Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 30 (12.4.1935)
- Date
- 1935-04-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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JODISCHE RUNDSCHAU Palästinensische Umschau NR. 30,12. APRIL 1*55 ^ÄÄSl-,n Für Reform an Geist und Gliedern den, Von Dr. J. Adler, Tel-Awiw Im Anschluß an die kürzlich durchgerührte Kapitalerhöhung der „Palcstinc Electric Corporation, Ltd." (Ruthcnf,erg-Gescllschaft), die bekanntlicli einen sensationellen Zeichnungserfolg in der Londoner „City" erzielte, wurde in manchen Pressekommcntaren ausgeführt, daß die Verfügungsgewalt über dieses wichtigste Unternehmen der palästinensischen Volkswirtschaft damit nun endgültig aus jüdischen in englische Hände übergegangen sei. Wie wir durch genaue Erkundigung an zuständiger Stelle und durch direkte Einsicht in offizielle Dokumente feststellen konnten, treffen jene Behauptungen und die daraus gezogenen oft weitreichenden Schlußfolgerungen allgemein wirtschaftlicher und politischer Art nicht zu. Der Sachverhalt ist vielmehr folgender: Bis zu der Antang dieses Jahres beschlossenen Kapitalerhöhung um KP 1,5 auf CP 2,5 Millionen betrug das Nominal-Aktienkapital der Oesellschaft KP 1 Million, davon KP 050 (KW in einfachen, gleichmäßig stimmberechtigten Stammaktien, wovon KP 937 625 tatsächlich begeben waren, der Rest in Vorzugsaktien. Von jenen Stammaktien befinden sich etwa 60 ",'o in palästinensisch-jüdischen und englisch-jüdischen Händen, und zwar ganz überwiegend im Besitze großer Institutionen, die restlichen rund 10 ",,» in uichtjüilisch-cnglischer Hand. An der hiernach bestehenden jüdischen Stimmenmehrheit hat sich auch durch die neueste Kapitalerhöhung nichts geändert. Von den beschlossenen KP 1 500 (XX) neuen Aktien sind KP 300 000 für spätere Disposition zurückcstellt und somit vorläufig nur KP 1 200(XXI emittiert wordavon einesteils i:P 600 000 als gewöhnliche, voll dividendenberechtigte, jedoch nicht stimmfähige „A"-Aktien, andcrntcils KP 600 000 als P _■ "..ige, tilg- und kündbare und ebenfalls nicht stimmfähige Vorzugsaktien („Preferrod Shares"). Die neuen „A"-Akticn wurden den bisherigen Aktionären zur Ausübung ihres Bezugsrechtes im Verhältnis 3 (neue ,,A"-Akticn) : 5 (alte Stammaktien) zum Kurse von 123 "o offeriert; von diesem Bezugsrecht haben die Aktionäre durchweg Gebrauch gemacht; hinsichtlich dieser „A"-Aktien ist also die jüdische Kapital-Majorität gewahrt geblieben. Was nun die CP 600 000 neuen Vorzugsaktien betrifft, so wurden sie, und zwar zum Zeichnungskurse von 100 ",'o, dem offenen Londoner Markte angeboten, der sie so eifrig aufnahm, daß der aufgelegte Betrag rund 32fach überzeichnet wurde. Demgemäß wurde nach üblicher Methode die Zuteilung der Stücke an die einzelnen Zeichner „repartiert". Inwieweit hierbei die neuen Vorzugsaktien in jüdische und nichtjüdische Hände kamen, läßt sich nicht ermitteln. Völlig unzutreffend ist auf jeden Fall die Behauptung, da.ß eine LonCrner Elcktri/itätsgesellschaft für HP 000 000 dieser Aktien erworben habe, da ja in der Tat nur CP 600(XX) emittiert worden sind. Es scheint hierbei Zeichnungsbetrag und tatsächliche Zuteilung miteinander verwechselt worden zu sein. Falls eine Einzelzeichnung in Höhe von CP 000 (XXI erfolgt ist, konnten auf sie nur rund CP 2S 750 zugeteilt werden. Selbst wenn die Vorzugsaktien restlos in nichtjüdische Hand gelangt wären (was aber bei dem besonderen Interesse, das gerade seitens jüdischer Finanzkreise Englands der Emission zuteil ward, keineswegs anzunehmen ist), könnte von