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Jüdische Rundschau · 1935-04-02 · Heft 27 (2.4.1935) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 27 (2.4.1935)
Date
1935-04-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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"*T Nr. 27, 2. IV. 1935 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 7 Rpfi"~- Wie gestalte Ich den Schabbat? Für Schabbat, 6. April Wochenabschnitt „Tasria'- (3. B. M. 12-14) I. In der gesamten jüdischen Presse werden jetzt Abhandfangen und Aufsätze über den Rambam und seine Bedeutung gebracht. Material für Schulfeiern und Kurse hat Ernst Simon für das Schulreferat der Reichsvertretung zusammengestellt. Uns scheinen die Maimonides-Feiern und -Reden nur dann sinnvoll, wenn sie eine große Zahl von jüdischen Menschen veranlassen, sich mit dein Werk des Rambam systematisch zu beschäftigen. Es sei in diesem Zusammenhang einmal auf die M'gillot", herausgegeben vom „Omanuth-Verlag", Tel-Awiw, hingewiesen, in deren Rahmen auch sehr gut ausgestattete und sehr billige Lesehcftc erschienen sind, die Teile aus dem Werk des Rambam enthalten. Insbesondere kommen hier die Hefte 11 und 12 in Frage: Hilchot Deot und Hilchot Talmud Thora. Sie sind in einem leichten und schönen Hebräisch geschrieben und eignen sich für eine fortlaufende Behandlung auf dem Oneg Schabbat. II. Um die Stellung des Rambam zum Schabbat kennenzulernen, lese man aus dem im Schocken-Verlag erschienenen Buch „Der Sabbat" die betreffenden Kapitel vor (S. 104). Man beachte, welche Rolle der Auszug aus Aegypten im System des Schabbat spielt und lenke schon" auf Peßach hin. III. In diesen Tagen feiern wir das zehnjährige Jubiläum der Universität Jerusalem. Man spreche über die Eigenart und Bedeutung dieser Hochschule und lese den außerordentlich lebendigen und instruktiven Aufsatz über die Eröffnung der Universität in „Der Kampf ums Heilige Land" von Wölfgang v. Weisl vor. IV. Man beginne möglichst schon auf diesem Oneg Schabbat mit der Behandlung der Haggada, um so das Erlebnis des „Sedcr-Abend" vorzubereiten. Genauere Richtlinien werden wir das nächste Mal geben. Haftare II. Kön. 4, 42 — 5, 19 Psalm 106. E. Geschichte der jüdischen Menschen Rabbi Mosche ben Maimon Ein Oneg Schabbat mit dem Thema Maimon ides dar! natürlich keine „Feier" im üblichen Sinn sein. Die Darstellung soll sein Leben und seine Lehre an Hand der vorhandenen Quellen beschreiben. Wenn diese Quellen im Urtext zugänglich sind, um so besser. Wenn das nicht der Fall ist, so empfehlen wir euch das kleine Leseheftchen, welches Elbogeu im Schocken-Verlag herausgegeben hat. Dort findet sich ganz ausgezeichnet zusammengestellt das Material, das wir für eine Jugendfeier brauchen. Die Stücke über sein Leben, die Briefe, die Berichte über zeitgenössische messianische Bewegungen. Das alles ist so interessant und fesselnd, daß man es auch der jtingerenschaft vorlegen kann. An das philosophische Hauptwerk, den More Newuchim, sollte man sich nur in der Aeltcrenschaft heranwagen und auch da nur in wenigen Einzelheiten. Im Verlag von Felix^ Meiner ist eine dreibändige Uebersetzung erschienen. Biblio-*1 theken besitzen sie wohl alle. Im übrigen soll, wenn ihr cm Jüdisches Museum