Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 24 (22.3.1935)
- Date
- 1935-03-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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wt Seite 6 JÜDISCH! RUNDSCHAU Nr. 24, 22. HL 19?' J.l •j » tlitS¥1 Vor der Konferenz der WIZO Neue Probleme der Mädchen-Ausbildung Von unserem palästinensischen Korrespondenten Tel-Awiw, den 12. 3. 35 Für Ende März hat die Weltorganisation zionistischer Frauen ihre Konferenz nach Palästina einberufen. Es braucht nicht vieler Worte, um die propagandistische Bedeutung des Konferenzortes zu erklären. Die Palastinareise von Hunderten von Delegierten aus allen Teilen der Welt gibt Gelegenheit zum Studium der Arbeit im Lande und einer Art von Anschauungsunterricht. Die Konferenz wird neben den üblichen Aufgaben solcher Tarun-en, wie Wahlen, Budgetbcstimniung, Organisation, sich insbesondere mit der Frage der M ä d c"h e n a u s - bildung in und Für Palästina zu beschäftigen haben. Ihr Plan ist, in großem Umfange die Hebung und Organisierung der Vorbereitung im Galuth zu diskutieren. Adah Fisch mann, eines der leitenden Mitglieder des Arbeiterinnenrates und der Wizo-Lxekutive, hat vor kurzem eine Studienreise über die Lage der Chalu/ausbildung in den «uropaischen Ländern beendet und berichtet über übermäßige Wohnungsnot in den AiLsbikiungsstellen, über absolut ungenügende Bedingungen für Hausarbeit, Mangel an den primitiven Lebcnsnotwendigkeiten. Sie propagiert eine Neuordnung der Ausbildungsstellen, verlangt die Hilfe der Wizo und der übrigen nationalen Institutionen bei diesem Werke. Ys kann kein Zweifel darüber bestehen, dali die Besserung der Lehens- und Ausbildun:.:-,bediiigtingcii überaus dringend ist, und es i>t zu hoffen, dali es der Wizo-Konferenz gelingen wird, hierfür eine Rcfomibasis zu schaffen. Die Vorbereitung fiir I\il.istin;i, i insbesondere in den jüdischen Massen- Zentren, hat einen direkte» Linfluli auf die Gestaltung des Lebens im laude. Die l.ebensgewohnhciteii und Begriffe, die sieh Mädchen und Burschen in den Aiisbildungsjaltren im < i.-iluth erwerben, erschweren in Palästina die Schaffung normaler Arbeit und Gesellschaft. Jedoch ist die Hebung der Ausbildung draußen nur eine Seite des Problems. In Palästina selbst haben sich im Laufe der letzten Jahre eine Reihe von Schwierigkeiten gezeigt, die in der Oeffentlichkeit bisher wenig bekannt, auf die wirt.x haftliche und geizige Situation von bedeutendem linfluli sind. Die Wizo hat in Palästina zwei Arbeitsgebiete: die landwirtschaftliche und städtische Ausbildung und die Sorge für Mutter und Kind. Die landwirtschaftliche Ausbildung stand seit langem im Mittelpunkt des Interesses, aus der Erkenntnis heraus, dali eine erfolgreiche Kolonisation nur mit aktiver Hilfe der Frau möglich ist. Die Wizo suchte nach Mitteln, um den Typus der jüdischen Bauernfrau zu schaffen. Diesem Ziele dienten neben der Schule in Nahalal, die Chanah .Weisel gründete und bis heute leitet, die Arbeiterinnenfarmen (Mischke Poaloth), ■eine spezielle Schöpfung der palästinensischen Arbciterinnenbcwegtmg. Sie waren als landwirtschaftliche Betriebe gedacht, in denen nur Mädchen arbeiteten, so dali sie nicht nur die Handgriffe des Faches, sondern auch selbständiges Disponieren und Betriebsleitung erlernten. Man bemühte sich