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Jüdische Rundschau · 1935-03-22 · Heft 24 (22.3.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 24 (22.3.1935)
Date
1935-03-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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mm Seite 4 JOD IS CHE R II CHA0 Nr. 24, 22. III. 1935 Der Fall Trans Jordanien Ein Beispiel für die Widerstände gegen den Pan-Arabismus Von M. Y. Ben-gavriel, Jerusalem Mit dem Niedergang der insbesondere von dem letzten großen Sultan, Abdul Hamid, mit großen Mitteln betriebenen pan-mosleinischcn Propoganda (die übrigens in gewissen Bezirken asiatischer Politik in dieser Zeit anscheinend eine Renaissance erlebt) — trat jene Bewegung auf den Plan, welche die pan-arabische genannt wird. Diese Zielsetzung, die schon vor Jahrzehnten von einzelnen arabischen Schriftstellern vorausgeahnt worden war, wurde aber erst nach dem Krieg und nach den Versprechungen, die die Alliierten dem verstorbenen König von Mekka, dem Haschimiden Hussein, und auch anderen arabischen Führern gegeben harten, zu einer konkreten politischen Kategorie, mit der alle im Vorderen Orient und auch in Indien interessierten Machte zu rechnen haben. Eine Anzahl von arabischen Parteien, vor allem aber die neue ,,Istiklal"-(Unabhängigkeits-) Partei, die besonders in Syrien, Palästina und Irak agiert, .sammelte sich unter der pan-arabischen Losung „Arabien den Arabern!" und weitergehend ..eine unabhängige Föderation aller arabischen Staaten", und fand besonders in der letzten Zeit erhöhten Zulauf. Die europäischen Mächte, vor allem die beiden Mandatsinhaber, Frankreich und Fngland, mußten die Acndenmg der Basis zur Kenntnis nehmen und erkannten auch bald, daß die Assimilation an europäische Gedankengänge, die der Orient nun mitmacht, allmählich zur Assimilation auch an europäische Kampfmethoden führen müsse. Wie in Europa war die Religion vom Nationsbegriff als einigendes Band abgelöst worden. Die Mächte nahmen dies — wie Lord Cur/on es wiederholt nachwies, ein wenig zögernd, — zur Kenntnis und mußten allmählich ihre Methoden der Herrsdiaft ändern. Während aber Religion imstande ist, die wesentliche Herrschaft auch fremder Herren auf sich zu nehmen, wenn diese ihre Entität nicht berühren, widerspricht es dem Begriff des modernen Nationalismus, sich mit Fremdherrschaft auszusöhnen, so daß mit dem Beginn der pan-arabischen Agitation die sorglose, mir von gelegentlichen lokalen Aufständen unterbrochene Zeit der Kolonialwirtschaft in den arabischen Randländern ein Ende nahm. Jahrelang hatte der Oedanke eines einigen Arabien keinen nennenswerten „Inneren'' Feind — soweit überhaupt von politischer Interessiertheit der Bevölkerung gesprochen werden kann, da die übergroße Mehrzahl unpolitisch ist — bis in den letzten Jahren sich plötzlieh ein Gegendruck bemerkbar machte, der, trotz seiner sehr natürlichen Existenz, eigentlich überraschend aufbrach: der Staatspatriotismus. In allen den neuen arabischen Nachkriegsstaaten machte sich eine sich immer mehr verstärkende Bewegung lokalpatriotischer Art bemerkbar, die fast überall monarchistisch ist, in dem Sinn, daß die Parteigänger dieser Gruppen eine Betonung ihrer Landesgrenzen und der unabhängigen Herrschaft ihres Fürsten und der atrtochthonen Bevölkerung in diesem Lebensraum wünschen. Wenn nun auch diese Bewegungen selbstverständlich nicht weniger europäerfeindlich sind, müssen sie aber doch, ihrem Wesen gemäß, im diametralen Gegensatz zur Zielsetzung der Pan-Araber, besonders der Istiklalisten stehen, die am liebsten die innerarahischen Landesgrenzen verwischen möchten, auf alle Fälle aber die Souveränität eines geeinten arabischen Volkes über die Herrschaft der arabischen Fürsten in abgeschlossenen arabischen Lebensräumen setzen. Es ist ein Prozeß, nicht unähnlich dem vor der deutschen Einigung von 