Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 24 (22.3.1935)
- Date
- 1935-03-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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RpT~. Nr. 24, 22. III. 1935 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Die „Zwischengeneration" Zur Lage der Dreifligjährigen In diesen Wochen, in denen sich das Interesse der jüdischen Ocffentlichkeit der brennenden Frage zuwendet, was aus den jungen Menschen werden wird, die jetzt die Schulen verlassen, sollte einen Augenblick unsere Gemeinschaft auch auf die besondere Lage hinblicken, in der sich eine bestimmte Altersschicht von Juden befindet. Die Menschen zwischen 30 und 40 Jahren hat man bereits mit einem treffenden Ausdruck die „Zwischengeneration" genannt; und in der Tat, diese Menschen sind in der seltsamen und zugleich fast unlösbar erscheinenden Situation: zwischen zwei Zeiten zu stehen. Die Oedankenwelt der älteren Generation ist nicht mehr, und die Gedankenwelt der jungen ist noch nicht das Eigentum dieser Zwischengeneration. Die Lebensauffassungen, Ideale, Hoffnungen und Gefühle dieser Generation sind weitgehend von der heute lebenden Generation der Aelteren mit bestimmt worden; aber es sind zugleich auch so wesentliche Unterschiede, die sich zum Teil im Kampf gegen die Acltercngeneration herauskristallisiert haben, vorhanden, daß man wohl eine deutliche Trennungslinie zwischen diesen beiden Typen ziehen muß. Um es konkret zu sagen: die Uebereinstimmung dieser beiden Generationen besteht in der Auffassung des Lebens als einer „P flicht" im Kantischen Sinne, dieses Ideals, das jenen besonderen Menschentyp geformt hat, der in der Arbeit seine letzte Bestätigung findet. Was beide unterscheidet, ist ihre Auffassung vom Wesen der Gemeinschaft. Die Generation der Aelteren entstammt einer Epoche, die das Individuum als den Maßstab der Welt nahm und in der der Schwerpunkt und das Ziel alles Handelns in der Entfaltung der Persönlichkeit lag. Die „Zwischengeneration" aber ist zu einem großen Teil durch die Jugendbewegung hindurchgegangen und von ihr geformt worden. Sie hatte sich völlig vom Individualismus der Väter abgekehrt und entdeckte wieder die besonderen Kräfte, die aus der gemeinschaftlichen Lebensform emporwachsen. Jene Menschen, die damals in den zionistischen Bünden organisiert waren, haben mit der gleichen Intensität, mit der es heute die Bünde zu tun versuchen, die Rückkehr zu Volk, Land und Sprache vollzogen. Von den Heutigen unterschied sich die Zwischengeneration durch ihre andere, im wesentlichen gesicherte wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation, aus der sich naturgemäß anderslautende Fragestellungen ergaben. Wir wollen uns zunächst darüber klar werden, von wem eigentlich wir sprechen. Unter dieser Generation der Dreißig- bis Vierzigjährigen, die zahlenmäßig übrigens infolge der unzureichenden Statistiken nur schwer zu erfassen ist, ist ein gewisser Prozentsatz Menschen, die in kaufmännischen Berufen sind, und ein anderer vermutlich geringerer Prozentsatz Flandwerker. Diese Teile der Zwischengeneration haben noch die Möglichkeit, ihren Platz im Leben zu finden. Die eigentlichen Leidtragenden sind die Akademiker. Die meisten dieser Menschen waren im Jahre 1033 gerade so weit, daß sie sich einen Platz in irgendeinem geistigen Bezirk erarbeitet hatten, oder sie waren nahe daran, in Positionen aufzurücken, in denen sie Nutzbringendes zu leisten hofften. Sie alle sind nicht nur ihrer Arbeitsmöglichkeiten, sondern vor allem auch ihrer Hoffnungen beraubt worden. Sie wurden aus den geistigen Bezirken hinausgedrängt, ohne eine Möglichkeit zu sehen, wieder zurückzukehren. Der kürzlich veröffentlichte Bericht des Flüchtlingskommissars1 zeigt, daß man mit Mühe und Not einigen hundert jungen Akademikern Stipendien verschaffen konnte, von denen völlig ungewiß ist, ob sie weiter gewährt werden können. Was aber bedeuten diese Wenigen, denen