Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 33-34 (26.4.1935)
- Date
- 1935-04-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 33/34, 26. IV. 1935 Die Entwicklung des hebräischen Schulwesens Von Jako w Sandbank In der Entwicklung des hebräischen Schulwesens in Palästina lassen sich im wesentlichen drei Epochen unterscheiden, die jenen drei ersten Perioden der Ein- Wanderung entsprechen, welche die geistige Entwichlung des JDchmv bestimmten und das Schulnetz ihrem besonderen Charakter entsprechend formten. Das erste Stadium beginnt in den achtziger Jahren und endet ungefähr 1903 01, das zweite geht bis 191$, dem Abschluß des Krieges, ijikI das dritte bis zum Jahre 1032, der Ucbcrnahme des Schulwerks durch den Waad Leumi, als der Vertretung der palästinensischen Judenlieit, Jüdische Schule in den Anfängen Der Beginn des hebräischen Schulwerkes lädt sich zeitlieh nicht genau feststellen. Am Anfang der achtziger Jahre machten im .Anschluß an einen Aufruf von Ben Je hu da, dem Propagandisten des gesprochenen llebräiscli - einige Lehrer in Jerusalem den ersten Versuch, das Hebräische als Unterrichtssprache in den Schulen emzuführcii. Diesem ersten Versuch folgten bald andere in den Kolonien und in den Jahren 1892 03 hatte sich das Hebräische bereits in einigen Kolonien dnrehgeset/.t. Ls war ein ständiges Ringen um die Durchsetzung der Sprache und die Schaffung eines hebräischen Lehrplans. Träger dieser Bewegung waren einzelne hebräische Lehrer, die kaum Zusammenhang miteinander hatten und still und zäh - jeder für sich -- um die Hebraisierung der Schule kämpften. Was die früheren Einwanderer — die Bilu — und die Arbeiter der ״zweiten Alijali“ für die junge Siedlung bedeuteten, das waren diese Lehrer für die kulturelle B e I e!1 11!1 g des jüdischen Palästina. Einsam und verkannt, ohne Organs,-ition, ohne Leitung, ohne Lehrmittel und ohne Fachkcniitnisce kämpften hier einzelne Menschen gegen die sie umgebende Welt. Man hatte sowohl hei der Jewish (.oloni-ation Asm iciation (Ich) wie auch hei der Alliance Israeütc l'nivrr-rlle, den beiden (iesellschaften, denen die Arbeit im I ande unterstand, keinerlei Vorstellung von einer knltiiteilen Renaissance, vielfach überhaupt kein Verständnis für die Bemühungen und Ziele der neuen Bewegung. Diese erreichte langsam ׳und mit größter Atultc eine Heb!ai-u.1׳ u!1g vier Schule und sehnt damit die Voraussetzungen für die (mimllagen des hebräischen Schulwesens iin Lande. Die zweite Epoche brachte sowohl eine innere Festigung als auch eine Erweiterung des Seltulncfzes. Im Jahre IdOtn! wurde die I ehrerorgauisation gegründet; es gab damals bereits 17 hebräische Volksschulen, davon 16 in den ־Siedlungen und eine in Jaffa. Zehn Jahre spater finden wir beriits 2t) Kindergärten, 28 Volksschulen in den Siedlungen (eine davon in (in/ah), 6 Volksschulen in den Städten, 2 (ivmna-ien, ein l.cluermnenseminar, eine Schule für KiiKlergäitnciimien und 2 Fachschulen. In diesen 60 An- Stal teil erhielten 2(1(1!) Schüler Unterricht. Administrativ war dieses Werk völlig zers 1ק ittert Die Anstalten unterstanden verschiedenen Instanzen: lea, Chmveue Zion, Hntsverein vier deutsehen Juden, Alliance Israelite. örtlichen Muni ,ipalitäten und verschiedenen