in eurer Stadt habt, die Besichtigung von Maimonidcs-Ausgaben, Bildern usw. ein wichtiges Ergäiuungsmittel bilden. Die verschiedenen Oemcindeblätter und jüdischen Zeitungen haben aber inzwischen so viel Material gebracht, daß ihr überall Bilder und Angaben, Aufsatze und Notizen finden könnt. J. P. | Fritz Simon | Fritz Simon ist am 22. März nach kurzer, schwerer Krank, helt verstorben. Er war ein Mensch von überlegener Klugheit und lauterstem Charakter. In seiner persönlichen Lebensführung und in seinem Beruf ein Mann, der aufs gewissenhafteste bemüht war, nichts zu tun, was seiner Ueberzeugung widersprach. Wer ihm je begegnete, fühlte, daß diese Zuverlässigkeit und menschliche Geradheit den Kern seines Wesens bildeten. Unserem zionistischen Ideal von frühster Jugend an ergeben, Wortführer der zionistischen Gedanken schon im neutraten „Jüdischen Jugendbund", war er aus dem K. C. mit uns Gleichgesinnten ausgetreten, als dort die antizionistische Strömung die Oberhand gewann, nachdem er auch hier seinem besonders ausgeprägten Gefühl für Ritterlichkeit und jüdische Würde im Kampf nach außen durch die Tat Ausdruck verliehen hatte. Diesem Ritterlichkcitsgefühl entsprach auch seine jüdisch-zionistische Haltung im Kriege, den er als preußischer Offizier mitmachte, sich, wo immer sich die Möglichkeit bot, in brüderlichem Verständnis der ostjüdischen Bevölkerung annehmend. Schwager unseres unvergeßlichen Erich Rosenkranz, war er einer der Mitbegründer des nach ihm benannten Alt- Herrenbundes des K. J. V. An allem zionistischen Leben nahm er wärmsten, innerlichen Anteil. Seine Söhne erzog er in Treue zu unserem Volkstum. Schon vor 10 Jahren schrieb er in seinem Testament, daß er für sie eine möglichst starke Erzieluuigseinwirkting in jüdisch-nationalem Sinne, Kenntnis der hebräischen Sprache, der zionistischen Schriften, Beziehungen zu entsprechenden Organisationen, möglichst Besuch einer jüdischen Schule wünsche, „daß sie sieh auf einen praktischen und produktiven Beruf vorbereiten sollen, der ihnen die Mitarbeit an unserem Aufbauwerk in Erez Israel ermöglicht". Wenn er fortfährt: „Die Hauptsache ist, daß sie aufrechte, wahrhaftige, innerlich bescheidene und unegoistische Männer mit Charakter und Persönlichkeit werden", so ßibt er damit, gewiß ohne es zu wollen, die treffendste Charakteristik seiner eigenen Persönlichkeit, spricht er doch auch an derselben Stelle davon, daß der Wert der Individualität, nach seiner Auffassung von den Pflichten gegenüber dem Volke, „nur darin bestehen kann, Glied in der Kette zu sein". Und wenn er seiner jungen, früh verstorbenen Frau hebräisch und deutsch die ürabschrift setzte: „Vor ihr lag das Land der Verheißung, aber sie durfte es nicht betreten", so ist damit das Schicksal seines eigenen Lebens ausgesprochen, das bis zuletzt von dem Gedanken erfüllt war, auch seine Zukunft mit der werdenden Heimat zu verknüpfen. Die Ihn kannten, wissen, daß wir einen unserer Besten verloren haben. Und mir war er mehr. Alfred Klee Wiedererlangung der polnischen Staatsangehörigkeit bei ausgebürgerten Staatenlosen Von Dr. jur. Roman Pretzel, Berlin Ueber dieses für viele der ausgebürgerten Juden wichtige Thema schreibt uns der Verfasser, ein Sachverständiger für polnisches