Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 24 (22.3.1935)
- Date
- 1935-03-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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5-i»e 2 jiirtiiruc piiMn^rMAti Nr. 24, 22. III. 1935 Universität Jerusalem, ein Ereignis, das schon mitten in die ernstesten Probleme des Landes und des Oesamtjudentums hineindeutet. Aber nicht nur Feiern konzentrieren sich um diese Zeit im Lande. Palästina ist auch der Tagungsort für wichtige Beratungen geworden. Nächste Woche beginnt die Tagung des Zionistischen Aktions-Comites, dem die Exekutive der Jewish Agency nach einem ungewöhnlich erfolgreichen jähr eine arbeitsreiche Perspektive für die Zukunft eröffnen kann, was sich in Ziffern schon darin ausdrückt, daß zum erstenmal wieder ein größerer Betrag für landwirtschaftliche Neusiedlung ausgeworfen wurde. Leider wird sich diese Tagung wieder mit den internen Konflikten zwischen Zionistischer Organisation und Revisionisten zu befassen haben; das Verhalten der Revisionisten wird von den maßgebenden Parteien der heutigen Mehrheit als untragbar empfunden. Man kann nur hoffen, daß diese organisatorischen Debatten das Aktions-Comite nicht allzu sehr belasten und daß das Hauptgewicht der Tagung in dem konstruktiven Programm der Zukunft liegt. Zum .ersten Male findet auch die Weltkonferenz, der WIZO, der zionistischen Frauenorganisation, in Palästina statt. Auch die WIZO hat, wie alle mit Palästina beschäftigten Verbände, gesteigerte Aufgaben, insbesondere auf ihrem so überaus wichtigen Tätigkeitsgebiet der Mädchenausbildung und der im argen liegenden Fürsorge für Mütter und Säuglinge. Einige Hauptprobleme der WIZO-Konferenz werden an anderer Stelle der heutigen Ausgabe erörtert. Möge all diesen Beratungen der produktive Geist Erez Israels ein guter Beistand sein! Wenn es auch häufig schwere Sorgen gibt, wenn die Arbeit über den Kopf wächst, nicht genügend Kräfte da sind, bittere Tatsachen und Enttäuschungen entgegenstehen, wenn auch den verantwortlichen Trägern der Aufhau-Idee keineswegs immer nach Hurrah-Stimmung zumute ist, so ist doch das Gefühl, 'mitten in einem pulsierenden Leben zu stehen, zugleich die stärkste innere Sicherheit: das Leben hiift sich weiter, das Volk lebt, und — mit oder ohne Königin — das Leben ist doch schön. Fahrt in das Land Eine Warnung vor Pogromen Der „I ränkischc Kurie r". Nürnberg, vom 21. März 1935 vcröi'fentlicht folgende Kundgebung: Verantwortungslose Elemente Verantwortungslose Elemente haben die Nachricht verbreitet, daß die Juden gegen den Führer ein Attentat angezettelt hätten und daß Infolgedessen die Juden totgeschlagen werden müßten. Man ist sogar soweit gegangen, daß man Plakate anklebte, auf welchen zu dem Pogrom aufgefordert wurde. Im Gau Franken befehle Ich und sonst niemand. Ich habe den Geschäftsführer einer Kreisleitung wegen Disziplinlosigkeit entlassen. Ich werde jeden u n - nachsichtlich aus der Partei ausschließen und verhaften lassen, der sich zu Unbesonnenheiten verführen läßt. Gauleitung Franken gez. Julias Streicher „Man fängt an nachzumachen.. - " Gau Franken als Vorbild Auf einer Massenkundgebung des (iaues Franken der Deutschen Arbeitsfront sprach in Nürnberg Gauleiter Julius Streicher. Wie die „F rankisclic T a g e s z. c i t u n g" berichte t, tuhrt' er zur Jikhn«,u.>t hierbt, u a aus. in IVil^blnnd N ( i' n r* und n a r. < .t . Ur I . ,]< - < \\r t " \ n.! 1 ü iii - < , « H < i i «i i i. 'i > , , 1 i <, ,r d u v r in I r in t. 1 1 g V — Ii » >',, dtr I r , i i , r u p t < r i > "i t v . I i Ii,'.