1871, mit dem Unterschied nur, daß die kulturellen Grundlagen, welche die Einstellung der Masse zu diesen Dingen bestimmen, natürlich unvergleichbar andere sind. (Sehr ähnlieh hingegen ist — worauf in. F.. nirgends noch hingewiesen wurde — der fundamental bestimmende Gegensatz zwischen dem „protestantischen" Süllen und dem „lateinischen" Norden, d. h., zwischen dem puritanischen häretischen Wahabistaat und den sunnitischen I ändern int Norden, der jede Einigung, heute zumindest, ausschließt.) Dieser Gegensatz zwischen dem Pan- Arabismus und den sozusagen lokal gerichteten vaterländischen Arabisrncii, ~ ich möchte ihn als Gegensatz zwischen objektivem und subjektivem Nationalismus bezeichnen —, wird dein Außenstehenden an dem Beispiel Transjordanien, wo sich der Kampf /wischen den beiden Richtungen am reinsten ausprägt, klar. Es sei daher gestattet, das oben Angedeutete durch das transjordanisehe Beispiel zu illustrieren. Das Emirat Transjordanien ist ein, wenn auch nicht für europäische, so doch für asiatische Verhältnisse kleines Land. Seine politische Bedeutung ist aber unverhältnismäßig groß, weil es nicht nur auf der Linie England-Indien liegt und nicht nur, weil es Pufferstaat gegen die Wahhabi, sondern auch, weil es das Land der neuen Oelrohrleitung aus Mesopotamien ist. Ein Land also, das einen sehr wichtigen Faktor in der Orientpolitik Englands darstellt. Der Herrscher des Landes ist Emir 'Abdallah ihn Hussein, wie bekannt, ein Laudesfremder, Sohn des von den Wahhabi vertriebenen Herrschers von Mekka. Nach manchen inneren Kämpfen konnte er sich derart durchsetzen — mit Englands Hilfe natürlich, das sich für ihn als Teil des haschimidisehen Gegengewichts gegen den anderen Bundesgenossen, den Wahhabi Ibn Ssa'üd, engagiert hatte — daß beute die breite Masse und insbesondere die Mehrzahl der Stammeschefs hinter ihm steht. Nun gibt es aber seit Einrichtung eines transjordanischen Beamtenapparats eine dünne Schicht von Intellektuellen in „Sharq el ordun", wie das Land offiziell heißt. Diese Schicht ist aber nicht allein aus Gründen eines gehobenen Kulturniveaus mit der zumeist analphabetischen Bevölkerung zusammenhanglos, sondern schon deswegen, weil sie zum Großteil aus Ausländem — Syrern, Palästinensern, Irakern und Aegyptern — besteht. Ein Teil von ihnen kam mit 'Abdallah ins Land oder wurde von ihm gerufen, weil er in Transjordanien das Material nicht vorfand, aus dem der Beamtenstab des jungen Staates hätte gebildet werden können. Ein anderer Teil, zumeist Syrer, kam aus politischen Gründen. Diese Syrer kamen nach 'Amman, der Hauptstadt Transjordaniens, als das kurze syrische Königtum Falsa!*, des spateren Königs von Irak, von den Franzosen weggeschwemmt wurde. Sie hofften in 'Abdallah, dem Bruder Faisals, eine starke Stütze ihres Programms — Gründung einer all-arabischen Union — zu finden. 'Abdallah aber, ein schwerer, dicker und außerordentlich real denkender Mann, der durchaus anders geartet ist als sein verstorbener Bruder, jener schlanke, ein wenig phantastische Faisal, erkannte schnell, daß ein real greifbarer Thron, wenn er auch von den Engländern gestützt wird, einem sehr zukünftigen, von keiner ökonomischen oder militärischen Macht propagierten Traumgebilde vorzuziehen ist. Er begnügte sich also mit der Einrichtung und Sicherung seiner Herrschaft, wobei ihm seine außerordentlichen diplomatischen Fähigkeiten — übrigens ein gemeinsames Erbteil der Haschimiden — sehr zustatten kamen. Endlich und schließlich erkannten aber die „Ausländer" doch, wie die Sache stehe und schlössen sich zu einer Oppositionspartei zusammen, die — unter der Führung Hussein Paschas et tarawna — sieh „Trans-Jordanian Executive Committee" nannte, in Wirklichkeit aber nichts anderes als ein Ableger der „IstiklaF'-Partei Palästinas, Syriens und des Irak war. Diese Gruppe ausländischer Nationalisten bekämpfte