Jahre hindurch, diese Farmen nicht nur als Lehrstellen zu benutzen, sondern sie auch zugleich rentabel zu machen. Die gesamte Konzeption ließ sich — wenn auch da schon mit Schwierigkeiten - so lange halten, als sie von der alten heroischen Generation der Arbeiterinnen getragen wurde. Mit der Ausbreitung des Systems und seiner notwendigen Anpassung an größere Zahlen von neueiiigcwanderten Mädchen stellte sich jedoch bald die Notwendigkeit eines Umbaus un« Aushaus der Farmen heraus. Man brauchte bessere Lebensbedingungen, als die Rücksicht auf Rentabilität erlaubte. (Welche Lehrfarm irgendwo auf der Welt hat sich schon rentiert?!) Und man brauchte eine gediegenere Instruktion. Die Wizo hat im Laufe der letzten Jahre bereits für einige der Farmen Subventionen gezahlt und ein Minimum an Instruktion gestellt. Aber immer noch ist die heute bereits alte Diskussion, ob die Farmen Farmen bleiben oder eine Art landwirtschaftlicher Schule werden sollen,nicht klar abgeschlossen. Die große neue Farm Ajanoth bei Ncss-Ziunah, eine umfangreiche, mit beträchtlichen Kosten erbaute Wirtschaft, sieht freilich schon viel mehr nach einer Schule aus als nach einem einfachen landwirtschaftlichen Betrieb. Dem Unterlicht wird neben der Arbeit genügend Raum :;e eben, lur die einzelnen Wirtschaftszweige stehen Instru'w m liuu ii zur V'-iltigung und iioiueu est omeii — man nennt häufig die Mädchen schon nicht mehr Mitglieder, sondern Schub. < innen. \ > wird Zeit, daß in sämtlichen Farmen die Notwendigkeit dieser Umwandlung anerkannt wird und die entsprechenden Aenderungen zu diesem Zwecke vorgenommen werden. Auch in anderer Beziehung ist die Hinrichtung der Farmen problematisch. Früher kamen die Mitglieder aus der sehr viel kleineren und getestigten Gemeinschaft der palästinensischen Arbeiterschaft. Sie waren sich über ihre Ziele und Lebensformen einigermaßen klar. Mit der Verbreiterung der Immigration hat sich das stark geändert. Die Mädchen, die sich heute in den Farmen zusammenfinden, brauchen und verlangen mehr als die .Wciichkeit zu arbeiten. Für sie sollen diese Au.sbiUiiiiiL:-ste!leii die Einführung in das palästinensische Leben bedeuten. Sie suchen hier einen pädagogischen Mittelpunkt, sie haben vom Auslande her Vorstellungen über Gemeinschaftsleben und finden sich in den so anderen Bedingungen, die sie vorfinden, nicht zurecht. Es kann für sie nicht genügen, wenn sie eine „Leiterin des Betriebes" vorfinden. Sie suchen daneben eine Persönlichkeit, die sie beraten und leiten kann und hier versagt in den meisten Fällen die Leitung der Farmen. Es ist schwer, zwischen den alten Palästinenserinnen und den „Neuen" einen befriedigenden Kontakt herzustellen.Fs fehlt bei der alten Generation auch vielfach das Verständnis für die Vorstellungen und Bedürfnisse der Mädchen. Die Resultate sind innere Schwierigkeiten, an ■manchen Stellen auch das Aufgeben der Ausbildung vor der Zeit, innere Verwirrung. Es scheint, daß unter den Mädchen aus Deutschland, die in die Farmen zur Ausbildung gehen, diese inneren Schwierigkeiten besonders spürbar sind. Das erklärt sich nicht nur dadurch, daß viele von ihnen jüdischen und palästinensischen Dingen früher fern standen und ihnen der Anschluß besonders schwer fällt, nicht nur aus ihrer Fremdheit gegenüber den aus anderen Ländern stammenden