auf diese, wenn auch problematische Weise noch eine Hoffnung offen gelassen worden ist? Tausende von jüdischen Akademikern, die mit ihrem ganzen Sein und mit ihrer Seele im Geistigen wurzeln — und wir glauben, es sind wahrlich nicht die schlechtesten —, sind heute nicht nur wirtschaftlich in eine Lage geraten, die fast ausweglos erscheint — viel schlimmer noch ist die seelische Situation, in der sie sich befinden: Es ist das Gefühl des Ausgeschlosscnseins. Die wirtschaftliche Verdrängung aus den wesenseigenen Arbeitsbereichen müßte zu der Folgerung einer Berufsiimstellung führen. Sehr viele sind ja in der Tat diesen Weg, insbesondere in Palästina, gegangen. Aber für den größten Teil der Menschen in dieser Generation ist dies doch keine Lösung; denn die innere Verbindung dieser Generation mit geistiger Arbeit ist sehr viel enger als die der jungen Generation. Den Weg der völligen inneren Umstellung, den die Akademiker in Palästina z. T. mit Erfolg gegangen sind, können die bis jetzt in Deutschland verbliebenen Akademiker nicht beschreiten, weil es kein Gebiet gibt, auf dem sie eine Aussicht hätten, arbeiten zu können. Die Jugend drängt mit Macht in die landwirtschaftlichen und handwerklichen Berufe und besetzt alle die Stellen, die uns überhaupt noch verblieben sind. Die ältere Generation ist zum überwiegenden Teile auch noch im Wirtschaftsleben tätig, so daß für die freigewordenen Akademiker tatsächlich kein Platz mehr vorhanden zu sein scheint. Der seelische Eindruck, den diese Lage auf diese Generation macht, ist vernichtend. Und diese Generation hat nicht genügend körperliche und seelische Reserven in sich, die ihr besondere Aktivität zuführen können. Sie möchte wohl an eine neugestaltete bessere Zukunft glauben, aber die Wege, auf denen die Jungen mit Selbstverständlichkeit zu dieser Zukunft hinstreben, sind ihr neist versperrt. , Von der Seite der mittleren Generation aber wie auch v°m gesamtjüdischen Aspekt her darf man wohl die Frage aufwerfen, ob es zweckmäßig ist, die Dinge in dieser Form 'hfen Lauf nehmen zu lassen, oder ob es nicht notwendig wäre, Mittel und Wege zu suchen, um die Kräfte, die in dieser Generation schlummern, für das Ganze nutzbar zu n,achen. Man sollte versuchen, diesen Menschen Plätze zuzuweisen, bei denen man eine gewisse Gewähr haben kann, daß sie ausgefüllt werden. Zweifellos gibt es im jüdischwissenschaftlichen Leben noch mancherlei unausgenutzte Möglichkeiten, um Akademiker unterzubringen. In allen Organisationen des deutschen Judentums bis zu den Spitzen hinauf 8'ht es Arbeiten, die gerade durch akademische Fachleute ausgelührt werden müßten. Auch im wirtschaftlichen Leben gibt «s sicher noch Stellen, die man dieser Generation zupi'ßlich machen könnte. Man sollte sich z, B. der Sprachkenntnisse, die ein großer Teil dieser Akademiker besitzt, ^dienen und ihnen Posten als Korrespondenten oder in ahnlicher Form gebin; es könnten sich noch andere Kombinationen ergeben, insbesondere durch internationale Abkommen. Auch vom zionistischen Standpunkt erscheint uns eine solche Lösung als die praktischste. Es liegt nicht im Interesse Palästinas, eine größere Schicht aufzunehmen, die, mag sie auch seelisch vollkommen mit den zionistischen Ideen verbunden sein, doch in ihrer Lebensgestaltung nicht völlig den Erfordernissen des Landes gerecht werden kann. Es liegt im Wesen der Sache, daß der 14- oder 18jährige, der nach Palästina geht, ohne Schwierigkeiten den Typ herausbildet, der zum. Aufbau des Landes vonnöten ist. Der 30- bis 40jährige Akademiker, der ein gleiches versuchen würde, würde dieses Umstellen auf eine neue Lebensform niemals so restlos vollziehen können. In einer Zeit, in der durch die Tatsache, daß unserer Jugend die höheren Bildungsanstalten verschlossen sind, an und für sich damit zu rechnen ist, daß zumindest im deutschen Judentum ein starker geistiger Substanz Verlust eintreten wird, halten wir es für eine dringende