Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 18 (1.3.1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 8 JÜDISCHE RUNOSCH Alf Nr. 18, 1. m. 1935 Briefe suQ. die ^jR^edsiliLtioii S?^fw^'A??N^?^po^ Sf^TfJi Sven Hedin über einen jüdischen Arzt Günzenhausen, 25. Febr. 1935 Verrhrlirhp Redaktion! Es Hürftc d:e Leser der .Jiid. Rurn^rhau" interr.-.-.irren, wie Sven Hedin. der große Forscher, utxr einen Juden urteilte. Gel* oemriieh Neines Aufenthaltes in Ralakhani am Ka-pi- .srhen Meer ^Hte hT er (,,\ on Pol zu Pol", S. 52): „Dai Klima in Baku und Palakh.ini ist nirht das beste, der Sommer glutheiß und der Winter bitter kalt. Die Nordwinde fahren vom Meere aus über die Kü-te hin, und rheumatisehe Erkrankungen .sind srlir hauliß. Auch ich bekam einen pchi>r:ucn i",elcnk:henni;iti .mtis der mich einen M.«nat hi'i'tuteh an« Hhi fc-clte. Mi war so krank, daß meiie Mtitiei mir .«■• hon n:ie!ite.s« u w> ii:' e. \|< ne Knie hi Involka: an und M-!immten cm .rtziirh. Tag u-.rl Nach' wa.-htf rn, Aw .«>!«-i:r:i B« 1t und tat. a!!o, um na ne Nehmetren zu lindern. Dieser Arzt war ein polnischerJuHe. Durch meine nächtlichen F,ch'rträume hindurch sah ich ihn im Zimmer umhergehen, still und schweigend. arm-Hij» gekleidet, ein Bild der Treue und Ergebenheit, l'nd aler seine Aufgabe beendet hatte, weigerte er sich, eine KriNchärfigung für seine Mühe anzunehmen! Ich solle das (IcM lielrer den Armen gcN-n. meinte er. Noch heute steht der Alte Heut lieh vor mir mit seinem gefurchten Antlitz, sedier gioßen, krummen Nase und den lang hcrabbaumelnden Schraiibemieherlocken an den Obren; ich .sehe noch seinen langen Rock, der einst schwarz {*es\e>en. nun aber an den Nahten grün geworden und voller Moli, nliirhcr war. Jetzt ist er, cd iiibe ich. na, ne in alter Jude, über er gebort zu denen, die ich nie vi rgc-eii werde!" S.-halom! M. Levite Was war das Goldene Kalb? Berlin, 24. Februar IH 3IWISH A6INCY FOfc t> ALfftTINf W15; Melnekestr. 10. Telephon: J1, Bismarck 7165/70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 16708. Semiten und Landwirtschaft \\'iir?be':;, 22. Febr. 1935 'K>ii der ,.|udi- An ,>:■<• Kc . Ui. n K .iei . 'h of"! t>gr nubei de; h u>. v. rbr t>-'« n \,.r t.!'• a mit: < i.ri. Vo!'-,, Tl Kit 'U' I;V seien aldie an Ihrer 1 .'..er v; peedc I I n»f , in di rn s nw r.i/iern geaiu-ei, hat es ein v> <r; einen gio»': ~ n Mago verwßtes Werk i.ler Landwirt-ehaf' g(Kr!«.n. de 28 Hiicher ttmfaü'c ntnl coseli Viehzucht, Bienenzucht und lieurnli dir sc.!< ie-r WCa h.!.,,,„■( : heu. v,.n l'hö in K i i I h a g < /ruht an ■ liliria h behandelte. Da <s Werk war im g.m/en Altiriiaii iuhnnci. wurde v.anfiriei!eii und Ki»rn-rn bewandert. (Mag" wiid Vaoi der I.andwnUchafi genannt) und au.-, dem I' 111 e 1 k iv e! e. Ii in-, (iricihs he ,sOv te .od Senar-.Ih" ehiuij ins Latent'-< he uiier.