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Jüdische Rundschau · 1935-04-26 · Heft 33-34 (26.4.1935) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 33-34 (26.4.1935)
Date
1935-04-26
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 33/34, 26. IV. 1935?§11^ Eine neue Siedlung deutscher Juden Grundsteinlegung von Klar Jedidjah Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel -Awiw! 15. April 1935 Kfar Jedidjah ist der Name der neuen deutschen Siedlung, deren Grundsteinlegung in diesen Tagen im Emek Chefer (Wadi Hawarith) gefeiert wurde. Der Name dient dem Andenken Phi los, des jüdischen Philosophen aus Alexandria, der im Hebräischen Jedidjah genannt wird, und wurde zu Ehren der ägypti5ch-|it<lischen Gruppe gewählt, die Gelder für die Ansiedlung deutscher Juden sammelte und sie auf Vorschlag Dr. Ruppins als Anleihe für die Siedlung itn Emek Chefer zur Verfügung stellte. (S. Bilder a. d. vor. Seite.) Kfar Jedidjah ist einer der frühesten Ansiedlungspläne für deutsche Juden. Jedoch hat dieser Plan mehr Vorarbeiten verlangt als so manches andere Projekt, das nach ihm geplant und vor ihm verwirklicht wurde. Die Siedlung im Emek Chefer bot zwar gute Wirtschaftsperspektiven und außerdem den Anreiz, hier wirklich Pionierarbeit zu leisten, zusammen mit den umgebenden Arbeitergrnppen die große Ebene Chefer auf/uschließen, aber sie stellte zugleich auch große Anforderungen an die Siedlungskandidaten wie jedes echte Kolonisationsunternchmcn: man brauchte kräftige, arbeitsfähige junge Menschen, die den palästinensischen schwcren Lebensbedingungei! gewachsen waren; man mußte damit rechnen, daß bis zur Fertigstellung der Chaussee Tel-Awiw— Haifa die Gegend mir spärliche Verbindungen besaß; und schließlich, man kam bei den Vorbereitungsarbeiten in die im vorigen Jahr beginnende und heute noch immer steigenden Malariawelle hinein, die sich in der Umgegend der neuen Siedlung stark bemerkbar machte. Das, was Jahrzehnte hindurch den palästinensischen Arbeiter am stärksten angezogen hatte, die Aussicht, einen neuer! Landstrich der modernen Landwirtschaft und damit der jüdischen Siedlung zu/uluhien, ehe mamiiglachen Schwierigkeiten zu überkommen, das mußte viele, wenn nicht die meisten der neuen I ims anderer, die dem Mittelstände aiigehörten, absehrecken. Es hat sich auch bei den anderen Projekten für den Mittelstand im Emek Chefer gezeigt, daß sieh nur langsam und mit großer Muhe Kandidaten fanden. Strecken, die nicht in der Nahe der Stadt liegen, die lauge und mühevolle Entv. ickhtngsarbcitcii brauchen, sind heute ebenso wie vor Jahren fast ausschließlich dem Arbeiter Vorbehalten, der im Anschluß an die Erfahrungen früherer Kolonisation derartige Aufgaben übernimmt. IN wurde daher von der deutschen Abteilung und von der 1 litactnut!h (>h׳j < ienut!ni.1 eine sehr sorgfältige Auswahl von Siedlern für Kfar Jedidjah getroffen; junge I.cute, die selbst arbeiten und den Anstrengungen der Landwirtschaft gewachst n sind. Ls wird ztieist mit zehn Einheiten begonnen, für die die Wohnhäuser und Stalle, die von der deutschen Abteilung gebaut werden, in diesem Monat fertig werden sollen. Jede Wirtschaft bekommt gegen 19 Dunam und umfaßt /imisptkiu/uiigcii. MiKhv, irKchaft, Hühner, Futtcrbau, Gemüse,!m ganzen stehen Wn Dmiam Boden, der vom Keren Kajemeth l.eji-rael gegeben wird, zur Verfügung; der Plan sicht die A!1"ic!iln!1g von hl Familien vor. Die Siedler, die alle 1.igcnkapital besitzen, erhalten fürs erste aus den in Aegypten aufgebrachten Geldern eine Anleihe von .0 300. Sie wohnen bis zur Fertigstellung der Häuser in Nathania und sind im Tagelohn bei verschiedenen Arbeiten beschäftigt. Es wird zur Zeit ein Brunnen gebohrt. Wie für die gesamte Umgebung ist auch in