Recht: Durch das Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen vom 14. Juli 193i sind zahlreiche, in Deutschland wonnhafte, aus dem ehemaligen österreichischen und kongreßpolnischen Gebiete stammende polnische Juden vor die Frage gestellt worden, ob sie jetzt als ausgebürgerte Staatenlose nicht das Recht der polnischen Staatsangehörigkeit wiedererlangen können. Zur Beurteilung dieser Frage muß die geltende polnische Gesetzgebung in Betracht gezogen werden. Genial} dem zur Zeit geltenden Staatsangehörigkeitsgesetz, vom 20. Januar 1920 (Dz. U. R. P. Nr. 7/192Ü Pos. 4 t), sowie der Ausführungs- Verordnung vom 20. Januar 1Q20 (Dz. U, R. P. Nr, 32 1921) Pos. 320), ist die Einbürgerung eines polnischen Staatsangehörigen in Deutschland, der im militärdicnstpfliehtigen Alter (unter 51 Jahre) zur Zeit seiner Einbürgerung gewesen ist, von einer vorherigen Genehmigung der zuständigen polnischen Verwaltung«- bzw. Militärbehörde abhängig. Wenn nun ein solcher polnischer Staatsangehöriger in Deutschland eingebürgert worden ist, ohne die erwähnte Genehmigung! seitens der polnischen Behörde erlangt zu haben, so hat dieser Akt keine Geltung für Polen gehabt, d. h. ein solch eingebürgerter Deutscher gilt nach wie vor in Polen als polnischer Staatsangehöriger. Bei Personen über M Jahre bedeutet die Annahme einer anderen Staatsangehörigkeit den Verlust der polnischen Staatsangehörigkeit. Der im Gesetz vom 14. Juli 1033 angeordnete Widerruf bedeutet jedoch nicht eine Aberkennung der deutschen Staatsaugehörigkeit „ex nunc", sondern hat zur Folge, daß die zur Zeit der Einbürgerung verliehene deutsche Staatsangehörigkeit „ex tune" widerrufen wird, d. h. claf) ein solch „ausgebürgerter'' polnischer Staatsaiigeliiiri}.vr rechtlieh so dasteht, als ob er nie die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hätte. Somit hätte er seine alte polnische Staatsangehörigkeit nicht verloren. Gestützt auf die geltende polnische Staatsangchörigkeilsgeset/L,'ebiin» können die ausgebürgerten Staatenlosen, die vor ihrer Einbürgerung in Deutschland die polnische Staatsangehörigkeit besessen haben, dieses Recht jetzt wiederum geltend machen. Oneg Schabbat der Emigranten. Aus Kalifornien Schreibt uns unsere h. l.-Mitarbeiterin: An jedem zweiten Sonnabend im Monat kommen die deutsch-jüdischen Emigranten in San Franzisko im Jevvish Community Center zusammen, einem geräumigen zweistöckigen Hause mit Gesellschaft«-, Vorlesungs- und Theaterräumen, das etwa das Logenhaus in der Kleiststraße in Berlin ersetzt. Die Bemühung geht dahin, einen Ton von herzlicher Gemeinschaftlichkeit und gegenseitiger Hilfsbereitschaft zu schaffen, um die häßlichen zaige des Emigrantcuwcsens zu vermeiden. Unter den Besuchern des Abends sind viele treue Leser der „Jüdischen Rundschau". Der Auszug aus Aegypten wird erforscht. Das Präger Orientalische Institut teilt mit, daß am 15. März eine amerikanische wissenschaftliche Sonderexpedition von Kairo aufgebrochen ist, um sich auf die Sinai-Halbi n s e I zu begeben und von hier zum Teil den Spuren der Juden auf ihrer Wanderung aus Aegypten ins Gelobte Land zu folgen. An dieser Expedition nimmt auch der Dozent an der Präger Karls-Universität und Mitglied des Prager Orientalischen