Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 35 (30.4.1935)
- Date
- 1935-04-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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30. IV. 1935 fkeit der Ara h gemeinsame ewegung oder ation erzielt, da jetzt nicht Wille, da der ierrachaft der gen den Zio!!länger halten ׳Irklichung nur Imperialismus r Angriffe au g. Gleichzeitig Zionismus, um age du ider stehenden der Ziele iltung sich von xekutive“, eine aufgehört zu!olitischer Par hreitende Ver ic Politik, die Die Angst it im Lande politische )litiker, ob- Bewegung be imer mehr mit det. Bewegung in zu zwei neuen ft: den Schwur 1) und die Ent )nomischen rn wird immer er Reihe — in rft — als ein 1, und daß er rden muß. Die gründet wurde hen Kreise un Tätigkeit. Im ftllche Tochter ן einer Invest ptische Kapita Wochen wurde!t, die für den!den erworbene lieht in diesen :haft den Ein• t nur zur Geg• scher Tätigkeit erin teilt dem daß bei den ge und jüdisch len sind, nicht Igedessen sollen nverzüglich ein mg der N$DM> lUbigte Liste in t am Main, vom auf die Greuel■; 2. Auflage er icn bereichertes nkfurt am Main. e“ in Düsseldorf )lnlscher Staats Papiere Arbeit imtliche Papiere eher Abstam ng in Haft ge• erkhtliche ver esondere Ke־' erständigen sird idigenwesen dn 1. Die Reich!1 eine strenge ganz besonder ähr dafür, i Voraussetzungen tls Rechtswahrer idler wegen be einer Gefängnis• verurteilt. Nach h gegen seine tor der □eburi “radition m weiß• r über• Stil ge größten derart, thodoxe n ß«1 nburger it W2 :itet <3 JÜDISCHE RUNDSCHAU Palästinensische ümsehan / ״Jeme Bialik“ Ein Gang durch die Ausstellung Von Dr. Karl Schwarz, Direktor des Museums Tel-Awiw lerne Bialik — Bialik-Tage — werden auf dem Gelände der rel-Awiwer Messe begangen. In de״ Hallen, die vor einem Jahr hier errichtet wurden, hat man alle Dokumente zusammengetragen, die Ausdruck unseres geistigen Lebens sind. Alle Institutionen des Landes haben dabei mitgewirkt. Unter der künstlerischen Leitung des Architekten Elchanani (Sapoznikow) ist hier ein imposantes Werk entstanden. Im Mittelpunkt der Ausstellung, über deren Eröffnung wir bereits berichtet haben, steht die Persönlichkeit Bialiks, d'essen Andenken der britische Pavillon gewidmet ist. Einen feierlichernsten Auftakt bildet die Eingangshalle: in einem völlig verdunkelten, schwarz ausgeschlagenen Raume nur die Totenmaske des Dichters, von einem Scheinwerfer magisch erleuchtct. Das Antlitz in einer unbeschreiblichen Verklärung. Die in den letzten Lebensmonaten von Schmerzen durchfurchten Gcsichtsziige sind aller irdischen Sorge ledig. In einem besonderen Raume sind alle künstlerischen Bildnisse des Meisters zusaminengestellt, Gemälde, Plastiken und Graphiken, ca. 40 an der Zahl. Sie sind sehr verschieden und im allgemeinen wenig befriedigend. Bialik war keine repräsentative Erscheinung in künstlerischem Sinne. Er war in seinem Aeulkrcn bäuerisch derb und gewann erst beim Sprechen, das er mit außergewöhnlich starkem Minenspiel tu unterstreichen pflegte. Wenn er zu reden anhub, wenn er sich für eine Sache zu begeistern begann — und er war äußerst begeisterungsfähig —, dann leuchteten diese Augen, beteiligte sich jeder Nerv, veredelte sich mit einem Schlage dieses Gesicht und erreichte den Ausdruck einer imwider- Steilheiten und eindringlichen Gebärdensprache. Es gibt von Bialik einige Zufallsphotographien, die ihn am charakteristischsten darstelien. Die Bildnisse geben die Erscheinung ohne das zündende Feuer des Augenblicks. Chajni ülicksberg hat sieben Gemälde im Laufe der Jahre geschaffen, das letzte davon wohl, die ganze Figur zeigend, als das beste.. Von Pasternak sind das große Porträt, das die Jerusalemer Universität besitzt, und einige frühere Zeichnungen zu sehen. Lieber mann hat Bialik vor ca. 15 Jahren radiert und eine Vorstudie in Bleistift gemacht. Die beste graphische Darstellung besitzen wir von Hermann Struck, der ein äußerst _ feines