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Jüdische Rundschau · 1935-03-26 · Heft 25 (26.3.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 25 (26.3.1935)
Date
1935-03-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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wmmmmmm Nr. 25, 26. HL 1935 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Die Entstehung des Minderheitenrechtes Der Anteil der Juden Is» der Zeitschrift „Jugend und Recht" (Organ der Reichsgruppe Jungjuristen des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen und der Reichsfachgruppc Rechtswissenschaft der Deutschen Studentenschaft) vom 15. März 1035 veröffentlicht Herbert Franze eine Abhandlung „Volksgruppenrech t". in der er von dem Minderheitenrecht des Versailler Friedensvertrages ausgeht, das den Geist vergangener parlamentarischer Zeiten atme. In diesem Zusammenhange heißt es u. a.: „Haupttriebkraft bei der Schaffung der Minderlieitcnsclmtzverträge waren aber die Jude n. Aus der Geschichte ihres Volkes heraus wußten sie, daß für ihre Rassengcnosscn in den jungen Staaten Schwierigkeiten und Verfolgungen zu erwarten waren. So forderten besonders die a m crika ni sehen J u d e n die Schaffung von Mindcrhekenschutzvertrügen. An diesen Vertragen fallt daher besonders auf, daß in ihnen eine einzige Minderheit ausdrücklich genannt wird, die Juden; z. B. im Vertrag mit Polen sind ausführlich die Rechte der jüdischen Minderheit bestimmt. Die jüdische Herkunft der Verträge hat auch ihren Inhalt entscheidend bestimmt. Beim Durchlesen der Verträge entsteht notwendig der Eindruck, dali sie eigentlich für die jüdischen Kullusgemeinden, nicht aber für die Hauern- und Arbeiterschaft deutscher und verwandter Volksgruppen ge-chaffen sind." Der Verfasser hebt hervor, daß das geltende Minderheitenrecht, da es sich auf der Vorstellung des isolierten Einzelnen aufbaue, dort, wo es um Gruppen gehe, nicht das Entscheidende treffe. Notwendige Grundlage eines Volksgruppenrechts sei die Anerkennung des Lebensrechts jeden Volkes. Weiter heißt es u. a.: „Die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe wird bestimmt durch die blutsmäßige Herkunft. Dabei ist nicht nur an die ras-Lselic Abstammung gedacht, der Begriff „deutschen Blutes" schließt zugleich die abstanmnmgsiimliige Zugehörigkeit zur deutschen (leschichts- und Kulturgemcinschaft ein. Die Verzahnung der Völker in Mitteleuropa führt aber dazu, daß diese Voraussetzungen der Dcutschblütigkeit in vielen Familien, sogar Volks täinincn nicht mehr eindeutig gegeben sind. Bei diesen Mcnsclicngntppcn kann die nationale Zugehörigkeit nur durch das politische Hesenntnis bestimmt werden. Das 1! ct n ü t n i s p r i n 11 p h a t alier stets sei n e n a t ii r 1 i c h c Frenze dort, wo die rassischen V o r a u s s e t z u n g e n s t a m m e s g 1 e i c h e n Ii 1 u i e s fehl e n. Auf die libcrulUtis. he Verfälschung dieses Gedankens in der Judenfrage braucht heute nicht mehr eingegangen zu werden." Es ist richtig, daß bei der Sicherung der Minderheitenrechte anläßlich der Friedensverhandlungen in Versailles die Juden eine Rolle spielten. Da die Juden überall in der nur eine Minderheit bilden, also das Minderheitsvolk Welt kat exoehen sind, ist es wohl begreiflich, daß sie sich um die Sicherung ihrer Rechte in einer Zeit, die neue Nationalstaaten entstehen ließ, bemüht haben. Der so entstandene Minderheitenschutz, so wenig er sich auch (was man 1910 nicht voraussehen konnte) praktisch bewahrt hat, wurde von anderen Minderheiten, z. B. von d i deutschen Minderheiten, oftmals in Anspruch genommen. Stets wurde auch von der deutschen V o I k s t u tri s b e w c g u n g die Bedeutung des Gedankens des