Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 35 (30.4.1935)
- Date
- 1935-04-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 2 jüdische Rundschau Nr. 35, 30, IV. 1935 und ethischen Schätze, die die Juden vergessen hatten, zu pflegen, ihre Menschen beruflich in physischer Arbeit und charakterlich zu aufrechter Opferbereitschaft zu erziehen. Was das Verhältnis zu anderen Völkern betrifft, so glauben wir — und dafür haben wir unter den Juden geworben —, daß eine auf• rechte Haltung mit offenem Bekenntnis zürn Judentum nicht nur bei Judenfreunden, sondern auch bei Judenfeinden Anerkennung finden müßte, denn gerade diejenigen Völker, die die Juden nicht als ihre Volksgenossen wünsehen, würden, so glauben wir, auch heute Verständnis dafür haben, daß die Juden ihr eigenes Volkstum entwickeln und hochhalten, ohne sich zum Sachwalter und Kultur- Verwalter anderer Völker aufzuwerfen. Wir glauben, daß insbesondere durch die Schaffung des jüdischen Gemeinwesens in Palästina, wo der Jude nach jahrhundertelanger Unterbrechung wieder Arbeiter und verantwortliches Subjekt eines nationalen Aufbaus wird, eine völlige Wandlung sich im gesamten Judentum und in der gesamten Judenfrage vollziehen muß, so daß auch die übrige Welt die Judenfrage in Zukunft anders sehen wird als bisher. Dies alles bürdet den Juden eine ungeheure Last und eine ungeheure Verantwortung auf, und die junge jüdische Generation empfindet es als eine geschichtliche Bestimmung, vor dieser Aufgabe eines Neuaufbaus zu stehen und ihr gewachsen zu sein. Wenn wir dies sagen, so ist das kein ״Triumph-Gesang“, wie der ״Angriff“ es nannte, und am allerwenigsten ist es gegen irgendein anderes Volk gerichtet, sondern es ist die Erkenntnis, daß die Juden selbst an einer produktiven Lösung der Judenfrage mitarbeiten und dafür ihre besten Kräfte einsetzen müssen. In dieser Aufbauarbeit sehen wir die Aufgabe der heutigen jüdischen Generation, und gerade der ״Angriff״ hat ja auch vor einiger Zeit in einer Artikelserie über Palästina einiges von den Errungenschaften der arbeitenden Juden in Palästina seinen Lesern berichtet. — — im letzten Teil des Artikels beschäftigt sich Schwarz van Berk mit einigen Ereignissen, in denen er ״Israels neues System“ sieht. Er gibt der Meinung Ausdruck, daß die sogenannten Juden prozesse in Kairo und Bern den Zweck haben, , in anderen Ländern die Judenfrage offiziell zur Entscheidung zu bringen hei Anlässen, die für das Judentum weiter nicht gefährlich werden können und bei denen vielleicht ein Urteil herauskommen könnte, das sich das nationalsozialistische Deutschland ״an den Hut stecken könnte“. Ferner wird behauptet, daß in England in kirchlich orthodoxen Kreisen ״durch jüdische Propagandisten gegen das deutsche Neuheidentum“ operiert wird. Wir sind der Meinung, daß in christlich religiösen Angelegenheiten Juden selbstverständlich nichts zu sagen haben und sich auch jeder Einflußnahme enthalten müssen. Die äußerst schwierigen internen Fragen der christlichen Kirche, die bei allen Christen Aufmerksamkeit finden, gehen uns Juden nichts an. Wir Juden haben genug zu tun, um unsere jüdischen inneren Angelegenheiten zu bewältigen. Schwarz van Berk schließt seinen Aufsatz mit folgender Abschätzung der Lag• ״Angesichts solcher 'Sachlage kann man nicht mehr ran einer ״antisemiii'chen Welle“ sprechen, die etwa von uns auf Pfiff oder Glockenzeichen