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Jüdische Rundschau · 1935-03-22 · Heft 24 (22.3.1935) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 24 (22.3.1935)
Date
1935-03-22
Page
– (sequence 13)
Language
German
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■PüPmpppp Nr. 24, 22. III. 1935 JÜDISCH! RUNDSTCHAO Seite 13 Prof. Jacob Obermeyer Zum 90. Geburtstag Professor Jacob Obermeyer in Würzburg beging am 21. März seinen 90. Geburtstag. Der Jubilar wurde im Jahre 1845 in Steinhardt in Mittelfranken geboren und genoß in der Jugend eine gründliche Ausbildung im Talmud. Schon in der frühesten Jugend hat sich bei ihm ein Interesse für den ,.KIal-Jisrael"-Oedanken gezeigt, und es regte sich bei ihm der lebhafte Wunsch, das jüdische Leben in den verschiedenen Ländern, besonders im Orient, kennenzulernen. Im Jahre 181)8 bereiste er Nordafrika von Marokko bis Aegypten, durchquerte ganz Palästina und einen Teil Syriens bis .................... Damaskus. Im Jahre 1869 r""~":•' y1--'"1/ 1 f bekam er eine Lehrtätigtätigkeit an der Schule der Alliance Israelite Universelle in Bagdad und erhielt nach drei Jahren die Stelle eines Lehrers und Erziehers im Hause des in Bagdad im Exil lebenden persischen Kronprätendenten Naibas-Saltana. eines Bruders Nasir-ad-dins, des Schahs von Persien. Im Jahre 1881 übersiedelte Obermeyer mit dem Prinzen, der sich inzwischen mit seinem Bruder, dem regierenden Schah versöhnt hatte, nach Persien, zuerst nach Kaswin, dann nach Teheran, wo er die Erziehung des " ......." Prinzen beibehielt. Im Jahre 1884 folgte er einer Berufung an die K. K. Lehranstalt für orientalische Sprachen in Wien, wo er bis zum Jahre 1915 als Lehrer der arabischen und persischen Sprache und Literatur tätig war. Während seines Aufenthalts in Bagdad hat Obermeyer durch die Jagden, die sein Schüler, der Prinz Abbas-Mirza - Naib - as - Saltana, veranstaltete, viel Gelegenheit gehabt, das Gebiet zwischen dem Etiphrat und Tigris, wo es diese Zwillingsströme in ihrem mittleren Lauf am nächsten zueinander bringt, eingehend zu erforschen, denn das ist doch das Gebiet der ehemaligen babylonischen Hauptansiedlung, die ununterbrochen vom Beginn des babylonischen Exils bis zur Zeit des Einbruchs der Mongolen (1258 post) andauerte. Dieses Land ist für die jüdische Kulturentwicklung nach Palästina das wichtigste Gebiet. Das sind die Stätten, wo der babylonische Talmud entstand, sich entwickelte und abgefaßt wurde, und wo später die gaonäischen Akademien gewirkt haben. Im Jahre 1876 wurde von Obermeyer eine längere Serie von Artikeln in der hebräischen Wochenschrift „Ha-Maggid" unter dem Titel „Meine Reise nach den Ruinen Babylonicns" veröffentlicht. Im Jahre 1907 erschien sein Buch „Modernes Judentum im Morgen- und Abendland", in welchem er viele Probleme des jüdischen Lebens in Europa im Vergleich mit dem Leben der Juden in anderen Ländern, hauptsächlich im Orient, eingehend behandelt. Dieses interessante Werk zeigt viel Geist und Wissen und besondere Liebe des Verfassers zur Gesamtjudenheit. Während seines Aufenthalts im Orient hat Obermeyer mit großer Sorgfalt viel Stoff zur Geschichte und Geographie Babyloniens gesammelt, den er in seinem Lebenswerk „Die Landschaft Babylonicn im Zeitalter des Talmuds und des Gaonats" (Frankfurt am Main 1929) verwendet hat. In diesem Werk benutzte er nicht nur wie seine Vorgänger die griechischen und