Profilbildnis geschaffen hat. Unter den Piastiken ist das Monumcntalwerk von Ben-z w i, das die Gesiclvtsziige heroisiert, und die Bronzebüste Ghana Orloffs zu erwähnen. Die vielen photographischen Bildnisse sind in den anderen Räumen verteilt, wo auch die Originale der künstlerischen Illustrationen zu Bialiks Werken (von Nalium G u t ni a n, Joseph B u d k o und Aron H a I e v i) zu sehen sind. Und nun ziehen in unendlicher Reihe die schriftlichen Dokumente an uns vorüber: Manuskripte und Briefe, Nieder- Schriften der verschiedensten Art, auch die Noten von Liedern, in die seine Dichtungen vertont wurden, Widmungs- Schriften und aus allen Ländern zugegangene Huldigtmgsadressen. Seine Werke selbst, in den verschiedensten Ausgaben und Sprachen, zeugen von der außerordentlichen Verbreitung seines Schrifttums, Und als gewaltige Schhißapotheose folgt — ca. 80111 Hängefläche einnehmend — die fast alle Sprachen der Welt umfassende Zeitungsschau, die der Trauer Ausdruck gibt, die das plötzliche Hinscheiden des Dichters im Vorjabre hervorgerufen hat. Um diese eigentliche Bialik-Ausstelhing gruppieren sich nun die anderen Abteilungen. Das große Mittelgebäude ist den gedruckten Dokumenten des Landes gewidmet: Buch, Zeitung und I» I a k a t. Das hebräische Buch hat im Verhältnis zur Ausbreitung der Sprache eine ungeheure Produktion, die bester Beweis geistiger Regsamkeit ist. Das Ansteigen der Verlagscrscheinungen in den letzten Jahren ist imponierend. In einigen kleinen Vitrinen werden die historischen Anfänge des hebräischen Druckes im Lande gezeigt. Bereits 1577 und 1578 und 1587 erschienen in Safed, wo die erste Buchdruckerei des Landes errichtet wurde, verschiedene zeitgenössische Werke und haben sei״■ viel zur Verbreitung jüdischen Wissens, das damals in Safed ein Zentrum besaß, beigetragen. Von 1841 datieren die ersten Jerusalemer Drucke. Das Hauptinteresse konzentriert sich aber auf das moderne Buch, das vom Kinderbuch bis zu den spezialisiertestcn wissenschaftlichen Werken, von den bescheidensten Heftchen bis zum Luxusdruck, vom Schulbuch, der hebräischen Originalliteratur bis zu der großen Fülle der aus anderen Sprachen übersetzten Werke alle Sparten des Lebens umfaßt. Die obere Galerie ist ganz ausgefüllt von der Geschichte des Z e i t u n g s w e s e n s. Hier sind interessante Gruppen zusammengestellt. Die ersten hebräischen Verlautbarungen, noch kleine, unbeholfen gedruckte, zum Teil sogar hektographierte Zettelchen; Kundgebungen aus den verschiedensten Anlässen, so z. B. während der Unruhen im Jahre 1929; Rahbinatsverordnungen und Zeitungsausschnitte über besondere Wasser in Neue Perspektiven In der Londoner ״Times“ vom 23. April berichtet der Bagdader Korrespondent des Blattes über eine Nebenerscheinung des (von uns schon geschilderten) kolossalen technischen "Werkes der Oelröhrcnleitung durch die Wüste von Mossul nach Haifa (bzw. Tripoli). Anläßlich des Baues dieser Leitung war eine der schwersten Sorgen die W asserbe- Schaffung, da es nicht nur für eine Arbeitsarmee von 15 000 Menschen Wasser für Trink-, Koch- und Waschzwecke zu beschaffen galt, sondern auch Wasser für die vielen Motorfahrzeuge und Lastautos, sowie für Betonbereitung notwendig war. Man hat also in der Wüste große Bohrstationen angelegt und tatsächlich überall in einer Tiefe von 600 Fuß (rund 200 m) Wasser gefunden, an mehreren Stellen in der Tiefe von 800 Fuß. Diese Brunnen haben reichlich Wasser gespendet. Nachdem jetzt die Arbeit, so heißt es weiter, beendet ist und das Wasser daher für die oben er- Persönlichkeiten. Dann folgen Plakate — zunächst ganz einfache Klebezettel —die schließlich in einer kleinen Schau moderner Künstlerplakate enden. Plakatkunst wird hier erst seit kurzem angewendet. Solange die Gemeinschaften noch klein waren, bedurfte es noch nicht dieses Reklamemittels, das aber jetzt, bei dem immer stärker sich entwickelnden Industrieleben, mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Und