nicht nur das Mandat in Syrien, und in Palästina die Engländer und die Zionisten, sondern propagierte auch die Unabhängigkeit Transjordaniens im Rahmen einer all-arabischen Föderation. Sie gingen 1933 so weit, dem inzwischen König im Irak gewordenen Faisal eine Vereinigung von Transjordanien mit dem Irak unter seiner Herrschaft vorzuschlagen. Dies griff aber an die Wurzeln der Herrschaft 'Abdallahs, der jetzt aus seiner transjordanischen Selbstgenügsamkeit heraustrat und die Vereinigung seines Landes mit Palästina unter seiner Herrschaft propagierte und zu diesem Zweck Fühlung mit den Juden suchte. Nun begannen sich die Parteienverhältnisse in beiden Ländern am Jordan vollends zu verwirren. Die Opposition und auch die mit dem Emir gehende Sha'ab — Volkspartci — suchte in Palästina Anschluß. Der Mufti von Jerusalem, ein Hussein!, Führer des Obersten Moslemischen Rates, der ein ausgesprochener Feind des Königs des Wahhabi, also des Todfeindes der Haschimiden, war, machte eine Schwenkung und schloß sich dem Gegner des Emirs an, während die palästinensische Opposition — die unter der Führung der Nashashibis stehenden Gegner der im Obersten Moslemischen Rat ausschlaggebenden Husseinis — mit 'Abdallah durch dick und dünn ging. Die ungemein rührige Opposition gegen den Emir — „die Ausländer" — verhinderte den Plan 'Abdallahs, in die völlig hoffnungslosen Staatsfinanzen durch Verpachtung brachliegender Ländereien an die Juden etwas Ordnung zu bringen und wurde, trotz der relativ kleinen Anhängerzahl, immer aggressiver, bis endlich, auf Drängen der Volkspartei, der Emir sich zu einem Gewaltschritt entschloß: er entkleidete die Istiklalisten ihrer Beamtenstellen und wies auch eine Anzahl von ihnen aus dem Emirat aus. Der Kampf ist damit natürlich nicht zu Ende. Die Istiklalpartei, die zwischenstaatlich ist, geht ihren Weg weiter, hier gegen die Franzosen, dort gegen die Engländer und gegen die Zionisten, und die staatspatriotischen Nationalisten gehen gleichfalls ihren Weg weiter. Wenn es sich bei den Staatspatrioten natürlich in vielen Fällen um eine Ausschaltung der Fremden aus rein ökonomischen Gründen handeln mag, um die ersehnten Beamten stellen den Einheimischen zu sichern nicht anders wie in vielen europäischen Lindern, dar! doch ehrlicher Patriotismus ihnen nicht abgesprochen werden. Dj<> Tendenz zur Eigenstaatlichkeit ist eben eine natür. liehe für Leute am Rande der Wüste, die in vielen Fällen so insbesondere bei den Beduinen, nichts anderes als erweil terter Stammessolidarismus ist. Für eine allumfassende arabische Zielsetzung sind die Leute der Wüste noch nicht reif — wiewohl Staatsgrenzen diesen ewig Ziehenden unnatürlich und unwesentlich sind — eben weil sie über den Stamm nicht hinauszublicken vermögen und weil eine derartige politische Konzeption das Aufgeben der urewigen Stammesfehden bedeuten würde, die zum eisernen Bestand beduinischer Mentalität gehören. So setzt also die Vertiefung des pan-arabischen Gedankens beim reinsten Araber, beim Beduinen, seine Seßhaftmachung voraus. Das Aufhören des typisch beduinischen Lebens aber würde den Anfang vom Ende des reinsten, unverfälschten Arabertums und seiner ethischen Kraftquellen bedeuten. Transjordanten ist ein Beispiel für Spiel und Widerspiel großer Bewegungen des nach Jahrhunderten wieder in Fluß geratenen arabischen Ostens. Die Kraft, die diese Bewegung hervorrief, ist der jeder Rasse potentielle Impetus, der sich im lebenden Körper immer wieder, früher oder später, manifestiert. Die Anlässe aber, welche diese Kraft auslösten, sind nicht nur das europäische Beispiel — das leider auch die Mauifcstations formen beeinflußte —3 nicht allein die Folge des Weltkrieges, sondern auch die Reaktion auf die Aktion Frankreichs, Englands und des sein Kraftzentrum suchenden Zionismus. Sowohl England wie Frankreich, wie auch der Zionismus