Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 31-32 (17.4.1935)
- Date
- 1935-04-17
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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% Nr. 31/32, 17. IV. 1935 40 JAHRE JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 23 auch wenn zeitweise wir in der Vertretung unserer Meinungen stark anrinandcrprallen. Sie sind stets mit Begeisterung für die Palästina-Wanderung eingetreten. Ich selbst stehe mit den meisten deutschen .luden auf dem Standpunkt, daß auch aus dem deutsch-jüdischen Programm die Palästina-Wanderung sich gar nicht mehr ausschalten läßt. Auch in dieser Frage werden wir beide wahrscheinlich stets starke Differenzen aufweisen. Dies darf mich aber — selbst in einer Zeit, wo diese Differenzen stark hervortreten — nicht hindern, Ihnen zu dem Jubiläumslage herzlichste Wünsche für die weitere Arbeit im gesamtjüdischen Interesse zu übermitteln. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener Dr. Otto Hirsch schreibt uns: Länger als ein Menschenalter steht die „Jüdische Rundschau" im Dienste des Judentums. Aus einem Nachrichtenblatt für einen kleinen Kreis ist sie für die öffentliche Meinung der deutschen Juden zum Spiegel und zum Wegweiser zugleich geworden, aus einem Parteiorgan zum Mahner und Wahrer jüdischer Solidarität. Der geistige und sittliche lloclistand eines Journalismus, dem besonders ihr derzeitiger Hauptschriftleiter ein Gepräge eigenster Art zu geben verstanden hat, versöhnt und befriedigt den Leser auch dort, wo seine Anschauungen abweichen. Mit solchem Rüstzeug möge die „Jüdische Rundschau" auch fernerhin die großen und schweren Aufgaben meislern, die heute der jüdischen Presse in Deutschland gestellt sind! Dr. Arthur Ruppin schreibt aus Jerusalems Mit dem Merzigsten Geburtstag beginnt für einen Menschen meist die Höhe seines Lebens. Wenn ich mir die Geschichte der „Jüdischen Hundschau" in den 40 Jahren ihres Bestehens vergegenwärtige, so sehe ich auch in ihr ein stetiges Aufsteigen von den ersten tastenden Versuchen bis zu der gefestigten Höhe, auf der sie heute steht. Es war kein kleines Wagnis vor 40 Jahren, als die wirklichen Zionisten in Deutschland ein paar Dutzend zählten, eine zionistische Zeitung herauszugeben. Wenn seitdem die Zahl der Zionisten um das tausendfache gewachsen ist, so ist dies nicht zum kleinsten Teile das Verdienst der „Jüdischen Rundschau". Der deutsche Zionismus ist von der „Jüdischen Rundschau" unabtrennbar. In ihr schuf er sich das Organ zur Klärung seiner Ideale und zu ihrer Verbreitung in immer weiteren Kreisen. Die „Rundschau" halte das Glück, daß in den schweren Zeilen des Krieges, in den Erschütterungen nach dem Kriege und bis in die ereignisreiche Gegenwart hinein an ihrer Spitze Männer standen, die von tiefer Verantwortung durchdrungen und nicht nur Journalisten, sondern Denker und Führer waren. Dank ihnen hat sich die „Jüdische Rundschau" von der Tendenz zur Sensation, die leider so viele jüdische Zeitungen anderer Länder zeigen, freigehalten und sich bemüht, den unzähligen Problemen des jüdischen Lebens objektiv und tiefschürfend nachzugehen. Ks ist unabschätzbar, was die „Jüdische Rundschau" in dieser Weise für die Entwicklung des zionistischen Gedankens in Deutschland und darüber hinaus getan hat. Sio ist mit ihrem ungeheuer gewachsenen Leserkcise ohne jeden Zweifel eines der wichtigsten und vielleicht das wichtigste zionistische publizistische Organ geworden. Wenn man mit Hecht sagen kann, daß die Höhe der zionistischen Bewegung eines Landes sich in dem Standard ihres publizistischen Organs widerspiegeil, so kann man sagen, daß der deutsche Zionismus der „Jüdischen Rundschau" und die „Jüdische Rundschau" dem deutschen Zionismus zur Ehre gereicht. Ich kann nur wünschen, daß in den nächsten zehn Jahren, die für die Zukunft unseres Volkes von so entscheidender Bedeutung sein werden, die „Jüdische Rundschau" weiterhin ihrer Tradition treu bleibt und ihren Teil dazu beiträgt, um unserer Sache zum Si''ge zu verhelfen. Jerusalem, den 20. März 1935 Hermann Struck, Haifa, schreibt unter anderem: Es ist mir ein besonderes Vergnügen, der „Jüdischen Rundschau" meine