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Jüdische Rundschau · 1935-04-12 · Heft 30 (12.4.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 30 (12.4.1935)
Date
1935-04-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Ii Seite 4 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 30, 12. IV. 1935 * 1 Um das Sorgerecht über ein nichtarisches Kind Die „II a n s c a I i» c 1k R c c h t s - und G e rieht s- Zeit sthrift" vom <>. April 1035 veröffentlicht einen Beschluß des Vormmidschaftsamts Hamburg vom 8. Januar 1<J35 (M. W61), durch welchen einem arischen Vater nach rechtskräftiger, mit beiderseitiger Schuld erfolgter Scheidung von seiner niehtarisehen Ehefrau das ihm an sich zustehende Sorgerecht über den elfjährigen S o h n wegen des rassenmä fügen Unterschiedes gemäß' § 1635 BOB. entzogen worden ist. Nach dieser Bestimmung hat im Falle einer Scheidung mit beiderseitiger Schuld der Vater das Sorgerecht über einen Sohn über 6 Jahren, jedoch kann die Vormundschaftsbehörde eine abweichende Anordnung treffen, wenn eine solche aus besondeien ("künden im Interesse des Kindes geliotcn ist. In den (künden des erwähnten Beschlusses heilit es u. a.: „Her .funcre ist iiifulc'e seiner AbsUiuimuntr von der (jridVmnlur tnfillrrliiiii rs'äis j a .1 i s e h und daher N i c Ii t a r i c r, Viani Standpunkt der r.'i^enm.iljii'en Scheidung ist es daher un- 1) e d i n g t w n n § e h e u s cv c r t. d e n J u ti g e n i n d e r L a - in i I i r s e i n e r M u i t e r zu 1; e I;i » , e Ii, ( er 1. htc bereit» wahrend der etwa dn i |<hi sl'> n Baiser des Si-heithinc-]irii?esse;i bei der Mutter —) „der er lasm-imialiit: «ip-leilt wird. Mit eimr Vei pf |-.n;uni; in die Familie des Vaters, der der .NSDAP, angehört und der sieh nach Auskunft des Jueenilamtes sogar mit dem (irtl.-inken brf.-d'l halten soll, seinen Sohn in eine natioiiidsozialistisehe Schule jn schicken, «are » c d r dem ,1 u n v »Ii gedient, noch \> a r e es im Sinne des Staates. Der Junge Hürde voi'austirhtlirh nur ali/n l.ahl dir rassentnaliiye 1 reimunir «wischen sieh und v-iiiem Vater fühlen, su dalj die (iefahr der Entf r e in d u n c tu, itrU» n V.ilrr mal Sohn recht irroli «Src. > arl, (die ee H.ir Mutti r d. in -rtra Vat»r das Surgen-cht ZU eilt- Das Schicksal solcher Kinder aus Mischehen ist in der Tat beklagenswert, da das Kind tu die Gemeinschaft seines arischen Vaters nicht Einlaß tindet, andererseits aber von der jüdischen (iemeinschaft selbstverständlich nicht als „jüdisch" bett achtet werden kann. Die Abstammung von Hippels ein Vor dein Kniii; .WeiiK:H|sprn/i schafwüicktor von ( )st! hlit Ii gc- )Cit l ir \'i >ber.;er Schwurgericht findet gegenwärtig gi ::en eleu früheren Generallandwirt- 11 i p p e I statt, der in len laudwirtsiltattlK Iii reiche Auiedetten Strafippel ni hat früheren Jahren len landwirtschaftlichen Kreisen und .i, Wi gegen den z bei es in vctstl Etae.e reichte Ken, Iibelegt- Muttci rein i Urgro und aus nt Abim - ttreti tau sippenlur euer }■ er Vi hc für •\ Ii n i es An tidi-.chcti Pa atcr de pater getauit. Si iihI, natnciis BluU Anten, hl; In dem jetzigen Angl•Ulai'leu die Frage, iiiiiiigi sei. Hippel beantwortete ehe ircii Verlauf der Verhandlung übericr Staatsanwaltschaft eine von der -chung aufgestellte und utkiitHllich Darin wird festgestellt, daß die eine geborene Lucie Magnus, fast Ihre beiden (iroliväter, also die