Aufgabe, das noch bestehende Bildungsgut und seine Träger unter Anspannung aller Kräfte zu erhalten. Es ist eine menschliche Aufgabe gegenüber einer verzweifelnden und ihren Untergang vor Augen sehenden Generation; es ist eine geistige Aufgabe für uns, die wir als Minorität stets größere Verpflichtungen haben als die Majorität; und es ist eine allgemein jüdische Aufgabe, nicht eine Generation verkommen zu lassen, deren ganzes Verschulden darin liegt, in diese Zeit hineingeboren zu sein. Wir glauben, daß die junge Generation, die heute aufwächst, eine Generation der Tat sein wird, im Gegensatz zu der Zwischengeneration, die in ihren jugendbewegten Jahren in unermüdlichen theoretischen Auseinandersetzungen (die wirtschaftliche Lage erlaubte dies ja) Geist und Tat in Uebereinstimmung zu bringen suchte. Wenn sich nun diese beiden Epochen des Geistes und der Tat, oder anders gesagt: die junge und die mittlere Generation mehr als bisher zusammenfänden, wenn beide erkennten, wie notwendig eines dem anderen ist, dann würde vielleicht auch die Hoffnungslosigkeit von dieser Zwischengeneration, genommen werden und ihrem Leben wieder ein Sinn verliehen. Einstweilen ist die seelische Haltung dieser Zwischengeneration etwa die, wie es der englische Dichter Milton in seinem berühmten Sonett „On Iiis Blindness" sagt: „They also serve who only stand and wait." Auch diese Generation glaubt zu dienen, obwohl sie nur dasteht und wartet. Aber dies ist keine zeitgemäße Haltung, die zur Ueberwindung unserer Not ausreicht. Dr. Gerhardt Neumann Pariser Brief Von unserem Berichterstatter März F. G. Paris, im Das Palästina-Amt im neuen Heim Vor einigen Tagen wurden die neuen Räume, in die das französische Palästina-Amt gezogen ist, mit einer kleinen Nachmittagsfeier in Anwesenheit zahlreicher Gäste und Freunde der zionistischen Arbeit in der Kue Berauger eröffnet. Der Präsident des Palästina-Amtes, Dr. Fi ld er man, gab in einelängeren Uebersicht ein anschauliches Bild von der vielseitigen und von Tag zu Tag wachsenden Arbeit, die das Palästina-Amt und seine Funktionäre zu leisten haben; von dem Umfang dieser Arbeit kann man sich einen ungefähren Begriff machen, wenn man bedenkt, daß im vorigen Jahre mehr als 19 000 Palästina-Beratungen stattfanden. Die Arbeit des Palästina-Amt«, das naturgemäß mit dem Hechaluz aufs engste zusammenarbeitet, aber auch von den Comites für die Beratung der Palästina-Einwanderer in Anspruch genomm-n wird, hat gerade in letzter Zeit unter Schwierigkeiten zu leiden, die insbesondere durch die verschärfte Fremdengesetzgebung hervorgerufen sind. Unter den gleichen Schwierigkeiten hat ja auch leider hier der Hechaluz ganz besonders stark zu leiden, weil es bisher nicht möglich gewesen ist, eine generelle Regelung der Kibbuz-Verhältnisse bei den administrativen Stellen zu erreichen. So arbeitet jeder Präfekt individuell und die Schwierigkeiten häufen sich in einer beängstigenden Weise. Palästina - Bilder -Ausstellung Die bekannte Zeichnerin und Malerin Anna T i c h o, die Gattin des Augenarztes in Jerusalem gleichen Namens, stellt hier in der Galerie Billiet eine Anzahl von Zeichnungen und Aquarelle von Palästina aus, die einen famosen Uebcrblick über die eigenartigen Schöpfungen der Künstlerin bieten. Es sind in der Hauptsache Bleistift-, Kohle- und Kreidezeichnungen, die sich mit dem Landschaftsbildc, besonders der Umgegend von Jerusalem befassen und nur einige wenig* in den Farben ebenfalls sparsame Aquarelle, die interessante Kopie charakterisieren. Aber gerade diese herbe Eigenart und die etwas melancholische Auffassung, mit der die Aufnahmen konzipiert sind, gehen uns doch eigenartigerweise irgendwie stark ins Gemüt; aber die Art der Zeichnungen und Malereien harmonisiert auch mit den Sujets, die sich Frau Ticho ausgesucht hat: Iis ist das alte Jerusalem, die bisher noch unveränderte Umgebung, die heiligen Stätten, die finsteren Gebirgslandschaften