einer „Ueberfremdung" des Unternehmens noch durchaus nicht die Rede sein. Von dein nunmehr erreichten Kapitalstande von insgesamt CP 2,2 Millionen würden dann zwar — im niclitwahrschcinlichen, ungünstigsten Falle — nur ruiRi £P 960 000 (60 <>'<> der Stammaktien und der ,,A"-Aktien) jüdischen Aktionären gehören; da aber, wie schon bemerkt, das Stimmrecht lediglich den Stammaktien zusteht, so hat sich der entscheidende Einfluß des Initiators des Unternehmens, Pinciias Ruthenberg, und der mit ihm verbundenen jüdischen Gruppen, insbesondere auch unserer nationalen Instanzen, nicht gemindert. Uebrigens hat die Oesellschaft das Recht, die neuen Vorzugsaktien jederzeit mit vierteljährlicher Kündigungsfrist zurückzuzahlen und dadurch auch rein kapitalmäßig die jüdische Mehrheit wiederherzustellen, weshalb die Vorzugsaktien-Emission nicht, was natürlich näher gelegen hätte, auf dem palästinensischen, sondern aut dem Londoner Kapitalmarkte erfolgt ist, wurde aut unsere Frage damit begründet, daß man den palästinensischen Markt, der ja bisher an ziemlich hohe Wertpapier- Renditen gewöhnt war, noch nicht reif genug dafür gehalten halie, ein 4</a »oiges Papier zum Zeichntingskurse von 100'Vo aufzunehmen — worüber man immerhin verschiedener Ansieht sein kann. Der Ertrag der soeben vollzogenen Kapitalerhöhung" wird dazu dienen, die Obligationsschuld der Gesellschaft (CP 217 900 4 «/„ige „Debentures" und CP 293 820 6 « -ige) zu tilgen, das neue (auf Irak-Erdöl-Vcrwcndung basierende) Kraftwerk in Haifa und das neue Unterwerk für den Scharon in Natliania zu errichten und andere aktuelle Finanzierungsaufgaben zu lösen. Die Erdölquellen am Toten Meer Im englischen Unterhaus fragte Colone! Todd den Ersten Lord der Admiralität, ob er im Hinblick auf die ■.Verletzbarkeit" der bestehenden Beschaffungsmöglichkeiten dir Erdöl und im Interesse einer gesicherten Er cl Ölversorgung <j e r Flotte die sofortige Erschließung der Ocl- Mder im Gebiet des Toten Meeres unter verläßlicher britischer Leitung dringlich veranlassen wolle. — Der Lr>te Lord der Admiralität, Sir Bolton Eyrcs Monsell, erklärte, er sei weder der Ansicht, daß die bestehenden Oelvcrsorgungsmögliehkeiten „verletzbar" sind, noch daß die betreffenden Oelfclder, falls dort Oel in genügender Menge Kefuiiden werden sollte, mit besonderer Dringlichkeit aus- Rfhaut werden müssen. Die Admiralität würde die Erschließung selbstverständlich begrüßen, halte aber vom Standpunkt der Flotte aus besondere Maßnahmen nicht für "ot wendig. — Auf eine weitere Frage Colone! Todds «rklärte Sir Bolton, es sei ihm bekannt, daß Erdöl an stellen gefunden wurde, die vom Hafen weniger *cit entfernt sind, als die derzeitigen Bezugsquellen. Nathan D. Kaplan, r;mpany in Tel-Awiw", Jana ernannt worden. C( der Präsident der „Palestine Trust ist zum kgl. dänischen Konsul in Das Programm von „Kfdman" Die Gruppe Fortschrittlicher Allgemeiner Zionisten „Kidmah", die kürzlich in Tel-Awiw ihre erste Tagung abhielt (über die öffentliche Eröffnungsversammlung mit den Reden von Wcizmann, Krojanker, Bluuieiifeld, Koscnblüth usw. haben wir berichtet), hat jetzt ihr zionistisches Programm formuliert. Es wird mitgeteilt, daß die Einzelheiten und die Stellungnahme zu allen Tagesfragen in einer Broschüre enthalten sein werden, die in der nächsten Zeit erscheint. Aber auch schon das prinzipielle Rohprogramm ist zweifellos bei den chaotischen Verhältnisben innerhalb Palästinas der größten Beachtung wert, weil es einen starken Ruf zur nationalen Sammlung und Einheit enthält. Aus den Formulierungen des