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Jüdische Rundschau · 1935-03-05 · Heft 19 (5.3.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 19 (5.3.1935)
Date
1935-03-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seft» 4 jnrMftfM* »MK4h«ruAh r%. 19, 5. Hl 1935 Hebräisch, die Brücke zu Land und Volk Dr. Kanowitz berichtet über die kulturelle Einordnung deutscher «luden Die „Lehrstättc Uli, N. Bialik" in Berlin hatte Dr, Kanowitz zu einem hebräischen Referat eingeladen, D«r Redner, der dm palästinensischen Alltag aus »einer Berufsarbeit als Arzt und seiner gesellschaftlichen Tätickelt In der „Hitach« dut Olej Germania" gut kennt, wieg auf die Schwierigkeiten hin, die die Unkenntnis der hebräischen Sprache dem Einwanderer aus Deutschland — und nicht nur diesem — In Palästina bereitet, Mag e» ihm auch unter dem günstige« Zeichen der „Konjunktur" rasch gelingen, »ich in das Wirtschaftsleben einzureihen, — der weg zu Land und Volk bleibt ihm versperrt, wenn ihm der Schlüssel, da» hebräische Wort, fehlt Wer nicht Hebräisch kann, lebt wie ein Fremder mitten im jüdischen Land, auf einer Insel der „Abgesonderten" mitten Im lebendigen Tel- Awiw. Er kann nicht teilhaben am Volks- und Kulturleben, das sich um die beiden Pole „palästinensischer Alltag" Und „palästinensischer Feiertag" gruppiert: Presse und Gespräch. Vortrag und Theater, Fest und hchrflischd Öeädllgkclt. — Naturgemäß wird In den Kreisen der deutschet! Olim ittteiWlv Hebräisch gelernt, und — wie der Redner halb scherzhaft bemerkte — wenn man einen Bekannt«! nicht xu Haus« vor« findet, sucht man ihn am besten in einem der zahlreichen Iwrith-Kurse. Aber wieviel guter Wille auch vorhanden sein mag, und wie lernbeflissen man auch die «rwicluenen Schüler mit der hebräi>-chen Grammatik unterm Arm durch die Straßen eilen sehe, -. die Wirklichkeit ist oft stärker als alle guten Vorsätze, und die Versuchung, sieh In der geläufigen Sprache des Herkunftslandes ver-tämllieh zu machen, zü groß, — Ins. besondere, wenn man müde von Fabrik und Büro heimkommt. Der p.ilästinensisehe Jischuw, der die Neuankömmlinge, die der hebräischen Sprache immäelMg, Detitsch sprechen, mitleidsvoll gewähren Luit, leistet ihnen mit dieser „Barmherzigkeit" („kaehmamit") keine guten Dienste. - ßeiier «lebt es auf dem I ande aus, in den Kwuzoth und Moschawim, Wo da» enge Gemeinsehnftslebcli mit den hcbriiischsprechendcn Chaluzim der beste Lehrer ist. Iiier wird das hebräische Wort rücksichtslos gefordert. Man Ut bereit, dem Lernenden xu helfen, aber „iei-awiwische" Konzessionen gibt es nicht Dr. KäiJG- Manifest der Zionistischen Exekutive Die Zionistisch e E x e k u t i v c in London-Jerusalem Veröffentheht ein Manifest „Vor dem XIX, Kongreß", das sich mit der Lage der zionistischen Bewegung in Palästina beschäftigt. Nach einer Darstellung der b cd out enden Erfolge der Exekutive auf politischem und finanzpolitischem Gebiet heißt es in dem Manifest: „Di« zionistische Bewegung hat eine Perlode fruchtbarer schöpferischer Arbeit hinter »ich; doch dürfen wir anderer* seit« nicht vor den gerade in diesem Zeitabschnitt mit besonderer Schärfe hervorgetretenen Problemen und Qefahren die Augen verschließen, Das erfreuliche, historisch unschätzbare Wachstum unserer zahlenmäßigen Kraft in Erfln Israel ist von gefahrdrohenden Schatten begleitet, deren Beteiligung und Kontrollierung höchste nationale Aufgabe ist. Eres Israel als Land jüdischer Massoneinwanderung Ist der Beginn der Verwirklichung des höchsten zionistischen Traumes. Aber darunter darf die Gediegenheit untere« Men- c h e n tn a t e r I a I s, seine qualitative Vorbereitung für dal rundsützlich neue Leben Im