römischen Autoren, sondern auch sämtliche arabischen Geographen und Historiker des 9. und 10. Jahrhunderts, wie Ibn Khordadbch (811), Kodama (922). AI- Istakhri (951), Ihn Haukal (978), Beladhori (892), Tabari (923), Ibn Serapion (Anfang des 10. Jahrhunderts) u. a. Die Autoren dieser Werke lebten zur Zeit des abbasidischen Kalifats, in der Gaonenzeit, sie kannten und beschrieben das Land, das damals noch im wesentlichen den geographischen Charakter der talmudischen Periode unter der Sasaniden-Herrschaft bewahrt hatte, aus eigener Anschauung. Es ist interessant zu bemerken, daß Obermever bei Erscheinen seines Lebenswerks bereits 81 Jahre alt war und selbst die Korrektur gelesen hat. Dem Buch, das in bewundernswerter Lebendigkeit geschrieben ist, merkt man kaum das hohe Alter des Verfassers an. Professor Obermeyer lebt jetzt im Israelitischen Altersheim in Würzburg, und wir wünschen ihm, daß er sich noch lange Jahre seiner wohlverdienten Ruhe und geistigen Frische erfreuen möge. Prof. Dr. Isaac Markon Kunst-Ausstellung in Hamburg Die Jüdische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft in Hamburg hat vor kurzem eine Ausstellung eröffnet, die aus jüdischem Privatbesitz zusammengebracht ist und die Kunst der letzten hundert Jahre umspannt. Wie überall in Deutschland, so hat auch hier das jüdische Bürgertum mit Geschmack gesammelt, und so kann man an den gut ausgewählten Proben die Geschichte der Malerei dieses Zeitraums verfolgen. Angefangen bei dem Biedermeier-Porträt eines Günther Gcnslcr oder der klassizierenden Landschaft eines Rottmann, über den feinen Realismus in den Frühwerken von Christian Rohlfs oder Thoma, den Impressionismus von Manet, Trübner, Corinth, zu den früh-expressionistischen Bildern von Münch und der Becker- Modersohn bis endlich zu der Kunst unserer Tage, die in Bildern der Franzosen Derain und Vlaminck, des Russen Jawlensky, der Deutschen Marc, Jaeckel, Nolde, Schmidt- Rottluff erscheint. Aus der gleichzeitigen Plastik ist eine wundervolle Holzfigur Barlachs hervorzuheben. Vom jüdischen Standpunkt aus besonders fesselnd ist eine Wüstenlandschaft Kokoschkas, in die der Auszug der Kinder Israels in kleinen Gestalten gesetzt ist. Und dann naturgemäß alle jene Werke, die von jüdischen Künstlern HARDSCHUH-LEDER in allen Sparten Bacharach, Berlin fttMtfc'JA* gefertigt sind. Da ist von Josef Israels ein frühes Frauenbildnis zu sehen, von Pissaro eine duftige Frühlingslandschaft und ein späteres neu-impressionistisches Hafenstück. Liebermann beweist, wie so oft, in kleinen Formaten — hier in Pastell eines Fischerkarrens, in einer Ansicht von Amsterdam und in einem Tiergartenbild — seine besondere koloristische Meisterschaft. Von Chagall sieht man ein ganz auf schwarze Töne gestelltes Selbstporträt. Die jungen jüdischen Künstler Hamburgs weisen mit Stolz: aut die leider so früh aus dem Leben geschiedene Anita Ree hin, deren ein schwarzes Kaninchen tragender scheuer l ^Türkisch 8 m-m Knabe malerische Feinheit mit seelischer Wärme vereint. Der junge Löwcngard zeigt eine gut gezeichnete Dünenlandschaft, Hermann Bruck ein Stilleben, Grete W o Ii 1 w i 11 einen Hamburger Jahrmarkt, die Bildhauerin Elisabeth Selig m a n n einen gut modellierten Terrakottakopt. In den oberen Räumen findet man eine Ausstellung jüdischen K u n s t Ii a n d w c r k s, in der Batikarbeiten von Professor Adler, Keramiken seines Sohnes, die flotten