeit, auch für sie. Am” sie entglitt mehr und mehr dem Mittelpunkt der Bind”״c,'n' Man kam nicht mehr mit den vielen Fragen zu ihr. Oft, wenn sie ermüdet nach Hause gekommen war, hatte sie dir I w״ armungen, die vielen Fragen sanft *urftckgesehobem Sie war ermattet, und hundert andere Fragen standen vor il»T, »•1^ז jene Kundin, über jene Artikel, über die neue Reklame. hl»ef den neuen Einkauf, über die Mengen, über die l’rcise. י׳- wirbelte im Kopf, man mußte eine Stunde der Besiununf-’* der Ausspannung, des Ausgleichs für sich Indien. Die Kinder waren endlich rücksichtsvoll geworden* r5־ herrschte Ruhe, wenn die Eltern zu Hause waren. Hi1''•' ^,|iC wurde wohl einmal unterbrochen, •venu Lotte mit Robert e»,1B Auseinandersetzung hatte, deren Austragung unmöglich hm ausgesclioben werden konnte. Es wurde ein ehrlicher, offen* Kampf. Robert schonte Lotte nach Möglichkeit. Aber das g1״S nicht immer. Es kam vor, daft er es für notwendig ”»p * Lotte so zu verhauen, daß ihr Geschrei verständlich «'”־<,f• Das Geschrei war auch die beste Abwehr. Je mehr sie ady׳’״ desto stärker fühlte, Robert die Folgen. Bessinger trat in keit. Ein Blick zur Erzieherin bezeugte seine Entrüstung י"׳־ Griff na1*h Rnkr*rt L^TAncrff» rlif» Taktik «*inr»r Erziehung• Griff nach Robert bezeugte die Taktik seiner Erziehung schmerzte. (F<־rt!.u«״s t1־r*) *mm