Lande, seine Bereitschaft, da« chicksal dieses Landes bedingungslos und für alle Zeiten zu teilen, sein« Fähigkeit, sich dem unabweiillchen Gebot wirtschaftlicher Neugestaltung und insbesondere der Schaffung einer breiten landwirtschaftlichen Grundlage für ein gesundes jüdisches Lehen in Erez Israel zu fügen, nicht leiden. Eine Vertiefung des Gedankens de» menschlichen und nationalen P i o n i e r t u m s, der Chaluziuth, Ist notwendiger denn je, Die Landflucht, die Versshmäleruna unserer landwirtschaftlichen Basis und die furchtbare Heimsuchung der ungezügelten Bodenspekulation, das sind Probleme und Gefahren, die nur durch den solidarischen, von höchster nationaler Verantwortung getragenen Idealismus und durch gesteigerte planmäßige Anstrengungen des gesamten Volkes eingedämmt werden können. Erweiterung des nationalen Bodenbesitzes, Stärkung der nationalen Fonds Keren Kaiemeth und Keren Hajessod, Ausdehnung des Siedlung»- Werkes, N'eubelcbung der nationalen Initiative, Förderung der Privatinitiative und deren planvolle Einfügung in die Interessensphäre des nationalen Aufbaus« Sicherung Jüdischer Arbeit und menschlicher Arbeitsbedingungen in Stadt und Land, Erweiterung und Vertiefung de» chaluz.Uchen Idealismus Im ganzen Volke, vor allem In den Kreisen unserer Jugend, da» sind die Aufgaben der Stunde." Zum Schluß ruft die Exekutive alle ZionlstM ZU solldarl* Scher Zusammenarbeit und Respektierung der OrgMi- Sation auf. Schwedens Kronprinz über Palästina Unser Stockholmer H. R.-Korrespondent schreibt toi«: In semer letzten Audienz empfing Kronprinz Gustaf Adolf Von Schweden Oberrabbiner Dr. Ehrenpreis, welcher dem Kronprinzen Im Anschluß ad dessen Palfistinarelse den Dank der Judenschaft für das gezeigte Interesse am AüfbäU und der Entwicklung des Landes darbringen wollte. „Judisk Tidskrift" berichtet hierüber: „Während seines Paläsilnabesuehes erhielt der Kronprinz einen Starken Ein« druck von der Pionierarbeit, die jüdische Männer und trauen unter oft schweren Verhältnissen Im Helligen Lande tu«* führten. Der Kronprinz benutzte die Gelegenheit, L)f. Ehrenpreis sein Urteil über die Aufbauarbeit, welche rein fflenith« lieh eine warme Anerkennung und Aufmunterung verdiene, ZU erneuern." wftz befaßt sich eingehend mit der weitverbreiteten Vor- Stellung, »«drüben" würde «tan die Sprach« rat«her erfernM. Dies sei ein verhängnisvoller Irrtum! Wer nicht dl« Grundbegriff«, die „iprachllche Balis" mitbringt, wird ta iehr, «ehr schwer haben. Die Wichtigkeit dieser Voraus, setiurtf wird leider noch immer unterschätzt und führt dazu, dt» Neuankömmlinge, die nicht Hebfälsch können, »ich hinter die gleiche dicke Mauer begeben, die einen großen Teil der deutschen Alijah vom pM;utinensi«chen Leben trennt. Wer die Grundbegriffe der hebräischen Sprache mitbringt, wird eich nach und nach einordnen, wem dieses sprachliche Minimum fehlt, schliettt sieh selbst aus. Dr. Kanowitz appellierte ah alle Hebräischlefnenden, sich hier bereits eine sprachliche Grundlage zu sichern und wie» darauf hin, «laß auch die Meinung, für die Kinder der deutschen Einwanderer bestehe kein Sprachproblem, irrig sei, Auch für sie ergeben sich Schwierigkeiten mannigfaltiger Art. Ein großes Hemmnis bedeutet die Tatsache, daß bei ihrer Einreihung in eine Schulklasse nicht ihre Kenntnisse in den allgemeinen Schulfächern, •ondern einzig ihre hebräischen Spracbkenntmsse ausschlaggebend sind. Die Zeitspanne, in der das Kind zunächst einmal die hebräische Sprache erlernen und auf seine Fortbildung in den übrigen Fächern verzichten muß, ist nicht leicht zu überwinden, Diese Schwierigkeit zu überbrücken, hat die deutsche Einwanderung eine U