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Jüdische Rundschau · 1935-03-01 · Heft 18 (1.3.1935) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 18 (1.3.1935)
Date
1935-03-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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JOWSCHE RUNDSCHAU Palästinensische Umschau NR. 18, 1.MAERZ1935 KlndE?n??oSfl,!l^fw,w Weizmann und Warburg in Palästina Wie die Tel-Awiwer Stadtverwaltung bekannt gibt, wurde mit der Kupafh Ctioliin ein Abkommen getroffen, demzufolge die Kasse gemeinsam mit der Stadtverwaltung die Leitung der städtischen Abteilung für Kinderschutz übernimmt Die im Norden der Stadt errichtete neue Klinik der Kupath Cholim wird der Aufsicht des städtischen Komitees für Kinderschutz unterstellt und als Mutterschutz- Station allen Müttern Und werdenden Müttern des Stadtclb zugänglich sein. Wir hoffen, daß dies nur der erste Schritt ist, und daß sich ein weiterer systematischer Ausbau des sozialen Fürsorgewesens anschließen wird. Der Kinderschutz und die Kinderfürsorge in der Aber Nacht entstandenen Großstadt Tel-Awiw sind eine der dringendsten Aufgaben, die nicht Zurückgestellt werden darf. Es ist dem äußeren Beschauer unbegreiflich, daß eine Stadt, die durch eine Lebhaftigkeit, durch ihre Feste und Veranstaltungen aller Art bekannt ist, nicht auch die Mittel aufbringen soll, um für das teuerste und wertvollste Out des Volkes in einer Weise zu sorgen, die den Erfordernissen der Menschlichkeit und Zivilisation Rechnung trägt. Die Berichte, die die „Jüdische Rundschau" kürzlich über die „verwahrlosten Kinder" und über die Schließung des Kinderheims im kaukasischen Viertel — wegen eines relativ ganz geringfügigen Budgets — veröffentlicht hat, sind eine Anklage, die nicht vergessen werden darf. Die Probleme der sozialen Fürsorge und des Gesundheitswesens sind gerade jetzt vielen deutschen Zionisten durch die Darlegungen von Dr. K a n o w i t z näher bekannt geworden. Es wäre zu wünschen, daß die deutschen Zionisten auch ihr spezielles Interesse für diese Dinge bekunden und dieses auch i n anderen Kreisen zu verstärke« streben. Dr. Ch. Weizmann und Felix Warburg (aus New York) mit Frau sind am 25. Februar an Bord des „Conte di Savoia" in Palästina eingetroffen und wurden von den MitfHedem der Exekutive der Jewish Agency Shertok und Dr. Icscter und einer großen Menschenmenge begrüßt. Felix Warburg, der Vorsitzende des American Joint Distribution Committee und des Admin. Com. der Jewish Agency, sagte nach seiner Landung z« Pressevertretern u. a.: „Vom ersten Augenblick fühle ich mich mitten in der herzlichen Atmosphäre Palästinas und habe die Empfindung, mich bereits eingelebt zu haben." Die hebräischen Zeitungen heißen Warburg willkommen und sprechen die Hoffnung aus, daß sein Besuch zur Regelung der Beziehungen in der erweiterten Jewish Agency beifragen wird. War bürg Ist nach Jerusalem weitergercist Er wird sich vier Tage in Palästina aufhalten und mit dem Dampfer „Conte di Savoia" nach Amerika zurückreisen. Seine Frau wird in Palästina einen Monat verbringen. Warburg beabsichtigt, während seines kurzen Aufenthaltes eine Reihe wirtschaftlicher Fragen zu besprechen, u. a. mit dem Direktor der Anglo Palestine Bank H o o f i e n und mit