teil, seien als Juden geboren seien Sohne eines jüdischen Arztes Ale sander Magnus, der mit einer Rebekka Mendel verheiratet gewesen sei. Der Angeklagte von Hippel erklärte hierzu, ihm sei dies v olli g u n b e k a u n t, die Eltern seiner Mutter hätten Aemter gehabt, die sieh nicht mit dem jüdischen Olauben vereinbaren ließen. Sie seien Rittergutsbesitzer gewesen, also Staude des königlichen Preußen. Der Fall ist für die jüdische Allgemeinheit insofern interessant, als durch den Kachweis der jüdischen Blutbeimischung hier anscheinend eine Bloßstellt geklagten beabsichtigt ist. Die strafrechtliche f'ro/e-ses haben wir nicht zu beurteilen; aber vom jüdischen Standpunkt können wir nicht zustimmen, lalle "- ' ■ ' -■- '■■'■■■■■■>■>■■-*- > Die Aufklärung: über die Bedeutung des Rassenfaktors Oberlandesgericht Celle gegen Reichsgericht O GSP O €S9 Bloßstellung des Frage Andes etwas ändert einen Bestandteil ju <l e r e n Fällen wird mutig nicht dcraitig Fl c (1 I n s, der beka sei's ghichtalls Jude daß sich an dem wenn tatsächlich der Angeklagte auch dist-hen Blutes hat. In zahlreichen aneine solche teilweise jüdische Abstauteingeschätzt, so z. B. im Falle Sven sintüch unter seinen Ahnen mutterheher- •n hat. Eine angefochtene Mischehe Nach dem bekannten Urteil des Reichsgerichts vom 12. Juli 1934 (vgl. „Jü<J. Rundschau" Nr. 57 vom 17. 7. 34) ist eine Anfechtung einer Mischehe wegen Irrtums über eine persönliche Eigenschaft regelmäßig ausgeschlossen, wenn ein arischer Ehegatte bei der Eheschließung gewußt hat, daß der andere Ehegatte der jüdischen Rasse angehört. Das Reichsgericht harte in seinen Errtscheklungsgründcn ausgeführt, es sei allerdings denkbar, daß der arische Teil die fragliche Eigenschaft des anderen insofern nicht gekannt hat, als er vom Wesen des Rasseuntcrschiedcs, insbesondere von der Möglichkeit einer Vererbung der Rasseeigentiimlichkeiten überhaupt keine Vorstellung hatte; dafür spreche aber keinerlei Wahrscheinlichkeit. Der Anfechtungskläger müsse bestimmte Tatsachen beweisen, die einen zuverlässigen Schluß auf einen Irrtum nach der gedachten Richtung gestatten. Einen solchen Beweis bat das Oberlandesgcricht Celle in einem Urteil vom 5. 11. 1934 -- 1. U. 362/34 —, das in, der Zeitschrift „Deutsche Justiz" vom 5. April 1935 veröffentlicht wird, für geführt erachtet. Der arische Kläger wußte bei Eingehung seiner bereits vor 1930 geschlossenen Ehe, daß die Beklagte von j ü - d i s c h e n E 11 e r n stammte. Er ist 1933 der SA. beigetreten und nicht altes Parteimitglied. Zur Begründung seiner Anfechtungsklage hat er behauptet, daß er sich bei der Eheschließung in völliger Unkenntnis dieser rassischen Eigenart und der Unmöglichkeit, sie durch äußere Maßnahmen zu beseitigen, befunden habe. In den (künden des der Anfechtungsklage stattgebenden Urteils heißt es u. a.: „Silhst wenn er si hon in den Jahren vor der Ehc-ehließuiij; politische Versammlungen ln-suei,i und Zeitungen gek-se i halxin sollte, in denen auch ülx-r das Problem des Judentums in Deutschland Ert'rterungcii angebellt wurden sind, so kann man daraus nicht den Schluß ziehen, der Kläger sei hierdurch über die Rasse frage genügend aufgeklart. Der Schwerpunkt des Aiigritfcs gegen die Juden lag in den früheren Jahren auf politischem und wirtschat'tliehem I" ■biet. Man lid-rhen \V 'ianaleii Iii! s. aie I. Huris ik Mi ileut seht i Vor der las V->lk. da Villau! war, Figeiiart auf i halle sieh, soft du Andcht ' sah in •hliii rg'-i Itc niii dem Juden den internationalen Kaufmann, den , der si.