Instituts Dr. laroslav Cerny teil. Den Dispositionen gemäß reist die Expedition in Kraftwagen ljinjjs des Meeres bis zum Kap Ras Abu Zumineh, hier besteigen die Teilnehmer Kamele und begeben sich ins Binnenland bis „Sarbud el Khadim", das vermutlich als Arbeitsbasis dienen wird. Hier hatten die alten Aegypter Malachit- und Türkis-Lager ausgebeutet. Kammersängerin Beatrice Sutter-Kotlar, die kürzlich in Lil in Baden gestorben ist, war eine der hervorragendsten Opernsängcrinnen, die insbesondere in Südwestdeutschland gewirkt hat. Die „Frankfurter Zeitung" widmet der Sängerin einen sehr herzlich gehaltenen Nachruf, worin ihre Hauptrollen aufgezählt werden. Die Verstorbene war, wie uns aus Leserkreisen mitgeteilt wird, eine aus Czemowitz stammende Jüdin. Jüdische Frontkämpfer Oesterreichs. Wir werden um folgende Veröffentlichung gebeten: Oesterreichische Frontkämpfer erhalten vom Bundesministerium in Wien die Frontkänipfennedaille mit Schwerter, Kriegsteilnehmer ohne Schwerter gegen geringe Gebühr. Auskunft kostenlos gegen Rückporto durch Isidor Rosenstock, Mannheim, Luisenring bO, Mitglied des Bundes jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs. Auf Einladung des Klubs der Royal Acadeniy und des Royal College of Music hielt Martin Taub mann in London zwei Vorträge über elektrische Musikinstrumente und erzielte mit praktischen Demou.stiationen auf seinem Actherwellen-Apparat „Elektronde" großes Interesse. Wie verlautet, beabsichtigt Leopold Jessner im Herbst in London ein Mysterienspiel eines italienischen Autors herauszubringen, wozu Dariiis Miihaud die Musik geschrieben hat. Als Dirigent ist Heinz U n g e r in Aussicht genommen, der im Juni bei den Festspielen der Stadt Valencia unter anderem Beethovens IX. aufführen wird. Juden und Jüdisches im Rundfunk Mittwoch, 3. April: Postc Parisien (313), 18.30! Sendung der Voix d'Israel. — Budapest (550), 20.10: Bruno Wali.r diu'giVrt. — Oslo (1186), 20: Mendelssohn. — llilvc-rsuin (1875). 20.50: Jiidisehe .Sendung (Gesang und Rczi'sitinn). — Fau-,-Liiteluimi (1395), 21.45: Konzert, u. a. Liclx-nfreuiid, Kleister. Donnerstag, 4. April: Marseille (400), 15: Konzert, u. a. Die Jüdin von llalevy. — Bukarest (365), 19.35: Uebcrtugunsr suis der rumänischen Staat-topcr; I iofftuanns Erzählungen von Oitenlraeh. — Kopenhagen (1261), 20.10: Sympliuiiie -Kuitzi-rl inii Juselia. llctfeU, — Marseille (400), 21.30: Mill.and: I. OuartH». Freitag, 5. Märn Paris (1848), 12.45: Sendung der Voix d'Jsrael. — Posie l'arisien (313). 19.37: Sils.(!l|.!aitrn. u. a. Jeimdi Unit Chefziba Memihi». — Berumiin-ter (510), 20 30: Die internationale ArtH-itsnrgnni-ation des VülkertiiinuV«, V-irtrag um Max Kauf, mann. — Paris P.T.T. (432), 21.30: M. Pierre Heitlmger spielt hebräische Lieder von J). Miihaud. Joseph Schwarz (Klavi IHK' K«ris S.