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Jüdische Rundschau · 1935-04-05 · Heft 28 (5.4.1935) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 28 (5.4.1935)
Date
1935-04-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Mr. 28, 5. IV. 1935 JODISCHE RÜNDSCHAO Seite 7 i« 25 RpC " Lob der Exekutive 1' ^Türkisch 8 ■Hk Generaldebatte im A.-C. Die A^-C-Sitzung in Jerusalem (Anfang des Berichts in Hr. 27) wurde am Sonnabend, den 30. März, abends, fortgesetzt In der Generaldebatte sprachen Dr. Mos sin« söhn (Allg. Z.), Rabbi Berlin (Misrachi), Ooldmann (Rad.), Hoffmann (Revis.), Groß mann (Judenstaatspartci). Die Debatte drehte sich hauptsächlich um die Frage der Organisations-Disziplin, bzw. das Verhältnis zu den Revisionisten. Auch der Redner der Judenstaatspartei (ehemalige Revisionisten) erklärte die außenpolitischen Sonjeraktionen der Revisionisten für unzulässig. Als nächster Redner sprach Dr. Weizmann» der mit größter Aufmerksamkeit angehört wurde. „Unser* mit Pflogen bewaffnet« Wehrmacht" WclnBaaaa Rad« Weizmatm begrüßte die Forderung der Opposition auf verstärkte landwirtschaftliche Siedlung und Bekämpfung der Bodenspekulation. Diese Forderung zeige, daß die Opposition in den letzten Jahren etwas gelernt habe, und er hoffe, daß sie auch weiter lernen werde. Die politischen Bedingungen in England seien jetzt für den Zionismus günstiger; dies sei ein Ergebnis des praktischen Fortschrittes in Palästina. England verstehe bereits besser, jedoch noch immer nicht genügend, die lebenswichtig« Bedeutung eines jüdischen Palästina; es sei unsere Aufgabe, dieses Verständnis zu erweitern. Die politischen Voraussetzungen für größere Fortschritte seien gegeben, zwei Dinge seien jedoch notwendig, um die vorhandenen Möglichkeiten auszunützen, und zwar: eine stark organisierte, moralisch mächtige Körperschaft und nationale Finanzmittel Der Sinn unserer Tätigkeit sei nicht, einzelne luden zu retten, sondern die Judenhelt zu erlösen. Es sei unmöglich, die Aufbauarbeit fortzuführen ohne Planwirtschaft Die Regierungen aller Staaten, gleichwohl, ob demokratisch oder diktatorisch, hätten einen stets wachsenden Anteil an der Führung der Wirtschaft genommen. Es sei unwahr daß er ein Gegner der Industrie sei; er habe jedoch Bedenken betreffend die gesunde Grundlage mancher Unternehmen. Es sei unmöglich, nur auf quantitativen Fortschritt hinzuzielen und dabei ungestraft die Qualität zu zerstören. Die Zukunft der Industrie hänge von der Produktion erstklassiger Qualitätsware ab, für die Palästina ein Monopol haben müsse. In Rohstoffen können wir nicht konkurrieren, nur üi Kunstfertigkeit und Intelligenz. Die vornehmste Aufgabe sei die Erweiterung der landwirtschaftlichen Basis, die Chaluzim seien unser Wehrkorps, das mit Pflügen bewaffnet sei. Es sei ganz in unserer Hand, den Keren Hajessod und den Keren Kajemeth zu stärken, um die Erwerbung großer Bodenflächen Im Süden, Norden und im Osten zu ermöglichen. Wenn nur die Mittel vorhanden, hoffe er die Verwirklichung der bestehenden Pläne noch zu seiner Lebenszeit zu sehen. Weizmann wandte sich dann gegen die Leute, die von „Judenstaat" so viel reden, aber in ihrem praktischen Verhalten nichts von Staatsgefühl erkennen lassen. Sie zerstören jeden Keim einer kollektiven