- , ( -r Vi ir v r kom-"- i, a f f. enen w , e nun-, n bin ich .-So it. <, h e 11 verbieten. Sie wurde enUage inuiS gelöst werden. Die d:e Mcn.-i'!ih( it kam, von denen tue!, rnnt.ra c:k;nmf werden, r sorgen, daß sie. die nnch uns nicht ah Mpn<r.tieri, die aust unserer Ras« und Gesinnung immer vorbei und darauf abeti. Wir gehen bis zum Tnde. Pir |'iiciiii<>e void j>«> h er nal ge] , t" '1 <uv /. S 1 Kein jüdischer Nachwuchs im Buchhandel und Verlagswesen Die auf Anordnung des Präsidenten der Reichsschrifttumskaminer vom Börsenverein der Deutschen Buchhändler zusammen mit dem Lande Sachsen und dem Rat der Stadt Leipzig ins Leben gerufene Reichsschule des deutschen Buchhandels soll der abschließenden Schulung jedes jungen deutschen Buchhändlers auf staatspolitischem, kulturpolitischem und fachlichem Gebiet dienen. Die Lehrzeit für den Buchhändlcrberuf gilt nur dann als ordnungsgemäß abgeschlossen, wenn sie durch eine Uchilfenp rufung beendet wird, der wiederum ein vierwöchiger Besuch der Reichsschule vorausgehen muß. Rcichsschtile und Gehilfenpriifung zusammen bilden grundsätzlich die Voraussetzung zur endgültigen Aufnahme in die Fachschaft der Angestellten im Buchhandel und Verlag, wovon die Berechtigung zur Bekleidung von Stellungen im Buchhandel abhängig ist. Für die Reichsschule, die Gehilfenprüfung und die Aufnahme in die Fachschaft der Angestellten im Bund reichsdeutscher Buchhändler ist nach den Durchführungsbestimmungen vom 10. März W35 arische Abstammung Bedingung. Nichtarische Lehrlinge, die während der Uebergangszelt im Buchhandel noch vorhanden sind, können mit der Aufnahme in die Fachschaft und mit der Mitgliedschaft in der Reichsschrifttumskammer nicht mehr rechnen, auch wenn sie zum Beleg ihrer richtig abgeschlossenen Lehrzeit die Gehüfenprüfung durchgemacht haben. Unter amerikanischen Juden An Bord der „Rex" vor Haifa, 10. März Reise nach Palästina. Es ist so viel über dieses Thema, das Erlebnis des Weges und der Ankunft geschrieben worden, daß es beinahe iiberfüssig erscheint, all dem noch etwas hinzuzufügen. Welche jüdische Familie in Deutschland hat nicht aus zahllosen Briefen von Verwandten und Freunden die innere Bewegung herausgelesen, die durch die Aussicht hervorgerufen wird, in wenigen Stunden das Land zu betreten. Und doch — jede Reise hat wohl ihre Eigenart, die dem Erlebnis ein spezifisches Gesicht gibt. Es ist noch gar nicht so lange her, daß eine Palästina-Reise mit Strapazen mannigfacher Art verbunden war. Das galt sowohl vom Wege in das Land wie auch von dem Aufenthalt dort. Die Schiffe waren meist klein und wenig komfortabel, die Hotels und Pensionen in Palästina selbst genügten nur dem, der um Palästinas willen bereit war, auf viele sonst gewohnte Bequemlichkeiten Verzicht zu leisten, die Vcrkehrsverhältnisse waren nicht weniger schlecht — kurz das Reisen war weder ein Vergnügen noch eine Erholung. Heute ist das durchaus anders, und man kann Palästina so unbesorgt und ohne größere Vorbereitungen besuchen wie irgendein anderes Reiseland. Es ist ein Zeichen hierfür, daß jetzt in der Hauptreisesaison Palästina von den allergrößten Uebersee- Dampfern angelaufen wird, die dem Reisenden die Anfahrt in einer Atmosphäre von Bequemlichkeit, ja Luxus erleichtern. Eine merkwürdige Atmosphäre herrscht auf diesem Schiff, das aus New York kommt, um in der Hauptsache Amerikanern das Mittelmeer und seine Häfen zu zeigen, und bei dieser Gelegenheit auch Haifa zu einem kurzen