-h durch die Hunde der Religion mehr siiiirn (; i.iiihen-'.'eiai-s! u im Ausland als durch - jatn hundert clause Sc hha 11 igkeil in i Vcilki. AuMeMung des l ml iimalsozialist isehcli s mit der fall Wicklung de- Kns-epr> die liesiiiiderlieil des Judentums. di< die strenge religiös«! Absonderung •it er si-Ii nicht mit Aiiilei's^l.iulii 1er niii ihuih seine < ilauhen-siien Vh Deutschland mit Protamins führte hh-nis keineswegs I'aliallung seiner zuiiick. Der Jude tu venni-ehtc, nach ■e. durch die liefolder 1- 1! als Jude erhalten Itetiit irpine;, .sidnes der t iüliiil jelier AuS-a-img kuillli^Ule; dem vom Ri (i:-i;angs crwaluile Sie itiialieti tig seiner IZeit wäre mau, ilie den luden hat die AliMi Illing d zuiiaeh~l nur >\i in^; e, jrirlehl in der Aule P, le-hecen Salz n <it s hiiuiHtninde-;n den daiiiit lek. zun, hin n. hl, darf ilahei ti i kr! ,hs K Parti ii Urt eil I: t vorn I M Ol l'ntw iel thaiis im eleu akii risl!-i Ii- ("In eleu m heii rteipn -eiamlns lerl. Del Senat zitierten ICnl scheidtu 12. Juli 1934. A ie ueiieres yn/M a imiiicn, ler Wrdllenilii l.ns.g di , Iriii-n Bevolke: uue-skri is< j; init;s|raiif;, die Mittelalter bis iru \N'eseus/üge, iden. An di<scr und seine Vcrvciniag deshalb ig (gemeint das d. K.) herrores seien Fülle l'arlei|iragraintns i nur selten annieht iiherall al- 1.. hie -Ie ik rn 'j'-KlielK llllilcn. .•reu il« Krit Meli Vvergi s,en werden, dal.', die Lehren der Far- . rieht ii» anerkannt wenden sind in den Jahren liii-ehe -Macht. |)as kann nur von den alten Hiiiiieii werden, die, in ihrer Anschauung k gegenüber (est an die Richtigkeit ihrer «•neu DAI". wurde von den vns als mit den wi-sc edeilslii) Seileu halt liehen fornh.hr An i K.i&scprii r hat di i.lUlie »chungen, den gesehiehtliehen Vorgängen und den Tatsachen nicht in Einklang stehend dargestellt. Sie sahen es immer wieder alj Gegenstand heftigster Kritik im Breunpunkt jxilit i^hen Kani|iics .stehen. Sie beschult igten sieh nicht mit ihm, utu zeu eüiur klann Erkenntnis zu gelangen, sondern besrluiinisten sich auf eine oU-r. fläehliche Kennlnisnahine oder suchten Gegenargumente, die iluiru von allen Seiten dargeboten wurden und die sie wahllos aufgrilkn, ihre inneren Zweifel zu beseitigen, die unter der Wucht leidenschatt. lieber l'ropagat-Hlarcdi-n doch hier und da aufgetreten waren, fr.; durch die eiinlringlii hv. saehlieh-wis-eiisit ten eiiicinhalb Jalue ist die Erkenntnis d lteeiilkeiun^-koi-a ^'diunern. Der K'a Iii'hl infolge hcuaideirr | n ilil i .eher odci ein«. Irühere und be--eiu Eikenntnis gewonnen h.ibeai wllte, die \er. inutung für sich, daß er sich im Irrtum über die Rasse, e i g e n t ü m 1 i c h k e i t e n der Beklagten befand, als er die K.'i» schloß." Das Gericht stellt fest, daß der Kläger zu der vollkommenen Erkenntnis von den andersgearte. ten Eigenheiten der Rassen erst in dem Augenblicke gelangt ist, als er nach der nationalen Revolution und seinem Eintritt in die SA. sachliche und eindringliche Auf. k 1 a r u n g erhielt. An einer späteren Stelle führen die Urteilsgründe noch folgendes aus: „Der Klüger hat, wie sein Verlangen nach dem Religions. Wechsel der Beklagten »eigt, Wert darauf gelegt, eine christlieln-, deutsche Ehe zu führen. Er hat. wie die Iteklagtc