Kfar Jedidjah die Bekämpfung der Malariagefahr die dringendste Aufgabe der Stunde. Auch wird man den Siedlern noch in größerem Umfange und auf längere Zeit hinaus Kredite geben müssen, bis der Betrieb sich selbst trägt. Die Grundsteinlegung gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Feier, bei dem sich Vertreter der Jewish Agency und der Zentralstelle für die Ansiedlung deutscher Juden, der Hitachduth Olej Germania, Mitglieder des Aktions-Comitös, des W'aad Leumt und Repräsentanten der ägyptischen Geldgeber mit den Siedlern und den Gästen und den Delegationen der umgebenden Orte trafen. Auch der Leiter des Entwicklungsdepartements der Regierung war hei der Feier erschienen. Mit dem regelrechten Beginn der Arbeiten in Kfar Jedidjah hat sich der Kette der neuen landwirtschaftlichen Siedlungen der deutschen Juden in Palästina ein neues wichtiges Glied angeschlossen und es ist zu hoffen, daß diese neue Siedlung zusammen mit den anderen älteren Dörfern in Emek Chefer die Erwartungen, die man auf sic setzt, voll erfüllt. Die Maimonides ־ Feier in Tiberias Jerusalem, 22. April. (JTA.) Die Maimonides-Feier in Tiberias wurde am 21. April unter Teilnahme von Vertretern aller jüdischen Gemeinden des Landes eröffnet. Die Stadt war fe-t.i• h geschmückt. Die Feierlichkeiten wurden mit An-praGien eines Vertreters der St.ultgemeiude und des Vertreters der f \rkutive der Jewi-h Agencv, Prof. Selig R r 1> ס e t - k c, eingideitct. lau Zug von 1 aasenden bewegte sieh zu dein oberhalb der Alt-tadt von Tiberias gelegener, Grab des Maimoiiidos, N'alinai Sokolow verlas dort ein dem Ramßam gewidmetes Dokument. Eine Kultur-Ausstellung in Tel-Awiw li Die Eröffnung der ״Tage Bialiks Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel-Awiw, 17. April 1935 Im Amphitheater des Ausstellungsgeländes in Tel-Awiw wurde gestern die Kultur a us s t ellun g eröffnet, die den Namen der ״Tage Bialiks“ trägt Tausende füllten die Sitze des großen Halbrunds, und auf der Bühne hatten sich die Initiatoren der Veranstaltung zusammen mit den Vertretern des Jischuw, der hebräischen Literatur und der Regierung eingefunden. Der High Commissioner und der Distnkteommissioner sandten Begrüßungsschreiben. Der Bürgermeister von Tel-Awiw war trotz seines schwachen Gesundheitszustandes erschienen und eröffnete die Ausstellung. Die Witwe Bialiks, Nahum Sokolow, Ussischkin, Rawnitzki, Professor Klein von der hebräischen Universität und Chanah Rowina von der ״Habimah“ bildeten den Vorsitz. Unter den Be- Suchern sah man eine große Anzahl von Männern der hebräischen Literatur und Kunst. Sokolow, der Hauptredner des Abends, hielt ein umfassendes Referat über Bialik, sein Wesen, seine Kunst und seine Bedeutung für das jüdäsche Volk und die Renaissancebewegung. Professor Klein begrüßte im Namen der hebräischen Universität und Schoschanah Persitz im Namen des Erziehungsd epa rt ements der Stadt Tel-Awiw. Das philharmonische Orchester der Stadt ließ Stücke jüdischer Komponisten hören, lind Chanah Rowin ah trug die ״Megiilath Haesch“ von Bialik vor. Die Grundnote aller Reden war die Betonung der kultu- Teilen Arbeit gegenüber der heute in den Vordergrund getretenen wirtschaftlichen Aktion, die Hervorhebung geistiger Bestrebungen als Grundlage der zionistischen Bewegung, des Palästinaaufbaus und der Neugeburt des Volkes. Die Ausstellung, die in den letzten Details noch nicht fertig ist, umfaßt alle Gebiete des geistigen Schaffens. Sie enthält eine Abteilung, die Bialik gewidmet ist, eine Zusammenstellung des hebräischen Buches, beginnend im Jahre 1557 bis zur Gegenwart, eine Abteilung der hebräischen Sprache, eine für Bildungswesen. Daran schließen sich die künstlerischen Teile, für Malerei und Skulptur, die