kleinen philanthropischen (ieselUchaften. Einen Zusammenhang der verschiedenen Leitungen gab es nicht. Die einzige Vcrbindung zwischen den Schulen war die Zentrale der Lehrer- Organisation. Der Einfluß dieser Zentrale war stark genug, die 11 e h r ä i s che Sprache in allen Anstalten durchzuset/en. Außerdem bemühten sich die Lehrer zusammen mit anderen fortschrittlichen Elementen im Lande, iitsbesondere mit den Arbeitern, auch um eine Verbreitung des Hebräischen unter den Erwachsenen. Sie gründeten Sprachktirse U1K1 setzten sich für die Hebraisierung des öffentliehen Lebens ein. Es gab nicht jenen Kampf der heterogenen Rildungsm,ächte, die jede von sich aus das Leben umfassen wollte, und keine Absperrung der unteren Schichten von den Lebensinhalten der 1)״ e b i I d e t e n“. Die Erziehmigsrichtiingen hatten mehr oder weniger das gleiche Ziel und bemühten sich um eine Erziehung gemäß der Struktur dieser werdenden Gesellschaft eines arbeitenden und hchrai-ierten Palästinas. Aus dieser Richtung heraus ist auch der bekannte Kampf um Hebräisch Sprach c ח k ,1 nt p f dos hebräischen Palästinas, insbesondere der der Lehrerschaft, gegen den ״Hilfsverein der deutschen Juden“ zu verstellen, der in Haifa eine Realschule und ein Technikum gründen wollte - - aber die deut־-cl1e Unterrichtssprache als Bedingung daran knüpfte. Der ״Sprachenkampf•‘ endete mit dem vollen Sieg der Hebraisten. Die Zentrale der I.ehrerorgauisation übernahm die aus <te11 Hilfsvereins-Aust,alten ausgetretenen Lehrer, gründete neue Schulen, erhielt finanzielle Unterstützung vorn Aktions- Uomite der Zionistischen Organisation in Berlin und vom (ihmvewe-Zion-Komitee in Odessa und ging daran, eine Körperschaft zu gründen, die die einheitliche Instanz der Schulen bilden so,Ute. Bevor aber die Versammlung, in der «fiese Leitung gewählt werden sollte, stattfand, brach der Weltkrieg aus. Im Kampf gegen den Hilfsverein wurden dessen Verdienste auf dem Gebiete des hebräischen Schul- Wesens verdunkelt. Sicher hat die Tätigkeit des Hilfs- Vereins viel zu sachkundigem Schulbetrieb und zur Lösung methodischer und didaktischer Fragen beigetragen. Die Kriegszeit unterbrach den Aufschwung in der Ent- Wicklung des Schulwesens. Mit Mühe gelang es den verschiedenen Gesellschaften, ihren Anstalten ein kümmerliches Dasein zu ermöglichen. Trotz alledem erhielt sich ein ge- Sünder Kern, und die Tendenz zur Vereinheitlichung des Schulwesens wurde auch in den Kriegsjahren immer stärker. Sie wurde Wirklichkeit unter der englischen Mandatsregierimg tmd als die Zionistische Organisation ihre Aufbauarbeit in großem Umfange begann. Anfang 1919 wurde eine E r z i e 11 ti n g s k o m m i s s i o n und ein Department gegründet, das die Leitung sämtlicher Frzichungsangelegenbeiten übernahm. /Alle hebräischen Erziehungsanstalten in Stadt und Land, vom Kindergarten bis zur Mittelschule wurden in einem von der Zionistischen Exekutive kontrollicrten System vereinigt, das 95 Anstalten, in denen etwa 90 ״,! aller Schüler im l ande lernten, umfaßte. Diese Von- «inlicitlichung wurde Anfang 1921 noch stärker dadurch, daß die Erziehungsanstalten der ״Pica“ ebenfalls unter die Kontrolle der Zionistischen Organisation kamen. Die Vergrößerung des