von Judäa und Noab, die alten ehrwürdigen Begräbnisstätten und die alten unverändert gebliebenen Dörfer in der weiteren Umgebung von Jerusalem, die das moderne jüdische Leben noch nicht in seine Fittiche genommen hat. Konferenz über die Rassenfrage Die Olmützer katholische Zeitung „Nasinec", die über gute Informationen aus dem Vatikan verfügt, schreibt: „Die jüngst durchgeführte Enquete der ,Präger Presse1 über die Rassenfrage hat auch im vatikanischen ,Osservatore Romano' Beachtung gefunden, der besonders auf die Kundgebung Dr. J. Zollschans in Karlsbad hinwies. Zollschan hat eine Konferenz über die Rassenfrage angeregt. Hierzu erfahren wir, daß die vatikanischen Kreise diese Anregung zustimmend aufgenommen haben, und grundsätzlich wurde die Beteiligung katholischer Professoren, Theologen und Soziologen, von päpstlichen Universitäten zugesagt. Ursprünglich hätte der Kongreß in Prag stattfinden sollen, jetzt aber hat die katholische Universität in Freiburg (Schweiz) dem Kongreß die Gastfreundschaft angeboten. Es wird dies die erste Gelegenheit zu einem Zusammentreffen katholischer Theologen und jüdischer Wissenschaftler zwecks Erörterung von Fragen dieses Gebietes sein." Aus der Haftarah für Sdiabbat, 23. März Nicht um euretwillen tu Ich — Erlauten von meinem Herrn, IHM —, das sei euch kund! Schämt eudi, errötet ob euren Wegen, Haus Jisraels! So spricht mein Herr, ER: Am Tag, da Ich eudi reinige von all euren Verfehlungen und neu besiedle die Stödte und die Oednisse werden auferbaut, und das verstarrte Land wird beackert, statt es Starrnis war vor aller Wenderer Augen, dann wird man sprechen: „dieses verstarrte Land da, wie der Garten von Eden ist es geworden, die verödeten Städte, die verstarrten, die niedergerißnen, umwehrt nun sind sie besiedelt!" Jecheskel, Kap. 36, Vers 32-35. (Ueberscfzt von Marlin Buber). Einwanderer in neuem Land Kalifornien als Vorbild Berkeley (Kalif.), im Februar Weit entfernt von Palästina liegt Kalifornien — auch noch ein ziemlich junges Land. Es wachst sichtlieh von Jahr zu Jahr. Fast täglich kommen neue Einwanderer aus Italien, Jugoslawien, Rußland, aus deutsch-jüdischen Kreisen. lausende von ihnen verstehen kein Englisch, wenn sie herkommen. Ihre Eingliederung ist genau so schwer wie die liinceliedcriing der jüdischen Einwanderer in Palästina, die aus allen möglichen Ländern kommen. Aber der Amerikaner ist ungeheuer rührig. Fr tut viel für die neuen Bewohner des Landes. Als Anregung für alle, die mit dein gleichen Werk für oder in Palästina beschäftigt sind, gebe ich ein paar Beispiele. Die l'rxvaehsenen- Büdung in Tages- und Abendkursen ist hier außerordentlich verbreitet. Man sieht viele Menschen mit weißen Ilaaren auf der Schulbank sitzen. Es gibt eine besondere „Division of Adult Education" bei der Unterrichtsbehörde, dein „State Board of Education". Auch besitzt die Behörde ein besonderes „Bureau of Immigrant Education" (Abteilung für Einwanderer-Unterricht). Die Einwanderer werden in besonderen A m e r i k a n i s i e r u n g s k ti r s e n (Americanizntion ( lasse;) zusammengefaßt. Der Unterricht ist umsonst. Bücher werden gegen ein geringes Pfand für lange Zeit geliehen. Die Lehrkräfte sind geprüfte Lehrerinnen, die sehr viel Geduld und Energie aufwenden. Anschauungsmaterial wird reichlich verwendet, weil Lehrerin und Schiller sich anfangs fast nur durch Zeichen verstehen können. Das ist besonders bei den jungen Leuten von den Philippinen-Inseln, die zu Amerika gehören, der Fall. Ein sehr praktisches kleines Lehrbuch dient als Leitfaden: „1 iving English for New Americaits' (Tägliches Englisch für Neu-Amerikaner). Es begleitet mit einfachen Sätzen und kurzen, sieh von selbst ergebenden Kapiteln eine Einwandererfamilie in ihrer ersten Zeit und bringt die wirklichen Begebenheiten ihres täglichen Lebens. Der Schüler wird so für die notwendigsten Lebenslagen einschließlich Geldwechseln, Straßenverkehr, Fnbrikarbeit sprachlich