man staunt, was hier in den letzten zwei Jahren geleistet wurde. Dabei sind die Ausdrucksmittel bei dem Mangel an großen Druckpressen noch sehr begrenzt und müssen sich zum größten Teil mit dem Linoleumschnitt begnügen. Wenn man aber die Arbeiten, die durch die sechs Namen B11 k i, Deutsch, Lachs, Schneucr, W a 11 i s c h und W o 1pert vertreten sind, betrachtet, so gewinnt man den Lindruck, daß diese Kunst nunmehr ihren Einzug in Erez Israel gehalten hat. ln dem tschechischen Pavillon finden wir das alte Palästina. Zunächst eine prächtige Schau alter Landkarten aus dem Besitz der Universität Jerusalem, dann eine kleine, aber erlesene Uebersicht über die Ausgrabungen der letzten Jahre in Originalstiicken und ausgezeichneten Photographien, von Dr. Sukenik und M. Narkis zusaminengestellt. Unter den Originalen fallen die sehr schönen, teilweise reich ornamentierten Ossuarien, die keramischen Stücke, darunter ornamentiertc kyprische Gefäße, einige Llfenbeinftuide aus Satnaria und die gut ausgewählten Münzen auf. Von den interessanten Synagogenrtiinen erzählen eindrucksvolle Photographien, zum Teil noch ganz unbekannte Aufnahmen, die erst in der letzten Zeit von der Universität gemacht wurden. Der Mosaikfußboden der 1928 entdeckten Synagoge in Beth Alfa ist in Originalgröße farbig reproduziert. l)ie vor drei Jahren von Sukenik ausgegrabene Synagoge in Hammath bei Gadara erscheint liier zum erstenmal und ebenso die 1933 auf dem Karmel in Esfia entdeckte kleine Synagoge. Gerade diese Abteilung der Riesenschau wird dem aufmerksamen Besucher viel Interessantes und Aufschlußreiches bieten. Erstmalig treten in den großen Auslandshallen die palästincnsischen K ii n s 11 e r auf und geben Bericht über ihr Schaffen, das noch niemals zusammengefaßt dargestellt wurde. Zum ersten Male in Palästina hat man den Künstlern Gelegenheit gegeben, von sich aus selbständig Ausstellungen ihrer Werke zu veranstalten, d. h. also unter eigener Verantwortung und unter eigener Leitung. Zunächst das Theater: Habitnah, Ohel, Kammeroper zeigen in Bildern, Programmen und Plakaten ihr Wirken. In kleinen Modellen werden einige besonders charakteristische Dekorationen vorgeführt. An den in verschiedenen Sprachen abgefaßten Theaterzetteln liest man, durch wieviele Länder bereits das hebräische Theater seinen Zug gehalten hat. Einen imposanten Eindruck macht die Ausstellung von Gemälden und Plastiken, in der 42 Künstler 315 Kunstwerke zeigen. Man hat jedem eingeladenen Künstler eine gewisse Fläche überlassen, ihm aber die Auswahl seiner Werke selbst anheimgegeben, also eine juryfreie Kunstschau veranstaltet, was dem künstlerischen Niveau nicht immer zugute gekommen ist. Man vermißt auch einige Namen, die zu einem Gesamtüberblick gehört hätten. Anläßlich dieser ersten großen Uebersicht zeitgenössischer palästinensischer Kunst wird wieder das Verlangen nach einer solchen ständigen Ausstellung, die das Beste für immer vereinigt, laut, und es ist zu wünschen, daß in dem nunmehr begonnenen Neubau des Tel-Awiwer Museums endlich diese Stätte geschaffen wird. Denn unter den 34 Malern ist mancher, besonders von den weniger geder Wüste wähnten Zwecke nicht mehr erforderlich ist, haben die längs der Leitung errichteten Dosten das Wasser zu Bewässerungs• zwecken benützt und Gärten angelegt, die Gemüse und Obst in Fülle liefern. Es ist unmöglich, alles Wasser zu ver« brauchen -- so viel ist es. Es hat sich die Ueberzeiigung gebildet, daß in der genannten Tiefe überall unterhalb der Wüste Wasser vorhanden ist. Aus dieser Entdeckung ergeben sich gewaltige P c r s p e k t i v c 11, die für den ganzen Vorderen Orient und auch für Palästina von umstiirzendster Bedeutung sein können. Es sei nur■ darauf hingewiesen, daß noch heute, trotz der Zunahme der Bevölkerung in Palästina, der eigentliche S 11 d t e i I nur ganz dünn bevölkert ist, weil bisher dort kein Wasser vorhanden war. Vor allem würde