in Bewegung gesetzt würde. Es herrscht vielmehr ein j ü d 1' sch-ijeutscher Spannungszustand Wir von ntis au, haben o:ne klare Scheidung gezogen, von der wie;■ich da- Weitere entwickelt. Aber nidit nur, die kl Deutschland Wir Juden glauben, daß eine große Anstrengung zu einer konstruktiven Lösung der Judenfragc gemacht werden muß, damit der ״Spannungszustand“, der unser Leben kennzeichnet, sich löst. Dr. Weizmann Das Deutsche Nachrichtenbüro verbreitet folgen de Nachricht aus Jerusalem vom 25. April: Wie die Presse in Palästina meidet, will sich der bekannte jüdische Politiker und Zionist D r. C h a i m Weizmann aus der Politik zu r ü c k z i e h e n. Er übernimmt jetzt die Leitung eines neuen chemischen Unternehmens, das von der Imperial Chemical Industries und der Palestine Chemical Industries ins Leben gerufen wird. Der Name des neuen Unternehmens ist Palestine Chemical Development Limited. lieber den Gegenstand verbreitet auch die JTA. eine Meldung, die wie folgt lautet: md d<;deten Gesellschaft Nach unseren Informationen scheint hier eine Ver- Wechslung vorzuliegen. Nicht Dr. Chaim Weizmann, sondem dessen Bruder, Chillek Weizmann, war bisher Vertreter der imperial Chemical Industries (ICA) in Palästina, und es scheint, daß in Verbindung mit dem großen chemischen Industrieunternehmen, über das wir bereits in der ״Jüdischen Rundschau“ Nr. 25 berichtet haben, eine Umorganisation auch personeller Natur vorgenommen wird. Auf Dr. Weizmanns Stellung in der Zionistischen Organisation oder auf seine zionistische Tätigkeit dürfte jedoch diese Angelegenheit um so weniger von Einfluß sein, als ja Dr. Weizmann ohnedies durch seine Tätigkeit als Direktor des biochemischen Instituts in Rechowoth bereits in Anspruch genommen ist und seine politische und jüdische Tätigkeit niemals hauptberuflich ausgeübt hat. Dr. Weizmann ist übrigens während der Peßach-Woche nach London abgereist. Es verlautet, daß er vielleicht vor dem Zionistenkongreß Polen besuchen wird. Hauptschriftleitcr: Dr. Robert Weltsch, Berlin-Charlottenburg t. Stellvertreter und verantwortlich: Kurt Loewemtein, Berlin W18. Anzeigenleiteriu und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Rut Posener, Berlin W 30. Gültig: Anzcigenpreisliste 2 v. 1. Jan. 1935. Verlag und AnzeigenverwuUung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinckestr, 10. D.-A. März 33 944. — Druck: Siegfried Schoten, Berlin -Schöneberg. Der Austritt der Revisionisten (Siehe Nachricht auf Seite 1) Durch den Austritt der Revisionisten aus der Zionistischen Organisation ist einer langwierigen Krise ein Ende gemacht, die seit inehr als zwei Jahren die inneren Verhältnisse im Zionismus vergifteten. Den Lesern der ״Jüdischen Rundschau“ ist die Vorgeschichte dieses Ereignisses bekannt. Die Revisionisten erhoben den Anspruch, sowohl in der Zionistischen Organisation sein zu dürfen, ais aueh gleichzeitig politische Aktionen (z. B. bei der englischen Regierung, dem englischen Parlament, der Mandatskommission des Völkerbundes in Genf) zu unternehmen, die von der Zionistischen Organisation als der im Palästina-Mandat anerkannten Jewish Agency nicht gebilligt wurden. Die Zionistische Organisation konnte sich natürlich nicht gefallen lassen, daß ein Teil ihrer Mitglieder eine solche Separatpolitik treibt, und hat daher auf das Schekelformular, das die Mitgliedschaft zur Zio• nistischen Organisation