dem Leiter des Elektrizitätswerkes Ruthenberg. w e i z m a ii n verblieb zunächst bei seiner Mutter in Haifa und beabsichtigt, zwei Monate lang an dem Sieff-Institut in Rechowoth wissenschaftlich zu arbeiten. Felix Warburg besuchte Dienstag in Begleitung Ton Dr. Magncs die Hebräische Universität, nahm an einer Direktoriumsitzung der Palestine Potash Company teil, und wurde vom High Commissioner empfangen. Eine eingehende Unterredung hatte er mit M. Shertok, dem Leiter des politischen Departments der Agency. Weiter sind Besuche in Tel-Awiw und den landwirtschaftlichen Siedlungen, insbesondere in denjenigen, wo deutsche Juden angesiedelt sind, vorgesehen. Am Abend ist Diner beim High Commissioner, später wird er an einer Sitzung der Gesamtexekutive der Agency teilnehmen. Am Donnerstag sollte Warburg einem Frühstück mit leitenden Regierungsbeamten beiwohnen, und am Freitag Palästina verlassen. A.-C.-Sitzung in Jerusalem Die Taube-Konzerte in Tel-Awiw London. Die für den 27. M ComlfCs nach Jerusalem Zionistische Exekutive gibt bekannt, daB rz eine Sitzung des Zionistischen Aktionseinberufen wurde. Von der Woche Tel-Awiw hat genug Bauplätze! Im Gefolge seines Kampfes gegen die Bodenspekulation in Palästina im allgemeinen und in Tel-Awiw im besonderen teilt der „Dawar" folgende interessante Und lehrreiche Ziffern mit: Auf dem Jenseitigen Ufer des Jarkon zahlt man heute für einen Dunam Boden £ 25—30. In der gleichen Zeit befinden sich in Tel-Awiw selbst in jüdischer Hand mindestens 1500 noch nicht bebaute Bauplätze. Ferner befinden sich in jüdischem Besitz 12 000 Dunam Boden an der Straße nach Jaffa. Diese Fläche ist in 15 000 Bauplätze geteilt worden. Rechnen wir selbst für jeden Bauplatz nur zwei Wohnungen, so sind das 30000 Wohnungen. Rechnen wir mit sechs Personen pro Wohnung, so ergibt sich, daß in Tel-Awiw Und an der Straße nach Jaffa sich in jüdischem Besitz noch Bauplätze befinden, die für Wohnungen für ISO 000 neue Menschen ausTeichen. Nehmen wir an, daß man im Laufe der Zeit auch dort Etagenhäuser zu bauen beginnen wird, so verdoppelt sich die Zahl auf 360 000. Ferner befinden sich in jüdischer Hand in der Umgegend von Rischon Ic-Zion und von Nachtat Jehuda, nicht weit von Tel-Awiw, 20 000 Dunam. In Tel-Awiw selbst sind heute kn Norden der Stadt leere Bauplätze vorhanden, auf denen man Wohnungen für 70 000 Menschen bauen kann. „Wer hat es eigentlich erfunden", so schreibt der „Dawar", „daß es an Bauplätzen fehlt, und daß man so viel;ahlen muß, wie jemand verlangt? Es gibt im Lande genug Bauplätze. Die Preise dürfen jetzt nicht mehr steigen, sondern müssen fallen." (Palcör.) Streik bei der Irak Petrol Co. Haifa, 27. Februar. Der Streik bei der Irak Petroleum Company in Haifa greift um sich. 400 Arbeiter, darunter 20 Inden, beteiligen sich daran. Ursache des Streiks war die Reduzierung der Löhne um die Hälfte anläßlich des Uebcrgangs der Gesellschaft vom Gründungsbudget auf Betriehskostenhöhc. Der Streik wird geleitet gemeinsam von der Histadruth und der Foederation Arabisch-Nationaler Arbeiter, welche politisch der Histadruth gegnerisch gegenüberstellt, Verhandlungen mit der Gesellschaft sind im Gange, Die Besiedlung der Berge „N i w hakwuz a", das Organ der Kwuzoth, veröffettt* licht einen