auch für die Araber durch die Erschließung von Teilen des Wustenlandes und deren Verwandlung in Oasen ein neuer Lebensraiini entstehe״. Gewiß waren die Kosten einer solchen Erschlieüiingsarbeit sehr groß, aber es scheint uns doch von Wichtigkeit, auf diese Perspektiven hinzuweisen. nannten und bekannten, dessen Werke dem Lande nicht verloren gehen dürfen. Man kennt /war den größten Feil der liier gezeigten Bilder, hat aber das erstemal die Möglichkeit zu einem Gesamteimlruek. Unter den acht Bildhauern figuriert Charina Orloff als Gast. Als letzte Abteilung die der Architekten. Unter der großen Zahl der im Lande tätigen Baumeister hat man nur 35 ausgewählt, um diese übersichtlich nach Objekten geordnete Ausstellung zu beschicken. Die strenge Auswahl ist der Sache sehr zugute gekommen; man gewinnt einen Eindruck von den baulichen Leistungen und außerordentlichen Anctrengungen, die auf diesem Gebiete die Physiognomie des neuen Palästina so gänzlich verändern. Städtebauliche und Siedlungs- Pläne sind in den Mittelpunkt ge-,teilt. Richard Kau f marin, der Pionier der palästinensischen Architekten, zeigt hier hervorragende Anlagen, wobei man mit Bedauern den nicht zur Ausführung gelangten Plan für Haifa betrachtet, Ihematisch folgen die verschiedenen Kategorien wie Industrie-, städtischer Wohn- und ländlicher Siedlungsbau, Fabriken, Kinos, Schulen, Krankenhäuser, Banken und schließlich als ein Novum int Lande die ersten repräsentativen Synagogenbauten, die in Her/lia und Ramatli Gau errichtet werden. Die Bodenspekulation Wir erhalten ein Plakat /!!gesandt, das von einem ungewöhnlichen Schritt von sieben jüdischen Sied- 1 u n g e n im östlichen F.mck Jesreel (Nurisblock) gegen das Treiben der Bodenspekulanten Kenntnis gibt. In einer Erklärung der sichen Siedlungen wird vor einer Gesell- Schaft ״Hagenew wehasafon“ (״Sud und Nord“) gewarnt, die ein Gebiet von 16 000 Dunaui vom arabischen Dorf Tejbe in der Nachbarschaft der erwähnten Siedlungen erworben zu haben behauptet und den Käufern einzelne Bodenparzellen anbictct, wobei ein phantastischer Stadtplan aufgestellt wird, der ein Theater, Museum, Krankenhäuser usw. umfaßt. In Wahrheit sei das Gebiet noch gar nicht gekauft und eigne sich auch für die von der Gesellschaft angepriesene Siedluiigsforrn überhaupt nicht. Für den Boden verlangt die Ge- Seilschaft einen Preis von 13'- Pfund pro Dunain, was das Drei-, bzw. Vierfache des Preises derartigen Bodens betrage. Die Bedingungen seien derart, daß der Käufer nicht hoffen könne, jemals einen Pfennig zurück/ubekotnmen. Auch sonst seien in den Prospekten der Gesellschaft und in den Vertragsentwürfen alle möglichen falschen Angaben enthalten. Die Gesellschaft spekuliert offenbar auf die völlige A h n 11 11 g s I o s j g k e i t d e r j 11 d 1 s c 11 e n Käufer in den palästinensischen Städten und in anderen Landern. Gleichzeitig wird die genannte Gesellschaft beschuldigt, durch ihr Eingreifeit einen wichtigen Bodenkau! des Keren Kajenu'th Lejisrael verhindert zu haben. Aus allen diesen Gründen wenden sich die sieben Siedlungen mit einer ausführlichen Darstellung durch öffentlichen Anschlag an das jüdische Publikum. Aehuliche Vorfälle sind in der letzten Zeit mehrfach auch von anderer Seile gemeldet worden. Ls ist daher dringern! davor zu warnen, daß Finzelpersonen ohne Beratung und ohne Einhaltung genauer Informationen palästinensischen Boden von Agenten kaufen. Das jüdische Publikum sollte mit aller Entschiedenheit sich dem entgegensetzen, daß palästinensischer Boden, der der jüdischen Welt als Heiligtum ge!- ten sollte, zu Schwindelgeschäften und Spekulationen inißbraucht wird. DIE FEIER AM RAMBAM-GRAB H. üru.hi־., jeruiftiem Fcstgäste in der Nähe des Grabes Nabum Soholow eröffnet die Feier (rechts hinter ihm Ben Iwi, Vers, des Waad Leumif *Wim # 1*r_| ך *K, ViWiXV J >«.. A W* it _ *fl *S J* im JthJPMk 1sfiSa iäiiSliSSÄlIli!liüff äiia ... ,«ן• ■ - fr׳ r“ , 4-V n ‘*K An k > •>'*v