-ct/l. Such Jahrhutiderie n.e h der Zerstörung Karthago, hat man das Werk in die.en i adier-etzungen benutzt, he. evon der spateren F ii111(0 aeiierri, 11c zu einem guten "Feil von ihm abhängig c-a, vidisngt wurde. cand. phi!. II. Neuirilik Sehr geehrte Redaktion! Es gibt keinerlei Anhaltspunkt m der Thora dafür, daß das Volk das (iold zum Gott gewählt h.ete. daß die Tat des (iolilere-n Kalbes die Vergdtzung des (ioldes war, wie im Leitartikel der ..Jiid. Rundschau" Nr. 16 behauptet wird. Wie war es in Wirklichkeit? .Nicht, wie die „J. R." schrieb, begannen die Mensehen sich wieder .sieher zu fühlen, im (regenteil: sie waren unsicher, — Moscheh war bereits vierzig Tage abwesend und .sie wußten nicht, was mit ihm geschehen war. I'Jas Volk fühlte sich führerlos den (ioiahren der Wustrund der feindlichen Völker ausgesetzt. Darum zwangen sie Aaron, ihnen ah Ki alz für den Kührer Masch« h, der sie aus Mizrajiin heranigeaihrt halte, andere Holter zu mai te ri, die vor ihnen hergehen -ollen. D es»' Holter hätten ans jedem anderen Mavrial sein können, Aaron alx'r, <ler wulite, dat Mo.i h"h wiederkeh 'en würde, verlangte von ihnen den goldenen Sehmuck ihrer Frauen und Kinder, in der Hoffnung, daß .-ir sich nicht .so Icr hl und schnell davon trennen würden. Aber das „ganze Volk" hraehte seine goldenen Ohrringe zu Aaron, der ein goldenes Kalb daraus machte Und sie sagten: ..Dies sind deine Grolicr, Istacl, die dich an, dem Lande Mizrajim hcraufgeführt halien!" Was hieraus hervorgeht, ist, daß das eben nach vielhundertjähriger Knechtschaft aus einem Land des Götzendienstes herausgezogene Volk noch nicht reif war für die ungeheure Idee des unsichtbaren, unkörperlichen, absoluten Gottes. Ferner geht, daraus eindeutig hervor, daß das Volk nicht am Golde hing, daß das ganze Volk sein Gold für einen vermeintlich idealen Zweck geopfert hat, nämlich Götter daraus zu machen, die .sie an Stelle des verschwundenen Führers weiterführen sallten. Ks kann also gar keine Rede davon sein, daß das Volk sein Gold als Gott, als Götzen gewählt oder nur empfunden hat. F.s wäre ja auch, selbst bei damaliger Geisteshaltung, Wahnsinn gewesen, denn Gold war m der Wüste so gut wie wertlos, was sie brauchten, war ein Führer, der ihnen Wasser und Nahrung gab, und sie aus der Wüste hinauins Gelohte Land führte. Das Goldene Kalb als Symbol gerade für den Eigennutz zu bezeichnen, ist also Verfälschung einer geschir htlichen Tatsache in ihr genaues Gegenteil! Kirnsolche Verlälschung ist nicht weniger unzulässig, wenn es sich darum handelt, mit ihr Leute vorhandene (.."harakter-chäden drastisch zu symbolisieren, weil -ie dann auch die Erkenntnis de. Volks, harakter.s falschen würde. Die Feststellung, ob es sich bei solchen Mängeln um Ureigenschaften oder erst im Galuth erworbene Fehler handelt, ist wichtig. Denn die letzteren dürfen wir hoffen, mit der Verpflanzung in eicenen Boden und eigenes Volkstum früher oder später ausmerzen zu können; l'reigenschaften der Rasse würden wir kaum verändern können. A. Rosenblüth Die Sprechstunden der Beratungs-Abteilimgen des Pa. lästina-Amtes sind täglich außer Sonnahend und .Sonntag von 9'/a bis 12 Uhr. Auch die auswärtigen Besucher werden gebeten, sich an diese Zeiten zu halten. Schriftlichen Anfragen an das Palästina-Amt ist ein Urt. kostenbeitrag in Höhe von 1 KM. in Briefmarken beizulegen, Anfragen bitten wir an die