Aufenthalt besucht. Unter den Passagieren, die nicht bereits in Frankreich oder Italien ausgestiegen sind, um dort die Rückkehr des Schiffes abzuwarten, ist ein hoher Prozentsatz amerikanischer Juden. Die meisten von ihnen sind Touristen, die nach Palästina zu einem kurzen oder auch längeren Aufenthalt fahren. Es sind — dem Charakter dieses Luxusschiffes entsprechend — viele Angehörige der „Upper Ten" darunter, die sich kaum von den anderen sozial gleichgestellten Amerikanern unterscheiden. Sodann gibt es eine Reihe von Angehörigen der intellektuellen Berufe — Akademiker, Rabbiner, Journalisten —, Reisende aus dem wirtschaftlich gut gestellten Mittelstande und schließlich eine große Gruppe von Zertifikats-Inhabern, die in der 3. Schiffsklasse die Ueberfahrt gemacht haben, zum Teil junge Leute, zum Teil aber auch Familien mit Kindern aus dem kleinen Mittelstände, die ein etwas anderes Element darstellen, als wir es sonst bei der Chaluzeinwanderung finden. Neben den Amerikanern fahren zahlreiche Touristen aus Deutschland, darunter einige alte Zionisten und viele, die unserer Sache früher fernstanden, jetzt aber sich informieren wollen, um ihre eigenen Uebersiedlungspläne zu fundieren. In diesem Kreise wird eifrig über mancherlei wirtschaftliche und persönliche Fragen, die mit einer Ueber. siedhing nach Palästina verbunden sind, diskutiert. je mehr wir uns dem Lande nähern, desto stärker konzentrieren sich alle Gespräche auf das, was uns bevorsteht. Diese Atmosphäre einer leichten Spannung teilt sich allen mit, und selbst die kühlsten Köpfe von jenseits des großen Meeres werden davon ergriffen. Das ganze Schiff scheint zu empfinden, daß man nicht einem beliebigen Hafen zufährt, sondern zur Eingangspforte Erez Israels. Am vorletzten Abend der Fahrt veranstalten die amerikanisch-jüdischen Fahrgäste ein Konzert zugunsten des Keren Kajemcth. Es ist eine jüdische Veranstaltung von typisch amerikanischer Färbung. Ein bekannter New-Yorker Kantor singt Hebräisch und Jiddisch, man spielt einige Musikstücke, ein Rabbiner hält eine hebräische Ansprache, in der er den KKL preist, jiddisch spricht der New-Yorker Misrachi- Führer Gedalja B u b 1 i k, und dann folgt eine endlose Reihe von Speechs, die den nationalen Aufbau Palästinas verherrlichen und für den KKL werben. Mag der Stil dieser etwas zu emphatischen Reden deutschen Juden auch weniger liegen — den Amerikanern entlockt er jedenfalls starken Beifall und nicht wenige Dollars! —, es bleibt doch eindrucksvoll, wie sich hier einige hundert Juden aus zwei Weltteilen und vielen Ländern, allen sozialen Schichten zugehörig, durch mancherlei Interessen geschieden, der Vorahnung Erez Israels hingeben. Denn eine Vorahnung ist es! Während das Schiff in rascher Fahrt mit dem Kurs auf Haifa durch die Nacht fährt, ein hell erleuchtetes Riesengebäude über den Wellen, und während das Wasser in die Worte der Redner und die Musik hineinrauscht, hören wir alle aus unserem eigenen Herzen heraus die frohe Botschaft: Nur Stunden noch, und wir sind dort, im Lande, von dem wir reden und singen. Jetzt fühlt jeder, der hier ist, mag er über Juden und Judentum sonst denken, was er will, daß er auf dieser Fahrt nur eines ist: ein Jude, der in sein Land fährt, sonst nichts. Mit dem Rauschen des Meeres vermischen sich die Klänge der Chaluzlicder, die durch das Schiff schallen, und der Takt ihres Tanzes. Kurt Loewenstcin Nach der griechischen Revolte Englisch-Jüdische Hilfsaktion Saloniki, 17. März. (JTA.) Kriegsministcr General K o n d