Programms ist 'ersichtlich, daß „Kidniah" eine Erneuerung des Zionismus anstrebt; sie will die Entwicklung des Jüdischen Naüonalheims, die Gefahr läuft, in materielle und gesellschaftliche Sondertendenzen auseiuaudei zustreben, im Geiste der zionistischen Ideale gestalten und ruft hierzu das ganze Volk auf. Man kann nur wünschen, daß sich dieser Appell erfolgreich gestaltet und daß bei der nationalen Wiedergeburt des jüdischen Volkes die Kraft der Idee stärker bleibt als alle Sonderinteressen. Wir geben hier einige der wichtigsten Stellen aus dem Programm der „Kidmah" wieder. Das Programm beginnt mit folgender Praeambel: „I >ir zi'Mii-CscIult.w.-^in.g i-l 'Irr ,-nl-vhcidciitk Faktor für den Aulliaii dr. jüdischen Volkes in Krez Israel. Sic i-l eine i de a I i s i i -. c Ii e 1! e w c t; u n g. Ihr Ziel ist die Wiedergeburt des ji'nli-.< Iim V-AU-- im eiii-ncii Laude. Ihre Quellen liegen in der Vergangenheit deeigenen Volkes. Wig.ingeiilicil -oll sieh in V.tez Tsraol j i! di seh en Volke.-, vollziehen. Es l>eM!!t>lc!i -ozialeii Schichtung wieder zui ich Krall U-ticit weiden. Imw ist der" l'nHiier die-er Hewe^nrn^. n zürn ^eei^nctcii Tiager lies jüdischen ihn). l>;.-,r ('.cd;nil.e citoi.Ult es. den lene hinge hiii.,ii-./amihicn und ihn a'iU durch die ('.rund-iil/.c dic-es Programms Der vierte Absatz, betreffend die Erziehung der Jugend, lautet: „Die Krtichung der lugend des Landes -oll nach den Prinzipien eines geläuterten Nationalismus und unter Fernhältung v,>n allen beengenden l'arteidoktriiicn eriolgen. Die iiala-tiiieie-iM In: Haltung soll mit dem Bewußtsein der Zugehörigkeit zur (lesaiiiinai'oi bleiben. Ks ist .iiilk'rdcni eine ali^eim ine .-i .,,,! -bnigei In h anzustreben, die zu einer vcr-i.iudnevi.lleu Haltung gej anderen lievölkerung-teilen des Landes führe. .Kidmah' national einheitliches Schulwesen, Emuli pädag»;'seh, riseh und finanziell der nationalen /durale untcr-telieii. n besondere Ife ver blinden lazii iiung nubir den , adelt, ein organisatoie in dem urlu.sSicu ]■: ekllt r del liiert c Im An-cbliiK a' eine N e n I n r m u n so!! auf der Grundlage ei Entfaltung s» ini-r -eiiopie Der pa!ä-t iniai-i-i hc Deshalb gilt tjs vor utiem Rcnai-sanei gedanken < zu; Jischuw über die paitcigcl Neue mit dein 'ui-te ein n Zionismus zu erlullcn." wird dann die Notwendigkeit der des Zionismus behandelt, wobei es für „geistige Freiheit, gegen die nivellierende "Wirkimg des Parteidiesem Sinne fordert das Programm neu fundierten Allgemeine Im ersten Absatz Disziplin innerhalb heißt, daß „Kidmah" mechanisierende und betriebes" kämpft. In eine durchgreifende O r g a n i s a t i o n s - R c f o r m, einschließlich einer Reform des Kongreßwahlrechtes, des Kongresses und des Aktions-Comites. Ebenso fordert das Programm im zweiten Paragraphen die Anerkennung der Knesseth Jisrael als Organisation des Jischuw und ihres Steuerrechtes. Der dritte Absatz tritt dafür ein, daß der Aufbau des Nationalheims „planmäßig und zentral geleitet" vonstatten geht. Dies sei die Voraussetzung einer weiteren großen Einwanderung. Ferner wird eine natürliche Schichtung der Bevölkerung gefordert, wobei ein erheblicher Teil des Volkes auf dem Lande leben muß. „Dabei mtifS entsr-(leidender Wert aueh auf die An<iedlung solcher Menschen gelegt werden, die zur Ergänzung eigener Mittel der nationalen Hille bedürfen. .Kidmah' fordert deshalb die Kehaffung eines W i r t s c h a I t s r a t e s bei der Exekutive als einer Zentralstelle üiir I.eilung der nationalen wie der freien Wirtschaft nach einheitliche ni 1' 1 a n." Im