Presseausstellung, dne Plakatsammlung, dn archäologischer Teil, ein der Musik und dem Theater gewidmeter Pavillon und schließlich die Hallen für Architektur und Photographie. Man sieht schon aus dieser bloßen Aufzählung, daß hier der Versuch gemacht worden ist, die verschiedensten Teile des geistigen Lebens bis in die Grenzgebiete hinein zusammenzufassen und dem Publikum klarzustellen, was an geistiger Schöpfung in Palästina bisher versucht und erreicht 'worden ist. während der Ausstellung, die auf zwei Wochen berechnet ist, sollen besondere Festaufführungen stattfinden. lieber die erste dies«■ Veranstaltungen erhalten wir nach, stehendes ״Pakor“-Telegran1m: Im Rahmen der Bialik-Tage fand auf dem Messegellnds in Tel-Awiw ein Schauspiel, betitelt ״Bialiks Caval. ca de“ statt. Es ist ein Volksspiel in Bildern, dessen 800 Mitwirkende, kostümiert in den Trachten der jüdischen Sek, ten, verschiedene Perioden im Schaffen Bialiks illustrieren und 7.war seit der Zerstörung des Tempels durch die aut! einander folgenden Epochen der Diaspora bis zur Gegen, wart. E>as Schauspiel auf der Freilichtbühne im Vollmond, schein, im Hintergrund das rauschende Mittelmeer, war über, aus eindrucksvoll. * Musik der ״Jane Bialik“. Die Eröffnungsfeier der Bialik. Ausstellung wurde mit Teilen aus dem ״Conzerto Grosso“ von Ernest Bloch (Dirigent: Michael Taube) eingeleit« und durch Lautsprecher verstärkt. Diese Verstärkung reichte aber für die weiten Räume des Amphitheaters der Messe keines, wegs aus. Im übrigen bedauerte man, daß der übrige musikalische Teil, der angekündigt war (Dybuk-Suite von Engel und etwas von Karol Rathaus) wegfiel. Am Abend vorher war ein Konzert von Michael Taube. Die Darstellung der ersten Brahms-Sirifonie hatte einen großen Publikumserfolg, Besonders der Anfang war von eindrucksvoll« Plastik. Ls ist immerhin erstaunlich, wie so etwas mit diesem Orchester ,schon möglich ist. Das C-dur-Cellokonzert von Haydn wurde mit allerhand technischem Können und Temperament, jedoch tonlich nicht ausreichend ausgeführt durch Harry Son. A. J.-L Nebi-Musa-Fcst ruhig verlaufen Jerusalem, 22. April. (JTA.) Das mohammedanische Nebi-Musa-Fest, das wegen der mit ihm verbundenen Massen- Prozessionen der Landbevölkerung in die Städte leicht Anlaß zu Ruhestörungen gibt, ist in diesem Jahre in voller Ruhe verlaufen. Die Regierung hatte nur drei Pilgerzuge, aus Jerusalem, Nablus und Hebron, zugelassen, die sich zu dem nach tno hanuncdanischer Ueberliclerung bei Jericho befindlichen Moses- Grab begaben. Das Singen politisch« Lieder und das Halten von Ansprachen war verboten worden, ebenso das Tragen von Waffen, An den mit der Nebi Musa-Pilgerfahrt verbundenen Feierlichkeiten haben in diesem Jahre zum ersten Male offiziell Juden teilgenommen. Vier jüdische Stadträte von Jerusalem waren auf Einladung des Bürgermeisters beim Empfang, der zum Geleit der Pilger von Jerusalem nach Jericho gegeben wurde, anwesend. (Palcor.) Kräfte des Lebens (Von unserem nach Palästina entsandten Redaktionsmitglied) Jerusalem, Anfang April 1935 Frühling in Palästina! Der Reisende, der gewohnt ist, einen nördlichen Frühling zu erleben, begegnet auf Schritt und Tritt Neuem und Ueberraschendem. wahrend bei uns im Norden diese Zeit eine schüchterne Erneuerung der Natur, von Feld und Wald bringt, das neue Leben, das sich regt, noch herb und keusch ist, sehen wir hier eine verschwenderische Pracht der Natur, die dem Lande den Zauber und Duft eines großen Gartens verleiht. Die Buntheit des Landes ist es, die den überrascht, der Palästina bisher noch nicht sah und vielleicht eine gewisse Monotonie der Landschaft befürchtete. Berge und Felsen, der Boden selbst und darauf ausgestreut Millionen von Blumen schillern in allen Farben, und