selbst zugibt, na-h seinem Emitritt in die SA. Ernst gemacht mit der Befolgung .kr Befehle, die dahin ergingen, ohne Rücksicht auf persönlichen Vorl. -\ ti i c h t in ehr in j ü d i s c h e n Geschäften zu kaufe n. /u diesem Verhallen hülle tlc-r Kläger, wenn er innei In Ii der Ucwcroins und ihren Zielen fernstände, keinen Anlaß. Er ist erwerbsloser Re.. seniler in einer Grolisladt. Beruf und äußere Erbensverhältjiis -_• zwangen den Klüger nicht, seines persdidirhen Vorteils wegen il.r Bewegung beizutreten. Die Beklagte behauptet dies nicht einmal, und es sind keine sonstigen Tatsachen hervorgetreten, welche auch nur eine derartige Vermutung rechtfertigten. Diese Krwiigtmgrft rechtfertigen die Annahme, daß der Klüger die Ehe bei Kenntnis der Sachlage nicht geschlossen haben würde..." Schließlich hat das Urteil des Oberlandesgerichts Cello noch ausgesprochen, daß eine Bestätigung der Ehe im Sinne des § 1337 II BOB., die eine Anfechtung ausschließen würde, nicht vorliege, wenn der Ehegatte die eheliche Lebensgemeinschaft trotz. Kenntnis der Anfcchttingstatsachen zu einer Zeit fortgesetzt hat, in der eine Anfechtungsklage wegen Irrtums über die Bedeutung der Zugehörigkeit zur jüdischen Rasse noch keine Aussicht auf Erfolg bot. Antisemitische Kundgebungen in Bukarest Wie aus Bukarest gemeldet wird, erklärte nach einer amtlichen Mitteilung der Hochschulsenat die Bukarest er Universität bis auf weiteres für geschlossen. Auch die Studentenheime werden für geschlossen erklärt. — Am 10. d. M. fanden neuerdings in allen Hauptstraßen Studentciikundgebuiigen statt. Als die Studenten die Universität geschlossen fanden, zogen sie durch die Hauptstraßen und vor die Redaktionen der großen Zeitungen. Sie forderten vor allen Dingen den Ausschluß der Juden von den Bukarester Hochschulen. Wie uns mitgeteilt wird, sind an einigen Ortscingängett von Jeßnitz in Anhalt Schilder mit der Aufschrift angebracht: „Der Aufenthalt von Juden in Jeßnitz ist unerwünscht." Die Kategorie Iniik.cit /it cdkünftigen b'ek trainieren. Box nas* ntac Bas vor ■s w aut l-cllsf der „k'iibcrlahrcr" ist sonst an ihrer Fröhcnneti. IIa sind die 70(1 „Makkabianer", die inlmeKter. Man siebt sie bereits auf Deck werden improvisiert, sie führen (iym- Sportdeck, f ei htturnicre und Fußball- Ii. Sic schwimmen oben im „Lido"- a' p; dem it hüh ii und turnen, kurzum, sie lv sc statt, ■ und den .M reisen, um lande vciik WCiden sie sportliche 1 Cs \or zi.; K ib. sie! mit ich in tu c.o. ii im r Passagiere w aus den eii mit Ab-ichtcn zu ii let eh Aue S\i ( ich nllc; ,1 im Schill Witt, seil um ml fühlen lüili darstellen: eil I agell selioij esc ..Makkahiab"- utir „mitgenommen", heu „Kuberfaltrertl" ):i.sc „Kundschafter" cn, ob im gelobten n; die „Makkabiah" „auch ansehen". Für impetent, sie ziehen ni zu sitzen. Wenn ha'nen, schreiten sie )eck die Liegestuhle tcr kümmern sich werler lassidim in ihrer Touristcnni im Pal istiua-Rciscführcr, Brise emporschickf, breiten am über die Bügelfalte, der Tiefe. Das sind die schon sind ihre hebräischen Lieder, hed mit orientalisch langgezogenen in Berliner Zionist sagt, daß dieses Lied ihm gefallen habe. „Haben Sie denn die Worte Verla, gewiß." Darauf der (ihahiz, ernsthaft: 'I Ich dachte schon, Sie kämen aus Berliner gingen ein wettig verlegen zumute gewesen, als diese Die da hatten uns allerlei I )!