Verantwortlichkeit, wie z. B. ine „Knesset Israel" und andere nationale Autoritäten. Selbst- »erständlich sei eine Million Juden auf dem Lande noch kein Judenstaat, aber gerade diejenigen, die am lautesten vom Judenstaat schrieen, zerstörten jeden Keim davon, wie aus ihrer Einstellung gegenüber der Knesset Israel und jeder anderen zentralen nationalen Autorität ersichtlich sei. Der Mangel an bürgerlicher Verantwortlichkeit, die öffentliche Anarchie, seien noch schlimmer als die Bodenspekulation. Weizmann appellierte zum Schluß an die Bewegung, die politischen und finanziellen Voraussetzungen zu schaffen, die die Verwirklichung des von ihm skizzierten Boden-Programms ermöglichen sollen. Nach der Rede von Weizmann wurde am 1 Uhr nachts die Sitzung geschlossen. In der Sonntag-Sitzung sprach als einer der ersten Redner Kurt Blumenfeld. Er wies darauf hin, daß auch die Opposition sich gezwungen gesehen habe, die Erfolge der Exekutive anzuerkennen. Von den Revisionisten müsse die offene Erklärung verlangt werden, ob sie innerhalb oder außerhalb der Zionistischen Organisation stehen. Die Disziplin bilde die Grundlage des Zionismus. Eine breite Koalition sei nur auf der Basis eines konstruktiven Programms müßlich. Blumenfeld bezeichnete die Vorschläge der Exekutive m bezug auf Disziplin als ein Minimum. Im Namen der Progressiven Zionisten sagte Blumenfeld der revisionistitchen Auffassung einen entschiedenen Kampf an. Der nächste Redner, T a b e n k i n, der innerhalb der Histadruth die Opposition gegen das „Londoner Abkommen" geführt hatte, gab die Erklärung ab, daß auch seine Gruppe sich mit den revisionistischen Arbeitern über die Arbeitsbedingungen einigen wolle. Sie hätte Regen das Abkommen nur darum gestimmt, weil durch dieses Abkommen der Minderheit ein Privileg gegenüber der Mehrheit eingeräumt worden sei. Je mehr junge Juden Arbeiter werden, um so sicherer werde die Interessengemeinschaft auch eine Zusammenarbeit erzwingen. Nunmehr kam Ussischkin zu Wort UMiichkin erklärte, daß die wichtigsten Leistungen der Exekutive «He finanzielle Sanierung und die Erhöhung der EInwandererzahl seien. Er übte Kritik an der Methode der Zertifikatenverteilung und erklärte, daß die Bezeichnung «Chaluz" für alle Arbeitereinwanderer nunmehr veraltet »ei. Man könne sie auf Pioniere anwenden, die unter »chweren Entbehrungen neue Arbeitsgebiete eröffnen, nicht »her auf junge Menschen, die auf guten Verdienst in den Städten Palästinas ausgehen. Welzmann sei allzu skeptisch "i bezug aut die gesunde Grundlage der industriellen Entwicklung. In bezug aut die Revisionisten sagte Ussischkin. MB er das Zerbrechen von KKL-Büchsen und andere albernen Verstöße verzeihen würde; aber wenn sie ihre politischen Sonderaktlonen vor dem Völkerbund fortsetzen, so müsse *«n sich von ihnen ebenso trennen, wie einst von den Jerritoriallsten. Im zweiten Teil seiner Rede setzte Ussisch- «n die überragende Bedeutung der Bodenfrage ausein- »nder, der die Exekutive nach seiner Meinung noch nicht Pnögena Verständnis entgegenbringe. Diese Exekutive, die großenteils aus jungen Leuten bestehe, sei aber die bette m Vergleich mit allen ihren Vorgängerinnen gewesen. Weitere Redner in der Generaldebatte waren Jaarl (Haschomer Hazair), Sc hechtmann (Revisionist), Supraski (Allg. Z.), Beri Kaznelson (Arbeiterpartei), Rabbi G o I d b I o o m (England). Am Montag, 1. April, wurde die Generaldebatte durch die Schlnfiworte der Mitglieder der Exekutive beendet Berl Locker verbreitete sich über die Fragen der Organisation und betonte nochmals die Notwendigkeit, die Revisionisten zur Disziplin zu zwingen. Die Exekutive werde in dieser Frage von ihrem Standpunkt nicht abgehen. Der Leiter des Einwanderungs-Departments, Grünbaum, beschäftigte skh mit verschiedenen Angriffen ia bezug auf die Verteilung der Zertifikate. Elieser Kaplan, der Finanzreferent der Exekutive, antwortete auf die in bezug auf die Anleihe der Jewish Agency geübte Kritik. Er hob hervor, daß gerade die Arbeitersiedlungen, die früher häufig so verlästert wurden, die wirtschaftliche Grundlage für diese Anleihe geschaffen hätten. Die Exekutive sei weit davon entfernt, skh mit den bereits erzielten Resultaten zufrieden zu geben. Es gebe noch größere Aufgaben zu lösen und das nationale Kapital der zionistischen Fonds habe dabei eine große Rolle zu* spielen. Der Leiter der Ansiedlungsabteihmg für deutsche Juden, Dr. Ruppin, erklärte u. a., daß die Industrie genau so wichtig sei wie die Landwirtschaft Die palästinensische Industrie mache gute Fortschritte. Eine dringendere Aufgabe sei die Befriecligiung der Bedürfnisse des Innenmarktes. Rupput wies auf die Bedeutung des Beschlusses der Exekutive hinsichtlich der Schaffung einer Industriebank hin. Haie bilde ein neues glänzendes Blatt der Geschichte jüdischer Siedlung und sei der PLDC. zu verdanken, die seinerzeit den Ernek, Haifa Bay erworben und die Grundlage Tel-Awiws geschaffen habe. Der Zionismus sei in den letzten Jahren seinem Ziel nähergerückt, doch bleibe zu seiner Erreichung noch ein weiter Weg zu gehen. Große Beachtung fand die Rede von Ben Gurion. Die Rede wurde mit Spannung erwartet, da Ben Gurion eine der Hauptfiguren des scharf umkämpften Londoner Abkommens ist und durch die Abstimmung seiner eigenen Organisation in dieser Frage desavouiert wurde. Ben Gurion erklärte, die Mehrheit der Arbeiterschaft, die das Londoner Abkommen abgelehnt hat, habe sich an der Histadruth vergangen. Er könne jedoch die Opposition verstehen, weil die Arbeiterschaft mit den Revisionisten bittere Erfahrungen gemacht habe. Der Redner führte dann aus, daß nur der Text dieses bestimmten Abkommen«, nicht aber das Prinzip einer Vereinbarung überhaupt abgelehnt worden sei. Er bezog sich dabei auf die Vorschläge, die die Histadruth am Tage nach der Abstimmung als Basis für neue Verhandlungen veröffentlicht hat. Obwohl er eine Niederlage erlitten habe, sei er stolz aut das hohe Niveau, mit dem die Diskussion in der Histadruth geführt worden sei. Die Arbeiterschaft werde unter allen Umständen für die Erhöhung des Prestige des Zionismus, Stärkung der Chaluziuth, Erweiterung der Siedlung einstehen; sie sei hierbei zum Frieden bereit, wenn es aber sein müsse, werde sie diese Ziele auch durch Kampf erreichen. Der Redner gab dann eine Analyse der zionisfinistischen Situation. Die Kraft der -gegenwärtigen Exekutive liege nicht in Persönlichkeiten, wie bei früheren Exekutiven, sondern darin, daß sie die kollektive Kraft der chaluzischen B e w e g u n g verkörpere, die die Quelle zionistischer Schaffenskraft