symbolisiert, einen Beschluß des letztet! Kongresses aufdrueken lassen, der an sich nur etwas Selbst• verständiiehes besagt, nämlich, daß in zionistischen An* gelegcnheiten Disziplin zu herrschen habe. Wenn jetzt die Revisionisten in ihrer in dem bei ihnen üblichen bombastischen Stil abgefaßten Austrittserklärung behaupten, die Zionistische Organisation habe ״den Herzischen Schekel abg'eschafft“, so ist dies eine völlige Verzerrung der Tatsachen. Man könnte auch daran erinnern, daß Jabotinsky beim Basler Kongreß im Jahre 1931, als den Revisionisten ein Beschluß des Kongresses gegen den Strich ging, den ״Herzischen Schekel“ demonstrativ zerrissen hat. Die Frage des Austritts der Revisionisten war lange aktuell. Jabotinsky hat seine Meinung in dieser Frage mehrmals ge* ändert. Die früheren revisionistischen Führer, wie Stricker, Großmann, Lichtheim, die sich das politische Programm Jabotinskys zu eigen gemacht hatten, waren in dieser Frage der Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation, als er dem Diszipünbruch das Wort redete, von ihm abgerückt und haben aus diesem Grunde die Revisionistische Organisation verlass«! und eine eigene ״Judenstaats-Partei“ gegründet. Die Tat* Sachen beweisen unumstößlich, daß der Austrittswunsch in den revisionistischen Reihen immer sehr mächtig war und keineswegs das neue Schekelfonnular der Grund ihres Austritts ist. Wir sind überzeugt, daß die jüdischen Massen in allen Ländern, auch diejenigen, die sich durch den Revisionis* mus blenden ließen, mit Ausnahme weniger, meist jugendlicher Fanatiker, den Versuch der Zerstörung der Zionistischen Organlsation und die Gründung einer ״Unabhängigen Zionistischen Organisation“ auf das schwerste verurteilen werden. In dieser Zeit, wo der Aufbau Palästinas alle jüdischen Kräfte bedarf und wo so schwierige ökonomische und politische Probleme in Palästina zu bewältigen sind, ist ein solcher Schritt und die mit ihm verbundene Agitation unverantwortlieh. Die Zionistische Organisation wird dies ebenso überstehen wie 1905 den Austritt der von Zangwill geführten ״Territorialisten“, die ja in mehr ais einem Punkte sich geistig mit den Revisionist«! berühren. Durch die Abspaltung der Revisionisten wird freilich für den Zionismus auch eine grün dsätzliche Frage von neuem aufgerollt. Die Zionistische Organisation wird nun die Pflicht haben, ihre geistigen Grundlagen neu zu überprüfen und den organisatorischen Trennung»• strich, der nun gezogen wurde, auch auf geistigem und moralischem Gebiete deutlich werden zu lassen. Die (durch Abspaltung von den Revisionisten) seinerzeit entstandene ״J u d e n s t a a t s - P a r t e i“ hielt in Warschau eine dreitägige Beratung ab, in der acht Landesverbände der Partei vertreten waren. Die Tagung erklärte, daß die Juden• staats-Partei sich der Disziplin der Zionistischen Orgatii• sation unterwirft. Damit ist der Bruch dieser Gruppe mit dem Revisionismus endgültig erklärt. Zum Volke finden! Vor Triest an Bord der ״Gerusalemme“, Mitte April 1935 Rückkehr von Palästina. — Der Strom der Touristen beginnt, nachdem die großen Ereignisse der palästinensischen ״Frühjahrssaison“ vorüber sind, allmählich wieder zurückzufließen. Mehrere hundert Besucher des Landes, junge und alte, Sportler, die zur Makkabiah gefahren sind, Geschäftsleute, die die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes geprüft haben, Zionisten