ebergang» schul« für deutsche Einwanderer-Kinder geschaffen. Eine ideale Losung dieses Problems kann jedoch nur durch die rechtzeitige sprachliche Vorbereitung der Kinder vor der Auswanderung geschaffen werden. Der aufschlußreiche und interessant* Vortrag, den treffende Beispiele aus der palästinensischen Wirklichkeit illustrierten, fand starken Widerhall, Dr, Kaliko, der den Abend einleitete und beschloß, begrüßte Dr. Kanowitz als den ersten deutschen Einwanderer, der bereits nach Verhältnismäßig kurzer Zeit als hebräischer Referent zu Uns komme. Dies sei eine Gelegenheit, bei der nach altjüdischem Brauch eine „Schchechejanu" zu sprechen wäre. Die „hebräische Hachseharah" sei eine gleich wichtige Voraussetzung für die Palästina-Einwanderung wie jede berufliche Schulung. Der sich In zahlreichen Sprachkursen und Privatzirkeln täglich neu dokumentierende l ernwllle der Juden In Deutschland verdiene m, gefördert zu werden, Zum Schluß beantwortete Dr. Kanowitz: die aus dem Publikum an Ihn gerichteten Fragen. M. K. Palästinafragen im Unterhaus Im Unterbaut fragte am 27. Februar der Abgeordnete Wedgwood den Minister für die Kolonien, auf Grund welchen Gesetze» Personen in Palästina, die ihre Strafe verbüßt liabcn, weiter gefangen gehalten werden und ob von Palästina aus Gesuche auf Grund der Habeas Corpus Akte eingebracht worden seien, Sir Philipp Cünliffe Lister antwortete, in Abschnitt 10 der Einwanderungsverordnüng für Palästina sei vorgesehen, daß jede Person, gegen die die Landesverweisung angeordnet ist, gleichgültig, ob die» nach einer Gefängnisstrafe geschieht oder nicht, in einer Vom High Cömniissloner zu bestimmenden Art und Weise bis zur Dcportiertwg in Verwahrung gehalten werden kann. Es sei ihm nicht bekannt, daß ein Gesuch auf Grund tler Habeas Corpus Akte femacht worden wäre. Die geltende Verordnung datiere aus em Jahre 1933, sei jedoch nur die Bekräftigung früherer Verordnungen; die auf die Anhaltung Illegaler Einwanderer bezügliche Bestimmung sei in einer Verordnung aus dem Jahre 1928 oder 1929 bereits enthalten, Der Abgeordnete Summ er»by fragte den Kolonien« minister, ob es ihm bekannt sei, daß sieh die Anlagen Im neuen Hafen von Haifa, Insbesondere In der Zeit de» CHrus-Exports, als unzureichend erwiesen haben; der Abgeordnete fragte weifer, ob dem Minister seitens der Palästina-Regierung vorgeschlagen worden sei, daß In ctietetn Hafen mindestens sechs weitere Anlegeplätze geschaffen werden, und ob der Minister solche Ausbaupläne genehmigt habe. Der Kolonienminister bejahte die Anfrage und er* klärte, er habe vor kurzem seine Genehmigung zu einem Vorschlag des High Commlssloncr für Palästina erteilt» 10 000 Pfund zur Ausarbeitung detaillierter PlSne für die weitere Vergrößerung des Haifaer Hafens auszugeben; in diesen Plänen sei auch der Bau neuer Anlege-Kais und Lagerhäuser vorgesehen. Die Pläne sollen tut Ausführung bereit sein, sobald dies erforderlich werden wird. Sobald dl« Plane vorliegen würden« werde der Ausbau in Erwägung gezogen werden. Sir George Jone» fragte den Kolonienminister, ob es Ihm bekannt sei, daß in dieser Saison über 6 Millionen Kisten Cltfus'Früchte aus Palastina exportiert werden und daß nach sieben Jahren infolge der Erweiterung der Pflanzungen 20 Millionen Kisten jährlich für den Export bereitstehen werden; habe die Regierung Maßnahmen ins Auge gefaßt, um den Absatz des erhöhten Exports auf englischen und anderen Märkten zu u n t e r s t ü tun? Der Minister erwiderte, die Palästina-Regierung werde auch in Zukunft, wie bisher, gemeinsam mit den Vertretern der Industrie an der Durchführung von Planen zur Verbesserung der Absatzmöglichkeiten und zur Erhöhung de* Verkaufs