y 1 i s, der die Operationen der Regierungstruppen gegen die Aufständischen in Mazedonien und Thrazien geleitet hat, empfing während seines Aufenthalts in K a v a 11 a den Rabbiner der dortigen Jüdischen Gemeinde, den er der freundschaftlichen Gefühle versicherte, die die Regierung gegenüber der jüdischen Bevölkerung hegt. Der Kriegsminister sprach mit besonderer Anerkennung von der patriotischen Haltung der Juden Salonikis und der übrigen jüdischen Gemeinden Nordgriechenlands, die sich in besonderem Maße während der letzten Unruhen gezeigt habe. Die Aufstandbewegung in Thrazien und Ostmazedonien harte auch einen antisemitischen Charakter getragen. Den Freiwilligen, die in den Ortschaften dieses Gebiets für die revolutionäre Armee geworben wurden, stellten die Agitatoren in Aussicht, daß man nach der Eroberung Salonikis die Häuser und Geschäfte der dortigen Juden den Truppen zur Plünderung überlassen werde. Die jüdischen Einwohner von Serres, Drama und Kawalla haben während der Revolte schreckensvolle Tage durchlebt. Der Sieg der Regierung und der Einzug der regulären Truppen wurde von ihnen mit Jubel begrüßt. Neben anderen oppositionellen Zeitungen sind in Saloniki nach der Niederschlagung der Revolte auch die extremantisemitischen Blätter „Makedonia" und „Eleutheros Typos" verboten worden, deren Herausgeber, führende Antisemiten, wurden verhaftet. Wenige Tage nach dem Ausbruch der Revolte wurde ein vor einem halben Jahr aus den Diensten der Jüdischen Gemeinde entlassener Friedhofswärter, ein christlicher Grieche, verhaftet, weil er auf dem jüdischen Friedhot Bomben und Munition versteckt hatte, die für die Aufständischen bestimmt waren. Der Generalgouverneur von Mazedonien, Minister Pericles Rhallis, hatte eine Anzahl venezelistischer Stadtverordneter von Saloniki ihres Amtes enthoben. Unter den neuen Mitgliedern des Stadtrates, die an ihre Stelle treten, befinden sich drei jüdische Stadtverordnete, der Eigentümer und Chefredakteur der spaniolischen Zeitung „La Prensa", Danici Allalut, der Direktor der ebenfalls in spaniolischer Sprache erscheinenden Zeitung „Accion", Eli Fraces, und der Verwalter der jüdischen Vorstadt Regic- Vardar, Jomtow Jacoel. Bisher gehörte dem Stadtrat von Saloniki nur ein jüdischer Stadtverordneter an. Der Antisemitismus im Irak Die „Jenaische Zeitung" vom 15. März, veröffentlicht einen Aufsatz „Aus dem Bagdad von heute" von einem jungen deutschen Lehrer in Bagdad, Dr. phil. H. G. Huober. Darin heißt es u. a.: „Trotzdem also die Deutschen hier zahlenmäßig gerinp vertreten sind, ist ihr Einfluß doch ziemlich groß und im Steigen begriffen, was in erster Linie dem Wirken des hier allgemein sehr beliebten deutsehen Gesandten zu verdanken ist. Gerade das neue Deutschland begegnet hier ganz besonderer Syrni«thie. Nicht zuletzt wegen seiner energischen Maßnahmen gegen die Juden, Auch in Irak gibt es ein jüdisches Problem, wenn es auch nicht so brennend ist wie in Palästina. Ein gutes Viertel der Bevölkerung in Bagdad sind Juden, die in Handel und Verkehr hier die Hauptrolle spielen. Dieses und andere Gründe teil* religiöser, teil« politischer Art sind die Ursache der heftigen Spannungen, die zwischen den nationalen Artberk reisen und den Juden bestehen. Für uns Deutsche wirkt »ich dieser Gegensatz eher günstig ausmid erleichtert auch in gewissem Sinne meine Arbeit, da es den Juden hier nicht leicht gelingt, eine antideutsche Propaganda zu entfalten." Die antisemitische Bewegung im Irak ist in der Tat in der letzten Zeit