und Nichtzionisten reisen auf diesem Schiff, und ihre Gedanken und Oespräche kreisen in den Tagen der Erholung, die diese schöne Schiffsreise nach den oft nicht geringen Strapazen des Aufenthaltes im Lande bietet, um das Gesehene und Erlebte. Nur allzu schwer ist es ja, sich von den Eindrücken loszureißen, die das Land, seine Natur und seine Mensehen dem Reisenden bieten und die ihn in einen ganz eigenartigen Rausch des Erlebens versetzen. Und doch gilt es gerade für den, der dieses Land nicht wie irgend ein Kolonisationsgebiet betrachtet, sondern Glauben und Hoffnung eines Zionisten mit ihm verbindet, einen gewissen Abstand von den Erscheinungen des palästinensischen Lebens zu gewinnen und ihnen gegenüber die Grundfragen auf zu rollen, die die jüdische Arbeit im Lande von allem Anfang an beantworten wollte. Ais der zionistische Traum nur ein Traum, ja eine Utopie schien, war in ihm ein Element selbstverständlieh: das Menschliche, das Moralische verstand sich von selbst. Der Wunsch nach einer Renaissance des jüdischen Volkslebens, die Hoffnung auf die Sammlung der zerstreuten Glieder unseres Volkes auf dem ihm stets so vertrauten Boden des Landes Israel war innig vermählt mit dem selbstverständlichen Bewußtsein, daß dieses neue Leben der Zukunft ein solches sein würde, das den Prinzipien menschlicher Verbundenheit und Reinheit entspricht. Inzwischen ist aus dem Traum eine Wirklichkeit geworden, die wir in ihrem täglichen Ablauf und in der Sturmperiode ihrer Entfaltung heute beobachten und erleben können. Und wir müssen fragen, ob sich auch jetzt, in dieser Realität, die wir geschaffen haben und an der die Kräfte des jüdischen Volkes arbeiten, das Moralische von selbst versteht. Die Frage ist nicht einfach und nicht eindeutig zu beantworten. Schon deshalb nicht, weil der am stärksten ins Auge fallende Sektor des jüdischen Palästinawerkes, die Wirtschaft, unter Gesetzen zu stehen scheint, die im Lande wie in aller Welt manche menschliche Beziehungen zu verwirren und zu vergiften geeignet sind. Das Kapital, das ins Land strömt und nach Anläge drängt, ist vielfach nicht bereit, den arbeitenden Menschen von sich aus jene Lebensbedingungen zu sichern, die es in wirtschaftlich fortgeschritteneren Ländern, als es Palästina heute ist, gewährt oder unter dem Zwang der Gesetze zugestehen muß. Die Frage des Arbeiterschutzes etwa wird in einer Zeit aktuell, in der Tag für Tag handwerkliche und industrielle Betriebe, zum Teil erheblichen Formates, entstehen. Sie kann aber nicht allein durch Regierungsverordnungen gelöst werden, besonders nicht in einem Lande, das mehrere national getrennte Abschnitte der Wirtschaft besitzt, die zum Teil ganz verschiedene Bedürfnisse sozialpolitischer Art haben und nicht ohne weiteres auf einen Nenner gebracht werden können. Wenn z. B. in zahlreichen Betrieben die primitivsten Vorrichtungen des körperlichen Arbeiterschutzes heute noch fehlen und wenn auch bei den Arbeitern selbst in einer Zeit, in der das Verdienststreben im Vordergründe ihres Interesses steht, nicht immer genügendes Verständnis für diese Fragen besteht, so liegt hierin nicht allein eine schwere gesundheitliche Gefährdung der arbeitenden Menschen, sondern es zeigt sich, daß diejenigen, die die Werkstätten einrichten und betreiben, von den primitivsten Vorstellungen menschlicher Verbundenheit entfern{ sind, die auf die Dauer allein