Minderheitenschutzes gewürdigt. Dabei irrt der Verfasser des vorstehend zitierten Artikels, wenn er meint, daß die Juden nur1'' an die Sicherung individueller Rechte und nicht an Gruppen rechte dachten. Gerade die Gruppenrechte waren stets der Hauptgegenstand auch der jüdischen Bestrebungen. Freilich schließen Gruppenrechte nach unserer Auffassung auch gewisse individuelle Rechte ein, vor allem das Recht, wegen der Gruppenzugehörigkeit nicht diffamiert und herabgesetzt zu werden. Die Rasse als Gedanke Gottes IN ALLER KURZE In einer Veranstaltung des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, hielt der Leiter des Rasse npolitischenAmtes Dr. Groß vor einem zum großen Teil aus Ausländern bestehenden Publikum einen Vortrag über Bevölkerungs- und Rassenpolitik im neuen Deutschland. Dabei kam er auch auf die Juden frage zu sprechen, wobei er erklärte, in den Jahren 1910—1925 seien täglich 13 jüdische Einwanderer aus Osteuropa nach Deutschland gekommen, so daß schließlich ganze Berufsstände fast ausschließlich Domäne der Juden wurden; hierbei wies er insbesondere auf die Rechtsanwälte und Kassenärzte hin, bei denen jedoch die Ostjuden nur einen kleinen Prozentsatz bilden. Ueber die grundsätzlichen Ausführungen des Redners betreffend das Verhältnis / ii anderen Rassen berichtet der „Völkische Beobachter": „Weiter sprach der Redner von der Ablehnung jedwedt l iiati vinisnius und Imperialismus, weil wir den anderen Rassen das gleiche Recht zubilligen, das wir selbst in , nsprtieli riechen das Recht, nach der eigenen Art Welt und '-eben tu l'nd wenn der Nationalsozialismus fiir die Zuku» ft .nnh mungslosc Rassenkreuzung im Kiiuellall vermieden seien >« liegt auch in solcher Einstellung nichts, was als Ymehiinij; wrden kann. Man hat gesagt - - und damit glaubte man d<!sl.-ozialisnius zu treffen - , daß jede Rasse aul dn-scr von Moses Mendelssohn, in Johann-Sebastian-Bachd.-i h •itc die Cltdanken Gottes nicht verwirrt, er in jeder Rasse dieser Mensehheu Natio- \\ ' Ii ein I<s1m!Ii ior- :- n Ii 1 u t «erden und schul, auch («danke Gottes sei. Oracle das glauben wir auch, i: dm wir die reinliche Seh e i d u n g z w i und Blut, damit rl;i: Besondere, das reinerh..'tcn bleibt." Ob diese Grundsätze der gegenseitigen Achtung auch auf die jüdische Rasse — den einzig praktischen Amvcndungsfall — Geltung haben, hat der Redner nicht weiter ausgeführt. _ Der Arierparagraph in Lodz Warschau, 22. März. (JTA i In der Vollversammlung des Lodzer Stadtrats wurde von der nationaldemokratischen Mehrheit der vor kurzem in einer Stadtraiskommission gefaßte Beschluß, die städtischen Preise für Kunst, Wissenschaft und Literatur nur an Arier zu verleihen, bestätigt. Der in der Versammlung den Vorsitz, führende Regierungskommissar erklärte, daß dieser Beschluß verfassungswidrig sei. Da sämtliche Stadtratsbcsc-hlüsse der Bestätigung der Regierung unterliegen, wird die neue Bestimmung nicht in Kraft treten. Einen zum zweitenmal eingebrachten Antrag der Nationaldemokraten, in dem die Entlassung aller jüdischen Beamten tr n d Funktionäre des Magistrats und der städtischen Uuternehmungen gefordert wird, ließ der Regierungskommissar als verfassungswidrig; nicht zur Abstimmung zu, was von den National-demokratcn mit Protestrufen aufgenommen wurde. Die neue polnische Verfassung Nach fünfzehnstündiger Sit /-ung hat der Sejm die neue polnische Verfassung angenommen' Vorher fand eine Konferenz der jüdischen S e i m - A b g e o r d n e ten statt, in der mit Mehrheit beschlossen wurde, sich bei der Abstimmung der Stimme z u enthalte n. Darauf erklärte Dr. 0. Thon seinen Rücktritt als Führer der jüdischen Sejm- Abgeordneten. In den Kommentaren der jüdischen Zeitungen