Innenarchitckturskizzen von Anna Plaut, die Webereien des Ehepaars Henle, die mit heutigen Augen gesehenen Photos von Erich Kastan besonders hervorstechen. So paart diese in schönen, lichten Räumen gehangene Ausstellung die Freude an vergangenem Kunstgut mit der Werbung für das Schaffen lebender, heute schwer um ihr Dasein ringender Künstler und Kunsthandwerker. Franz Landsberger Jüdische Sieger in der Warschauer Violin-Konkurrenz In der Warschauer Philharmonie wurden zu Ehren des berühmten polnischen Virtuosen und Komponisten Wieniawski internationale V i <> I i n k o n k u r r e n z e n veranstaltet. Den ersten Preis des Präsidenten der Republik von 5'im) Zloty und damit auch den 10 000 Francs betragenden Preis der französischen Regierung, sowie mehrere andere Preise gewann die 15jährii;c 1 r a n z ö s i s c Ii e Jüdin Ginette N e v e u. Den zweiten Preis des Unterrichtsministeriums und andere Preise erhielt ein russischer Jude David Ostrejch, den dritten Preis der englische Jude Henry Temjonka, den vierten Preis der 1'ijäiirige Gustav ü o 1 dstein aus Rußland, den fünften Preis der jugoslawische Jude L. S p i I I e r, den siebenten Preis die lijährige Judiii lila Hendel. Von neun Preisen fielen sechs an Juden. Ein vierzehnjähriger Geiger In einem internen Prcssekonzert lernten wir den jungen Geiger Ossy Renardy kennen, der zu Hoffnungen Anlaß gibt. Auffallend ist sein großer, vollentwickelter und modulationsfäliigcr Ton, der weiträumige Säle mit Leichtigkeit füllen kann. Seine Bogen- und Grifftechnik ist überaus sicher. Er beherrscht alle Arten des Spieles wie Doppelgriffe, Flageolett usw. Eine Aktivität und Strenge des Striches und des Tones charakterisiert ihn, — eine Ernsthaftigkeit, die andererseits noch des Humors, des „Tänzeins" ermangelt. Es wäre jedoch ungerecht, dies von einem Vierzehnjährigen; zu verlangen. Halten wir fest, daß hier ein starkes Geigentalent mit ausgeprägtem Sinn für Klang und Melos ist, das Beachtung fordert. Man müßte den Jungen bald bei großen Aufgaben beobachten (bei Beethoven, Bach), um die Entwicklungsmöglichkeiten seiner gestaltenden Fähigkeiten ganz ermessen zu können. Dr. I I ans N a t Ii a u mr Auf i } ® H Dingen STEHT DIE WEIT Erzählung von GERS OK STERN '(Als Einleitung schickt der Verfasser einen „Brief der „Jüd. Rundschau" fachdraeJi verboten 1. KAPITEL. Das Leben hat seinen Sinn. Mein Leben? Dein Leben? Alles,alles, was ist. Die krummen Linien und die geraden? Die Geraden gibt es nur in der Mathematik. Etwas gebogen, so ein wenig, ist alles. Etwas gebogen darf es schon sein. Etwas gebogen muß es schon sein, wenn — man nicht hintenan stehen will. Und das wollte Arnold Bessinger nicht. Sicherlich war er korrekt. Peinlich genau war er den anderen gegenüber. Sich selbst mußte man kleine Freiheiten schon gestatten. Ehrlichkeit ist eine Voraussetzung. Aber gibt es nicht Dinge, über die man hinweggleitet, so ohne jede Belastung hinweggleiten kann, Dinge, die durchschlüpfen und die auch gar nicht schlimm sind? Man kann unmöglich alles sehen und alles wissen. Da war diese kleine Angelegenheit. Als Bessinger sein Geschäft eröffnete, prangte cm Schild über dem ersten breiten Stockwerk in seiner ganzen Länge: Arnold Bessinger. Und darunter stand: Süddeutscher Konzern. Die belebte Victorgasse mündete gerade auf das Maus, das in der Krummen Straße lag. Die ganze Stadt halte es innerhalb von acht Tagen gelesen