Jischuw brachte natürlich ein stetes Wachsen des Sclmlnct/es mit sich. Das Tempo des Aufbaus, die immer neuen Wellen der Einwanderung, ließen kaum Zeit, um über die geistigen Kräfte und die Ideenbezogenheit des Schulwesens nachzudenken und den Erziehungsfragen die nötige Aufmerksamkeit zu widmen. Dennoch wurde Wichtiges auf dem Gebiete der Didaktik und Methodik erreicht. Besondere Erwähnung verdient hier das Sch ul werk der Arbeiterschaft. Diese Schulen, die in der dritten Epoche der hier geschilderten Entwickhing des Schulwesens in den Arbeitersiedlungen entstanden sind, zeichnen sich aus durch ihr Bestreben, ein organischer Teil ihrer Umgebung zu werden, was ihnen auch in bedeutendem Maße gelungen ist. Diese Arbeiterschulen hatten nicht so sehr das Ziel reiner Wissensvermittlung, als vielmehr der Ausbildung in praktischer Werkarbeit. Hier besteht die Tendenz, die Spaltung von Kopf- und Handarbeit zu überwinden und beiden Fähigkeiten zu ihrem Recht zu verhelfen. Neuorganisation des palästinensischen Schulwerks Bis zum Jahre 1932 blieb das Erzieh ungsdepartement der Zionistischen Organisation (hzw. der Jewish Agency, die an die Stelle der Zionistischen Organisation traf) die Leitung des hebräischen Schulnctzes, Innerhalb dieser einheitlichen Organisation hatten sich drei Arten von Schulen hcrausgcbildet. Es gab die ״allgemeinen Schule!1“, für die der vom Departement aufgestellte Lehrplan ohne weitere Zusätze galt, dann die Schulen des ״Misrachi“, die diesen Plan durch eine stärkere Betonung des religiösen Unterrichts erweiterten und schließlieh die Schulen der Arbeiterschaft, die den Grumlplan in der Richtung der Arbeitsschule allsweiteten. Finanziert wurde das Werk einerseits durch die Zionistische Organisation, die aus dem durch den Keren Hajessod aufgebrachten Budget eine bestimmte Summe für Er/iehtingszwecke auswarf, andererseits durch eine Subvention der Regierung und durch Schulgelder.!m Jahre 1932 war die palästinensische Judenlieit so weit, daß sie ihrem eigenen Organ, dem Waad Leumi, die Leitung des Sch ul Werks übertragen konnte. Er übernahm die finanzielle und administrative Verantwortung für das Schulnetz, erhält weiter von der Jewish Agency einen bestimmten Zuschuß und eine Subvention der Regierung und bringt den Rest durch Beteiligung der Munizipal!- täten und Kolonieverwalttingen und durch Schulgelder auf. Um einen Begriff von dem Wachstum des Schulwerks in den letzten Jahren zu geben, seien folgende Zahlen genanut: Bei Uchernahtrie durch den Waad Leumi lernten in den Schulen der Jewish Agency (Ende 1932) 23 911 Kinder. Anfang des Jahres 1935 haben wir in diesen Schulen 32 788 Kinder; und ihre Zahl wächst von Monat zu Monat. Man muß dabei in Betracht ziehen, daß 1934 in Privatschulen (zu denen auch die der Alliance Israelite Universelle zählen) über 15 000 Kinder aufgenotnmen waren, daß die Zahl und der Umfang dieser Institutionen unterdes stark gewachsen ist und auch weiter wachsen wird. Trotz der administrativen Zusammenfassung einer Majorität von Schülern in den Anstalten des Waad Leumi kann man also heute keineswegs von einer einheitlichen Gestaltung des hebräischen Unterrichts im Lande sprechen. Es gibt im Lande relativ wenig jüdische Analphabeten. Dagegen