darüber ein Himmel, der meist durch zarte Wolken belebt wird, während der Wind den süßen, betäubenden Duft aus den Orangengärten hwbeiträgt.... Diese Zeit ist dne Zeit der Blüte und zugleich auch der Ernte. In den Pardessim stehen Bäume, die voller Früchte sind, neben anderen, die jetzt blühen; uhd so ergibt sich das für uns etwas ungewohnte Bild eines Nebeneinander aller Entwicklungsstufen in der Natur. Dies wird noch dadurch unterstrichen, daß die Blumen auf den Wiesen und Feldern neben den Anemonen, die mit ihrem Rot besonders an den Berghängen des Karmel und Judäas eine wahre Pracht bilden, und anderen Frühlingsboten auch so manche uns aus dem Hochsommer vertraute Gäste zeigen. Das Erlebnis des Landes selbst m seiner ganzen Schönheit und Vielgestaltigkeit drängt sich immer wieder in den Vordergrund. Der Jude, der in dieser Zeit aus den Ländern der Galuth hierher kommt, atmet hi« die Luft der Freiheit. Es gibt wohl niemanden, der nicht dieses elementare Gefühl empfindet: Zu Hause zu sein, selbst wenn man das Land noch wenig kennt und erst kurze Zeit in ihm weilt, den Hauch der wiedergefundenen Heimat zu spüren, in der ein Leben in Freiheit und Würde möglich ist. Wiedergefur.dene Heimat. Auch so manche neuen Siedlungspunkte, die erst in den letzten Jahren entstanden sind, liegen auf einem Boden, der seit undenkbar langer Zeit nicht beackert worden ist. Ein bekannter deutscher Zionist, der an einem solchen Punkte heute als Landwirt arbeit«, sagte mir: ״Welch eine Vorstellung, daß dieser Boden, den wir heute bestellen, den wir wieder urbar machen, seit Jahrtausenden nicht mehr unter dem Pflug gewesen ist. Es ist beinahe jungfräuliches Land, das auf uns zu warten schien, damit wir es aus seinem Schlaf erlösen, in den es u׳oh! schon damals gefallen ist, als unsere Vorväter das Land verlassen mußten. Unsere Arbeit ist sehr schwer, niemand kann sagen, ob der Einzelne Erfolg haben wird — aber dieser Gedanke gibt mir sehr viel Kraft und Mut zur Arbeit“. Nicht alle können diese direkte Beziehung zu einer der tiefsten, menschlich entscheidendsten Grundlagen der jüdischen Arbeit in Palästina gewinnen. Wer in der Stadt lebt, sieht sich — und das gilt besonders für Tel-Awiw ־— einem modernen, europäisch betriebsamen Leben gegenübergestellt, das in seiner Hast der Nachdenklichkeit wenig Raum läßt. Aber auch hier werden alle Probleme und Schwierigkeiten von der einen fundamentalen Tatsache überschattet, daß hier der Ort ist, der einzige Ort auf der Welt, wo Juden ihrem ״Han vital“ nachgehen können, wo es selbstverständlieh ist, Jude zu sein, und wo man sich nicht bemühen muß, im öffentlichen Leben als Jude nicht aufzufallen. Welch ein Kontrast zu vielen Ländern Europas waren etwa die Purim- und Makkabiah-Tage, als Zehntausende den Straßen ein festliches Bild gaben, nicht um irgend etwas oder für irgend etwas zu demonstrieren, sondern einfach um des Daseins willen. Für den Gast aus der Diaspora mehr als ein fesselndes Schauspiel, ja ein Moment der Rührung und Erschütterung. — — Das jüdische Volk lebt. Wer manchmal daran zweifelt, weil er empfindet, wie innerlich schwach die Kräfte sind, die das jüdische Leben in der Galuth gestalten — besonders in den Ländern des Westens —, empfängt hier In jedem Augenblick eine deutliche Lehre. Nach der guten und nach der schlechten Seite hin. Aber Leben Lst es, das an jeden[ Ort uns entgegentritt, ungebrochen und ohne Vorbehalte.' Hier erst 'erkennt man die Größe der Leistung, die durch jüdische Arbeit im Lande erreicht wurde. Viele Zionisten haben auch heute noch die Vorstellung, die früher vielleicht berechtigt war, daß unser Werk quantitativ eine Art von Mikrokosmos darstelle, ein Modell für die kommende ״große'1 Arbeit. Diese Vorstellung