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Jüdische Rundschau · 1935-04-05 · Heft 28 (5.4.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 28 (5.4.1935)
Date
1935-04-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 28« 5. IV. 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 reis 25 Rpß" 1 ZUM lO JÄHRIGEN BESTEHEN DER UNIVERSITÄT JERUSALEM Oben links: Blick vom Dach des Kibllothekßebäucies auf die Universität und einige umliegende Institute. Der Bodenbercich der Universität umfaßt Aber 20 Dunam. Bild oben rechts: Dr. Magnes, Kanzler der Universität Jerusalem. Rechts: Büdier werden auf Lasttieren in die Bibliothek transportiert Ein Autobus bringt die Studenten aus der Stadt und der Umgebung direkt an das Eingangstor des Universitatsgebäudes. ■ " sm: ,< - - Fotos: .Anneliese I.exskl, Keren Kalcmeth Kluger, Sonnenfcld. Im Hörsaal der Universität während eines Kollegs. Im Jahre 1934 waren 321 Studenten eingeschrieben, etwa ein Drittel der Gesamtzahl sind Studentinnen. Im physikalischen Laboratorium. Infolge der geringen vorhandenen Räumlichkeiten und Instrumente ist die Anzahl der Studierenden besdirtinkt. Im Lesesaal der National- und Universitätsbibliothek, die Ober 2"(HXX) Bände umfallt. Sie ist die größte Bücherei des Nahen und Mittleren Ostens. Weizmann, Bali Gm¬ und die Universität Von Dr. Hugo Herrmann, Jerusalem „Auf den ersten Blick erscheint es paradox, daß wir in einem Lande, das nach so einfachen Dingen wie Pflügen, Straßen und Häfen schreit, mit der Schaffung eines Zentrums geistiger und kultureller Entwicklung beginnen sollten. Aber es ist kein Paradox für den, der die jüdische Seele kennt. Wir Juden wissen, daß wir, wenn wir dem Geiste vollsten Spielraum geben, wenn wir ein Zentrum für die Entwicklung des jüdischen Bewußtseins haben, gleichzeitig die Erfüllung unserer wirtschaftlichen Bedürfnisse erreichen. In der dunkelsten Zeit unseres Seins haben wir Schutz und Obdach hinter den Mauern unserer Schulen und Lehrstätten gefunden und der gemarterte Jude fand in der Hingebung an das Studium jüdischen Wissens Hilfe und Trost. Diese Schulen und Lehrstätten dienten als große Reservoirs, in denen während der langen Jahrhunderte der Verfolgungen eine geistige Energie aufgespeichert wurde, die uns einerseits half, unsere nationale Existenz zu erhalten, und andererseits mm Wohle der Menschheit Blüten trieb im Augenblicke, da die Mauern des Ghetto fielen. Unsere Universität, aufgebaut durch jüdische Wissenschaft und jüdische Energie, wird sich als ein integraler Bestandteil unserem nationalen Leben einfügen, welches nun im Entstehen ist. Sie wird eine zentripetale Kraft ausüben, die das Edelste des Judentums in der ganzen Welt anzieht, ein vereinheitlichendes Zentrum für unsere zerstreuten Elemente. Hier wird die umherirrende Seele Israels ihren Hafen finden und nicht mehr in rastlosen, nutzlosen Wanderungen sich verzehren. Hier wird Israel endlich in Frieden mit sich selbst und mit der Welt ruhen." Diese Worte aus der Rede, die Dr. Chaim Weizmann 3 m 24. Juli 1918 bei der Grundsteinlegung der Universität auf dem Skopus hielt, geben so klar und prägnant wie keine andere Aeußerung den Sinn und die Aufgabe dieser Universität an. Der Oedanke einer jüdischen hohen Schule in Jerusalem war naheliegend genug, um sich oft, an vielen Orten und in vielen Köpfen bis zu ersten Formulierungen zu kristallisieren. A!s die Universität* geschaffen war, gab es nicht ganz wenige, die mit dem Anspruch auftraten, sie hätten es „längst gesagt" °der da und dort in alten Büchern, vergilbten Papieren oder verschollenen Zeitschriften gefunden. In Wirklichkeit aber steht es anders: Von 1902 bis zu dem Weihetag des I. April 1925, von seiner Studenten- oder frühen Dozentenzeit bis auf die Höhe seines an grollen Erfolgen wahrhaftig nicht armen Lebens hat Chaim Weizmann den Gedanken der Hebräischen Universität in Jerusalem vor sich hergetragen und unermüdlich für seine Verwirklichung gekämpft und gearbeitet. Vom 5. Zionistenkongreß in Kasel (1902) bis zum 11. Kongreß (Wien 1913) verfocht er sein Projekt vor den verschiedenen Leitungen der Zionistischen Organisation, deren Interesse oft nur sehr schwer auf diese „Schrulle" zu lenken war; in den Jahren des Krieges wurde der Univcrsitäts-Oedankc vorübergehend in den Schatten gedrängt, aber sogleich nach der Balfour-Deklaration und nach Weizmanns Einzug in Palästina an der Spitze der Zionist Commission trat der alte Lieblingsgedanke in voller Größe und Schönheit hervor, diesmal nicht einer „höheren Stelle" abzuringen, sondern als der volle