Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 33-34 (26.4.1935)
- Date
- 1935-04-26
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. 1935 viel«t*. Br״. Abitur, ■•ta-Spttialiat, <*• *el. *ucbt!״. mö([!id1,t in nter RN 55 *Wb / Sprt« [eit ■■«**» Ea4.!hrj. kauiniana. »•* ftt» *nEi, ״ tkl. Zpußni־!»^ verl. OH. 1 Meinekpmr, j stelle larm.Seru-ich^ linnHandw,^ I ren ■tj9itihr**nd, I ir.WUW)! 1, Führetichtiö, •n oder je«jt I Angebot« net [ Meinekeitr, 10.!tiatteriiT ierlin Wirkttnf► Frau Tork«, I rstr. 2. Tei.eö! , ichmann dit Besdhafti». tg-em. Honow ate.Proaprk•», •d not C 985 nekeatraß« 10 tufmann »ilion [ u. Irsdwsm«, lisch. Olfen, lekestrafi« 10 1-16 Uhr!;-MARKT R.D.M , gut rledriehttrsS« ft 7 Dßnhoff 26 Sf | Finanxitryof 20 Jahren 1f •Verkauf י r«15 d stück#• f übernehme J Itungen 1 J 2 Oliva 0t« lirschfeltf tongen idsStzen üb*r* Empfehlung »wiki 20, raße 50 SIMON schelt Leipzig e r e i!waren und ritische >1 Rötha n Silbernd Opossa» Imnnn nef•! , j Wa**eranl*j*• tritt Td. י»« JÜDISCHE RUNDSCHAU Palästinensische Umschau NR. 33/34, 26. APRIL 1935 Die Siedlungs-Verträge ׳j ln der hebräischen Zweiwochenschrift ״The Cooperative Bulletin“ macht Franz Lederer (Beth Alpha) die Verträge der Siedlungen mit dem Keren Hajessod, die vor der Unter- Zeichnung stehen, zum Gegenstände einer heftigen Kritik. 1931 war zwischen der Exekutive und den Siedlern nach langen Verhandlungen ein provisorischer Vertrag zu- Stande gekommen, der auf folgenden fünf Prinzipien aufgebaut war: 1. Die Siedlungen sollten das ihnen erforderliche Areal erhalten; 2, sie sollten auf fünf Jahre von Zahlungen befreit sein und erst am 1. Januar 1911) sollten die Zahlungen heginnen; 3. die Bewässerung sollte durchgeführt werden und im Falle, daß die Siedlung gezwungen wäre, die Bewässerung selbst durchzuführen und hierzu kurzfristige Anleihen aufzunehmen, sollte dies bei der Festsetzung der Zahlungen an den Keren Hajessod in Rechnung gezogen werden; 4. die Siedler sollten das Recht haben, einzelne Zweige ihrer Wirt- Schaft durch vorzeitige Abzahlung von der Hypothek zu befreien und die Wahl dieses Wirtschaftszweiges wird ihnen überlassen; 5. nach Ablauf von 21) Jahren sollte von neuem untersucht werden, ob die Wirtschaft tlie Höhe der Zahlungen verträgt. Dieser Vorvertrag wurde 1931 von den Siedlungen gezeichnet, die Zionistische Exekutive aber Unterzeichnete nicht, und es blieb der vertraglose Zustand durch drei Jahre bestehen. Im Jahre 1934 begann die Exekutive im Zusammenhang mit der großen Anleihe der Lloyds Bank neu« Verhandlungen mit den Siedlern, und es kam ein neuer VeFtrag zustande, welcher nach Ansicht Franz Lederers für die Angesiedelten viel schlechter ist als der vorige Vertrag. Er hebt die vier lctzden Punkte auf, setzt den Beginn der Zahlungen für 1936 fest, hebt das Recht der Siedjungen auf, nach freier Wahl einzelne Zweige ihres Betriebes von der Hypothek zu befreien und dadurch neue Anleihen zu erhalten, und gesteht auch nicht die in Aussicht gestellte Revision nach 20 Jahren zu. Die Schulden müssen nach 50 Jahren mit 2prozentiger Verzinsung zurückgezahlt werden. Lederer glaubt, daß uie von der Arbeiterpartei so stark abhängige Exekutive, welche die Unterzeichnung