vorbereitet. Ein späteres Lehrbuch heißt „Real stories from our history" (Wahre Geschichten aus unserer Vergangenheit). Es ist auch einfach und kurz gehalten. Der Art und dem Umfang der Schulung ist keine Grenze gesetzt. Es heißt: New courses on demand, neue Kurse auf Verlangen; d. h. alle Anregungen von den Schillern werden, wenn irgend möglich, erfüllt. Lehrkräfte stehen reichlich zur Verfügung. Denn die Regierung verbindet mit dieser Ausbildung ihr „Emergency Educational Programm" (Not - Unlerrichtsprogramm), durch welches sie stellungslosen I ehrkräften Arbeit gibt. Der Grundgedanke, die wirklichen Situationen des Einwanderers als Stoff zu nehmen, ließe sich übrigens sehr gut für ein kleines hebräisches Lehrbuch benutzen. Wenn dies noch nicht geschehen ist, stehe ich unserem verehrten Dr. Kaleko und seinen Kollegen in Dcutsvhlaud oder Palästina gern mit weiteren Informationen zur Verfilmung. Ein anderer, nachahmenswert-praktischer Zug der Amerikaner ist der enge Austausch, der hier innerhalb der Bevölkerung herrscht. Jeder schreibt an jeden über allgemeine Fragen und gibt seine Anregungen. Jede Behörde, jede Zeituni,1 oder Radiostation, jeder Schriftsteller, jede bekannte Persönlichkeit liest, ordnet, sichtet und b e a n t w ortet solche Briefe ..... oft mit Hilfe mehrerer Sekretäre. Der Inhalt wird erwogen, und wertvolle Anregungen werden weitergeleitet und verwirklicht. Man steht Mißständen weniger hilflos gegenüber, und unzufriedenes Kritisieren wird in produktive Mitarbeit verwandelt, da jetler gewiß ist, daß sein schriftliches oder mündliches Wort gebort wird. Es gibt keine dein Volke verschlossenen Stellen oder unzugängliche hohe Personen. Jeder hat zu jedem Zutritt. Und die Kritik .äußert sich (außer in Lynchfällen, die leider noch vorkommen) nicht im Einschlagen von Fenstern und Türen, sondern in freier persönlicher Rücksprache. Für das j ü d i s c h e P a I ä s t i n a mit seinen teinperamentvolleu Bewohnern scheint mir diese amerikanische Gewohnheit ein sehr wertvolles Beispiel zu sein. I )r. II e I e n e Lubowsk) Das amerikanische Zentralkomitee für die Feier des SOO. Geburtstages Maimonides kündigt Veranstaltungen in allen Teilen der Vereinigten Staaten am 11. April an. Zahlreiche amerikanische Universitäten, darunter auch die Columbia-Universität und die Yale-Universität, werden besondere Feiern abhalten. Saul Tschernichowsky spricht in Stockholm Von unserem Stockholmer H. R.-Korrespondenten Stockholm, 15. März Auf der Rückreise von Finnland hielt sich Tschernichowsky einige Tage in Stockholm auf, wo er am 14. 3,, abends, in dem überfüllten Sessionssaal des Gemeindehauses (viele Besucher mußten wegen Ueberfülhmg um-l kehren) vor der Stockholmer Judenschaft über „Die kulturelle Lage in Palästina" in deutscher Sprache plauderte.. Der Dichter gab in anschaulicher Weise Momcitthilder aus! dem palästinensischen Alltagsleben. Besonders betonte er den günstigen Einfluß der deutsche n E m i g r a n t c n, deren vielen Kenntnisse auf kulturellen, industriellen und anderen Gebieten dem Lande von großem Nutzen seien. Oberrabbiner Dr. Ehrenpreis sprach einleitende Worte« und wies auf die große Bedeutung des literarischen Schaf-* feus T.s hin, den man als größten lebenden hebräischetif Dichter bezeichnen könnte. Die junge begabte Schauspielerin Elsa W i d b o r g las Tschernichowskvs ins Schwedische übertragene Gedichte mit großer deklamatorischer Routine. Ein Abend, den die Stockholmer Judenschaft nicht so schnell vergessen wird. Die gesamte Stockholmer Tagespresse bringt eingehende Artikel über das Schaffen des Dichters. nm> ns" r. ge* irteiche? >rden ingig 'olKSveri die nung eiche utsch leut« . a.a ihrer Jude ische: t ist, ichta klärti o 1 k^' tdersi >rali- Hüh! dent stieg; :itett eneti ieses sehe lturrt Ju^ rder» jüdialls sehe e nw hör« rhent rn.f äber einet i^ußK'.'jf«!*! lurastffifll -des' O«. 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