in Polen wird erklärt, daß die neue Verfassung lediglich finc Legalisierung der schon bestehenden Zustände bedeute. " handle sich um endgültige Liquidierung der Demokratie. In Dessau, dem Geburtsort ist die Mendelssohn straße Straße umbenannt worden. Anläßlich der Schloschim (30 Tage) nach dem Tode des Obcrrahbiiters Sacerdoti fand in der Großen Synagoge von R o m ein Gedenkgottesdienst statt, an dem tausende Menschen, tinter ihnen viele Nichtjuden, teilnahmen. Die Gedenkrede hielt Professor C a s s u t o. Die jüdische Partei der Tschechoslowakei hat beschlossen, am Wahlkampf teilzunehmen; die Exekutive ei klärt, sie habe alle Bedingungen geschaffen, um eine parlamentarische Vertretung der Judenschaft der tschechoslowakischen Republik sicherzustellen. In London ist Lady Cohen, die Gattin des früheren Vorsitzenden und gegenwärtigen Ehrenpräsidenten der ICA (Jewish Colonisation Association), Sir Leonard L. Cohen, gestorben. Die Verstorbene hatte sich in der jüdischen Wohlfahrtspflege aktiv betätigt. In den letzten Tagen häufen sich, wie das „Czernowitzer Morgenblatt" mitteilt, Lieberfälle von Christen auf Juden in den Straßen der Bukowinaer Landeshauptstadt Czernowitz. In der Umgebung der Universität wird jeder Vorbeigehende, der jüdisch aussieht, attackiert. In der jüdischen Schule in der Strada Lascar Lutzia wurden von Cuzisten mehrere Scheiben eingeschlagen. Das Brünner Berufungsgericht hat das auf einen Monat Gefängnis oder 1500 Kronen Geldstrafe lautende Urteil gegen den Munkacser Wunderrabbi Spiro wegen Aufwiegelung der Chassidim gegen die Zionisten und gegen das Munkacser Hebräische Gymnasium bestätigt. Auf einer großen Bauernkundgebung in Witzen hausen hielt, wie die „Kurhessische Landeszeitung" in Kassel mitteilt, Landesbauernführer Seidler eine Rede, in der er die versammelten Bauern aufforderte, „nicht die zu unterstützen, die nicht unseres Blutes sind und immer Gegner des deutschen Bauern waren. Jeder Bauer müsse im nationalsozialistischen Sinne handeln und daher auch seine Geschäfte immer nur mit Genossenschaften oder arischen Geschäften abwickeln." Im „Deutschen Reichsanzeiger" veröffentlicht der Berliner Polizeipräsident eine Liste von 81 meist nichtarischen Personen, die zwischen dem 9. November 1918 und 30. Januar 1933 die preußische Staatsangehörigkeit erworben hatten und deren Einbürgerung widerrufen worden ist. Die Exekutive des „Brith Iwrith Olamith" (Weltverband für hebräische Sprache und Kultur) hat den Weltkongreß der Hebraisten für den 6. Mai nach Tcl-Awiw einberufen. einer jüdischen Pflanzung 100 junge Bäume aus- Palästinensische Handelskonimission Die palästinensischen Zeitungen teilen mit, daß die Entsendung einer H a n d e 1 s k o in m i s s i o n nach Europa 'wecks Propagierung des Absatzes von Palästina-Produkten, insbesondere von Zitrusfrüchten, geplant ist. Man hofft, d'ß es der Tätigkeit einer solchen Kommission gelingen wird, zur Zeit ungünstige Handelsbilanz Palästinas zu verbessern. Der Kommission sollen ein Jude, ein Araber und *,ln Engländer als Sekretär angehören. Es wird erklärt, englische Regierung habe die Handelsattaches in den verschiedenen Ländern angewiesen, die Kommission in ihrer Arbeit zu unterstützen. Unbekannte Täter haben in auf dem Berg Kanaan bei Safed gerissen. Zum Präsidenten der Union österreichischer Juden wurde Dr. Hennann Opnenheim, zu Vizepräsidenten wurden Dr. Josef Tiche und Dr. Karl Steiner gewählt. Im Alter von 48 Jahren verstarb der dänische Schachmeister Aron Nimzo witsch. Im internationalen Schachturnier in Marienbad 1925 teilte er mit Akiba Rubinstein die beiden ersten Preise. In Dresden wurde er 1926 erster Preisträger vor Alechim und Rubinstein, ebenso in