dieses Vertrages verlangt, den Siedlern damit eine Last aufbürdet, welche sie nicht tragen können, und daß die Siedler selbst, geblendet von der momentanen guten Konjunktur, ihren Wirtschaften mehr zumuten, als in normalen Zeiten zugemutet werden kann. Er kritisiert es auch sehr scharf, daß in diesen finanziellen Vertrag die Verpflichtung zur Einhaltung des Schahbat aufgenommen wurde. Die Arbeiter ehren den Schahbat, aber es stehe zu befürchten, daß diese Klausel in den Händen einer arbeiterfeindlichen Exekutive einmal eine gefährliche politische Waffe werden könne. Die Zehnjahresfeier auf dem Skopus Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Jerusalem, 11. April 1935 Die Bäume um das Steinamphitlieater der Hebräischen Universität sind in den zehn Jahren seit jenem 1. April des Jahres 1925 hochgewachsen. Sie stehen als lebendiger Schutz um den Halbkreis am Bergeshang und brechen die Gew alt des tollen Sturmes, der seit dem Morgen des Zehnjahrestages der Hebräischen Universität Jerusalem über den Felsen der Stadt braust. Der Sturm treibt die Wolken über den wechselnden Himmel, er läuft wie Wellen durch das junge Korn, das in tiefgrünen Büscheln auf den schmalen Aeckern steht, die sich zwischen die Steine sprengen. Die gefalteten und gekanteten Bergketten gleiten und stürzen hinunter zum Toten Meer. Der Skopus schaut hinaus über das gekuppelte Jerusalem und über seine mondähnliche Wiistenlandschaft. Jetzt eine Stätte des Schweigens, verspricht er im nächsten Moment ein Ort des lebendigen Wortes zu werden. Ein Versammlungsplatz wie vielleicht kein zweiter in der Welt, bringt dieses Amphitheater dem Beschauer seine historischen Erinnerungen, die in die Unendlichkeit zu reichen scheinen, und seine heute noch schüchternen Anzeichen neuen Bauens, die hier wieder Fuß fassen. Der Ort, auf dem die Hebräische Universität wächst, verpflichtet, er erinnert und er mahnt. Am Tage der Zehnjahresfeier brachte die hebräische Presse Palästinas große illustrierte Beilagen, die dem Ereignis gewidmet waren. Sie waren eine Rückschau über die Arbeit der ersten zehn Jahre und in den aus der Arbeit entstandenen Beiträgen der Professoren ein Zeichen für die oben auf dem Berge sich regende wissenschaftliche Tätigkeit. Der Nachmittag sammelte im Amphitheater eine Menge von Feiernden, die im Rauschen des Sturmes und in der Stille einer gesammelten Stunde den Tag begehen wollten. Es war ähnlich wie vor zehn Jahren am Eröffnungstage und doch sehr anders. Vor zehn Jahren sandte die Welt ihre Abgesandten hinauf nach Jerusalem, um das neue Institut zu begrüßen. Die farbigen Talare der ausländischen Professoren gaben der Versammlung ihr besonderes Gepräge. Eine große Anzahl von Arabern, die sich zu der Feier eingefunden hatten, ließ für die Verständigungsarbeit der neuen Anstalt viel erhoffen. Die große Gestalt Lori Balfours gab der Einweihung eine starke Note. Dieses Mal ist die Feier geschlossener, bescheidener. Sic ist eine mehr innerjüdische Sache. Man sieht keine Araber, keine Delegationen. Nur der High Commissioner, der mit sehr herzlichen Worten die Universität begrüßt, und eine Anzahl von Regierungsbeamten vertreten sozusagen das nichtjüdische Palästina und die äußere