betreffenden Abteilungen und nicht an die Sachbearbeiter zu adressieren, da hierdurch Verzögerungen eintreten. Mitteilung. Vor einigen Wochen warnte das Pa. lästina-Amt vor einem Schwindler, der unter dem Namen Gerhard Moses Reisegelder für Chalu/im zu sammeln vorgab. Es hat sich einwandfrei herausgestellt, daß der Betreffende sich eines falschen Namens bedient hat. Der Chaluz Gerhard Moses, Berlin, Wilmersdorfer Str. 122, hat mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun. Die Jcschiwah in Haifa Oslo, 22. Kehr. 193S Sehr geehrre Redaktion! Soeben von einer Paläoina- Reise zurückgekehrt, lese ic h eleu an-c bauliche n l«i nh' des Herrn Dr. Albert Ii.» r über „Haifa". Die Schilde rung ist in einem Funkt /u er:;.oi/.''n. nämlich betreffs der ,. [e-c hiwah". Ich habe die Anstalt „Tif e r e t h .1 i s r a e 1" aut K inl.idung in piziert. Die l'nieriilit«. sprac he i o h < b r .i i e h, w as bei derat o.qen Iu aitu'Muen k. neswegs seile tvei-ländlich ist. Mir, dem 1k m her euv r Fr:o k- 'u.'er J, ,,•(,:wah. fiel die i,;,d.v gogisclie Reh.Helenes der Zöglinge arg. nehm .rn. 1 c i Ko > ij Jcsehiwnti, R.doin D. M. R..b- ITl.inn, ist e:oe -ehr poieiiare Lei -onin i.k. ii. hu i ic :c dies Kurator luire :o 11 eiui.oe' s : r n c k. I rc iti hui ie .uui h aen Weiler an Dr. honon, j;o. Buner, Dr. Braver, der Pia 'den: der llaisaer Kehdla, M. G. Levin, deren Sekretär L N. Kaplan, Herr Philip Mayer. Nathan Pollak und e ne Reihe anderer deutscher Juden. Die Je-chiwah hat von der Gemeinere in herrlicher, gesunder Lage auf dem Karmel einen Bauplatz, zum Geschenk erhalten und mit den liauspei.den, die Freunde und Gönner aufle.e ho ri, zu bauen be-g innen. I »er Hau ruht aus Mangel an Mitteln. Ein Internat soll hier erstehen, große, luftige, helle Wohn- und Studienräume. Der Rabbi hofft, in Verbindung mit dem Neubau auch einen langgehegten Lieb!ing>p!an zur Duo biulirung zu bringen: Landwirt-e h.cltliche und handwerkliche Ausbildung für seine Zoghnge. bis sollte mich freuen, wenn meine Zeilen Intcree und HiHsbereitM. halt wecken konnten. Rabb. J. Samuel „Die frechen Kinder in Erez Israel" Berlin, 26. Februar 1935 Redaktion der ,,Jüd. Rundschau", Herlin. Die Ar! und Weise der Darstellung dieses Eilebin.sses mit jüdischen Kindern in Nr. 17 der ,, |üd. Rund ,chau- (Rubrik ..Das bunte Lotzen") enthält eine Billigung, fast sogar einen gewissen Stolz, über das Verhalten dieser Kinder. Das ist mir vollkommen unverständlich! Palästina soll Beispiel für die Juden in der ganzen Welt sein. Hier halien Kinder so gehandelt, wie es leider nur zu oft jüdische Kinder in der Diaspora getan haben, vielleicht auch noch tun. Wenn es auch typisch ist, so ist es deshalb doch nicht weniger bedauerlich, ja fast Iwese. harnend; beweist es doch vor allem einen Mangel an F.rziehung, ein Fehlen der Distanz und des Respektes vor den Erwachsenen: Es kann niemals Sache des Kindes sein, den Erwachsenen zu erziehen! Hochachtungsvoll! Frau Dr. Alice Benfey Nächste Abfahrten nach Palästina. Dampfer „Theoprf. Gautier" 4. März ab Neapel, „Gmisalcrtimc" 6. März ab Triest, „Vienna" 7. März ab