Artikel von Judä Lewiatow, einem der Mitbegründer der Kwuza Kirjath-anawim im Westen von Jerusalem, in welchem er darlegt, daß jetzt, nach der Besiedlung des Emek und der Scharon-Ebene die Zeit gekommen sei, in den Berggegenden Palästinas Kolonien zu gründen. Die pessimistischen Erwartungen, mit denen die Kritiker die Begründung von Kolonien in 3er Berggegend um Jerusalem begleitet haben, haben sich nicht erfüllt. Kirjathanawim und Ataroth, die vor 12 Jahren in der Nähe von Jerusalem begründet worden sind, sind gelungene kolonisatorische Unternehmungen und haben zugleich den Weg geebnet fnr neue Siedllingsversuche in den Bergen. Vor kurzem ist als dritte Kolonie in den Bergen Kfar hachOresch bei Nazarclh dazugekommen. Die Besiedlung der Berge erfordert natürlich ganz andere Methoden als die Siedlung in der Ebene. "1c Wirtschaft in den Bergen kann weder Weizen hervorbringen noch Futter für das Vidi, noch Orangen, dafür aber sind sehr gute Fortschritte in der Baumzucht erzielt wort!fn. Die Erfolge, welche Kirjath-anawim mit Aepfeln Und Wlaumen erzielt hat, Sind sehr wichtig und durchaus erfreulich. Eine große Anzahl von Arten haben sich akklimatisiert und ihren Weg zum Markt gefunden. Auch der Pfirsichbaum yat eine große Zukunft, falls es Belingen wird, ein Mittel zu finden, um ihn gegen seine SchfidTinge zu schütz«. Sollte das Ralingen, sO wird der Ertrag der Pfirsiche den der Orangen übertreffen. Auch die Birne und die Kirsche haben eine Zukunft, falls man die jetzt im Gange befindlichen Versuche in M/urauf ihre Akkllmafisitrung erfolgreich beenden wird. Uber die eingeborenen Bäume, den Weinstock und den Oel* »auin, braucht nicht gesprochen zu werden. Eine große Bedeutung bei der Kolonisation der Berge Wird die Milchwirtschaft haben. Für die holländische Kuh ist das Klima in den bergen vorzüglich geeignet. Man hatte im Anfang Besorgn,c> daß die Viehwirtschaft In den Bergen sich nicht wird Gilten können, weil die Wirtschaften nicht seihst das Futter beistellen kontiert. Aber der Versuch von Kirjath-anawim und A,ar,,,|i hui gezeigt, daß diese Besorgnis unberechtigt war, Unt< jetzt baut man Ställe in Ramath Kachel bei Talrrioth und m oberen Moza Im Westen Jerusalems. Märkte für die Milch- Produkte sind reichlich vorhanden. Die Produktlvgenoasenschaft der Arbeiterschaft Tenuva hat im Lauf der letzten drei Jahre Ihre Produktion verdreifacht und brächte Im letzten pre 10 000 000 Liter Milch auf den Markt, und noch immer herrscht Mmgel an Milchprodukten. Für die Hühnerzucht ist Jas K'lma der Ber<fe hesser als ch» der Niederung Ml, Und auch tnr dit Hirn tf "cht be«teffert gute Aussichten, 60 <V« des Hodens ]Pn Palästina ist G.b:rgsboden, und die Kolonisation in den bergen hat daher noch iirt« große Zukunft In Palästina ist Prinz Arthur of Connaught mit seiner Oemahlin, einer Nicht* König Georg V., zu kurzem Aufenthalt eingetroffen. Der Prinz und seine Gemahlin sind Gäste des High Cömmissioners. Im Hafen von Haifa fand die Einweihung des Dampfers „Tel Awiw" der Palestine Shipping Co., der den Dienst Haifa—Trlest versehen wird, statt. Das Schiff trug bei der Einweihung die jüdische Flagge mit dem Wappen der Stadt Tel-Awiw. Die Weiherede hielt der Besitzer der Hamburger Reederei Arnold Bernstein, eine