arbeiten. In Finnland wurde dieser Tage die Jahrhundertfeier der Herausgabe des finnischen Nationalepos „K a I e v a I a'1 mit großen Festlichkeiten begangen. An der Feier In Ilelslngfors nahm u. a. auch der hebräische Dichter Saul Tschernichowski teil, der die hebräische Ucbertragung des „Kalevala" besorgt hat. Tsehertüchowski hat auf der Reise von Palästina nach Finnland auch Berlin besucht und die Gelegenheit zu einem Zusammensein mit literarischen Freunden benutzt. In diesem Zusammenhang ist wohl auch erwähnenswert, daß die 1914 erschienene Neuausgabe der deutschen Uebertragürtg des „Kali'vala" von Schlcffner mit einer Einleitung von Martin B u b e r vergehen war, Diese Einleitung ist unter dem Titel „Das Epos des Zauberers" in die Sammlung „Die Rede, die Lehre und das Lied" aufgenommen. Der Judenhaß1 in Algier und sein« Hintergründe Der „Matiü" vom 71. Februar bringt in großer Auf. machung einen umfangreichen und bem«rken*w«rt«n Aufsatz von Leon Gervillt-R*ache über die Hintergründe der judenfeindlkhen Ausschreitungen in Algier, Volle Sechs Monate nach dem furchtbaren Gemetzel in Constantine sei diese Stadt noch wie betäubt von den Ereignissen, — obwohl der Judenhaßinzwischen eine andere, aber kaum weniger aoillmme Form angenommen habe; die des Boykotts. In Algict lösten die hilfeflehenden jüdischen Delegationen einander ab, um ein Ende diese» neuen, unblutigen Pogroms tu erreichen, und die Behörden hätten auch wenigstens die arabischen Bftykottpoiten von den jüdischen Läden verjagt. Aber die Angst tief Juden sei furchtbar, und tatsächlich k6n n. ten sich die Ereignisse des August wieder« holen. Der Berichterstatter gibt dann von den Ereignissen des August zwei Versionen, eine jüdische und eine arabische, deren Unterschied darin besteht, daß von arabischer Seite einige jüdische „Provokationen" behauptet werden, die, aelbst wenn iic passiert wären, In gar keinem Verhältnis zur Schwere der folgenden Ereignisse ständen, Darin» daß die arabische Menge In einem wahren Blutrausch alles plünderte und in Brand steckte, und Frauen, Greise und Kinder mordete, — darin stimmen beide Versionen überein, — Angesichte dieser furchtbaren Geschehnisse komme es nicht aut den geringfügigen Anlaß, Sondern auf die tieferen Hintergründe an. Jahrhundertealter Judenhaß, der nicht nur in der Masse, sondern selbst bei den Gebildeten unausrottbar fettsitze, sei durch bestimmte Umstände angefacht worden, Denn der Araber müsse heute mit Ingrimm an die schöne Zeit denken, In der es Ihm möglich war, allzu drückende Verschuldung von Zeit zu Zeit durch ein Juden« massaker zu begleichen — und in der es an »einer machtmäßigen Ueberlegenheit überhaupt keinen Zweifel gab. Dagegen sei heute der Jude reichlich dem Araber überlegen! Denn nachdem 1863 Juden und Araber durch französischen Senatsbeschluß gleichgestellt worden waren, erhielten die Juden einige Jahre später durch das Gesetz von Crtaictix sogar das französische Bürgerrecht, und damit erheblichen politischen Einfluß. Heute bekleideten viele Juden Beamten« posten, und bei der Polizei bildeten sie etwa ein Drittel; dies habe bei den Augusterclgniisen eine traurige Rolle gespielt, da die jüdischer) Polizisten sich selbst eingesperrt und damit zum versagen der Polizeikräfte überhaupt bei« getragen hätten. Auch die zahlreichen Juden, die als ZuSvcn dienten, hätten die Stellung dieser Truppe gegenüber den aufständischen Mohammedanern heikel gemacht. Aber Vielleicht hätte man trotzdem mit dem Antisemitismus der Araber fertig werden können, wenn nicht Europäer ihn unterstützt hätten! Man müsse leider sagen, daß die Schrecklichen Ereignisse vom 5. August wenn nicht unter