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Jüdische Rundschau · 1935-04-17 · Heft 31-32 (17.4.1935) · page 32

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 31-32 (17.4.1935)
Date
1935-04-17
Page
– (sequence 32)
Language
German
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Seite 32 40 JAHRE JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr.3T?'32, 17. IV. 1935 Die Konferenz der W1ZO Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel-Awiw, 5. April 35 Auch in ilen Verhandlungen der Wizo-Weltkonferertz blieb dieses Bewußtsein, in Palästina zu tagen, immer lebendig. Es prägte sich auf lebhafteste Weise in der sprachlichen Färbung der Konferenz aus. Es gelang, dem Hebräischen den Vorrang als Verhandlungssprache zu sichern. Die Exekutive, insbesondere Riwka Sieff, die mit ihrem hebräischen Rechenschaftsbericht einen außergewöhnlichen Erfolg erzielte, ging mit gutem Beispiel voran, und wer noch nicht so weit war, hebräisch referieren oder diskutieren zu können, der machte zum mindesten den Versuch einleitender hebräischer Worte. Für die Hunderte von Delegierten aus aller Welt war Berührung und engere Bekanntschaft mit der Arbeit im Lande von Bedeutung. Es bleibt freilich bei derartigen Besuchen oft fraglich, ob die Delegierten imstande sind, den Dingen auf den Grund zu gehen. Palästina ist um diese Jahreszeit an sich berauschend und wird noch berauschender durch die Kette der beste und Veranstaltungen und die feiertagliche Stimmung, die auf derartigen Zusammenkünften zu herrschen pflegt.' Die Besuche sind daher wohl in hohem Malle geeignet, Begeisterung und damit Arbeitseifer anzuregen, schaffen jedoch auch manchmal allzu rosige und daher falsch gefärbte Bilder von der wahren Situation, ihren Schwierigkeiten und Problemen. Die Konferenz bemühte sich, neben der Feststimmiing die eigentliche Arbeit nicht zu kurz kommen zu lassen. Sie hatte zwei neue Punkte zu behandeln, einerseits die l'ebernahine der Kindergärten durch die Wizo, andererseits die Verbesserung der allgemeinen Ausbildung; (Hachse harah) im Auslände. Zum eisten Punkte hat sich die Konferenz nicht positiv entscheiden können, dagegen hat die englische I'odcratioti ihren Willen erklärt, das Geld für die Kimlergäitcti für die nächsten zwei Jahre außerhalb ihres normalen Wtzo-Kontingenti sj herzustellen, in der Hoffnung, da II der Waad I cuini nach dieser Zeit so weit sein wird, daß er die finanzielle Verantwortung für die Kindergarten itbcrnchiiH ii kann. W.i.s die Ausbildung für Palästina im Auslände bet.'itlt, >o w'll die Wizo zuerst versuchen, die Zionistische Organisation auf diesem (iebiete zu aktivieren und dienötigen S liritic zu einer Hebung der I ehcusbeeiiiigiiiigen in den I lechaluz/euti eü und damit der Ausbildung zu tun. i ist wenn ein Beschlull der Zionistischen Organisation zu diesem Punkte vorliegt, wird die Wizo ihre Arbeit in dieser Richtung weiter beraten. Für die Verhandlungen mit der Zioiii»ti>cln n < >!,::iiti*atioi) wurde eine Kommission gew ählt, die in der S;t/uug des Al-.iions-e anmtcN empfangen wurde und dort ihre Sache verfocht. Auf allen anderen Arbeitsgebieten, Ausbildung für 1 atid- Tlnd Hauswirtschaft, Sorg-- für Mutier und Kill, wurde «eine Wcitcrfiihrung und zum Teil eine Ausbreitung der Aktionen heschiosseu. Von besonderem Intel esse ist Ji-r Wunsch der Konferenz, die Z e n t r a 1 e d e r B e w e g u n g, die jetzt in London ist, nach Palästina zu überführen. Trotz der betia htiicheti demonstrativen Wirkung und Arbeitsleistung der Konteren/, beginnen sieh hier dieselben Schwierigkeiten zn zeigen, die wir aus den letzten Kongressen kennen. Man spurt die ganze Schwerfälligkeit des Apparats mit seinen Delegierten, Plenarsitzungen und zahlreichen Kommissionen, der eine solche Tagung zu einer ebenso anstrengenden wie langwierigen Angelegenheit