ist die Bildungsstufe keineswegs einheitlich, da viele Kinder mir wenige Jahre hindurch die Schule besuchen, was hei dem Fehlen von Schulzwang und sehr verschiedenem Bildungsniveau und Lebensstandard der Eltern schwer zu vermeiden ist. Organisatorische und finanzielle Fragen beschäftigen heute so sehr die Gemüter, daß für die eigentliche Fragestellung nach dem Ziel und der Richtung der Erziehung wenig übrig bleibt. Was ist unser Erziehungsidea!, welche geistigen Werte sollen dieser Weltansicht zugrunde liegen? lieber diese Fragen, die für uns von schicksalhafter Bedeutung sind, wird sehr wenig gesprochen, jedenfalls in den offiziellen Instanzen unseres Schulwesens. Unsere Erz.iehungsarbeit muß den Ausdruck der Grundlagen unserer geistigen Existenz bilden und von unserer geistigen Zielsetzung getragen sein, die aus den ewigen Werten jüdischer Geistigkeit zu formen sind; von hier aus ist gültige Wert- und Norm- Ordnung zu begründen. Das hebräische Schulwesen wird sich in seiner nächsten Entwicklungsepoche mit dieser geistig en Problematik zu beschäftigen haben, denn diese Problematik wird mit größerer und differenzierterer Einwanderung noch brennender. Mehr denn je brauchen wir das Bewußtsein von Pflichten und Verbundensein, mehr denn je ist einheitliche, verpflichtende Geistigkeit vonnöten. Der ״Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ hat, wie uns mitgeteilt wird, anläßlich des Kfjährigen Jubiläums der Universität seinen korporativen Beitritt zur ״Gesellschaft der Freunde der Jerusalem-Bibliothek e.V.“ erklärt. Moazah des Deutschen Hechaluz Der Heclialuz, Deutscher Landesverband, hielt am 1. April die zweite Sitzung seiner ständigen Moazah ah die von einer größeren Anzahl Chawerim aus dem Reich besucht war. Zweck dieses Zusammentreffens war die Bcsprechung neuer, für die Arbeit wichtiger Richtlinien, hinsichtlich ßerufsumSchulung und Ausbau der Hachscharah und des neugegründeten ״Erstaiisbildungswcrkes״ (Mittlerenhachscharah). Zu diesem Thema machte Georg Josephtal Begum der Moazah grundsätzliche Ausführungen, in denen er neben der_ selbstverständlichen Konzentration aller Kräfte auf das Palästinawerk, die Notwendigkeit einer planvollen Gallitharbeit hinsichtlich B e r u f s 11 m s c 11 i c 11111 n g, Erstaiis. b 1 i d 11 n g und jüdische Schule darlegte, wobei dcr Hechaluz. eine Schlüsselstellung innehat. Er wies darauf hin daß es uns heute darauf ankommc, nicht nur die aus einer sozialen Notlage an uns herantretenden Menschen zur Bcrufsumscliichtung zu übernehmen — was nach wie vor eine Selbstverständlichkeit in unserer Arbeit bleibt —, sondern zeigte auch, wie wichtig es in unserer Arbeit ist, durch programinäßiges Vorgehen die Menschen zu erfassen, die sich heute noch für ihre vorläufige wirtschaftliche Besserstelhm״ einen ideologischen Ucberbau geschaffen haben. Die ideenSmäßige Erfassung dieser Gruppe wird uns Menschen zuführen, die nicht aus einer überstürzten Hast, sondern aus einem tieferen Verstehen wichtig für die Arbeit des Hechaluz sein können. Eingehend behandelte der Referent die Frage des ״Erstausbiklungswerkes“, das heute bei der Entlassung von 6000 Jugendlichen aus der Schule erhöhte Bedeutung gewinnt. Es muß versucht werden, für diesen