selben Absatz wird für die zionistischen Fonds und gegen Bodenspekulation Stellung genommen. von ihr gc-etzten einheitlichen K bestimmter <nUppen Rechnung tragen soll.1' Der fünfte Absatz tritt für das Prinzip der jüdischen Arbeit ein und erklärt das Bestelten einer Arbeiter-Organisation für ein Gesamtinteresse der Nation. Er fordert eine einheitliche und politisch neutrale Gewerkschaft, neutrale Arbeitsvermittlung und Festsetzung der Arbeitsbedingungen in Kollektivverträgen mit obligatorischer Schiedsgerichtsbarkeit. Der sechste Absatz handelt von der Außenpolitik. In der Einleitung werden folgende Prinzipien aufgestellt: ,,1. Die Politik der zi.mi»ti-el Politik sein. Zionist i»che Leiden Augenmaß verbinden. .Kidmah' veri ohne Kückvi>'l)t auf denuecru-eh erz Knt-chcidiingeri aii-chtii ülu h au! da- Lage basi. rt. 2. Dnser Volk s< und nach notuend!; Menschlichkeit und ( Der zieniai Schu liehe w ie ' s< in von dem eigenen i. at.de. zu dienen." Im einzelnen wird dann die Zusammenarbeit mit der Mandatannaeht gefordert, wobei die Verbesserung der I andesverwaltung anzustreben sei; diese Koopcratii m müsse „von dem ständigen Versuch der Schaffung eines Modus vivendi mit den Arabern begleitet sein" Im siebenten und letzten Absatz Programm des Allgemeinen Zionismus wie -II ale Selb-lb M. K eil- >llli.-e|u-m . daß sie igen ihre . mi isehen Icniptiing •en nach Nati W; de^ wird folgt dann das tormuiiert: i meine niug! /.,. ,Ki. h 'I cd dildc |utl Volk Ii, A b hat riet del „Der all Gleich!,er« cht alle die Volk-cm! will i,;,d.iü , des Volke, oder (aesamtheir abson Damit i-t di gegeben: ,Kidmah" hat ine!,,., grm i->cuvertreiung gewoid< ta n < Ituppcn jiolitisclu^ Ziel revisioni-t isch. dcri-n stisch, deren soziale Ziele arb, iterleindl lla'tung den Idealen eine-, versunkener spricht, das die Herrschaft der nati, Einzelnen ablehnt. Hei Anerkennung der grolicn Leistungen Lande betont ,Kidmah* die brlorderliohkcit ei sanrtinteres-en vert relenden starken allgemein! wendet, sieh aufs schärfste gegen den Kk's-i mit keinem nationalen Authaiiplan vereinbar r. Heu :neii 'feil n der ti'icri. -Halen Interderen WUl-ell eh sind zu einer iner Zh ältliche Ziele an.uchi- und ihren inensi Itliehe ibeialen Kieuibüig,atum-, entalen (!< ineiiischati über den der Arbeiterschaft im nes die nationalen Ceti Zioni^nnr . .Kiduiab' nkainpfstandpiinkt, der ist. Sic tritt überdies allen Tendenzen entgegen, bei denen l'artcian-prüehe zu einer Beeinträchtigung der Ciesamtheii führen. ,Ki'linah' bekämpft den Revi-ioni-tnu mu«, die in der nackten Maehtniibetung |- der Triebe eine Schwäche ei blickt, der Judentums unwichtig sind, -sieht im tu zionistischen Idee." Die acht. Idee des Kcvisionisdic in der Zügelung die ethl.schen Ideale de» ereinbaren (legnnsatz zur Orangen pflanzen oder nicht? Das Paradox der palästinensischen Handelspolitik Im Leitartikel des „Bustenai" untersucht Smilanski die Frage, ob es rätlich ist, das Areal der Orangen zone in Palästina zu vergröbern oder nicht. Er kommt für die nächsten Jahre zu einem negativen Resultat. Im laufenden Jahre werden die Juden weitere 1(1—20 000 Dunam pflanzen, die Araber, reich geworden durch die hohen Bodenpreise, legen ihr Geld ebenfalls in Oraiigetipflanzimgcn an. Es gibt jetzt bereits eine Viertelmillion Dunam, die mit Orangen bepflanzt sind, und Palästina wird bald eine Jahresproduktion von 40 000 000 Orangeukistcn haben. Die Absatzschwierigkeiten werden immer größer. Sie sind schon jetzt, wo die Produktion jährlich 7 000 (KM) Kisten beträgt, erheblich. In diesem Jahre schied