sei. Dies sei das Geheimnis ihres Erfolges. Die Behauptung, daß die Leistungen der Exekutive nur der günstigen Konstellation zu verdanken seien, sei lächerlich. Zur finanziellen Sanierung und 50 000 Immigranten käme man nicht spielend. Nach dem Prager Kongreß prophezeite die Opposition den sofortigen Bankrott, sie boykottierte die Fonds, der Bauernverein bereitete den Bemühungen der Exekutive um Erweiterung der Immigration Hindernisse. Trotz all dieser Schwierigkeiten sei es der Exekutive gelungen, das Prestige der Zionistischen Organisation auf eine noch nie erreichte Höhe zu bringen. Dies sei ein historischer Augenblick. Es bestehe die Möglichkeit größerer Einigung zwischen den zionistischen Parteien zu größeren Leistungen, insbesondere größerer landwirtschaftlicher Siedlung, die brennende Frage der nächsten Zukunft. Die Arbeiterkolonisation habe es ermöglicht, eine Familie auf einer Bodenfläche von 20 Dunam statt"der vor dem Kriege üblichen 250 anzusiedeln. Erstens Land, zweitens jüdische Arbeit, drittens politische Prärogative der Jewish Agency — dies seien die Grundlagen des zukünftigen zionistischen Programms. Diejenigen, die mit uns bei der Erreichung dieses Zieles mitwirken wollen, sind unsere Verbündeten. Der letzte Redner der Exekutive war der Leiter des Jerusalemer politischen Departments, Mosche Schertok. Er wies überaus wirksam darauf hin, daß auch die Redner der Opposition keinen anderen Standpunkt vertreten hatten als die Exekutive. Sie hatten nur der Exekutive vorgeworfen, daß sie für ihr eigenes Programm zu wenig getan hat, woraus hervorgeht, daß sie das Programm selbst für richtig halten. Eine solche Opposition könne man befrüßen. Schertok beschäftigte skh dann ausführlich mit der rwerbung der Hule-Konzession und den zukünftigen Bodenproblemen. Was die Revisionisten betrifft, so begründete der Redner seine Auffassung, daß bei den Revisionisten alles nur demagogisches Spiel sei, auch ihre außenpolitischen Aktionen, bei denen sie zwar keine außenpolitischen Erfolge, aber Beifall bei einem Teil des jüdischen Publikums erwarten. Dadurch meinen sie die Macht im Zionismus erobern zu können. Die Allgemeinen Zionisten und der Misrachi, die «ich gegen die Disziplin-Klausel wenden, untergraben in Wahrheit die Zionistische Organisation. Es sei nicht zu befürchten, daß die Revisionisten die Zionistische Organisation verlassen, denn das wäre für sie Selbstmord. Die Hilflosigkeit der Zionistischen Organisation gegenüber den Disziplinbrechern sei geeignet, ihr wertvollstes Gut — die Achtung und den Glauben der Jugend und der Arbeiterschaft ihr gegenüber — zu zerstören. » Damit war die Aussprache fern A.-C beendet, und die Kommissionen begannen ihre Tätigkeit. Außerdem wurden die ganze Zeit über Sitzungen der verschiedenen Parteien und Fraktionen abgehalten. Besonders lebhaft sind die Verhandlungen bei den Allgemeinen Zionisten. Ein Teil der Allgemeinen Zionisten (frühere Gruppe B) ist gegen die von der Exekutive geforderte Disziplin-Klausel, well sie davon den Austritt der Revisionisten, die ihnen in gewissen Fragen nahestehen, befürchten. Die endgültige Haltung der Allgemeinen Zionisten in dieser Frage ist bisher noch nicht bekannt Die Progressiven Allgemeinen Zionisten sind, wie Blumenfcld im A.