■ K iic ti'tili, as M wollen e zu scha aus Wa gt ein I IIOCi er eine I lecke It (ic-s.a schau, akistinc n die (i ic bläue leichte bcliuL ig aus SIC gut l! gerne 'c zu <!ekn' um die (.1 und Aue« und wenn sie die Ab und (dialuzim Einer sin Timen. I besonders standen?" „Sie können IlebräNcb Deutschland!" - Wir wieder fort. Uns war sonderbar Menschen sangen. Es war klar: entv erder Die voraus, daran war nicht zu rütteln. Für sie beginnt Palästina nicht im Haifaer Hafen, für sie ist Erez Israel schon hier aut dem Schiff. Eine enggesrhntiedete (iemeinschaft, schlössen und bereit. Wenn man ihre Lieder hört, spürt man einen Vorgeschmack auf das Leben in Kwuzah, Sie bringen etwas Großes mit ins Land: innere llachscharali, Kontakt zwischen „oben" und „unten" in dieser schwimmenden Stadt schaffen dennoch die Berliner Zionismen, Sie klettern immer wieder die Treppen hinauf und hinunter, tun sich um auf dein Dampfer, horchen hier nach einem neuen „Nigmi", dort nach einer neuen Art, 1 lorra zu tan/ni, veranstalten D i!•: u -. > i i, 11 r n. denen das Wort „f.rez vorkommt. I User Schiff hat natürlich auch seine Studien reisenden. Diesmal sogar Studienreisende eigener Art. Fünfzehn (iespräclte Werden gettihrt, bei Israel" fünfmal in jedem Satz. jüdische Junglehrer, die das Lehrerseminar beenden, reisen geschlossen nach Erez Israel. Ihnen gibt die Reichsvertretung der deutschen Juden die Möglichkeit, ihre pädagogische Ausbildung mit einer Fahrt ins jüdische Land abzuschließen. Ein derart lebendiger „Anschauungsunterricht" für Lehrer wird bald dem jüdischen Kinde zugute kommen. Unter der Führung von Dr. L e s c h u i t z e r, der, in Zusammenarbeit der Reichsx crtretuiig mit anderen jüdischen Organisationen die Verwirklichung des schönen und nützlichen Planes durchgesetzt hat, reisen diese fünfzehn Junglehrer durch das Land jüdischer Vergangenheit und jüdischer Zukunft. Sie werden den Karmel, den Jordan, Jerusalem, Hebron und all das andere erleben, das ein noch so gründliches Studium allein nicht zu geben vermag. Diese Paläsiiua-Lchrcrfahrt ist eine bemerkenswerte Angelegenheit, sie sollte alljährlich einer Reihe von Lehrern die Möglichkeit geben, etwas von dein Geist und Duft dieses Landes in die Klassenzimmer der jüdischen Schule mitzubringen, 4. .Oncg Sdiablmt« , . . zwischen Tricst und Kreta „Um neun bei den Makkabim: Oncg Schabbat mit Martin Buber!" Lange dauert die „Völkerwanderung" hinunter, der große Eßsaal ist überfüllt. Aus allen Ecken sind sie gekommen, gemeinsam den Schabbat zu feiern. Die „Hazair"-Jungen in ihren blauen Leineiiblusen bilden eine Mauer zwischen Publikum und Mittelmeer, das man während der Feier vor Augen hat. Hebräische Lieder; Dr. R a b a u, vom Präsidium des Makkabi, eröffnet den Abend und begrüßt Professor Buber. Trotz unerträglicher Hitze, — der Tag ist hochsommerlich glühend gewesen, Ende März -■, gibt es bald eine festliche Stimmung.- Dieser Raum hat es sich bei seiner Entstehung nicht träumen lassen, daß einst soviel Hunderte hier zu einer Schabbat-Feier zusammentreffen würden. Einer neben dem anderen. Stille. Buber spricht über den Schabbat-Gedanken. Mit schlichten Worten bahnt er sich einen Weg zu seiner jugendlichen Elörerschaft, er rezitiert und kommentiert in einer gewissermaßen „für die Jugend bearbeiteten" Vortragsweise, die sichert ihm Verständnis in diesem Kreise. Er spricht davon, daß der Schabbat kein Ruhetag, sondern ein Tag