Begrüßungsansprache im Namen der Palästina-Regierung hielt der Distriktskommissar für den Norddistrikt, Major K e i t h Roach. „Alwehdeh Alarabia", die neue arabische Zeltung der Mufti-Partei, ist Von der Regierung wegen Veröffentlichung eines Artikels, in dem behauptet wird, die Juden bewaffnen sich und gefährden die Araber, für drei Monate suspendiert worden. Die Wochenschrift „Alshaab" ist wegen Veröffentlichung aufreizender Artikel für zwei Monate suspendiert. Im Gefängnis von Jerusalem haben 10 Juden und 4 Drusen, die wegen illegaler Einwanderung verhaftet sind, einen 24stündigen Hungerstreik zum Protest dagegen durchgeführt, daß sie nach Verbüßung der über sie verhängten Strafen nicht freigelassen wurden. Von den im Akkoer Gefängnis internierten Illegalen Einwanderern sind bisher insgesamt 30 befreit worden. Im Beth Haam in Tel-Awiw fand eine von mehreren tausend Personen besuchte Kundgebung für Schabbatschutz statt. Sämtliche Redner wiesen darauf hin, daß in Tel-Awiw zur Zeit die Schabbatruhe in starkem Ausmaß mißachtet würde. Es sprachen Rabbi Meir Berlin, der Vizebürgermeister von Tel-Awiw, Rokeach, Oberrabbiner Kuk und der Tel-Awiwer Obcrrabblner U z i e 1. Mit Rücksicht auf den durch die schnelle Entwicklung des Haifaer Hafens bedeutend angestiegenen Personenverkehr wird auf Anordnung des High Commissioner die Bahnlinie in Haifa bis zum Hafen verlängert werden. An dem neuen Endpunkt der Linie werden eine Eisenbahnstation und ein Postamt errichtet. Dr. Max Bodenhelrner (früher Köln), einer der ältesten Zionisten, ist in Palästina eingetroffen. Als Antwort aut ihre Begrüßung zum Erscheinen der ersten arabischen Arbeiterzeitung „Al-Massa" (Kairo) erhielt die palästinensische Tageszeitung der Arbeiter, „Dawar", von der Redaktion des „Al-Massa" einen Dankbrief, in dem die Bereifschaft zur Mitarbeit zum Ausdruck kommt. Die Zeitung „Al-Massa" wird durch die Allgemeine Arbeiter-Organisation Aegyptens herausgegeben, an deren Spitze Abbas Challm, ein Mitglied der regierenden Königsfamilie Aegyptens, steht, dem seine prinzlichen Rechte aberkannt wurden. (Palcor.) Die „Palestine Hotels Ltd.", die Gesellschaft, die In Jerusalem das King David Hotel betreibt, hat einen Bauplatz im Hadar-Hakarmel-Viertel von Haifa erworben, um dort ein Hotel zu errichten. Die Zentralstelle für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina hat ein Merkblatt Nr. 6 in deutscher Sprache herausgegeben, das Pläne verschiedener Häuser in Iand* wirtschaftlichen Siedlungen enthält, mit genauen Daten und Preisangaben. Dieses Merkblatt wird für Menschen, die Sich In Palästina ansiedeln wollen, von großem informativem Wert sein. Palästina - f ransporte in Lifts u. Sammofladungtn / Spezial-Paketvarkohr ab Frankfurt (Main) Messen - Messen«Natsaii Unterfranken - Rhelngau Albert Herz Internationale Spedition Frankfurt a. M.« dutieutstr. 