Kolleginnen und Instruktorinnen, sondern auch aus den Ii o h e n Vorstellungen von Gemeinschaftsleben, die sie mitbrachten (besonders wenn sie aus Jugendbünden kamen) und die sich hier schwer erfüllen. Eine weitere Schwierigkeit ist die „rein weibliche" Atmosphäre. Die Jugend, die nach Palästina kommt, ist es gewöhnt, daß Burschen und Mädchen zusammen in der Bewegung stehen, gemeinsam arbeiten und lernen. Der Eintritt und das Leben in den Midchcnfarmen bringt daher besondere und nicht unwichtige Komplikationen. Es hilft dabei nichts, daß die Initiatoren der Arbcitcrinnenfarmen gewiß nicht den Wunsch harten, hier eine Abschließung von der Männerwelt und insbesondere von der allgemeinen Arbeiterbewegung herbeizuführen, daß sie im Gegenteil von der Idee getragen waren, die Frau für aktiveren Anteil am öffentlichen und beruflichen Leben vorzubereiten. Trotz der Verbindung mit benachbarten Siedlungen ist für viele der Mädchen die Ausbildung in reinen Mädchenfarmen eine Schwierigkeit. Neben diesen psychologisch - pädagogischen Momenten schälen sieh die ökonomischen Probleme der Mädchenausbildung heraus. Die Zahl der Frauen, die jährlich ihre Ausbildung in den Schulen und Farmen beenden können—-es fehlen an manchen Stellen noch die genügenden Unterkünfte und vielfach auch die Kandidatinnen — umfaßt mehrere hundert. Es fragt sich nun: Wie nimmt nun die Wirtschaft im Lande diese Mädchen auf und welches Existenzminimum garantiert sie ihnen? Es werden viele über diese Fragestellung erstaunt sein, weil in der letzten Zeit überall so sehr über den Mangel an Arbeitskräften in der Landwirtschaft geklagt wird. Aber diese Betrachtung der Sache geht ihr nicht aut den Grund. Was verlangt wird, sind Arbeiter, insbesondere für Pflanzungen. Hier kommt ein großer Teil für Frauen überhaupt nicht In Betracht (Arbeiten mit der Hacke, mit Maschinen usw.). Ein großer Teil der qualifizierten Arbeiten, für die die Mädchen sich eignen würden, ist vom männlichen Arbeiter okkupiert. Es bleiben nur einzelne Zweige und die Saisonarbeiten, wie die der Auswahl der Frucht und ihre Verpackung bei der Orangenernte, wobei sofort die Frage entsteht, was man außerhalb der Saison beginnen soll. Etwas anderes ist es, wenn die Mädchen nach ihrer Ausbildung in die Kollektiv gruppen (Kibbu/.im) gehen. Es hat sich jedoch gezeigt, daß viele im Laufe der zwei Jahre der Ausbildung den Anschluß an ihre Gruppe verlieren, daß außerdem die Kibbuzim gerade diejenigen Mädchen, die sich hier gut einarbeiten, nicht erst für zwei Jahre in die Farmen schicken. Der best« Ausweg ist immer noch die Heirat mit einem Siedler, aber diese Regelung läßt sich ja organisatorisch nicht beeinflussen! Man sieht daher, daß eine ganze Anzahl unter den Mädchen sich nach der Stadt wenden und hier in Haushalte gellen, wofür die Ausbildung in der Landwirtschaft ganz verkehrt und unnötig war. Hier spielt zu einem Teil die Anziehung der Stadt mit, zu einem anderen die Notwendigkeit, für Familie zu sorgen, denn die Löhne für Frauen in den Kolonien sind nur für sehr bescheidene Ansprüche genügend. Die Ausbildung im Haushalt ist jedoch in den meisten dieser landwirtschaftlichen Stellen durchaus ungenügend. Daß sie einer durchgreifenden Besserung bedarf, ist eine Erkenntnis, die sich im Lande durchzusetzen beginnt. Neben der landwirtschaftlichen