Triest, „Rex" 8. März ab Neapel, „Palästina" 8. März ab Triest, „Felix Roussel" 8. März ab Marseille, „Esperia" 9. März ab Genua, „Mar. Pacha" 11. März ab Marseille, „Polonia" 13. März ab Konstanza, „lean Labordc" 11. März ab Marseille, „Tevere" 15. März ab Neapel, „Sphinx" 15. März, ab Marseille, „Ausonia" 16. März ab Venedig. Nicht identisch. Wir veröffentlichten in Nr. 11 vom 5. Februar 1935 eine Warniitiir des Vorstandes der Synagogen- Gemeinde Köln vor einem gewissen Saliy Feder. Wie um diese Gemeinde nunmehr mitteilt, bittet Herr Sally Feder, früher Berlin, Klingsorstr. 72, jetzt Paris, darauf hinzuweisen, daß er mit dem genannten Sally Feiler nicht identisch ist. Die jüdischen Gemeinden des Saargebietes kommen zum Preußischen Landesverband. Am 21. Februar 1935 traten in Saarbrücken die Vertreter der saarländischen Gemeinden unter dem Vorsitz des stellvertretenden Vorsitzenden der Gemeinde Saarbrücken, Rechtsanwalt Dr. Max Weiler, zu einem Gemeindetag zusammen, mit der alleinigen Tagesordnung des Anschlusses der saarländischen jüdischen Gemeinden an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden. Der Vorsitzende begrüßte den Vizepräsidenten des Preußenverbandes, Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee (Berlin). Dr. Klee sprach über die Arbeitsgebiete des Preußenverbandes, seine Leistungen in den letzten Jahren. Sämtliche anwesenden üemeindevertreter erklärten darauf ihren Beitritt. Dm die Zusammenarbeit von vornherein wirkungsvoll zu gestalten, werden an der am 10. März stattfindenden Sitzung des Großen Rats des Preußischen Landesverbandes Dr. med. IsserÜn (Saarbrücken) und Rabbiner Dr. Rothschild (Saarbrücken) als Vertreter der Saargemeinde teilnehmen. ANTWORTEN DER REDAKTION Max L., Berlin. Wir bitten Sie um Angabe Ihres vollen Namens und Ihrer Adresse, damit wir Ihnen antworten können. KALENDARIUM Schafft neuen Boden in Erez Israel Februar 1934: 318000 Dunam Februar 1935: 346000 Dunam KEßEN KA3EMETH LEDISRAEL (J00. NATIONALFONDS i.V.) BERLIN W 15, MIINIKISTHASSI 10 POSTSCHECK-KONTO NR. 282 47 1935 — 9. Wodie 5695 — 25. Woche Freitag t. Marx 26. Ader I Samstag X m 27. D'Spt? 'd 'Vnp'i Sonntag 5. m 28. Montag 4. m 29. Dienstag 5. m 30. '3 n« rm '* Mittwoch 6. n 1. Adar II ■a n« nn '3 Donnerstag 7. m 2. Schabbet-Auigsng. Berlin 6* Br*«tau «if Frankfurt «. M 6». Mfindien «" Moises ben Maimon (Maimonides) - Meiner der hebräischen Wissenschaft - Mathematik - Astronomie - Medizin und Philosophie. Im Jahre der 800-jahrigen Wiederkehr seiner Geburt feiert die Stadt Cordoba (Spanien) große Feste vom 25. Mari bis 31. März 1955. Wahlen Sie Spanien im Monat März für ihre Reiset Auskunft erteilt: Patronnto Nacinnal dpi Turiimn, m Madrid fMedln«- r'H 2) j Pari« (r.-. Boulevard de ia Mndc-lcine), — Zweck« Durchführung der Reiit nach Spanien wende man sich an die führenden Reisebüro». RUNDFUNK Hermann Rahmer & Co. Kurfüritendomm 54 SS . B 4 5726 Erleichterte Zahlung>beciingung*in, unverbinclt. Vorführung I s^V*** ohne vorher mein Angebot eingeholt ru h*bea. JULIUS GLASS B r! I n C 25. 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