Hannover 1926. Nimzowitsch wurde 1887 in Riga geboren und kam 1922 nach Dänemark. Vor kurzem gründete er in Kopenhagen einen jüdischen Schachklub. Dr. Armand K a in i n k a wird sich als offizieller Vertreter des Wiener Mairnonides - Instituts nach Cordoba begeben und dort einen Vortrag über Mainionides halten. Josip Major, Vorstandsmitglied der Gemeinde in Novi Sad (Jugoslawien) ist, wie uns von dort berichtet wird, 60jährig gestorben. Major war ein angesehener Journalist und Herausgeber einer Reihe von Arbeiten über die Geschichte der Juden in Jugoslawien. Die Schriftleitcrin der „C.-V.-Zeitung", Frau Dr. Margarete Edel heim, ist zu Informationszwecken nach Palästina gereist. Unter der Bezeichnung „E m c o 1" wurde in Paris durch die Vereinigungen ORT, ÖSE und EMIGDIRECT ein neuer Verband für jüdische Auswanderung und Kolonisation gefrundet. In das Präsidium wurden Dr. Bramson, Dr. Brutzus und Woytinsky gewählt. Jüdische Landwirte in den Vereinigten Staaten New York, im März Die Auswanderung deutscher Juden hat den Ruf nach Berufswechsel mit sich gebracht. Landwirtschaft und Handwerk hieß der Feldruf. Und niemand, der die allzu einseitige Berufsverteilung beklagte und vor allem kein Zionist hat den Grundgedanken dieser Bewegung abgelehnt — und die Uebertreibungen, die Einseitigkeit mancher Enthusiasten hat man als begreifliche Ausschläge begriffen. Bedenklich erschienen nur die Projekte, irgendwo in def Welt, sei es in Australien oder Ostafrika oder in Südamerika, Riesensicdlungen zu errichten. Die Befürworter solcher Pläne verstanden in der Regel nichts von Landwirtschaft oder nichts von deutschen Juden oder sie bedachten nicht die Höhe der erforderlichen Kapitalien, oder aber es waren ihnen alle drei Dinge fremd. Gerade auch unter dem Gesichtspunkt jener Erörterungen ist es vielleicht ganz interessant, etwas über die jüdischen Landwirte in Nordamerika zu hören. Ihre Zahl ist nicht ganz gering und scheint langsam trotz, der schweren Zeiten noch zu steigen. Man schätzt auf 50 000 bis 60 000. Und unter Berücksichtigung aller schwierigen Verhältnisse, namentlich auch der äußerst bescheidenen Kapitalien dieser Farmer, darf man mit dem Ergebnis zufrieden sein. Bevor aber das Positive geschildert sei, muß gerade im Hinblick auf allerhand Pläne einiges Negative gesagt werden: Die wiederholten zum Teil Jahrzehnte zurückliegenden Versuche zur Massensiedlung, etwa nach palästinensischem Vorbild, haben sich bisher nicht bewährt, obwohl dafür recht erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt worden sind. Jeder Kenner der Siedlungsgeschichte Wird sich darüber nicht wundern. Denn auch .Menschen, die weniger individualistisch, denken als die Juden, fügen sich schwer auf die Dauer in Kooperativen. Die so günstigen Erfahrungen in I re/ Israel sind vielleicht das Wunderbarste an den: palästinensischen Wunder. Vor wenigen Tagen hatte ich Gelegenheit, nti! defn Generaldirektor der Jewish Agricultur.il Society, Dr. Davidson, die Probleme zu besprechen. Seine Gesellschaft, eine Baron Hirschschc Stiftung, berät und finanziert seit 35 Jahren jüdische Landwirte und solche, die es werden wollen, in etwa 42 Staaten der Union. Sie hat in dieser Zeit fast 12000 Darlehen gewährt und den allergrößten Teil zurückbekommen. Obwohl die Darlehen bestenfalls an zweiter Stelle eingetragen sind und obwohl der Gedanke, daß es sich um Baron Hirschsches Geld handelt, etwas korrumpierend wirkte, und obwohl es meistens ziemlich unbemittelte Anfänger waren, sind bis zur Krisis nur etwa 5 \i der Ausleihungen verloren gegangen. Heute natürlich, in der Depression, ist der Wert der Ausstände ungewiß. Immerhin glaubt die Verwaltung, daß sie aus Darlehen an