gestaltet. Auch bei der Wizo wäre eine gewisse reformatorische Aktion auf diesem Gebiete vonnöten, die jetzt vermutlich noch leichter ist als in einigen Jahren, wo sowohl die Arbeit als auch die Schwierigkeiten gewachsen sein werden. Die technische Organisation der Konferenz machte natürlich in Palästina außergew öhnlich große Schwierigkeiten. Zwar ist jetzt in den Ausstellungshallen am Jarkon eine Reihe von Gebäuden entstanden, die groß genug für ein zahlreiches Publikum sind und die Eröffnungssitzung zeigte einen durchaus gelungenen und geschmackvollen Rahmen. Unterbringung der Delegierten und Gäste war jedoch keineswegs einfach und die Entfernung des Konferenzortes von der Stadt, die ungenügenden Verbindungen, eine ganze Reihe von technischen Einzelheiten stellten sowohl die Delegierten als auch die Gäste gelegentlich auf schwere Proben. Wenn dennoch die Abhaltung der Tagung gerade in Palastina sich fraglos als ein positiver Ansporn für die Arbeit in den Galuthländern auswirken wird, so beweist das von neuem die heute immer steigende Attraktionskraft des Landes. * Die Wahlen für die Leitung und den Rat der Wizo hatten folgendes Ergebnis: Präsidentin: Lady Herbert Samuel; Vizepräsidentinnen: Mrs. H. Irwell, Mrs." E. Nathan und Mrs. M. Gaster. — Exekutive für Palästina: Vorsitzende Hadassa Samuel-Jerusalem; ferner die Damen Rose Ginsberg-Jerusalem, Anna Jaffe-Tel-Awiw, Dr. Helena Kagan-Jerusalem, Dr. Rachel Klompus-Tcl-Awiw, Esther Smoira-Jerusalem, Braude- Tel-Awiw, Esther Feiwcl-Jerusalem, Ada Fishman-Ncss Ziona, Rachel Rubaschow-Tel-Awiw. — Londoner Exekutive: G. Olga Almau, M. Epstein, Romana Goodman, Frau Harry Sacher, Rebecca Sieff, Dr. Celina Sokolow, Frau Robert B. Solomon, Dr. Vera Weizmann. — Exekutive-Mitglieder in anderen Ländern: Marie Apte-Krakau, Ethcl 1 layman-Johannesburg, Sclma Margulics-Bukarest, D. Nathan-Aiikland (Neuseeland), llonka Roth-Timisoara (Transsyivanien), Reza Steindlcr-Belgrad, Hanna Steiner-Prag. — Mitglieder des Rates: Oesterreich: Dr. Martha Hoffmann; England: Frau Robert B. Solomon, H. Diamond; Finnland: A. Pergament-Hclsingfors; Holland: M. de Leeuwer Gerzon-Haarlem; Italien: A. Lcvy, Minizi-Marx; Palästina: Rachel Gottlieb-Jerusalem; Polen: R. Horowitz-Krakau; R. Zinimcrmann-Tcl-Awiw; N. Braudc-Warschau, M. Reznik- Lodz; Transsylvanicn: F. Wcinbcrger-Cluj, Dalma Deutsch- I ugoj. Limka Rciter-Timisoara; Bukowina: Klara Klinger- C. emauti; Südafrika: M. Oblowitz-Kapstadt, D. Bankin-Johannesburg; Schweiz: Carola Kaufmann-Basel, Florette Guggenheim-Zürich; Kroatien: J. König-Zagreb. Lodzer Stadtrat suspendiert Warschau, 12. April. (JTA.) Die Mitglieder der antisemitischen M e h r h c i t des Stadtrats von Lodz, die vor kurzem die jüdischen Stadtverordneten in offener Sitzung tätlich angriffen und mehrere von ihnen, darunter den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde und agudistischen Sejmabgeordneten Minzberg, verletzt haben, weigern sieh, dem Vorschlag des Regierungskommissars, eine Entschuldigungserklärung an die Überfallenen Stadtratsmitglieder abzugeben, zu entsprechen. Die jüdischen Stadträte sollten sich ihrerseits für die in der Abwehr gebrauchten beleidigenden Ausdrücke entschuldigen. Der Regierungskommissar hat daraufhin erklärt, keine w eiteren Sitzungen des Stadtrats m ehr /.