das Bindemittel unseres Werkes sein können. Beispiele gerade auf diesem Gebiete ließen sich in großer Zahl anführen. Hierzu kommt, daß die Lebensbedingungen eines Teiles des Jischuw auch dadurch erschwert werden, daß er in einer orientalisch charakterisierten Sozialve rfassung lebt, die überall in den jüdischen Sektor eingreift und ~ wenigstens für unsere europäischen Begriffe — mit schweren Schäden behaftet ist. Die Kinderarbeit bei orientalischen Juden in Palästina — aber״ auch** in manchen: ärmeren ׳ aschkenasischen Kreiseit ist־ einer der fcrsehütterndsten Abklagepunkte gt■ gen diejenigen im Jischuw, die heute ein Leben der Behaglichkeit, ja des Reichtums führen, ohne sich auch nur ernsthaft zu fragen, aus welchen Quellen ihr Wohlstand gespeist ist und welche Verantwortung er ihnen auferlegt. Die Erneuerung des jüdischen Volkslebens in Palästina ist untrennbar mit dem Gedanken verbunden, daß sie zugleich eine Umkehr der sozialen Grundlagen unseres Volkes bedeutet. Nun wissen wir wohl, daß die Verwirklichung unter ganz anderen Bedingungen steht, als man es selbst noch vor 30 Jahren angenommen hätte. Die materielle Judennot ist seitdem in den meisten europäischen Ländern ins Ungemessene gestiogen, und wir sehen in dem Zustand der Palästina-Ei־;• wanderer und in manchen Zügen ihres Lebens im Lands selbst einen Nachhall dieses Elends. Und doch: so fern wir der Ansicht sind, daß Armut durch ein Zauberwort beseitigt werden kann, und so sehr wir wissen, daß der Aufbau des Landes ein Leben in Dürftigkeit verlangt, es scheint uns, daß der Zustand, in dem heute in den Städten Palästinas ein erheblicher Teil der Bewohner lebt, etwas anderes ist als etwa d i e Armut, in der auch die ersten Chaluzim existiert haben. Dort war cs ein Zustand, der die Hoffnung gab, in verhältnismäßig naher Zeit überwunden zu werden, und der sinnvoll war, weil er ein Glied auf dem Wege der Kolonisation darstellte; was man aber heute in den Barackenvierteln Tel-Awiws und auch der anderen Städte des Landes in dieser Hinsicht sicht, erscheint doch als ein grausames Zerrbild dessen, was die echte Aufgabe der zionistisehen Arbeit im Lande ist; dies sollte eine Mahnung an den Jischuw und an das ganze sich mit ihm verbunden fühlende jüdische Volk sein, in der Zeit des Aufbaus, in der Blüte unseres Werkes unsere Menschen aus den Kellern, in die man sie auch im neuen Lande verbannt hat, und aus den übervölkerten Hütten herauszureißen! Es ist vielfach gesagt worden, daß ein großer Teil dieser Erscheinungen darauf zurückzuführen ist, daß unser sozialer Apparat, der wie jeder Apparat schwerfällig und unelastisch ist, dem Waphstum des Jischuw und den neuen Aufgaben nicht im gleichen Tempo zu folgen vermochte. Das mag richtig sein. Aber es erschöpft nicht die Frage selbst. Das Land lebt in einem Taumel der Prosperity. Laute Feste, Erfolge Luxus und Betriebsamkeit geben ihm sein äußeres Ge• präge. Und die Stimme der Not dringt nicht ans Ohr der Menschen — sofern sie überhaupt ein Organ be■ sitzt, um sich Gehör zu verschaffen. Die Meisten 1r Palästina sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, daß sie vergessen haben, um was es geht, was der Sinn ihres Tuns ist; und so ist das Bewußtsein der Eingliederung in ein großes Ganze in weiten Kreisen verloren gegangen, die einem Tage leben, der gewiß sehr schön sein mag, der aber noch nicht die Zukunft garantiert