-C. sagte, für die Disziplin-Klausel der Exekutive. Auch das Direktorium des Keren Hajessod hielt eine Vollsitzung ab, an der sich alle in Palästina anwesenden Direktoren, u. a. Lord Melchett und Naklitsch, bete»* ligten. Eine spezielle Sitzung des A.-C. war der Frage der jüdi« sehen Arbeit gewidmet Frumkin von der Histadruth behauptete in seinem Referat, nach dem Prinzip der jüdische« Arbeit m jüdischen Betrieben wäre noch Platz für 7500O Arbeiter. Sämtliche Redner sprachen sich für das Prinzip der jüdischen Arbeit aus. Für die Ueberführung der Gebeine Herzls nach Palästina wurde eine Kommission eingesetzt, der M. M. Ussischkin, Ing. S. Kaplansky, Rabbi Ooldbloom und Dr. Mayer Ebner angehören. Ob die Beisetzung der sterblichen Ueberreste in Jerusalem oder in Haifa erfolgen soll, wurde noch nicht entschieden. Eine zur Klärung der Stellung der Revisionisten innerhalb der Zionistischen Organisation eingesetzte „Verständifungskommission" tagte unter dem Vorsitz von Dr. Ben ion Mossinsohn. Verurteilung „illegaler Einwanderer'1 Jerusalem, im März. (JTA.) Vor dem Gericht in Safed hatten sich 32 Personen als „illegale Einwanderer" z« verantworten. Sechs Einwanderer aus Buchara wurden zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, wobei der Richter den zt* ständigen Behörden nahelegte, die Verurteilten nach Ven büßung der Strafe im Lande zu belassen, falls sie nachweisen, daß sie aus Rußland stammen. Zwei Einwanderer aus Deutschland wurden zu zweimonatigem Gefängnis mi( nachfolgender Landesverweisung bestraft. Einem 70jähriges Greis aus Persien, der angab, in Jerusalem eine Tochta zu haben, wurde unter der Voraussetzung, daß dies zutrifft das Verbleiben im Lande gestattet. Ein junger Mann, der be» hauptet hatte, seine Braut wohne in Tel-Awiw, wurde zt 20 Pfund Geldstrafe verurteilt. Sein künftiger Schwiegervatea muß für ihn eine Kaution hinterlegen. Ein '12jähriger und eis löjähriger Knabe ans Persien wurden zu sofortiger Deponierung ohne vorhergehende Gefängnisstrafe verurteilt. Als „An» geklagte" waren dem Gericht auch zwei Kinder im Alter vo» acht und neun Jahren vorgeführt worden. Ihnen wurde gestattet, im Lande zu bleiben, falls sich ihre Angabe, daß ihn aus Damaskus stammenden Eltern in Tel-Awiw wohnen als richtig herausstellt. Zu Gefängnisstrafe und Deponierung wurden ferner sechs Männer aus Syrien, vier Frauen und vkj Kinder verurteilt. Die arabische Tageszeitung „Falestine" meldet aus Bei« rut, daß die Polizei im Libanon-Gebiet neun Juden beirn Versuch, die palästinensische Grenze zu überschreiten, verhaftete. An die syrische Grenzwache sei die Weisung erteil worden, den Versuchen illegaler Grenzüberschreitttnge« größere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Aus dem Frauengefängnis von Bethlehem wurden dt« letzten vier jüdischen Frauen, die dort nach Verbüßung ihrer Strafe als „illegale Einwanderinnen" festgehaltet, wurden und deshalb in den Hungerstreik getreten waren, Pegen Kaution entlassen. Gleichzeitig wurden abermals viei rauen als illegale Einwanderinnen in das Gefängnis eingeliefert. Elf illegale Einwanderer, darunter zwei Araber, befinden sich seit Sonntag im Hungerstreik im Jerusalems Gefängnis. Polizeirichter Corrie verurteilte vier illegale Einwanderet aus der Tschechoslowakei, unter ihnen zwei