Aufgabenkreis aus eien Etats der Reichsvertretung und der Gemeinden besondere Mittel flüssig zu machen. Besonders dringlich sei auch die Schaffung eines jüdischen Scliulwcrkes in Deutschland, eine Arbeit, die heute mit an vorderster Steile in dem Oalurth- Programm einer zionistischen Jugend, besonders auch des Hechaluz, stellt. Im weiteren Verlauf der Moazah wurde ein Bericht über den derzeitigen Stand der Hachscharah gegeben. Diese kann nur unter Anspannung aller finanziellen Kräfte erhalten und weiter ausgebaut werden. Interessant war in diesem Zusammenhang zu hören, daß das Selbsthilfevverk der chaluzischen Jugend — ״Solidaritätsaktion“ —, das zur Zeit der Sperrung der zentralen Mittel im vergangenen Winter errichtet worden war, bereits erhebliche Erfolge gezeitigt hat und auch eine Anzahl Chawerim und Chaweroth zur Hachscharah bringen konnte. Schließlich gab Norbert Spiegel einen Bericht über die Alijah. Es komme nicht darauf an, Prüfungen von den zur Alijah gehenden Chawerim zu verlangen, sondern wir müssen vcrsuchen, durch eine zielbewußte Hachscharah, Erziehungs- und Tarbutharbeit Menschen zu gestalten, die wir vertrauensvoll ins Land gehen lassen können. Besonders betonte er die Mißlage, die sich ergeben habe durch die zu geringe Zuteilung aus dem Zertifikatsvorschuß und forderte, daß alle Anstrengungen gemacht werden müßten, bei der endgültigen Zuteilung eine genügende Anzahl Zertifikate zu erhalten. Der Abschluß der Moazah bildete ein Referat von Secw Orbach, der über die Einordnung der deutschen Alijah im Lande sprach. Wesentlicher Punkt war der Hinweis darauf, der Alijah itn Lande, durch eine gute Vorbereitung in der Hachscharah die Möglichkeiten zur Einordnung zu erleichtern — dies besonders durch eine intensive Hebräisch• Arbeit und Beschäftigung mit den Problemen der palästinensischen Wirklichkeit. Er zeigte, welche Schwierigkeiten sich dadurch ergeben, daß bis heute noch keine übergeordnete Instanz vorhanden ist, die eine zielbewußte Einordnungs- Politik betreibt. Hier stellte er die entschiedene Forderung auf, die Schaffung einer solchen Institution von der Histadruth zu fordern, da sie heute den dringendsten Bedürfnissen der ins Land kommenden Alijoth entspreche. Die Moazah beschloß, die Chawerim des Merkas zu beauftragen, sich für die Verwirklichung dieses Gedankens cinzusetzen. Zum Schluß der Moazah wurden noch einige personelle Fragen innerhalb der Leitung des Deutschen Hechaluz gercgelt, die sich durch das Ausscheiden einiger Chawerim des Merkas und den Neueintritt anderer ergaben. In ihrem Gesamtinhalt legte diese Moazah Richtlinien fest für die Arbeit des Deutschen Hechaluz in den kommenden Monateii und gab damit die Grundlagen zu neuen und er• weiterten Tätigkeitsgebieten. Schach Bearbeitet von J. Mieses Endspielstudie. Von Dr. M. Lewitt in Berlin jp? ' mn Weiß am Zuge gewinnt Dr. Lewitt, der in der Vorkriegszeit zu den besten Spielern Herlins gehörte, hat auch auf dem Gebiete der Endspielstudien Ilervorragendes geleistet. Typisch für seine Kompositionen ist, daß in ihnen der spielerfahrene Praktiker zum Ausdruck kommt. Die Steilungen sind ungekünstelt und machen den Eindruck eines der Praxis entnommenen End- Spiels. Kr hat darin etwas Wesenverwandtes mit Röti.!Dies gilt auch für die obige Studie. Lösung 1. K f3—c4 L b6—d8 Dies ist natürlich notwendig, um den h-Haufrn aufzuhalten. 