Ausbildung hat es die Wizo zusammen mit dem Arbeiterinnenrat auch mit städtischen Berufen versucht. Es sind Kurse für Kochen, Waschen, Weben, Fliesenlegen usw. eingerichtet worden und sie haben auch gewisse Erfolge gezeigt. Es wird jedoch immer klarer, daß einmal eine Untersuchung vorgenommen werden muß, die die gesamte Frage der Frauenberufe in Palästina von Grund auf beleuchtet. Frauenberufe sind aut der ganzen Welt ein dorniges Problem. Neben der Landwirtschaft, in der die Frau seit jeher tätig war (freilich1 aut eigenem Hof und, wenn als Magd, auf einem sehr niedrigen Standard) haben die Fabriken Massen an sich gezogen. Sie beginnen es auch in Palästina zu tun und es ergeben sich daraus für das Land bisher unbekannte Probleme (Arbeiterinnenschutz, Lohnfragen usw.), die hier jedoch nicht behandelt werden können. Es bleibt als drittes Ge-biet im Lande die Masse der freien Berufe, die überfüllt und außerdem durch die Sprache vielfach für Immigranten verschlossen sind. Die Wizo, die sich die Ausbildung der Frau für Palästina als Aufgabe gesetzt hat, konnte bisher in einigermaßen klar abgegrenzten Gebieten arbeiten, Mft der sich rapid ändernden Wlrtgchaftsstruktur im Lande wird sie neue Methoden benutzen müssen. Ihre landwirtschaftliche Ausbildung bedarf sowohl pädagogisch, wie auch auf dem Gebiete der Hauswirtschaft einer Reform. In städtischen Berufen sind neue Wege und Ausbildungsmöglichkelten notwendig. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Wizo sich mit bestem Willen für die Ausbildung der Frauen in Palästina eingesetzt hat. Jedoch gehört großer Mut, Anpassung an die sich ändernde Wirklichkeit und gründliche Untersuchung der entstehenden Probleme dazu, den neuen Aulgaben gerecht zu werden. Viel der Kritik an der bisherigen Arbeit blieb bisher unterirdisch tmd kam in weiteren Kreisen und in der Oeffentlichkeit nicht zum Ausdruck. Daß dem so war, muß zu einem beträchtlichen Teil darauf zurückgeführt werden, daß Arbeit und Leben im Lande in erster Linie unter propagandistischen Gesicht spunkt e n dargestellt wurden. Dieses ist für die tägliche Arbeit, die für das Schicksal Palästinas ausschlaggebend ist, eine große Ii e t a Ii r. Es wäre von Nutzen für die Sache, wenn eine öffentliche Diskussion die ganzen, hier skizzierten Fragenkomplexe beleuchten und eine wissenschaftliche vorurteilslose Untersuchung ihr das genügende Tatsachenmaterial liefern würde. Diese Auseinandersetzung hätte schon vor langer Zeit beginnen müssen. Es wäre ein großer Fortschritt, wenn die jetzt zusammentretende Konferenz der Wizo sich einmal gründlich und vorurteilslos mit den Dingen beschäftigen und den Anstoß für eine fruchtbare Kritik und spätere Reform der Arbeit geben würde. Nur dann wird sie für die kommenden Arbeitsjahre ihren vollen Wert haben. Öerda Luft Jerusalem, 20. März (JTA.) Zur Teilnahme an der Weltkonfcrenz der Wizo, die vom 21. bis 31. März in Tel- Awiw abgehalten wird, sind bereits zahlreiche Delegierte, unter ihnen eine vollständige Abordnung des in Südafrika nach einem Besuch von Frau Vera Weizmann gegründeten Womcn's Zionist Council, in Palästina eingetroffen. Die Delegation aus Polen wird 100, die aus England 20 und die aus Rumänien 25 Mitglieder zählen. Stärkere Abordnungen werden auch aus der Tschechoslowakei, aus der Schweiz