-ImMTz (Violine) lconzcitieren Kriul,; in Italien. Im Aj.rl :ie! die beiden Künstler für mehrere Konzerte nach Knglaml vcrpiiirhtet. Auf "Dingen steht die Welt Erzählung von GERSON STERN i f ortseiiung Michtimrt verbotta David war pünktlich um acht Uhr in der Wohnung seines Vetters. Um 8V2 Uhr kamen Bessinger und seine Frau. Das hssen bestand aus Fisch und Nachspeise. David lebte rituell, *l)r rituell. Nach dem Essen saß man zusammen. David war nicht froh. Schließlich seufzte er:,,Arnold, ich will Dir etwas sagen, Ich will Dir nix sagen, aber doch möchte ich Dir sagen, __« fjjyu> sag schon", unterbrach Bessinger, „mir kann "lau alles sagen". „Ich sag", erwiderte David, „Du weißt 'flilii lalicli selbst —" „Nu red, nu sag, 1111 sprich", erwiderte ungeduldig Bessinger. ..Also gut, ich sag Dir, daß Deine Im-lder, die den Namen iledda hat, ... wie kommt überhaupt .fl('<li|a' m uriSere Familie? Iledda? Wer hat, den Namen Htdda gehört? D i e modernen Menschen ...", schüttelte David Vitien Kopf. _ . Was ist mit Hcdda?", fragte nun ßcrlhchen. „Was mit jn<lda ist?", fragte David ssu-ück. „Iledda ist ein unglück- Mm:s (Jeschöpf."'Die Ellern schauten beide auf. „Man muß schon die Wahrheit sagen." Als er die erschreckten Blicke sah, «rptulo, David: „Iledda selbst? Nein. Sie ist eine Pracht. "Viel- '•''(lit ist sie zuviel Pracht. Dieses Haar und diese Augen und '"«"r liliek in den Augen. Die Augen läcbt-li« ja so, daß man "as Kiml in seine Arme nehmen möcht und sagen: mein Mäd- ™n- Dich hat der Allmächtige gesegnet in Deinen Augen. üi'Ms Lächeln ist im Blick, im Spiel um Nase und Mund?itzt in den kleinen Wangengrübelien. Gott schütze das ^Ul<l- Es ist ein bißchen viel Pracht." ulind?" fragte, Bessinger. „Und?" dehnte David das Wort. „Und? Nun, hinter diesem Lächeln steckt ein Oiiiinlchen Wehmut. Das kann man sehen, ■wenn man Zeit hat. Du saglest mir, daß Du keine Zeit hast, Arnold, leb habe mich dreißig Minuten mit Iledda unterhalten. Sie mußte ins Hell, als Ihr kamt. Bei mir sind die Kinder da, wenn ich komme. Jesaia spricht: Wie ein Vater mit seinen Kindern Erbarmen hat —" Bessinger schnitt ihm das Wort ab. „Willst Du uns Unterrieht geben? Das Leben gibt uns Unterricht, mehr als uns lieb ist, mehr als Euch in dem kleinen Nest. Trabt Ihr nur weiter den allen Weg." David fiel Bessinger ins Wort, David dem Bessinger; Bessinger halte einen Punkt berührt, den David nicht antasten ließ. „Aller Weg?" riet David. „Ich weiß, was das heißt. Der Weg zu (iolt ist ein alter Weg. Das Festhalten an unseren heiligen Vorschriften ist eine alte, abgetane Sache, Wenn der Weg zu Gott, Er sei gepriesen, ein aller Weg ist, welchen Weg geht Ihr? Zeigl mir doch Euren Weg. Sagt mir, wohin führt euer Weg? Sagt mir. was habt Ihr als Gottenau? Und zeigt mir eins, zeigt mir, wie glücklich Ihr seid." Bessinger wurde rot. Verwandtschaft in Ehren: alier da kommt David Kalz — muß ein Mensch David beißen? — David Kat/„ lliiulc und Abfülle en gros und en detail — David KaU, der von der Welt soviel versteht, wie ein Spatz von Damenmiinlell'alirikalion, der kommt aus einer Stadt, wo die Hlihhe als Wecker Is-nulzt werden und die Hunde sich tagsüber besuchen — ah, da kommt ja der Nero vonKupfcrmoyers, soll es schon so spät sein? David Kalz, brav, sicherlich, aber mit einem Zopf, der so lang ist, daß er darüber füllt, ohne es zu wissen. Sein Veiter, auch put, ein Jugendfreund, ja, aber was heißt das schon? Jugend freund? Man lernt erst spiller. man wird erst später ein Mensch — da kommt der David, und will ihm. dem erfahrenen Kaufmann, predigen, ihm, der siebt, der lebt, der handelt, wahrend David träumt, schläft, trottelt? „Jetzt will ich Dir etwas