31 Jugendhaus Im Ernek. Wie uns aus Kfar fecheskel (Emek lesreel) geschrieben wird, ist dort ein neuer Typus Jugendhaus errichtet worden, dessen Leiterin Frau Erna Cohn- Machschef es ist, die vielen aus ihrer Tätigkeit als Lehrerin an der jüdischen Schule in Berlin (Klopstockstraße) noch bekannt ist. Das Jugendhaus wird Kinder aus Deutschland Im Alter von 8—14 Jahren aufnehmen, die dort aufler dem üblichen Schulunterricht auch Unterricht in Gemüsebau, Obstfetui Hühnerzucht usw. erhalten werden. Im Laufe von etwa sechs Monaten «ollen die Kinder in der Siedlung heimisch geworden sein und auch die sehr gute Siedlungsschule besuchen. Pension einschließlich Schulgeld betrlgt, wie uns Mitgeteilt wird, 4 Pfund monatlich. Eine solche Gründung wird sicherlich vori vielen jüdischen Eltern, die ihre Kinder rechtzeitig unter zuverlässiger Leitung ins Landleben Pa- UitinM «lnft-llidtrn wollen, begrüßt werden. Der künstlerische Erfolg der Michael Taube-Konzerte zeigt sich am stärksten in der Entwicklung des Orchesters. In unermüdlicher Prohenarbeit, bei der es oft genug galt, mehr Lehrer als Dirigent zu sein, ist es Taube gelungen, aus dem Orchester, in dem viele vorzügliche Musiker sitzen, einen disziplinierten und großen Aufgaben Pcwachsencn Klangkörper zu machen, der mit sichtbarer reude seiner Führung folgt. Mit Dankbarkeit muH man hier erwähnen, mit welcher Anspannung — oft sogar Ucber- Spannting — ihrer Kräfte die Mitglieder des Orchesters an dem Gelingen der großen Aulgabe' mitarbeiten. Die Sorgenkinder jedes jungen Orchesters: „die Bläser", haben sich Unter Taubes Führung sehr verbessert. Einige gute Holzbläser sind hinzugekommen, und im Blech bedeuten mehrere gute Kräfte der Polizei und der Armee eine willkommene Verstärkung. Ueber die ersten Abende in Tel-Awiw und Jerusalem ist an dieser Stelle bereits ausführlich berichtet worden. An größeren Werken enthielten die Programme der mittleren Konzerte: „Alts einer neuen Welt" von Dvorak, Pathetique von Tschaikowsky und die dritte Symphonie von Brahms. letztere bildete den eindrucksvollen Abschluß der ersten Hälfte des Zyklus. Ihre Wiedergabe war die beste Leistung des Orchesters, das die grollen rhythmischen und dynamischen Schwierigkeiten des Werkes mühelos überwand. Im zweiten Konzert spielten Parness, der ausgezeichnete Konzertmeister des Orchesters, Boroehov, Frau Glücksohn-Hcrz und Schocken das Vivaldi-Konzcrt für vier Violinen und Herr Parness den Solo-Part in der Pauken-Serenade von Mozart. An den weiteren Abenden spielte Andreas Weißgerber das Mendelssohn- Konzert. Frau Elsa Jülich sang Arien von Händel (mit einer von E. W. Sternberg außerordentlich glücklich bearbeiteten Begleitung für Streichorchester), Mozart und Verdi. Im letzten Konzert hatte Harry Blumberg mit einem Bratschen-Konzert von Händel in der Bearbeitung von Casadesus einen wohlverdienten Erfolg. Dr. Erich H u r w i t z, Tel-Awiw Arabische Wirtschaftsrevue In Jerusalem erscheint seit dem 1. Januar unter dem Titel „The Arab Economic Journal" eine arabische Monatsschrift, welche den wirtschaftlichen Interessen der arabischen Länder dienen will. Die äußere Aufmachung der Zeitung, die in schöner Ausstattung und gutem Druck und auf sehr gutem Papier erseheint, "gibt Zeugnis davon, wie sehr auch die arabischen Kreise Palästinas von dem ökonomischen Aufschwünge des Landes profitiert haben. Der Leitartikel der Zeitschritt unter dem Titel „Die arabische Wirtschaft" offenbart die Bestrebungen, von denen die intellektuelle Jugend der Araber durchdrungen ist. Der Leitartikel spricht zunächst davon, daß die arabischen Länder eine Beute des europäischen Imperialismus waren, welcher