und Neuseeland kommen. Palästinas Außenhandel im Jahre 1934 Von Dr. J. Adler, Tel-Awiw Im Jahre 1934 hat, wie wir auf Grund unserer eigenen Informationen von zustandiger Seite nunmehr bereits übersehen können, Palästinas Waren-Einfuhr erstmalig 15 und Palästinas Waren-Ausfuhr erstmalig 3 Millionen Pfund überschritten. In nachstehenden drei Tabellen wird — in den endgültigen Werten — die Entwicklung des palästinensischen Außenhandels insgesamt für 1934 im Vergleiche zu 1933 und 1932 dargestellt, sowie je eine Uebersicht der wichtigsten Bezugsländer der Waren-Einfuhr und der wichtigste* Absatzländer der Waren-Ausfuhr gegeben. Palästinas Handelsbilanz 1932, 1933 u. 1934 1VJJ1 19331 1934, Waren-Einfuhr* 7 768 920 £? 11 123 489 . 15132 781 ., Waren-Auaftihrl 2 381 491 £P 2 591 617 „ 3 217 562 „ Eiafuhr-UebertchuB 5 387 429 £P 8 531 617 „ 11915 219 „ In der Einfuhr-Rechnung haben die Produktionsgiiter ([Maschinen, Geräte, Elektrobedarf, Verkehrsmittel, Baubedarf( industrielle Rohstoffe und Halbfabrikate) in den letzten Jahren mehr und mehr das Uebergewicht gewonnen, während in der Ausfuhr-Rechnung der Orangen-Export nahezu allein den Ausschlag gibt. Der Passivsaldo der Handelsbilanz erscheint, im Rahmen der Zahlungsbilanz, weitaus durch den Kapital-Import ausgeglichen, der ja 1931 die Höhe von. rund 12 Millionen Pfund erreicht hat. Wichtige Bezugsländer der palästinensischen Waren- Einfuhr (nach absoluten Werten und in Prozenten der Gesamt-Einfuhr): 1934 1933: 1932: ' £P £P % £P %* England! 2960 706 19,54 1949 936 1733 1522 073 19,98 Deuteehland: 1658993 10,95 1 193 303 10,73 775 074 9,1» USA. 1 1283 484 8,47 838 774 7,54 520 466 6,70 Syriern 1083095 7,15 942 663 8,47 813 218 10.47 Rumänien: 953 343 6,29 581 635 5,23 518 619 6,68 Bete; 'en: 620 468 4,09 346 740 3,12 179 679 Z3! Japan: 593 552 3,92 349 859 3.15 176 187 2,27 T»chechofl: 514 210 3,39 312 943 2,81 179 788 2,32 2,60 Tarkai: 495 308 3,27 364 056 3,27 201875 Italien: 481261 3,18 357 022 3.21 292 396 3,76 Polen: 475 375 3,14 289 718 2,60 101 355 1.30 Aegypten t 456 832 3,02 1 208 227 10,86 1 165 607 15,01) Frankreich i 417 601 2,75 459 575 4,13 339 888 4,38 Oeeterreicbt 348157 230 ISO 822 1,68 94 123 1.21 Holland: 247 228 1,63 117 900 1,06 80097 1.03 Rntland: 215 033 1,42 157 637 1.42 99 020 1,27 Schwadent 184 663 1.22 122 213 1.10 77 157 9,99 Irak. 180 452 1,19 81 592 0,73 29 466 038 Von diesen 18 wichtigsten Bezugsländern haben ihren Anteil an palästinensischen Import im Jahre 1934 gegenüber 1933 absolut und relativ erhöht: England, Deutschland, USA, Rumänien, Belgien, Japan, Tschechoslowakei, Polen, Oesterreich, Holland, Schweden und Irak; absolut erhöht, bei unveränderter Relation: Türkei und Rußland; absolut erhöht, jedoch relativ vermindert: Syrien und Italien; absolut und relativ vermindert: Aegypten und Frankreich — was sich hinsichtlich Aegyptens besonders durch den verminderten Warenbezug „via" Port Said und Alexandrien zugunsten direkter Einfuhr über Haifa und Jaffa erklärt, während die Textil- und Luxuswaren Frankreichs teils durch die japanische Konkurrenz, teils durch den Wettbewerb neuer palästinensischer Industrien, also „Tozereth Haaretz", zurückgedrängt worden sind, so u. a. auf dem Gebiete der Seidenstoffe, der Modewaren und der kosmetischen Erzeugnisse. Wichtigste Absatzländer