Frauen, zu je einem Monat Gefängnis und Landesverweisung. In der Urteilsbegründung erklärte er, die Lage der Juden in der Tschechoslowakei sei mit dem Elend der Juden in anderen Ländern nicht zu vergleichen. Richter Corrie verurteilte neun weitere jüdische Einwanderer aus Svrien, Aegypten, dem Irak und der Türkei wegen Illegalität zu je einem Monat Gefängnis und Landesverweisung, schlug aber einige de* Verurteilten zur Begnadigung vor. König Boris dekoriert Palästina-Juden Sofia, 27. März. (JTA.) Der bulgarische Generalkonsul in Palästina, Mussa Schelusch, der bekanntlieh Jude ist, wurde am 26. März, 5 Uhr nachmittags, vom Zaren Boris von Bulgarien in längerer Audienz empfangen. Der König ersuchte den Generalkonsul, die Juden Palästinas seiner Sympathie für das jüdische Aufbauwerk zu versichern und den in Palästina seßhaft gewordenen bulgarischen Juden seine Grüße zu überbringen. Der König händigte dem Generalkonsul eine Reihe von Auszeichnungen für palästinensische Juden aus. Der Bürgermeister von Tel-Awiw, Meir Dizengoff, wurde zum Kommandeur des St. Alexander-Ordens ernannt, drei bulgarische Juden in Palästina erhielten verschiedene andere Auszeichnungen. Stadtratvertretuno; von Lodz soll aufgelöst werden Warschau, 2. April. (JTA.) Es wird mitgeteilt daß die Regierung beschlossen hat, die Stadtvertretung von Lodz, die in letzter Zeit infolge der antisemitischen Anträge und Beschlüsse Ihrer nationaldemokratischen Mehrheit viel von sich reden machte, aufzulösen. Gleichzeitig soll auch ein neuer Stadtpräsident an Stelle des bisherigen kommissarischen Stadtprlsidenten ernannt werden. (Die Stadtvertretung beschloß bekanntlich in einzelnen Fällen die Einführung des Arierparagraphen, wogegen der Staatskommissar ein Veto einlegte.) Im Lodzer Stadtrat kam es nach der Mitteilung des Regierungskommissars, daß der Beschluß, Literaturpreise nur an Arier zu vergeben, als verfassungswidrig aufgehoben worden sei, zu ungeheuren Tumulten. Der Nationaldemokrat Kopczynski brach in heftige Schmähungen gegen die Juden aus. Als die jüdischen Stadträte hiergegen protestierten, griffen die Nationaldemokraten die jüdischen Stadtverordneten tätlich an. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Münzberg, und die Stadtverordneten Margolis und Bialer wurden verletzt 'f, lür StclIcngM^ 1 orauszahlung *JM lerst.g 9-18 Uhr, loong 10 Uhr, fä« innerttig 10 Uhr) »rogramm) 9 f^**' %>&fi™*™&»&f!fo»js NÜRBURG EÄ^-"«^j| l»WAKH_R ARTHUR FABISCH RTI-MIN fOR SPOH» Uli chters" ion kurz ge* aat, Wirtumfangreiche? digt worden) „unabhängig; seren Volks* wieder ver- :h regen die ic, Rechnung1 und welche hen deutsch chtcr" heute) •wort u. a.-a ischen ihrer rt der Jude alles Arische: bestrebt ist. sehen nichts» eraus erklärt che Vol h besonders» d demoraliiöse Gefühl dentum den* ied eraufsticgf :n bereitet, lagewesenen gungi dieses lie deutsche ti Judentum) t das J n- Es wurdet» g des jüdi- :h nicht alle» Jic jüdische k o m m enw e unaufhör- rassischer* i Völkern,1* :hreibt über rener Feind] iehnrt. „Aus - s Ariertumsf,', tigkeit des ur und Ge» politik def; die über. ik, die aus Revcntivegungi der die Juden von Juden me Judenfer Martin 1018, kein deutschen ndung vort das Meer und Väter Jessen verl hat. 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