und geschluckt: Arnold Bessinger, Süddeutscher Konzern. Aber die neidische Konkurrenz hatte Einspruch erhoben. Und nach drei Monaten lautete es: Arnold Bessinger im Süddeutschen Konzern. Es war eine große Reklame, so wie Bessinger dies durch die Zeitungen bekannt gab. Man lachte. Und Bessin- Rer und der Süddeutsche Konzern waren erst recht ein Begriff. Bas lag nun ein Jahr zurück. Bessinger saß in dem Cilavk.iv;;l) d,,,. scjn Privatbüro bildete und hinten im Baum derart an der Decke klebte, daß alles von Bessinger übersehen werden konnte. Aber er schaute heut auf einen leeren Arbeitstisch. Die Lehrlinge und Lehrmädchen reckten die Hälse und bekamen Rippenstöße von denen, die schon ein Jahr länger im Hause waren und daher die Würde des •""•gesetzten in sich fühlten, so lange, bis ein Vorgesetzter ^schien. Der Kopf Bessingen war ein wenig gesenkt. Er wehte. Auch wenn er nichts tat, dachte Bessinger. Der '? hatte nur vierundzwanzig Stunden. Es war nur ein Ja'lr her, daß er dies Geschäft gegründet hatte; dann hatte ec geheiratet Die .Verlobung soll eine Vorbereitung sein; an einen Freund" voraus, der in der vorigen Nummer abgedruckt war.) Bessingers Verlobung wurde eine Vorbereitung für die Eröffnung des Geschäftes. Die Hochzeitsreise bestand in der Einrichtung und Auffüllung der Verkaufsräume. Und die Flitterwochen überstrahlte die Eröffnung des Geschäftes. So war es ihm und Bertha Lampe am richtigsten erschienen, auch Albert Ilcrrcnstein, der bei allein Pate gestanden hatte. Wie war es nur gekommen? Die Bilder schössen durch sein Erinnern. Eines Tages steht llerrenslein vor ihm, just vor dem Geschäft, in dem er als Reisender angestellt ist. „Welch glücklicher Zufall", ruft Ilerrenstcin. Aber dann verbesserte er sich: „Ich liebe keinen Schmus. Es ist kein Zufall. Ich hab dir etwas vorzuschlagen. Du sollst ein reicher Mann werden." Bessinger erblaßt. Er ein reicher Mann? Wofür arbeilet er, wofür lebt er'.' Er möchte, nein, er will ein reicher Marin werden. Ist er nicht klug? Ist er nicht den anderen immer um eine Nasenspitze voraus, um eine kleine Nasenspitze, aber gerade um so viel, daß er es ist, der das Steuer dreht? — Doch was ist er? Ein Reisender. Was hat er? Nichts. Sein Vater bat, wer weiß womit, gehandelt, um ihm zu ermöglichen, bis Obertertia die Schule zu besuchen. Dann stirbt der Vater. Jeder Mensch hat eine Summe von Arbeit zu tun, seine Arbeit, hat ein Gewicht zu schleppen, sein Gewicht. Glücklich, wer es vollbringt. Der Vater hat es vollbracht. Sein Rücken war krumm geworden, es ging nicht weiter. Der Vater stirbt, der Solln wird in die Lehre gesteckt, anstatt, wie er heimlich geträumt, ein studierter Mann zu werden, ein Rechtsanwalt, etwas Großes, etwas, wovon das ganze Dorf gesprochen hätte: „Schaut mal den Arnold. Wir haben es immer gewußt." Als Erinnerung an die Schule bleibt nur der Drang zu lernen. Er studiert Italienisch. Waruni, hätte er nicht sagen können. Er schleicht heimlich auf den Galerie-Stehplatz des Stadttheaters, der Bildung halber. Denn ein gebildeter Mann will er werden. Er liest Bücher. Er verschlingt Bücher. Eines Tages fällt ihm ein Buch in die Hand: „Kraft und Stoff" von Büchner. Dieses Buch spricht sehr laut. Was ist das Treibende, das Formende, das Erhaltende? Es ist Kraft und Stoff. Was trägt die Well? Kraft und Stoff. Was steht hinter der Welt? Kraft und Stoff. Kraft und Stoff ist alles. Dieses Buch