der palästinensischen Waren- Ausfuhr (nach absoluten Werten und in Prozenten der Gesamt-Ausfuhr): 1934: 1933: 1932: £P IT £P %" £P % 1785014 55,48 1 559 4% 60,17 1342 011 56,35 600669 18,67 373 749 14,42 332 723 13,97 222 643 6,92 212 982 8,22 229 903 9,65 77 481 2,41 53 853 2,08 31 320 132 70484 2,19 71 962 2,77 128 734 5,41 60485 1,88 40 620 1,57 54 069 2,27 45 799 1,43 37 485 1,45 27 333 1.15 34 883 U» 25 265 0,97 13874 0,58 Em Film von der Universität. Die Tel-Awiwer Filmgesellschaft „Tekufa-Films" wurde von der Hebräischen Universität anläßlich ihres zehnjährigen Jubiläums beauftragt, einen Film herzustellen, der die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft der Universität zeigt EojjUnd: Deutuchlaadi Syrien, Hotland: Aegypten: Rttminienl " Danemark: Schweden 1 Unter diesen acht wichtigsten Absatzländern erhöhten hn Jahre 1934 gegenüber 1933 ihren Anteil an Palästinas Export absolut und relativ: Deutschland, Holland, Rumänien und Schweden, während England, Syrien und Dänemark absolut zwar mehr, relativ aber weniger kauften, und Aegypten absolut wie relativ an Bedeutung für Palastinas Export einbüßte. _ Deutsch-jüdische Jugend im „Noar haowed". Aus Tel- Awiw wird uns berichtet: Am 25. Februar fand in Tel-Awiw eine Feier der deutschen Jugend statt. Uebcr 500 Erwachsene und Jugendliche füllten den Saal. David Cohn eröffnete im Namen der zentralen Leitung des Hanoar-haowed die Feier. Unter der Leitung von Isi Reis aus Giwath Brenner zeigten die deutschen Gruppen einen Sprechchor aus „Massadah" von Jizchak Landau u. a. Die jüngeren Gruppen führten vier KiuderliedcT auf, die allgemein große Bewunderung hervorriefen. Dr. Hermann Grndnaucr wandte sich (deutsch) ar) die Eltern mit der Bitte, der Jugend den Weg zum „Noar haowed" nicht zu versperren. Die deutsche Gruppe im „Ilanoar haowed" (Arbeiterjugend) besteht seit einem Jahre. Einige Chawerim aus den Jtigendbünden in Deutschland führen diese Gruppen und helfen ihnen beim Uebergang in die hebräischen Gruppen. Ungefähr 150 deutsche Jungen tmd Mädels im Alter bis zu 18 Jahren sind bereits organisiert. Der „Noar haowed" hat 90 «,'a dieser Jugend zur produktiven Arbeit überführt (der Rest ist Schuljugend), hat eine Berufsberatung eingerichtet, verschafft Lehrstellen. Die deutsche Leitung steht in Verhandlung mit der Regierung zwecks Durchführum: eines Jugendschutzgesetzes. Seit einigen Monaten finden rege.- mäßig hebräische Kurse für unsere Chawerim statt und es sind merkliche Fortschritte zu verzeichnen. David Reifen Aus Haifa wird uns geschrieben: Am 9. Marz d. J. fanJ Mi Haifa im kürzlich eröffneten Klub Hapoalim (Bcytenu) der Einweihungsabend des „Kreis der Olim aus Deutschland und Oesterreich innerhalb der Histadruth, Haifa" in Form eines "Neschef Bialik" statt. Chawer Engelmann, Tel-Awiw, las von ihm selbst übersetzte Gedichte Bialiks in deutscher Sprache vor. Chawera Jasni, Haifa, ergänzte den Abend durerf vertonte Schöpfungen Bialiks mit ihrer anmutigen Stimme. Der „Kreis" wird regelmäbig Vorträge und Veranstaltungen abhalten, zu welchen alle Olim, besonders diejenigen, welche aus deutschsprachigen Ländern kommen, willkommen sin! Ncuanmeldungen werden bei dem Kultur-Amt der Histadrutn« Haifa, Klub Hapoalim, entgegengenommen. M. R. Bensinger« t^^"^^^M> NURBIRG g^s^ ^»^^eff5^ <^