überaus stark angewachsen. Die Sache hat bereits zu einer Interpellation im englischen Parlament geführt London, 15. März. (JTA.) Lionel de Rothschild, Dr. Weizmann, Sokolow, Lord Reading und Chief Rabbi Or, J. H. Hertz wenden sich in einem Aufruf an die englische Judenheit, die dritte Sanirnelkampagne des „Central British Fund" zugunsten deutscher Juden tatkräftig zu unterstützen. In dem Aufruf wird darauf hingewiesen, daß angesichts der derzeitigen Lage größere Mittel als im vorigen Jahr für die Unterstützung der Ausgewanderten auf englischem Boden, für das Hilfswerk in Deutschland und für die Aktion zur Ansiedlutn; deutscher Juden in Palästina erforderlich sind. Der „>".• tral British Fund" hat seinen ersten Bericht über den Vcrlaur der neuen Sammelkampagne veröffentlicht. Aus dem Bericht geht hervor, daß die Sammlungen bisher einen Betrag von 54 234 Pfund erbracht haben. * In einer Kundgebung für die Sammelkampagne des „British Central Fund tor German Jewry" hielt der frühere Chefsekretär der Palästina-Regierung, General Sir Wyndham Deedes, eine Ansprache, in der er es als Pflicht der Christenheit bezeichnete, den Juden beizustehen, ihre gegenwärtige Notlage zu überwinden. Die Rettung müsse in erster Reihe von den Juden selbst und vor allem durch den Palästina- Au t bau kommen. Der Redner erklärte, die Christen, denen letzten Endes die Verantwortung für die Lage der Juden in Europa zufalle, müßten freudig die Gelegenheit zu dem Versuch ergreifen, eine Schuld einzulösen, die niemals voll abgetragen werden könne. Es sei ein besonders tragisches Zusammentreffen, fuhr Sir Wyndham fort, daß diese Not über die Juden eines Landes, in dem sie seit Jahrhunderten lebten, in einer Zeit gekommen ist, da ihnen die Tore überall in Europa verschlossen sind. Ein Land aber gebe es, dessen Tore, wenn auch, wie manch einer glauben möge, nicht weit genug, immerhin aber so weit offen sind, um tausende Juden einzulassen. Er sei stolz darauf, vor zehn Jahren dazu mitgeholfen zu haben, daß dieses Tor geöffnet werde. Drei Jahre lang, erklärte der Redner, habe er in Palästina gedient. Das, was er in Palästina sah, habe auf ihn einen so tiefen Eindruck gemacht, daß er skh nach seiner Rückkehr gedrängt fühlte, den Juden der Welt die neue Botschaft zu bringen. In Mitteleuropa und in den Vereinigten Staaten habe er in großen Versammlungen zu Menschen gesprochen, denen zum Teil bis dahin das Werk des Zionismus völlig unbekannt war. Damals habe er festgestellt, daß manche Juden Zionisten, manche Assimilanten, andere bloß indifferent waren. Heute aber liege der Irrtum der Assimilation in Deutschland klar zutage und es sei offenkundiK. daß es für das Problem nur eine einzige Lösung gebe. Die Rettung der Juden, sagte Sir Wyndham zum Schluß, könne nur ihr eigenes Werk sein und nur von Palästina könne diese Rettung kommen. Aber auch unter einem anderen Gesichtspunkt sei der Zionismus eine Antwort auf den Antisemitismus; denn er gebe den Juden die Möglichkeit» ihre Würde vor der Welt aufrechtzuerhalten. Als zweiter Redner sprach Rabbiner M. L. Perl zweig. Er teilte mit, daß die dritte Sammlung bereits 60000 Pfund erbracht hat. Hauptschriftleiter: Dr. Robert Wellie h, Berlin-Charlottenburg* S "vertreten Kurt Loewenstcin. Berlin W 15. Anzeigenteile™ und verantwortlich für den Anzeigenteil: Helene Chane ioer, Berlin N 64, Verlag und Anzeigenverwaltung: Indisch« Rundschau, G.m.b.H., Berlin W15. Meinekcstr. 10. D.-A. Februar 1035 : 33 462. Druck: Siegfried Scholcm, Berlin-Schöneberg.