sagt es sicher. Es beweist. Man denkt, vielleicht ist es so. Und man läßt einen religiösen Brauch nach dem anderen. Es ist viel bequemer. Und es erfolgt kein Halsbruch. Es geht auch so. Wahrhaftig, es gehl auch so. Aber dann frißt Bessinger das Geschäft. Er fühlt, daß er sich ganz einsetzen muß. Er hat Bildung genug, um das zu werden, was er werden will. Und nun fegt er durch die Jahre. Er ist 32, als llerrenslein vor ihm steht und dies» Worte spricht. „Du sollst ein reicher Mann werden", sagt Iferrensiein. Bcssinger erblaßt, llerrenslein sieht es, und es ist ihm nicht unangenehm, llerrenslein sagt es?, denkt Bcssinger. Ist Ilerrenstcin nicht der von ihm bewunderte Mann? Wer ist Ilcrrcnstein? Vor 15 Jahren hat er sein erstes Geschäft in einer süddeutschen Residenz eröffnet. Ein kleines Geschäft. Es wuchs zu einem großen Kaufhaus. Aber auch in anderen Städten wuchsen die Geschälte, die llerrenslein gehörten. An den besten Plätzen, millen im Verkehr, rlaß jeder es wissen mußte, darüber fallen mußte, standen diese Geschäfte, die zu Riesenblöcken geworden waren. Ilerrenstcin und Arnold silzen einander in einem Zimmer des Hotels gegenüber. llerrenslein steht auf und setzt sich und steht auf. Hat den Zeigefinger der rechten Hand um einen Weslenknopf gelegt. So kann kein 1 ländespiel beim Reden erfolgen. So sieht er wie aus einem Sprache hat sieh der Gebärde angepaßt. Er der Sohn des Viehhändlers, der mit Arnolds Geschäfte machte. Nein. Dies ist der Mann d llerrenslein spricht: „Ich kenne dich von kenne deine Entwicklung. Ich spüre, was di Guß da. Seine ist nicht mehr \ atc'r zuweilen r liiesenhlöcke. klein auf. Ich' hi>t, und was du nicht bist. .Mein Plan ist fertig. So sieht er aus. Mein Einkauf wird dein Reichtum. Du kaufst mit, was du willst. Zu gleichem Preis, plus drei Prozent. Verstehst du? Plus drei Prozent, die ich erhalte für Besprechungen, für Abmachungen, für Suchen. Und weil ich kein Wohllätigkeitsinstitut bin. Das mußt du wissen. Ein für allemal. Aber boi meinen drei Prozent verdienst du zwanzig. An meinen drei Prozent kletterst du hinauf zur Leistungsfähigkeit. Zunz Reichtum. Verstehst du das?" Ach, ob Bessinger verstand. Er verstand alles nur zu gut. Aller er schwieg. Wenn doch die Menschen wüßten, welche Kraft im Schweigen liegt. Bessinger war begnadet mit dem, was nicht erworben wird, mit einem Instinkt des Erspürons, mit der Gabe des Diireh-die-Wiinde-Sebaucns. Was durfte er hier anderes tun als schweigen? „Ich gehe nicht um die Dinge herum", hörte er Ilerrenstcin. „Ich habe noch etwas. Etwas Großes, wenn dein Gehirn es begreift. Du heiratest die Tochter meiner Schwester." Diesmal zuckt Bessingen llerrenslein sieht es. „Wenn dein Gehirn es hegreift!", ruft llerrenslein erregt. „Du, Bessinger, du." Und hiermit mußte sich irgendeine Erinnerung verbinden an ein Geschehen zwischen den beiden Vätern. Das fühlt Arnold. Aber er schweigt. „Weißt du, wer Bertha Lampe ist?" Jetzt wird Arnold rot, Hertha Lampe? Die am gleichen Platz tätig ist? Die er schon oft in ihrer stillen, fleißigen Art bewundert hat? Mit der er einmal sogar auf einem Purimball getanzt hat? Das war die Nichte von Her« renstein? „Bertha Lampe ist ein Kapital, verstehst du?", fähr! llerrenslein fort. „Sie ist tüchtig, sehr tüchtig, sie ist gut« und sie hat Geld." Geld auch, denkt Bessinger. „Ich mache •% mmmm MMMM

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