Welt. Dagegen symbolisieren die Aufzüge der zahlreichen Professoren und Mitarbeiter, der Studenten und Graduierten, der hohen Klassen der Gymnasien aus Jerusalem, Tel-Awiw und Haifa die Entwicklung der Universität, die seit jenem 1. April 1925 zu einer Realität geworden ist mit Instituten, Lehrern, Schillern und Forschern. Diese Realität wird noch betont durch den Rechenschaftsbericht des Kanzlers, Dr. Magnes, der in seiner Einleitung^- rede das bisher Erreichte und den Plan für die nächsten fünf Jahre skizziert. Man erkennt aus seiner Aufzählung, wie sieh die Arbeit verbreitert und verästelt, wie sie langsam mehr und mehr Gebiete der Wissenschaft und des Unterrichts in sich vereinigt. Man spürt, daß aus den Träumen vor zehn Jahren eine Wirklichkeit entsteht, mit Erfolgen, Fehlern, Perspektiven und Mängeln, die immer neue Aufgaben stellt. Inmitten der sich jagenden Veranstaltungen der Utzten Monate zwingt diese Feier zur B e s i n n 1 i c h k e i t. Es ist der Ort, der wie eine Mauer sich gegen das Tagestreiben stellt; der schwarz verkleidete Stuhl, der an das Fehlen von Bialik erinnert; die nachdenkliche Figur von Wci/.mann, der — ein nachklingendes Wort in den etwas zu sachlichen Reden des Tages — von der modernen Lehre spricht, die heute wieder die Naturwissenschaften mit der Philosophie verschmelzen läßt; die Musik von Haendel und die Kantate von Salomon, die in den Sturmwind hinein die Klänge eines gebundenen und bindenden Kunstwerks werfen; jene Reihe von Kopten auf der Buhne, die vertraute Gestalt von Martin Ruber, das Profil von Shrnarja Kevin, der stille Kopf von Hugo Bergmann. Es fehlt für viele, die mit Vorbereitung und dem Wunsch zur Sammlung zu dieser Feier kommen, ein besonderes lebendig es Wort, das dem Ort und der Idee, den sie verkörpert, Ausdruck verleiht, ein Wort, das über das viel zu laute Tagesgetriebe des heutigen Palästina fortwirken kann zu netter Schöpfung. Und vielleicht ist es auch unbescheiden, auf ein solches zu warten. Es kann nicht einfach gesagt werden, es muß erwachsen mit dieser neuen Anstalt, der Hebräischen Universität, mit dem jüdischen Palästina. Ls wird erwachsen aus der Betrachtung dieser Stadt und ihrer Berge. __ Die Hebräische Universität Jerusalem hat an alle jüdi— sehen Gemeinden der Welt einen Aufruf gerichtet, anläßlich des Maimonides-Jahres den großen Denker durch Errichtung eines Instituts für Rambam-Forschung an der Universität zu ehren. DIE UNIVERSITÄTSFEIER Ehrengäste auf dem Podium. Von rechts nach links: Dr. Weizmann, Dr. Magnes, Sir Ar- Während der Rede von Dr. Magnes im Amphitheatw. der Universität, _ thur Wauchope, Nahum Soholow, Ussischhin, Salman Schochen, Martin Bubcr, Shrnarja Levin. AT'Sfii 1!«■־«# _; . * i ׳: - * 1' *»׳י fv» EINE NEUE SIEDLUNG DEUTSCHER JUDEN tiegrüßung der Gäste in Jifar Jediifi" (siehe Bericht) durch einen Vertreter der owdler. Von links nach rechts: Dr. Landauer, Mosche Brachmann, Mr. Andrews von der. Palästina-Regierung und Vertreter des alexcmdrinischen Hilfskomitees. Kinder, der Siedler und Gäste bei der Einweihung der neuen Kolonie, ln der. Mittag Dr, Arthur Rappin und Mitglieder, des Hilfskomitees aus Alexandria. Icte«; Lat Laadtaaa, JerataWaa M, _־“*»* ■ m ■ ׳