wohlwollender Duldung, so zumindest Unter der Neutralität vieler Franzosen geschehen tcienl Die Araber hätten längst herausgefühlt, daß ihre Beschwerden Von diesen teilweise mit großem Wohlwollen angehört worden seien. Die antisemitische Stimmung der ansässigen Franzosen erkläre sich daraus, daß die Juden sie vielfach, z. B. dank ihrer großen Zahl und ihres stärkeren Zusammenhalts, wirtschaftlich überflügelt, und ihren Erfolg oft auch trotzig zur Schau getragen hätten. Im übrigen mache man den Juden die auch anderwärts bekannten vorwürfe. Vor allem, daß sie Wucher trieben« Daran sei auch etwas Wahres — aber wef in Algier wuchere eigentlich nicht? Sogar der Caid selbst tue es! Auf alle Fälle aber müsse man feststellen, daß, wenn in Algier überhaupt etwas Dauerhaftes außerhalb der französischen Verwaltung geleistet worden sei, zugunsten des Eingeborenen oder des Juden, die einst beide im Schmutz verkamen:, man dies jüdischer Initiative schuldig sei! So gebe es nichts Edleres, Menschlicheres, Dankenswerteres als das große, helle und gesunde Stadtviertel, das Charles Lrjvy, der Flnanzkommlssar von S6tif, den arabischen Armen zu mäßigen Mietspreisen geschaffen habe. Für all die Arbeit und Intelligenz, die das jüdische Volk dem Gemeinwohl widme, habe es jedenfalls das Recht auf ein Leben in Ruhe und Sicherheit A. P. # Paris, t. Märt. (JTA.) Die fratKÖslsche offtelelle Agentur „Havas" gibt bekannt, daß es entgegen den Im Ausland verbreiteten Gerüchten In den letzten Tagen In Algier tu ant ij udischen Ausschreitungen nicht gekommen Itt. Im Lande herrsche absolute Ruh« und Ordnung. .................................. Di« Juden in Oesterreich Der österreichische Bundeskanzler Dr, Schuschnlgg gab während Seines Aufenthaltes in London dem dortigen Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur eine umfassende Erklärung über die Stellung und Rechtslage der österreichischen Juden ab. Die Erklärung geht davon aus, daß et eine „Judenfrage" im eigentlichen Sinne in Oesterreich nicht glbe, Weil die Bundesverfassung die vollständige Gleichheit aller Staatsbürger ohne Unterschied von Bekenntnis oder Nationalität festsetzt. Wenn durch staatliche Maßnahmen auch Juden betroffen worden Seien, 10 nicht wegen Ihrer Zugehörigkeit zum Judentum, sondern aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen. Der Bunde«« kanzicr Verbreitete tich dann über die Zusammendrängunß der Juden in verschiedenen Bemf»zwcigen, die auch im Interesse der Juden telbst behoben werden müsse. Die Regierung sei bei allen Maßnahmen nicht von antisemitischem Geist beseelt. Die Regierung habe die Ausweitung der Ostiudert abgelehnt, Diese sogen. Ost- Juden Wien häufig persönlich eng verbunden mit den alteingencsnenen österreichischen Juden, und viele von ihnen habe« ihre alte Staatsbürgerschaft aufgegeben, so daß eine Auswanderung völkerrechtliche Komplikationen herbeiführen Würde. ,, , Dur Bundeskanzler versicherte weiter, daß die öffentlichen A « m t e r auch heute noch für Juden offen stehen. ES gihi Sogar noch jüdische Ministerialräte. Die antisemitische Agitation könne von der Regierung nur dann Unterblinden werden, wenn sie über die zulässigen Grenzen hinausgehe, Eine vollständige Unterblndung dieser Agitation würde man als Parteilichkeit auslegen. efeinen, undTJäjcfe(lujJjfa&^^ BITT^lUOMUXWcl | TISCHTUCH^^. | Mtw„,NOtUCH | ^^H.MJCMTHWO | L , „ , , h „ , , , ,..,„.,. „„j G . L.. U W b . M I süjss Lup 1 EU-äs56oIä^-'assIi:!r^-5-1 w v r iifft wwwi 11 g^irr^^ 1 MUHotucH1^ M t£t*. «*«o \ ^^z^\Jk Je* ¥• IjrUL J1C JLIjV —-»^t^Ä»^ii>^^*--*»^B»l*»*»BP^ Ulfiltj«» Sit* SO.22 KurlOrtUiiJamm 227

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