des Feiern« sei, er weist auf das ethische und soziale Fundament des Schabbat-Oedankens in der Bibel hin. Wer nicht arbeitet, hat keinen Schabbat. Von der „nrschama jetera" spricht er, der „höheren Seele", die allwöchentlich in jeden Juden einkehrt nach sechs Tagen ernsthafter Arbeit. Schabbat ist das sich immer erneuernde Ziel, das Innere Bereitschaft fordert. Mit dem Gesang der „Ha'.ikwah" schließt die Feier, und neben dem Klang des Liedes ist das Kauschen des Mittclmcerct vernehmbar. Art 5. „Sot hi Haares ..." - „Dies ist dus Land , . .** (5. Buch Mose 31) Dies ist das Land. Man kann das Gefühl beim ersten Anblick dieses Landes schwer beschreiben. Man muß is selbst erleben. F^s gibt schönere Länder, gewiß, aber: d:c> ist das Land. Wir haben es alle gespürt, als wir oben standen auf dem Schiff, das wir nur noch ungeduldig ertrucci. Dniben über dem Karmel lag die Sonne weit attsgebre;ut, fast so wie auf dem Haggadah-Bild die Scanne über den Tempel zu Jerusalem strahlt. Schnoddrige Berliner wurden still. Und es schien, als schämte sich einer vor dem anderen seiner starken Empfindung. Was zu sehen war? — Vielleicht würde eine Beschreibung nichts sagen, sie kann nichts davon aussagen, was das Auge hinter dieser Landschaft sah, das Herz hinter diesem Berge spürte. Da war tut Hafen, schön und gut erdacht, aber es gibt größere Häfen ein Berg, strahlend beleuchtet von einer seltsamen Sonne, einem Schein, den man noch nie zuvor erlebt, - aber es gibt höhere Berge, Schiffe lagen im Hafen, weiß mit flatternden Fahnen, aber es gibt schönere Schiffe, braune Araber in orientalischer Zerlumptheit, Farbige und WcnSc, orientalisches Völkergemisch, ........ aber es gibt „Orient ihseberen" Orient. Es waren Weitgereiste unter uns, Lususkabinenreisende, deren Koffer die buntesten Etiketts in^r" nationaler Elotels zeigten, auch Snobs, die alles schon „kannten", ich habe keinen prahlen hören. Sie schwiegen, auch sie, die in Triest hoch so hochmütig versichert hatten, daß sie „bloß mal rüber" wollten, um es „auch gesehen /u haben". Es war ihnen gewiß peinlich, daß sie so „sentimental" wurden, aber es war nicht zu ändern. Es dauerte uns zu lange, bis wir hinein durften m das Land. Noch durften wir es nur mit Augen sehen, nie aber hinübergehen. 201)0 Jahre lang hatten wir es ertragen, fern zu sein, nun machten uns Minuten schon ungeduldig. Es mußte gut tun in diesem Augenblick, ein sportbegeisterter „Makkabi" zu sein und an die anstrengende« Forderungen der nächsten Tage zu denken, von der gr«nen Feier des heutigen Tap-es, der Fahnenweihe auf dem ^rl1 sprechen zu können um! nicht seinen merkwürdigen Gefühlen ausgesetzt zu sein, die immer wieder emporstiegen aus der liei Wir fix und fertig gepackten Passagiere standen uniiliberum unti bemühten uns, einander die „Weichheit cies Herzens" zu verbergen. Auch dieser Rest falscher scM"' gehörte noch zu den Dingen, die uns das Land abgewoli" würde, dachten wir. Chaluzim bekannten einander ehrlicu ihr Gefühl. Sie schämten sich nicht ihrer Schwermut ' den Galuthliedcrn, noch ihrer lebensfrohen hebr»^'»; „Nigunim", sie sangen und waren froh: s i e k a ni e n Unten vom großen Deck her klingt das Lied banu arza ..." Sie singen alle mit und tanzen. „Atiu banu ... arza ..." „Wir kommen in das Land". Wir kommen in das Land. Dies ist das Lan" ht Ana ü

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