müssen mit beiden heute um die Geltung ringenden arabischen Bewegungen rechnen. Die beiden Staatsmächte tun es in der ihnen eigentümlichen Kolonialweise des divide et impera, indem sie das Gleichgewicht beider Parteien zu erhalten suchen. Der Zionismus aber, der weder über Tradition noch über Machtmittel verfügt, macht tastende, wie mir scheint, ungenügende Versuche, nicht nur passiv, sondern auch aktiv ein Faktor in der großen binnen-orientaiischen Politik zu werden. Für England, dem größten Interessenten in arabischen Angelegenheiten, ist der Standpunkt unverrückbar gegeben, solange der dritte Punkt der drei großen Grundsätze britischer Außenpolitik, Seeherrschaft, Gleichgewicht der Mächte in Europa und Verteidigung der Grenzen und der Verbindungswege des Reiches, noch Sinn hat. Wer dies versteht, wird auch verstehen, daß eine gewisse Schule in der englischen Politik eine pan-arabische Union — unter englischer Kontrolle natürlich — nicht ungern sähe. Nebenbei, ganz nebenbei, möchte ich in diesem Zusammenhang bemerken, daß die Formulierung, die ich vor etwa zehn Jahren in meinem ersten pan-asiatischen Buch vorlegte — ein autonomes jüdisch-arabisches Palästina im unabhängigen arabischen Staatenverband — heute noch immer, vielleicht heute eher denn je, sinnerfüllt ist, und zweckerfüllt sein wird, in jenem Augenblick, da, im Uebergang von der Kolonialherrschaft zur Eigensouveränität der orientalischen Völker, die Rückendeckung kleiner Völker zu einer absoluten Notwendigkeit werden wird. Ueber diese Notwendigkeit können weder aktive noch passive Sentimente hinwegtäuschen und ihre zukünftige Möglichkeit wird keineswegs durch die gegenwärtige haßgeschwängerte Unmöglichkeit gehindert > IN ALLER KÜRZE Am eine ihm von Pressevertretern gestellte Frage, ob seine Vorfahren Juden gewesen seien, hat Präsident. Roosevelt folgende Antwort gegeben: „Meine Ahnen sind vor 300 lahren aus Holland hier eingewandert. Ob diese holländischen Vorfahren Juden, Katholiken oder Protestanten waren, kümmert mich nicht, solange ich weiß, daß sie gute Bürger und gottesgläubig waren." Für die Feier des zehnjährigen Jubiläums der Hebräischen Universität Jerusalem wurde in Amerika ein Komitee gebildet, an dessen Spitze Felix M. W a r b u r g getreten ist. Jubiläumsfeiern großen Stils werden überall in den Vereinigten Staaten am 2. 'April veranstaltet. Es ist Vorsorge dafür getroffen, daß Rundfunkansprachen des Universitätskanzlers Dr. J. L. Maines, Herbert Samuels und lames de Rothschilds aus Jerusalem bzw. London von den amerikanischen Sendern übertragen werden. Der Hearns-Warenhaus-Konzern in New York teilt mit, daß er den Gewinn aus dem Verkauf von Karra cl- Wcin e n mit dem Keren Kajemeth teilen werde. Der Präsident des Konzerns ist Maurice Levin, der sich vor einiger Zeit verpflichtet hat, dem Jüdischen Nationalfonds auf Lebenszeit jährlich einen Beitrag von 2500 Dollar zuzuführen. Wie das „Aerzteblatt für Berlin" vom 16. März mitteilt, ist Prof. Dr. Arthur K r o n f e I d auf Grund des § 18 der Rcichshabi'itationsordnuitg vom 13. Dc/etnb r 1931 die Lehrbefugnis ent/ogen worden. Prot. Kronfeld hat sich bekanntlich als Psychiater und Psychologe einen internationalen Ruf erworben. Juden und Landhandel Wie das „Berliner Tageblatt" aus Stuttgart berichtet, sprach aut einer .großen Bauernkundgebung in Heppenheim a. d. Bergstraße Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger über „Bauerntum und Handel". Er wandte sich scharf gegen das frühere Händlertum und sagte, selbst jetzt noch gehe es ein solches Händlertum. Die Gefahr stehe „mitten unter uns, denn noch sei der Jude in Deutschland. Fr wolle den Handel wieder an sich reißen und scheue dabei kein Mittel." Der Kampf hiergegen könne nicht als eine Angelegenheit der Gesetzgebung angesehen werden, sondern es liege an den Bauern, sich von niemandem vorschreiben zu