Ausdruck zionistischen Wollens in dem Mann, der nunmehr für die jüdische und für die nichtjüdische Welt den Zionismus repräsentierte. Nicht geändert hatte sich die Hartnäckigkeit und der Enthusiasmus, womit Weizmann diesen Gedanken seiner Realisierung zuführte; sehr erheblich gewandelt aber hatte sieh das gedankliche Gerüst, mit dessen Hilfe der Bau ausgeführt werden sollte, die Begründung, mit der Weizmann für seinen Plan warb. 1902 und auch noch 1905 war es fast ausschließlich die Not des ostjüdischen Studenten an Bildungsstätten, die Weizmann und seine Freunde von der zionistischen „demokratischen Fraktion", vor allem Martin Buber und Berthold Feiwel, bewegte. „Besonders diejenigen, die in Rußland wohnen, spüren sehr, wie es an Hochschulen für die jüdische Jugend fehlt. Die Lage der jüdischen Jugend verschlechtert sich von Tag zu' Tag, jährlich zieht ein Menschenstrom von Kußland und HANDSCHUH - LED RR m nÜcü ■^p.irtcii Bacharach, Berlin tu »tluT^'n« Rumänien nach den westeuropäischen Universitäten, und jetzt schließen sich die Pforten auch der westeuropäischen Universitäten vor denen, die nach Wissenschaft lechzen" (Protokoll des 5. Zionist enkongresses 1901, Seite 392). Allmählich trat die säkulare Bedeutung des Universitäts- Oedankens immer stärker hervor. Und hier ist vielleicht der Punkt, an welchem wir, ohne auch nur im entferntesten Einflüssc und Abhängigkeiten pedantisch festnageln zu wollen, darauf hinweisen können, daß Weizmann, der Schöpfer der Hebräischen Universität, in seinem Denken und in seiner Auffassung des jüdischen Pioblems vielleicht auch von dem Manne beeinflußt wurde, der als „Zionist" Weizmanns Schüler war und sich oft und gern so bekannte: von Arthur James Bai» f o u r. Balfour war ja keine so ganz einheitliche und eindeutige Persönlichkeit, wie es oft denen scheint, die von ihm erst in den Jahren seines hohen Alters hörten. Seine oft höchst eigenwillig zur Schau getragene Blasiertheit des hochkonservativen Ultra, vor allem aber seine rücksichtslose Härte gegen Irland, werden manchem von uns die reine Begeisterung für unseren „größten Freund" trüben; aber eines wird bleiben, wie es ja auch unzweifelhaft im letzten Grunde dafür verantwortlich ist, daß Balfour Weizmann und den Zionismus verstehen konnte: Ralfours staatsmännische Phantasie und — sein nie ermüdender Sinn für die Artes Liberales, für Wissenschaft und Kunst im umfassendsten Sinn. Hier ist der fruchtbare Punkt, an dem das Wesen dieser beiden Menschen sich berührte und sieh gegenseitig auf daa Stärkste und Erfolgreichste beeinflußte. Den schönsten Ausdruck dafür finden wir in Balfours Worten bei der Eröffnung der Universität: „Es ist keine Uebertreibung, wenn man behauptet, daß sieht im Laufe eines einzigen Menschenlebens unsere ganze Auf» fassung der Natur von Grund auf gewandelt hat. Dies ist der rechte Augenblick, in dem ich wünschen möchte, daß eina Universität, die auf Forschung beruht, entstehe; dies ist der glückliche Augenblick, in dem sie ihren Platz einnehmen kann in der großen Reihe der Schnitter, die die reiche Ernte dea Wissens in allen Ecken und Enden der Welt einbringen. Weil ich sicher bin, daß die Universität Jerusalem in diesem großen) Werke keine geringe und keine unrühmliche Rolle spielen, son» dem beseelt sein wird, ja beseelt ist von so hohen Idealen wie nur irgendeine Universität, daß sie Männer in ihren Reihen zählen wird, die an wissenschaftlichen Fähigkeiten hinter niemandem zurückstehen, in keinem Teile der Welt, darum, und mit dem höchsten Vertrauen in ihre Zukunft, erkläre ich die Hebräische Universität für eröffnet.« Rpl, für Stellengw^ n Vorauszahlung *r>«»tag 9-18 Uia, Montag 10 Uhr, hu Donnerstag 10 Un*) Programm) ir t ichters" ehon kurz ge» taat,. Wirt» umfangreiche indigt worden , „unabhängig rnscren Volkszt wieder verlieh gegen die :hc Rechnung ' und welche ichen deutsch jachter" heute ■itwort tt. a.-a enschen ihrer hrt der Jude alles Arische, i bestrebt ist., nsclicn nichts» heraus erklärt sehe V o 1 ich besonders ■nd demoraligiösc Gefühl udentum deni Xiedcraufstiegf ten bereitet, dagewesenen tigungi dieses» die deutsche em Judentum rt das Ju» '. Es wurden ng des jüdisch nicht alle die jüdische k o m m e rtw lie unaufhör» :r rassischen sn Völkern.;'4 »chreibt über orener Feint! iichn^t ,,iAures AriertumijfT^f ätigkeit des! tur und GespoHtik dep i n die üben» tik, die aus Rcvent;- wegungi der die Juden von Juden hne Judenifer Martin i 1918, kein s deutschen :ndurig von : das Meer und Väter dessen vern hat. 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