städtische Schuldner größere Verluste zu buchen gehabt hätte. Die besten Erfolge werden offenbar erzielt mit Klcinfarmen, nicht allzu fern von den großen Stallten, weil dadurch —- zum mindesten in den ersten Jahren - ein oder das andere Familienmitglied noch Arbeit in einer Fabrik finden kann. Wächst die Erfahrung und vielleicht auch das Einkommen, so ist eine allmähliche Vergrößerung des Besitzes und eine volle Beschäftigung auf der Farm der nächste Schritt. Soweit ich das Material kenne, ist die Ausdauer, mit der diese Menschen an ihrer Farm hängen, für diese früheren Großstadtbewohner bemerkenswert, doppelt bemerkenswert in einem Land, in dem die Treue an die Scholle nicht sehr entwickelt ist. Neuerdings ist der Gedanke von gemischten Siedlungen in Amerika wieder sehr modern. Man will allenthalben Arbeitslose oder Kurzarbeiter in sogenannte homestead Settlements unterbringen, wo der Siedler teils von seinem Land und teilweise von gewerblicher Arbeit leben soll. Die Regierung unterstützt derartige Versuche, die ja auch in Deutschland nicht unbekannt sind, in jeder Weise. Einer der ersten Gioßvcrsuche soll demnächst nicht weit von New York, in Flightstown, New Jersey, ins Leben treten, wo die Siedler, jüdische Konfektion s arbeit er, in einer dort entstehenden Kleiderfabrik beschäftigt werden sollen. Dieser Versuch wird allenthalben mit großer Aufmerksamkeit, teils sehr optimistisch, teils mit einiger Aengstlichkeit, beobachtet. Die Pessimisten halten es für bedenklich, daß die Siedler auf das Gedeihen einer einzigen Fabrik angewiesen sind und bezweifeln, ob das Kooperative sich hier bewähren wird. Die oben erwähnte Jewish Agricultural Society begünstigt mehr den Einzelsiedler, den sie freilich in jeder Weise durch sr-. Vorbcieitungskur.se, lieh e Einrichtungen Fachblatt zu fördern son — können heute fällt ihnen aber doch Zweifellos wird wesentlich durch die Wanderlehrer, g e n o s s e n Schaft- und vor allein durch ein jiddisches — sucht. Zwar - so sagt mir Dr. Davidfast alle Farmer schon Englisch -- es leichter, jiddisch zu lesen, der Entschluß zum ländlichen Siedeln radikalen technischen Umwälzungen erleichtert. Die Einsamkeit von früher, die Furcht vor der geistigen Verarmung, ist zum erheblichen Teil weggefallen, seitdem Radio und Auto auch für den armen Farmer eine Selbstverständlichkeit geworden ist und der Wegebau Großartiges geleistet hat. Und wenn erst das Fernsehen Allgemeingut wird, so wird nicht einmal das Kino entbehrt werden. F. K. Saul Chajes gestorben Von unserem Korrespondenten J. R. Wien, im März 1935 Nach langer, schwerer Krankheit ist hier im 51. Lebensjahr der langjährige Archivar und Bibliothekar der Kultusgemeinde-Bibiiothek Saul Chajes verschieden. Saul Chajes, der ein Neffe des sei. Oberrabbiners Prof. Chajes war, hat den Leiter und Direktor der ücmeindebibiiothck, Regierungsrat Bernhard Wae liste in, mit dem er gemeinsam an der Ausgestaltung dieser großen jüdischen Bibliothek erfolgreich gewirkt hat, nur um wenige Wochen überlebt. Der Verstorbene hat eine Reihe bedeutsamer Arbeiten auf dem Gebiet der hebräischen Bibliographie verfaßt. Sein „Pseudonymen-Lexikon der hebräischen und jiddischen Literatur" in hebräischer Sprache erschien im Jahre 1933. Amerikanische Zeitungen berichten über die Aufführung einer Symphonie des jüdischen Komponisten Aaron Copland, von dem es heißt, seine Musik sei „im Rhythmus amerikanisch, in der Melodik jüdisch und im übrigen eklektisch". Ne*. r'v § 1§H ■ i/fti/ URBAN I HOTEL GARNI Neubau im Geschäfts* und Vergnügungs-Zentrum. Bellevueplatz, ca. 5 Min. vom Bahnhof. Jedes Zimmer: Telef ontf Uessendes Wasser. Privat-Toiletten. 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