lassen, an wen sie ihre Erzeugnisse verkaufen. Der Weg in die Stadt dürfe nur über Deutsche, nicht aber über Juden führen. wird gemeldet, daß das „Juden sind hier uner- Aus Rheinbrohl am Rhein am Ortseingang befindliche Schild wünscht" entfernt worden ist. Die „Neumärkische Nationaipost" berichtet am 14. März unter der Ueberschrift: „Moses Fuchs nicht getroffen": „Nachts wurden von dem Konfektionsgeschäft „Moses Fuchs" zwei große Schaufensterscheiben eingeworfen, ohne daß man eine Spur der Täter hat. Es darf, nachdem seit langem solche Vorfälle nicht zu melden waren, darauf hingewiesen werden, daß bei solchen Streichen nicht der Geschäftsinhaber der Geschädigte ist, sondern die Versicherungsgesellschaft." — Die Absicht, den Geschäftsinhaber zu schädigen, erhäit kein Wort des Tadels. Dr. David Albala, einer der Führer des jugoslawischen Zionismus, schenkte der Jerusa'emer Nation albibüothck das an ihn gerichtete Schreiben, worin die jugoslawische Regierung (Serbien) die Baifour-Deklarattcm anerkannt hat. Am 23. März findet in New York ein Wohltätigkeitsfest zugunsten des jüdischen Waisenhauses statt, für das bereits mehr als 21) (XX) Karten verkauft sind. 200 Schauspieler, Opernsinger, Radio und Filmkünstler von Rang und Namen haben ihre Mitwirkung zugesagt, darunter Elisabeth Bergin er. Außer ihrem Gastspiel ist dies das einzige Auftreten der auch in Amerika sehr gefeierten Künstlerin In New York. In der vorigen Woche fand in New York eine Gedächtnisfeier für Morris Ros e n f eld statt. Abraham Reisen hielt eine große Rede über Rosenfeld, seine Kunst und seine Zeil Echter und entstellter Prophetismus In einem größeren Aufsatz in der amerikanischen Zeitschrift „Christian Century" führt Reinhold N i e b u h r aus, daß Karl Marx und Karl Barth Abkömmlinge einer sehr alten Dialektik, nämlich der Dialektik der Propheten seien. Der Marxismus sei die verweltlichende Umkehrung prophetischer Geschichtsdeutung; der Barthianismus die sophistische Urnkehrung der Gedanken, die auf die Transzendenz Gottes hinausgehen. Bei Marx sei der prophetische Gottesgedanke als ak+iv tätig in der Geschichte angenommen und er strebt einer idealen Gesellschaft zu, die den prophetischen Visionen vom messianischen Reich nicht unähnlich ist. Bei Barth werde Gottes Wirksamkeit in der Geschichte geleugnet und der Mensch als sündige Kreatur hingestellt. Beide Versuche aber haben den echten Sinn der prophetischen Dialektik entstellt, die sich gerade dadurch auszeichnet, daß sie Gott weder vom irdischen Geschehen trennt, noch ihn damit identifiziert. „Ausbildung jüdischer Handwerker*. Zu der kl der „Jüdischen Rundschau" Nr. 22 veröffentlichten Notiz „HandwerkerausMkiung nur zwecks Auswanderung" teilt uns die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden mit, daß die von uns an den Erlaß des preußischen Ministers des Innern geknüpfte Folgerung insofern irrig ist, als in dem Erlaß mir gesagt wird, daß im Falle von Auswanderung eine erleichterte Form der Ausbildung jüdischer Handwerker gestattet sein soll, während für die im Lande bleibenden Juden selbstverständlich genau so wie für alle anderen di« strengeren Vorschriften der Handwerksordnung Anwendung finden müssen. Im übrigen ist in der Handwerksordnung nicht gegen Juden diskriminiert, wie ja auch in den Handwerksinnungen die jüdischen Handwerker gleichberechtigte Mitglieder sind. — Gleichzeitig wird freilich gemeldet, da» der Reichsstand des deutschen Handwerks in einem Rundschreiben Erläuterungen zur Durchführung der Handwerkerordnung gibt, wobei gebeten wird, das Handwerksabzeichen, das von den Handwerkskammern ausgegeben wird, nicht an nichtarische Handwerker zu verleihen. | M»l«iMtM«n»«w / cetaft« x Btüimr] BOIHB | "r»'»—r s mmmiaw^-K——i | ..B1MA11 iBO MANN RIRLIN W Mo M—Moll«nd»rfpl«t« | . it Pallas 1061

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