ist falsch. In den Bezirken, die der jüdischen Arbeit erschlossen sind, ist auch quantitativ ungeheuer viel geschehen, in Stadt und Land. Die Entwick• lung der meisten Siedlungspunkte und Unternehmungen übertrifft die Vorstellungen, die wir davon haben, zumal ja oft ip wenigen Monaten schon grundlegende Ver• änderungen und Erweiterungen durchgeführt werden, die das Bild eines Ortes völlig verändern. Für Tel-Awiw ist dies evident, wo auch der Einheimische ganze Stadtviertel nicht wiedererkennt, wenn er einige Wochen nicht dort war, aber es gilt auch für weite Bezirke des flachen Landes, insbesoadere in der Orangenzone. All dies zusammen — das Land in seiner Schönheit, die Expansionskraft der jüdischen Arbeit und das Gefühl der selbstverständlichen Freiheit eines Lebens als Jude — ist das erste große Erlebnis, das jedem im Lande aufgezwungen wird, mag er mit Vorstellungen ge• kommen sein, wie immer sie sein mögen. Nicht Abbau und Auflösung, Lebensangst und im besten Falle — Fürsorge sind die Atmosphäre dieses jüdischen Lebens, also nicht jene Faktoren, die unsere Galuthexistenz so drückend machen, sondern freies Atmen, Aufbau und Vorwärtsdrängen wollen auch uns in ihren Rhythmus einbeziehen. K. L Zur Richtigstellung In dem In unserer Ausgabe vom 5. 4. veröffentlichten Telegramm über die Eröffnung der 2. Makkabiah ist durch ein Mißverständnis des Telegrammtextes eine falsche Angabe enthalten, die ein« Berichtigung bedarf, obwohl spätere Be• richte bereits den wahren Sachverhalt aufgeklärt haben. In dem Telegramm wurde gesagt, ein Mitglied des Makkabi sei ״beim Versuch der Rettung eines Arabers ertrunken". In Wahrheit hat sich die Sache so zugetragen, daß ein Mit* glied des französischen Makkabi beim unvorsichtigen Hinausschwimmen in das Meer in Ertrinkungsgefahr kam und rin Araber, der hinzueilte, um den mit dem Ertrinkungstod« ringenden Juden zu retten, gleichfalls ertrunken ist. Lerskys Palästina-Film. Aus Jerusalem wird uns he* richtet: Helmar Lersky lud dieser Tage zur Probevorfuhrung seines Palästina-Films ״’Avodali״. Was hier geboten wurde, ist Kunst, die sich sehen lassen kann. Lersky hat aus dem Land herausgeholt, was selbst Kenner des Landes nicht kannten, und er hat einen Film geschaffen, der photogra* phisch, filmtechnisch und was Regieeinfälle betrifft, aut höchster Stufe steht. Der Film ״’Avodah“ zeigt das Land und seine Arbeit; er ist kein Spielfilm (wann kommt endlich ein solcher?), aber dieser Kulturfilm ist spannend wie cm Filmroman. (Wenn auch vielleicht da und dort eine aus begreiflicher Liebe des Regisseurs zum Objekt erklärliche Länge gemäßigt werden könnte.) Es ist kein Paradox, wenn gesagt wird, daß stellenweise die Kunst Lerskys vielleicht sogar ein wenig zu groß ist: man vergißt über d« Leistung das Objekt der Darstellung. Alles in allem: dieser Film, der in bisher einzig dastehender Weise Palästina zeigt, ist ohne auf* dringliche Tendenz — er zeigt auch unerhört schön ara* bisches Leben der Arbeit — ist der lang «wartete Film Palästinas, das erste große Filmkunstwerk, das unser Land hervorgebracht hat, adäquat in seiner Darstellungsart der Größe des Objekts und aer Tiefe des Gedankens und seiner Beseelung. M. Y. Ben-gavriel Meine bekannte Auto ״ Fahrschule schult jetzt auch im neuen Terraplane Modell 1033! VOtt JÜfl Z5, dH HloiouadUuisus m 15, Fahrlehrer H. Hlmml, Greifswalder Straße 192 * Telefon E3 Königstadt 2570 Mitgl. d. Makkabi-Weltsportverbandes und d. R. j. F. erhalten 10% Rabatt ★ Lehrwagen: Buick, Essex 29, Essex 31, Mercedes, Opel, TerrapI»«® Theorie• Unterricht mit Lehrfilm jeden Montag und Donnerstag von 19-21 Uhr — Für Interessenten unverbindliche Teilnahme!1/1« m Hi m

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