2. b5—b6! K a5—a6 W enn der schwarze König den Hauern srhliigt, so würde nach 3. K r4 f5 der h-Haucr zur Dame gc’angen. 3. Kc4 — e5 L dB — g5 Schwarz hat nichts Besseres. 4. he-117 I. g5 —cl 5. K f5—(16 1. <1 •112 6. Kd8—c7 . Mit gutem Grunde zieht der König nicht sofort nach c6. 6. I. b2—e5f 7. K 0 7 ׳ Le5—31 (118) 8. I>6 1)7 K 36 —37 9. Kc6.-c7 I. al (118) — c5f 10. K c7—c8 und Weiß gewinnt. Eine für den Praktiker recht lehrreiche Studie. Lösung der Aufgabe Nr. 3 1. Dr6-I,7, T a6Xbe 2. S (7--d6t u-w, 1., Ia5—b4 2. D 117-hl u-w. Im ührigen droht 2. S!7—d6f u-w. 1. Ta6—a7 2. D b7—hl usw. 1.•י ß4־~ g3 2. D b7—f3 matt. Der Lösungsversuch 1. D c6—hl scheitert an 1. . . ״ T a0Xb6. Richtige Lösungen gingen ein vom Dans Colin, B. Epstein, Dr. Martin Putzrath, Margot Süßermano, Abram Glitzenstein (sämtlich in Berlin), N. Löwin in J. Koeppler in Beutlien, Pr. K. in Pirmasens, Max Piper in Apolda, Adolf Griinthal in Gleiwilz, Samuel Kschcpitzki in Hamborn, eand. med. Ruth l'rie< 1 lii 11<ler in Freiburg (Brci-gau), Hans E'lörsheim m München-Gladbach, Erich Rubcnsohn in Hildeslicim, Ch. Ehrlich יי München. Aus jüdischen Schachvereinen Berlin. Der Berliner Meister S. Roten stein gab am 18. März in der Schachahtciltmg des Berliner Sport bundes der ״RJF.“ eine Simultanvorstcllung von 15 Partien mit dem vortrefflichen Resuhat von 12 Gewinnen und 3 Remisen (gegen Rechtsanwalt Loewy, Di. Hirschberg und Dunyc). Hamburg. Die Schachahteilung des ״F. C. B I a u - W e i ß“ ® Hamburg hat jetzt einen sehr erfreulichen Aufschwung genommen. umfaßt iiIkt 50 aktive M itglieder, die alle an dem laufenden Kreis-Meister־ Schafts-Turnier tcilnehmcn. In der ersten Klasse des Klubmeisterschaftsturniers spielen alle starken jüdischen Spieler Hamburgs mit, von denen eine ganze Anzahl auch recht gute Erfolge in anderen größeren Turnieren aufzuweisen haben. Spielabend: Mittwoch יי» 20.30 Uhr ab bei Prediger (Kleines Cafö), Alsterarkaden. Leipzig. Die Schachabteilung des Bar Kochba Leipzig beredete ihrem Ehrenmitglieds Jaques Mic-.cs zu seinem 70. Geburtstage einen Khrcnabeml, an dem das jüdische Scharbptiblikum regen Anteil nahm. Dr. E. Illuinlx-rg, der Vorsitzende der Abteilung, hob besonders di« außergewöhnliche schriftstellerische Arbeit des Meisters hervor. Dt■ f.ehrlreund betonte in seiner Ansprache, daß wirkliche Leistung muner Achtung verschaffen wird. Herr Mieses dankte in bewegten Wor.cn für die Ehrung und versprach, seine weitere Arbeit ganz in den Dienst des jüdischen Srhaohsports zu stellen, der gerade von Leipzig aus heule besonders gefördert werde. Der Altmeister demonstrierte dann eine seiner schönsten Partien, die ihm einen seiner zahlreichen Schönheitspreise eingetragen hat. Anschließend beteiligte sich. Miese« an einem Blitzturnier, bei dem in der ersten Gruppe Fajarowicz alle sechs Partien gewann. Mieses wurde mit 4',4 Punkten Zweiter, fern« Lipszyc 3, Buslik 2!/־. Mundszluk, Schönfcld 2 und Goldfaden 1 Punkt. ~B O I 1 E ft | trhimr ✓ Wuliilaiii.KMWl | <tB| H j LEO HAHN IERL1N W SO Hellendertpftz I BT Pftllftft 1081 [ mmoiftiiaftii / «>t1e» 2 »•»»»*•*־ 1