sagen, aber ich will Dir auch nix sagen", [»emerkte Bessinger. „Doch das will ich Dir sagen: Es wäre für die Welt ein Unglück, wenn es nur David Kairens gltbe. Damit will ich nichts gegen Dich sagen, David", ergänzte Bessinger, „Du bist ein guter Mensch." „Was heißt ein guter Mensch?" rief David. „Ich bin ehrlieh, ich suche den Allmächtigen, morgens und abends. Ich flehe, zu ihm morgens und alrcnds. Ein guter Mensch? Gott belu'ile. daß ich das von mir denke, (übt es einen Menschen, der nicht sündigt? Aber itn Gebet Trost und Krall finden und die Hiclitnng linden, das kann man. Wißl Ihr es? Ihr wollt es nicht, wissen. Ich liebe um Seine Hilfe. Und was geschieht? Nun. ich will es Dir sagen. Ich werde demütig, bescheiden und zu frieden. Zufrieden, Arnold? B'cliol le wov'cho. u v, Yhol nafseli'ch« u w'chol m'aiidecho — mit meinem ganzen Herzen, und mit meiner ganzen Seele und mit meinem ganzen \ ermi'igen «ein* ich den Weg zum Allmäehligeu hin, diesen alleis Weg, und ich bin gesegnet auf diesem Weg. In mir fühle Iii 1 diesen Sogen. Auch Du bist gesegucl, Arnold, aber Dein Segen liegt auf der Hand." David wollte zwei Tage bleiben. Er reiste selior* am nächsten Morgen ab. Als er im Zogt: saß, fiel ihm ein, daß er den eigentlichen Zweck seiner Reise vergessen haltt*. Er hall» Arnold zu der Barmi/.wahfeier seines Sohnes persönlich einladen wollen. Es ist besser so, sagte sieb David. Bessinger war zufrieden, daß David so bald wieder abgereist war. Wirklich, was hülle er mit ihm anlangen können? Er war nun einmal eine unglückliche Figur, der David Kalz. Eigentlich war er zu liedaiicrn, meinte Bessinger. Iledda ging in die Schule. Seil, sechs Wochen. Da kam sie mit zersclmndcncm Gesiebt nach Haus, und ilire Kleider waren schmutzig. Was war geschehen? Alberline Gregor hatte ihr .„ludd, Juddcnkind" nachgerufen. Iledda balle es nicht verslanden. Mas beißt „Juddcnkind"? Aber Iledda halte das Feindliche herausgefühlt. Sie hatte auch geschrien ,,Judd" und „Juddenkind". Ks war zu einer Prügelei gekommen. Die Kinder umringten die Kämpfenden. Beide waren gleich stark. Beide waren verbissen. Beine waren unterlegen. Beide hatten gesiegt. Man war erschöpft. Man ging nach Hanse. Das Kindcrfriiulein schalt. „Was willst Du? Du bist ein Judenkintl. Das bist Du nun einmal, daran Iii 15t sieh nichts ändern. Höre nicht hin. Geh nach Hause." Während Iledda gereinigt wurde, kamen die Eltern. Iledda weinte und erzählte, auch die Worte des Fräuleins. Bessinger wurde sehr erregt. Er wandte sieh an das Fräulein: „Wer ist ein Judenkintl? Ich verbitte mir solche Ausdrücke. Auch von Ihnen. Wir sind Menschen, wir sind Deutsche, und, ja, wir sind Israeliten. Das weili ich, das braucht mir niemand zu sogen." nm> •S u ■ geirteiche? < •rder» nßig olksver- 1 die mng :lche itsch teu,ta a.-s ihrer Jude scha : ist. ichts* klärt »IM der9 >rali- :fühl der»;tiegj :itet,;nen esc3 sehe turnt Ju- -dem üdiallo sehe e tu hör« :her* rn.* iber eintf Aus urrist;^- des Ge» ■,, . > dep ber-< SUß i 1 tider den den lenrtira :eirt hen zon eer iter •er- ' ^er md aid: laß enen, eise: :tssen Uten pirer nd :re >on" :uen au er er ch er in at- :r» ln U j .9 i- « y e r. Ii ^g^^n^^^ggjyi^^^j^^^^

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