herzlichsten Glückwünsche zum 40jährigen Jubiläum zu senden. Erinnere ich mich doch der bescheidenen Anfänge dieser Zeitung, die sich einen so geachteten Namen in der Presse der Judenheit erworben hat. Ganz besonders erfreuen mich die erfolgreichen Bestrebungen der letzten Jahre, die für die Eingliederung in Erez Israel unerläßliche Kenntnis der hebräischen Sprache zu verbreiten. Einen Gruß vom Abhang des Karmel zum Ufer der Spree und ein Hoch dem Geburtstagskind 1 <ä^d_ Der Schriftsteller Gerson Stern schreibt u. a.: Sehr geehrte Herren! Wer sich mit den Fragen des Judentums beschäftigt, wer sich um die Juden in Deutschland sorgt, wer in seinem Wirken, mil seinem Herzen verflochten ist mit dem, was unter der Juden frage im weitesten Sinne verstanden wird, kann nicht unbeteiligt an der Tatsache vorübergehen, daß die „Jüdische Rundschau" auf 40 Lebensjahre zurückblickt. Sie hat der zionistischen Idee gedient; geworben, gerungen, gekämpft für diese Idee.... Ich möchte jedoch ein Besonderes herausstellen. Die Größe einer Leistung offenbart sich darin, daß ihre Auswirkung die Grenzen hinausschiebt. Es ist nicht mehr statthaft, die „Jüdische Rundschau" nur vom Gesichtspunkt ihrer zionistischen Bestrebungen aus zu werten. Die „Jüdische Rundschau" ist eine der repräsentativen Vertreterinnen des deutschen Judentums überhaupt geworden. Unzähligen bedeutet sie eine unentbehrliche Stütze. Gerade in den Tagen der ersten Erschütterung trat sie mit Worten vor die deutsche Judenheit, die vielen den ihnen notwendigen Rückhalt, Kraft und Würde gaben.... Möge die „Jüdische Rundschau" dieser, ihrer hohen Aufgabe dienen zum Segen der gesamten Judenheit Ihr sehr ergebener Prof. Ismar Elbogen schreibt uns: Ich erinnere mich des bescheidenen Blattes, das Heinrich' Locwe mit größler Opferwilligkeit herausgab, des einseitigen Xarhrifhlenblalts, das Dr. Becker von dem kleinen Zimmer der Hleiblreusiraße aus veröffentlich! hat, und sehe die heutige „Rundschau", die sich zu einer Zeitimg großen Stils, einem der wichtigsten Organe der jüdischen öffentlichen Meinung entwickelt hat. Ein gewaltiger Fortschritt! Möge die Zeitung immer weiter hinansteigen — ^"71 ^FlO» Zum 17. April 1935. 7 Die „Unabhängige Misrachi landes- Organisation Deutschlands" schreibt: Es ist uns ein besonderes Bedürfnis, der „Jüdischer* Rundschau" anläßlich ihres 40jährigen Jubiläums wärmste Glückwünsche auszusprechen und ihr die bester! Wünsche für ihre weitere Tätigkeit in dein Geist, der sie. heute l>eseelt, zuzustellen. Die „Rundschau", es sH,l wohl darüber in positiv jüdisch gerichteten kreisen keine Meinungsverschiedenheit, i-1 zur \ erkämpfen!) für die Judenheit Deutschlands, aber darüber hinaus für Judentum, für innere, sittliche Vervollkommnung der jüdischen Gesamtheit geworden. Die ..IIinuNt hau", als zionistische-, Parteiorgan gegründet, i-t hinaus-cw ac|,-ei> über den Rahmen eines soh hen Organs, si(. \crlrill. in der richtigen Erkenntnis, daß Zionismus gleichbedeutend werden muß mit Judentum schlechthin, den Standpunkt eines totalen Judentums, das alles umfassen muß, was jüdischen Geist beinhaltet Die Ehrfurcht vor allem, was legitim jüdisch ist, scheint uns Voraussetzung zu sein für fruchtbringende Tätigkeit eines jüdischen, eines wahrhaft zionistischen Iiialles. W ir wünschen der „Jüdischen Rundschau", daß sie In diesem Geist weiter arbeiten möge. Der Erfolg wird sicherlich nicht ausbleiben. Unabhängige Misrachi Landes-Organisalion Deutschlands Alexander Adler Der 38 jährige „Makkabi" gratuliert der vierzigjährigen „Jüdischen Rundschau": Der „Makkabi" wird in zwei Jahren ebenfalls sein 40jnhriges Jubiläum feiern. 1897 wurde der „Bar Kochba Berlin" gegründet, zwei Jahre nachdem die „Jüdische Rundschau" begonnen halte, Sprachrohr des erwachenden Zionismus unter den deutschen Juden zu werden. In zunehmendem .Maße ist die „Jüdische Rundschau" auch Sprachrohr des „Makkabi" geworden. Aeußeier Ausdruck hierfür ist der KÖPFE DEUTSCHER ZIONISTEN Eine Reihe von deutschen Zionisten, die in der Exekutive bzw. der ZVfD. Ämter bekleidet haben. f°<°i: Behnkt, Sonntnftld. Archiv David Wolffsohr Otto Harburg Arthur Hanthe Arthur Ruppin Cham» V. AtIosotoU