sie in Einflußsphären der europäischen Mächte teilte und sich ihrer Naturschätze bemächtigte. Das wird aber jetzt anders. Das arabische Volk sei aus seinem Schlafe aufgewacht und beginnt als selbständiger Faktor an dem ökonomischen Wettkampf« teilzunehmen. In Aegypten zeugt davon die große Misr-Bank, welche die Kernzelle einer großen Reihe von ökonomischen Unternehmungen wurde, welche alle Zweige der wirtschaftlichen Tätigkeit umfaßt: Flußschiffahrt, Meerscliiffahrt, Flugschiffe, Touristik, Kino, Druckerei, Fischfang, Webereien, Spinnereien, Perlmutu rindustrie usw. Auch Syrien erstarkt ökonomisch und gründet Seiden- und Wollwebereien, Lederindustrie, Konfektiudustrie und Konservenfabriken. Der Irak werde infolge seiner kolossalen Naturschätze bald Aegypten und Syrien überflügeln. In Palästina und dem Ostjordanlande erwähnt der Artikel die arabische Bank, ferner die arabische Agrarbank mit ihren vielen Zweigstellen, sagt jedoch kein Wort über die von jüdischer Seite gegründeten Kolonisations- und Industrieunternehmungen. Der Artikel verbreitet sich dann über die Lage der intellektuellen arabischen Jugend. Jahr für Jahr vergrößert sich die Zahl der arabischen jungen Leute, welche an hervorragenden Bildungsstätten des Ostens oder des Westens ihre Bildung empfangen haben und in ihre arabische Heimat zurückkehren. Es gäbe Jetzt In allen Ländern arabische Ingenicure, Chemiker, Architekten Agronotne, Nationalökonomen usw., aber die arabische Wirtschaft bediene sich ihrer noch nicht in gebührendem Maße. Der arabische Kapitalist wisse noch nicht genügend von dem Vorhandensein dieser fachlich durchgebildeten und eifrigen jungen Menschen. Es werde die Aufgabe der Zeitschrift sein, der neuen arabischen Jugend in der arabischen Wirtschaft den Weg zu bereiten. Ferner werde es der Zeitschrift obliegen, für die Verbesserung der Absatzbedingungen der arabischen Produkte und für die Erschließung neuer Märkte einzutreten. Es sei unausbleiblich, daß die von dem europäischen Imperialismus aufgerichteten künstlichen Grenzen zwischen den ein» zelnen Ländern Arabiens durch die einheitliche Wirtschaft niedergelegt werden Und daß die gesamten arabischen Länder eine Einheit bilden, innerhalb deren jedes Land seine spezielle ökonomische Aufgabe erfülle. Die ökonomische Durchorgalllsierung werde so Hand In Hand gehen mit einer politischen Einigung der arabischen Länder. Di« Histadruth Nasehim Zionioth (Palfistina-Föderation der Wizö) veranstaltet Im Wizo-Klub, Tel-Awiw, Allertby- Straße 03, in deutscher Sprache folgende Vorträge: 14. Mlrz, Fräulein Hertha Schleifer: „Die |urig-Wlzo-Bewegung". Jeden Montag von 5-6 Uhr im * Wizo-Klub: Hauswirtschaftliche Beratungsstunde durch Frau Dr. Erna Meyer. Jeden Dienstag: Führung durch die Wlzo-Institutionen vom Klub aus um 10 Uhn mm) rs" •z ge* '•irtreicher ordert ängig; /olks-> - vern die* inung •eiche utscb heut« t. 9.1 ihrer Jude ischa t ist lichts* •klärti ol.kjj iders» iraliefüh! dertt stieg} äiter, enen iesest sehe ltumj Jurder* |üdial'a sehe enw hör» :henr mjf* iber eind AU/-.;. unuD* des Ge» dejp ■ JClr» aus i tj* der ien ien en- -titi ein ien ohi '-et ter ep> ' ^er nd "tf aß :n» itt,?ie: s- :n it- :o >i- :r •e > « 1n u r r

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