«zulasse n, bis -eine friedliche Vereinbarung erzielt werden wird. Die Zwischengeneration Unsere Veröffentlichung in Nr. 24 vom 22.. März über die Lage der Dreißigjährigen hat ein überaus lebhaftes Echo gefunden. Zahlreiche Zuschriften, zum Teil sehr umfangreicher Art, sind uns zugegangen, aus denen hervorgeht, daß die Menschen dieser Altersklasse den Aufsafz als ein erlösendes Wort zur rechten Stunde empfunden haben und in denen unsere mehr allgemein gehaltenen Ausführungen durch die Schilderung persönlicher Schicksale unterstrichen werden. Dabei ist bemerkenswert, daß die Situation sich für die ins Ausland gegangenen Akademiker manchmal noch schwieriger darstellt als für die Hiergebliebenen. Durchgängig fügen die Briefschreiber ihren Ausführungen die Bitte hinzu, daß nun endlich die maßgebenden Stellen sich zu einer Tat aufraffen mögen und auf irgendeine Weise versuchen sollen, durch geeignete Maßnahmen das Schicksal dieser Generation zu erleichtern. Wir haben diesem Wunsch bereits in unserem Aufsatz Ausdruck gegeben und möchten ihn heute im Namen all der vielen, die uns gesehrieben haben, als auch im Namen der Tausende, deren schweigende Zustimmung wir annehmen dürfen, nochmals dringend den zuständigen jüdischen Instanzen ans Herz legen und der Hoffnung Ausdruck geben, daß es gelingen möge, Wege zu finden, auf denen sich eine Wiedereingliederung der Zwischengeneration in das Wirtschaftslebcn bewerkstelligen läßt. Es ist gewiß eine überaus schwierige Aufgabe; aber man wird auf die Dauer doch nicht um eine konstruktive Lösung herumkommen. Das Elend dieser Generation ist zu groß, als daß man noch länger untätig zusehen dürfte. N, IN ALLER KURZE Unter außerordentlich starker Beteiligung der politischen und publizistischen Kreise New Yorks wurden am 12. April die sterblichen l'eberrcste des Llcrausgebers der „New York Times" und Mitdirektors der „Associated Press-, Adolph S. Ochs, auf dem Friedhof Templc Israel in Mount Hope, New York, beigesetzt. Der Trauergottesdienst fand im Tempel Emanu-El, dessen Vorstand der Verstorbene angehört hatte, statt. Präsident Roosevelt hatte ein herrliches Bln. mengewinde niederlegen lassen. Die öffentlichen Gebäude hatten Halbmast geflaggt. Das am 5. März d. J. vom Parlament des Staates New Jersey beschlossene Gesetz, durch das Propaganda gegen Menschen einer bestimmten Rasse, Hautfarbe oder Religion als Verbrechen erklärt wird, ist durch die Unterschrift des Staatsgouverneurs Hoffman sanktioniert worden. In einer unter dem Vorsitz des Präsidenten der historischen Abteilung der Royal Society of Medecine, Sir St, Clair. Thompson, abgehaltenen Sitzung der Gesellschalt sprach Prof. Dr. A. S. Y a h u d a über das Thema „Die medizinischen Hinweise in den Büchern Mosis im Lichte der ägyptischen Papyri". Dem Vortrag wohnten zahlreiche hervorragende Mitglieder der Gesellschaft und sonstige Gelehrte bei. in den Zentralrat des Verbandes der Stadtemeinden Polens wurden auch zwei Juden, Stadtrat regman, für die Warschauer Stadtverwaltung, und Dr. A. Rotfcld für den Lemberger Gemeinderat gewählt. DIE BEIDEN ZENTRALEN TINA NZ IN S TR UM EN TE DES PALÄSTINA-AUTBAUS DER BODENFONDS Gegründet 1901 KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Der Keren Ka/emeth I.efisraet erwirbt mit freiwilligen jüdischen Volksspenden den Boden in Palästina als unveräußer lidies Eigentum des jüdischen V olkes und gibt ihn selhstarbeitenaen jüdisdien. Siedlern in Erbpacht, demjüdisehen 11 and werk und der jüdisScn Industrie zum Erbbau. DER AUFBAU FONDS Gegründet 1920 KEREN HAJESSOD Der Keren Ha/essod schafft mit den Mitteln der freiwifli" gen Selbstbesteuerung die kolonisatorischen, wirtschaftspolitischen und kulturellen Grundlagen für die Erridotung der nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina. Er ist der öffentliche jüdis che Träger des Auf haus. Landbesitz: 349000 Dunam Wert des Bodens: 5000000 £ Investitionen: 5100000 £ für landwirtschaftliche und städtische Kolonisation, Erziehung, Gesundheitswesen und Einwanderung Jeder seiner Verantwortung Bewußte Jude muß Palästina mit auf Bauen durdi seine Spenden an den durch frettvi/fige SefBstbesteuerung beim KEREN KAJEMETH KEREN HAJESSOD Berlin W15, Meinekestr. 10 Postscheckkonto: Berlin 282 47 Berlin W15, Meinekestr. 10. Postscheckkonto: Berlin 153342

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