ein Teil der Konkurrenten Palästinas aus. In Florida haben starke Fröste die Grapefruit-Ernte vernichtet und Spanien verlor SO "u seiner Orangenernte durch Stürme. Trotzdem war dieses Jahr für die Palästina- Orange kein gutes Jahr. Die Preise in Liverpool betrugen im Durchschnitt pro Kiste K —.1.8 weniger als im Vorjahre, dementsprechend verlor Palästina gegenüber dem Vorjahre ca. £ 400000. Smilanski zählt mehrere Faktoren auf, welche sich ungünstig auswirken, vor allem ist Palästina durch die Bestimmungen des Mandates in der Eroberung fremder Märkte schwer gehindert. Palästina hat im vergangenen Jahre K 15 000IKH) für Import ans Ausland bezahlt und hat die größten Schwierigkeiten, für ein Viertel dieser Summe sieh einen aufnahmebereiten Markt im Auslände zu sichern. Smilanski schätzt, dali Palästina für ,£ 3 000 000 Orangen uno für C 1000 000 andere Produkte exportiert. Die Mandatsverfassung zwingt Palästinn eine Politik der offenen Türe auf und hindert den Abschluß von Handelsverträgen aut Gegenseitigkeit. So hat t. B. Rumänien in diesem Jahre für K 05'} 313 Waren in Palästina abgesetzt und mit großer Mühe und Verlusten hat Palästina in Rumänien Waren im Betrage von K 60 185 abgesetzt. Ein weiteres erschwerendes Moment ist der Zoll, den England von der Palästina- Orange einhebt. In diesem Jahre hat Palästina £ 300 000 an England für Einfuhrzölle bezahlt. Smilanski verlangt eine Aenderung der Mandatsbestimmungen in dem Sinne, daß Palästina die Möglichkeit gegeben weide, bei seinen Importen diejenigen Länder vorzuziehen, welche palästinensische Waren kaufen. Der gegenwärtige politische Zustand verheißt wohl Palästina eine staatliche Selbständigkeit für eine ferne Zukunft, aber unterdessen liefert er es der ökonomischen Ausplünderung aus. Von der Woche a u r Ii o p e ner beiden Am 0. d. M. gab der High (iomtnissioner ein Frühstück zu Ehren von Sokolow und Töchter. Eine aus Mitgliedern der drei englischen Parlaments- Parteien bestehende Gruppe e n g 1 i s c Ii er Pari a m e n t a - rier ist unter der Führung des jüdischen Abgeordneten von Whitechapel, Janner, in Palästina eiligen offen. Sie wird eine Rundreise durch das Land antieten. Die Stadt Tel- Awiw veranstaltete am 7. Aptil einen Empfang für die Delegation, bei dein Dr. Brodefsky eine lie gt üllungsrede hielt, und die Abgeordneten Barnett Jänner, Sir Wilfrcd Sugdeii, K. El. Morgan und Tom Williams dankten. Alle Jerusalemer Geschäfte (jüdische und arabische) waren am 8. d. M. von Mittag bis o Ehr nachmittags, die Restaurants und Cafes ab 2 Uhr geschlossen, als Protest gegen übertriebene Miels c r h ö h u n g e n und fegen die Nichteinführung des Mieterschutzgesetzes, das in el-Awiw und Haifa Mietserhöhungen über 25 Prozent verbietet. Der D i s t r i k t s k o m m i s s a r von j e r u s a I e m hat einer Abordnung der Kaufleute und (icu■erbetreibenden, die den Mieterstreik durchgeführt haben, erklärt, die Mieterschutzverordtiung werde im Jahre 1036 auch in Jerusalem Geltung haben. In einem Regierungsbericht wird der Stand der landwirtschaftlichen Kulturen äußerst günstig beurteilt. Es wird ein besonders gesegnetes Ernte jähr vorausgesagt. Der Bialik-Preis für Literatur ist von der Tel-Awiwer Stadtverwaltung dem hebräischen Schriftsteller Agno n und Rabbi Kossowsky zuerteilt worden. Die Preisgewinner erhalten je £ 50. Nw^ Im/ |_ | ZÜAfUn% URBAN k HOTEL GARNI Neubau im Geschäfts« und VergnOgungs-Zentrum. Betlevueptatz, ca. 5 Min. vom Bahnhof. Jedes Zimmer: Tei«fon«f üescendM WaMer.Privat*TeUett«n. Rohrpost jedes Zimmer Free. ESO Tal.27.052